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	<title>Literatur Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Literatur Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Kathedralen des Wissens » Die schönsten Bibliotheken der Welt &#124; Werkstattnotiz LXXVII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 06:34:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gibt es eigentlich bereits Untersuchungen und Zahlen, wie sich in Zeiten einer sich digitalisierenden Wissenschaft die Besucherzahlen der (Universitäts-)Bibliotheken verändern? Schließlich ist es &#8211; wenn man die meisten Zeitschriftenartikel bequem per PDF erhält &#8211; viel seltener notwendig, den Weg in die Bibliothek anzutreten, um Bücher oder Zeitschriften auszuleihen. In Bibliotheken wird sicht- und spürbar, welche ... <a title="Kathedralen des Wissens » Die schönsten Bibliotheken der Welt &#124; Werkstattnotiz LXXVII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/" aria-label="Mehr Informationen über Kathedralen des Wissens » Die schönsten Bibliotheken der Welt &#124; Werkstattnotiz LXXVII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/">Kathedralen des Wissens » Die schönsten Bibliotheken der Welt | Werkstattnotiz LXXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gibt es eigentlich bereits Untersuchungen und Zahlen, wie sich in Zeiten einer sich digitalisierenden Wissenschaft die Besucherzahlen der (Universitäts-)Bibliotheken verändern? Schließlich ist es &#8211; wenn man die meisten Zeitschriftenartikel bequem per PDF erhält &#8211; viel seltener notwendig, den Weg in die Bibliothek anzutreten, um Bücher oder Zeitschriften auszuleihen.</strong></p>
<h4 class="pullquote_left">In Bibliotheken wird sicht- und spürbar, welche Verehrung dem Wissen entgegengebracht wurde. Wo wird diese Wertschätzung heute noch erlebbar?</h4>
<p>Daß Bibliotheken mehr sind als ein Dokumentenarchiv, daß sie Orte des Wissens sind, an denen v.a. in früheren Zeiten spürbar wurde, welche Verehrung dem Wissen entgegengebracht wurde, wird wohl immer mehr in Vergessenheit geraten.</p>
<p>Umso eindringlicher sind die Aufnahmen der Bibliothekssäle traditionsreicher Bibliotheken. Ich bin <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/03/bibliophilie.php">bei Ali Arbia</a> auf <a href="http://curiousexpeditions.org/2007/09/a_librophiliacs_love_letter_1.html">diesen Blogpost</a> aufmerksam geworden &#8211; einige dieser &#8222;Kathedralen des Wissens&#8220; seien hier als visuelle Appetithäppchen eingestellt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/#footnote_0_221" id="identifier_0_221" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In der Eile habe ich zun&auml;chst nicht daran gedacht, die Quellen der Photos zu bezeichnen. Florian erinnert in den Kommentaren daran. Die Photos habe ich alle bei Wikipedia/Wikimedia Commons gefunden, dort ist eine freie Nutzung und Bearbeitung gestattet. Einige der Aufnahmen entstammen aber wohl dem Bildband von Candida H&ouml;fer (s. Literaturhinweis). Eine Kl&auml;rung des Sachverhalts ist mir gerade aber nicht m&ouml;glich.">1</a></p>
<p>Das<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Admont"> Benediktinerstift Admont</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/#footnote_1_221" id="identifier_1_221" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Stift wurde schon 1074 gegr&uuml;ndet.">2</a> in der Steiermark in Österreich beherbergt eine wunderbare Bibliothek. 1776 wurde die Stiftsbibliothek eingeweiht &#8211; sie wurde von manchen Zeitgenossen als &#8222;Achtes Weltwunder&#8220; bezeichnet und ist weltweit der größte Büchersaal innerhalb von Klostermauern.</p>
<p style="text-align: center;"><img fetchpriority="high" decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 8px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Bibliothek,%20Admont,%2001a.jpg" alt="Bibliothek, Admont, 01a.jpg" width="480" height="360" /></p>
<p>Kaum weniger prächtig ist die Bibliothek des <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Strahov">Klosters Strahov</a> in Prag. Sie wurde von 1671-1679 erbaut und rund hundert Jahre später kamen noch beeindruckende Deckenfresken hinzu.</p>
<p style="text-align: center;"><img decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 8px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Strahov%20Monestray%20Library%20Prag_01a.jpg" alt="Strahov Monestray Library Prag_01a.jpg" width="480" height="319" /></p>
<p>Von Prag zurück nach Österreich: Im 18. Jahrhundert wurde der barocke Neubau des traditionsreichen Benediktinerklosters <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Melk">Stift Melk</a> errichtet. Und ja, genau dieses Kloster ist uns heute auch durch Umberto Ecos &#8222;Der Name der Rose&#8220; ein Begriff. Denn der Ich-Erzähler ist der junge Benediktinermönch <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adson_von_Melk#Adson_von_Melk">Adson von Melk</a>.</p>
<p>Aber auch unabhängig von dieser späten literarischen Popularität, ist das niederösterreichische Kloster (das nicht umsonst zur Reihe des UNESCO-Weltkulturerbes zählt) bemerkenswert. Und die Bibliothek ist beeindruckend:</p>
<p style="text-align: center;"><img decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 8px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Bibliothek,%20Melk,%2001a.jpg" alt="Bibliothek, Melk, 01a.jpg" width="480" height="322" /></p>
<p>Vollkommen anders, aber ebenso wirkungsvoll ist die Bibliothek, die sog. &#8222;Handelingenkamer&#8220;, im Parlamentsgebäude in Den Haag. Bei ihr handelt es sich um die alte Bibliothek des ehemaligen Justizministeriums.</p>
<p>Erbaut wurde das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts von &#8222;Rijksbouwmeester&#8220; Cornelis Hendrik Petersim &#8211; die Besonderheit: elektrisches Licht war damals nicht vorgesehen, auf Kerzen und Gaslampen wollte man verzichten. Durch die besondere Konstruktion der lichten Glaskuppel fällt ausreichend Helligkeit auch für die unteren Bücherregale. Der Raum ist 13,5 m lang und nur 6 m breit. Die roten Geländer und die sich leicht emporschwingende Treppe sind im übrigen durch chinesische Verzierungen (Drachenköpfe, Pranken etc.) geprägt.</p>
<p style="text-align: center;"><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 8px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Handelingenkamer,%20Tweedekamer,%20Den%20Haag,%2001a.jpg" alt="Handelingenkamer, Tweedekamer, Den Haag, 01a.jpg" width="480" height="622" /></p>
<p>Wenn man solche Wissensspeicher in ihrer ganzen Pracht sieht, so möchte man fast bedauern, daß wir solche Räume zukünftig wohl kaum mehr wirklich &#8222;nutzen&#8220;, sondern höchstens aus musealer Neugier besuchen. Sollten wir unsere PDFs nicht doch wieder alle ausdrucken und in Regale stellen?</p>
<hr size="1" /><strong><em><br />
Literaturempfehlungen:</em></strong></p>
<ul>
<li>Höfer, Candida (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3829601786?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3829601786">Bibliotheken</a>. Mit einem Essay von Umberto Eco. Schirmer/Mosel.</li>
<li>de Laubier, Guillaume und Bosser, Jacques (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896601806?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896601806">Die schönsten Bibliotheken der Welt</a>. Knesebeck.</li>
</ul>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/B%C3%BCcher">Bücher</a><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Bibliotheken">Bibliotheken</a><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Wissensgesellschaft">Wissensgesellschaft</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_221" class="footnote">In der Eile habe ich zunächst nicht daran gedacht, die Quellen der Photos zu bezeichnen. Florian erinnert in den Kommentaren daran. Die Photos habe ich alle bei Wikipedia/<a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikimedia Commons</a> gefunden, dort ist eine freie Nutzung und Bearbeitung gestattet. Einige der Aufnahmen entstammen aber wohl dem Bildband von Candida Höfer (s. Literaturhinweis). Eine Klärung des Sachverhalts ist mir gerade aber nicht möglich.</li><li id="footnote_1_221" class="footnote">Das Stift wurde schon 1074 gegründet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kathedralen-des-wissens-die-schoensten-bibliotheken-der-welt-werkstattnotiz-lxxvii/">Kathedralen des Wissens » Die schönsten Bibliotheken der Welt | Werkstattnotiz LXXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere &#124; Werkstatt-Ticker 08</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 06:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Auch Verlage feiern Geburtstag. Mit dem Rowohlt-Verlag begeht dieses Jahr einer der renommiertesten und wichtigsten deutschen Literaturverlage sein einhundertjähriges Jubiläum. Es gibt wohl keinen Wissenschaftler oder gar Literaturfreund, der kein Buch im Regal stehen hat, auf dessen Rücken das Kürzel &#34;rororo&#34; prangt. Im 1908 in Leipzig gegründeten Verlag, der seit langem in Reinbek bei Hamburg ... <a title="Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere &#124; Werkstatt-Ticker 08" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/" aria-label="Mehr Informationen über Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere &#124; Werkstatt-Ticker 08">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/">Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere | Werkstatt-Ticker 08</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" width="180" height="121" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Ticker_02a.jpg" alt="Ticker_02a.jpg" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 6px; padding: 1px;" /></a><font color="#696969"><strong><font size="7">»</font></strong></font>Auch Verlage feiern Geburtstag. Mit dem Rowohlt-Verlag begeht dieses Jahr einer der renommiertesten und wichtigsten deutschen Literaturverlage sein einhundertjähriges Jubiläum. Es gibt wohl keinen Wissenschaftler oder gar Literaturfreund, der kein Buch im Regal stehen hat, auf dessen Rücken das Kürzel &quot;rororo&quot; prangt. </p>
<p>Im 1908 in Leipzig gegründeten Verlag, der seit langem in Reinbek bei Hamburg residiert, hatten so illustre Literaten wie Franz Kafka, Robert Musil oder Vladimir Nabokov ihre Heimat. Von Camus und Sartre ganz zu Schweigen. </p>
<p>Die Sprachspielerin hat einige <a href="http://www.sprachspielerin.de/2008/04/07/rowohlt-liebe-zum-100/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">persönliche Anmerkungen</a> zum Rowohlt-Geburtstag verfasst:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Rowohlt hat dieses gewisse Etwas, ein aufregendes, ein bisschen anrüchiges, anstößiges, erotisches, modernes und avantgardistisches Etwas, finde ich. Also gehen hiermit die herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag von mir an meinen Lieblingsverlag!&quot;</p>
</blockquote>
<p>Und sie verweist auf einige weitere lesenswerte Artikel und Links. Und auch einen<a target="_blank" href="http://www.hierschreibenwir.de/wordpress/?p=11" rel="noopener noreferrer"> Jubiläumsblog</a> gibt es. Ob der auch wirklich mit Leben gefüllt wird, muß sich erst noch zeigen. </p>
<ul>
<li>Die Sprachspielerin: <a target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/2008/04/07/rowohlt-liebe-zum-100/" rel="noopener noreferrer">Rowohlt-Liebe zum 100.</a>, 7.4.2008</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.hierschreibenwir.de/wordpress/index.php" rel="noopener noreferrer">Rowohlt-Jubliläumsblog</a>. Rowohlt-Autoren hautnah.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><font color="#696969"><strong><font size="7">»</font></strong></font> Erst gestern habe ich auf &quot;Rivva&quot; hingewiesen, den Nachrichten-Dienst, der versucht die zentralen Diskursbewegungen der Blogwelt nachzuvollziehen. Wer in der linken Seitenleiste auf den Link &quot;Rivva-Newskontext&quot; klickt, der findet Artikel, auf die ich verweise, all die Blogposts, die evtl. auf mich verweisen und dazu noch thematisch verwandte Quellen.&nbsp;</p>
<p>Auf 1000ff. ist ein interessantes Interview mit Frank Westphal, dem Macher von Rivva erschienen. Dort gibt er Auskunft zu seiner Intention, weiteren Plänen und dem alltäglichen Kampf, den Dienst funktionsfähig zu halten und weiter zu optimieren.</p>
<blockquote>
<p>&quot;Ich versuche, die dumme Maschine genau so zu programmieren, dass sie automatisch das erledigt, was auch ein Mensch machen würde, der nix besseres zu tun hätte, als rund um die Uhr tausende von Blog- und Nachrichtenfeeds nach den interessantesten Geschichten zu durchforsten.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Zu seiner Idee sagt er:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Na klar, einen Teil des Wertes eines Dienstes wie Rivva besteht in der Echtzeitfähigkeit, die hoffentlich wesentlichsten Konversationsstränge im Netz quasi live mitverfolgen zu können.&quot;&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Und er übt auch Kritik an der mangelhaften Verlinkungs-Praxis.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/#footnote_0_230" id="identifier_0_230" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Interview habe ich bei Rivva selbst gefunden&hellip;">1</a> Manche Blogger nehmen es offenbar nicht mehr so genau und verschweigen, woher sie eine Information hatten:&nbsp; </p>
<blockquote>
<p>&quot;Die Sphäre kanibalisiert sich eigentlich relativ stark selbst, muss ich sagen. Dass Quellen richtig genannt/verlinkt werden, war einmal eine großgeschriebene Tugend unter Bloggern und ein Mangel, den man eher den Massenmedien vorgehalten hat. Aus Rivva-Sicht lässt sich der “Content-Diebstahl der anderen Art” allerdings ständig beobachten. Keine Credits zu geben, wo Credits fällig wären, ist und bleibt nicht-cool.&quot;</p>
</blockquote>
<ul>
<li>1000ff.: <a href="http://1000ff.de/interview-mit-frank-westphal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Die Sphäre kanibalisiert sich eigentlich selbst” — Interview mit Frank Westphal</a>, 4.4.2008</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><font color="#696969"><strong><font size="7">»</font></strong></font> Ein hochinteressanter Artikel<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/#footnote_1_230" id="identifier_1_230" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Den Link verdanke ich Reto Stauss.">2</a> zur Frage, welche negativen Faktoren dem Zustand der Weltmeere am massivsten zusetzen, war vor wenigen Tagen in der NZZ zu lesen. Meeresökologen debattieren seit Jahren über den Anteil verschiedener Einflüsse auf die zukünftige Entwicklung der Meere. Dabei reicht die Palette vom Schiffsverkehr<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/#footnote_2_230" id="identifier_2_230" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und hier w&auml;ren die Containerschiffe von den F&auml;hren und die wiederum von den &Ouml;ltankern zu unterscheiden&hellip;">3</a> über die damit zusammenhängende Einschleppung fremder Meeresorganismen in sensible Zonen bis zum Temperaturanstieg infolge des Klimawandels oder den Stickstoff- und Phosphoreintrag, der über die Flüsse der Anrainer erfolgt. </p>
<p>Das sind nur einige der Faktoren, die beachtet werden wollen. Immer dabei &#8211; und eben auch in der öffentlichen Diskussion zuerst genannt &#8211; ist die Fischereiwirtschaft. Der Artikel erläutert, daß hier oftmals eine verzerrte Wahrnehmung stattfinde. Der Autor Gregor Klaus zitiert Christopher Zimmermann vom Institut für Ostseefischer, wonach </p>
<blockquote>
<p>&quot;Global gesehen, sei die Fischerei angesichts der Schadstoffeinleitungen, der Überdüngung, der Öl- und Gasextraktionen, der Versauerung der Meere und der Ausbreitung invasiver Arten sicher nicht der dominante menschliche Faktor.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Es sind &#8211; jedenfalls für mich &#8211; einige interessante Gedanken dabei und der Feststellung, daß die pauschale These der Überfischung der Weltmeere nicht haltbar ist, kann man wohl getrost zustimmen. Wie erläutert wird, fehlen für eine solche Behauptung schlicht die Daten. </p>
<p> Nicht ganz sicher bin ich mir, ob der Autor den (lobbyistischen?) Argumenten der Fischereisympathisanten nicht zu viel Platz einräumt und hier zu unkritisch ist. Man sollte aber wohl wirklich skeptisch sein, wenn wieder einmal dicke Schlagzeilen den Kollaps der Fischbestände und das nahe Ende des &quot;Ökosystems Meer&quot; verkünden. </p>
<ul>
<li>Klaus, Gregor: <a target="_blank" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/der_mythos_von_den_leergefischten_meeren_1.699041.html" rel="noopener noreferrer">Der Mythos von den leergefischten Meeren</a>, Neue Zürcher Zeitung, 2.4.2008</li>
</ul>
<p></p>
<div class="invisible">
<hr width="100%" size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a rel="tag" class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Rowohlt">Rowohlt</a><br />
<a rel="tag" class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Rivva">Rivva</a><br />
<a rel="tag" class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/%D6kosystem+Meer">Ökosystem Meer</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_230" class="footnote">Das Interview habe ich bei Rivva selbst gefunden&#8230;</li><li id="footnote_1_230" class="footnote">Den Link verdanke ich <a href="http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2008/04/05/ueber-den-gartenzaun-w0814.html">Reto Stauss</a>.</li><li id="footnote_2_230" class="footnote">Und hier wären die Containerschiffe von den Fähren und die wiederum von den Öltankern zu unterscheiden&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/">Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere | Werkstatt-Ticker 08</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik &#124; Werkstatt-Ticker 15</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 11:39:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=256</guid>

					<description><![CDATA[<p>» Blogs, Politik und Journalismus Die Diskussion, ob Blogs überhaupt als Alternative zum herkömmlichen Journalismus anzusehen sind, darüber, ob Blogger überhaupt journalistische Motive haben und ob Blogs nicht doch nur ein kurzlebiger Hype sind, wird uns noch eine Weile begleiten.1 Immer wieder kreist die Debatte um die Frage, welche bedeutung Blogs heute schon für die ... <a title="Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik &#124; Werkstatt-Ticker 15" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/" aria-label="Mehr Informationen über Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik &#124; Werkstatt-Ticker 15">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Blogs, Politik und Journalismus<br />
</span></span></h4>
<p>Die Diskussion, ob Blogs überhaupt als Alternative zum herkömmlichen Journalismus anzusehen sind, darüber, ob Blogger überhaupt journalistische Motive haben und ob Blogs nicht doch nur ein kurzlebiger Hype sind, wird uns noch eine Weile begleiten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_0_256" id="identifier_0_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenigstens so lange es Blogs gibt und der letzte Server-Administrator noch nicht den Stecker gezogen hat.">1</a> Immer wieder kreist die Debatte um die Frage, welche bedeutung Blogs heute schon für die journalistische Arbeit, als Recherche- und Inspirationsquelle haben.</p>
<p>Solchen und ähnlichen Fragen ist Peter Bihr in seiner Magisterarbeit nachgegangen. <a href="http://www.thewavingcat.com/weblogs-und-politikjournalisten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Er schreibt selbst dazu</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Doch welche Bedeutung haben Weblogs für die tägliche Arbeit von Politikjournalisten in Deutschland? Im Rahmen dieser Arbeit wurden Politikjournalisten aus den Redaktionen deutscher Tageszeitungen (Print und Online) und von Nachrichtenagenturen dazu befragt, welche Bedeutung Weblogs für ihre Arbeit haben.</p>
<p>Die befragten Politikjournalisten bescheinigten Weblogs mehrheitlich eine geringe Bedeutung für ihre tägliche Arbeit. Für die Auslandsberichterstattung wurde Weblogs eine größere Bedeutung zugeschrieben als für die innenpolitische Berichterstattung.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und Peter stellt seine Arbeit (die man übrigens auch als Buch käuflich erwerben kann) unter der CC-Lizenz zum Download bereit:</p>
<div class="links_kurz">Download:</p>
<ul>
<li>Bihr, Peter (2007): <a  href="http://www.thewavingcat.com/wp-content/uploads/2007/12/peter-bihr-weblogs-und-politische-journalisten-cc-version.pdf">Die Bedeutung von Weblogs für die Arbeit von Politikjournalisten</a></li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Ich twittere, Du twitterst, wir twittern&#8230;</span></span></span></h4>
<p>Zumindest in der hiesigen Blogosphäre ist das Twitter-Paralleluniversum inzwischen akzeptiert und wird immer stärker respektiert. Was sich nicht zuletzt daran ablesen läßt, daß Rivva seit wenigen Tagen auch einen <a href="http://rivva.de/twitter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-News-Channel </a>eingerichtet hat.</p>
<p>Twitter, das für diejenigen, die mit diesem Begriff (noch?!) nichts anfangen können, wird manchmal als ein Micro-Blogging-Dienst beschrieben, was gar nicht so verkehrt ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_1_256" id="identifier_1_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und alle Wissenschaftsblogger seien getr&ouml;stet: die Zukunft liegt nicht im Wissenschaftstwittern. 140 Zeichen sind da wohl doch zu limitiert&hellip;">2</a></p>
<p>Was sich dahinter verbirgt? In 140 Zeichen können Twitternutzer kurze Nachrichten, Kommentare oder Links verschicken, die irgendwo in der großen Twittersphäre gelesen werden und in den großen Nachrichtenstrom einfließen. Meine eigenen Twitternachrichten findet man ja links unten hier in der Werkstatt oder auch einfach hier: <a href="http://twitter.com/Werkstatt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter/Werkstatt</a>.</p>
<p>Weshalb ich aber heute darüber schreibe? Vor wenigen Tagen haben der verehrte <a href="http://www.boschblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herr Bosch</a>, der Twitterfreak <a href="http://mymspro.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mspro</a>, Herr Grau und einige Mitstreiter einen hochspannenden Twitter-Meta-Kritik-Blog ins Leben gerufen. Dort werden einerseits besondere Perlen herausgepickt, ausgestellt, vorgestellt und einer quasi-literaturwissenschaftlichen Kritik unterzogen. Andererseits werden einzelne, besonders prominente und/oder originelle<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_2_256" id="identifier_2_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Besteht da eine Korrelation?">3</a> Twitterer vorgestellt.</p>
<p>Und was dort bislang zu lesen war, ist &#8211; egal ob man selbst twittert oder nicht &#8211; eine wahre Freude. Alle Literatur- und Textfreunde, die auch kurzen Sentenzen etwas abgewinnen können, finden dort sehr, sehr lesenswerte Notizen.</p>
<p>Der A- und Promi-Blogger <a href="http://www.twitter.com/kosmar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@kosmar</a> wurde etwa u.a. mit folgendem &#8222;Tweet&#8220; <a href="http://www.twitkrit.de/2008/04/27/kosmar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgestellt</a>; kosmar schrieb am 7. Februar:</p>
<blockquote><p>&#8222;Dann geh ich mal aus mir raus.&#8220;</p></blockquote>
<p>Die Exegese von Twitkrit lautete:</p>
<blockquote><p>&#8222;Seine eigenen Tätigkeiten dagegen beschreibt er zuweilen mit einer philosophischen Tiefe, die selbst Heidegger ehrfürchtig zusammenzucken ließe. Kosmar sein, heißt außer sich sein. Die Sprache, das Haus des Seins, wird bei Kosmar zum Exil&#8230;&#8220;</p></blockquote>
<p>Die Menschen von Twitkrit sind auf dem besten Wege die kritische Begleitung der mikro-literarischen Szene zu revolutionieren. Tweets, also Twitternachrichten, sind bisweilen Gedankendestillate. Schräg, treffend, humorvoll. Manchmall etwas Dada, aber schön. Fast noch schöner ist das, was die Twitkritiker daraus machen.</p>
<div class="links_kurz">Lesen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.twitkrit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitkrit &#8211; Twitterkritik-Blog</a></li>
<li>Blogpiloten: <a href="http://www.blogpiloten.de/2008/04/28/interview-twitkrit-die-twitteraturkritiker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview &#8211; Twitkrit,</a> Gespräch mit Bosch und MSpro. 28.04.2008</li>
</ul>
<p>Und wer twittertechnisch auf dem Laufenden bleiben will, findet hier bei kosmar<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_3_256" id="identifier_3_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wem sonst?">4</a> viele Twittertools, Tipps und Tricks:</p>
<ul>
<li>kosmar: <a href="http://kosmar.de/archives/2008/04/28/twittertools/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Top-Tipps</a>, 28.4.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Twitter">Twitter</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Twitkrit">Twitkkrit</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Journalismus">Journalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_256" class="footnote">Wenigstens so lange es Blogs gibt und der letzte Server-Administrator noch nicht den Stecker gezogen hat.</li><li id="footnote_1_256" class="footnote">Und alle Wissenschaftsblogger seien getröstet: die Zukunft liegt nicht im Wissenschaftstwittern. 140 Zeichen sind da wohl doch zu limitiert&#8230;</li><li id="footnote_2_256" class="footnote">Besteht da eine Korrelation?</li><li id="footnote_3_256" class="footnote">Wem sonst?</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/">Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik | Werkstatt-Ticker 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Küchenphilosoph: Fulvio Pierangelini  ::: Web-Literatur: Neuausgabe von &#8222;mindestens haltbar&#8220; ::: Kino: Hader, Haas und Brenner &#124; Werkstatt-Ticker 13</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kuechenphilosoph-fulvio-pierangelini-web-literatur-neuausgabe-von-mindestens-haltbar-kino-hader-haas-und-brenner-werkstatt-ticker-13/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 19:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=262</guid>

					<description><![CDATA[<p>» Kauz &#38; Koch Bisweilen gewinnt man den Eindruck, daß fast jeder Bundesbürger, der auch nur halbwegs kundig einen Rührbesen halten kann, früher oder später Gast in einer der unzähligen TV-Kochshows sein wird. Nach meiner eigenen Rechnung müßten inzwischen alle &#8222;gelernten&#8220; Köche sowieso mit Sendungen ausgestattet sein und Johann Lafer und Alfons Schuhbeck schauen ohnehin ... <a title="Küchenphilosoph: Fulvio Pierangelini  ::: Web-Literatur: Neuausgabe von &#8222;mindestens haltbar&#8220; ::: Kino: Hader, Haas und Brenner &#124; Werkstatt-Ticker 13" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kuechenphilosoph-fulvio-pierangelini-web-literatur-neuausgabe-von-mindestens-haltbar-kino-hader-haas-und-brenner-werkstatt-ticker-13/" aria-label="Mehr Informationen über Küchenphilosoph: Fulvio Pierangelini  ::: Web-Literatur: Neuausgabe von &#8222;mindestens haltbar&#8220; ::: Kino: Hader, Haas und Brenner &#124; Werkstatt-Ticker 13">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kuechenphilosoph-fulvio-pierangelini-web-literatur-neuausgabe-von-mindestens-haltbar-kino-hader-haas-und-brenner-werkstatt-ticker-13/">Küchenphilosoph: Fulvio Pierangelini  ::: Web-Literatur: Neuausgabe von &#8222;mindestens haltbar&#8220; ::: Kino: Hader, Haas und Brenner | Werkstatt-Ticker 13</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Kauz &amp; Koch </span></span></h4>
<p>Bisweilen gewinnt man den Eindruck, daß fast jeder Bundesbürger, der auch nur halbwegs kundig einen Rührbesen halten kann, früher oder später Gast in einer der unzähligen TV-Kochshows sein wird. Nach meiner eigenen Rechnung müßten inzwischen alle &#8222;gelernten&#8220; Köche sowieso mit Sendungen ausgestattet sein und Johann Lafer und Alfons Schuhbeck schauen ohnehin öfter in Kameras als in Suppentöpfe.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob die Koch-Show-Hysterie auch jenseits der Alpen so hohe Wellen schlägt. An einem Koch beißen sich die Fernsehredakteure allerdings die Zähne aus: Fulvio Pierangelini. Pierangelini, dessen Namen mir bislang überhaupt nicht geläufig war, gilt als der beste Koch Italiens. Und offenbar auch als der verschrobenste. Seinen Ruf als &#8222;caratteraccio&#8220;, als schwieriger Charakter, hat er sich jedenfalls hart erarbeitet, wenn man dem lesenswerten Portrait über ihn in der &#8222;SZ am Wochenende&#8220; glaubt.</p>
<p><span class="pullquote_left">Fulvio Pierangelini gilt als schwieriger Charakter. Liegt es daran, daß er das Kochen mehr liebt, als die Menschen?</span></p>
<p>Wenn er Journalisten doch einmal eine Audienz gewährt, erzählt er etwa davon, daß er zu all seinen Produkten eine persönliche Beziehung aufbaue. Und er ist überzeugt davon, daß eine Kartoffel, die er vorher gestreichelt hat, besser schmeckt.</p>
<p>Spannend finde ich, daß bei ihm im Lokal die Preise einer anderen Logik als in der restlichen Welt gehorchen: Pasta mit Hummer sind dann eben nicht teurer als &#8222;profane&#8220; Spaghetti mit Tomatensauce.</p>
<p>Und, das ist das bemerkenswerte: der Kerl gilt als extravaganter Kochkünstler und es stehen ganz ordinäre &#8222;Spaghetti al pomodoro&#8220; auf der Karte. Aber er erläutert dazu folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8222;Für Pierangelini ist das ein Gericht der Kindheit, aufgeladen mit Erinnerungen und deshalb besonders schwierig zuzubereiten. &#8222;Es ist viel schwieriger, die Gäste mit einem bekannten Gericht zu beeindrucken, als ein völlig neues Gericht zu erfinden; im ersten Fall muss man mit unzähligen Vergleichen konkurrieren&#8220;, erklärte er seiner Biographin Prandi.&#8220;</p></blockquote>
<p>Diese Aussage finde ich durchaus plausibel. Und nicht nur deshalb finde ich Fulvio Pierangelini überaus sympathisch.</p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Preiß, Maren: <a href="http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/special/918/155512/index.html/leben/artikel/397/169903/article.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Italiens bester Koch &#8211; Der Kartoffelflüsterer</a>, SZ am Wochenende, 18.4.2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Neue Texte bei &#8222;mindestens haltbar&#8220;</span></span></span></h4>
<p>Wer zum Ausklang des Wochenendes oder für die nächsten Tage noch ein wenig Lesestoff für zwischendurch braucht, der sei auf das Online-Literatur-Magazin &#8222;<a href="http://www.mindestenshaltbar.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mindestens haltbar</a>&#8220; verwiesen. In diesem &#8211; wie der Untertitel verspricht &#8211; &#8222;magazin für meinungen&#8220; sind ja jeden Monat einige handverlesene Geschichten nachzulesen, die der unverwüstliche Don Dahlmann zusammensammelt.</p>
<p>Diese Ausgabe hat (anders als sonst üblich) kein übergreifendes Thema, aber dafür sind alle Texte mit einer passenden Begleitmusik versehen. Und diesmal hat auch die Sprachspielerin <a href="http://www.sprachspielerin.de/2008/04/19/herr-ernst/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wieder einen Text beigesteuert</a>. Betitelt ist er mit &#8222;Herr Ernst&#8220; und beginnt so:</p>
<blockquote><p>&#8222;Vielleicht hätte man es an dem Christbaum merken müssen, der im März immer noch geschmückt auf dem kleinen Balkon stand. Vielleicht hätte man es einfach daran merken müssen, dass man dem alten Herrn Ernst gar nicht mehr im Treppenhaus begegnete.&#8220;</p></blockquote>
<p>Weiterlesen und die Musik von &#8222;My first trumpet&#8220; anhören, kann man hier:</p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li><a href="http://www.mindestenshaltbar.net/0404/stories/2239/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sprachspielerin: Herr Ernst</a>, in: mindestens haltbar, 04/2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Josef Hader ermittelt</span></span></span></h4>
<p>Einer der als Kabarettist hochgelobt, als Schauspieler bislang aber (noch?) unterschätzt wird, ist ja der Österreicher Josef Hader. Dabei konnte er schon vor Jahren in &#8222;Indien&#8220; und später in den ersten Verfilmungen der Wolf Haas-Krimis überzeugen. Aber vielleicht geht es ja auch nur mir so und alle Welt weiß bereits, daß Hader eigentlich v.a. ein toller Schauspieler ist?</p>
<p>Egal: Hader war letztes Jahr sehr gut in &#8222;Jagdhunde&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kuechenphilosoph-fulvio-pierangelini-web-literatur-neuausgabe-von-mindestens-haltbar-kino-hader-haas-und-brenner-werkstatt-ticker-13/#footnote_0_262" id="identifier_0_262" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein Film von Ann-Kristin Reyels">1</a> und gefiel zuvor auch schon in &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Silentium_%28Film%29&amp;oldid=44592290" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Silentium</a>&#8222;, dort zum zweiten Mal in der Rolle des Brenner, der Hauptfigur der Krimis von Wolf Haas. Und wie ich nun bei &#8222;<a href="http://cultpilot.de/index.php/2008/04/18/josef-hader-ist-wieder-brenner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cultpilot</a>&#8220; lese, ist inzwischen auch der dritte Teil der Serie abgedreht.</p>
<p>Ende des Jahres soll dann &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Knochenmann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Knochenmann</a>&#8220; in die Kinos kommen. Die Hader- und Haas-Fans werden sich wohl jetzt schon Kinosessel für die Premiere reservieren.</p>
<p>Hier ein kleiner Vorgeschmack:</p>
<div class="youtube">
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/AQIqRfjCUB0&amp;hl=en" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://www.youtube.com/v/AQIqRfjCUB0&amp;hl=en" wmode="transparent"></embed></object></p>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Kochen">Kochen</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Knochenmann">Knochenmann</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Josef+Hader">Josef Hader</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_262" class="footnote">Ein Film von Ann-Kristin Reyels</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/kuechenphilosoph-fulvio-pierangelini-web-literatur-neuausgabe-von-mindestens-haltbar-kino-hader-haas-und-brenner-werkstatt-ticker-13/">Küchenphilosoph: Fulvio Pierangelini  ::: Web-Literatur: Neuausgabe von &#8222;mindestens haltbar&#8220; ::: Kino: Hader, Haas und Brenner | Werkstatt-Ticker 13</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Tretmühle Wissenschaft und andere aufregende Geschichten</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2012/11/tretmuehle-wissenschaft-und-andere-aufregende-geschichten/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2012/11/tretmuehle-wissenschaft-und-andere-aufregende-geschichten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Nov 2012 10:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsalltag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=2653</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Herbst ist immer meine Konferenzzeit. Seit Jahren steht die &#8222;WissensWerte&#8220; fest auf meinem Kalender und dazu kommen meistens noch einige anderer Tagungen rund um das Thema Wissenschaftskommunikation. Da ich gerade schon auf dem Sprung nach Bremen bin, gibt es heute wirklich nur eine ganz kurze Auflistung lesenswerter Artikel. Darwin und Lamarck waren gestern: Zeit ... <a title="Tretmühle Wissenschaft und andere aufregende Geschichten" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/11/tretmuehle-wissenschaft-und-andere-aufregende-geschichten/" aria-label="Mehr Informationen über Tretmühle Wissenschaft und andere aufregende Geschichten">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/11/tretmuehle-wissenschaft-und-andere-aufregende-geschichten/">Tretmühle Wissenschaft und andere aufregende Geschichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Herbst ist immer meine Konferenzzeit. Seit Jahren steht die &#8222;<a  href="http://www.wissenswerte-bremen.de/Home">WissensWerte</a>&#8220; fest auf meinem Kalender und dazu kommen meistens noch einige anderer Tagungen rund um das Thema Wissenschaftskommunikation. Da ich gerade schon auf dem Sprung nach Bremen bin, gibt es heute wirklich nur eine ganz kurze Auflistung lesenswerter Artikel.</strong></p>
<p class="zwischenueberschrift">Darwin und Lamarck waren gestern: Zeit für die Rowohlt&#8217;sche Evolutionstheorie</p>
<p><span class="initial_klein">D</span>en Anfang macht Harry Rowohlt. Viele kennen Rowohlt ja aus der &#8222;Lindenstraße&#8220;, ich kenne ihn als phänomenalen Übersetzer unmöglicher Literatur und natürlich als Vorleser. Wenn Harry Rowohlt liest und raunzt und brummt, dann bin ich eigentlich fast jedesmal total begeistert. Zu meinen Highlights gehört zum Beispiel die Erzählung &#8222;Fup&#8220; von Jim Dodge, in dem es um eine ziemlich schräge Wild-West-Männer-WG von Opa, Sohn und Enkel geht und einen riesenhaften Eber, der &#8222;Lockjaw&#8220; heißt und regelmäßig die Zäune der drei Farmer niedertrampelt und dann irgendwann Jagd auf den jüngsten der drei Männer macht.</p>
<p>Schräge Geschichte? Ja, genau! Sowas paßt zu Harry Rowohlt. :-)</p>
<p>Rowohlt hat jetzt dem &#8222;Freitag&#8220; ein Interview gegeben, das schlicht wunderbar ist. Es ist schwer zu entscheiden, was hier und da geflunkert und gut erfunden, dann aber eventuell doch wahr ist. Man muß das Interview lesen. Dann erfährt man auch, wie das mit dem Kinngrübchen von Harry Rowohlt ist und wieso das inzwischen nicht mehr da ist. Ach, ich verate es doch: es war natürlich Jahre und Jahrzehnte vom Bart bedeckt. Was sollte es da noch? Deshalb ist es nun weg. Ob am Ende so Evolution funktioniert?</p>
<ul>
<li>Harry Rowohlt im Interview: <a  href="http://www.freitag.de/autoren/freitag-salon/meine-mutter-war-ein-feger">„Meine Mutter war ein Feger“</a>, der freitag, 19.11.2012</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift">Über die unmögliche Arbeit (junger) Wissenschaftler</p>
<p><span class="initial_klein">E</span>s war gelegentlich ja auch schon hier in der Wissenswerkstatt Thema: die ziemlich unbefriedigenden Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler. Schlechte Karriereperspektiven, mäßige Bezahlung, aber jede Menge Erwartungsdruck und Stress und Arbeitszeiten von 50, 60 Stunden und mehr.</p>
<p>Drüben bei den SciLogs hat sich vorgestern Martin Ballaschk den Frust von der Seele geschrieben. Denn ganz offenbar gibt es leider ziemlich viele wissenschaftliche Chefs, die von ihren Doktoranden und Mitarbeitern erwarten, daß die bis an ihre physischen Grenzen gehen. Wer nach zehn Stunden Laborarbeit nach Hause geht (weil er eventuell Familie hat etc.) ist da schnell unten durch. Martin schreibt:</p>
<blockquote><p>Das Bild des idealen Labor-Wissenschaftlers – Matratze unterm Schreibtisch, Pipette am Daumen angewachsen, im Schlaf am nächsten Paper schreibend – lässt kaum Platz für „alternative“ Lebensentwürfe.</p></blockquote>
<p>Und seinem Fazit kann ich mich nur anschließen:</p>
<blockquote><p>Unsere Wissenschaftskultur macht also die Leute kaputt und befördert Leute mit sozialen Schwächen bevorzugt zu Chefs. Ich hoffe, dass das nicht immer so bleibt.</p></blockquote>
<ul>
<li>Ballaschk, Martin (Dedritus): <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/sonstiges/2012-11-22/wissenschaftler-haben-eine-schlechte-arbeitsethik">Die schlechte Arbeitsethik deutscher Wissenschaftler</a>, SciLogs, 22.11.2012</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift">Was Wissenschaftsjournalisten über Social Media wissen sollten&#8230;</p>
<p>&#8230; und bisher nicht zu fragen wagten. So ungefähr lautet ja die Überschrift zu unserem Mini-Barcamp auf der Wissenswerte in Bremen am kommenden Montag. Für die Veranstaltung habe ich vorletzte Woche eine Website gebastelt, wo einerseits ein paar <a href="http://www.online-wissenschaftsjournalismus.de/Kategorie/thesen/">Thesen zum Thema Social Media und Wissenschaftsjournalismus</a> nachzulesen sind und ich habe eine relativ ausführliche kommentierte Linkliste erstellt, in der ich einige (wie ich finde) hilfreiche Texte zum Thema zusammengetragen habe.</p>
<p>Alle, die wissen wollen, worauf bei der (wissenschaftsjournalistischen) Recherche in Social Media zu achten ist, finden hier ein paar Tipps:</p>
<ul>
<li>Scheloske, Marc: <a href="http://www.online-wissenschaftsjournalismus.de/2012/11/was-wissenschaftsjournalisten-ueber-social-media-wissen-sollten/">Was Wissenschaftsjournalisten über Social Media wissen sollten</a>, Online-Wissenschaftsjournalismus, 20.11.2012</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/11/tretmuehle-wissenschaft-und-andere-aufregende-geschichten/">Tretmühle Wissenschaft und andere aufregende Geschichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 14</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 17:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Rockmusik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesmal kein Text über das Wetter. Alles Heulen, Wehklagen und Zähneklappern hilft ja nichts. Biergartenwirte und Tretbootevermieter werden anders denken, fluchen und schimpfen. Die Kinobesitzer freuen sich dagegen. Es gibt übrigens auch einige schöne Filme derzeit zu sehen: seit letzter Woche läuft etwa &#34;Hallam Foe&#34;, ein englischer Film des Regisseurs David Mackenzie. Und die Geschichte ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 14" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-14/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 14">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-14/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="177" align="right" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" /><strong>Diesmal kein Text über das Wetter. Alles Heulen, Wehklagen und Zähneklappern hilft ja nichts. Biergartenwirte und Tretbootevermieter werden anders denken, fluchen und schimpfen. Die Kinobesitzer freuen sich dagegen. Es gibt übrigens auch einige schöne Filme derzeit zu sehen: seit letzter Woche läuft etwa &quot;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hallam_Foe" rel="noopener noreferrer">Hallam Foe</a>&quot;, ein englischer Film des Regisseurs David Mackenzie. Und die Geschichte des 17-jährigen Hallam, der nach dem Tod seiner Mutter immer argwöhnischer wird, seine Stiefmutter des Mordes verdächtigt und schließlich nach Edinburgh flieht, ist nicht nur aufgrund der hörenswerten Filmmusik eine Empfehlung. Die Schauspieler sind allesamt stimmig besetzt, die Bilder eindringlich und die Story des voyeuristisch-durchgeknallten Hallam, der, um einen Blick in Dachwohnungen zu werfen, auch nicht vor halsbrecherischen Kletterpartien zurückschreckt, ist der perfekte Kinostoff.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-14/#footnote_0_82" id="identifier_0_82" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die offizielle Website bietet noch einige weitere interessante Informationen, sowie einen Blog.">1</a><strong><br /></strong></p>
<p>Weniger bildmächtig wartet dagegen der neue Film von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Petzold_%28Regisseur%29" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Christian Petzold</a> auf: &quot;Yella&quot; erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die im brandenburgischen Wittenberge keine Perspektive mehr sieht und zu einem neuen Job nach Hannover reist. Die Probezeit beginnt am nächsten Tag&#8230; Stimmungsvoll, besetzt mit großartigen Schauspielern (Christian Redl, Devid Striesow etc.) und v.a. der zurecht preisgekrönten Nina Hoss in der Rolle der &quot;Yella&quot;. Ein Film, der eine interessante Wendung bereithält. &quot;Yella&quot; läuft nächste Woche, am 13. September in den deutschen Kinos an.</p>
<p>Damit aber genug der Kinotipps und noch ein paar Linkverweise&#8230;</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Vor einigen Tagen hat Benedikt, der ansonsten seinen <a target="_blank" href="http://www.eigenarbeit.org/pop/" rel="noopener noreferrer">Poplog</a> mit allerlei Platten- und Bandbesprechungen ausstaffiert, begonnen, die Blogosphäre anhand eines neues Verfahrens &quot;<em>auszumessen</em>&quot;. Es ist gerade ein paar Tage her, daß Dirk Olbertz leider das Ende von Blogscout bekanntgegeben hat, mit dem Dirk bekanntlich auch eine Rangliste bzw. Orientierung bieten wollte, die nicht nur auf den reinen Trafficwerten basiert. Dirk hatte Gründe für das Einstellen seines Dienstes, dennoch bedaure ich diesen Schritt. Und das nicht nur, weil ich die letzten Wochen meist unter den Top100 und teilweise unter den Top20 einsortiert war.</p>
<p>Benedikt sucht nun einen anderen Weg: er wertet die Blogrolls aus und addiert die dort verlinkten Blogs zu einer &quot;<a target="_blank" href="http://www.eigenarbeit.org/pop/popjahr2007/09/03/metaroll-update/" rel="noopener noreferrer">Metaroll</a>&quot;. Sicher auch eine Methode und v.a. ist sie weitgehend gegen Manipulationsversuche gefeit. Das Problem das ich sehe: möglicherweise sind die Blogrolls zu statisch bzw. werden zu selten und zu nachlässig gepflegt. Jedenfalls ist das bei mir der Fall. Einige Blogs in meiner Linkliste werden nur sporadisch von mir besucht, andere, die ich regelmäßig lese, sind dort (noch) nicht zu finden. Ideal wäre &#8211; um der Relevanz von Blogs nachzuspüren &#8211; in meinen Augen eine Auswertung der jeweiligen Feedreader-Inhalte der einzelnen Blogger. Denn was mich einige Wochen langweilt, wird aus dem Feed bei mir entfernt&#8230; andere Fundstücke, die ich im Auge behalten will, kommen rein. Mir selbst fehlt zu so einer Rangliste allerdings das vertiefte Programmier-Know-How. Mit dem bißchen HTML- und PHP, was ich so zusammenbastle, kommt man da nicht weit&#8230;&nbsp;</p>
<p>Der Versuch von Benedikt verdient dennoch Beifall und Unterstützung&#8230; hier geht&#8217;s lang:</p>
<ul>
<li>Neue Landkarte der Blogosphäre: <a target="_blank" href="http://www.metaroll.de/metaroll.php" rel="noopener noreferrer">Metaroll&nbsp;</a></li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font>&nbsp;</font> Ich habe schon in einigen anderen Blogs &#8211; zumeist vor Wochen und Monaten &#8211; meine Einschätzung zu einem bislang<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-14/#footnote_1_82" id="identifier_1_82" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nun aber ist er &uuml;ber Myspace anl&auml;&szlig;lich eines St. Pauli-Samplers verf&uuml;gbar. Den Link verdanke ich den Stagediven.">2</a> online nicht verfügbaren Tomte bzw. Thees-Uhlmann-Song abgegeben. Es handelt sich &#8211; und das ist keineswegs übertrieben &#8211; um das schönste und empathischste Stück der Popgeschichte, das sich einem Thema widmet, das der Indie-Musikszene einerseits sehr nah, andererseits sehr fern ist: dem Sport, genauer: dem Fußball.</p>
<p>Denn: egal ob auf der Bühne im Scheinwerferlicht oder auf dem Rasen: meist sieht man verschwitzte Männer, die hier wie dort ihr Bestes geben. Beifall gibt es &#8211; bei gelungener Darbietung &#8211; in beiden Fällen. Während aber im Fußball die körperliche Fitneß entscheidet und oftmals leider dumpfe (Lokal-)Patriotismen gepflegt werden, sind in der Indieszene andere Faktoren von Bedeutung: Textsicherheit, Stilgefühl und Authentizität. </p>
<p>Daß aber der öde WM-Rumpel-Song &quot;&#8216;<em>54,&#8217;74&#8230;</em>&quot; von den &quot;<em>Sportfreunden Stiller</em>&quot; nicht das Maß der Dinge ist, hat zum Glück wieder einmal Tomte bewiesen. Schon vor knapp zwei Jahren spielte Thees das wunderbare Stück &quot;Das hier ist Fußball&quot; ein und das sanft krakeelige &quot;Hooray, hooray&#8230;&quot; geht wunderbar einher mit feinen Beobachtungen der Fanszene. Und ich gestehe: wenn Hamburg nicht so weit wäre, so würde ich durchaus mal am Millerntor vorbeischauen. Hier in München ist Fußball dann doch was anderes&#8230; mich zieht&#8217;s da nicht hin. Thees aber weiß: </p>
<blockquote>
<p>&quot;Gegen Bayern gesiegt / gegen Chemnitz verloren / man hört noch die Chöre in seinen Ohren / Meine Schulter ist naß durch des Nebenmanns Tränen / kann es etwas Schöneres geben?&quot;</p>
</blockquote>
<p>Nein, schöner, ergreifender geht&#8217;s nimmer. Und &#8211; ich wiederhole mich: da befindet sich ein korrekter Genetiv in dieser Zeile! &quot;<em>&#8230;durch des Nebenmanns Tränen&quot;</em>. Sagenhaft! </p>
<p>Ich verbeuge mich und empfehle jedem Sport- und Musikfan<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-14/#footnote_2_82" id="identifier_2_82" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das gilt freilich f&uuml;r meinen alten Kumpan Stefan, der einer der gr&ouml;&szlig;ten lebenden Fu&szlig;ballkoryph&auml;en ist und mit dem ich &ndash; wie mir gerade einf&auml;llt &ndash; in den Jahren 1995, 1996ff. einige der ersten Tocotronc-Konzerte in Ludwigsburg besucht habe. Genauso sollte sich &ndash; wenn er das St&uuml;ck noch nicht kennt &ndash; der gute Afro an den Rechner setzen und das Kleinod saugen. Es wird ihn freuen, nehme ich an&hellip;">3</a> den Download des folgenden Songs:</p>
<ul>
<li>Thees Uhlmann | Tomte: <a href="http://cache08-music01.myspacecdn.com/61/full_7ddeedfb8af776017edb3d80f09ba26b.mp3">Das hier ist Fußball</a>. [MP3]</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>An dieser Stelle sei ganz kurz auf ein literarisches Blogprojekt verwiesen, das neuerdings nebenan entsteht. Da mir die Sache in gewissem Sinne eine Herzensangelegenheit ist, verweise ich bereits heute darauf. Es sind bislang nur einige &#8211; dafür umso lesenswertere! &#8211; Gedichte eingestellt. In den nächsten Tagen und Wochen werden weitere lyrische Versuche veröffentlicht und auch Prosatexte werden dort zu besichtigen sein.</p>
<p>Es lohnt sich durchaus schon einmal, einen kurzen Blick zu riskieren und dann in einigen Tagen nochmal vorbeizuschauen &#8211; ich werde aber bei Gelegenheit nochmals daran erinnern. Für alle Sprach- und Textmenschen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.sprachspielerin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Sprachspielerin</a> | Literarischer Blog</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
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<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">4.</font> </font>So, eigentlich sollte noch ein Hinweis auf einen weiteren Artikel folgen, allerdings bin ich gerade dabei, das Haus zu verlassen, um mich auf den &#8211; zum Glück kurzen! &#8211; Weg zur Gaststätte &quot;Rumpler&quot; zu machen. In 20 Minuten erwarte ich dort einige Blogkollegen aus der Nähe und auch der weiteren Ferne. </p>
<p>Berichte und Eindrücke des <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/03/kommt-zusammen-blogtreffen-in-muenchen-werkstattnotiz-vii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleinen Blogtreffens</a> folgen&#8230;&nbsp; </p>
<p></p>
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<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_82" class="footnote">Die <a target="_blank" href="http://www.hallamfoe.de/" rel="noopener noreferrer">offizielle Website</a> bietet noch einige weitere interessante Informationen, sowie einen Blog.</li><li id="footnote_1_82" class="footnote">Nun aber ist er über Myspace anläßlich eines St. Pauli-Samplers verfügbar. Den Link verdanke ich den <a href="http://www.die-stagediven.de/wp/2007/09/04/hotelgeschichten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stagediven</a>.</li><li id="footnote_2_82" class="footnote">Das gilt freilich für meinen alten Kumpan Stefan, der einer der größten lebenden Fußballkoryphäen ist und mit dem ich &#8211; wie mir gerade einfällt &#8211; in den Jahren 1995, 1996ff. einige der ersten Tocotronc-Konzerte in Ludwigsburg besucht habe. Genauso sollte sich &#8211; wenn er das Stück noch nicht kennt &#8211; der gute Afro an den Rechner setzen und das Kleinod saugen. Es wird ihn freuen, nehme ich an&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-14/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 08</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Aug 2007 20:07:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Tonspuren]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Rockmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Weltwirtschaft taumelt in eine phänomenale Finanzkrise und der deutsche Sommer bewirbt sich gerade um einen Spitzenplatz im Wettbewerb: naß, kalt und eklig.1 Währenddessen geht die Arbeit in der Wissenswerkstatt weiter. Hilft ja nix. Außerdem gilt es, eine kleine Umstrukturierung vorzunehmen. Hört sich wichtig an, meint aber nur, daß in Zukunft die Artikel der Wissenswerkstatt ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 08" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 08">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 08</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="177" align="right" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" />Die Weltwirtschaft taumelt in eine phänomenale <a target="_blank" href="http://home42.wordpress.com/2007/08/11/turbulenzen-im-weltfinanzsystem-beherrschbar/" rel="noopener noreferrer">Finanz</a><a target="_blank" href="http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/08/vorsicht-fliegende-banker.html" rel="noopener noreferrer">krise</a> und der deutsche Sommer bewirbt sich gerade um einen Spitzenplatz im Wettbewerb: naß, kalt und eklig.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/#footnote_0_68" id="identifier_0_68" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und so interessanter- wie naheliegenderweise hat dies Auswirkungen auf so unterschiedliche Professionen wie Musik-Open-Air-Veranstalter und auch verschiedene Winzer.">1</a> </p>
<p>Währenddessen geht die Arbeit in der Wissenswerkstatt weiter. Hilft ja nix. Außerdem gilt es, eine kleine Umstrukturierung vorzunehmen. Hört sich wichtig an, meint aber nur, daß in Zukunft die Artikel der Wissenswerkstatt klarer in drei unterschiedliche Kategorien eingeordnet werden. Ursprünglich war es ja so gedacht, daß alle Themen, die keinen eigenen Beitrag rechtfertigen, hier in der Querverweise &amp; Fundstücke-Rubrik behandelt werden. Alle umfänglicheren Texte bekommen einen eigenen Platz.</p>
<p>Nun hat sich aber gezeigt, daß &#8211; entgegen der einstigen Planung &#8211; durch kommentierende Darstellung der Fundstücke regelmäßig längere Artikel bzw. Notizen entstanden sind, die längst zu einem eigenständigen Blogbeitrag taugen würden. Diese Texte mittleren Umfangs finden deshalb in Zukunft in der neuen Schublade &quot;<em>Werkstattnotizen</em>&quot; ihren Platz. </p>
<p>Auf diese Weise gibt es also in der Wissenswerkstatt ab sofort drei verschiedene Rubriken:</p>
<p>[1] zunächst die gewohnten, detaillierten Darstellungen zu einem bestimmten Thema. Egal ob gesellschaftliche Entwicklungen aus <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/tag/Soziologie/" rel="noopener noreferrer">soziologischer Perspektive</a> kommentiert werden, eine <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/11/the-national-boxer-von-der-seltenen-kunst-mit-wenigen-mitteln-grossartig-zu-klingen/" rel="noopener noreferrer">Rockband</a> gewürdigt und hinsichtlich ihrer Bedeutung eingeordnet oder etwa die <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/tag/Doping/" rel="noopener noreferrer">Dopingproblematik</a> des Spitzensports näher beleuchtet wird: es sind längere Artikel und Abhandlungen, die durch weitere Links und Literaturverweise ergänzt sind und &#8211; das ein zusätzliches Kriterium und möglicherweise auch Gütesiegel &#8211; diese Texte beanspruchen auch über den Tag hinaus Gültigkeit. &nbsp; </p>
<p>[2] All die anderen Texte, die eher spontan entstehen und einen Sachverhalt nur kurz und schlaglichtartig thematisieren, sind fortan unter dem Etikett &quot;<em>Werkstattnotiz</em>&quot; versammelt. Hier findet man also aktuelle Anmerkungen und Hinweise, sowie kleine Probestücke aus der Werkstattproduktion. </p>
<p>[3] In der bestehenden Rubrik der &quot;<em>Querverweise</em>&quot; werden zukünftig tatsächlich nur noch Verweise auf spannende Texte in anderen Blogs oder Journalen aufgeführt. Kurze Sidekicks und Hinweise auf interessante Webfunde stehen hier im Mittelpunkt.</p>
<p>Nun aber genug der erklärenden Vorrede &#8211; hier die aktuellen Tipps:</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Der britische Schriftsteller <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ian_McEwan" rel="noopener noreferrer">Ian McEwan</a> hat jüngst seinen neuen Roman &quot;Am Strand&quot; veröffentlicht. Offenbar Grund genug für die Neue Zürcher Zeitung ihn zu einem umfangreichen Gespräch einzuladen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/#footnote_1_68" id="identifier_1_68" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich selbst bin beim Philoblog &uuml;ber dieses Interview gestolpert. Im Litblog erf&auml;hrt man, da&szlig; McEwan auch f&uuml;r den &quot;Man Booker Prize&quot; 2007 nominiert ist. Und hier und hier fand der Roman &quot;Am Strand&quot; trotz der Harry Potter Hysterie Erw&auml;hnung.">2</a> McEwan gibt unter der Überschrift &quot;<a target="_blank" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/wie_viel_freiheit_hat_der_mensch_1.530745.html" rel="noopener noreferrer">Wie viel Freiheit hat der Mensch?</a>&quot; Auskunft zu sich, seiner Art des Schreibens und möglichen biographischen Hintergründen. Alles auch für Leser interessant, die bislang keines der Werke McEwans kennen. Im Interview wird auch deutlich, daß &#8211; wie freilich auch in seinen Büchern sichtbar wird &#8211; der Brite ein sehr politischer Zeitgenosse ist:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Nun, meine Generation hat von einer atomwaffenfreien Welt geträumt, und es ist schon sehr traurig, dass wir noch immer weit davon entfernt sind. Die andere Sache ist, dass seit den späten sechziger und frühen siebziger Jahren, als die Umweltbewegung geboren wurde, mehr als dreissig Jahre vergangen sind, in denen kaum etwas geschehen ist. Wir wussten noch nichts vom Klimawandel oder von der Erderwärmung, aber Probleme wie die Umweltverschmutzung, die zunehmende Verunreinigung der Meere und Flüsse (&#8230;), wurden lange Zeit nicht ernsthaft diskutiert. </p>
<p>Eine interessante Entwicklung ist, dass unser Wissen inzwischen ohne die Verantwortlichen der Politik umgesetzt wird. Insbesondere die grossen Wirtschaftskonzerne, die davon ausgehen, dass die Politik die Probleme früher oder später nicht mehr ignorieren kann, bereiten sich mittlerweile auf die in naher Zukunft anstehenden Regulierungen vor, um sich vor ihren Konkurrenten an sie angepasst zu haben. Die Politik läuft der Wirtschaft einen Schritt hinterher, und manchmal hat man das Gefühl, sie bedient Hebel, die zu nichts in Verbindung stehen. Das Eis der Arktis schmilzt dreimal schneller, als die schlimmsten Prognosen es vor zwei oder drei Jahren vorhergesagt haben, während sich die Leute in Grossbritannien und anderen westlichen Ländern Flachbildschirme und leistungsfähigere Computer kaufen. In zwei Jahren werden die elektronischen Geräte in Grossbritannien mehr als die Hälfte der Elektrizität verschlingen. Die Technologie, die uns helfen könnte, unsere Probleme zu bewältigen, reitet uns zugleich immer tiefer hinein&#8230;&quot;</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;Auf die Rolle von Religionen und den Terrorismus angesprochen antwortet McEwan:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Paradoxerweise haben also die Terroranschläge bei mir dazu geführt, nicht nur über den religiösen Glauben nachzudenken, sondern auch über die Alternative, die wir haben, und das ist in meinen Augen die Rationalität. Die Welt, die wir durch das Hubble-Teleskop oder durch ein Mikroskop betrachten, die Welt, die uns die Wissenschaft erschliesst, ist unendlich schöner als die Welten, die uns das Christentum, der Islam, der Buddhismus oder der Hinduismus zu bieten haben. Wir sollten anfangen, unsere Rationalität und unsere Wissenschaften als die wunderbaren Errungenschaften menschlicher Genialität zu feiern und der Arroganz derer zu misstrauen, die nicht nur behaupten, dass es einen Gott gebe, sondern uns auch noch sagen, was er denkt. Wir können Wunder und Inspiration in den Werken von Goethe und Shakespeare finden; wir können der Literatur eine moralische Orientierung entnehmen, die die Bibel nicht zu bieten hat.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Alles sehr bedenkens- und lesenswert. Genauso übrigens wie die Bücher von Ian McEwan.</p>
<ul>
<li>McEwan, Ian (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3257236271?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3257236271">Saturday</a>. Diogenes.</li>
<li>McEwan, Ian (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3257066074?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3257066074">Am Strand</a>. Diogenes.</li>
<li>Interview mit McEwan: <a target="_blank" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/wie_viel_freiheit_hat_der_mensch_1.530745.html" rel="noopener noreferrer">Wieviel Freiheit braucht der Mensch?</a>, NZZ, 21.7.2007</li>
<li>Persönliche <a target="_blank" href="http://www.ianmcewan.com/" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> von Ian McEwan</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font> </font>Von der Literatur wechseln wir zur Musik. Nicht erst seit <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Schulz" rel="noopener noreferrer">Olli Schulz</a> wissen wir, daß Mixtapes längst nicht aus der Mode sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/#footnote_2_68" id="identifier_2_68" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In seinem wunderbaren Deb&uuml;t &quot;Brichst du mir das Herz, brech&lsquo; ich Dir die Beine&quot; sang Olli Schulz: &quot;Nimm mein Mixtape, Babe.&quot; Und in der Blogsph&auml;re hat sich inzwischen ein neues Genre &ndash; n&auml;mlich Mixtapegeschichten &ndash; etabliert.">3</a> Und diese schöne Tradition pflegen seit einiger Zeit auch die Musikkenner von der &quot;<a target="_blank" href="http://www.roteraupe.de/" rel="noopener noreferrer">Roten Raupe</a>&quot;. Ganz aktuell ist Mixtape Vol. 04 erschienen und die Songs stehen zum Download bereit. Darunter sind einige hörenswerte Sachen und viel Gelegenheit zum Rumstöbern. Der erste Song von Delbo [&quot;Schikane&quot;] ist jedenfalls ein sehr guter und vielversprechender Start und sei deshalb auch direkt verlinkt. Weitere Perlen u.a. von Finn, Seidenmatt oder Tom Liwa komplettieren die Sammlung. Unbedingt ansehen &amp; anhören!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/#footnote_3_68" id="identifier_3_68" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dankenswerterweise haben mich die Popnutten auf diese Neuerscheinung aufmerksam gemacht.">4</a></p>
<ul>
<li>MP3-Download: Delbo &#8211; &quot;<a target="_blank" href="http://www.loobmusik.de/wavs/schikane.mp3" rel="noopener noreferrer">Schikane</a>&quot;</li>
<li>&quot;Rote Raupe&quot; &#8211; <a target="_blank" href="http://www.roteraupe.de/index.php?site=mixtape&amp;vol=4" rel="noopener noreferrer">Mixtape Vol. 04</a></li>
</ul>
<ul>
<li>Olli Schulz &amp; der Hund Marie (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/B000JK9ZRU?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000JK9ZRU" rel="noopener noreferrer">Warten auf den Bumerang</a>&nbsp;</li>
<li>der Hund Marie (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000HT2JMG?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000HT2JMG">Hooligans &amp; Tiny Hands</a>&nbsp;</li>
</ul>
<ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</ul>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>&quot;<em>Eine kleine wissenschaftshistorische Sensation</em>&quot; &#8211; so beginnt Ernst Falzeder seinen Beitrag in der ZEIT &#8211; sei die Veröffentlichung von Aufzeichnungen einer Patientin, die 1921 eine viermonatige Psychoanalyse bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Sigmund Freud </a>absolviert hatte. Gleichviel, ob man dieses Dokument als Sensation bewerten mag oder nicht. Es liest sich sehr spannend, denn offenbar liegen &#8211; abgesehen von expliziten Lehrprotokollen &#8211; über psychoanalytische Sitzungen, die Freud selbst durchgeführt hat, kaum Dokumente vor. Nun aber hat die Enkelin &#8211; selbst Psychoanalytikerin &#8211; der einstigen Freudpatientin die Tagebücher veröffentlicht. Für Freud-Kenner sicher mehr als spannend.</p>
<ul>
<li>Falzeder, Ernst: &quot;<a href="http://images.zeit.de/text/2007/32/Freud" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sie streifen so nah am Geheimnis</a>&quot;, Die ZEIT, 2.8.2007</li>
<li><a href="http://www.werkblatt.at/koellreuter/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage der Enkelin</a> der Freudpatientin: Anna Koellreuter</li>
<li>Koellreuter, A.: &quot;Als Patientin bei Freud 1921 &#8211; aus dem Tagebuch einer Analysandin&quot;. in Werkblatt, Nr. 58/2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">4.</font> </font>Der deutsche Philosoph, der mit seinen Büchern die höchste Auflagenzahl erzielt und durch seine Medienpräsenz wohl auch der populärste ist, ist im Juni sechzig Jahre alt geworden. Die Rede ist von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Sloterdijk" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Peter Sloterdijk</a>, der freilich in der Welt der akademischen Philosophie zumindest in Deutschland wenig Freunde besitzt. Ob zu Recht oder nicht: ich meide meist den nuschelnden Sloterdijk, wenn er im Fernsehen zu sehen ist, schätze aber mitunter seine scharfsichtigen und inspirierenden Analysen und Essays. </p>
<p>In der WELT hat sein Freund Rüdiger Safranski einige persönliche Erinnerungen und Anmerkungen anläßlich des Geburtstages von Sloterdijk verfasst. Dort ist dann u.a. zu lesen:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Peter Sloterdijk ist ein großer Anfänger, ausgestattet mit existenziellem Eigensinn, einem Überschuss an gedanklicher Spielfreude und der glücklichen Bereitschaft, sich von der Sprache zu Einsichten führen und verführen zu lassen. In diesem Sinne ist er auch ein genuiner Schriftsteller: Er lässt sich von der Sprache beschenken. Ein wirklicher Autor weiß, dass er der Sprache das Meiste verdankt. Wenn er ihr folgt, folgt sie ihm. </p>
<p>Das merkt man auch, wenn man ihm zuhört bei der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden. Seine Sprache trägt und treibt, und man wird mitgetragen und mitgetrieben. (&#8230;)&quot;</p>
</blockquote>
<p>Für seine Sphärentrilogie wurde Sloterdijk ja arg gescholten; seine Fähigkeit bestimmte Phänomene in Sprache zu packen ist aber oftmals unübertroffen &#8211; auch wenn ihm dies nicht kontinuierlich gut gelingt und manchmal schwächere Texte dabei herauskommen. Empfehlenswert ist beispielsweise seine Sammlung von Essays im Anschluß an Heidegger:&nbsp;</p>
<ul>
<li>Safranski, Rüdiger: <a href="http://www.welt.de/welt_print/article975284/Meister_der_froehlichen_Wissenschaft.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meister der fröhlichen Wissenschaft</a>, Die Welt, 26.6.2007</li>
<li>Sloterdijk, Peter (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518412795?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518412795">Nicht gerettet. Versuche nach Heidegger</a>. Suhrkamp</li>
<li>Sloterdijk, Peter (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518418408?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518418408">Zorn und Zeit. Politisch-psychologischer Versuch</a>. Suhrkamp&nbsp; </li>
</ul>
<p>&nbsp;<br />&nbsp; </p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»5</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Ebenso schwankend in ihrer Qualität und ebenso abhängig von der Tagesform des Autors wie die Sloterdijk&#8217;schen Werke sind die Kolumnen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Hacke" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Axel Hacke</a> in der SZ. Manchmal, aber glücklicherweise nicht zu oft, sind die Geschichten rund um Paula, Luis und Bosch doch arg bemüht und man fürchtet, daß Hacke der Stoff ausgehe. Aber meist ist es unterhaltsam und bisweilen sind höchst amüsante Schilderungen zu finden. Zuletzt erfreute mich eine Erzählung, die auf die Wirrnisse Bezug nahm, die auf allzu exotische Namensgebung zurückzuführen sind. Es soll ja Eltern geben, die ihre Sprößlinge &quot;Pepsi Carola&quot; nennen wollen oder &quot;Hagebutte&quot; &#8211; in Hackes Kolumne waren es kaum minderschwere Fälle. </p>
<p>Durch Leserzuschriften erfuhr Hacke, </p>
<blockquote>
<p>&quot;dass nämlich ein Junge aus dem Kindergarten heimgekommen sei und begeistert berichtet habe, wie gut er sich mit seinem neuen Freund verstehe. </p>
<p>»Und wie heißt der?«, wurde er gefragt.&nbsp; </p>
<p>»Püschelbär.«&nbsp; &#8211; »Püschelbär?« </p>
<p>Ich will es kurz machen, der Freund hieß Pierre-Gilbert. (&#8230;) </p>
<p>Eine schöne Geschichte schrieb mir übrigens Herr F. aus Herzogenrath. Der hat einen griechischen Arbeitskollegen, der mit Vornamen Stavros heißt und eines Tages nach Amerika reiste. Dort wurde er im Hotel nach seinem Namen gefragt. »Stavros«, sagte er, dazu noch den Nachnamen natürlich. Die Dame an der Rezeption fragte, ohne eine Miene zu verziehen, zurück: »How do you spell Starwars? Like the movie?«&nbsp; <br />&nbsp;<br />Ich meine, das kommt dabei raus, wenn es zur Gewohnheit wird, Kindern so komplizierte, ungewöhnliche Vornamen zu geben, dann halten Rezeptionisten selbst Starwars für eine Möglichkeit.&quot;  </p></blockquote>
<p>Ich persönlich halte ja &quot;Püschelbär&quot; für durchaus vorstellbar &#8211; selbst deutsche Standesbeamten scheinen ja neuerdings kaum mehr wirklich rigoros zu sein. Die ganze Kolumne ist hier nachzulesen. </p>
<ul>
<li>Hacke, Axel: <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/index.php?id=110&amp;tx_ttnews[tt_news]=3285&amp;tx_ttnews[backPid]=109&amp;tx_ttnews[catSelection]=5&amp;cHash=a12e6080ec" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Beste aus meinem Leben</a>, SZ, 2.8.2007</li>
<li>Hacke, Axel (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3888974674?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3888974674">Der weisse Neger Wumbaba kehrt zurück</a>. Zweites Handbuch des Verhörens. Kunstmann.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»6</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Abschließend der Hinweis auf ein Interview mit dem US-amerikanischen Mediziner und Sachbuchautor Jerome Groopman. Dieser schildert etliche Beispiele, wie in seiner Berufspraxis viele Fehldiagnosen zustande kamen und berichtet auch über Fälle, in denen er selbst erfahren mußte, wie Kollegen vorschnell einige Symptome zu eben der naheliegenden Diagnose verdichteten. Nur war eben diese Diagnose, wie sich später herausstellte, falsch.&nbsp;</p>
<p>Groopman führt diese Tendenz auf Schwächen im Ausbildungssystem zurück:</p>
<blockquote>
<p>Ganz gleich in welchen Land, überall gibt es einen älteren Doktor als eine Art Meister. Die angehenden Ärzte beobachten, was der tut, und dürfen manchmal mit ihm reden. Doch wie es zu Irrtümern und Trugschlüssen kommt, das ist nicht Teil der Ausbildung.</p>
</blockquote>
<p>Und er erhofft sich, daß eine Umsteuerung und veränderte Akzentsetzung in der Medizinerausbildung diese Defizite beheben könnten. Groopman hatte eine Vielzahl Interviews mit Kollegen geführt, die ihm auch bereitwillig Auskunft gaben. Seinen Recherchen und anderen Studien zufolge beläuft sich die Anzahl der Fehldiagnosen auf 15%. Abhilfe verspräche seiner Meinung nach die Berücksichtigung neuer Erkenntnisse der Kognitionsforschung:</p>
<blockquote>
<p>Die Kognitionswissenschaften jedoch haben wir bisher ignoriert. Wir Ärzte nehmen Abkürzungen beim Denken, zumal wenn wir unsicher sind und unter Zeitdruck stehen. Wären wir darin ausgebildet, wie diese kognitiven Prozesse ablaufen, könnten wir die Fehldiagnosen verringern. Aber auch Sie als Patient sollten wissen, wie Doktoren ticken. Sie müssen mit mir auf eine Art und Weise in Verbindung treten, die mich davon abhält, in eine Denkfalle zu tappen.</p>
</blockquote>
<p>Damit hat Groopman sicher Recht. Die Quote von 15% lässt sich reduzieren. Allerdings sollte man sich nicht zuviel von diesen Maßnahmen versprechen: der ärztliche Leistungsdruck, Zeit- und Ressourcenmangel und letztlich schlicht die menschliche Irrtumsunterworfenheit werden niemals eine absolut gesicherte Diagnoseerstellung zulassen. </p>
<ul>
<li>Gespräch mit Jerome Groopman: &quot;<a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,498623,00.html" rel="noopener noreferrer">Wissen, wie Doktoren ticken</a>&quot;, SpiegelOnline, 6.8.2007</li>
<li>Private <a target="_blank" href="http://www.jeromegroopman.com/" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> von Dr. Jerome Groopman</li>
<li>Jerome Groopman (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442217180?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3442217180">Hoffnung, die wirkt</a>. Wie sich Menschen angesichts schwerer Krankheit behaupten. Goldmann.&nbsp; </li>
<li>Jerome Groopman (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0618610030?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0618610030">How Doctors Think</a>. B&amp;T.</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_68" class="footnote">Und so interessanter- wie naheliegenderweise hat dies Auswirkungen auf so unterschiedliche Professionen wie <a target="_blank" href="http://www.tour-blog.de/?p=914" rel="noopener noreferrer">Musik-Open-Air-Veranstalter</a> und auch <a target="_blank" href="http://winzerblog.de/archiv/regenwetter-1110/" rel="noopener noreferrer">verschiedene</a> <a target="_blank" href="http://drinktank.blogg.de/eintrag.php?id=2029" rel="noopener noreferrer">Winzer</a>.</li><li id="footnote_1_68" class="footnote">Ich selbst bin beim <a target="_blank" href="http://philoblog.de/?p=172" rel="noopener noreferrer">Philoblog</a> über dieses Interview gestolpert. Im <a target="_blank" href="http://www.litkara.de/litblog.php?id=1103" rel="noopener noreferrer">Litblog</a> erfährt man, daß McEwan auch für den &quot;<a target="_blank" href="http://www.themanbookerprize.com/" rel="noopener noreferrer">Man Booker Prize</a>&quot; 2007 nominiert ist. Und <a target="_blank" href="http://litart.twoday.net/stories/4093799/" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a target="_blank" href="http://blog.lob.de/2007/07/25/am-strand/" rel="noopener noreferrer">hier</a> fand der Roman &quot;Am Strand&quot; trotz der <a href="http://www.pottblog.de/2007/08/07/harry-potter-und-die-heiligtuemer-des-todes-wahl-des-covers-abgeschlossen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harry</a> <a href="http://www.xsized.de/harry-potter-und-die-heiligtuemer-des-todes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Potter</a> <a href="http://paxters-bunte-welt.blog.de/2007/08/10/harry_potter_zahlen_daten_und_fakten~2787997" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hysterie</a> Erwähnung.</li><li id="footnote_2_68" class="footnote">In seinem wunderbaren Debüt &quot;Brichst du mir das Herz, brech&#8216; ich Dir die Beine&quot; sang Olli Schulz: &quot;Nimm mein Mixtape, Babe.&quot; Und in der Blogsphäre hat sich inzwischen ein neues Genre &#8211; nämlich <a href="http://www.musicampus.de/2007/08/10/karins-mixtape/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mixtapegeschichten</a> &#8211; etabliert.</li><li id="footnote_3_68" class="footnote">Dankenswerterweise haben mich die <a target="_blank" href="http://www.popnutten.de/archiv/2007/08/10/mixtape-am-morgen-mittag-bringt/" rel="noopener noreferrer">Popnutten</a> auf diese Neuerscheinung aufmerksam gemacht.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-08/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 08</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 15:19:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#34;Wann wird&#8217;s mal wieder richtig Sommer?&#34; &#8211; so fragte Rudi Carrell schon 1975 in seinem kleinen Erfolgshit und wir lernen daraus: früher war es mindestens genauso leicht wie heute, mit mittelklassigen Popsongs die Charts zu erstürmen und auch damals war die Mentalität des &#34;Früher war alles besser&#34; sehr weit verbreitet. Dabei &#8211; ich gestehe &#8211; ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="177" align="right" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" />&quot;Wann wird&#8217;s mal wieder richtig Sommer?&quot; &#8211; so fragte<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Carrell" rel="noopener noreferrer"> Rudi Carrell</a> schon 1975 in seinem kleinen Erfolgshit und wir lernen daraus: früher war es mindestens genauso leicht wie heute, mit mittelklassigen Popsongs die Charts zu erstürmen und auch damals war die Mentalität des &quot;<em>Früher war alles besser</em>&quot; sehr weit verbreitet. Dabei &#8211; ich gestehe &#8211; hatte Carrells Adaption des Goodman-Hits &quot;City of New Orleans&quot; durchaus Charme.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_0_66" id="identifier_0_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Eine wirklich h&ouml;renswerte Version dieses Klassikers hat der Podcaster Christoph Sauer aufgenommen &ndash; Wer wissen will, wie wohl Klaus Kinsik den Carrell Hit rezitiert h&auml;tte, mu&szlig; hierher klicken.">1</a> Und manchmal ertappe auch ich mich bei Erinnerungen an frühere Sommer, die jedenfalls in der Retrospektive ab Juni bis weit in den September hinein durch pausenlos blauen Himmel und Temperaturen um die 30°C zu entzücken wußten. War es nicht so? ;-) </p>
<p>Menschlich freilich, daß man in der Erinnerung so einiges verklärt. Die Sommer waren heißer, der Schnee türmte sich alljährlich zu riesigen Bergen und überhaupt war alles viel besser, schneller, intensiver.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_1_66" id="identifier_1_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und nicht einmal das Sommerloch ist mehr das, was es mal war. Die einstige medientechnische &quot;Saure-Gurken-Zeit&quot; wird, wie Lukas Heinser als Urlaubsvertretung von Stefan Niggemeier feststellt, neuerdings mit Sommerlochmetatexten gef&uuml;llt. Und in den Blogs? Sommerlochmetablogging. Irgendwie mu&szlig; man die Seiten ja f&uuml;llen&hellip;">2</a> Und heute ist alles schal? </p>
<p>Naja, Blödsinn. Wenn man aber immerhin um den täuschungsanfälligen Mechanismus der Mnemonik, also der Abspeicherung von und Wiedererinnerung an Erlebtes, weiß, so ist somit schon einiges gewonnen. Wahr ist übrigens auch, daß Rudi Carrell zwar erhebliches Nerv- und Wegschaltpotential hatte, allerdings auch seine unbestreitbaren Qualitäten aufwies. Er mag &#8211; wie häufig zu lesen war &#8211; ein akribischer Arbeiter und hartgesottener Fernsehmacher gewesen sein, der Mitarbeiter nicht selten harsch anfuhr. In den Monaten vor seinem Tod ist er mir allerdings mehrmals als sehr herzlicher und reflektierter Mensch aufgefallen. Vielen mag sein beeindruckender Auftritt in Erinnerung sein, als er im Februar 2006 mit der &quot;Goldenen Kamera&quot; für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Und Carrell &#8211; würdevoll und als Entertainer nie größer als in diesem Moment &#8211; ersparte seinem Publikum nichts: er präsentierte sich von seiner schweren Krebserkrankung gezeichnet und sorgte mit seinen sarkastisch-ironischen Seitenhieben auf Pharmaindustrie, Tod und Sterblichkeit für einen unvergeßlichen Auftritt. </p>
<p>Und drei Monate vor Carrells Tod erschien im SZ-Magazin ein Interview, das hiermit nochmals herzlich zu Re-Lektüre empfohlen sei: </p>
<ul>
<li>SZ-Magazin: &quot;<a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/,tt2m2/kultur/artikel/230/72158/" rel="noopener noreferrer">Ich habe nichts dagegen, wenn dieses Interview erst nach meinem Tod erscheint</a>&quot;, Interview mit Rudi Carrell, 17.3.2006</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Für die nächsten Tage ist ja nun durchwachsenes Mischwetter angekündigt. Gibt es sowas? &quot;Mischwetter&quot;? Den deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mischwald" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Mischwald</a> gibt es ja auch, wenngleich Forstleute und Botaniker diesen Begriff offenbar nur selten verwenden, dafür erfinden sog. Waldsoziologen so schöne Wortungetüme wie &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waldgesellschaften_Mitteleuropas" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Elsbeeren-Eichen-Hainbuchenwald</a>&quot; (lat. <em>Galio-carpinetum</em>), wo ich dann ehrlicherweise doch den Mischwald vorzöge. Ein hübscher durch verschiedene Laub- und Nadelgewächse gebildeter Mischwald bietet dem Auge einfach mehr Abwechslung als monoton-serieller Wuchs. Genauso ist es beim Wetter und insofern oute ich mich hier wiederholt als Liebhaber des Halbschattens. Zwar wünsche ich, nur in seltenen Fällen von herabstürzenden Gewittergüßen auf freiem Feld überrascht zu werden, aber tagein, tagaus dieselbe strahlende Sonne vorzufinden, die erbarmungslos alles niederbrennt, muß nun wirklich nicht sein. Da halte ich es doch mehr mit Thomas Mann, der den Reiz südlicher Gefilde durchaus zu schätzen wußte, aber dem seine Lübecker Gewöhnung an Mentalität der Leute und Launen des Wetters doch zeitlebens anzumerken blieb. </p>
<p>Und beschrieb es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Mann" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Thomas Mann</a> nicht vollkommen unübertreffbar in seinem kleinen Lehrstück &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_und_der_Zauberer" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Mario und der Zauberer</a>&quot;? Dort schildert Mann die Begebenheiten eines Sommerurlaubs in Torre, einem Badeort am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrrhenisches_Meer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tyrrhenischen Meer</a> und er dokumentiert detailgenau die Strandszenerie:&quot;(&#8230;) es wimmelt von zeterndem, zankendem, jauchzendem Badevolk, dem eine wie toll herabbrennende Sonne die Haut von den Nacken schält (&#8230;)&quot;, um schließlich festzustellen: </p>
<blockquote><p>Die Hitze war unmäßig, soll ich das anführen? Sie war afrikanisch: die Schreckensherrschaft der Sonne, sobald man sich vom Saum der indigoblauen Frische löste, von einer Unerbittlichkeit, die die wenigen Schritte vom Strande zum Mittagstisch, selbst im bloßen Pyjama, zu einem im voraus beseufzten Unternehmen machten. Mögen Sie das? Mögen Sie es wochenlang? Gewiß, es ist der Süden, es ist klassisches Wetter, das Klima erblühender Menschheitskultur, die Sonne Homers und so weiter. </p>
<p>Aber nach einer Weile, ich kann mir nicht helfen, werde ich leicht dahin gebracht, es stumpfsinnig zu finden. Die glühende Leere des Himmels Tag für Tag fällt mir bald zur Last, die Grellheit der Farben, die ungeheure Naivität und Ungebrochenheit des Lichts erregt wohl festliche Gefühle, sie gewährt Sorglosigkeit und sichere Unabhängigkeit von Wetterlaunen und -rückschlägen; aber ohne daß man sich anfangs Rechenschaft davon gäbe, läßt sie tiefere, uneinfachere Bedürfnisse der nordischen Seele auf verödende Weise unbefriedigt und flößt auf die Dauer etwas wie Verachtung ein.</p></blockquote>
<p>Diese Erzählung sei ebenfalls zur Sommerlektüre empfohlen, alternativ sind natürlich auch andere kleine Fingerübungen von Thomas Mann immer dazu geeignet, einen Nachmittag im Liegestuhl aufzuwerten. Und als Hörbuch wird &quot;Mario und der Zauberer&quot; übrigens äußerst ansprechend von Will Quadflieg gelesen. </p>
<ul>
<li>Mann, Thomas:&nbsp; <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596293200?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3596293200">Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis.</a> Fischer-Tb.</li>
<li>Will Quadflieg liest: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000024MGO?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000024MGO">Thomas Mann &#8211; Mario und der Zauberer</a> (ungekürzt)&nbsp;</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font> </font>Weg von der schönen Literatur, hin zur spröden Volkswirtschaftslehre und den verschiedenen Modellen des menschlichen Verhaltens. Es ist ja so &#8211; gleichviel, ob man sich als akademischer Psychologe oder zu Hause am Küchentisch mit den Spielarten menschlicher Verhaltensweisen beschäftigt &#8211; , daß man dabei stets implizite Grundannahmen darüber hat, nach welchen Präferenzen Individuen ihre Handlungen ausrichten. In den seltensten Fällen wird man hier bloße Zufälligkeit konstatieren wollen, sondern beurteilt beobachtbares Verhalten gemäß bestimmten Kriterien: war Verhalten X rational gemäß den Präferenzen A, B und C?</p>
<p>Und falls wir Widersprüche feststellen, so wird versucht, diese zu erklären oder zumindest zu verstehen. Wer irrational handelt, hatte zumindest eine schwere Kindheit und ist somit aus dem Schneider?</p>
<p>Einer der wirkmächtigsten Ansätze ist das Modell des &quot;Homo Oeconomicus&quot;, womit sich die gestrige FAZ in einem interessanten Artikel beschäftigt:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_2_66" id="identifier_2_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gefunden habe ich diesen Text &uuml;ber den Blog von Ragnar. Danke.">3</a></p>
<blockquote>
<p>&quot;Die Welt der Ökonomen war lange beherrscht vom Modell des Homo oeconomicus. Dieser handelt strikt rational und eigennützig, um seinen individuellen Nutzen zu maximieren. Den Terminus Homo oeconomicus hat der Soziologe Vilfredo Pareto vor gut 100 Jahren eingeführt. (&#8230;) In den meisten Analysen von Wettbewerbssituationen lieferte dieses Modell auch sehr brauchbare Ergebnisse. In manchen Situationen aber erwiesen sich die Vorhersagen als falsch.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Es ist zwar nicht mein Fachgebiet und die soziologischen und psychologischen Vorlesungen zu dieser Thematik liegen schon einige Jahre zurück, aber ich bin dennoch erfreut, daß offenbar der Münchner Professor Klaus Schmidt die Schwachpunkte des Modells benennt. Denn Kooperation kann innerhalb des &quot;Homo Oeconomicus&quot; immer nur über den Umweg einer Zusatzannahme bzw. die Rational-Choice-Theorie erklärt werden. Denn erst, wenn die jeweiligen Akteure sich bewußt sind, daß sie in einem zukünftigen Tausch- und Kooperationsakt eventuell selbst vom Entgegenkommen profitieren könnten, wird Kooperation denkbar. Aber Emotionen oder eine Verhaltensweise, die durch Altruismus motiviert ist, kann schlicht nicht integriert werden.</p>
<p>Fairness und kollektive Zusammenarbeit ohne direkt auf eigene Vorteile bedacht zu sein, sind aber weiter verbreitet, als die Theorie wahrhaben will. Und Schmidt und seine Kollegen versuchen, diese Defizite der gängigen Ansätze zu korrigieren. </p>
<blockquote><p>„Unsere einfache Annahme ist, dass viele Menschen eine Ungleichheitsaversion haben.“ (&#8230;) „Offenbar gibt es eine tiefe kulturelle Verankerung der Gleichheits-Präferenzen“, sagt Schmidt, „zugleich hängt aber die Kultur sehr stark von den ökonomischen Bedingungen ab.“</p></blockquote>
<p>Schmidt gesteht zwar zu, daß das Homo-Oeconomicus-Modell eine hohe Erklärungskraft habe, aber dennoch nicht unkritisch angewandt werden dürfe. Der gesamte Artikel ist freilich sehr lesenswert.</p>
<ul>
<li>Plickert, Philip: <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc%7EE9D43A2EB5D2D4720910594A9F93FFED1%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" rel="noopener noreferrer">Die kollektivistische Ader in uns</a>, FAZ, 7. August 2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Zurück zu den Künsten und zur aktuellen Popmusik: Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, daß sich v.a. in den beiden kanadischen Zentren Montreal und Toronto seit einigen Jahren eine aktive und produktive musikalische Szene etabliert hat. Letztes Jahr hatte sich etwa David Bowie als Fan der kanadischen Neo-Folk-Rock-Band &quot;Arcade Fire&quot; geoutet und für das München-Konzert des phantastischen Klangkollektivs liegt meine Karte auch schon abholbereit beim Ticketdealer. </p>
<p>Aber &quot;Arcade Fire&quot; sind nur die aktuell populärsten Vertreter einer ganzen Palette an Bands, die allesamt eine eigenständige Art von Popmusik pflegen. Hier sind die &quot;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hidden_Cameras" rel="noopener noreferrer">Hidden Cameras</a>&quot; genauso zu nennen, wie &quot;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Dears" rel="noopener noreferrer">The Dears</a>&quot; oder &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Broken_Social_Scene" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Broken Social Scene</a>&quot;. Und diese oftmals miteinander befreundeten und kooperierenden Bands und Künstler sind nun Gegenstand einer zehnteiligen Serie in Benedikts Poplog. Man darf gespannt sein, ob etwa die Solokünstlerin <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leslie_Feist" rel="noopener noreferrer">Leslie Feist</a> (die vor gut 2 Jahren mit dem herrlichen Album &quot;Let it die&quot; verzückte) oder Owen Pallett aka. <em>Final Fantasy</em> in den Top Ten auftauchen. </p>
<p><em>Linktipps:</em></p>
<ul>
<li>Poplog: Serie zur kanadischen Pop- und Rockszene, hier: <a href="http://www.eigenarbeit.org/pop/popjahr2007/08/07/kanadaserie-platz-10-the-most-serene-republic/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platz 10 &#8211; &quot;The Most Serene Republik&quot;</a> </li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/09/final-fantasy-die-klangzaubereien-des-owen-pallett/">Final Fantasy » Die Klangzaubereien des Owen Pallett</a>, 9. August 2007</li>
</ul>
<p><em>Plattentipps:</em></p>
<ul>
<li>Feist (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0008KLVW8?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B0008KLVW8">Let it die</a>.</li>
<li>Final Fantasy (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000F3AIBS?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000F3AIBS">He Poos Clouds</a>. Tomlab.</li>
<li>Final Fantasy (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0009NEYJ6?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B0009NEYJ6">Has a good home</a>. Tomlab. </li>
<li>Arcade Fire (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000N39I4S?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000N39I4S">Neon Bible</a>.</li>
<li>Arcade Fire (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0006ZRX86?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B0006ZRX86">Funeral</a>.</li>
<li>The Hidden Cameras (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000GHEAQM?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000GHEAQM">Awoo</a>.</li>
<li>The Hidden Cameras (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000285KTQ?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000285KTQ">Mississauga Goddam</a>.</li>
<li>Patrick Wolf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000NJVX5O?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000NJVX5O">The Magic Position</a>.</li>
</ul>
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</p>
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<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">4.</font> </font>Mit einer anderen <a href="http://www.spreeblick.com/2007/08/09/sommerlekture/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Top-Ten-Liste</a> bereichert der Spreeblick das aktuelle Hitlistensammelsurium. Für all diejenigen, die mit ihrer Sommerlektüre bereits durch sind oder noch einer Anregung bedürfen, werden zehn handverlesene Empfehlungen geboten. Eine kurze pointierte Würdigung, dann noch ein augenzwinkernder Tipp, welches Reiseziel besonders geeignet scheint, rundet den Artikel ab. Auf Platz 1 &#8211; wobei diese Rangfolge wohl keine Wertung darstellt &#8211; befindet sich Thomas Bernhards &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518396889?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518396889">Holzfällen</a>&quot; &#8211; Reiseempfehlung: Kleinstädte, Österreich. Inhalt/Bewertung:</p>
<blockquote>
<p>Wie der fluchen kann, dachte ich in meinem Ohrensessel. Wie der fluchen kann! Und er flucht über alles: Über die Verlogenheit der Wiener „Kunstszene“, über den Burgschauspieler, über Künstler an sich, über Österreich. Über sich selbst.&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Auf den anderen Plätzen tummeln sich u.a. Simone de Beauvoir mit &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499107619?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3499107619">Die Mandarins von Paris</a>&quot; oder Gabriel Garcia Marquez mit &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596162513?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3596162513">Die Liebe in Zeiten der Cholera</a>&quot;.<br />&nbsp;</p>
<p>&nbsp; </p>
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<p><font size="5" color="#888888">»5</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Nun aber nochmal zurück in die Wissenswerkstatt respektive in die heiligen Hallen der universitären Wissenschaft. Bereits zweimal hatte ich mich an dieser Stelle mit wissenschaftlichen Plagiaten beschäftigt. Der Reiz, die eigene wissenschaftliche Arbeit durch die Übernahme von fremden Gedanken aufzuwerten, scheint aber ungebrochen. Dabei sind es nicht nur studentische Haus- oder Abschlußarbeiten, die vornehmlich dadurch auffallen, daß z.T. über viele Seiten wörtliche Zitate aus anderer, aber nicht erwähnter Quelle abgedruckt sind.</p>
<p> Der Fall des Berliner Juraprofessors Hans-Peter Schwintowski, der es auch in seinen Standardwerken mit dem Verweis auf die eigentlichen Urheber nicht so genau nahm, wurde <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/12/ach-wie-gut-dass-niemand-weiss-wie-sich-der-jurist-hans-peter-schwintowski-als-totengraeber-akademischer-konventionen-betaetigt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">detailliert</a> dargestellt. Nun rekonstruiert SpiegelOnline einen weiteren erstaunlichen Fall: der Ökonom Hans-Werner Gottinger steht in der Kritik, weil er in mehreren Fällen in Fachartikeln in dreister Weise plagiiert hat. Der erste nun beanstandete Artikel datiert aus dem Jahr 1993 und bestand über große Strecken lediglich im Copy&amp;Paste eines Artikels des Wissenschaftlers Frank Bass aus dem Jahr 1980.</p>
<p>Aber es kommt noch toller: als der Schwindel aufflog, versuchten die Herausgeber der internationalen Fachjournale den Wissenschaftler Hans-Werner Gottinger zu kontaktieren. Natürlich wollten sie eine Stellungnahme und eine Erklärung &#8211; allerdings stellte sich heraus, daß er bei den Forschungsinstituten oder Universitäten in Maastricht oder Osaka, die er als Referenzadresse angegeben hatte, nie beschäftigt war. Mehr als erstaunlich, wenn man bedenkt, daß Gottinger, der heute 63 Jahre alt ist, immerhin vorübergehend eine durchaus ansehnliche Karriere machte &#8211; 1988 wurde er sogar Direktor eines Fraunhofer-Instituts für &quot;Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen&quot;. Hier darf man also auch gespannt sein, ob die Ermittlungen weitere Verfehlungen des Forschers zutage fördern.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_3_66" id="identifier_3_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In der Blogsph&auml;re widmet sich bislang nur die Dreckschleuder diesem Fall.">4</a></p>
<ul>
<li>Schmitt, Stefan: <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,498943,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutscher Forscher fliegt nach 14 Jahren mit Plagiat auf</a>, Spiegel Online, 9.8.2007</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/12/ach-wie-gut-dass-niemand-weiss-wie-sich-der-jurist-hans-peter-schwintowski-als-totengraeber-akademischer-konventionen-betaetigt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ach, wie gut, daß niemand weiß…</a> » Wie sich der Jurist Hans-Peter Schwintowski als Totengräber akademischer Konventionen betätigt, 12.5.2007</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/26/spurensuche-ueber-die-verlockungen-des-internets-und-die-unvermeidlichkeit-von-plagiaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spurensuche</a> » Über die Verlockungen des Internets und die Unvermeidlichkeit von Plagiaten, 26.4. 2007</li>
</ul>
<p></p>
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</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»6</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Vollkommen redlich und ohne sich mit fremden Federn zu schmücken, geht die Arbeit in der Wissenswerkstatt vor sich. Aufmerksame Leser wissen, daß die Werkstatt von einem Sozialwissenschaftler betrieben wird, dessen Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Technik- und Wissenschaftssoziologie liegen. In den Jahren 2005 und 2006 habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Kollegen des &quot;Süddt. Instituts für empirische Sozialforschung (<a target="_blank" href="http://www.sine-institut.de/" rel="noopener noreferrer">sine</a>)&quot; eine Studie im Auftrag der EU-Kommission erarbeitet, deren Gegenstand die Praktiken der Risikokommunikation in verschiedenen EU-Ländern waren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_4_66" id="identifier_4_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Genau handelte es sich um die Studie &quot;STARC &ndash; Stakeholders in Risk Communication&quot; &ndash; weitere Infos dazu finden sich auf dieser Website. Einige Ergebnisse habe ich auch in meinen Artikeln zur Risikokommunikation anl&auml;&szlig;lich der Vattenfall-Pannenserie verarbeitet. Zugriff durch das Suchfeld oder die Tagwolke.">5</a> Leider sind freilich die Stellen im Feld der Umwelt- und Techniksoziologie sehr rar gesät. Um nicht weiter darauf zu warten, daß sich irgendein glücklicher Zufall ereignet und das Angebot einer 1/2-Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität oder einem Forschungsinstitut ins Haus flattert, bin ich gerade dabei, selbst den Antrag auf ein Forschungsprojekt zu erarbeiten.</p>
<p>Insider kennen vermutlich den Förderschwerpunkt &quot;Sozial-ökologische Forschung&quot; des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hier wurden in den letzten Jahren bereits einige spannende Projekte unterstützt. Nun gibt es ganz aktuell eine <a target="_blank" href="http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/1076.php" rel="noopener noreferrer">Ausschreibung</a> zur &quot;Förderung interdisziplinär arbeitender Nachwuchsgruppen&quot; in diesem Gebiet. Frist zur Abgabe der Antragsskizzen ist der 30. September 2007 und ich bin gerade dabei, eine mögliche Fragestellung zu präzisieren und v.a. noch einen Mitstreiter bzw. gerne eine Mitstreiterin zu suchen.</p>
<p> Zunächst geht es eben darum, bis in 6-7 Wochen einen kurzen, tragfähigen Förderantrag für eine sog. Nachwuchsgruppe zu stellen. Wenn dieser bewilligt wird, geht das Projekt in eine ca. einjährige Vorphase, in der dann ein detailliertes Projektkonzept erarbeitet werden soll, das in den folgenden 4 Jahren Arbeitsgrundlage ist. Also: zuerst Antrag auf Förderung in der Vorphase (ca. 1 Jahr), danach Hoffnung auf Förderung in der Hauptphase (max. 4 Jahre). In der Vorphase können natürlich nur geringe Sach- und Personalausgaben veranschlagt werden, mehr als 1-2 Personen dürften hier nicht zu finanzieren sein. In der Hauptphase sind aber eine Position des sog. &quot;Nachwuchsgruppenleiters&quot;, dazu zwei Doktorandenstellen (natürlich teilbar in 2&#215;2 halbe Stellen) und auch eine Postdoc-Stelle zu besetzen. Insgesamt sehr attraktiv.</p>
<p>Inhaltlich ist folgender Rahmen bzw. Projektkontext vorgegeben:</p>
<blockquote>
<p>Um eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung zu erreichen, bei der die gegenwärtige Generation nicht auf Kosten künftiger Generationen handelt, ist ein <strong>neuer Typ von Problemlösungen</strong> erforderlich. Es müssen Ziele miteinander in Einklang gebracht werden, die bislang vor allem in Konkurrenz zueinander gesehen wurden: der <strong>ökologisch tragfähige Umgang mit natürlichen Ressourcen</strong>, die Sicherung von sozialer Gerechtigkeit, Lebensqualität und Sozialkapital, sowie der Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auch im weltweiten Wettbewerb. Gerade<strong> die Wechselwirkungen und unbeabsichtigten Folgewirkungen</strong> von ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklungen sind dabei zu beachten. Sozial-ökologische Forschung verfolgt das übergreifende Ziel, <strong>Verständnis für gesellschaftliche Transformationsprozesse</strong> zu entwickeln und aufzuzeigen, an welcher Stelle und mit welchen Instrumenten Einfluss genommen werden kann, um die Entwicklung in eine nachhaltige Richtung zu steuern.</p>
</blockquote>
<p>Es geht also um Nachhaltigkeit und wie dieses Ziel unter veränderten gesellschaftlichen Randbedingungen verfolgt werden kann bzw. welche Schwierigkeiten hierbei vorhanden sind. Ich habe im oben angeführten Absatz diejenigen Schlagworte fett markiert, die für diejenige übergreifende Fragestellung relevant sind, wie sie mir vorschwebt. Ich selbst arbeite ja an einer Doktorarbeit,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_5_66" id="identifier_5_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="N&auml;here Informationen dazu bzw. das Expos&eacute; zu meiner Doktorarbeit findet sich hier.">6</a> die sich im Kern damit beschäftigt, wie sich Unsicherheiten und die Möglichkeit des Irrtums in der alltäglichen Forschungspraxis<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_6_66" id="identifier_6_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diese Forschungspraxis soll am Beispiel der Humangenomforschung untersucht werden.">7</a> niederschlagen und wie man &#8211; im Bewußtsein, daß das gegenwärtige Handeln in der Zukunft irreparable Schäden hervorrufen kann &#8211; dennoch gesellschaftliche Entscheidungen trifft und legitimiert. Nicht zuletzt geht es auch um die Beantwortung der Frage, ob sich Gesellschaft (und ihre Subsysteme) nach der Konfrontation mit ihren Grenzen (Stichwort: ökologisch-technische Risiken) als lernfähig erweisen.</p>
<p>Hier könnte ich mir vorstellen, daß man mit einer spannenden Fragestellung ansetzen könnte: wie also sehen &quot;Lernszenarien innerhalb einer Risiko- oder Nebenfolgengesellschaft&quot; aus? Oder anders formuliert: &quot;Leugnung oder Integration? Wie verhält sich die moderne Industriegesellschaft im Umgang mit selbsterzeugten Risiken?&quot; Egal, wie man das konkret ausbuchstabiert: es soll darum gehen, an verschiedenen Beispielen oder Problemfeldern nachzuverfolgen, ob und wie sich bestimmte Entscheidungsprozesse oder grundsätzlicher: &quot;Arten der Problembearbeitung&quot; verändern, wenn sich die jeweiligen Akteure bewußt sein müssen, daß sie unter der Grundbedingung unsicheren Wissens agieren. Ob also &#8211; das die mögliche Akzentsetzung &#8211; so etwas wie Lerneffekte zu konstatieren sind und wie diese aussehen. Diesen Fragen könnte und sollte empirisch und gerne auch theoretisch nachgespürt werden.  </p>
<p>Weswegen ich diesen Beitrag hier einstelle: der Antragsteller für dieses Nachwuchsforschungsprojekt <em>soll </em>in der Regel promoviert, darf aber nicht älter als 35 Jahre sein. Prinzipiell könnte ich es also auch selbst beantragen, rechne mir (bzw. uns) aber höhere Chancen aus, wenn ein im Idealfall promovierter Partner mit im Boot wäre. Wer hat zu den oben skizzierten Fragen bereits gearbeitet und könnte sich ein Engagement in diesem Bereich vorstellen? Aufgerufen sind natürlich Soziologen, Politologen, Psychologen, aber genauso Historiker oder eventuell Vertreter aus den Naturwissenschaften. Schließlich soll ja einer der Schwerpunkte des Projekts in der Interdisziplinarität liegen. </p>
<p>Die Details sind auf der Website des BMBF abrufbar oder auch als PDF. Ich selbst habe bereits weiterführende Ideen vorliegen, auch was die gewünschte Anbindung an Forschungsinstitute und/oder Universitäten angeht. Dies alles im Münchner Bereich. Alle, die selbst zu den genannten Fragen arbeiten oder die potentielle Interessenten kennen, sind hiermit aufgerufen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. :-) </p>
<ul>
<li>Bekanntmachung des BMBF zur <a target="_blank" href="http://www.bmbf.de/foerderungen/10308.php" rel="noopener noreferrer">Förderung von Nachwuchsforschungsgruppen</a> auf dem Gebiet der sozial-ökologischen Forschung (<a href="http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/Bekanntmachung_Nachwuchs.pdf">hier</a> als PDF)</li>
</ul>
<p></p>
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<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_66" class="footnote">Eine wirklich hörenswerte Version dieses Klassikers hat der Podcaster Christoph Sauer aufgenommen &#8211; Wer wissen will, wie wohl Klaus Kinsik den Carrell Hit rezitiert hätte, muß <a target="_blank" href="http://www.podsitter.com/wordpress/?p=183" rel="noopener noreferrer">hierher</a> klicken.</li><li id="footnote_1_66" class="footnote">Und nicht einmal das Sommerloch ist mehr das, was es mal war. Die einstige medientechnische &quot;Saure-Gurken-Zeit&quot; wird, wie Lukas Heinser als Urlaubsvertretung von Stefan Niggemeier <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/fixing-a-hole/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">feststellt</a>, neuerdings mit Sommerlochmetatexten gefüllt. Und in den Blogs? Sommerlochmetablogging. Irgendwie muß man die Seiten ja füllen&#8230;</li><li id="footnote_2_66" class="footnote">Gefunden habe ich diesen Text über den <a target="_blank" href="http://soziologische-aufmerksamkeit.blogspot.com/2007/08/homo-oeconomicus-veraltet.html" rel="noopener noreferrer">Blog von Ragnar</a>. Danke.</li><li id="footnote_3_66" class="footnote">In der Blogsphäre widmet sich bislang nur die <a href="http://4topas.wordpress.com/2007/08/09/copy-and-paste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dreckschleuder</a> diesem Fall.</li><li id="footnote_4_66" class="footnote">Genau handelte es sich um die Studie &quot;<a target="_blank" href="http://starc.jrc.it/index.html" rel="noopener noreferrer">STARC</a> &#8211; Stakeholders in Risk Communication&quot; &#8211; weitere Infos dazu finden sich auf dieser <a href="http://www.sine-institut.de/referenzen/projekt_starc.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a>. Einige Ergebnisse habe ich auch in meinen Artikeln zur Risikokommunikation anläßlich der Vattenfall-Pannenserie verarbeitet. Zugriff durch das Suchfeld oder die <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/tag/Risikokommunikation/" rel="noopener noreferrer">Tagwolke</a>.</li><li id="footnote_5_66" class="footnote">Nähere Informationen dazu bzw. das Exposé zu meiner Doktorarbeit findet sich <a target="_blank" href="http://www.scheloske.net/Promotion_1a.htm" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_6_66" class="footnote">Diese Forschungspraxis soll am Beispiel der Humangenomforschung untersucht werden.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 11:15:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=2336</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Sozial- und Geisteswissenschaften unterscheiden sich ja in mehrfacher Hinsicht von den Naturwissenschaften. Dies u.a. durch den Umstand, daß die wissenschaftliche Arbeit in den Humanities durch eine starke Bezogenheit auf vorbildliche Meisterdenker, Denkschulen und Theorien geprägt ist, wohingegen in den Naturwissenschaften eine andere Arbeitslogik und Zyklen dominieren, die für Klassiker kaum Platz lassen. Befinden sich ... <a title="Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/" aria-label="Mehr Informationen über Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/">Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-2343" style="border: 0pt none;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecher_180.jpg" alt="Klassiker-Bücherstapel" width="180" height="170" /><strong>Die Sozial- und Geisteswissenschaften unterscheiden sich ja in mehrfacher Hinsicht von den Naturwissenschaften. Dies u.a. durch den Umstand, daß die wissenschaftliche Arbeit in den Humanities durch eine starke Bezogenheit auf vorbildliche Meisterdenker, Denkschulen und Theorien geprägt ist, wohingegen in den Naturwissenschaften eine andere Arbeitslogik und Zyklen dominieren, die für Klassiker kaum Platz lassen. Befinden sich also die Sozialwissenschaften in der Krise, wenn &#8211; wie es den Anschein hat &#8211; die weit ausstrahlenden und möglicherweise neue Perspektiven eröffnenden Werke fehlen?</strong></p>
<p><span class="initial">I</span>n den Sozialwissenschaften gibt es nach wie vor die Orientierung an „großen Erzählungen“: Auf welche (theoretischen) Positionen beziehe ich mich? Mit welcher Methodik rücke ich meinem Untersuchungsgegenstand zu Leibe? Arbeite ich quantitativ oder qualitativ? Und welche Fragestellung (vor welchem Kontext) interessiert mich überhaupt? Das sind einige der Fragen, deren Beantwortung immer auch davon abhängt, an welcher Stelle im Bücherschrank z.B. die Werke von <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu">Pierre Bourdieu</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas">Jürgen Habermas</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault">Michel Foucault</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niklas_Luhmann">Niklas Luhmann</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Sennett">Richard Sennett</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Beck">Ulrich Beck</a> oder <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erving_Goffman">Erving Goffmann</a> einsortiert sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/#footnote_0_2336" id="identifier_0_2336" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und wenn die Arbeiten von einem der vorgenannten Klassiker fehlen, dann beeinflu&szlig;t das die Arbeit nat&uuml;rlich ebenso.">1</a></p>
<p>Kurz: in Soziologie, Psychologie oder den Geschichtswissenschaften prägen die Klassiker des jeweiligen Fachs die aktuelle Forschung. Dabei fällt auf, daß solchermaßen wirkmächtige Arbeiten vornehmlich aus den 1960er, 1970er, teilweise noch aus den 1980er Jahren stammen. In den vergangenen zwanzig Jahren scheint die Klassikerproduktion jedoch etwas in die Krise geraten zu sein.<br />
<span class="pullquote">Woran liegt es, daß anscheinend immer weniger fachwissenschaftliche Klassiker &#8222;produziert&#8220; werden?</span><br />
<span class="zwischenueberschrift">Fehlt uns etwas, wenn uns (wissenschaftliche) Klassiker und Bezugsgrößen fehlen?</span></p>
<p>Ist das der immer weiter fortschreitenden Ausdifferenzierung der praktischen Forschungsarbeit (sowohl inhaltlich, als auch methodisch) geschuldet? Oder ist schlicht die Zeit der „großen Erzählungen“ vorbei? Oder sind es die veränderten Rezeptions- und Arbeitsbedingungen in der (Sozial-)Wissenschaft, die es unwahrscheinlich oder vielleicht ganz unmöglich machen, daß potentiell prägende, weithin ausstrahlende Arbeiten ihre Wirkung entfalten? Werden also auch heute im Jahr 2012 vergleichbare „Klassiker“ produziert, die allein nicht „identifiziert“ werden? (Verhindert durch die akademische Kurzatmigkeit, atemlos japsend zwischen Antragstellungen, Begutachtungen, Ergebnispräsentationen, universitärer Selbstverwaltung, Kommissionskürlauf, Tagungssmalltalk, Publikationsdruck etc.)</p>
<p>Ebenso möglich ist freilich, daß schlicht die Qualität der Texte (und der darin formulierten Gedanken) nicht mehr hinreicht. Wer will sich schon mit der Behauptung lächerlich machen, seine neueste Arbeit markiere eine Wegmarke (oder gar ein neues Paradigma?) nicht nur für das eigene Fach, sondern auch darüberhinaus?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/#footnote_1_2336" id="identifier_1_2336" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vorhersehbar l&auml;cherlich wird so ein Statement, wenn es sich beim fraglichen &bdquo;Werk&ldquo; um die eiligst zusammengeschriebenen Ergebnisse einer drittmittelfinanzierten Studie mit einer Laufzeit von 2-3 Jahren handelt. Und was gibt es sonst noch anderes?">2</a></p>
<figure id="attachment_2341" aria-describedby="caption-attachment-2341" style="width: 570px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-2341"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecherregal580.jpg" alt="Unentbehrlich?: Ein Bücherregal voller Klassiker" width="580" height="146" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecherregal580.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecherregal580-400x101.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /><figcaption id="caption-attachment-2341" class="wp-caption-text">Inzwischen entbehrlich?: Ein Bücherregal voller Klassiker</figcaption></figure>
<p><span class="zwischenueberschrift">Falsche oder angemessene Bescheidenheit?</span></p>
<p><span class="initial">O</span>der ist das augenscheinliche Ausbleiben der großen, prägenden Werke, die das Zeug zum Fachklassiker hätten, die Folge der fortschreitenden Konkretisierung und Ausdifferenzierung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit? Denn je spezialisierter Forschung agiert (und das ist unbestreitbar auch in den Sozialwissenschaften der Fall), desto überschaubarer ist die Zahl der Personen, die wirklich „mitreden“ können. Und desto unwahrscheinlicher ist es, daß die Ergebnisse solcher Forschung zunächst gelesen und danach überhaupt über den engen Kreis weniger Dutzend Peers hinaus rezipiert werden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/#footnote_2_2336" id="identifier_2_2336" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieser Umstand hat mit der Zersplitterung der fachlichen Diskursr&auml;ume zu tun. Postmoderne eben, egal ob man den Begriff mag oder nicht.">3</a></p>
<p>Zu diesem Thema – dem Ausbleiben neuer „Klassiker“ in den Sozial- und Geisteswissenschaften – hat sich vor einigen Wochen Jürgen Kaube in der FAZ sehr, sehr lesenswerte Gedanken gemacht. Er kommt zum Schluß, daß man</p>
<blockquote><p>„vom allmählichen Ende einer Epoche sprechen [könnte], in der noch vorstellbar war, dass Denken zu Ruhm führt.“</p></blockquote>
<p>Die Frage freilich ist: Fehlt uns, fehlt den betroffenen Disziplinen etwas, wenn die erwähnten Klassiker (also mögliche Bezugs- und Orientierungsmarken) fehlen? Ist das Phänomen (wenn die Beobachtung zutrifft) Ursache oder Folge der Zersplitterung der fachwissenschaftlichen Diskurse?</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="werkstattlinks"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Kaube, Jürgen (2012): <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/ueber-das-wissenschaftliche-sachbuch-denken-zwischen-muelltrennung-und-notaufnahme-11675841.html">Denken zwischen Mülltrennung und Notaufnahme</a>, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.3.2012</li>
</ul>
</div>
<p><small>Bildquelle: stock.xchng; Bücherregal &#8211; User: EmZed; Bücherstapel &#8211; User: verdrie</small></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2336" class="footnote">Und wenn die Arbeiten von einem der vorgenannten Klassiker fehlen, dann beeinflußt das die Arbeit natürlich ebenso.</li><li id="footnote_1_2336" class="footnote">Vorhersehbar lächerlich wird so ein Statement, wenn es sich beim fraglichen „Werk“ um die eiligst zusammengeschriebenen Ergebnisse einer drittmittelfinanzierten Studie mit einer Laufzeit von 2-3 Jahren handelt. Und was gibt es sonst noch anderes?</li><li id="footnote_2_2336" class="footnote">Dieser Umstand hat mit der Zersplitterung der fachlichen Diskursräume zu tun. Postmoderne eben, egal ob man den Begriff mag oder nicht.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/">Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 » Das Soziotop. Die Kritik. Die Autoren. Wir werden siegen.</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 14:06:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/19/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Habe ich schon verraten, daß ich große Sympathien für den alljährlichen &#34;Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb&#34; hege? Ja, genau dieses sagenumwobene, belächelte, gefürchtete und letztlich immer noch renommierte Schaulaufen bzw. eher Schaulesen deutschsprachiger Autoren an den Gestaden des Wörthersees. Ach, ich gestehe: ich war noch nie dort, aber ich stelle es mir wunderbar vor. Die Junisonne brennt noch nicht ... <a title="Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 » Das Soziotop. Die Kritik. Die Autoren. Wir werden siegen." class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/" aria-label="Mehr Informationen über Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 » Das Soziotop. Die Kritik. Die Autoren. Wir werden siegen.">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/">Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 » Das Soziotop. Die Kritik. Die Autoren. Wir werden siegen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<strong>Habe ich schon verraten, daß ich große Sympathien für den alljährlichen &quot;Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb&quot; hege? Ja, genau dieses sagenumwobene, belächelte, gefürchtete und letztlich immer noch renommierte Schaulaufen bzw. eher Schaulesen deutschsprachiger Autoren an den Gestaden des Wörthersees. </strong></p>
<p><strong>Ach, ich gestehe: ich war noch nie dort, aber ich stelle es mir wunderbar vor.<br />
Die Junisonne brennt noch nicht so erbarmungslos heiß, wie sie es einige Wochen später tun wird. Der See glitzert und wirft sanft-plätschernde Wellen an die Ufer. Diese Hintergrundmusik wird komplettiert vom aufgeregten Raunen des bibliophilen Publikums, das die Lesung des jeweiligen Autors diskutiert. Es ist ein Idyll.<br /></strong></p>
<p>Im Schatten von sanft sich im Wind wiegenden Baumriesen lässt es sich bestimmt vortrefflich über die Texte, Literatur im allgemeinen und sicher auch über Weltpolitik und die großen Fragen des Seins diskutieren. Ich muß also unbedingt mal nach Klagenfurt. Wenn nicht dieses, so doch spätestens nächstes Jahr. Denn was zu sehen und zu erleben ist dort immer. Ich erinnere mich noch an die Wettbewerbe von vor 10 Jahren als der wunderbare <a href="http://www.exil-archiv.de/html/biografien/demetz.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Demetz</a> der Jury vorsaß. </p>
<h4 class="pullquote_left">Alle Jahre wieder: Wettlesen in Klagenfurt. Wann trifft man sonst so viele eitle, selbstgefällige Herrschaften? <br /></h4>
<p> Und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iris_Radisch" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Iris Radisch</a> war damals auch schon dabei und bereicherte das Expertengremium um einige extravagante Farbtupfer. Ich fand die Radisch ja damals immer etwas vorlaut und wahrscheinlich ist sie es heute noch. Heute freilich darf sie das. Literaturchefin der Zeit. Respekt. Und Juryvorsitzende ist sie inzwischen auch. Eigentlich kommt es in Klagenfurt und beim Wettlesen um den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ingeborg-Bachmann-Preis" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Bachmann-Preis</a> ja weniger auf die Autoren als auf die Jury an. Wann trifft man schon so viele eitle, selbstgefällige Herrschaften, die in jeder Diskussionsrunde aufs Neue ihre Belesenheit und kritische Kompetenz unter Beweis stellen müssen? </p>
<p>Es ist herrlich: die Autoren sind ja allesamt von einzelnen Jurymitgliedern vorgeschlagen bzw. &quot;eingeladen&quot; worden, wie die offizielle Sprachregelung ist. So sind die Juroren also alle auf ihre Weise &quot;Paten&quot; einzelner Wettbewerbsteilnehmer und wehe, der Text eines ihrer Kandidaten erweist sich als dröge. Das mitleidige Lächeln der anderen Jurymitglieder, deren beißender Spott und vernichtende Kritik an die Adresse des Autors, auf den man ja offenbar selbst große Stücke hält und der nun vor großer Kulisse so jämmerlich versagt. Sogar als Beobachter der Szenerie möchte man im Boden versinken. Mitsamt Autor, mitsamt seinem bedauernswerten Paten. Klagenfurt ist immer eine Probe aufs Exempel der Empathiefähigkeit der Zuseher. Und die Begrifflichkeit &quot;mitleiden&quot; ist hier wörtlich zu verstehen. </p>
<p><strong>Diskurshoheit&nbsp;</strong></p>
<p>Es ist kaum ein spannenderes Anschauungsobjekt vorstellbar, an dem sich das Amalgam von Prestige, Profession, Verletztlichkeit und Streitlust trefflicher studieren ließe. Vermutlich befinden sich im Publikum auch kaum Personen, die an den Texten und den Vorlesern interessiert sind. Es dürfte sich nach meinem Dafürhalten fast ausschließlich um Soziologen und Ethnologen handeln. Weniger Habermas-Anhänger, eher deren Antipoden, die sich weiteres Material erhoffen für ihre These, daß nicht das bessere Argument im Diskurs letztlich obsiegt, sondern List, strategische Koalitionsbildung und rhetorisch-theatralische Darstellungskunst letztlich den Sieg bringen. </p>
<h4 class="pullquote"> Wen interessieren schon die Texte?! Ränkespiele, strategische Koalitionsbildung und Trotzreaktionen. Die Jury bietet &quot;großes Theater&quot;. <br /></h4>
<p>Unterhaltsam ist das aber allemal. Allerdings ist die Jury doch ein wenig ein Problem in den letzten Jahren. Etwas farblos sind sie geworden, die sorgsam argumentierenden literarischen Maniacs. Wie gesagt, früher als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reich-Ranicki" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Reich-Ranicki </a>krächzte und der mittelalte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hellmuth_Karasek" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Karasek</a> ebenfalls mit von der Partie war, damals begründete sich der Ruf von Klagenfurt. Später dann ging es ausgewogener und dezenter zu: wer einmal dem schweizerischen, rätoromanischen Literaturwissenschaftler<a href="http://www.lyrikwelt.de/autoren/camartin.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Iso Camartin</a> beim Reden zusah, weiß, was es mit der Verfertigung der Gedanken beim Reden auf sich hat. Es war, ohne jeden Spott, zauberhaft. Und überhaupt: &quot;I-so Ca-mar-tin&quot;, was für ein Name. Und nicht einmal von mir erfunden, sondern einfach so anzutreffen als Mitglied der Klagenfurter Jury.&nbsp;</p>
<p><strong>Zaungäste und Außenseiter: Die marginale Rolle der Autoren</strong></p>
<p>Die Autoren, ich hoffe, das wurde durch die bisherigen Ausführungen deutlich, sind sekundär. Wirklich! Erinnert sich irgendjemand an einen der Preisträger der letzten Jahre? Ich selbst erinnere mich, daß <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Ringsgwandl" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Georg Ringsgwandl</a> vor einigen Jahren dort zum lesen gebeten war. Mit seiner volkstümlich-derben Sottise, die sich &#8211; wenn ich mich recht entsinne &#8211; um den Alltag eines Klempners drehte, der seine Kundschaft abzockt, also mit dieser grobschlächtig daherkommenden Erzählung hatte Ringsgwandl keinen großen Erfolg. Man könnte auch sagen, er ist durchgefallen. Aber die melancholisch-wütenden Lieder, die der Musikkabarettist und Liedermacher <a href="http://www.ringsgwandl.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ringsgwandl</a> abseits der Literaturbühnen zum besten gibt, sind dennoch hörenswert. </p>
<p>Aber man sieht: der Jury sind Prominenz und akademische Titel gleichgültig. Nicht einmal, wenn sie an medizinischen Fakultäten erworben wurden. Ringsgwandl ist nämlich so einer, ein Kardiologe nämlich. Genauso wie <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Feridun_Zaimo%C4%9Flu&amp;oldid=31734432" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Feridun Zaimoglu</a>. Ja, genau: der &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3880224781?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3880224781">Kanak Sprak</a>&quot;-Autor, der mal in Kiel, dann wieder in Berlin lebt und sich ursprünglich mal als Arzt betätigen wollte. Hätte er besser mal getan, dann hätte er sich zumindest den Ärger erspart, den er sich letztes Jahr als Literaturschaffender eingehandelt hatte. Ob sich die Frage jemals geklärt hat, ob und in welchem Sinne er sich den Stoff seines Romans &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462036963?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462036963">Leyla</a>&quot; von der Autorin <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emine_Sevgi_%C3%96zdamar" rel="noopener noreferrer">Özdamar</a> und ihrer &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462023195?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462023195">Karawanserei</a>&quot; geliehen hatte, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß Zaimoglu immerhin mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde. 2003 war das. Und irgendwann dann hat er übrigens zusammen mit seinem Kumpel Günter Senkel auch eine sehr löbliche Neuübersetzung einiger Shakespeare-Texte vorgelegt. Der Othello in der Zaimoglu/Senkel-Fassung ist jedenfalls absolut empfehlenswert.</p>
<p><strong>Blut, Boden, Spiegelfechtereien&nbsp;</strong></p>
<p>Leider ist mir der Auftritt Zaimoglus in Klagenfurt nicht wirklich in Erinnerung geblieben. Er hätte sich besser an den Protagonisten der Shakespearschen Dramenwelt orientiert; ein, zwei Jurymitgliedern frech mit dem Säbel drohen, vielleicht eine kleine Fechteinlage, das wäre schon etwas gewesen. Und mit Blutströmen, die sich über Leser, Manuskripte und das halbe Podium ergießen, haben die beim Bachmann-Preis ja Erfahrung. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_Goetz" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Rainald Goetz</a> war es, der seine Performance 1983 solchermaßen zu eben diesem machte: zu einer Performance mittels Rasierklinge und rotem Blut auf weißem Papier. Man sollte also auf alles vorbereitet sein. </p>
<h4 class="pullquote"> Weißes Papier, schwarze Tinte, rotes Blut. Seit Rainald Goetz ist Klagenfurt immer für einen Aufreger gut. <br /></h4>
<p>Vielleicht ist ja doch von dem einen oder anderen Autoren etwas Spannendes zu erwarten. Denn auch wenn, wie oben dargelegt, die Jury die Hauptrolle spielt, so sind die lesenden Herrschaften durchaus für Überraschungsmomente gut. Das wollte ich niemals ausgeschlossen haben. Der Sieger des diesjährigen Wettbewerbs, der nächste Woche (27.6.-1.7.) stattfindet, steht übrigens schon fest. Es sind also nicht nur die Grimme-Preis-Menschen, die die Ergebnisse nicht geheimhalten können.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/#footnote_0_47" id="identifier_0_47" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie zu lesen ist, war die Jury des Grimme-Preises im heimeligen Marl so aufgeregt, da&szlig; sie vor der Zeit die Siegerliste des Online-Awards ver&ouml;ffentlichte. Weswegen der Aufruhr in der Blogszene dementsprechend hoch ist.">1</a>  </p>
<p>Den Ingeborg-Bachmann-Preis 2007 wird nämlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Licht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Licht </a>mit nach Hause nehmen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/#footnote_1_47" id="identifier_1_47" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hier irrt also die Riesenmaschine. Auch wenn es freilich weitere Teilnehmer gibt. Aber wenn im Vorfeld jeder w&uuml;&szlig;te, wer am Ende gewinnt, w&auml;re es ja auch nur halb so spannend. Also, Psssst!, nicht weitersagen. ;-) ">2</a> Nur so, vielleicht interessiert es ja einen. Und ja, Peter Licht ist genau derjenige, der vor einigen Jahren für den dezent unaufdringlichen Sommerhit verantwortlich war, dessen Titel ich hier nicht verraten werde. Dann irgendwann sorgte das Chamäleon Licht nochmals für Aufsehen als er konsequenterweise einen kopflosen Auftritt bei Harald Schmidt hinlegte. Ja, schon lange her, ich weiß. Und eben dieser <a target="_blank" href="http://www.peterlicht.de/" rel="noopener noreferrer">Musiker </a>und Textmensch Peter Licht wird nächste Woche beim &quot;Bachmann-Bewerb&quot; &#8211; wie es im charmant österreichischen Zungenschlag tönt &#8211; <a href="http://hoehereweltenblog.twoday.net/stories/3791857/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesen</a>. Wer sein vorzügliches Album mit &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000FFKZTG?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000FFKZTG">Liedern vom Ende des Kapitalismus</a>&quot; vom Vorjahr kennt, der weiß, was von Peter Licht zu erwarten ist. Vieles. Der Sieg. Nein, er wird für uns alle mitgewinnen: &quot;Wir werden siegen!&quot;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="80%" size="1" />
<p>Zu guter Letzt: Der Link zum Wettbewerb, der offiziell auf den umständlichen Namen &quot;<a target="_blank" href="http://bachmannpreis.orf.at/" rel="noopener noreferrer">31. Tage der deutschsprachigen Literatur</a>&quot; hört.</p>
<p><strong><em>[Update] Die Protokolle des Live-Blogs zu den Lesungen und Diskussionen sind hier zu finden: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/28/bachmannpreis-2007-start-einlaufen-schaulaufen-der-1-tag/">1. Tag</a> | <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/29/bachmannpreis-2007-die-muehen-der-ebene-der-2-tag-2/">2. Tag</a> | <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/30/bachmannpreis-2007-sonneneinfallswinkel-und-die-schatten-der-zwerge-der-3-tag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3. Tag</a> | <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/01/bachmannpreis-2007-wahlspektakel-der-4-tag/">Preisverleihung</a></em></strong></p>
<p>Und abschließend für alle, die dem literarischen Punk Rainald Goetz dabei zusehen wollen, wie er sich die Stirn aufschlitzt, hier dieses Zeitdokument aus dem Jahr 1983:&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="425" height="350"><param value="http://www.youtube.com/v/VXmnDLfYfNs" name="movie" /><param value="transparent" name="wmode" /><embed width="425" height="350" wmode="transparent" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/VXmnDLfYfNs" /></object></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_47" class="footnote"><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/das-grimme-online-award-debakel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie</a> zu <a href="http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/1562" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesen</a> ist, war die Jury des Grimme-Preises im heimeligen Marl so aufgeregt, daß sie vor der <a href="http://www.sichelputzer.de/2007/06/19/ndr-zum-grimme-online-award/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit</a> die Siegerliste des Online-Awards veröffentlichte. Weswegen der <a href="http://www.i-jeriko.de/2007/06/19/ich-habs-euch-ja-gesagt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufruhr</a> in der <a href="http://www.medienrauschen.de/archiv/2007/06/19/grimme-online-award-reaktionen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogszene</a> dementsprechend <a href="http://www.blogpiloten.de/2007/06/19/grimme-online-award-pleiten-pech-und-die-gewinner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hoch</a> ist.</li><li id="footnote_1_47" class="footnote">Hier irrt also die <a target="_blank" href="http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20070618120227" rel="noopener noreferrer">Riesenmaschine</a>. Auch wenn es freilich weitere <a target="_blank" href="http://sopran.twoday.net/stories/3782542/" rel="noopener noreferrer">Teilnehmer </a>gibt. Aber wenn im Vorfeld jeder wüßte, wer am Ende gewinnt, wäre es ja auch nur halb so spannend. Also, Psssst!, nicht weitersagen. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/ingeborg-bachmann-wettbewerb-2007-das-soziotop-die-kritik-die-autoren-wir-werden-siegen/">Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 » Das Soziotop. Die Kritik. Die Autoren. Wir werden siegen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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