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Bratäpfel als Erkältungsprophylaxe | Weihnachtsbäckerei- und Geschenkeverpack-Soundtrack » Weihnachten ist mir doch egal | Werkstattnotiz IL

17. Dezember 2007 | 08:00 Gelesen: 8462 · heute: 4 · zuletzt: 12. December 2017 5 Reaktionen

Und haben Sie schon alle Geschenke zusammen? Und die Plätzchenbackaktionen sind auch bereits alle glücklich abgeschlossen? Sie sind zufrieden, entspannt, haben die Firmen-Weihnachtsfeier einschließlich der Ansprache des Chefs überstanden? Glückwunsch, Sie zählen zu einer exklusiven Minderheit! ;-) 

Allen anderen seien noch ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben, wie sie diese letzte Vorweihnachtswoche dennoch erfolgreich meistern können. 

Plätzchenrezepte bei der Hüttenhilfe 

Zunächst: falls Sie noch ein paar Plätzchen – oder »Guatsle«, wie es im Schwäbischen heißt – backen wollen und noch auf der Suche nach leckeren Rezepten sind, dann stöbern Sie doch im Plätzchen-Archiv der Hüttenhilfe. Die Regensburger Mannschaft rund um Alin1 hat dort einige interessante Rezepte versammelt. Und falls Sie Zimtstern-Fan sind, dann greifen Sie besser zum etwas teureren Ceylon-Zimt. Denn dieser enthält nur sehr wenig des gesundheitsschädigenden Aromastoffs Cumarin – mehr Details dazu finden sie hier

Erkältungsabwehr: Bratapfel 

Sollte sich zusätzlich zum Vorweihnachsstress noch eine Erkältung ankündigen, dann empfehle ich (nach zahlreichen erfolgreichen Selbstversuchen) die Anti-Erkältungs-Allzweckwaffe »Bratapfel«.

Kritiker werden jetzt einwenden, daß die Vitamine bei den hohen Temperaturen verloren gehen – allerdings gibt es ja eben eine Vielzahl günstiger Inhaltsstoffe (Flavonoide, Glucosinolate, Sulfide etc.), die temperaturunempfindlicher sind. Und vor Jahren hatte ich einmal gelesen, daß einige Stoffe erst ab einer bestimmten Temperatur miteinander reagieren und daß diese Reaktionsprodukte gesundheitsförderlich sind. Hat das was mit der Maillard-Reaktion zu tun, bei der ab ca. 140°C Zucker und Aminosäuren miteinander reagieren?2

Egal – meine Bratapfelvariante geht folgendermaßen:

  1. Man entferne das Kerngehäuse der Äpfel (Boskoop eignet sich sehr gut, aber auch Berlepsch, Elstar und Co. sind geeignet)
  2. Zuvor sollte man bereits einige Rosinen (1-2 EL pro Apfel) in etwas Rum einlegen. Dann mische man die Rumrosinen mit gehackten Mandeln oder Nüssen (ebenfalls ca. 1-2 EL pro Apfel) und zusätzlich kommt 1 EL Honig zu der Füllmasse.
  3. Die Äpfel werden mit der Rosinen-Mandel-Honig-Masse gefüllt. Anschließend wird mit einer Gabel die Apfelschale ringsum angestochen. 
  4. Bei 160-180°C kommen die Äpfel für ca. 18-25 Minuten in den Herd. 5 Minuten vor Ende der Zeit wird auf jeden Apfel eine Butterflocke gesetzt.

Der Advents- und Weihnachtssoundtrack: Weihnachten ist mir doch egal

Und als Hintergrundmusik bei Plätzchenbäckerei und Bratapfelzubereitung möchte ich allen Lesern folgenden wunderbaren Weihnachtshit3 der Münsteraner-Kölner-Band "Erdmöbel" ans Herz legen. Hier wird in typischer Erdmöbelmanier der Wham!-Klassiker "Last Christmas" gecovert und auch hier ist die neue Variante sehr viel sympathischer, als das Original. Aber zugegebenerweise ähnlich sinnfrei. Denn wie heißt es im Text so schön?

Komm wir bleiben zwischen den Jahren.
Soll´n doch die Reichen die Berge kaputt fahren.
Das Jahr ist schwer und alt,
uns ist so leer und kalt.
Was wollen wir mehr, denn bald fallen wir ins Bett wie Schnee.
Happy Christmas.
Ohne Papier.
Ich bin 3 Karat Kaugummi Automat.
 


 

Und wer noch ein letztes Geschenk sucht, dem seien selbstverständlich die Erdmöbel-CDs empfohlen. Auf den von mir bereits an anderer Stelle gelobten "No.1 Hits" finden sich noch weitere kongeniale Adaptionen großer Hits vergangener Tage.

Link- und CD-Tipps:

 

  1. Der an dieser Stelle herzlich gegrüßt sei. []
  2. Wissen das etwa die geschätzten Molekularköche? Liegt es an den früher geächteten Melanoidinen, die inzwischen teilweise als Antioxidantien und auch bzgl. ihrer antibakteriellen Wirkung rehabilitiert sind? []
  3. Dieser stammt zwar aus dem Dezember 2006 hat aber nichts in seiner Qualität eingebüßt. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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Kommentare

5 Reaktionen »

  • jb :

    Neben den sich bildenden Melanoiden soll auch das Karamel, das als beim Äpfel-Braten entsteht, durch seine antioxidante Wirkung angeblich förderlich für die Gesundheit sein. (Klingt irgendwie nach braun=gesund; aber ich bin ja kein Arzt …)

    [twort T]

  • jb :

    … und hier noch ein Artikel, dass erhitztes Gemüse unter Umständen sogar gesünder ist, als rohes:
    ” Put Down the Crudites!”

    [twort T]

  • Marc :

    @Jörg:

    Besten Dank für die Bestätigung meines Verdachts und den interessanten Link. Dem Newsweek-Artikel zufolge haben ja Wissenschaftler von der Universität in Parma nun für einige Gemüse (Brokkoli, Karotten etc.) nachgewiesen, daß kochen, braten, erhitzen einige wichtige Inhaltsstoffe erst “aufschließt” bzw. gesundheitsförderliche Effekte von Beta-Carotin oder Antioxidantien erhöht. Der Mythos, daß Rohkost das Non-Plus-Ultra darstellt, darf wohl demnächst zu den Akten gelegt werden:

    Despite the conventional culinary wisdom that raw is best in terms of preserving veggies’ nutritional value, scientists in Italy—where they know a little about food—find that the right kind of cooking actually preserves or even boosts their nutritional value…

    [twort T]

  • jb :

    … auch evolutionsbiologisch: wieso sollte sich denn das Kochen (ich meine mit Feuer) so schnell, so früh und global in der Menschheitsgeschichte durchgesetzt haben, wenn es nicht von (medizinischem) Vorteil wäre, die Speisen nicht roh zu verzehren! Mal davon abgesehen, wie einem der Magen drückt, wenn man eine Karotte roh genossen hat …

    [twort T]

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