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	<title>Wissenschaftsblogs Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Wissenschaftsblogs Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 May 2013 21:50:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe einen Verdacht: Bloggende Wissenschaftler gehören zu einer ganz besonderen Spezies. Klar, sie bloggen. Bereits das unterscheidet sie von ihren &#8222;normalem&#8220; Kollegen. Aber ich habe das Gefühl, daß es weitere Unterschiede gibt. Denn unter den bloggenden Wissenschaftlern, die ich kenne, gibt es ziemlich viele, die darüber hinaus noch jede Menge anderer Talente haben. Zum ... <a title="Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/" aria-label="Mehr Informationen über Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/">Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich habe einen Verdacht: Bloggende Wissenschaftler gehören zu einer ganz besonderen Spezies. Klar, sie bloggen. Bereits das unterscheidet sie von ihren &#8222;normalem&#8220; Kollegen. Aber ich habe das Gefühl, daß es weitere Unterschiede gibt. Denn unter den bloggenden Wissenschaftlern, die ich kenne, gibt es ziemlich viele, die darüber hinaus noch jede Menge anderer Talente haben. Zum Beispiel das Schreiben von Kriminalromanen. Oder das Programmieren von raffinierten Tools, um interessante Fachliteratur zu entdecken. Wie eben Annelie Wendeberg oder Tobias Maier.</strong></p>
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2013/05/recently-2013a.png"><img decoding="async" class="alignright wp-image-2971 size-thumbnail" style="border: 0px none;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2013/05/recently-2013a-180x180.png" alt="Recently - Never miss a relevant paper again" width="180" height="180" /></a></p>
<p class="zwischenueberschrift">Navigation durch den wissenschaftlichen Paper-Dschungel: Recently</p>
<p><span class="initial_klein">T</span>obias Maier kenne ich ja schon seit einigen Jahren als Scienceblogger mit <a  href="http://scienceblogs.de/weitergen">WeiterGen</a> und ich habe Tobias auch einige Male getroffen. Von seinem neuesten Projekt habe ich allerdings auch erst vor wenigen Tagen in seinem Blog erfahren: Tobias hat zusammen mit Thasso Griebel eine App gebastelt, die Wissenschaftlern dabei helfen soll, interessante Paper zu entdecken. <a  href="http://scienceblogs.de/weitergen/2013/05/recently-einfach-mal-den-uberblick-behalten/">Tobias schreibt:</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Die Datenbank Pubmed, in der Veröffentlichungen aus den Lebenswissenschaften archiviert werden, hat aktuell mehr als zwanzig Millionen Publikationen gespeichert. Jeden Tag kommen über 2500 neue Papers dazu. Natürlich ist nur ein Bruchteil davon wirklich relevant für die eigene Forschung.<br />
Nur: Wie finde ich den? Wie verpasse ich keine wichtigen Veröffentlichungen? Und wie werde ich das schlechte Gewissen los, nie genug Papers zu lesen?&#8220;</p></blockquote>
<p>Und genau hier setzt <a  href="http://recentlyapp.com/">Recently</a> an. Die Nutzer können zum Start einige Artikel angeben, die für sie persönlich relevant sind. Und auf dieser Basis schlägt die App weitere thematisch passende Artikel vor. Und die können dann entweder &#8222;geliked&#8220; werden oder auch als irrelevant markiert werden. Die App &#8211; so das Ziel &#8211; lernt dann immer mehr dazu und präsentiert im Verlauf immer bessere, für den Nutzer wertvollere Artikel.</p>
<p>Ich habe Recently selbst noch nicht getestet, da es (zunächst) eben auch auf dem Pubmed-Datensatz aufbaut und ich insofern schlecht beurteilen könnte, ob für mich spannende Artikel vorgeschlagen werden. Was ich aber so aus dem Feedback rauslese, was Tobias z.B. in seinem Blog bekommt, so scheint Recently ziemlich vielversprechend zu sein. Wer also im Feld der Lebenswissenschaften aktiv ist, der sollte Recently dringend ausprobieren.</p>
<p>(Mehr Infos bieten auch die <a  href="http://recentlyapp.com/about/">Recently-FAQs</a> und ein <a  href="http://www.openscienceradio.de/podcast/osr011-mit-recently-keine-papers-mehr-verpassen/">Interview, das Matthias Fromm mit Tobias geführt hat</a>.)</p>
<ul>
<li><a  href="http://scienceblogs.de/weitergen/2013/05/recently-einfach-mal-den-uberblick-behalten/">Artikel mit Hintergrundinfos zum Start von Recently</a> (14.5.2013)</li>
<li><a  href="http://recentlyapp.com/">Recently &#8211; Never miss a relevant paper again</a></li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift">Mein neues Lieblingsblog: Sciencezest</p>
<p><span class="initial_klein">O</span>.k., das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben. &#8222;Lieblingsblog&#8220;&#8230; es gibt so viele gute Wissenschaftsblogs, denen ich natürlich auch weiter die Treue halte, aber ich habe zumindest ein weiteres Blog in meiner Favoritenliste ergänzt. Es ist das Blog von Annelie Wendeberg, die vor wenigen Tagen bei den Scilogs gestartet ist.</p>
<p>Dabei ist Annelie allerdings kein Blog-Neuling. Sie hat schon letztes Jahr in ihrem &#8222;<a  href="http://blog.lvz-online.de/microblog/">Microblog</a>&#8220; wunderbare Texte geschrieben. Nebenbei ist die Umweltbiologin noch Gruppenleiterin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und schreibt (die Frau ist offensichtlich nicht ausgelastet!) auch noch <a  href="http://www.kronbergcrimes.com/">Kriminalromane.</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/#footnote_0_2960" id="identifier_0_2960" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und Familie samt Haus und Kind hat sie ja auch noch. :-) ">1</a></p>
<p>Für die Krimis habe ich keine Zeit, aber ihr Blog lese ich bestimmt. <a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sciencezest/allgemein/2013-05-23/hilfe-bakterien">Zum Start verrät Annelie etwas über Motivation</a> und bei solchen Sätzen kann ich doch nur 100% zustimmen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Unsere teuer erforschten Erkenntnisse ausschließlich in Fachzeitschriften zu verbreiten ist reine Gehirnmasturbation. Das ist ein hartes Wort. Trotzdem. Wissenschaftliche Publikationen nützen erstmal nur einem selbst &#8211; man wird zitiert, vom Kollegium beweihräuchert, der Chef freut sich. Doch wer außer uns Spezialisten liest das Zeug? (&#8230;) Wir Wissenschaftler schaffen Wissen. Tun wir das nur für den exklusiven Kreis der Bildungselite, haben wir unser Ziel verfehlt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Dem ist wenig hinzuzufügen, oder? Deshalb: lest doch mal bei Annelie rein. :-)</p>
<ul>
<li>Annelie Wendeberg: <a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sciencezest/allgemein/2013-05-23/hilfe-bakterien">Hilfe! Bakterien!</a>, 1. Blogposting bei Sciencezest, 23.5.2013</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2960" class="footnote">Und Familie samt Haus und Kind hat sie ja auch noch. :-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/">Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 07:17:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/14/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Daß Wissenschaft kommuniziert, daß über Wissenschaft kommuniziert wird, ist offensichtlich. Aber wird sie auch verstanden? Es spricht viel dafür, daß Blogs eine Möglichkeit darstellen, die (Verständnis-)Barrieren zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu durchbrechen. Und es zeigt sich, daß Wissenschaftskommunikation viel zu lange als Einbahnstraße gedacht wurde. Wissenschaftliche Blogs bieten nun die Möglichkeit die alten Zöpfe und ... <a title="Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/" aria-label="Mehr Informationen über Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daß Wissenschaft kommuniziert, daß <em>über</em> Wissenschaft kommuniziert wird, ist offensichtlich. Aber wird sie auch verstanden? Es spricht viel dafür, daß Blogs eine Möglichkeit darstellen, die (Verständnis-)Barrieren zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu durchbrechen. Und es zeigt sich, daß Wissenschaftskommunikation viel zu lange als Einbahnstraße gedacht wurde. </strong></p>
<p>Wissenschaftliche Blogs bieten nun die Möglichkeit die alten Zöpfe und Routinen der traditionellen Wissenschaftsvermittlung abzuschneiden. Seit den 60er Jahren mühte man sich, den Bürgern die spannenden Themen von Wissenschaft und Technik nahezubringen. Dies freilich nicht ohne Hintergedanken – denn ein Hauptmotiv für die Anstregungen in Sachen Wissenschaftskommunikation war und ist die Herstellung von gesellschaftlicher Akzeptanz.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wissenschaftskommunikation wurde lange Zeit als &#8222;Volksbelehrungsinstrument&#8220; gedacht. Mit dem Web 2.0 hat der einseitige Monolog ausgedient. Wissenschaftliche Blogs haben den Mut einen echten Dialog zu führen und funktionieren bi-direktional.</h4>
<p>Wirtschafts- und bildungspolitische Interessen sind hier untrennbar verknüpft: die Feststellung, daß  potentielle Verbraucher und Konsumenten gerade den innovativen Produkten skeptisch gegenüberstehen, ist natürlich frustrierend, wenn man viel Geld und Entwicklungsarbeit in das jeweilige Produkt investiert hat.</p>
<p>Und so setzte man die Hoffnungen u.a. darauf, daß eine effiziente Wissenschaftskommunikation erstens den Kenntnisstand innerhalb der Bevölkerung erhöht und zweitens die (irrationalen?) Berührungsängste schrittweise abgebaut werden.</p>
<p>Kein Wunder, daß Wissenschaftskommunikation über weite Strecken als &#8222;Volksbelehrungsinstrument&#8220; konzeptionalisiert wurde. Die klassischen Massenmedien ließen sich dafür ja auch leidlich nutzen: auf der einen Seite stehen professionelle Wissenschaftskommunikatoren mit journalistischem Know-How, auf der anderen Seite die Laien, die zu belehren sind. Daß diese Struktur durch und durch asymmetrisch ist, daß es sich um einen Wissenschaftsmonolog handelt, war unter den gegebenen Umständen kein Problem. Alternativen standen ja im Grunde auch nicht zur Verfügung – heute tun sie es, in Blogs beispielsweise.</p>
<p><strong>Wissenschaftskommunikation 1.0: Asymmetrischer Monolog </strong></p>
<p>Die konventionellen Medien der Wissenschaftsvermittlung (also das ganze Arsenal von Print, Fernsehen und Rundfunk) funktionieren selbstverständlich auch heute zwangsläufig<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_0_208" id="identifier_0_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie sollten Massenmedien auch anders?">1</a> nach der Logik der 1-Weg-Kommunikation. Das Feedback der Leser, Zuhörer oder Zuschauer kann nur sehr indirekt wieder in die Programmgestaltung oder den nächsten Artikel einfließen. Und, liebe journalistischen Profis, seid ehrlich: wieviele Leserbriefe haben Euch tatsächlich zum Nachdenken angeregt und welchen Mehrwert bieten Leser- oder Zuschauerreaktionen wirklich, wenn sie vereinzelt mit einigen Tagen Zeitverzögerung irgendwo in Randbereichen des jeweiligen Mediums nochmal auftauchen?</p>
<h4 class="pullquote">Blog-Kommentare haben mit klassischen Leserbriefen wenig gemein: Kommentare sind essentieller Bestandteil der Web2.0-Kommunikation und bieten einen tatsächlichen Mehrwert &#8211; für Leser und Blogger</h4>
<p>Blogs basieren hier auf einem vollkommen anderen Prinzip. Klar, wir sind im Mitmach-Web und das Web 2.0 könnte man auch als Medium der 2-Wege-Kommunikation bzw. bidirektionalen Kommunikation bezeichnen.</p>
<p>Wer einen Blogpost schreibt, macht einen Anfang – die Leser und Kommentatoren besorgen den Rest. ;-)</p>
<p>Was könnte und sollte sich also durch wissenschaftliche Blogs (so sie denn größere Verbreitung und Akzeptanz finden) im Gegensatz zur etablierten Wissenschaftsvermittlung anderer Medien verändern?</p>
<ul>
<li><strong>Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation</strong> | Die Asymmetrie zwischen Experten/professionellen Wissenschaftskommunikatoren und Laien/Publikum wird partiell aufgehoben</li>
<li><strong>Erosion privilegierter Sprecherpositionen</strong> | Gegenargumente können kaum ignoriert werden, auch die Experten/Journalisten müssen sich der unmittelbaren Kritik stellen; Voraussetzung: Kritikfähigkeit und Lernbereitschaft</li>
<li><strong>Interdisziplinärer Austausch</strong> | Dialog und Vernetzung über Fachgrenzen hinweg, Blick über den disziplinären Tellerrand</li>
</ul>
<p>Der letzte Punkt, also der Dialog zwischen Wissenschaftlern, spielt natürlich hauptsächlich für den akademisch-wissenschaftlichen &#8222;Binnendiskurs&#8220; eine Rolle. Hier können Blogs die Augen dafür öffnen, daß Kollegen anderer Disziplinen möglicherweise mit denselben Problemen kämpfen oder es können fruchtbare Diskussionen im Hinblick methodische Fragen entstehen.</p>
<h4 class="pullquote">In und durch wissenschaftliche Blogs kann man lernen &#8211; manchmal auch die Blogger selbst&#8230;</h4>
<p>Und wenn – wie neulich geschehen – bspw. eine reinrassige Naturwissenschaftlerin wie die Astronomin Ludmila Carone durch Kommentare <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/02/ist-wissenschaft-ein-glaubenssystem.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf einen ihrer Blogartikel</a> dazu angeregt wird, ein wissenschaftssoziologisches Fachbuch zu lesen,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_1_208" id="identifier_1_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Jedenfalls schrieb Ludmila am 27.2. in einem Kommentar: &bdquo;Hmmm&hellip;Wissenschaftsphilosophie&hellip;Also ganz ehrlich? Das ist nicht meine Welt. Ich sch&auml;tze da muss ich mal Ludwik Fleck lesen, um mir ein besseres Urteil zu bilden.&ldquo;">2</a> dann illustriert das doch eindrücklich, daß wissenschaftliche Blogs an- und aufregen und befruchten können. Die Blogger, genauso wie hoffentlich die Leser.</p>
<p>Bedingung ist freilich, daß sich der wissenschaftliche Blogger darüber im Klaren ist, daß er sich innerhalb seines Blogs angreifbar macht: wer als akademischer Star für gewöhnlich nur mit Kollegen derselben Hierarchiestufe diskutiert, der wird überrascht sein, wenn ihm irgendein Student eine flüchtig dahingeschriebene Argumentation &#8222;zerpflückt&#8220; &#8211; daß im Impressum möglicherweise ein &#8222;Prof. Dr.&#8220; steht, interessiert für den Blogdiskurs kaum.<br />
<strong><br />
Der zwanglose Zwang des besseren Arguments</strong></p>
<p>Das ist ein Aspekt, den ich mit &#8222;Erosion privilegierter Sprecherpositionen&#8220; meine. Und im Grunde finden wir in Blogs etwas vor, was dem idealistisch-normativen Modell von <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen Habermas</a> (nämlich dessen Diskursethik und Konzeption des &#8222;idealen Diskurs&#8220;) verhältnismäßig nahe kommt. In der wissenschaftlichen Blogosphäre ist der &#8222;zwanglose Zwang des besseren Arguments&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_2_208" id="identifier_2_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So bekanntlich das von J&uuml;rgen Habermas u.a. in seiner &bdquo;Theorie des kommunikativen Handelns&ldquo; formulierte Prinzip.">3</a> die Meßlatte.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielen wissenschaftliche Blogs innerhalb einer Wissenschaft 2.0?</strong></p>
<p>Wie ich im letzten Beitrag verdeutlicht habe, sind Blogs kein Ersatz für das wissenschaftliche Publikationssystem, das über Monographien und v.a. Journals organisiert ist. Mit der immer größer werdenden Bedeutung digitaler Wissensarchive werden aber (wie wir es aus manchen Disziplinen heute schon kennen) die Printzeitschriften durch Online-Journals verdrängt werden. Daß die Open-Access-Idee Erfolg hat, ist jedenfalls wünschenswert.</p>
<p>Ein weiterer Schritt nach vorne wäre, wenn man Online-Journals nicht als 1:1-Kopien des bekannten Printformats konzeptionalisieren, sondern wesentliche Blogelemente integrieren würde: Kommentare und Trackbacks. Das ist aber (noch) Zukunftsmusik. Innerhalb des &#8222;Konzerts&#8220; bzw. das Gesamtsystems einer Wissenschaft 2.0 sind Blogs im Bereich der &#8222;Kommunikation&#8220; (teilweise &#8222;intern&#8220;, Schwerpunkt &#8222;extern&#8220;) angesiedelt und können neue Impulse in Sachen des Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit setzen.</p>
<p>In meiner Skizze (die auch die vielfältigen Überschneidungen deutlich machen soll) sind die Wissenschaftsblogs rechts oben zu finden <em>[Anklicken öffnet größere Version]:</em></p>
<div align="center"><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Marc_Scheloske_Wissenschaft_2.0_03_2008.jpg" rel="lightbox"><img fetchpriority="high" decoding="async" style="margin: 12px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Marc%20Scheloske%20-%20Wissenschaft%202.0%20-%2003_2008b.jpg" alt="Marc Scheloske - Wissenschaft 2.0 - 03_2008b.jpg" width="485" height="356" align="middle" /></a></div>
<p>Generell lassen sich in meinen Augen folgende Vorteile wissenschaftlicher Blogs (v.a. im Kontrast zu konventionellen (Print-)Medien) identifizieren:</p>
<ul>
<li><strong>Aktualität, Schnelligkeit &amp; Flexibilität </strong>| kein Redaktionsschluß, variable Länge von Posts/Artikeln, Modifikationen und Erweiterungen sind leicht möglich etc.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_3_208" id="identifier_3_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie es etwa Wolfgang Michal bereits mehrmals in Kommentaren angeregt hat.">4</a></li>
<li><strong>Authentizität</strong> | Autonome Themenfindung, individuelle &#8222;Handschrift&#8220; des jeweiligen Bloggers, Blick auf die &#8222;Hinterbühne&#8220; der Wissenschaft, Meckern auf unfähige Journalisten entfällt</li>
<li><strong>Resonanzfähigkeit</strong> | Feedback und Reaktionen sind integraler Bestandteil (Kommentare &amp; Trackbacks), verschiedene Standpunkte werden sichtbar, Diskurs wird transparent und lebendig</li>
</ul>
<p>Der erste Punkt hat natürlich viel damit zu tun, daß Blogs als Onlinemedium weder auf Sendezeiten, noch auf Druck- und Publikationstermine Rücksicht nehmen müssen. Wenn ein Blogger ein Thema entdeckt, so kann er wenige Minuten später einen ersten Hinweis, eine erste Einschätzung dazu publizieren. Und später können problemlos ausführlichere Analysen, Einschätzungen, weitere Links etc. ergänzt oder in zusätzlichen Artikeln hinzugefügt werden. Diese Flexibilität weist sonst kein anderes Format auf.</p>
<h4 class="pullquote">Es gibt keinen Chefredakteur, der Vorschriften macht. Und auch die individuelle Handschrift, der persönliche Stil und Witz sind erlaubt und wichtig&#8230;</h4>
<p>Auch der Faktor Authentizität, der ja generell als charakteristisch für Blogs erachtet wird,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_4_208" id="identifier_4_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. u.a.: Jan Schmidt / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs f&uuml;r kollaborative Lern- und Wissensprozesse?, Berichte der Forschungsstelle &bdquo;Neue Kommunikationsmedien&ldquo;, Nr. 06-02">5</a> kann von wissenschaftlich ausgerichteten Blogs in einen Vorteil umgemünzt werden. Kein anderes Medium bietet eine vergleichbare Freiheit, was Themenwahl und Schreibstil angeht.</p>
<p>Worüber und wie man innerhalb seines Blogs berichtet – das ist ausschließlich Sache des Bloggers. Und auch in wissenschaftlichen Blogposts darf und soll – das ist jedenfalls mein Standpunkt – die persönliche Handschrift des Bloggers spürbar werden. Der <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog von Lars Fischer</a> hat nicht umsonst eine treue Fangemeinde;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_5_208" id="identifier_5_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Lars ist &uuml;brigens auch hier bei den Wissenslogs zu finden: Abgefischt">6</a> kritische Analysen, die mit lakonischen Kommentaren gewürzt sind, findet man andernorts so nicht.</p>
<p><strong>Der Blick auf die Hinterbühne: Wissenschaft &#8222;greifbar&#8220; machen</strong></p>
<p>Und &#8222;praktizierende&#8220; Wissenschaftler haben in ihren Blogs noch eine weitere Möglichkeit, um erstens Leser zu binden und zweitens die vermeintlich hermetische Welt der Wissenschaft etwas &#8222;zugänglicher&#8220; zu machen. Ich habe es frei nach <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erving_Goffman" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erving Goffman </a>als &#8222;Blick auf die Hinterbühne&#8220; bezeichnet und meine damit die gelegentlichen Notizen und Plaudereien, in denen ein Forscher bspw. über die letzte Konferenz berichtet und dann meinetwegen eben auch erwähnt, daß die Zugfahrt dorthin eine Katastrophe war.</p>
<h4 class="pullquote">Persönliche Anmerkungen, Notizen aus dem Forscheralltag, Berichte über Pannen &#8211; in Wissenschaftsblogs findet man verschiedene Zugänge zum Elfenbeinturm. Der Blick hinter die Kulissen ist einer davon.</h4>
<p>Der Blick hinter die Kulissen ist ein wichtiges Element: wenn etwa Björn Kröger notiert, daß er endlich eine mühselige Phase der Dateneingabe bewältigt habe und im Anschluß daran <a href="http://www.scienceblogs.de/tiefes-leben/2008/02/nach-dem-marathon.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Park die Sonne genossen</a> habe, dann hat das zwar keine wissenschaftliche Relevanz, macht aber deutlich, daß Wissenschaftler auch Menschen sind. ;-)</p>
<p>Genau solche Marginalien &#8211; das Lamento, wenn also ein Experiment schiefgelaufen ist oder die Studenten wieder einmal <a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/anatomisches-allerlei/2007-11-23/ein-akademischer-witz-samt-schimpf-und-schande" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dumme Fragen gestellt haben</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_6_208" id="identifier_6_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber Studenten, die nur noch &bdquo;pr&uuml;fungsrelevantes&ldquo; Wissen nachfragen, echauffierte sich vor einigen Wochen der Frankfurter Anatomiedozent Helmut Wicht in den Brainlogs.">7</a> – sind legitime Bestandteile und &#8222;Zutaten&#8220; wissenschaftlicher Blogs. Ich behaupte, daß wohldosierte persönliche Notizen die Wissenschaft ein wenig zugänglicher machen – und das scheint ja seit jeher wünschenswert. ;-)</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Deutschen, und sie nicht allein, besitzen die Gabe, die Wissenschaften unzugänglich zu machen.&#8220;<br />
<em>Johann Wolfgang Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre</em></p></blockquote>
<p>Als Zwischenfazit läßt sich feststellen, daß wissenschaftliche Blogs eine doppelte Zumutung darstellen:</p>
<ul>
<li>denn erstens wird den Lesern zugemutet, sich von Forschern ohne journalistische Ausbildung die komplexe Welt der Wissenschaft erklären zu lassen,</li>
<li>und zweitens wird den bloggenden Wissenschaftlern zugemutet, sich der Kritik und den Nachfragen ihrer Leser zu stellen.</li>
</ul>
<p><strong>Teilhabe und Verantwortung in der Wissensgesellschaft: &#8222;Scientific Citizenship&#8220;, oder: Die wissenschaftsmündige Gesellschaft</strong></p>
<p>Wenn beide Seiten, also Blogger <em>und </em>Publikum, sich dessen bewußt sind, so kann und wird der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft reiche Früchte abwerfen. Denn wissenschaftliche Blogs können ein Verbindungsglied zwischen Wissenschaftlern und den sogenannten Laien sein und uns auf dem Weg zu einer &#8222;Scientific Citizenship&#8220; voranbringen.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wir können längst nicht mehr ohne Wissenschaft. Wissenschaft fasziniert, frustriert und ist Gegenstand gesellschaftlicher Debatten. Blogs sollen informieren, interessieren und anregende Diskussionen anstoßen&#8230;</h4>
<p>Der Begriff des &#8222;Scientific Citizenship&#8220; kam im Umfeld der Diskussion um das &#8222;Public understanding of Science&#8220; auf, das selbst als Konzept noch weitgehend in der alten Logik der belehrenden Wissenschaftsvermittlung befangen blieb.</p>
<p>Nicht zuletzt die großen Konflikte um gesundheitliche und ökologische Gefährdungen, die sich als Nebenfolgen wissenschaftlicher Innovationen ergeben (Stichworte: Ozonloch, Elektrosmog, Gentechnologie), haben deutlich gemacht, daß wir als technologische Gesellschaft zwar nicht mehr ohne Wissenschaft können, aber diese Wissenschaft teilweise Probleme erzeugt, ohne gleichzeitig sichere Lösungen liefern zu können.</p>
<p>In einem ausgesprochen <a href="http://www.gegenworte.org/heft-11/felt-probe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesenswerten Artikel</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_7_208" id="identifier_7_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ulrike Felt (2003): Scientific Citizenship. Schlaglichter einer Diskussion, in: Gegenworte. Hefte f&uuml;r den Disput &uuml;ber Wissen. 11. Heft, Fr&uuml;hjahr 2003">8</a> erläutert Ulrike Felt dazu:</p>
<blockquote><p>&#8222;In der Tat werden wir immer öfter [&#8230;] mit Nachdruck darauf verwiesen, dass es im Grunde in der Beziehung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit mehr um Vertrauen denn um Wissen per se geht. Die Haltungen, die Menschen etwa in wissenschaftlich-technischen Kontroversen einnehmen, bauen weniger auf der genauen Nachvollziehbarkeit des wissenschaftlichen oder technischen Wissens auf, sondern vielmehr auf deren Erfahrungen mit und Wahrnehmungen von involvierten Institutionen, WissenschaftlerInnen und KommunikatorInnen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Es geht also u.a. darum, sich von der Illusion zu verabschieden, es sei Aufgabe von Wissenschaftskommunikation den Kenntnisstand von Laien zu verbessern. Vielmehr sollten wir dahin kommen – und das wäre eine Radikalisierung des Konzepts des &#8222;Public understanding of Science&#8220; &#8211; , daß wir nicht mehr von Adressaten der Wissenschaftskommunikation, sondern von Dialogpartnern reden.</p>
<h4 class="pullquote">Wissenschaftsblogs stehen für eine neue Ära der Wissenschaftskommunikation: das Zeitalter der passiven Rezipienten ist zu Ende, wir haben es mit neugierigen, &#8222;mündigen&#8220; Dialogpartnern zu tun</h4>
<p>Und sind Blogs dazu nicht das ideale Instrument? Können und müssen wissenschaftliche Blogs also nicht Pionierarbeit leisten, um endlich unmißverständlich klarzustellen, daß wir es nicht mehr mit passiven Rezipienten zu tun haben, sondern mit neugierigen, kritischen und &#8222;mündigen&#8220; Dialogpartnern, die als Leser, Kommentatoren oder befreundete Blogger wesentlicher Bestandteil der Blogosphäre sind?</p>
<p><strong>Die wissenschaftsmündige Gesellschaft: Schluß mit Bevormundung und Belehrung</strong></p>
<p>Ich selbst möchte an die Stelle des &#8222;Scientific Citizenship&#8220; den Begriff einer &#8222;wissenschaftsmündigen Gesellschaft&#8220; setzen bzw. vorschlagen. Dieser Begriff ist analog zu einem Leitbild aus der Risikosoziologie – der &#8222;Risikomündigkeit&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_8_208" id="identifier_8_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;Mit dem Begriff der Risikom&uuml;ndigkeit ist die F&auml;higkeit angesprochen, auf der Basis der Kenntnis der faktisch nachweisbaren Konsequenzen von risikoausl&ouml;senden Ereignissen oder Aktivit&auml;ten, der verbleibenden Unsicherheiten und anderer risikorelevanter Faktoren eine pers&ouml;nliche Beurteilung der jeweiligen Risiken vornehmen zu k&ouml;nnen, die den Wertvorstellungen f&uuml;r die Gestaltung des eigenen Lebens sowie den pers&ouml;nlichen Kriterien zur Beurteilung der Akzeptabilit&auml;t dieser Risiken f&uuml;r die Gesellschaft insgesamt entspricht.&ldquo; &ndash; vgl. Risikokommission ad hoc-Kommission &bdquo;Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz der Bundesrepublik Deutschland&ldquo;. Abschlussbericht der Risikokommission. Salzgitter: Bundesamt f&uuml;r Strahlenschutz, S. 53">9</a> &#8211; gebildet, das v.a. die Bedeutung der persönlichen Beurteilung von Risiken auf der Basis seriöser Infomationen hervorhebt.</p>
<p>Damit soll im Hinblick auf die Frage, welche Risiken wir als Gesellschaft und als Bürger eingehen wollen, eben darauf hingewiesen werden, daß weder Wissenschaft, noch Politik oder eine andere Instanz vorschreiben können, was akzeptabel ist und was nicht. Entscheidend für Risikomündigkeit ist, daß Konsumenten und Bürger in die Lage versetzt werden, für sich eine Entscheidung zu treffen, welche Risiken sie eingehen möchten.</p>
<p><strong>Dialog, Lernbereitschaft und Debatten ohne Scheuklappen</strong></p>
<p>Um wieder auf unser Thema – die Wissenschaft – zurückzukommen: mit Wissenschaftsmündigkeit möchte ich ein Ideal formulieren, das Schluß macht mit dem Prinzip Bevormundung und/oder Belehrung. Es geht um einen partnerschaftlichen Dialog und darum, daß alle Kommunikationsbemühungen geeignet sein müßen, die Wissenschaftsmündigkeit aller Akteure zu erhöhen. Diese zu informieren, zu interessieren und einzuladen mitzudiskutieren, muß das Ziel sein. Denn Mündigkeit impliziert, daß wir es – wie gesagt – nicht mit passiven Rezipienten, sondern mit &#8222;mündigen&#8220; Dialogpartnern zu tun haben.</p>
<p>Im Bezug auf den &#8222;Scientific Citizen&#8220;, der eng verwandt mit dem wissenschaftsmündigen Bürger ist, liest man bei Ulrike Felt weiter:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Konzept des Scientific Citizen ist nun ein wesentlich aktiveres Konzept, das die Idee von Rechten und Pflichten in sich birgt: also das Recht, über Wissenschaft und Technik informiert zu werden, mitzureden und auch mitzuentscheiden, aber gewissermaßen auch die Pflicht, sich zu informieren, sich auseinander zu setzen, Verantwortung mitzutragen, sich als Teil eines Kollektivs auch in dessen Interesse zu positionieren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Mitreden, diskutieren, sich informieren und Standpunkte beziehen – das alles ist in dieser Idee beinhaltet und ist geradezu ein maßgeschneidertes &#8222;Einsatzgebiet&#8220; für Blogs. Wie bereits <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/12/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im letzten Artikel</a> erläutert: die Gesellschaft hat ein Recht zu erfahren, was, wo, wie mit öffentlichen Mitteln geforscht wird. Aber gleichzeitig hat Wissenschaft auch ein Recht darauf wahrgenommen zu werden!</p>
<p>Noch sind wissenschaftliche Blogs ein Nischenphänomen, aber wie schrieb Harald Staun in der FAZ noch gleich?</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Stärke der Blogs liegt gerade in der obsessiven Beschäftigung mit obskuren Nischeninteressen.&#8220;<br />
<em>Harald Staun, &#8222;<a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EEB86D394356EA414D9E66635E93787C2D%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblogs &#8211; Wo seid ihr?</a>&#8222;, FAZ, 5.5.2007</em></p></blockquote>
<p>Eben! Dann gebe ich ihm ausnahmsweise Recht und untermauere die Feststellung, daß wissenschaftliche Blogs (noch!) eine Randerscheinung sind, mit einigen Zahlen: ich habe kurz zusammengezählt und komme auf derzeit rund 180 wissenschaftliche Blogs bzw. Blogger im deutschsprachigen Raum.</p>
<h4 class="pullquote">Noch sind wissenschaftliche Blogs ein Nischenphänomen: gerade 180 Wissenschaftsblogger sind aktiv</h4>
<p>Zu einem Großteil sind diese in den beiden Wissenschaftsblogportalen der Verlage Burda bzw. Spektrum der Wissenschaft zu finden. Bei <a href="http://www.scienceblogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs.de</a> findet man aktuell 25, bei den <a href="http://www.scilogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SciLogs</a> insgesamt 50 Blogger. Daneben tummeln sich dann noch die &#8222;ungebundenen&#8220; Blogger, von denen ca. 90 Stück im &#8222;<a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a>&#8220; zu finden sind.</p>
<p>180 Blogger sind natürlich eine bescheidene Ausbeute, wenn man bedenkt, daß allein in Deutschland ca. 360 wissenschaftliche Bildungseinrichtungen zu finden sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_9_208" id="identifier_9_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Neben 88 Universit&auml;ten (mit Promotionsrecht), gibt es rund 100 Fachhochschulen und dann nochmal ca. 180 Akademien, Kunsthochschulen und Privatuniversit&auml;ten etc.">10</a> Die Quote von 0,5 wissenschaftlichen Blogs pro Universität wird sich aber – davon bin ich überzeugt – mittelfristig deutlich verändern.</p>
<p>Zusammengefasst: Es geht also innerhalb einer Wissenschaftskommunikation 2.0 nicht um Belehrung, es geht nicht darum, vom privilegierten Standpunkt der Wissenschaft absolute Wahrheiten zu verkünden.</p>
<p>Es geht vielmehr darum &#8211; im Sinne Erving Goffmans – a) einen Blick auf die Hinterbühne zu gewähren, also einen Einblick in den Forschungsalltag zu geben, b) auch als Wissenschaftler dezidiert Standpunkte zu beziehen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_10_208" id="identifier_10_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="D.h. 1. das eigene Forschungsgebiet verst&auml;ndlich zu pr&auml;sentieren, 2. sich als &ouml;ffentlicher Forscher zu positionieren und in wissenschaftliche, wissenschaftspolitische und ethische Debatten einzuschalten.">11</a> und c) den Dialog mit Lesern und Kollegen unvoreingenommen zu eröffnen. Daß dies auch unterhaltsam bzw. populär sein darf, steht außer Frage.</p>
<p>Man muß das nicht alles gleichzeitig tun, aber man kann. Bloggen ist eine Angelegenheit, die auf Freiwilligkeit beruht. Eine gewisse Portion Idealismus schadet dabei sicher nicht. Aber vielleicht kann ich ja den einen oder anderen Leser aus dem akademischen Milieu motivieren, indem ich ihm versichere, daß er heute noch zu einer Generationen von Blogpionieren zählt? Und in einigen Jahren wird es vielleicht selbstverständlich sein, daß man bei einer Bewerbung auf eine wissenschaftliche Position auch selbstbewußt auf seinen Blog verweist. :-)</p>
<p>Und irgendwann wird uns eine wissenschaftliche Identität <em>ohne</em> Blog möglicherweise ganz und gar unheimlich vorkommen&#8230;</p>
<p align="center"><a href="http://blaugh.com/2006/12/21/i-blog-therefore-i-am/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" style="margin: 12px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Descartes_blogger.gif" alt="Descartes_blogger.gif" width="447" height="250" align="middle" /></a></p>
<p>Werden wir in 50 Jahren noch Wissenschaftler kennen, wenn sie nicht bloggen? ;-)</p>
<p>Zum Schluß meines Plädoyers für engagierte Wissenschaftsblogs: wer sich auf Niklas Luhmanns Systemtheorie einläßt, der akzeptiert dessen grundsätzliche These, daß Gesellschaft so weit reicht, wie (ihre) Kommunikation reicht. Das ist zunächst eine triviale Feststellung, die konsequent weitergedacht allerdings spannende Einsichten eröffnet.</p>
<p>Ich möchte diese These umformulieren und sagen: &#8222;Wissenschaft reicht so weit, wie ihre Kommunikation reicht.&#8220; Und, folgendes ergänzend hinzufügen: durch und in wissenschaftlichen Blogs erweitern wir die Reichweite wissenschaftlicher Kommunikationen. Und das sollte es uns wert sein, oder?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>Jan Schmidt / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse?, Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02 [Download als <a href="http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0602.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF</a>]</li>
<li>Wormer, Holger (2005): &#8222;Losgelöst vom Alltag? &#8211; Was Wissenschaftsjournalismus leisten sollte&#8220;. epd-Medien, 96, 7.12.2005, 16-25 &#8211; Download als <a href="http://www.wissenschaftsjournalismus.org/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,2/mode,view/">PDF</a></li>
<li>Ulrike Felt (2003): <a href="http://www.gegenworte.org/heft-11/felt-probe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scientific Citizenship. Schlaglichter einer Diskussion</a>, in: Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen. 11. Heft, Frühjahr 2003</li>
</ul>
<p><em><strong>Verwandte Artikel in der Wissenswerkstatt:</strong></em></p>
<ul>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/22/wissenschaftsblogs-in-deutschland-status-quo-und-die-professionalisierung-der-wissenschaftlichen-blogszene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftsblogs in Deutschland » Status quo und die Professionalisierung der wissenschaftlichen Blogszene</a>, 22.01.2008</li>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert</a> | Werkstattnotiz XLII, 4.12.2007</li>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/12/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a>, 12.9.2007</li>
</ul>
<p><em>Immer einen Besuch wert:</em></p>
<ul>
<li>der <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsticker des &#8222;Wissenschafts-Cafés&#8220;</a> listet die aktuellsten Posts der Wissenschaftsblogs</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen: </strong></em></p>
<ul>
<li>Nikolow, Sybilla &amp; Schirrmacher, Arne (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593384892?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3593384892">Wissenschaft und Öffentlichkeit als Ressourcen füreinander</a>. Studien zur Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert. Campus Verlag.</li>
<li>Kohring, Matthias (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896694820?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896694820">Wissenschaftsjournalismus. Forschungsüberblick und Theorieentwurf</a>. Forschungsüberblick und Theorieentwurf. UVK.</li>
<li>Wormer, Holger (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531148931?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531148931">Die Wissensmacher. Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland</a>. Vs-Verlag.</li>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Velbrück-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_208" class="footnote">Wie sollten Massenmedien auch anders?</li><li id="footnote_1_208" class="footnote">Jedenfalls schrieb Ludmila am 27.2. in einem Kommentar: &#8222;Hmmm&#8230;Wissenschaftsphilosophie&#8230;Also ganz ehrlich? Das ist nicht meine Welt. Ich schätze da muss ich mal Ludwik Fleck lesen, um mir ein besseres Urteil zu bilden.&#8220;</li><li id="footnote_2_208" class="footnote">So bekanntlich das von Jürgen Habermas u.a. in seiner &#8222;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518287753?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518287753">Theorie des kommunikativen Handelns</a>&#8220; formulierte Prinzip.</li><li id="footnote_3_208" class="footnote">Wie es etwa Wolfgang Michal bereits mehrmals in <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/#comment-1447" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommentaren</a> angeregt hat.</li><li id="footnote_4_208" class="footnote">vgl. u.a.: Jan Schmidt / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse?, Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02</li><li id="footnote_5_208" class="footnote">Lars ist übrigens auch hier bei den Wissenslogs zu finden: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/abgefischt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abgefischt</a></li><li id="footnote_6_208" class="footnote">Über Studenten, die nur noch &#8222;prüfungsrelevantes&#8220; Wissen nachfragen, echauffierte sich vor einigen Wochen der Frankfurter Anatomiedozent Helmut Wicht in den <a href="http://www.brainlogs.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brainlogs</a>.</li><li id="footnote_7_208" class="footnote">Ulrike Felt (2003): Scientific Citizenship. Schlaglichter einer Diskussion, in: Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen. 11. Heft, Frühjahr 2003</li><li id="footnote_8_208" class="footnote">„Mit dem Begriff der Risikomündigkeit ist die Fähigkeit angesprochen, auf der Basis der Kenntnis der faktisch nachweisbaren Konsequenzen von risikoauslösenden Ereignissen oder Aktivitäten, der verbleibenden Unsicherheiten und anderer risikorelevanter Faktoren eine persönliche Beurteilung der jeweiligen Risiken vornehmen zu können, die den Wertvorstellungen für die Gestaltung des eigenen Lebens sowie den persönlichen Kriterien zur Beurteilung der Akzeptabilität dieser Risiken für die Gesellschaft insgesamt entspricht.“ &#8211; vgl. Risikokommission ad hoc-Kommission „Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz der Bundesrepublik Deutschland“. Abschlussbericht der Risikokommission. Salzgitter: Bundesamt für Strahlenschutz, S. 53</li><li id="footnote_9_208" class="footnote">Neben 88 Universitäten (mit Promotionsrecht), gibt es rund 100 Fachhochschulen und dann nochmal ca. 180 Akademien, Kunsthochschulen und Privatuniversitäten etc.</li><li id="footnote_10_208" class="footnote">D.h. 1. das eigene Forschungsgebiet verständlich zu präsentieren, 2. sich als öffentlicher Forscher zu positionieren und in wissenschaftliche, wissenschaftspolitische und ethische Debatten einzuschalten.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview &#124; kurz&#038;knapp 25</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 10:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich gestehe, daß ich ein großer Fan von Interviews bin. Ich schätze es, wenn Menschen auf kluge Fragen interessante Antworten geben. Und auch wenn die Fragen nicht ganz so gescheit sind und auch die Antworten nicht alle druckreif, so lese ich dennoch gerne mit oder schaue zu, wenn zwei oder mehr Menschen Gespräche führen. Abgesehen ... <a title="Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview &#124; kurz&#038;knapp 25" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview &#124; kurz&#038;knapp 25">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/">Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview | kurz&#038;knapp 25</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/talk_01.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-238 alignright" style="margin: 5px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/talk_01.jpg" alt="Talk_01" width="200" height="133" /></a><strong>Ich gestehe, daß ich ein großer Fan von Interviews bin. Ich schätze es, wenn Menschen auf kluge Fragen interessante Antworten geben. Und auch wenn die Fragen nicht ganz so gescheit sind und auch die Antworten nicht alle druckreif, so lese ich dennoch gerne mit oder schaue zu, wenn zwei oder mehr Menschen Gespräche führen.</strong></p>
<p>Abgesehen von den Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis (die ja hoffentlich weniger Interview-, denn Konversationscharakter haben), sind es ja meist mehr oder minder &#8222;prominente&#8220; Personen, die im Fernsehen oder in Zeitungen und Magazinen interviewt werden. Sicher gibt es gute Gründe dafür, daß etwa in der &#8222;SZ am Wochenende&#8220; auf der letzten Seite ein toller Komponist oder meinetwegen ein herausragender Schriftsteller befragt wird. Allerdings möchte ich behaupten, daß jeder beliebige Blogger ebenfalls Wissenswertes zu erzählen wüßte. Weshalb ich so ins philosophieren gerate?</p>
<h4 class="pullquote">Warum werden nur prominente Menschen interviewt? Und wieso muß man als Wissenschaftler erst den Nobelpreis haben, bevor man als Gesprächsperson interessant wird?</h4>
<p>Der Kommunikationswissenschaftler und Blogforscher<a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Jan Schmidt</a> vom Hamburger Hans-Bredow-Institut hat vorgestern ein Interview bei sich im Blog eingestellt, das er einem Fachmagazin gegeben hat. Und natürlich ist <a  href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/118" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Gespräch</a> lesenswert! Warum muß man eigentlich als Wissenschaftler meist erst den Nobelpreis erhalten, bevor man als Person interessant wird?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/#footnote_0_235" id="identifier_0_235" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Davon zu unterscheiden sind diejenigen Gespr&auml;che, in denen der Wissenschaftler als &bdquo;Experte&ldquo; befragt wird. Hier interessiert er ja nur in seiner Rolle als Fachmann, als Mensch tritt er dabei kaum in Erscheinung.">1</a></p>
<p>Ich plane übrigens seit einiger Zeit für das <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a> eine ähnliche Rubrik, in der wissenschaftliche Blogger zu Wort kommen bzw. auf einige Fragen antworten sollen. Ich werde das weiter verfolgen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/#footnote_1_235" id="identifier_1_235" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und wer noch spannende Fragen parat hat, die er schon lange einem Wissenschaftsblogger stellen wollte, dann ist daf&uuml;r Platz in den Kommentaren. Ganz nach dem Motto: &bdquo;Was sie schon immer von einem Blogger wissen wollten, aber nie zu fragen wagten&hellip;&ldquo; ;-) ">2</a></p>
<p>Zurück zu Jan: er meckert über die unbefriedigende Situation für Nachwuchswissenschaftler, erzählt, wie er von der Soziologie zu den Kommunikationswissenschaften kam und hat mit folgender Antwort bei mir natürlich gewonnen:</p>
<blockquote><p><em>Frage: Was würden Sie als Wissenschaftsminister/in Ihres Landes sofort ändern?</em></p>
<p>Jan: Nach der (sicherlich hart umkämpften) deutlichen Aufstockung meines Budgets würde ich allen Nachwuchswissenschaftler/innen, die es möchten und können, eine unbefristete Stelle an der Universität bzw. in den Wissenschaftseinrichtungen anbieten, um ihnen selbstbestimmte Forschung und Lehre zu ermöglichen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wo darf ich mein Kreuzchen für Jan machen? Wer befördert den Mann endlich zum Minister? ;-)</p>
<ul>
<li><span class="citation_txt">Schmidt, Jan (2008): <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/118" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragebogen für den AVISO</a>. In: Schmidt mit Dete [Weblog], 9. April 2008. Online-Publikation: http://www.schmidtmitdete.de/archives/118. </span></li>
</ul>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft">Wissenschaft</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftskommunikation">Wissenschaftskommunikation</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_235" class="footnote">Davon zu unterscheiden sind diejenigen Gespräche, in denen der Wissenschaftler als &#8222;Experte&#8220; befragt wird. Hier interessiert er ja nur in seiner Rolle als Fachmann, als Mensch tritt er dabei kaum in Erscheinung.</li><li id="footnote_1_235" class="footnote">Und wer noch spannende Fragen parat hat, die er schon lange einem Wissenschaftsblogger stellen wollte, dann ist dafür Platz in den Kommentaren. Ganz nach dem Motto: &#8222;Was sie schon immer von einem Blogger wissen wollten, aber nie zu fragen wagten&#8230;&#8220; ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/">Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview | kurz&#038;knapp 25</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/feed/</wfw:commentRss>
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		<item>
		<title>Zuwachs bei den Spektrumblogs » Kosmologs richtet sich an Astronomie-Fans &#124; kurz&#038;knapp 06</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/zuwachs-bei-den-spektrumblogs-kosmologs-richtet-sich-an-astronomie-fans-kurzknapp-06/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 16:13:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/26/zuwachs-bei-den-spektrumblogs-kosmologs-richtet-sich-an-astronomie-fans-kurzknapp-06/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn ich das Wort &#34;Sterntagebücher&#34; höre, dann denke ich an Stanislaw Lem. 1957 hatte der polnische Autor und Futurologe seine Kurzgeschichten und Notizen unter dem Titel &#34;Die Sterntagebücher des Weltraumfahrers Ijon Tichy&#34; veröffentlicht. Nun aber schickt sich der Spektrum-Verlag an, das Label &#34;Sterntagebücher&#34; mit wissenschaftlichem Web2.0-Content zu füllen. &#34;Kosmologs &#8211; Die Sterntagebücher im Netz&#34; heißt ... <a title="Zuwachs bei den Spektrumblogs » Kosmologs richtet sich an Astronomie-Fans &#124; kurz&#038;knapp 06" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/zuwachs-bei-den-spektrumblogs-kosmologs-richtet-sich-an-astronomie-fans-kurzknapp-06/" aria-label="Mehr Informationen über Zuwachs bei den Spektrumblogs » Kosmologs richtet sich an Astronomie-Fans &#124; kurz&#038;knapp 06">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/zuwachs-bei-den-spektrumblogs-kosmologs-richtet-sich-an-astronomie-fans-kurzknapp-06/">Zuwachs bei den Spektrumblogs » Kosmologs richtet sich an Astronomie-Fans | kurz&#038;knapp 06</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn ich das Wort &quot;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sterntageb%C3%BCcher&amp;oldid=29925734" rel="noopener noreferrer">Sterntagebücher</a>&quot; höre, dann denke ich an Stanislaw Lem. 1957 hatte der polnische Autor und Futurologe seine Kurzgeschichten und Notizen unter dem Titel &quot;Die Sterntagebücher des Weltraumfahrers Ijon Tichy&quot; veröffentlicht. Nun aber schickt sich der Spektrum-Verlag an, das Label &quot;Sterntagebücher&quot; mit wissenschaftlichem Web2.0-Content zu füllen.</strong> </p>
<p>&quot;<em>Kosmologs &#8211; Die Sterntagebücher im Netz</em>&quot; heißt nämlich ein neues (astronomisches) Blogportal, das seit wenigen Tagen online ist. Damit ist die Web2.0-Offensive der Spektrumblogs vermutlich erstmal beendet, denn mit den <a href="http://www.brainlogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brainlogs</a> (Hirnforschung &amp; Psychologie) und <a href="http://www.wissenslogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenslogs</a> (quer durch den Wissenschaftbetrieb) hat man ja ein vielversprechendes Blogpaket geschnürt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/zuwachs-bei-den-spektrumblogs-kosmologs-richtet-sich-an-astronomie-fans-kurzknapp-06/#footnote_0_144" id="identifier_0_144" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Allerdings sollte man sich bei Spektrum-Online demn&auml;chst mal darum k&uuml;mmern, da&szlig; Trackbacks externer Blogs auch angezeigt werden.">1</a> Ich persönlich werde mich wohl nicht so häufig bei den <a target="_blank" href="http://www.kosmologs.de/" rel="noopener noreferrer">Kosmologs</a> umsehen, die Astronomie zählt zu den Fachgebieten, die mich dann ehrlicherweise nur peripher interessieren. Die Beschreibung der Kosmologs liest sich für Astronomiefreunde aber vermutlich spannend:</p>
<blockquote>
<p>Seit es Menschen gibt, machen sie sich Gedanken darüber, wie das Weltall beschaffen ist. Die Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften. Und der Blick auf das nächtliche Firmament fasziniert noch heute Jung und Alt. Wir denken über unsere Stellung im Universum nach, fragen nach der Natur kosmischer Objekte &#8211; oder träumen davon, zu anderen Planeten und Sternen zu reisen. All dies geschieht auch in den Kosmologs. Das ist die Idee dieses Blogportals. </p>
</blockquote>
<p>Für alle Sterngucker, Urknall-Fans, Hobby-Astronomen und Kosmologie-Begeisterte lohnt sich ein Besuch bei den Kollegen aber sicher&#8230; </p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.kosmologs.de/kosmo/summary.php" rel="noopener noreferrer">Kosmologs &#8211; Die Sterntagebücher im Netz</a></li>
<li>Lem, Stanislaw (1957): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/351839813X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=351839813X">Die Sterntagebücher des Weltraumfahrers Ijon Tichy</a>. Suhrkamp.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_144" class="footnote">Allerdings sollte man sich bei Spektrum-Online demnächst mal darum kümmern, daß Trackbacks externer Blogs auch angezeigt werden.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/zuwachs-bei-den-spektrumblogs-kosmologs-richtet-sich-an-astronomie-fans-kurzknapp-06/">Zuwachs bei den Spektrumblogs » Kosmologs richtet sich an Astronomie-Fans | kurz&#038;knapp 06</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 08:29:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/12/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Verhältnis der Gesellschaft zu ihrer Wissenschaft ist nicht unproblematisch: womit sich die Forscher in ihren Instituten beschäftigen, können die meisten Normalbürger kaum nachvollziehen. Und umgekehrt erachten es viele Wissenschaftler beinahe als Zumutung, wenn sie ihre Forschungsarbeit gegenüber Laien erklären und – so wird es häufig wahrgenommen – rechtfertigen sollen. In der Folge ist nicht ... <a title="Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/" aria-label="Mehr Informationen über Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/">Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Verhältnis der Gesellschaft zu ihrer Wissenschaft ist nicht unproblematisch: womit sich die Forscher in ihren Instituten beschäftigen, können die meisten Normalbürger kaum nachvollziehen. Und umgekehrt erachten es viele Wissenschaftler beinahe als Zumutung, wenn sie ihre Forschungsarbeit gegenüber Laien erklären und – so wird es häufig wahrgenommen – rechtfertigen sollen. In der Folge ist nicht selten ein Klima latenten Mißtrauens festzustellen.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_0_207" id="identifier_0_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Wissenschaft h&auml;lt die B&uuml;rger und Konsumenten entweder f&uuml;r desinteressiert oder f&uuml;r latent technik- und wissenschaftsfeindlich. Auf der anderen Seite findet man h&auml;ufig Vorbehalte gegen&uuml;ber der angeblich &bdquo;abgehobenen&ldquo; Sph&auml;re der Wissenschaft. ">1</a> <strong>Was die Forscher in ihrem obskuren Elfenbeinturm treiben, bleibt den meisten Nichtakademikern ein Rätsel.&nbsp; </strong></p>
<h4 class="pullquote_left"> Ignorieren gilt nicht: Wissenschaft hat ein Recht auf eine Öffentlichkeit, die sich für sie interessiert. Und das Publikum hat ein Recht auf Wissenschaftler, die kompetent kommunizieren. <br /></h4>
<p>Was leider häufig vergessen wird: die Wissenschaft hat ein Recht auf ein neugieriges Publikum und dieses hat einen legitimen Anspruch auf kompetente Informationen und Wissensvermittlung.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_1_207" id="identifier_1_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und das nicht nur, weil fast alle Forschungen durch Steuermittel finanziert sind.">2</a> Und wissenschaftliche Blogs wären – das meine These – ein phantastisches Instrument, um endlich einen fruchtbaren Dialog zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft zu führen. Aber wissenschaftliche Blogs können noch weitere Funktionen erfüllen, von denen die Wissenschaftskommunikation 1.0 nur träumen konnte. </p>
<p><strong>Was ist Wissenschaftskommunikation?</strong></p>
<p>Wir haben im ersten Teil der Skizze zu den Möglichkeiten wissenschaftlicher Blogs gesehen, daß die Blogosphäre nicht nur ein dynamisches Informationsnetz ist, sondern auch eine soziale Komponente beinhaltet: Blogs vernetzen Menschen. Für die wissenschaftliche Kommunikationskultur eröffnet das spannende Optionen – wobei zunächst zu klären ist, was unter dem Begriff &quot;Wissenschaftskommunikation&quot; zu verstehen sein soll. </p>
<p>Daß Kommunikation – also die Mitteilung von Informationen und<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_2_207" id="identifier_2_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So ist jedenfalls zu w&uuml;nschen. ;-) ">3</a> das Verstehen durch den Adressaten – eine wesentliche Komponente von Wissenschaft ist, ist leicht einzusehen. Ich habe schon verschiedentlich erläutert, daß Wissenschaft mehr ist, als die bloße Produktion von Wissen in Universitäten und Forschungseinrichtungen. </p>
<h4 class="pullquote"> Wissenschaft ist dazu verdammt, sich den aktuellen Stand des Wissens gegenwärtig zu halten. Wissenschaft kann nicht <em>nicht</em> kommunizieren. <br /></h4>
<p>Wissenschaft ist nämlich vor allem ein Kommunikationssystem. Wissenschaft vollzieht sich als Effekt des kontinuierlichen Diskurses der &quot;Scientific Community&quot;. Das &quot;System Wissenschaft&quot; ist also m.a.W. dazu verdammt, sich über den eigenen Wissensstand zu vergewissern und den Stand der Forschung präsent zu halten. Sie muß sich – vereinfacht gesagt – ständig darüber informieren, was sie weiß. Und dies läuft über fortwährende Kommunikationsakte. </p>
<p>Niklas Luhmann schreibt in diesem Zusammenhang beispielsweise:</p>
<blockquote><p>&quot;Erst in der Form wissenschaftlicher Publikationen erreicht die moderne Wissenschaft autopoietische Anschlußfähigkeit.&quot; <br /><em>Luhmann, Niklas (1990): Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt a.M., S. 432</em></p></blockquote>
<p>Was in der systemtheoretischen Terminologie eventuell kryptisch klingt, meint im Grunde wenig anderes, als daß die Wissenschaft nur über das Publikationssystem aufrecht erhalten wird. Denn: nur wissenschaftliche Erkenntnisse, die publiziert werden, existieren!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_3_207" id="identifier_3_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das ist &uuml;brigens keineswegs so nebens&auml;chlich wie es scheint. Im Sinne der Wissenschaft ist es bspw. mehr als kontraproduktiv, da&szlig; in vielen F&auml;llen medizinische Studien in den Schubladen verschwinden, wenn sie nicht den gew&uuml;nschten Erfolg erbracht haben. Denn auch &quot;negative&quot; Studienergebnisse sind lehrreich&hellip;">4</a> </p>
<div align="center">
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Wissenschaftskommunikation_01a.jpg" rel="lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" width="480" height="266" align="middle" style="margin: 4px;" alt="Wissenschaftskommunikation_01b.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Wissenschaftskommunikation_01b.jpg" /></a></p>
<p align="left">Diese angesprochenen Kommunikations- und Publikationsakte sind allerdings nur ein Teilbereich der Wissenschaftskommunikation. Man könnte dies als &quot;interne Wissenschaftskommunikation&quot; bezeichnen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_4_207" id="identifier_4_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Davon ist die &quot;externe&quot; Wissenschaftskommunikation zu unterscheiden. Diese umfa&szlig;t alle Kommunikationen, wenn Wissenschaft sich gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit, Politik, Recht, Medien, Konsumenten etc. mitteilt. Dazu mehr im dritten Teil der Artikelserie.">5</a> Denn es handelt sich hierbei um den fachlichen Austausch innerhalb der jeweiligen Disziplin. Die Adressaten der Publikationen sind die betreffenden Fachkollegen, die ihrerseits mit Zustimmung oder Kritik anschließen.</p>
</div>
<p><strong>Was Wissenschaftsblogs nicht leisten können</strong> </p>
<h4 class="pullquote"> Wissenschaftsblogs sind nicht der Ort, an dem relevante wissenschaftliche Ergebnisse publiziert werden. Blogs sind kein Ersatz für Fachzeitschriften.<br /></h4>
<p>Solange es um diesen Aspekt der Wissenschaftskommunikation geht, so ist festzustellen, daß wissenschaftliche Blogs – jedenfalls in der Form, wie wir sie heute kennen – hier keine Rolle spielen. </p>
<p>Es hat sich aus guten Gründen bewährt, daß innerhalb des Fachdiskurses im wesentlichen nur Forschungsergebnisse relevant sind, die in Fachzeitschriften publiziert werden und dort wenigstens redaktionell, besser aber über ein sog. &quot;Peer-Review-Verfahren&quot; überprüft wurden. Zwar ist auch das klassische Peer-Review-Prinzip nicht vor Irrtümern gefeit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_5_207" id="identifier_5_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erst j&uuml;ngst wurden wieder &bdquo;gefakte&ldquo; Forschungsberichte koreanischer Klonforscher enttarnt.">6</a>, aber die Qualitätssicherung ist ein wichtiger Aspekt. </p>
<p>Da Blogs zumeist vollkommen autonom geführt werden, keine Redaktion und erst Recht kein kompetenter Fachkollege die Artikel überprüft, sind Blogs in sicherlich kein Ersatz für das traditionelle Publikationssystem. Allerdings muß gesagt werden, daß es dennoch Ausnahmen gibt,&nbsp; in denen auch Blogposts als wissenschaftliche Wortmeldung zählen und zitiert werden dürfen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_6_207" id="identifier_6_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="N&auml;mlich wenn keine anderen &quot;Quellen&quot; zu bestimmten Fragen verf&uuml;gbar sind. Mehr Informationen dazu: hier">7</a>&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Eine Wissenschaft 2.0 wäre dadurch gekennzeichnet, daß Online-Journals durch Blogoptionen (Kommentare &amp; Trackbacks) erweitert wären. <br /></h4>
<p>Außerdem ist festzuhalten, daß das derzeitige System (in dem Print-Journals immer noch die „Leitwährung“ darstellen) weit hinter den Möglichkeiten zurückhinkt, die eine Online-Publikationskultur böte. Die Open-Access-Initiative ist ein wichtiger Schritt, um die Dominanz der wissenschaftlichen Verlage aufzubrechen. Für die Zukunft hielte ich persönlich die Publikation in Online-Journals, die mit Blog- bzw. Web-2.0-Optionen erweitert wären und die Qualitätssicherung durch ein sog. &quot;Open-Peer-Review&quot; sicherstellen, für wünschenswert.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_7_207" id="identifier_7_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie es bspw. in den Kommentaren zum ersten Artikel schon angeklungen ist.">8</a></p>
<p>Es bleibt also festzuhalten: Blogposts können und sollen wissenschaftliche Publikationen nicht ersetzen. Damit scheidet aber auch nur ein kleiner (wenn auch wichtiger) Teil der Wissenschaftskommunikation aus. Für alle weiteren Aspekte taugt das Blogformat nämlich sehr wohl. Zunächst wären da all die fachlichen Diskussionen zu nennen, die heute in Konferenzpausen, mit Kollegen in der Mittagspause oder per Mail geführt werden. </p>
<p><strong>Forum für die informellen Fachdiskussionen </strong></p>
<p>Denn, seien wir ehrlich: der wissenschaftliche Diskurs besteht ja nicht nur aus Kommunikationseinheiten der Größenordnung von 15 Seiten aufwärts.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_8_207" id="identifier_8_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was also der Mindestl&auml;nge von Journalartikeln entspricht.">9</a> Die „interne Wissenschaftskommunikation“ operiert nämlich über weite Strecken viel kleinteiliger und viel informeller. Und hier läge eine Stärke der wissenschaftlichen Blogosphäre. Egal ob eine kurze Anmerkung zum jüngsten Artikel des Kollegen oder eine Ergänzung eigener Artikel – ein wissenschaftlicher Blog wäre der ideale Ort, um solche Wortmeldungen zu archivieren und zugänglich zu machen. Und wenn es um Literaturtipps, Ideensammlungen oder kurze, spontane Forschungsnotizen geht, so sind Blogs ohnehin unschlagbar. </p>
<p><strong>Wissenschaftsblogger als kritische Prüfinstanz</strong> </p>
<p>Denn wissenschaftliche Blogs können hervorragend zur kritischen Prüfung eigener Gedanken eingesetzt werden und – was nicht vergessen werden soll – Blogs eignen sich auch dazu, um auf Fehler in Publikationen hinzuweisen. Das geht von der <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/09/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlamperei von Wissenschaftsjournalisten</a>, die erst Bloggern auffällt und reicht bis zu solchen Fällen, in denen aufmerksame Wissenschaftsblogger mit ihren kritischen Anmerkungen dazu beitragen, daß Fachartikel in etablierten Journals zurückgezogen werden müssen. </p>
<h4 class="pullquote"> Wann wird der erste große Wissenschaftsskandal durch Blogger aufgedeckt? Zuletzt entlarvten US-Blogger einen Fachartikel als kreationistische Mogelpackung <br /></h4>
<p>So geschehen erst vor wenigen Wochen: dem US-Blogger Attila Csordás war der etwas obskure Artikel von M. Warda und Jin Han im renommierten Journal &quot;Proteomics&quot; <a target="_blank" href="http://pimm.wordpress.com/2008/01/29/can-you-tell-a-good-article-from-a-bad-article-based-on-the-abstract-and-the-title/" rel="noopener noreferrer">aufgefallen</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_9_207" id="identifier_9_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="M. Warda, Jin Han: &bdquo;Mitochondria, the missing link between body and soul Proteomic prospective evidence.&ldquo; in: Proteomics. 2008 Jan 23, DOI: 10.1002/pmic.200700695">10</a>&nbsp; Als er und weitere Blogger kritisch nachhakten, <a target="_blank" href="http://pimm.wordpress.com/2008/02/12/screenshot-of-the-day-warda-han-paper-retracted/" rel="noopener noreferrer">zog der Verlag den Artikel zurück</a> – die Gutachter hatten schlicht gepennt und einen offenbar unseriös argumentierenden Artikel durchgewunken.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_10_207" id="identifier_10_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Weitere Details zu diesem bemerkenswerten Fall findet man in diesem Beitrag von Hanno Charisius.">11</a> </p>
<p><strong>Wissenschaftler sind auch nur Menschen: Das Beziehungsmanagement durch Blogs</strong></p>
<p>Neben diesen wichtigen wissenschaftsinternen Kommunikationsfunktionen, die Blogs erfüllen können, sind natürlich all die Möglichkeiten im Hinblick auf die Identitäts- und Beziehungsebene zu nennen. Wie bereits im ersten Teil kurz skizziert, ist ein wissenschaftlicher Blog ja immer auch eine „Visitenkarte“ des jeweiligen Forschers.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Kommunikative Fähigkeiten sind gefragt. Blogs taugen auch zur wissenschaftlichen Selbstdarstellung. <br /></h4>
<p>Während jedoch statische Seiten erstens nur recht aufwendig zu aktualisieren sind und zweitens keine Interaktionen zulassen, ist es innerhalb eines Blogs möglich, sich als Wissenschaftlerpersönlichkeit zu präsentieren. Richtig ist (wie etwa Carsten Könneker in den Kommentaren anmerkt), daß hierzu auch bestimmte kommunikative Kompetenzen erforderlich sind, aber ist das ein Ausschlußgrund? </p>
<p>Wichtig ist: innerhalb von Blogs &quot;darf&quot; der Wissenschaftler auch ein Stück Mensch sein. Was nicht bdeuten soll, daß es unentwegt &quot;menscheln&quot; sollte, aber wenn bspw. ein Rückblick auf eine Fachkonferenz gepostet wird oder man verkünden darf, daß die Doktorarbeit fertig oder ein Experiment erfolgreich bewältigt wurde, dann ist das die persönliche Note, die Leser an das Blog bindet und die eventuell einen Kontakt zu einem Fachkollegen anbahnt. Beispiele für Kooperationen und gemeinsame Projekte, die erst durch Blogs ermöglicht wurden, gibt es bereits heute zahlreich. <br /><strong><br />Die verschiedenen Spielarten wissenschaftlicher Blogs </strong></p>
<p>All die oben genannten Vorteile – von der niederschwelligen, informellen Fachdiskussion bis hin zur „Kontaktanbahnung“&nbsp; –&nbsp; betreffen jenen internen Kernbereich der Wissenschaftskommunikation, innerhalb dessen Autoren und Leser gleichermaßen vom Fach sind. Wir reden bislang also eigentlich nur von einer Spezialform wissenschaftlicher Blogs, nämlich sog. Wissenschaftlerblogs. Welche verschiedenen Varianten sind überhaupt zu unterscheiden? </p>
<p><strong>1. Wissenschaftlerblogs </strong>| Autoren: Doktoranden, Forscher </p>
<ul>
<li>Dokumentation eigener Forschungsarbeit, Ideen sammeln + zur Diskussion stellen </li>
<li>Einblicke in Privat- und Forschungsalltag, Konferenzberichte etc.</li>
<li>Adressatenkreis: klein, Fachkollegen, andere Wissenschaftler, interdisziplinärer Austausch </li>
</ul>
<p><strong>2. Wissenschaftsblogs </strong>| Autoren: Blogger, Journalisten, Wissenschaftsfreaks</p>
<ul>
<li>journalistische Ausrichtung, publizistische Darstellung aktueller Wissenschaftsthemen</li>
<li>Adressatenkreis: breit, interessiertes Publikum; Motivation: Informationsaufbereitung, Kritik</li>
</ul>
<p><strong>3. Institutionelle Wissenschaftsblogs</strong> | Projektblogs, Institutsblogs, Seminar-<br />/Lehrveranstaltungsblogs</p>
<ul>
<li>begleitende Dokumentation, Visitenkarte, e-Learning </li>
<li>Adressatenkreis: begrenzt, spezifisch, Fachkollegen, Studenten etc.</li>
</ul>
<p>Mischformen zwischen den einzelnen Formen sind natürlich durchaus zu finden. Entscheidend ist, daß es bei den originären &quot;Wissenschaftlerblogs&quot; die Person ist, also der bloggende Wissenschaftler, der ausschlaggebend ist. Hier dürfen vereinzelt auch stärker persönlich gefärbte Artikel gepostet werden. Während bei den &quot;Wissenschaftsblogs&quot; das Augenmerk eindeutig auf den Inhalten liegt. Hier ist es der wissenschaftliche Gegenstandbezug, der den Blog zu einem Wissenschaftsblog macht.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Wie können Blogs zu einer &quot;wissenschaftsmündigen&quot; Gesellschaft beitragen?<br /></h4>
<p>Die Besonderheiten der stärker journalistisch ausgerichteten Blogs und die Möglichkeiten, die sich für die Wissenschaftskommunikation gegenüber der Öffentlichkeit bietet, werde ich in einem dritten Teilartikel näher beleuchten. Dort soll dann endlich auch verraten werden, worin sich die Wissenschaftskommunikation 2.0 von konventionelleren Formen unterscheidet und auf welche Weise Blogs zu einer wünschenswerten &quot;Scientific Citizenship&quot; beitragen könnten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_11_207" id="identifier_11_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich m&ouml;chte in diesem Zusammenhang den Begriff eines &bdquo;wissenschaftsm&uuml;ndigen&ldquo; B&uuml;rgers vorschlagen. Dazu aber im n&auml;chsten Beitrag.">12</a> Und schließlich soll auch skizziert werden, weshalb wissenschaftliche Blogs eine &quot;doppelte Zumutung&quot; darstellen.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" /></p>
<p><em><strong>Verwandte Artikel in der Wissenswerkstatt:</strong></em></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/22/wissenschaftsblogs-in-deutschland-status-quo-und-die-professionalisierung-der-wissenschaftlichen-blogszene/" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftsblogs in Deutschland » Status quo und die Professionalisierung der wissenschaftlichen Blogszene</a>, 22.01.2008</li>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/" rel="noopener noreferrer">Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert</a> | Werkstattnotiz XLII, 4.12.2007</li>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/12/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/" rel="noopener noreferrer">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a>, 12.9.2007&nbsp; </li>
</ul>
<p><em>Immer einen Besuch wert:</em></p>
<ul>
<li>der <a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" rel="noopener noreferrer">Newsticker des &quot;Wissenschafts-Cafés&quot;</a> listet die aktuellsten Posts der Wissenschaftsblog-Szene</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:&nbsp;</strong></em></p>
<ul>
<li>Nikolow, Sybilla &amp; Schirrmacher, Arne (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593384892?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3593384892">Wissenschaft und Öffentlichkeit als Ressourcen füreinander</a>. Studien zur Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert. Campus Verlag.</li>
<li>Kohring, Matthias (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896694820?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896694820">Wissenschaftsjournalismus. Forschungsüberblick und Theorieentwurf</a>. Forschungsüberblick und Theorieentwurf. UVK.</li>
<li>Wormer, Holger (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531148931?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531148931">Die Wissensmacher. Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland</a>. Vs-Verlag.</li>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Velbrück-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_207" class="footnote">Die Wissenschaft hält die Bürger und Konsumenten entweder für desinteressiert oder für latent technik- und wissenschaftsfeindlich. Auf der anderen Seite findet man häufig Vorbehalte gegenüber der angeblich „abgehobenen“ Sphäre der Wissenschaft. </li><li id="footnote_1_207" class="footnote">Und das nicht nur, weil fast alle Forschungen durch Steuermittel finanziert sind.</li><li id="footnote_2_207" class="footnote">So ist jedenfalls zu wünschen. ;-) </li><li id="footnote_3_207" class="footnote">Das ist übrigens keineswegs so nebensächlich wie es scheint. Im Sinne der Wissenschaft ist es bspw. mehr als kontraproduktiv, daß in vielen Fällen medizinische Studien in den Schubladen verschwinden, wenn sie nicht den gewünschten Erfolg erbracht haben. Denn auch &quot;negative&quot; Studienergebnisse sind lehrreich&#8230;</li><li id="footnote_4_207" class="footnote">Davon ist die &quot;externe&quot; Wissenschaftskommunikation zu unterscheiden. Diese umfaßt alle Kommunikationen, wenn Wissenschaft sich gegenüber der Öffentlichkeit, Politik, Recht, Medien, Konsumenten etc. mitteilt. Dazu mehr im dritten Teil der Artikelserie.</li><li id="footnote_5_207" class="footnote">Erst jüngst wurden wieder „gefakte“ Forschungsberichte koreanischer Klonforscher enttarnt.</li><li id="footnote_6_207" class="footnote">Nämlich wenn keine anderen &quot;Quellen&quot; zu bestimmten Fragen verfügbar sind. Mehr Informationen dazu: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a></li><li id="footnote_7_207" class="footnote">Wie es bspw. in den Kommentaren zum ersten Artikel schon angeklungen ist.</li><li id="footnote_8_207" class="footnote">Was also der Mindestlänge von Journalartikeln entspricht.</li><li id="footnote_9_207" class="footnote">M. Warda, Jin Han: „Mitochondria, the missing link between body and soul Proteomic prospective evidence.“ in: Proteomics. 2008 Jan 23, DOI: 10.1002/pmic.200700695</li><li id="footnote_10_207" class="footnote">Weitere Details zu diesem bemerkenswerten Fall findet man <a target="_blank" href="http://www.scienceblogs.de/ein-bisschen-dunkel/2008/02/tiefflug.php" rel="noopener noreferrer">in diesem Beitrag</a> von Hanno Charisius.</li><li id="footnote_11_207" class="footnote">Ich möchte in diesem Zusammenhang den Begriff eines „wissenschaftsmündigen“ Bürgers vorschlagen. Dazu aber im nächsten Beitrag.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/">Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Wissens-Kollaboration: Wissen teilen ::: Wissenschaftskommunikation: Brücken bauen &#124; Werkstatt-Ticker 21</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2008 07:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Neue Folge der &#8222;17 Fragen&#8230;&#8220; Da ich mir erlaubt habe über die Pfingstfeiertage vorübergehend ins schöne Friaul zu verschwinden, gibt es die vierte Ausgabe des Frage- und Antwort-Spiels im Wissenschafts-Café erst heute. In Zukunft soll aber weiterhin am Montag als Gesprächstermin festgehalten werden. Diesmal hat netterweise Johannes Moskaliuk aus Tübingen meine neugierigen Fragen beantwortet. ... <a title="Wissens-Kollaboration: Wissen teilen ::: Wissenschaftskommunikation: Brücken bauen &#124; Werkstatt-Ticker 21" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/" aria-label="Mehr Informationen über Wissens-Kollaboration: Wissen teilen ::: Wissenschaftskommunikation: Brücken bauen &#124; Werkstatt-Ticker 21">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/">Wissens-Kollaboration: Wissen teilen ::: Wissenschaftskommunikation: Brücken bauen | Werkstatt-Ticker 21</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Neue Folge der &#8222;17 Fragen&#8230;&#8220; </span></span></h4>
<p>Da ich mir erlaubt habe über die Pfingstfeiertage vorübergehend ins schöne Friaul zu verschwinden, gibt es die vierte Ausgabe des Frage- und Antwort-Spiels im Wissenschafts-Café erst heute. In Zukunft soll aber weiterhin am Montag als Gesprächstermin festgehalten werden.</p>
<p>Diesmal hat netterweise <a href="http://blog.moskaliuk.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Johannes Moskaliuk</a> aus Tübingen meine neugierigen Fragen beantwortet. Johannes ist Psychologe und promoviert derzeit rund um die kollaborative Wissensarbeit in Wikis und Co. Das ist natürlich ein hochspannendes Thema und Johannes erklärt auch wunderbar, was man darunter verstehen soll und darf.</p>
<p>Und ganz begeistert bin ich natürlich über Sätze wie diesen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Was wir schon immer geahnt haben, hat jetzt einen Namen: Wissen wird mehr, wenn man es teilt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Das die Antwort bzw. Web 2.0-Definition von Johannes. Ich plädiere dafür, daß diese Definition schleunigst etabliert wird! Denn ich stimme zu 100% überein.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/#footnote_0_288" id="identifier_0_288" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nicht umsonst lautet das (inoffizielle) Motto der Wissenswerkstatt: &bdquo;Das, was man hat verschenken.&ldquo;">1</a> Mehr über die geheimen Pläne von Johannes sich als Wirt einer Szene-Kneipe ein zweites Standbein zu schaffen &#8211; hier:</p>
<div class="links_kurz">Links:</p>
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/05/17-fragen-an-johannes-moskaliuk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Johannes Moskaliuk</a>, 15.5.2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Bescheidenheit ist eine Zier&#8230; </span></span></h4>
<p>Im Fischblog ist mal wieder ein spannender Text zu lesen, der diesmal einige Aspekte der Wissenschaftskommunikation selbst beleuchtet. Lars hatte <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/05/06/wissenschaft-journalismus-bloggen-4138626" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vor einigen Tagen</a> bereits die Rolle von Wissenschaftsjournalisten angesprochen und in diesem Zusammenhang die These von Werner Große<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/#footnote_1_288" id="identifier_1_288" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Werner Gro&szlig;e lehrt an der TU Braunschweig Medienwissenschaften und bloggt hier.">2</a> erwähnt, der ein Hauptmanko des Wissenschaftsjournalismus in dessen &#8222;Theoriephobie&#8220; identifiziert.  Journalisten seien oftmals ncht in der Lage oder nicht willens die einzelnen Phänomene in ihren übergreifenden (theoretischen) Kontext einzubetten &#8211; so die Kritik von Große.</p>
<p>Nun hat Lars erneut mit Werner gesprochen. Diesmal geht es u.a. um die Tendenz von Wissenschaftlern, die eigenen Forschungsresultate teilweise verzerrt, überspitzt und in vielen Fällen eben publikumswirksamer darzustellen. Klappern gehöre zum Geschäft und alle nüchternen, bescheidenen Forscher hätten das Nachsehen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Mit einem derartigen Vorgehen kommen Wissenschaftler vor allem deswegen durch, weil sich in der Wissenschaft selbst die Maßstäbe verschoben haben, erklärt Große. Wer als Wissenschaftler öffentlich Unsinn erzählt, muss nicht befürchten, im Kollegenkreis abgestraft zu werden,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/#footnote_2_288" id="identifier_2_288" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Allerdings m&uuml;&szlig;te er &ndash; wenn er bloggen sollte &ndash; dort mit heftiger Kritik rechnen. ;-) ">3</a> denn als Maßstab guter Wissenschaft gilt im Rahmen der aktuellen Durchkommerzialisierung der Wissenschaft längst eine andere Größe: die eingeworbenen Drittmittel. Und von denen bekommt man mehr, wenn man, mit welchen Mitteln auch immer, in die Presse kommt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Ich halte diese Beobachtung in dieser Pauschalität für nicht ganz zutreffend. Zwar sehe ich auch Beispiele für diese ärgerliche Entwicklung, aber ob dies für die gesamte Forscherriege gilt?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/#footnote_3_288" id="identifier_3_288" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diese Frage w&auml;re einen eigenen Blogpost wert, dazu evtl. ein anderes Mal mehr.">4</a></p>
<p>Einen anderen Aspekt der Wissenschaftskommunikation, den Werner Große im Gespräch mit Lars anspricht, halte ich aber für unbedingt erwähnenswert &#8211; nämlich die Übersetzungsaufgabe, die Wissenschaftskommunikation auch immer erfüllen muß.</p>
<blockquote><p>&#8222;Eigentlich, sagt er, müsste der Wissenschaftler dazu ausgebildet sein, diese Brücken zu bauen, und während der wissenschaftlichen Arbeit immer die Lebenswirklichkeit von Nicht-Wissenschaftlern im Blick behalten, um seine Forschung auch korrekt an die Öffentlichkeit vermitteln zu können.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und in diesem Zusammenhang wirft Lars die Frage, ob sich wissenschaftliche Blogs stärker an einer (wie auch immer gearteten) Zielgruppe orientieren sollten oder ob es gerade die Stärke von (authentischen) Wissenschaftsblogs ist, daß sie ihren Stil, ihr Profil, ihre Themen etc. eben nicht im vorauseilenden Gehorsam einer unterstellten Erwartungshaltung des Publikums unterwerfen.</p>
<p>Ich sehe das Alleinstellungsmerkmal von Wissenschaftsblogs durchaus in der autonomen Profilbildung, die jedem Blogger überlassen bleibt. Ob ich viel oder wenig Vorwissen vorausetze, ob ich populäre oder abseitige Themen bearbeite &#8211; all das bleibt mir überlassen. Das Publikum pickt sich dann schon das raus, was interessiert und anschlußfähig ist.</p>
<div class="links_kurz"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li> Fischblog: <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/05/14/der-wissenschaftler-als-stolperstein-der-4173381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Wissenschaftler als Stolperstein der Wissenschaftskommunikation</a>, 14.05.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Scienceblogs">Scienceblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Kollaboration">Kollaboration</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsjournalismus">Wissenschaftsjournalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_288" class="footnote">Nicht umsonst lautet das (inoffizielle) Motto der Wissenswerkstatt: &#8222;Das, was man hat verschenken.&#8220;</li><li id="footnote_1_288" class="footnote">Werner Große lehrt an der TU Braunschweig Medienwissenschaften und bloggt <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/allwissende-medien" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_2_288" class="footnote">Allerdings müßte er &#8211; wenn er bloggen sollte &#8211; dort mit heftiger Kritik rechnen. ;-) </li><li id="footnote_3_288" class="footnote">Diese Frage wäre einen eigenen Blogpost wert, dazu evtl. ein anderes Mal mehr.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/wissens-kollaboration-wissen-teilen-wissenschaftskommunikation-bruecken-bauen-werkstatt-ticker-21/">Wissens-Kollaboration: Wissen teilen ::: Wissenschaftskommunikation: Brücken bauen | Werkstatt-Ticker 21</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 11:26:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen Scharmützel zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen. Beim Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg,1 habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept ... <a title="Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/" aria-label="Mehr Informationen über Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/boxhandschuhe01.jpg" alt="Boxhandschuhe, Quelle: stock.xchng, User: verdrie" width="200" height="146" /><strong>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/12/getrennt-marschieren-vereint-schlagen-die-faz-leistet-der-sueddeutschen-zeitung-schuetzenhilfe-bei-der-web20-polemik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scharmützel</a> zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen.</strong></p>
<p>Beim <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> in Dieburg,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/#footnote_0_342" id="identifier_0_342" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der &uuml;brigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Gro&szlig;es Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Le&szlig;m&ouml;llmann und Thomas Pleil.">1</a> habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept einer gegenseitigen Bereicherung zu ersetzen.</p>
<p><strong>Vortrag beim &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220;</strong></p>
<p>Es ist schon zwei Wochen her, daß ich der netten Einladung der Studenten des Studiengangs Wissenschaftjournalismus der Hochschule Darmstadt gefolgt bin. Aber wenn ich versuchen soll, die Hauptthesen meiner Präsentation zusammenzufassen, die ich unter die Überschrift &#8222;<em>Einladungen zum Denken. Wissenschaftliche Blogs und der Weg in eine “wissenschaftsmündige” Gesellschaft. Über Chancen und Zumutungen der Wissenschaftskommunikation 2.0&#8243;</em> gestellt habe, dann sind es wohl die beiden folgenden Grundgedanken, die ich den Zuhörern vermitteln wollte.</p>
<ol>
<li>Wissenschaft ist schon immer ein riesengroßes Gespräch. Sie lebt vom argumentativen Dialog. Und Wissenschaft und Wissenschaftler tun gut daran, die Möglichkeit der bloggenden Wissenschaftskommunikation zu erproben, einzuüben und herauszufinden, ob Blogs nicht ein ideales Instrument des wissenschaftlichen Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagements sein können.</li>
<li> Der Wissenschaftsjournalismus tut gut daran, die wissenschaftliche Blogszene ernstzunehmen. Nicht weil ihm von dort derzeit ernsthaft Konkurrenz drohte &#8211; noch ist die Zahl der Wissenschaftsblogger zu gering, noch sind die Kräfteverhältnisse zu asymmetrisch. Journalisten sollten (wissenschaftliche) Blogs ernstnehmen, weil dort teilweise illustriert wird, wie spannende, authentische Wissenschaftskommunikation aussehen könnte. Und weil wissenschaftliche Blogger regelmäßig die Schwächen des behäbigen und recherchefaulen Journalismus entlarven. Insofern dienen (wissenschaftliche) Blogs als Korrektiv zur satten journalistischen Alltagsroutine.</li>
</ol>
<p>Und alle, die sich nochmal durch meine Präsentation klicken wollen, die können es nun hier tun:</p>
<div class="youtube">
<div id="__ss_512955" style="width: 425px; text-align: left;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;"><a href="http://www.slideshare.net/?src=embed"><img decoding="async" style="border:0px none;margin-bottom:-5px" src="http://static.slideshare.net/swf/logo_embd.png" alt="SlideShare" /></a> | <a  href="http://www.slideshare.net/werkstatt/wissenschaftliche-blogs-und-der-weg-in-eine-wissenschaftsmndige-gesellschaft?src=embed">View</a> | <a href="http://www.slideshare.net/upload?src=embed">Upload your own</a></div>
</div>
</div>
<p>Lars Fischer hatte übrigens in wunderbarer Weise meinen Vortrag live-bloggend begleitet (Einstiege u.a. <a href="http://www.wj-tag.de/?p=66" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://www.wj-tag.de/?p=58" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und auch <a href="http://danyo-is-an-oj.blogspot.com/2008/07/wissenschaftsjournalismus-tag-2008-live.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an dieser Stelle</a> wurde sehr gut live über meinen Vortrag gebloggt!).</p>
<p>Lars <a href="http://www.wj-tag.de/?p=67" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Nun stellt Marc seine zentrale These vor, die auch Wissenschaftsjournalisten freuen wird: Blogs existieren komplementär zu anderen Medien und erweitern sie, statt sie einzuschränken oder gar zu ersetzen. Blogs sind direkt, aktuell und authentisch. Im Zweifel können Blogs nicht nur schneller sein als der Online-Jounalismus, sondern eben vor allem auch die Stimmen von Experten zu Gehör bringen und Feinheiten von Themen präsentieren, die dem Wissenschaftsjournalisten als Generalisten nicht in dem Maße zugänglich sind.&#8220;</p></blockquote>
<p>Danke! Besser hätte ich es auch nicht sagen können. ;-)</p>
<p>Worauf es mir ankommt:</p>
<p>Die Behauptung, daß wissenschaftliche Blogs derzeit eine Alternative zum etablierten Wissenschaftsjournalismus darstellen, ist vermessen. So schlecht sind die &#8222;gelernten&#8220; Wissenschaftsredakteure überhaupt nicht und: die Ressourcen (Zeit, Geld, Recherchetools), die den Profis zur Verfügung stehen, sind einfach auch etwas wert und schlagen sich (meist) in der Qualität der Artikel nieder.</p>
<p><strong>Stachel im Fleisch des behäbigen Wissenschaftsjournalismus</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Wissenschaftsblogs sind keine bessere, sondern eine &#8222;andere&#8220; Form der Wissenschaftskommunikation!</span></h4>
<p>Aber: wissenschaftliche Blogs führen immer wieder vor Augen, daß die konventionelle &#8222;Berichterstattung&#8220; über wissenschaftliche Themen teilweise zu behäbig, zu brav und manchmal auch zu schlecht informiert ist. Das können manche Wissenschaftler besser.</p>
<p>Insofern sollten die journalistischen Profis die neuen, frechen Akteure auf dem Spielfeld der Wissenschaftskommunikation nicht als Konkurrenz ansehen, sondern als Motivation. Jetzt gilt es, zu beweisen, daß Ihr die Vermittlung wissenschaftlicher Themen doch besser beherrscht! Jetzt gilt es, die Herausforderung durch die Blogger anzunehmen!</p>
<p>Wäre es nicht ein toller Erfolg, wenn wir &#8211; da sich die Jungs und Mädels in den Redaktionen mehr anstrengen! &#8211; in Zukunft seltener mißlungene und schlecht informierte Artikel in SZ, FAZ, Welt oder Spiegel lesen müssten? ;-)</p>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Scienceblogs">Scienceblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Journalismus">Journalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_342" class="footnote">Der übrigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Großes Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Leßmöllmann und Thomas Pleil.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café &#124; Werkstatt-Ticker 29</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2008 17:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Trauerspiel Ich hatte mich erste Ende April darüber lustig gemacht, daß die Wissenschaftsredaktion der &#8222;Welt&#8220; offensichtlich bisweilen in Tiefschlaf fällt. Und während sie selig schlummert, werden den armen Redakteuren peinliche PR-Texte untergejubelt, die unverhohlen Werbung für obskuren Esoterik-Quanten-Quark machen. Wie ich bei kamenin lese, so scheint bei den hiesigen Wissenschaftsjournalisten z.Z. ein übler Virus ... <a title="Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café &#124; Werkstatt-Ticker 29" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/" aria-label="Mehr Informationen über Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café &#124; Werkstatt-Ticker 29">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/">Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café | Werkstatt-Ticker 29</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><em></em></p>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Trauerspiel<br />
</span></span></span></h4>
<p>Ich hatte mich erste Ende April <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/29/esoterik-obskurantismus-und-die-geheime-physik-die-welt-laesst-sich-bereitwillig-als-reklameforum-missbrauchen-werkstattnotiz-lxxxii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darüber lustig gemacht</a>, daß die Wissenschaftsredaktion der &#8222;Welt&#8220; offensichtlich bisweilen in Tiefschlaf fällt. Und während sie selig schlummert, werden den armen Redakteuren peinliche PR-Texte untergejubelt, die unverhohlen Werbung für obskuren Esoterik-Quanten-Quark machen.</p>
<p>Wie ich bei kamenin lese, so scheint bei den hiesigen Wissenschaftsjournalisten z.Z. ein übler Virus zu grassieren. Denn nun ist seit einigen Tagen auch auf den Seiten der Wissenschafts-Presse-Konferenz (WPK) eine unerträgliche Lobhudelei auf das Buch &#8222;Die geheime Physik des Zufalls&#8220; von Rolf Froböse zu finden.</p>
<p>Ist man denn von allen guten Geistern verlassen?  Wie kann man nur einen solchen Text auf dem Webportal des &#8222;Berufsverbands der Wissenschaftsjournalisten&#8220; einstellen, der den Leser gleich im ersten Absatz darüber aufklärt, &#8230;</p>
<blockquote><p>dass ein universeller Quantencode quasi all jene Informationen speichert, die unseren Geist, oder die &#8222;Seele&#8220; des Menschen, ausmachen. Auch nach unserem Tod.</p></blockquote>
<p>Hallo Damen und Herren der WPK! Aufgewacht! Und bitte hier weiterlesen:</p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Begrenzte Wissenschaft: <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/05/26/quantenphanomene-sind-mein-schicksal-noch-mal-zur-wpk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quantenphänomene sind mein Schicksal… noch mal zur WPK</a>, 26.5.2008</li>
<li>Wissenswerkstatt:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/29/esoterik-obskurantismus-und-die-geheime-physik-die-welt-laesst-sich-bereitwillig-als-reklameforum-missbrauchen-werkstattnotiz-lxxxii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Esoterik, Obskurantismus und die “Geheime Physik” » Die “Welt” läßt sich bereitwillig als Reklameforum mißbrauchen</a>, 29.5.2008</li>
</ul>
</div>
<p><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <strong><span style="font-size: large;">Gegenstand wissenschaftlicher Forschung: Wissenschaftskommunikation 2.0</span></strong></span></span></p>
<p>In mehrfacher Hinsicht freuen mich die Infos, die ich gestern in einem Blogartikel von Christoph Bieber lesen durfte. Christoph Bieber hat <span style="text-decoration: line-through;">ja eine Professur</span><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/#footnote_0_303" id="identifier_0_303" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Professur hatte er lediglich im Wintersemester vertreten.">1</a> eine wissenschaftliche Assistenenstelle bei den Politikwissenschaftlern der Uni Gießen inne und er hat in Kooperation mit einigen Kollegen ein Forschungsprojekt zu den Veränderungen und Potentialen digitaler Wissenschaft(skommunikation) beantragt. Und dieser Antrag wurde nun  &#8211; wie er nun mitteilt &#8211; von der VW-Stiftung bewilligt und das Projekt startet im kommenden Juli! Herzlichen Glückwunsch dazu!</p>
<p>Wirklich großartig, denn es wird allerhöchste Zeit, daß all die Entwicklungen, die man unter dem Label &#8222;Wissenschaft 2.0&#8220; behelfsweise zusammenfassen kann, endlich differenziert untersucht werden. Mich freut es natürlich, daß Christoph in seinem Artikel kurz Bezug auf meine ersten Ausführungen und Gedanken zu diesem Themenfeld nimmt. Keine Ahnung, Christoph, wie weit Euer &#8222;Team&#8220; schon steht &#8211; ich bin ja am Thema dran und könnte mich ggf. durchaus beteiligen. ;-)</p>
<p>Und ein klein wenig macht mir diese Info auch Hoffnung bzgl. eines Projektantrags, den ich<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/#footnote_1_303" id="identifier_1_303" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In Zusammenarbeit mit einer Kollegin.">2</a> vor einigen Wochen beim BMBF<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/#footnote_2_303" id="identifier_2_303" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung.">3</a> eingereicht habe. Thema dort: die Veränderungen der Wissenschaftskommunikation in und durch wissenschaftliche Blogs. Also, liebes BMBF &#8211; wenn die VW-Stiftung für solche Fragen Geld übrig hat, so werdet Ihr doch da nicht hinten anstehen wollen, oder? ;-)</p>
<div class="links_ticker">Links:</p>
<ul>
<li>idw-Pressemitteilung: <a href="http://idw-online.de/pages/de/news255425" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschungsverbund &#8222;Interactive Science&#8220; von der VW-Stiftung bewilligt</a>, 15.4.2008</li>
<li>Bieber, Christoph: <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2008/05/25/interactive-science-weblogs-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interactive Science? Weblogs &amp; Wissenschaft</a>, in: Internet und Politik, 25.5.2008</li>
</ul>
</div>
<p><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong><span style="font-size: large;"> </span></span></span></span><strong><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span style="font-size: large;">17 Fragen an eine bloggende Religionswissenschaftlerin<br />
</span></span></span></span></strong></p>
<p>Montags steht ja immer das Interview im Wissenschafts-Café an. Heute gibt mit<a href="http://www.om-sein.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Simone Heidbrink</a> eine Vertreterin der bloggenden Religionswissenschaftler-Riege einen interessanten Einblick in ihr &#8222;Blogverständnis&#8220;.</p>
<p>Simone promoviert ja derzeit an der Uni Heidelberg und ist dort auch im Rahmen des SFBs &#8222;Ritualdynamik&#8220; beschäftigt. Unter dem Label &#8222;Zwischen Online-Religion und Religion-Online. Konstellationen für Ritualtransfer im Medium Internet&#8220; ist sie mit anderen Kollegen damit befasst zu klären, welche religiösen Muster und Betätigungsfelder sich im Onlinebereich finden lassen&#8230;</p>
<p>Und unter anderem ist sie auch noch innerhalb des spannenden Web-Forschungsprojekts &#8222;<a href="http://www.sl-research.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religions in Virtual Worlds</a>&#8220; aktiv, das ebenfalls einen Besuch lohnt. Und das Interview ist sowieso lesenswert &#8211; darin &#8222;meckert&#8220; Simone dann auch, daß sie sich ständig erklären muß, wenn sie sich als Religionswissenschaftlerin &#8222;outet&#8220;, die sich aber die Onlinewelt als Gegenstand gewählt hat:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich hinterfrage von meiner Position ja auch nicht die Entschlüsselung altbabylonischer<br />
Keilschriftragmente! Kann man Forschung denn tatsächlich nur dann ernst nehmen, wenn die Akteure, um die es sich dreht, schon lange tot und vergessen sind?&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Lesen:</p>
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/05/17-fragen-an-simone-heidbrink-von-om-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Simone Heidbrink von om-sein</a>, 26.5.2008</li>
<li>SL-Research: <a href="http://www.sl-research.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religions in Virtual Worlds</a></li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft +2.0">Wissenschaft 2.0</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsjournalismus">Wissenschaftsjournalismus/a&gt;</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Quantenphysik">Quantenphysik</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_303" class="footnote">Die Professur hatte er lediglich im Wintersemester vertreten.</li><li id="footnote_1_303" class="footnote">In Zusammenarbeit mit einer Kollegin.</li><li id="footnote_2_303" class="footnote">Bundesministerium für Bildung und Forschung.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/">Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café | Werkstatt-Ticker 29</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Über Nischenblogger und Pioniere der Wissenschaftskommunikation &#124; kurz&#038;knapp 47</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-nischenblogger-und-pioniere-der-wissenschaftskommunikation-kurzknapp-47/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-nischenblogger-und-pioniere-der-wissenschaftskommunikation-kurzknapp-47/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 16:30:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Scienceblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man ist ja bescheiden geworden, wenn es um Artikel geht, die sich des Phänomens &#8222;Weblog&#8220; annehmen. Viel zu oft wurde in der Vergangenheit polemisiert und fast ausschließlich auf die Schmuddelecken des Web 2.0 hingewiesen. Da ist es geradezu wohltuend, wenn sich ein längerer Beitrag der Szene wissenschaftlicher Blogs annimmt. Und so sehe ich auch (fast) ... <a title="Über Nischenblogger und Pioniere der Wissenschaftskommunikation &#124; kurz&#038;knapp 47" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-nischenblogger-und-pioniere-der-wissenschaftskommunikation-kurzknapp-47/" aria-label="Mehr Informationen über Über Nischenblogger und Pioniere der Wissenschaftskommunikation &#124; kurz&#038;knapp 47">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-nischenblogger-und-pioniere-der-wissenschaftskommunikation-kurzknapp-47/">Über Nischenblogger und Pioniere der Wissenschaftskommunikation | kurz&#038;knapp 47</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="float: right; margin-left: 8px; margin-right: 8px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/08/Mikroskop_Lab01.jpg" alt="Labor" /><strong>Man ist ja bescheiden geworden, wenn es um Artikel geht, die sich des Phänomens &#8222;Weblog&#8220; annehmen. Viel zu oft wurde in der Vergangenheit polemisiert und fast ausschließlich auf die Schmuddelecken des Web 2.0 hingewiesen. </strong></p>
<p>Da ist es geradezu wohltuend, wenn sich ein längerer Beitrag der Szene wissenschaftlicher Blogs annimmt. Und so sehe ich auch (fast) darüber hinweg, daß dabei an manchen Stellen doch wieder in die Klischeekiste gegriffen wird.</p>
<p>Aber kurz der Reihe nach: vor wenigen Tagen hat der Biologe und Wissenschaftsjournalist Christoph Bächtle einen längeren Text über wissenschaftliche Blogs publiziert.</p>
<h4><span class="pullquote">Wird das spezifische Profil von Wissenschaftsblogs nun auch jenseits des Web2.0 erkannt?</span></h4>
<p>Unter der Überschrift &#8222;In der Nische ist noch Platz&#8220; skizziert er die aktuelle Entwicklung der Wissenschaftsblog-Community in Deutschland. Und bei Statements wie dem folgenden, werde ich natürlich schwach:</p>
<blockquote><p>&#8222;Für die Wissenschaftskommunikation sind Weblogs eine Bereicherung.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und insgesamt ist <a href="http://www.bio-pro.de/de/life/magazin/05162/index.html" target="_self" rel="noopener noreferrer">der Artikel</a>, der auf der Website &#8222;BioPro&#8220; des Landes Baden-Württemberg zu lesen ist, wirklich wohltuend sachlich und informativ. Und Christoph Bächtle arbeitet auch sehr gut die Besonderheit von Wissenschaftsblogs heraus. Und einige Passagen freuen mich ganz außerordentlich, beispielsweise diese:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Wissenschaftskommunikation profitiert von den vielen engagierten Blogschreibern im Internet. Blogger sind unabhängig, keinen redaktionellen Zwängen unterworfen, wählen ihre Themen selbst und auch die Form der Darstellung. Dadurch werden sie zu dem, was Medienforscher als „Gegenöffentlichkeit“ bezeichnen. Blogs sind Informationsinstrumente, die oft mit journalistischen Mitteln und in hoher Qualität Zusammenhänge aufdecken und präsentieren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Denn just die Unabhängigkeit, die Authentizität und die jeweils individuelle Handschrift &#8211; das sind ja auch die Merkmale, die meines Erachtens wissenschaftliche Blogs auszeichnen. Und daß Christoph neben den großen Portalen Scienceblogs und SciLogs auf das <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" target="_self" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a> hinweist, freut mich natürlich auch.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Blogs sind viel mehr als Online-Tagebücher!</span></h4>
<p>Einer meiner wenigen Kritikpunkte an dem Artikel betrifft die altbekannte Charakterisierung von Blogs als Tagebücher. Sicher, es gibt bzw. gab bestimmte Kennzeichen, die Blogs mit Tagebüchern gemein haben, aber gerade im wissenschaftlichen Kontext erachte ich die Analogie für wenig hilfreich. Es sind Forschungsnotizen, Statements und Kommentare von Forschern und Wissenschaftlern &#8211; aber diese haben doch wirklich keinen expliziten Tagebuchcharakter.</p>
<p><strong>Wissenschaftsblogs als neue Spielart der Wissenschaftskommunikation</strong></p>
<p>Abgesehen von dieser Einschränkung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-nischenblogger-und-pioniere-der-wissenschaftskommunikation-kurzknapp-47/#footnote_0_380" id="identifier_0_380" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und gut, strenggenommen m&uuml;&szlig;te ich meiner Kollegin Beatrice Lugger von Scienceblogs widersprechen, die die Zahl von 2.000 Wissenschaftsblogs nennt. Ich w&uuml;rde hier eher 400-500 veranschlagen.">1</a> möchte ich den Text allen Werkstattlesern gerne zur eigenen Lektüre empfehlen. Denn man liest (noch?) zu selten, daß wissenschaftliche Blogs eine neue, spannende &#8222;Spielart der Wissenschaftskommunikation&#8220; darstellen. Und mit dieser Beobachtung liegt Christoph Bächtle jedenfalls 100% richtig:</p>
<blockquote><p>&#8222;In wissenschaftlichen Blogs berichten Wissenschaftler, Journalisten und andere Sendungsbewusste aus und über Wissenschaft. In den öffentlichen Tagebüchern wird erzählt, bewertet, Position bezogen, Meinung gemacht, diskutiert und auch mal gelästert. Wissenschaftliche Blogs gehören zu den ganz neuen Spielarten in der Wissenschaftskommunikation.&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_kurz"><strong> Links:</strong></p>
<ul>
<li>Bächtle, Christoph: <a href="http://www.bio-pro.de/de/life/magazin/05162/index.html" target="_self" rel="noopener noreferrer">In der Nische ist noch Platz,</a> in: BioPro &#8211; Life Sciences-Portal Baden-Württemberg</li>
</ul>
</div>
<p><em>p.s.: Momentan läuft ja drüben bei Scienceblogs <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/07/scienceblogs-userumfrage-der-wissenschaftsblogleser-das-bislang-unbekannte-wesen.php" target="_self" rel="noopener noreferrer">eine Befragung</a>, die u.a. die besonderen Nutzerprofile von Wissenschaftsblog-Lesern klären soll. Worin liegt die Besonderheit von Wissenschaftsblogs und ihrem Publikum? Welche Aspekte werden geschätzt, welche Themen kommen weniger gut an? Unter allen Teilnehmern an der Umfrage werden übrigens 3 Exemplare des &#8222;Brockhaus multimedial 2009&#8220; verlost.</em></p>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Scienceblogs">Scienceblogs</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_380" class="footnote">Und gut, strenggenommen müßte ich meiner Kollegin Beatrice Lugger von Scienceblogs widersprechen, die die Zahl von 2.000 Wissenschaftsblogs nennt. Ich würde hier eher 400-500 veranschlagen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-nischenblogger-und-pioniere-der-wissenschaftskommunikation-kurzknapp-47/">Über Nischenblogger und Pioniere der Wissenschaftskommunikation | kurz&#038;knapp 47</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2008 10:39:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=258</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftliche Blogs haben in den letzten Monaten einen deutlichen Aufmerksamkeitszuwachs erzielt. Das ist einerseits am Anstieg der Besucherzahlen, andererseits an der stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Blogs abzulesen. Die Zeiten, in denen Wissenschaftsblogger in der Blogosphäre als Exoten galten, sind vorbei. 1 Und auch der Wissenschaftsjournalismus entdeckt allmählich, daß sich Wissenschaftskommunikation in und durch das Web ... <a title="Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/" aria-label="Mehr Informationen über Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/">Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px; float: right;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Werkstatt_01.jpg" alt="Werkstatt" width="185" height="179" /><strong>Wissenschaftliche Blogs haben in den letzten Monaten einen deutlichen Aufmerksamkeitszuwachs erzielt. Das ist einerseits am Anstieg der Besucherzahlen, andererseits an der stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Blogs abzulesen. Die Zeiten, in denen Wissenschaftsblogger in der Blogosphäre als Exoten galten, sind vorbei. </strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_0_258" id="identifier_0_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was sicher auch damit zu tun hat, da&szlig; mit den beiden Blogportalen Scilogs und Scienceblogs, sowie dem Wissenschafts-Caf&eacute; inzwischen drei zentrale Anlaufstellen bzw. Gravitationszentren entstanden sind. Und auch die steigende Technorati-Werte &ndash; vgl. die aktuellen Charts &ndash; sind ein Indiz hierf&uuml;r.">1</a></p>
<p>Und auch der Wissenschaftsjournalismus entdeckt allmählich, daß sich Wissenschaftskommunikation in und durch das Web 2.0 verändert. Von einem eher konventionellen (wissenschafts-)journalistischen Standpunkt aus, ist es sicher gewöhnungsbedürftig, daß Wissenschaftler u.a. in ihren Blogs direkt und offensiv den Kontakt zum interessierten Publikum suchen. Allerdings wird auch erkannt, daß hier sowohl für den Journalismus, als auch für die Wissenschaftler spannende Chancen verborgen sind.</p>
<p>Am 2. Juli 2008 findet in Darmstadt ein &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220; statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen und Themensuche für die Podiumsdiskussionen und Vorträge. In diesem Zusammenhang haben mir die Studenten des <a href="http://www.wj.h-da.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studiengangs Wissenschaftsjournalismus</a> einige spannende Fragen gestellt.</p>
<p>Hier also das &#8222;Interview&#8220; mit meinen <strong>Antworten rund um wissenschaftliches Bloggen</strong>, die Motivation und die anvisierte Zielgruppe. Außerdem geht es um die Klärung, ob möglicherweise die journalistische Ressortaufteilung antiquiert ist, <strong>weshalb Wissenschaftsblogs eine Zumutung sind</strong>, aber dennoch immer noch besser als ein Wissenschaftsjournalismus, der am Agenturtropf hängt:</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span><strong>Wer sind die Nutzer Ihrer Internetseiten, bzw. von Blogs im Allgemeinen?</strong></em></span></p>
<p>Gute Frage, wenn ich das nur wüßte. ;-) Die bloßen Statistiken über die Anzahl der Besucher, die angeklickten Seiten etc. geben ja keine Auskunft darüber, wer das eigentlich ist. Ich kann nur indirekt aus den Statistiken ableiten, daß es (zum Glück) einen<strong> festen Kern an Besuchern</strong> gibt, <strong>die fast täglich</strong> oder wenigstens 2-3x pro Woche <strong>vorbeikommen </strong>und somit vermutlich (fast) alle Artikel lesen bzw. davon Kenntnis nehmen.</p>
<p>Das sind für die Wissenswerkstatt derzeit schätzungsweise rund 300-400 Personen. Dazu zählen einerseits die Feedabonnenten und zusätzlich einige Stammgäste, die eigentlich täglich &#8222;persönlich&#8220; vorbeikommen. Daneben gibt es natürlich das Publikum, das über Suchmaschinen (hauptsächlich Google) vorbeigeschwemmt wird. Das sind rund 1/3 aller Besucher. Die meisten Besucher, die über Google bei mir landen, interessieren sich offenbar für wissenschaftspolitische Fragen, Besoldungsstufen, Bildungspolitik und die Sorgen und Nöte des wissenschaftlichen Nachwuchses.</p>
<h4><span class="pullquote">Was suchen Google-Nutzer hier? Hauptsächlich Wissenschafts- und Bildungspolitik. Genauso werden Gesundheitsthemen stark nachgefragt.</span></h4>
<p>Außerdem kommen auch täglich Besucher, die Fragen zu Nahrungs- und Lebensmittelrisiken haben oder sich bzgl. der Gesundheitsrisiken von bestimmten Medikamenten oder bspw. dem Risiko von Röntgenuntersuchungen informieren wollen.</p>
<p>Wie gesagt: das sind meine Rückschlüsse aus den Suchanfragen und den Besucherstatistiken. Generell kann ich sagen, daß ich durchaus sehr zufrieden bin, was die Besucher meiner Werkstatt angeht. Sie sind höflich, kommunikativ und argumentieren meist kritisch, aber immer fair.</p>
<p>Wenn ich &#8211; frei nach Max Weber &#8211; einige &#8222;idealtypische&#8220; Besucher skizzieren müßte, sähe das so aus:</p>
<p><strong>Als Stammgäste:</strong></p>
<ol>
<li>Andere Wissenschaftsblogger und Wissenschaftsjournalisten mit Web-2.0-Affinität. Unabhängig von der jeweiligen thematischen, disziplinären Ausrichtung.</li>
<li>Studenten, Doktoranden und einzelne Wissenschaftler, die den Themenmix<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_1_258" id="identifier_1_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gelegentliche Notizen zu Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung, dazu Anmerkungen zu neuen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation, abgeschmeckt mit ein wenig Medienkritik und Blogosph&auml;ren-Small-Talk.">2</a> hier offenbar lesenswert finden. Darunter sind wohl, wie ich aus Kommentaren und Zuschriften weiß, recht viele Sozial- und Medienwissenschaftler.</li>
<li>Internetnutzer, die eher zufällig auf meine Werkstatt aufmerksam geworden sind, aber sich dennoch den RSS-Feed abonniert und ein Lesezeichen erstellt haben.</li>
</ol>
<p><strong>Als Passanten:</strong></p>
<ol>
<li>Blogger und Blogleser, die bei ihren Streifzügen durch das Web 2.0 auf einen Link stoßen, der in die Werkstatt führt oder auf anderen verschlungenen Pfaden hierher finden. Wenn diesen mein Stil oder die thematische Ausrichtung nicht gefällt, kommen die auch nicht wieder.</li>
<li>Die oben erwähnten Gäste, die durch Suchmaschinen hierher gespült werden. Hier gibt es ja eine konkrete Frage und möglicherweise wird diese durch meine Artikel beantwortet oder vielleicht ist auch ein weiterführender Link dabei. Aber auch hier werden wohl die wenigsten ein weiteres Mal meine Werkstatt beehren.</li>
</ol>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Wen sprechen Sie mit Ihren Seiten an, wen möchten Sie erreichen?</strong></em></span></p>
<p>Wie oben erwähnt, bin ich im Grunde recht zufrieden. Wenn andere Blogger mit wissenschaftlichem Schwerpunkt hier mitlesen, ist das klasse. Ebenso toll ist es, wenn sich hier <strong>im Anschluß an manche Artikel sehr gute, ertragreiche Diskussionen</strong> entfalten. Das ist natürlich ein wesentlicher Aspekt, der das Blogdasein ausmacht.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wer seine Kommentatoren nicht als Bereicherung betrachtet, kann das bloggen auch bleiben lassen.</h4>
<p><span style="font-family: Verdana;">Wer Kommentare nicht erst nimmt, kann das bloggen bleiben lassen. Meine Kommentatoren tragen sehr viel zur Wissenswerkstatt bei, denn oftmals <strong>weisen Kommentatoren auf einen zusätzlichen Aspekt hin</strong>, den ich im Artikel selbst vergessen habe oder ergänzen den Artikel durch zusätzliche Links. Und ich schalte mich ja selbst meistens wieder im Kommentarverlauf ein und nehme darauf Bezug. Das ist natürlich spannend, lehrreich und bietet m.E. auch für die Leser einen handfesten Mehrwert.</span></p>
<p>Aber nochmal zurück zur Frage, denn mein &#8222;Zielpublikum&#8220; besteht natürlich keineswegs ausschließlich aus anderen Bloggern oder Kommentatoren. Denn grundsätzlich möchte ich allen Interessierten solche Informationen und Artikel bieten, die sie eben andernorts eher nicht finden. Das Alleinstellungsmerkmal (das gilt generell ja eben wieder für alle Wissenschaftsblogs) kann der individuelle Stil sein<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_2_258" id="identifier_2_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das f&uuml;hrt bspw. Lars Fischer wunderbar vor, denn solide recherchierte Texte zu (natur-)wissenschaftlichen Themen, die mit einer Prise Humor gew&uuml;rzt sind, findet man ja sonst (fast?) nirgendwo.">3</a> oder eben der <strong>Luxus</strong>, daß man in Blogs die <strong>Themen nur kurz anreißen</strong> kann und <strong>später ausbauen</strong> oder gleich sehr umfassend, mit vielen informativen Links arbeitet etc.</p>
<h4><span class="pullquote">Ein Alleinstellungsmerkmal wissenschaftlicher Blogs sind die Kommentare: dort findet man oft weitere Infos, Links und spannende Diskussionen. </span></h4>
<p>Und ein anderes Pfund, mit dem wissenschaftliche Blogger wuchern können, ergibt sich aus dem Web2.0-Kontext. Es sind schlicht die Kommentare und Trackbacks. Denn wer bei mir mitliest, der kann sofort nachfragen oder findet evtl. bereits durch andere Kommentatoren die Fragen beantwortet, die er noch hatte. Ebenso laden eben Trackbacks zum weitersurfen ein. All das findet man in dieser engen Kopplung in klassischen Online-Medien nicht.</p>
<p>Also ganz kurz beantwortet: mein Publikum sind alle Leser, die sich für meine Themen interessieren und eben den <strong>Web2.0-Mehrwert</strong> zu schätzen wissen.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Die Wissenswerkstatt schafft  ja auch eine Verbindung zwischen Sozial- und Naturwissenschaften. Kann man dieses Zusammenführen als einen neuen Trend betrachten?</strong></em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Das ist natürlich eine hochspannende Frage, wobei ich in der Hinsicht denke, daß ich hier <strong>nicht als Vorbild bzw. Trendsetter zu gebrauchen </strong>bin. Es ist ja schlicht so, daß ich Sozialwissenschaftler bin, aber mich seit Jahren schwerpunktmäßig mit wissenschafts- und techniksoziologischen Fragen befasse. D.h. also, daß ich eben aus diesem Grund ein Grenzgänger bin.</span></p>
<p>Ich habe kein naturwissenschaftliches Fach studiert und bin hier also letztlich auch nur interessierter Laie. Zwar war Biologie zu Schulzeiten eines meiner besseren Fächer, aber andere Blogger oder Journalisten sind mir natürlich was Physik, Chemie u.ä. angeht, weit überlegen. Wenn ich doch über naturwissenschaftliche oder medizinische Themen schreibe, dann versuche ich das so gut wie möglich zu recherchieren. Man hat ja dann einen gewissen Erfahrungsschatz, aber <strong>fachlich kann ich die Qualität von naturwissenschaftlicher Forschung</strong> natürlich<strong> nicht beurteilen.</strong></p>
<h4 class="pullquote_left">Bei mir steht nur ein sozialwissenschaftliches Studium im Hintergrund, auch wenn ich mich mit Technik und Wissenschaft befasse.</h4>
<p>Insofern liegt bei meinen Artikeln meist der Schwerpunkt auf den gesellschaftlichen Facetten und Effekten (natur-)wissenschaftlicher Forschung. Denn einerseits findet man natürlich unter den Forschern selbst eine gewisse Betriebsblindheit, die ich als Außenstehender thematisieren kann, andererseits gibt es ja fast immer Konsumenten, Anwohner, Verbraucher, die möglicherweise betroffen sind und deren Perspektive ich dann stärker betone. Das ist aber tatsächlich meiner Herkunft als Soziologe geschuldet, der sich als Gegenstand u.a. die Wissenschaft (die ja eben Teil der Gesellschaft ist) herausgesucht hat.</p>
<p>Verallgemeinern kann man den Brückenschlag zwischen Natur- und Sozialwissenschaften vermutlich also nicht, wenn man das an einzelnen Bloggern festmacht. Allerdings ist es so, daß Blogs insgesamt dazu beitragen, daß die Scheuklappen der einzelnen Blogger bzw. Wissenschaftler minimiert werden.<strong> Ich erlaube mir etwa </strong><strong>in Blogs von Molekularbiologen</strong> oder von Chemikern<strong> zu kommentieren &#8211; und diese müssen sich </strong>in bestimmter Weise <strong>zu meinem Kommentar verhalten.</strong> Sie können irritiert sein, sie können sich ärgern oder den Kommentar als Anregung nehmen. <strong>Ignorieren können sie ihn nicht.</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Bloggen steigert die Sensibilität für die eigene disziplinäre Beschränktheit. Blogs sind Medizin gegen disziplinäre Scheuklappen und gegen die Verabsolutierung des eigenen Standpunkts.</span></h4>
<p>Was ich damit illustrieren will: durch das Bloggen wächst die Sensibilität für die eigene disziplinäre Beschränktheit und gleichzeitig nimmt man wahr, wie andere Wissenschaftler &#8222;ticken&#8220;, die nicht Fachkollegen sind.</p>
<p>Man entdeckt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Und im Ergebnis lernt man durchaus voneinander, das ist zumindest meine Erfahrung. <strong>Wissenschaftliche Blogs fördern also interdisziplinäres Denken</strong> und sind ein Instrument gegen die Verabsolutierung des eigenen Standpunkts.</p>
<p>Für wissenschaftliche Blogger könnte man also vermutlich durchaus konstatieren, daß sie eher wahrnehmen, was außerhalb ihres eigenen Fachgebiets passiert.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Ist gar die konventionelle journalistische Unterteilung in Ressorts antiquiert?</strong></em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Für die Einteilung in die klassischen Ressorts wie Politik, Sport, Kultur oder eben Wissenschaft, sprechen natürlich gute Gründe. Ich persönlich lege bspw. den Sportteil fast immer beiseite, Ressorts dienen eben der Orientierung und erleichtern die Mediennutzung angesichts knapper Zeitressourcen. Wenn man &#8211; auch online &#8211; diese Einteilung aufweicht, so muß man sich andere Orientierungsmarkierungen überlegen, wie die Leser schnell zu den Informationen navigieren können.</span></p>
<h4><span class="pullquote_left">Welche Orientierungsmarken füllen das Vakuum, wenn man die Ressorts aufgibt?</span></h4>
<p>Gleichzeitig ist &#8211; neben der Rezipientenseite &#8211; natürlich auch die Redaktionsstruktur an den Ressorts aufgehängt. <strong>Daß der Sportjournalist einen Kommentar zur neuen Gentechnikgesetzgebung schreibt, sollte man in der Regel weder ihm, noch den Lesern zumuten.</strong> Ich halte also Ressorts für sinnvoll, wenngleich deren Bedeutung sinken wird. Blogs tragen durch ihre Personalisierung dazu bei. Ich schreibe hier ja auch zu Politik, zu Wissenschaft, zu kulturellen Themen und manchmal bespreche ich auch Rockbands. Wer hier also regelmäßig mitliest, muß da durch oder klickt eben die Texte, die ihn nicht interessieren wieder weg.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Blogs sind</strong> insofern durchaus <strong>eine Zumutung</strong>: sie verlangen von ihrem Publikum, daß es sich auch auf Texte einläßt, die nicht so glatt und gefällig sind, wie man es von den journalistischen Profis gewohnt ist und <strong>der Leser muß</strong> auch die <strong>Irritation aushalten</strong>, daß er direkt im Anschluß an einen Artikel über neue Entwicklungen der Hirnforschung etwas über das schlechte Abschneiden des Hamburger Sportclubs beim letzten Spieltag findet.</p>
<h4 class="pullquote">Wissenschaftliche Blogs sind nicht perfekt, nicht glatt, meist etwas eigenwillig. Aber sie haben Profil und Charakter. Qualitäten, die der Online-Wissenschaftsjournalismus nie besessen hat.</h4>
<p>Wenn der Blogger eben Fußballfan ist, zumal unglückseligerweise HSV-Anhänger, so ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß man plötzlich die Sportberichterstattung mitgeliefert bekommt.  Dafür sind Blogs in der Regel eben deutlich authentischer und haben immerhin ein eigenes Profil, was man vom Online-Wissenschaftsjournalismus nicht behaupten kann.</p>
<p>Das Wiederkäuertum, die <strong>Aufbereitung der immergleichen Agenturmeldungen</strong> ist in meinen Augen das <strong>Hauptärgernis an einem solchen Wissenschaftsjournalismus</strong>. Weshalb finde ich täglich auf allen deutschen Online-Wissenschafts-Kanälen fast immer die identischen Themen? In Blogs lese ich stattdessen auch Neuigkeiten und Kommentare zu Meldungen, die spannend sind, aber sonst durchs Raster gefallen wären. Hier liegt eindeutig die Stärke bei Blogs. Die sind indivdueller, haben ein klareres Profil und sind eben glücklicherweise nicht so stark an Tickermeldungen orientiert.</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;">&#8211; fin &#8211;</span></p>
<p style="text-align: left;">So, abschließend muß ich mich bei Dorothee Schulte bedanken, die mir diese Fragen im Auftrag ihrer Kommilitonen gestellt hat. Ich wünsche eine erfolgreiche Vorbereitung und bin natürlich gespannt, was in ziemlich genau zwei Monaten (genau am 2.7.2008) in Darmstadt bei den Podiumsdiskussionen  besprochen und diskutiert wird.</p>
<div class="links_kurz">Wer sich für weitere Einschätzungen zu Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaftsblogs interessiert, sei auf diese Artikelserie der Wissenswerkstatt verwiesen:</p>
<ul>
<li>Teil I: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Wissenschaft und die Blogosphäre » Liebesheirat oder Zweckgemeinschaft? Annäherungen an eine fruchtbare Liaison</a>. 11.03.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsjournalismus">Wissenschaftsjournalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_258" class="footnote">Was sicher auch damit zu tun hat, daß mit den beiden Blogportalen Scilogs und Scienceblogs, sowie dem Wissenschafts-Café inzwischen drei zentrale Anlaufstellen bzw. Gravitationszentren entstanden sind. Und auch die steigende Technorati-Werte &#8211; vgl. <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/02/wissenschaftsblog-charts-052008-kulinarik-twitter-werkstatt-ticker-16/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die aktuellen Charts</a> &#8211; sind ein Indiz hierfür.</li><li id="footnote_1_258" class="footnote">Gelegentliche Notizen zu Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung, dazu Anmerkungen zu neuen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation, abgeschmeckt mit ein wenig Medienkritik und Blogosphären-Small-Talk.</li><li id="footnote_2_258" class="footnote">Das führt bspw. <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lars Fischer</a> wunderbar vor, denn solide recherchierte Texte zu (natur-)wissenschaftlichen Themen, die mit einer Prise Humor gewürzt sind, findet man ja sonst (fast?) nirgendwo.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/">Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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