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	<title>Wissenschaft 2.0 Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Wissenschaft 2.0 Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Science 2.0: Wissenschaftler probieren online</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2014/03/science-2-0-wissenschaftler-probieren-online/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Mar 2014 08:30:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Immer mehr Forscher nutzen Onlinetools und Soziale Medien im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit.&#8220; Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung und klingt (wir haben das Jahr 2014!) in etwa so aufregend wie die Meldung, daß neuerdings immer mehr Bundesbürger auch Online-Banking nutzen. Aber für die (zumindest teilweise) verschnarcht-übervorsichtige Wissenschaftskultur in Deutschland kann ja die Studie ... <a title="Science 2.0: Wissenschaftler probieren online" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2014/03/science-2-0-wissenschaftler-probieren-online/" aria-label="Mehr Informationen über Science 2.0: Wissenschaftler probieren online">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>&#8222;Immer mehr Forscher nutzen Onlinetools und Soziale Medien im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit.&#8220;</em> Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung und klingt (wir haben das Jahr 2014!) in etwa so aufregend wie die Meldung, daß neuerdings immer mehr Bundesbürger auch Online-Banking nutzen. Aber für die (zumindest teilweise) verschnarcht-übervorsichtige Wissenschaftskultur in Deutschland kann ja die Studie nicht wirklich was. Und die Studie selbst &#8211; da soll gar nicht großartig gemeckert werden &#8211; ist v.a. in ihren Einzelergebnissen wirklich interessant.</strong></p>
<p><span class="pullquote_left">Endlich: Forscher geben zu, daß sie Wikipedia nutzen!</span><span class="initial_klein">B</span>undesweit wurden im letzten Herbst knapp 800 Wissenschaftler befragt, welche Online- und Social-Media-Tools sie denn nutzen. Insgesamt wurden 17 verschiedene Bereiche (von Wikis über Social Networks bis zu Cloud-Anwendungen) aufgeschlüsselt. Die Antworten zeigen ein gemischtes Bild: immerhin 98,9% der befragten Wissenschaftler geben an, daß sie Wikipedia nutzen (und 95% gestehen sogar eine dezidiert berufliche Nutzung ein!). Das ist immerhin erfreulich, nachdem ja Wikipedia noch vor 4-5 Jahren häufig sehr abschätzig beurteilt wurde. Ebenfalls erstaunlich populär sind m.E. Video- und Fotoportale (i.e. YouTube + Flickr) mit 80% Nutzung unter den Akademikern. Dahinter rangieren Social Networks mit 58% und dann kommen irgendwann auch noch die Blogs mit 30%.</p>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie zwischenueberschrift">Enorme Popularität von YouTube, Flickr &amp; Co.?!</p>
<p><span class="initial_klein">D</span>ie Ergebnisse, die der <a  href="http://www.leibniz-science20.de/">Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0</a> zusammengetragen hat, sind ziemlich interessant &#8211; unten ist der rund 50 Seiten starke Report verlinkt (ab Seite 14 geht es um Social Media). Ich habe ein wenig gestöbert und einige interessante Aspekte entdeckt. Spannend (und fast ein wenig irritierend) finde ich beispielsweise, daß von den 80% der Wissenschaftler, die sich als YouTube- und Flickr-Nutzer outen, nur knapp 1/3 angibt, diese Portale lediglich privat zu nutzen (vgl. S. 18). Schließlich bedeutet das im Umkehrschluß, daß satte 2/3 der befragten Post-Docs, wissenschaftlichen Mitarbeiter und Profs bei YouTube zu Recherchezwecken (knapp 39%) oder zur Lehre (58%) unterwegs sind. Echt? Wie und wo passiert das? Habe ich was verpasst und <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massive_Open_Online_Course">MOOCS</a> sind bereits ein Massenphänomen? Oder wurde Inverted-Classroom-Guru <a  href="http://cspannagel.wordpress.com/">Christian Spannagel</a> geklont und hat gleich dutzendfach an der Befragung teilgenommen?</p>
<p>Ich habe ehrlicherweise keine triftigen Gegenargumente, lediglich mein Bauchgefühl &#8211; und über die angeblich weitverbreitete Nutzung von Video- und Fotoplattformen in Forschung+Lehre wundere ich mich einfach ein bißchen. ;-)</p>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie zwischenueberschrift">Meßbar mehr Akzeptanz von Wissenschaftsblogs</p>
<p><span class="initial_klein">Z</span>iemlich erwartbar dagegen ist das Ergebnis bzgl. Blogs und Twitter. 29,9% der Befragten nutzen nach eigenen Angaben Blogs und 15,1% sind in irgendeiner Weise bei Twitter aktiv (als Abonnenten und &#8217;stille&#8216; Leser und/oder als aktive Nutzer). Die Zahlen finde ich durchaus plausibel. Die Werte sind nicht berauschend, aber es ist irgendwie ein Aufwärtstrend erkennbar. Die letzten Zahlen aus dem deutschsprachigen Raum stammen von der Gießener Forschergruppe aus dem Jahr 2011, wo magere 8% der befragten Wissenschaftler die Nutzung von Weblogs bejahte.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2014/03/science-2-0-wissenschaftler-probieren-online/#footnote_0_3025" id="identifier_0_3025" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. Bader, Anita/Fritz, Gerd/Gloning, Thomas (2012): Digitale Wissenschaftskommunikation 2010-2011 &ndash; Eine Online-Befragung. Unter Mitarbeit von Jurgita Baranauskaite, Kerstin Engel und Sarah R&ouml;gl. Linguistische Untersuchungen 4. Gie&szlig;en: Gie&szlig;ener Elektronische Bibliothek. S. 68">1</a></p>
<p>Ich persönlich habe die 8% immer für etwas zu niedrig empfunden, allerdings muß man auch konstatieren, daß die Zahlen aus Gießen und die aktuellen aus Dresden nicht ganz vergleichbar sind. Die Fragen nach der Nutzung waren ziemlich unterschiedlich, mal mehr, mal weniger konkret etc. Dennoch: Man darf durchaus schlußfolgern &#8211; <a  href="http://redaktionsblog.hypotheses.org/2199">wie es auch Mareike König tut</a> &#8211; , daß die Akzeptanz und Nutzung von Wissenschaftsblogs in den letzten 2-3 Jahren deutlich angestiegen ist. :-)</p>
<p><span class="zwischenueberschrift_mit_linie">Und doch: Wissenschaftsblogs werden unterschätzt</span></p>
<p><span class="pullquote">Auch wenn es immer noch zu wenige wissen: Blogs sind ein Instrument zur Steigerung der Reputation!</span><span class="initial_klein">E</span>s gäbe noch viele weitere Punkte, die man diskutieren könnte &#8211; aber wie gesagt, bei Interesse lohnt ein Blick in die komplette Auswertung. Ein Detail will ich aber noch herausgreifen: auf Seite 24 werden die Motive zur Nutzung einzelner Dienste dargestellt. Dort liest man, daß 28% der Wissenschaftler Blogs schätzen, weil sie irgendwie &#8218;praktisch&#8216; sind, 16,6% sagen, daß Blogs ihre Kommunikation erleichtern bzw. beschleunigen (Twitter finden übrigens 15% praktisch und 19,9% finden die erleichterte Kommunikation toll). Dann gibt es aber u.a. noch den Aspekt &#8218;Reputation&#8216;. Und gerade mal 1,8% haben angekreuzt, daß sie Blogs nutzen, &#8222;um meine eigene Reputation zu steigern&#8220;.</p>
<p>Sowas? Sind die wissenschaftlichen Blogfans wirklich so idealistisch? Oder doch begriffsstutzig? Denn im Vergleich dazu geben immerhin 11,8% bei Twitter an, daß das Motiv Reputationssteigerung für sie ein Argument für das Microblogging ist. Und bei Blogs gerade mal 1,8%&#8230; ?</p>
<p>Verstehen muß ich das nicht, oder? Denn ganz, ganz ehrlich: unter allen Web-2.0-Tools sind Blogs das beste Instrument, um Profilbildung zu betreiben und seine (auch dezidiert akademische!) Reputation zu stärken!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2014/03/science-2-0-wissenschaftler-probieren-online/#footnote_1_3025" id="identifier_1_3025" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich bin nach wie vor gro&szlig;er Fan der Schmidt&rsquo;schen Definition sozialer Onlinemedien, als derjenigen Tools, die zum &bdquo;Informations-, Identit&auml;ts- &amp; Beziehungsmanagement&ldquo; genutzt werden &ndash; und wenn man das eben anst&auml;ndig macht, kommt am Ende mehr Reputation raus! So einfach ist das!">2</a> Blogs werden offensichtlich immer noch mißverstanden und unterschätzt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2014/03/science-2-0-wissenschaftler-probieren-online/#footnote_2_3025" id="identifier_2_3025" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kleiner Hinweis + Disclaimer: Ich selbst f&uuml;hre (u.a. unter dem Dach des NaWik) Seminare und Workshops zur wissenschaftlichen Nutzung von Social Media durch. Wie Wissenschaftler die verschiedenen Tools u.a. zur Vernetzung, Profilbildung und Reputationsmehrung einsetzen k&ouml;nnen, wird in Tagesseminaren des NaWik vermittelt. Mehr Infos dort auf der Website oder auf Anfrage.">3</a></p>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">Abschlußnörgelei: Äpfel und Birnen</p>
<p>Ich habe die Befragung und Auswertung (hoffe ich?) ausreichend gelobt. ;-) Nicht glücklich finde ich allerdings, wie die Ergebnisse aktuell in der Kurzform samt <a  href="http://idw-online.de/de/news578008">Pressemitteilung</a> &#8218;verkauft&#8216; werden. Da steht dann in der Überschrift &#8218;<em>Social Media ist in der Wissenschaft angekommen</em>&#8218; und zwei Zeilen später liest man, daß Twitter keine Rolle spielt, aber Dropbox intensiv genutzt wird. Häh?</p>
<p>Klar: Die Befragung zielt auf zwei Bereiche. Einerseits Social Media, andererseits alle (weiteren) onlinebasierten Tools. Aber das sind natürlich irgendwie Äpfel und Birnen. Ich hätte mir gewünscht, daß Anwendungen wie Skype, Literaturverwaltungen oder Cloud-Dienste von den spezifischen Web-2.0-Tools klarer getrennt wären. Auch in den Zusammenfassungen und Pressemitteilungen. Aber das ist &#8211; anbetrachts der spannenden Ergebnisse &#8211; Meckern auf hohem Niveau. Danke jedenfalls für die Befragung und die schnell und übersichtlich präsentierten Ergebnisse! :-)</p>
<div id="Punkte"></div>
<p><strong>Studie:</strong></p>
<ul>
<li>Daniela Pscheida, Steffen Albrecht, Sabrina Herbst, Claudia Minet, Thomas Köhler (2014): Nutzung von Social Media und onlinebasierten Anwendungen in der Wissenschaft. Erste Ergebnisse des Science 2.0-Survey 2013 des Leibniz-Forschungsverbunds „Science 2.0“ (<a href="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-132962">Zusammenfassung der Ergebnisse</a> // PDF-Report<a href="http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/13296/Science20_Datenreport_2013_PDF_A.pdf"> im Volltext</a>), <a href="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-132962">http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-132962.</a></li>
</ul>
<p><small>Bild-Quelle: stock.xchng, User: ante3</small></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_3025" class="footnote">Vgl. Bader, Anita/Fritz, Gerd/Gloning, Thomas (2012): Digitale Wissenschaftskommunikation 2010-2011 – Eine Online-Befragung. Unter Mitarbeit von Jurgita Baranauskaite, Kerstin Engel und Sarah Rögl. Linguistische Untersuchungen 4. Gießen: Gießener Elektronische Bibliothek. S. 68</li><li id="footnote_1_3025" class="footnote">Ich bin nach wie vor großer Fan der Schmidt&#8217;schen Definition sozialer Onlinemedien, als derjenigen Tools, die zum &#8222;Informations-, Identitäts- &amp; Beziehungsmanagement&#8220; genutzt werden &#8211; und wenn man das eben anständig macht, kommt am Ende mehr Reputation raus! So einfach ist das!</li><li id="footnote_2_3025" class="footnote">Kleiner Hinweis + Disclaimer: Ich selbst führe (u.a. unter dem Dach des <a  href="http://www.nawik.de">NaWik</a>) Seminare und Workshops zur wissenschaftlichen Nutzung von Social Media durch. Wie Wissenschaftler die verschiedenen Tools u.a. zur Vernetzung, Profilbildung und Reputationsmehrung einsetzen können, wird in Tagesseminaren des <a  href="http://www.nawik.de">NaWik</a> vermittelt. Mehr Infos dort auf der Website oder auf Anfrage.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2014/03/science-2-0-wissenschaftler-probieren-online/">Science 2.0: Wissenschaftler probieren online</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 12:33:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wo findet Wissenschaft statt, was sind ihre Themen und wozu ist das alles gut? Wer Antworten auf solche und ähnliche Fragen sucht, dem sei &#8222;DFG Science TV&#8220; empfohlen. Auf diesem neuen Online-Wissenschafts-Portal präsentiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zehn außergewöhnliche Forschungsprojekte, die illustrieren, daß Wissenschaft eine hochspannende Angelegenheit ist. Wenn Wissenschaft bzw. wissenschaftliche Institutionen versuchen, sich ... <a title="Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/" aria-label="Mehr Informationen über Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wo findet Wissenschaft statt, was sind ihre Themen und wozu ist das alles gut? Wer Antworten auf solche und ähnliche Fragen sucht, dem sei &#8222;<a href="http://www.dfg-science-tv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DFG Science TV</a>&#8220; empfohlen. Auf diesem neuen Online-Wissenschafts-Portal präsentiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zehn außergewöhnliche Forschungsprojekte, die illustrieren, daß Wissenschaft eine hochspannende Angelegenheit ist. </strong></p>
<p>Wenn Wissenschaft bzw. wissenschaftliche Institutionen versuchen, sich  und ihre Arbeit gegenüber der interessierten Öffentlichkeit darzustellen, dann wirkt das häufig etwas bemüht und unbeholfen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_0_260" id="identifier_0_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Klar, Wissenschaftler m&uuml;ssen exzellente Forscher sein, das Talent zur &Ouml;ffentlichkeitsarbeit in eigener Sache ist gl&uuml;cklicherweise (noch?) sekund&auml;r.">1</a> Ganz anders im Fall des diese Woche gestarteten Projekts, das auf den Namen &#8222;DFG Science TV&#8220; hört.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_1_260" id="identifier_1_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber den Titel k&ouml;nnte man allerdings streiten. Wirklich pfiffig ist er nicht&hellip;">2</a> Die Website ist ansprechend und professionell gestaltet. An der Übersichtlichkeit und der selbsterklärenden Navigationsstruktur gibt es nichts zu bemängeln.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_2_260" id="identifier_2_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch andere Wissenschaftsblogger haben bereits auf den Start von &bdquo;DFG Science TV&ldquo; hingewiesen. So etwa der Fischblog, Sciblog und Scienceblogs.">3</a></p>
<h4><span class="pullquote_left">&#8222;DFG Science TV&#8220; ist kein weiteres Forscher-Youtube. Die Wissenschaftsstorys sind hochprofessionell gefilmt, in handliche Episoden verpackt und sollen neugierig machen&#8230;</span></h4>
<p>Die Besonderheit an der Sache ist allerdings, daß es sich <em>nicht</em> um ein beliebiges Forschungs-Video-Portal handelt, auf dem Wissenschaftler in kurzen Filmchen ihre Arbeit erklären.</p>
<p>Das DFG-Projekt kann mit einer durchaus raffinierten Idee punkten: die zehn ausgewählten Forscherteams werden nämlich nicht in einem Stück, sondern häppchenweise vorgestellt. Jede Woche gibt es ein dreiminütiges Kurzvideo, das aber jeweils nur einen Teil der ganzen Geschichte darstellt. Woche für Woche gibt es also eine Episode der Wissenschaftsstory zu sehen, die sich dann sukzessive in den nächsten zwölf Wochen entfaltet. Es sollen also ganz bewußt Geschichten erzählt werden und so soll auch sichtbar werden, daß es sich bei Wissenschaft um einen (Erkenntis-)Prozeß handelt.</p>
<p>Mir gefällt diese Idee ehrlicherweise sehr gut und die Umsetzung ist durchaus ansprechend. Wenn man sich einige der Filme ansieht, so merkt man freilich, daß das Angebot v.a. auf Jugendliche zugeschnitten ist. (Aber auch Zeitgenossen jenseits des Teenageralters kommen auf ihre Kosten!)</p>
<p>Und in der Pressemitteilung zum Start steht auch :</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir brauchen das Interesse junger Leute, um den wissenschaftlichen Nachwuchs sicherzustellen&#8220;, erläutert DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner. &#8222;Wir müssen neue Wege gehen, um zu vermitteln: Forschung ist spannend.&#8220;</p></blockquote>
<p>Kein Wunder, daß sich bei dieser Zielsetzung die vertretenen Projekte vornehmlich aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften rekrutieren. Das reicht von <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/beton-light.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftlern der TU Dresden</a>, denen die Kamera dabei zugeschaut hat, wie sie an einem Verbundstoff aus Glasfasern und Beton tüfteln bis zur Arbeit der Teams der <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/bedrohter-bergwald.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschungsstation &#8222;Estación Científica San Francisco&#8220;</a>, die in den tropischen Bergregenwäldern Ecuadors nach Lösungen suchen, wie der Erhalt dieses Ökosystems mit den Bedürfnissen der Bevölkerung in Einklang gebracht werden kann.</p>
<p><strong>Auswahlkriterien: Nutzwert und Exotik?</strong></p>
<p><span class="pullquote">Wann ist Forschung &#8222;filmtauglich&#8220;? Offenbar ist es von Vorteil, wenn eine Portion Abenteuer und Fernweh  mit dabei sind. </span></p>
<p>Es wird schnell deutlich, daß die ausgewählten Projekte eines gemeinsam haben: sie zeichnen sich durch einen konkreten Problemlösungbezug aus und sie repräsentieren Wissenschaft von ihrer abenteuerlichsten, exotischsten Seite. Auf Nachfrage heißt es, daß die &#8222;Filmtauglichkeit&#8220; den Ausschlag dafür gab, welche Projekte präsentiert werden.</p>
<p>Das mag ich gar nicht in Abrede stellen, aber das Kriterium &#8222;filmtauglich&#8220; heißt ganz offenbar, daß Forschung genau dann vorzeigbar ist, wenn sie entweder in fernen Ländern stattfindet oder zumindest hierzulande Lösungen für drängende Probleme verspricht.</p>
<p>Das soll die Wichtigkeit der vertretenen Forschungsprojekte wirklich nicht in Abrede stellen, auffallend ist es dennoch, daß von zehn Wissenschaftlerteams gleich vier Stück im Ausland tätig sind, drei an drängenden gesellschaftlichen Problemen hierzulande arbeiten und zwei weitere Teams sich darum bemühen, wie man Robotern das Gehen oder das Ausräumen der Spülmaschine beibringt.</p>
<p><strong>Sind Kultur- und Geisteswissenschaftler nicht sexy genug?</strong></p>
<h4 class="pullquote">Spiegeln die dargestellten Projekte wirklich die Bandbreite der DFG-Forschung wider? Wissenschaftler, deren Arbeit keinen direkten Nutzwert abwirft, werden mit der Auswahl nicht ganz glücklich sein.</h4>
<p>Ich könnte mir vorstellen, daß innerhalb der DFG diese Auswahl durchaus Kritik findet. Denn ginge es nicht auch darum, tatsächlich die Bandbreite der Forschungslandschaft darzustellen? Ist es für eine filmische Aufbereitung vollkommen undenkbar, wenn sich etwa Historiker auf die Suche nach unseren kulturellen Wurzeln machen? Sind Linguisten, Kultur- und Gesellschaftswissenschaftler weniger sexy?</p>
<p>Daß Wissenschaft sich wünschenswerterweise durch einen handfesten gesellschaftlichen Nutzwert auszeichnet, wird den Zusehern von &#8222;Science TV&#8220; jedenfalls deutlich vermittelt. Die unzähligen Wissenschaftler, die in der Grundlagenforschung tätig sind und diejenigen, deren Arbeit einen weniger offensichtlichen Mehrwert abwirft, werden möglicherweise etwas mit der Auswahl hadern.</p>
<p><strong>Dennoch: spannende, sehenswerte Forschung</strong></p>
<p>Nichtsdestotrotz: die präsentierten Teams machen wirklich faszinierende Arbeit und es lohnt sich auf alle Fälle, die Projektwebsite zu besuchen. Dort kann man die kommenden Wochen dann mitverfolgen, wie etwa das <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/die-5-millionenstadt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projektteam &#8222;Megastädte&#8220; </a>unter der Regie von Prof. Dr. Frauke Kraas<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_3_260" id="identifier_3_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die seit 2000 als Professorin f&uuml;r Stadt- und Sozialgeographie an der Uni K&ouml;ln lehrt.">4</a> sich mit Fragen von Infrastruktur, Müll, Recycling oder den Machtverhältnissen in rasend schnell wachsenden Metropolen beschäftigt. Oder wie es auf der Website heißt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Forscherteam vom Geographischen Institut der Universität zu Köln untersucht in Zusammenarbeit mit KollegInnen weiterer deutscher und ausländischer Universitäten die drei  Megastädte Delhi in Indien, Dhaka in Bangladesh und Pearl River Delta in China. Sie beobachten, kartieren, analysieren und führen Interviews mit den Menschen auf den Straßen und besuchen sie in ihren Häusern und Hütten, um die rasante Entwicklung der Millionenstädte, deren Akteure und Regelhaftigkeiten zu verstehen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Genauso interessant, aber ebenfalls ein Beispiel dafür, welche Projekte ausgewählt wurden, ist das &#8222;German Apsara Conservation Project (GACP)&#8220;. Dahinter verbirgt sich das Team vom Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der FH Köln, das sich seit 1997 um die <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/tempelpflege.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Restaurierungsarbeiten des Weltkulturerbes &#8222;Angkor Wat&#8220;</a> bemüht. Aber auch alle anderen &#8222;Film-Tagebücher&#8220; sind einen Besuch wert.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.dfg-science-tv.de/"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-261" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/dfg-science-tv.jpg" alt="dfg-science-tv" width="500" height="801" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/dfg-science-tv.jpg 550w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/dfg-science-tv-249x400.jpg 249w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a></p>
<p><strong>Und wo bleibt das Web 2.0?</strong></p>
<p>Um es nochmal zu verdeutlichen: die Idee ist klasse, die Umsetzung professionell. Es dürfte auch nicht ganz billig gewesen sein, dieses Projekt zu stemmen. Insofern ein großes Kompliment an die Beteiligten. Zur eigenwilligen Auswahl der Teams, habe ich ja bereits etwas angemerkt und denke, daß in dem Zusammenhang auch DFG-intern Kritik laut werden wird.</p>
<p>Auffallend ist natürlich auch, daß solche Komponenten, die üblicherweise unter dem Etikett &#8222;Web 2.0&#8220; gebündelt werden, fast gänzlich fehlen. Das Format basiert fast vollständig auf der konventionellen Web1.0-Logik. Es gibt ein (gut gemachtes) Angebot und es gibt Rezipienten, die sich günstigstenfalls dafür interessieren. Abgesehen von der Möglichkeit die einzelnen Episodenfilme auf einer Skala von 1-5 zu bewerten, gibt es aber keine Feedback- oder Mitmachmöglichkeit.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_4_260" id="identifier_4_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was ja auch bei anderen Wissenschaftskommunikations-Versuchen, selbst wenn sie &bdquo;Blog&ldquo; hei&szlig;en, nicht selbstverst&auml;ndlich ist.">5</a></p>
<p class="pullquote_left">Schade, daß man der Zielgruppe, den &#8222;digital natives&#8220;, nicht größeres Vertrauen entgegenbringt. Leider basiert das Portal zu 100% auf der Web-1.0-Logik.</p>
<p>Ich bin darüber fast etwas erstaunt, denn die anvisierte Zielgruppe<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_5_260" id="identifier_5_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es wird ja nicht verheimlicht, da&szlig; es u.a. darum geht junge Erwachsene eventuell f&uuml;r ein Studium zu begeistern&hellip;">6</a> sind doch just die &#8222;digital natives&#8220;, für die Blogs, RSS oder das Einbinden von Videos in die eigene Website nicht fremd ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_6_260" id="identifier_6_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gerade die Inhalte und Videos w&uuml;rden sich im Web2.0-Kontext f&uuml;r spannende, qualitativ hochwertige Mash-Ups eignen.">7</a></p>
<p>Auf meine Anfrage, weshalb solche Features nicht berücksichtigt wurden, erhielt ich die Antwort, daß sowohl das zur Verfügung stellen von &#8222;Embedding-Codes&#8220;, als auch RSS aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_7_260" id="identifier_7_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Warum lassen sich solche Portale nicht auch unter einer CC_Lizenz durchf&uuml;hren?">8</a> Außerdem vertritt man offenbar die Ansicht, daß die Inhalte nur im Kontext der Website verständlich und sinnvoll sind. Was zu befürchten gewesen wäre, wenn einige Wissenschaftsblogger solche Videos integriert hätten, weiß ich allerdings nicht&#8230;</p>
<p><strong>Blogs sind vor allem Arbeit?!</strong></p>
<p>Die Tatsache freilich, daß man keine Möglichkeit bietet, auf der Website oder in einzelnen &#8222;Projektblogs&#8220; direkt mit den Forschern in Kontakt zu treten, finde ich ebenso bedauerlich. Die Auskunft, weshalb hier kein Dialog, sondern nur die Einbahnstraße gewählt wurde, lautet:</p>
<blockquote><p>&#8222;Zusätzlich ist der Aufwand schon für die Filme immens [&#8230;] und wir konnten noch nicht absehen, ob Blogs oder ähnliches für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überhaupt zeitlich noch in Frage kommen &#8211; schließlich forschen diese Menschen als Allererstes einmal.&#8220;</p></blockquote>
<p>Diese Antwort<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_8_260" id="identifier_8_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Besten Dank f&uuml;r die nette Antwort an das Projektteam/&Ouml;ffentlichkeitsarbeit der DFG.">9</a> ist in meinen Augen v.a. eines: sie ist ehrlich. Kurzsichtig und ein wenig unverständlich finde ich es dennoch. Denn man betreibt ja bereits einen enormen Aufwand, finanziell wie personell &#8211; nach Angaben des Tagesspiegel hat man sich das Portal 300.000 Euro kosten lassen. Und dann soll der Zusatzaufwand für &#8222;Projektblogs&#8220;, die ja zunächst mal nur drei Monate laufen sollen, den Rahmen sprengen?</p>
<p><span class="pullquote">Wäre der Aufwand für begleitende Blogs wirklich zu groß? Man investiert doch bereits viel Zeit und Geld&#8230;<br />
</span></p>
<p>Klar: Forscher sollen zuerst mal forschen, dafür werden sie bezahlt. Aber ich behaupte erstens, daß die einzelnen Teams ja bereits jede Menge Ressourcen investiert haben und zweitens, daß sie durch und in Blogs auch jede Menge positives Feedback bekommen könnten.</p>
<p>Einerseits Anerkennung und Dank für ihre Arbeit. Andererseits könnten die Forscher auch erleben, spüren, wahrnehmen, daß ihre Tätigkeit &#8222;ankommt&#8220;.</p>
<p>Schade, daß man in dieser Phase den Forschern (wie ich glaube aus Unkenntnis) die Möglichkeit nicht bietet, mit den interessierten Webpassanten da draußen in Kontakt zu treten. Es wäre für beide Seiten lehrreich. Und daß es (es handelt sich jeweils um Teams mit mehreren Mitarbeitern!) zuviel verlangt wäre, sich einmal am Tag 20 min. um Kommentare zu kümmern, kann mir niemand erzählen. Und dann gibt es ja immer noch die DFG-Redakteure, die hier betreuend, unterstützend, Fragen beantwortend, eingreifen könnten.</p>
<p>Vielleicht, liebe DFG, ja das beim nächsten Mal. Für den Anfang, ist die Website ganz gut, aber es besteht noch Luft, nach oben &#8211; das Web 2.0 bietet noch deutlich mehr Raum für spannende, interaktive Wissenschaftskommunikation.</p>
<hr size="1" />
<p><em>[Update: 16.00 Uhr]</em></p>
<p>Ich lese eben erst die Pressemitteilung zum Start von &#8222;DFG Science TV&#8220; und dort steht bzgl. der Motivation für das Projekt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Internet-Plattformen mit Bewegtbildern und den veränderten Nutzergewohnheiten vor allem junger Menschen entschloss sich die DFG, für das Internet geeignete Kurzfilme aus der Wissenschaft produzieren zu lassen und über eine eigene Plattform verfügbar zu machen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Umso erstaunlicher, daß man (da man offenbar von den &#8222;veränderten Nutzergewohnheiten [&#8230;] junger Menschen&#8220; Kenntnis hat) dennoch etwas halbherzig an die Sache herangeht.</p>
<p>Wie gesagt: ich wünsche dem Portal den nötigen Erfolg und vielleicht gibt es ja im Herbst eine Zweitauflage. Dann aber bitte mit den erwähnten Web2.0-Features. Falls Ihr, liebes DFG-Projektteam, dahingehend Beratung braucht: ich stehe gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. ;-)</p>
<div class="links"><em><strong>Website:</strong></em></p>
<li>Video-Forschungstagebücher: <a href="http://www.dfg-science-tv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DFG Science TV</a></li>
<p><em><strong>Pressemitteilung und Presseartikel:</strong></em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2008/presse_2008_15.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science TV macht Forschung erlebbar</a>, DFG-Pressemitteilung Nr. 15</li>
<li>Warnecke, Tilmann: <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Science-TV;art304,2513657" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forscher als Fernsehstars</a>, Der Tagesspiegel, 16.4.2008</li>
</ul>
<p><em><strong>Eines der beteiligten Teams hat doch einen Blog:</strong></em></p>
<ul>
<li><a href="http://baublog.tu-dresden.de/index.php/20080415/wissenschaft-wird-ganz-neu-sichtbar-dfg-science-tv-startet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaft wird ganz neu sichtbar: DFG Science TV startet</a>, BauBlog TU Dresden</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Web+2.0">Web 2.0</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftskommunikation">Wissenschaftskommunikation</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/DFG+Science+TV">DFG Science TV</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_260" class="footnote">Klar, Wissenschaftler müssen exzellente Forscher sein, das Talent zur Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache ist glücklicherweise (noch?) sekundär.</li><li id="footnote_1_260" class="footnote">Über den Titel könnte man allerdings streiten. Wirklich pfiffig ist er nicht&#8230;</li><li id="footnote_2_260" class="footnote">Auch andere Wissenschaftsblogger haben bereits auf den Start von &#8222;DFG Science TV&#8220; hingewiesen. So etwa der <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/04/16/angetestet-dfg-science-tv-4053750" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fischblog</a>, <a href="http://www.sciblog.at/stories/25805/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sciblog</a> und <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/04/menschmaschine-auf-dfg-sciencetv.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs</a>.</li><li id="footnote_3_260" class="footnote">Die seit 2000 als Professorin für Stadt- und Sozialgeographie an der Uni Köln lehrt.</li><li id="footnote_4_260" class="footnote">Was ja auch <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/14/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei anderen Wissenschaftskommunikations-Versuchen</a>, selbst wenn sie &#8222;Blog&#8220; heißen, nicht selbstverständlich ist.</li><li id="footnote_5_260" class="footnote">Es wird ja nicht verheimlicht, daß es u.a. darum geht junge Erwachsene eventuell für ein Studium zu begeistern&#8230;</li><li id="footnote_6_260" class="footnote">Gerade die Inhalte und Videos würden sich im Web2.0-Kontext für spannende, qualitativ hochwertige Mash-Ups eignen.</li><li id="footnote_7_260" class="footnote">Warum lassen sich solche Portale nicht auch unter einer CC_Lizenz durchführen?</li><li id="footnote_8_260" class="footnote">Besten Dank für die nette Antwort an das Projektteam/Öffentlichkeitsarbeit der DFG.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/">Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 15</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2007 18:12:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Blogosphäre ist ja immer auch so etwas wie ein Seismograph: ein fein justierter Apparat, der Befindlichkeiten, Stimmungen und Diskussionen aufzeichnet. Und alle sitzen gebannt vor ihren Bildschirmen und kucken gespannt, wann die Nadel wieder mal richtig ausschlägt. Die Zeigerausschläge werden freilich je unterschiedlich bewertet; und für den einen ist ein kleines Zucken der Nadel ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 15" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 15">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" style="border: 1px solid #888888; margin: 6px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" alt="Fundstuecke_01c.jpg" width="240" height="177" align="right" /><strong>Die Blogosphäre ist ja immer auch so etwas wie ein Seismograph: ein fein justierter Apparat, der Befindlichkeiten, Stimmungen und Diskussionen aufzeichnet. Und alle sitzen gebannt vor ihren Bildschirmen und kucken gespannt, wann die Nadel wieder mal richtig ausschlägt.</strong></p>
<p>Die Zeigerausschläge werden freilich je unterschiedlich bewertet; und für den einen ist ein kleines Zucken der Nadel schon ein bejubelnswertes Ereignis, während für den anderen mindestens das ganze Gerät scheppern muß. Und alle warten natürlich darauf, daß sich das nächste große Ding, der nächste Hype, das nächste Megathema ankündigt. Denn dann muß man zu den ersten gehören&#8230; das ist ja Ehrensache, sozusagen.</p>
<p>Wollen sie wissen, was das nächste Megathema ist? Soll ich ausplaudern, was ich dem Seismographen abgelauscht habe? Hmmm&#8230;? Ich bin unschlüssig&#8230; vermutlich spare ich es mir auf, um dann mit großem Getöse darauf hinzuweisen. Oder vielleicht ja auch nicht? Vielleicht streue ich es heimlich, still und leise&#8230;?</p>
<p>Was demnächst ganz sicher ansteht und ich verraten darf? Gut, ich will mich dann nicht länger zieren: einerseits beginnt am Wochenende das Oktoberfest und ich werde dann wieder mit dem Rad einen Slalomparcours zwischen dem betrunkenen Volk fahren dürfen; andererseits findet am Freitag und Samstag der Workshop &#8222;<a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das neue Netz?</a>&#8220; in Bamberg statt, zu dem ich morgen aufbrechen werde. Mein Vortrag für Samstag steht zu 98% und ich bin sehr gespannt auf die sich ergebenden Diskussionen&#8230;</p>
<p>Nun aber zur Sache, zu den Querverweisen:</p>
<hr size="1" /><span style="color: #888888; font-size: large;">»</span><span style="font-size: large;"><span style="color: #888888; font-size: large;">1.</span></span>Mir braucht man wirklich wenig zu erzählen, wenn es um selektive Wahrnehmungsprozesse und dergleichen geht. Die Uniseminare zur Wahrnehmungspsychologie und den spannenden Effekten liegen zwar schon Jahre zurück, dennoch ist mir da noch manches erinnerlich. Aber obwohl mir klar ist, daß der persönliche Bias entscheidet, kommt es mir in den letzten Tagen so vor, als sei ein Thema aktueller und brisanter als zuvor: es geht um die Frage, was Wissen und Wissenschaft in Blogs, oder noch umfassender: im Web 2.0 zu suchen hat. Und das kommt mir doch nicht nur so vor, weil ich momentan selbst zu dem Thema arbeite? Egal: nun einige Verweise und der erste bezieht sich auf die Diskussion um bloggende Professoren, die Robert Basic vom Zaun gebrochen hat.</p>
<h4 class="pullquote">Kennt jemand Hochschullehrer, die einen eigenen Blog betreiben? Es ist dringend ein wissenschaftliches Blog-Portal erforderlich&#8230;</h4>
<p>Kennt jemand Hochschullehrer, die einen eigenen Blog betreiben? Nun ja, ich habe selbst in den Kommentaren bei Robert eifrig mitgemischt und klar ist in meinen Augen auch: es gibt hunderte Professoren, die statische Webseiten pflegen (mal mehr, mal weniger) und auch auf diesen gibt es wissenswerte Informationen zu finden. Aber, dennoch ist wahr: man findet derzeit nur ca. 25-30 Professoren-Blogs. Ein Trauerzeugnis? Vielleicht! Entscheidend dabei ist freilich immer, mit welchen Inhalten die Blogs gefüllt sind. Wenn nur das letzte Buch beworben wird, dann will ich das nicht lesen. Auch Blogs von Profs, die Medienökonomie oder Informatik lehren, reißen mich nicht vom Hocker. Ich setze das in diesen Disziplinen fast schon voraus.</p>
<p>Ich bin der Meinung, daß aber auch das wissenschaftliche &#8222;Fußvolk&#8220; &#8211; also Doktoranden, wiss. Hilfskräfte, Assistenten &#8211; etwas zu sagen haben. Deshalb ist dringend ein Portal erforderlich, wo solche Blogs versammelt sind. Das war schon länger meine Idee &#8211; nun hat Markus (es gab kurze Mißverständnisse, ist aber erledigt) ein Wiki auf seiner Seite installiert, wo man ggf. seinen Blog eintragen kann. In einigen Tagen werde ich aber ggf. weitere Pläne präsentieren. Hängt auch damit zusammen, daß ich gerne etwa zwischen originären Wissenschaftsblogs<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/#footnote_0_85" id="identifier_0_85" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Studenten, Doktoranden, Profs etc., die haupts&auml;chlich zu wissenschaftlichen Themen bloggen.">1</a> und lediglich von Wissenschaftlern betriebenen Blogs<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/#footnote_1_85" id="identifier_1_85" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenn der wiss. Assistent bspw. mehr &uuml;ber seine Kakteenzucht, als &uuml;ber sein Fach schreibt.">2</a> unterscheiden würde.</p>
<p>Zur Diskussion:</p>
<ul>
<li>Basicthinking: <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/16/bloggende-professoren-die-liste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bloggende Professoren</a>, 16.9.2007</li>
<li>Und nochmal zum selben Thema: Basicthinking: <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/17/professoren-blogs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Portal für Wissenschaftlerblogs</a>, 17.9.2007</li>
<li>Wiki bei Michael, um sich mit seinem Blog einzutragen: <a href="http://www.koma-medien.de/elearning/wiki/doku.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Akademikerblogs</a></li>
</ul>
<hr size="1" /><span style="color: #888888; font-size: large;">»</span><span style="font-size: large;"><span style="color: #888888; font-size: large;">2.</span> </span> Weiter im Text und weiter zum Thema &#8222;Wissenschaft in der Blogosphäre&#8220;. Letzten Freitag schon kam eine Meldung über den Äther, die mich hat aufhorchen lassen. Aber nicht nur ich wurde hellhörig, auch andere [<a href="http://www.science-communication.org/blog/forsch/2007/09/19/im_land_der_wissenschaftlichen_blogmuffe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=88" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>] haben darauf verwiesen. Um was es geht?</p>
<p>Wie per Pressemitteilung publik wurde, beteiligt sich die &#8222;Hubert Burda Media&#8220; an <a href="http://www.scienceblogs.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Scienceblogs</em></a>, einer Tochter des amerikanischen Medienunternehmens &#8222;Seed Media Group&#8220;. Prominente Namen, Platzhirsche jeder auf seine Weise. Die <a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc%7EEB0523376D725420084D73D3AAD561A80%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FAZ </a>weiß folgendes:</p>
<blockquote><p>Scienceblogs ist eine Plattform für inzwischen 65 Blogger, die über Wissenschaftsthemen wie Klimawandel, Medizin oder Biologie schreiben, dabei aber vor allem Nicht-Wissenschaftler als Leser im Auge haben. Scienceblogs gilt als eine der größten Wissenschaftsgemeinschaften im Internet mit mehr als 1,7 Millionen Besuchen im Monat und gehört zu den meistgelesenen Blogs der Welt.</p></blockquote>
<p>Start des Portals soll dem Vernehmen nach schon Anfang 2008 sein. Zielsetzung bei der Sache: dem Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit einen Raum geben. Sicher keine schlechte Motivation &#8211; das Verhältnis zwischen Experten und Laien ist allerdings, so darf ich den Verantwortlichen schonmal sagen, durchaus prekär. Aus der Technik- und Wissenschaftsforschung weiß man etwa aus den Auseinandersetzungen um Risikotechnologien, daß man sehr leicht viel Porzellan zerdeppern kann. Glaubwürdigkeit und Authentizität sind hier das A und O.</p>
<p>Dennoch ist das alles sehr lohnenswert und mehr als spannend. <a href="http://marcellomedia.blogs.com/mrb/2007/09/scienceblogs-in.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schließlich stellt Marcel Reichart</a>, der bei Burda für das Projekt verantwortlich zeichnet, die richtigen Punkte dar: Klimawandel, Bio- und Nanotechnologie, &#8222;Neuroforschung&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/#footnote_2_85" id="identifier_2_85" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich nehme an, er meint damit die Neurophysiologie/Hirnforschung.">3</a> &#8211; das sollen u.a. Schwerpunkte sein. Wenn das mal nicht lebhafte Diskussionen verspricht?</p>
<ul>
<li>FAZ: <a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc%7EEB0523376D725420084D73D3AAD561A80%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Burda steigt bei Seed Media ein</a>, 13.9.2007</li>
<li>Marcel Reichert (R&amp;D-Chef bei Burda): <a href="http://marcellomedia.blogs.com/mrb/2007/09/scienceblogs-in.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs</a>, 15.9.2007</li>
</ul>
<hr size="1" /><span style="color: #888888; font-size: large;">»3</span><span style="font-size: large;"><span style="color: #888888; font-size: large;">.</span> </span>&#8222;Wissenschaft goes Public&#8220; könnte man also sagen und tatsächlich sprießen allerorten Projekte aus dem Boden, deren Intention darauf hinausläuft: nämlich kräftig frischen Wind in den Elfenbeinturm zu pusten. Wenn am Ende auf beiden (!) Seiten mehr Verständnis entwickelt wurde und so etwas wie gegenseitiges Lernen angestoßen werden kann, soll es mir recht sein.</p>
<p>Ebenfalls in diesem Bereich tummelt sich neuerdings scivee.tv.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/#footnote_3_85" id="identifier_3_85" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dahinter stecken die National Science Foundation, die Public Library of Science (PLoS) und das San Diego Supercomputing Center. Alles ehrbare Adressen.">4</a> Haben Sie sich schon länger gefragt, wieso es kein Forscher- bzw. Akademiker-Youtube gibt? Nein?</p>
<p>Um ehrlich zu sein: ich auch nicht. Ich gehöre aber damit eventuell der aussterbenden Spezies an, die nicht glaubt, daß Wissenschaft sich unbedingt dem Zeitgeist andienen müßte. Allerdings wer mag, der darf seine Forschungsergebnisse auch gerne in 8 Minuten in einem Videoschnipsel präsentieren. Das alles ist nun bei scivee.tv möglich. Bislang sind nur wenige Videos online, was daran liegen mag, daß nur Projekte sich darstellen dürfen, die ihre Ergebnisse in Open-Access-Journalen zugänglich machen.</p>
<p>Hier gilt abwarten und sehen, wie sich die Sache entwickelt. Peter Mühlbauer wußte bei telepolis folgendes:</p>
<blockquote><p>Doch selbst wenn die Veröffentlichung herausragender Forschungsergebnisse ausbleibt, könnte SciVee die Qualität der akademischen Lehre beleben, indem es mehr und bessere Informationen zur Verfügung stellt, als sie üblicherweise beim &#8222;Vorsingen&#8220; von Bewerbern auf eine Professorenstelle geboten werden. Und wer weiß: Vielleicht finden Berufungen in nicht so ferner Zukunft ja nicht nur nach der politischen Ausrichtung, den persönlichen Kontakten und der Publikationsliste statt, sondern auch nach den auf Video festgehaltenen didaktischen Qualitäten.</p></blockquote>
<ul>
<li>Forscher-Videoportal: <a href="http://www.scivee.tv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.scivee.tv</a></li>
<li>telepolis: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26011/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videoportal für Wissenschaftler</a>, 22.8.2007</li>
</ul>
<hr size="1" /><span style="color: #888888; font-size: large;">»</span><span style="font-size: large;"><span style="color: #888888; font-size: large;">4.</span> </span>So, bevor mir aber noch Leser abspringen, weil ich nur noch zum Thema &#8222;Wissenschaft 2.0&#8220; blogge, hier noch was zur Abwechslung. Was habe ich eingangs erwähnt? Das Oktoberfest öffnet seine Pforten?</p>
<p>Dann abschließend etwas Nachhilfe in bayerischer Lebensart und Kultur &#8211; es eignet sich didaktisch ganz hervorragend das kleine Lehrgedicht von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_Buchner" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans-Jürgen Buchner</a>, der unter seinem Namen &#8222;Haindling&#8220; besser bekannt ist.</p>
<blockquote><p><em><strong><span class="fliesstext">Bayern, des samma mir</span></strong></em></p>
<p><span class="fliesstext">Seid’s freindlich – jawoi!<br />
Seid’s freindlich hob I gsagt – jawoi!<br />
Seid’s freindlich hob I gsagt no amoi –jawoi</span></p>
<p>Mir kannst no a Weissbier bringa !</p>
<p>Bayern, des samma mir! Jawoi!<br />
Bayern, des samma mir! Jawoi!</p>
<p>Bayern, des samma mir!<br />
Bayern jawoi des samma mir!<br />
Bayern, des samma mir!<br />
Mir samma mir des samma mir!<br />
Bayern, des samma mir,<br />
Bayern und des bayerische Bier!<br />
Bayern und des Reinheitsgebot,<br />
des is unser flüssiges Brot!</p></blockquote>
<p>Schön, nicht? Und das beste: ich selbst bin gar kein Bayer. Nur zugewandert. Sowas gibt&#8217;s auch. Und der Reiz der Wiesn will sich mir auch nicht erschließen. Zu Haindlings nettem Song gibt es auch ein Video. Das ist, wie man merkt, nicht authentisch &#8211; aber auf andere Weise wären die unsäglichen Herrschaften der Band &#8222;Rammstein&#8220; auch gar nicht zu ertragen. Ich plädiere für musikalische und sonstige Re-Education für die Rammsteinianer durch Hans-Jürgen Buchner!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/tUEyYuZkjVI" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/tUEyYuZkjVI" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p></span></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_85" class="footnote">Studenten, Doktoranden, Profs etc., die hauptsächlich zu wissenschaftlichen Themen bloggen.</li><li id="footnote_1_85" class="footnote">Wenn der wiss. Assistent bspw. mehr über seine Kakteenzucht, als über sein Fach schreibt.</li><li id="footnote_2_85" class="footnote">Ich nehme an, er meint damit die Neurophysiologie/Hirnforschung.</li><li id="footnote_3_85" class="footnote">Dahinter stecken die National Science Foundation, die Public Library of Science (PLoS) und das San Diego Supercomputing Center. Alles ehrbare Adressen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-15/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 17:21:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erinnert sich heute noch jemand an die großen Karteikästen in den Bibliotheken, in denen man von fleißigen Bibliothekarenhänden beschriftete Kärtchen duchblätterte, bis man endlich auf das gewünschte Buch stieß, wenn es denn an der ihm zugesehenen, also alphabetisch korrekten Stelle eingeordnet war? Kann man es sich heute noch vorstellen, eine wissenschaftliche Qualifizierungsarbeit manuell an der ... <a title="Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/" aria-label="Mehr Informationen über Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnert sich heute noch jemand an die großen Karteikästen in den Bibliotheken, in denen man von fleißigen Bibliothekarenhänden beschriftete Kärtchen duchblätterte, bis man endlich auf das gewünschte Buch stieß, wenn es denn an der ihm zugesehenen, also alphabetisch korrekten Stelle eingeordnet war? Kann man es sich heute noch vorstellen, eine wissenschaftliche Qualifizierungsarbeit manuell an der Schreibmaschine zu erstellen? Ohne die bequemen Möglichkeiten moderner Textverarbeitungsprogramme?&nbsp;</strong></p>
<p>Ganz zu Beginn meiner Studienzeiten gab es sie jedenfalls noch: die Karteikästen, in denen der gesamte Bestand der kompletten Bibliothek erfaßt war. Aber zum Glück war der OPAC, der Onlinekatalog, bereits im Aufbau und schon bald war es möglich die gesuchten Artikel bequemer zu recherchieren und bald sogar online zu bestellen. Heute freilich ist wissenschaftliches Arbeiten ohne Nutzung von E-Mails oder den Abruf von PDF-Dokumenten in Online-Textarchiven gar nicht mehr denkbar. Wie sollte es auch anders sein? </p>
<p>Schließlich haben die sich stetig verändernden Formen und Möglichkeiten der Kommunikation in vielen gesellschaftlichen Bereichen in den letzten Jahren zu massiven Veränderungen geführt. Wer seine E-Mails nicht mehrmals täglich abruft, sieht sich nicht selten mit Nachfragen konfrontiert, ob er etwa erkrankt sei. Wer den Brockhaus aus dem Regal zieht, anstatt flugs die Wikipedia zu konsultieren, gilt in manchen Kreisen als antiquiert und bisweilen gar als hoffnungsloser Fall. </p>
<h5 class="pullquote">Wer seine Informationen heute noch aus Büchern oder Tageszeitungen bezieht, gilt als verstaubt und ist ein Auslaufmodell</h5>
<p>Die schnelle, effiziente Kommunikation und der Zugriff auf digitale Wissensarchive verheißen – wie man allenthalben nachlesen kann – eine schöne, neue, digitale Wissenswelt. Der einsame Denker, der seine Informationen aus Büchern oder der gedruckten Tageszeitung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/#footnote_0_86" id="identifier_0_86" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Inzwischen gerne mit dem Etikett &quot;Holzmedien&quot; versehen.">1</a> bezieht, ist offenbar ein Auslaufmodell. Wenn sich also binnen weniger Jahre der Wissenszugriff im Alltagsleben massiv verändert, wie stark müssen dann erst die Umwälzungen in dem Bereich sein, der sich professionell mit der Herstellung und Darstellung von Wissen beschäftigt? Die Formen wissenschaftlichen Publizierens müssen sich doch geradezu revolutioniert haben, sollte man meinen. Aber ist dem tatsächlich so?</p>
<p>Ausgehend von dieser Frage, in welchen Bereichen die Wissenschaft die Möglichkeiten des Internet &#8211; und insbesondere diejenigen des Web2.0 &#8211; nutzt und wo Nachholfbedarf besteht, bin ich gerade dabei einen kleinen Vortrag zusammenzustellen, den ich innerhalb des Workshop &quot;<a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das neue Netz? Bestandaufnahme &amp; Perspektiven</a>&quot; am 22. September an der Universität Bamberg halten werde.</p>
<h5 class="pullquote">Im Web 2.0 wird beispielhaft illustriert, wohin sich auch wissenschaftliche Journale verändern könnten. Es wäre heute möglich, die akademische Publikations- und Diskurskultur auf eine neue Qualitätsstufe zu heben. Denn bislang wird von der Wissenschaft Diskurs oftmals nur simuliert.<br /></h5>
<p>  Gestern habe ich die grundlegenden Überlegungen und Thesen meinem Münchner Doktorandenkreis vorgestellt; gleich mit meiner einleitenden und zugegebenerweise etwas provokanten These, daß die Wissenschaft noch lange nicht im Web2.0 angekommen sei, habe ich heftigen Widerspruch geerntet. Und klar, sicher gibt es Ausnahmen &#8211; die allerdings bekanntlich die Regel bestätigen &#8211; und genauso muß ich zugestehen, daß sich die Publikationsgepflogenheiten nur allmählich entwickeln und anpassen können. Allerdings bin ich auch nach nochmaliger Überlegung dennoch der Ansicht, daß die Tatsache, daß es seit vielen Jahren bspw. fachlich-akademische Diskussionsforen gibt, nichts an meinem grundsätzlichen Befund ändert: es sind heute längst die technischen, infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen, um die wissenschaftliche Publikationskultur auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben. Die Wissenschaft agiert<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/#footnote_1_86" id="identifier_1_86" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sicher auch weil das wirtschaftliche Interesse etablierter Fach- und Wissenschaftsverlage und deren Lobby schnelle Ver&auml;nderungen blockiert.">2</a> mehr als zurückhaltend und verkennt die Optionen, die eine wohlverstandene Cyberscience bieten könnte.&nbsp;</p>
<p>Ich werde also die Kritik und Einwände von Nina, Mirko, Matthias, Marc, Daniela und Wiebke nochmal überdenken und dann &#8211; wie sie angeregt haben &#8211; verstärkt die Potentiale der heute bereits denkbaren &quot;Wissenschaft 2.0&quot; skizzieren. </p>
<p>Diese weiterführenden Präzisierungen und Konkretisierungen werde ich dann in 10 Tagen in Bamberg vorstellen und dann auch nochmals hier ausführlich dokumentieren. Bis dahin sei hier mein vorläufiger (!) &quot;Abstract&quot; eingestellt, den ich im <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/24/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-05/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">April/Mai</a> geschrieben habe &#8211; der Vortragstext wird hinsichtlich mancher Aspekte davon abweichen:</p>
<p><strong>Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0&nbsp;</strong></p>
<p>
Wissen und Wissenschaft sind populärer als je zuvor. Und inzwischen muß man für diesen Befund nicht einmal mehr auf die Einschaltquoten der Quiz- und Gameshows des Vorabendprogramms rekurrieren. Es sind vielmehr die Entwicklungen – allen voran Wikipedia – , die unter dem Etikett  »Web 2.0« subsumiert werden und illustrieren, daß sich das Internet zum gesellschaftlichen Wissensarchiv emanzipiert hat.<br />
Und tatsächlich: niemals zuvor in der Geschichte ist der Zugang zu Informationen und Wissen so leicht gewesen, niemals zuvor die Chance zur Partizipation am kollektiven Wissensschatz so groß. Doch nimmt man die institutionalisierte Wissenschaft in den Blick, so zeigt sich, daß diese bislang fast unbeteiligt ist. </p>
<h5 class="pullquote">Im Web 2.0 ist der Diskurs der &#8217;scientific community&#8216; bislang nicht angekommen. Die akademische Publikationskultur hinkt den Möglichkeiten hinterher.<br /></h5>
<p>Auf die Frage, wo sich der wissenschaftliche Diskurs abspielt, mag es viele stichhaltige Antworten geben. Im Web 2.0 – dafür sprechen genügend Indizien – ist der Diskurs der &quot;scientific community&quot; bislang nicht angekommen.<br />
Was aber steckt hinter dieser offensichtlichen Skepsis? Welche Vorbehalte bestehen seitens der Wissenschaft gegenüber einer Öffnung hin zum Web 2.0? Sind es lediglich vorläufige  Abwehr­haltungen? Handelt es sich nur um Reflexe eines verkrusteten Systems, das sich noch jedem Ver­such, frischen Wind in die Gemäuer des wissenschaftlichen Elfenbeinturms zu pusten, entgegen­gestellt hat?
</p>
<p>Wenn man versucht, den offenen Fragen mit systemtheoretisch informierten Beobachtungsroutinen nachzuspüren, wird zunächst folgendes deutlich: so wie sich das Internet gerade in der Spielart des Web 2.0 präsentiert und konstituiert, stellt es eine Provokation und gleichzeitig eine Heraus­forderung für das etablierte Wissenschaftssystem und seine tradierten Publikationspraxen dar.
</p>
<p>Im Rückgriff auf die Luhmannsche Terminologie können, wie sich zeigen wird, folgende Fragen beantwortet werden: (1) Wie ist es möglich, daß der wissenschaftliche Diskurs in einem derart eklatanten Ausmaß hinter den avancierten Kommunikations- und Darstellungsmöglichkeiten des Web 2.0 hinterherhinkt? Und wie ist die Zurückhaltung der akademisch-institutionalisierten Wissenschaften gegenüber alter­nativer Formen der Wissensrepräsentation und -archivierung (Wikis und Blogs) zu erklären? (2) Welche Veränderungen sind notwendig, welche Blockaden müssen überwunden werden, um den Weg hin zu einer Wissenschaft 2.0 zu öffnen? (3) Welche  innovativen Konfigurationen wissen­schaftlicher Diskurse sind auf der Basis einer Cyberinfrastructure möglich und denkbar?
</p>
<p>Im Hintergrund der Analyse stehen zwei Leitfragen: erstens, welche Strukturprinzipien prägen den wissenschaftlichen Diskurs?, zweitens, in welcher Weise und mit welchen Kriterien beobachtet Wissenschaft die Entwicklungen des Web 2.0? Davon ausgehend lassen sich insgesamt vier Problemkreise identifizieren.
</p>
<p>Erstens wird deutlich, daß jede Form der Onlinepublikation sich der Herausforderung gegenüber sieht, eine stabile System/Umwelt-Grenze zu etablieren. Wie sich systemtheoretisch argumentieren läßt, ist Wissenschaft dazu verdammt, fortwährend zu markieren, daß sie allein an wahrheitsfähigen Aussagen interessiert ist. Und genau dieser (intern generierte und von außen beobachtbare) System­code, wird durch bestimmte Randbedingungen, die dem Medium Internet zu eigen sind, fortlaufend unterminiert und in Frage gestellt. Die fehlende Trennschärfe zwischen der Sphäre wissenschaft­licher Publikationen und anderer Bereiche schlägt sich u.a. in Glaubwürdigkeits- und Reputations­problemen nieder.
</p>
<p>Zweitens lässt sich skizzieren, wie alle bisherigen Publikationspraxen die kategoriale Trennung zwischen Herstellung und Darstellung wissenschaftlicher Ergebnisse sicherstellten. Durch die Möglichkeiten des Web 2.0 (v.a. im Sinne kollaborativer Wissensproduktion und/oder kommentierender Bezugnahme) wird diese Grenzziehung allerdings aufgehoben. Die Verschmelzung kann wahlweise als Affront oder als Chance wahrgenommen werden.
</p>
<p>Der dritte Problemkreis gruppiert sich um die disziplinären Konzepte von Autor- und Urheber­schaft, die durch die Praktiken des Web 2.0 bedroht sind. Die Unterschiede zwischen Natur- und Geisteswissenschaften im Hinblick auf Akzeptanz und Nutzung elektronischer Publikationen sind, wie rekonstruiert werden kann, genau darauf zurückzuführen. Die bisher dominierende Kopplung von Text und Urheberschaft wird freilich angesichts der Möglichkeiten einer kollaborativen Texter­stellung fragwürdig.
</p>
<p>Abschließend und viertens werden diejenigen Effekte thematisiert, die sich aus der kommunikativen Asymmetrie konventioneller Publikationspraxen ergeben. Ihre grundsätzlich statische Struktur zwingt den üblichen wissenschaftlichen Diskurs in Warteschleifen, die bislang erstaunlicherweise kaum problematisiert wurden. Die Vorteile einer Wissenschaft 2.0 liegen demgegenüber genau in der Dynamisierung der Diskurse. Die ausschließlich lineare Chronologie wird durch zirkuläre, hypertextuelle Verweisungskontexte abgelöst und könnte im Ergebnis zu einer modularen, dezentralisierten Publikationsweise führen. </p>
<h5 class="pullquote">Die Diskussion um Open Access greift zu kurz: die Konzentration auf unentgeltliche und freizugängliche Onlineartikel bleibt im Denken einer Wissenschaft 1.0 gefangen. Die Chance kollaborative Elemente einzubauen, die Diskursdynamik sichtbar zu machen, Wissenschaft(ler) zu vernetzen und den Diskurs zu dynamisieren, wird&nbsp; innerhalb der Open Access-Diskussion übersehen.</h5>
<p>In einem letzten Schritt können, auf der Grundlage der bisher gewonnenen Einsichten, die Perspektiven für eine Wissenschaft 2.0 skizziert werden. Zunächst wird deutlich, daß die momentane Diskussion der Erweiterung bzw. Ergänzung gängiger Publikationsgepflogenheiten durch Open-Access-Modelle zu kurz greift. Die Diskussion bleibt – solange sie lediglich die unent­geltliche und freizugängliche Bereitstellung der bisherigen Printartikel thematisiert – blind für weiterreichende Veränderungen des wissenschaftlichen Diskurses, die durch die Infrastruktur des Web 2.0 denkbar und möglich geworden sind. Denn auch das Open-Access-Konzept fokussiert ein­seitig auf die Archiv- und Darstellungsfunktion von wissenschaftlichen Resultaten; unbeachtet bleibt somit die andere Seite des Diskurses, nämlich die auf Anschlüsse ausgerichtete Kommunikation.
</p>
<p>Erst eine wohlverstandene Cyberinfrastrukur des Wissens (wie sie in bestimmten Praktiken des Web 2.0 bereits vorzufinden ist) könnte der Herstellung symmetrischer Kommunikationsräume dienen, die primär an der Herstellung von Resonanzfähigkeit orientiert wären. Als Vorteile seien nur eine  schnellere Reaktions- und Anschlußmöglichkeit, die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Anschlußkommunikationen und die Verbesserung der Diskurstransparenz genannt.<br />
Kennzeichen einer Wissenschaft 2.0 wären (1) die Dynamisierung der Publikationsroutinen, (2) die innovative Nutzung von Rekombinationsmöglichkeiten, (3) die Auflösung der kategorialen Trennung zwischen Herstellung und Darstellung, (4) die teilweise Verabschiedung des Ideals einer eigenständigen Autorschaft, (5) die Etablierung einer Meso-Diskursebene, die unter Nutzung von Social-Web-Anwendungen einen zusätzlichen Vernetzungs- und Kommunikationsrahmen darstellt, der auch informelle Kommunikationselemente beinhaltet. </p>
<p>Erst dadurch wäre das Versprechen eines zeitgemäßen wissenschaftlichen Diskurses eingelöst. Wissenschaft 2.0 funktioniert nämlich genau dann, wenn Argumentationsketten wechselseitig aufeinander verweisen, aneinander anschließen und aufeinander aufbauen.<br />
Heute sehen wir uns wissenschaftlichen Diskursgepflogenheiten gegenüber, die sich weiterhin statisch organisieren und Kommunikationsanschlüsse eher erschweren, als erleichtern. Es ließe sich sogar argumentieren, daß die seitherige Praxis Diskurs lediglich simuliert, anstatt ihn tatsächlich zu führen. Eine Umstellung auf webgestützte Diskurspraxen, könnte demgegenüber die Basis für eine Vernetzungs- und Kommunikationssphäre bilden, die ein weitaus höheres Maß an Lernfähigkeit und Flexibilität aufweisen würde. Das setzte freilich die Durchsetzung und Anerkennung einer modularen wissenschaftlichen Arbeits- und Publikationskultur voraus. Der Weg zur Wissenschaft 2.0 hält also noch einige Hürden bereit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Interessante Literatur:</strong></em></p>
</p>
<ul>
<li>Riehm, Ulrich (2006): <a href="http://www.zeitenblicke.de/2006/3/Riehm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elektronisches Publizieren revisited!</a>, Anmerkungen zur Verbreitung elektronischer Publikationen, zur Konkurrenz gedruckter und elektronischer Medien sowie zu den strukturellen Veränderungen im Publikationswesen, in: zeitenblicke 5 (2006), Nr. 3, URL: http://www.zeitenblicke.de/2006/3/Riehm. </li>
<li>AmericanCouncil of Learned Societies (2006): Our cultural commonwealth, The Report of<br />
the American Council of Learned Societies&#8216; Commission on Cyberinfrastructure for Humanities and Social Sciences, URL: http://www.acls.org/cyberinfrastructure/acls.ci.report.pdf </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/dnn2007">dnn2007</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_86" class="footnote">Inzwischen gerne mit dem Etikett &quot;Holzmedien&quot; versehen.</li><li id="footnote_1_86" class="footnote">Sicher auch weil das wirtschaftliche Interesse etablierter Fach- und Wissenschaftsverlage und deren Lobby schnelle Veränderungen blockiert.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 08:29:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Verhältnis der Gesellschaft zu ihrer Wissenschaft ist nicht unproblematisch: womit sich die Forscher in ihren Instituten beschäftigen, können die meisten Normalbürger kaum nachvollziehen. Und umgekehrt erachten es viele Wissenschaftler beinahe als Zumutung, wenn sie ihre Forschungsarbeit gegenüber Laien erklären und – so wird es häufig wahrgenommen – rechtfertigen sollen. In der Folge ist nicht ... <a title="Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/" aria-label="Mehr Informationen über Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/">Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Verhältnis der Gesellschaft zu ihrer Wissenschaft ist nicht unproblematisch: womit sich die Forscher in ihren Instituten beschäftigen, können die meisten Normalbürger kaum nachvollziehen. Und umgekehrt erachten es viele Wissenschaftler beinahe als Zumutung, wenn sie ihre Forschungsarbeit gegenüber Laien erklären und – so wird es häufig wahrgenommen – rechtfertigen sollen. In der Folge ist nicht selten ein Klima latenten Mißtrauens festzustellen.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_0_207" id="identifier_0_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Wissenschaft h&auml;lt die B&uuml;rger und Konsumenten entweder f&uuml;r desinteressiert oder f&uuml;r latent technik- und wissenschaftsfeindlich. Auf der anderen Seite findet man h&auml;ufig Vorbehalte gegen&uuml;ber der angeblich &bdquo;abgehobenen&ldquo; Sph&auml;re der Wissenschaft. ">1</a> <strong>Was die Forscher in ihrem obskuren Elfenbeinturm treiben, bleibt den meisten Nichtakademikern ein Rätsel.&nbsp; </strong></p>
<h4 class="pullquote_left"> Ignorieren gilt nicht: Wissenschaft hat ein Recht auf eine Öffentlichkeit, die sich für sie interessiert. Und das Publikum hat ein Recht auf Wissenschaftler, die kompetent kommunizieren. <br /></h4>
<p>Was leider häufig vergessen wird: die Wissenschaft hat ein Recht auf ein neugieriges Publikum und dieses hat einen legitimen Anspruch auf kompetente Informationen und Wissensvermittlung.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_1_207" id="identifier_1_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und das nicht nur, weil fast alle Forschungen durch Steuermittel finanziert sind.">2</a> Und wissenschaftliche Blogs wären – das meine These – ein phantastisches Instrument, um endlich einen fruchtbaren Dialog zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft zu führen. Aber wissenschaftliche Blogs können noch weitere Funktionen erfüllen, von denen die Wissenschaftskommunikation 1.0 nur träumen konnte. </p>
<p><strong>Was ist Wissenschaftskommunikation?</strong></p>
<p>Wir haben im ersten Teil der Skizze zu den Möglichkeiten wissenschaftlicher Blogs gesehen, daß die Blogosphäre nicht nur ein dynamisches Informationsnetz ist, sondern auch eine soziale Komponente beinhaltet: Blogs vernetzen Menschen. Für die wissenschaftliche Kommunikationskultur eröffnet das spannende Optionen – wobei zunächst zu klären ist, was unter dem Begriff &quot;Wissenschaftskommunikation&quot; zu verstehen sein soll. </p>
<p>Daß Kommunikation – also die Mitteilung von Informationen und<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_2_207" id="identifier_2_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So ist jedenfalls zu w&uuml;nschen. ;-) ">3</a> das Verstehen durch den Adressaten – eine wesentliche Komponente von Wissenschaft ist, ist leicht einzusehen. Ich habe schon verschiedentlich erläutert, daß Wissenschaft mehr ist, als die bloße Produktion von Wissen in Universitäten und Forschungseinrichtungen. </p>
<h4 class="pullquote"> Wissenschaft ist dazu verdammt, sich den aktuellen Stand des Wissens gegenwärtig zu halten. Wissenschaft kann nicht <em>nicht</em> kommunizieren. <br /></h4>
<p>Wissenschaft ist nämlich vor allem ein Kommunikationssystem. Wissenschaft vollzieht sich als Effekt des kontinuierlichen Diskurses der &quot;Scientific Community&quot;. Das &quot;System Wissenschaft&quot; ist also m.a.W. dazu verdammt, sich über den eigenen Wissensstand zu vergewissern und den Stand der Forschung präsent zu halten. Sie muß sich – vereinfacht gesagt – ständig darüber informieren, was sie weiß. Und dies läuft über fortwährende Kommunikationsakte. </p>
<p>Niklas Luhmann schreibt in diesem Zusammenhang beispielsweise:</p>
<blockquote><p>&quot;Erst in der Form wissenschaftlicher Publikationen erreicht die moderne Wissenschaft autopoietische Anschlußfähigkeit.&quot; <br /><em>Luhmann, Niklas (1990): Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt a.M., S. 432</em></p></blockquote>
<p>Was in der systemtheoretischen Terminologie eventuell kryptisch klingt, meint im Grunde wenig anderes, als daß die Wissenschaft nur über das Publikationssystem aufrecht erhalten wird. Denn: nur wissenschaftliche Erkenntnisse, die publiziert werden, existieren!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_3_207" id="identifier_3_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das ist &uuml;brigens keineswegs so nebens&auml;chlich wie es scheint. Im Sinne der Wissenschaft ist es bspw. mehr als kontraproduktiv, da&szlig; in vielen F&auml;llen medizinische Studien in den Schubladen verschwinden, wenn sie nicht den gew&uuml;nschten Erfolg erbracht haben. Denn auch &quot;negative&quot; Studienergebnisse sind lehrreich&hellip;">4</a> </p>
<div align="center">
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Wissenschaftskommunikation_01a.jpg" rel="lightbox"><img decoding="async" width="480" height="266" align="middle" style="margin: 4px;" alt="Wissenschaftskommunikation_01b.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Wissenschaftskommunikation_01b.jpg" /></a></p>
<p align="left">Diese angesprochenen Kommunikations- und Publikationsakte sind allerdings nur ein Teilbereich der Wissenschaftskommunikation. Man könnte dies als &quot;interne Wissenschaftskommunikation&quot; bezeichnen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_4_207" id="identifier_4_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Davon ist die &quot;externe&quot; Wissenschaftskommunikation zu unterscheiden. Diese umfa&szlig;t alle Kommunikationen, wenn Wissenschaft sich gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit, Politik, Recht, Medien, Konsumenten etc. mitteilt. Dazu mehr im dritten Teil der Artikelserie.">5</a> Denn es handelt sich hierbei um den fachlichen Austausch innerhalb der jeweiligen Disziplin. Die Adressaten der Publikationen sind die betreffenden Fachkollegen, die ihrerseits mit Zustimmung oder Kritik anschließen.</p>
</div>
<p><strong>Was Wissenschaftsblogs nicht leisten können</strong> </p>
<h4 class="pullquote"> Wissenschaftsblogs sind nicht der Ort, an dem relevante wissenschaftliche Ergebnisse publiziert werden. Blogs sind kein Ersatz für Fachzeitschriften.<br /></h4>
<p>Solange es um diesen Aspekt der Wissenschaftskommunikation geht, so ist festzustellen, daß wissenschaftliche Blogs – jedenfalls in der Form, wie wir sie heute kennen – hier keine Rolle spielen. </p>
<p>Es hat sich aus guten Gründen bewährt, daß innerhalb des Fachdiskurses im wesentlichen nur Forschungsergebnisse relevant sind, die in Fachzeitschriften publiziert werden und dort wenigstens redaktionell, besser aber über ein sog. &quot;Peer-Review-Verfahren&quot; überprüft wurden. Zwar ist auch das klassische Peer-Review-Prinzip nicht vor Irrtümern gefeit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_5_207" id="identifier_5_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erst j&uuml;ngst wurden wieder &bdquo;gefakte&ldquo; Forschungsberichte koreanischer Klonforscher enttarnt.">6</a>, aber die Qualitätssicherung ist ein wichtiger Aspekt. </p>
<p>Da Blogs zumeist vollkommen autonom geführt werden, keine Redaktion und erst Recht kein kompetenter Fachkollege die Artikel überprüft, sind Blogs in sicherlich kein Ersatz für das traditionelle Publikationssystem. Allerdings muß gesagt werden, daß es dennoch Ausnahmen gibt,&nbsp; in denen auch Blogposts als wissenschaftliche Wortmeldung zählen und zitiert werden dürfen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_6_207" id="identifier_6_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="N&auml;mlich wenn keine anderen &quot;Quellen&quot; zu bestimmten Fragen verf&uuml;gbar sind. Mehr Informationen dazu: hier">7</a>&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Eine Wissenschaft 2.0 wäre dadurch gekennzeichnet, daß Online-Journals durch Blogoptionen (Kommentare &amp; Trackbacks) erweitert wären. <br /></h4>
<p>Außerdem ist festzuhalten, daß das derzeitige System (in dem Print-Journals immer noch die „Leitwährung“ darstellen) weit hinter den Möglichkeiten zurückhinkt, die eine Online-Publikationskultur böte. Die Open-Access-Initiative ist ein wichtiger Schritt, um die Dominanz der wissenschaftlichen Verlage aufzubrechen. Für die Zukunft hielte ich persönlich die Publikation in Online-Journals, die mit Blog- bzw. Web-2.0-Optionen erweitert wären und die Qualitätssicherung durch ein sog. &quot;Open-Peer-Review&quot; sicherstellen, für wünschenswert.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_7_207" id="identifier_7_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie es bspw. in den Kommentaren zum ersten Artikel schon angeklungen ist.">8</a></p>
<p>Es bleibt also festzuhalten: Blogposts können und sollen wissenschaftliche Publikationen nicht ersetzen. Damit scheidet aber auch nur ein kleiner (wenn auch wichtiger) Teil der Wissenschaftskommunikation aus. Für alle weiteren Aspekte taugt das Blogformat nämlich sehr wohl. Zunächst wären da all die fachlichen Diskussionen zu nennen, die heute in Konferenzpausen, mit Kollegen in der Mittagspause oder per Mail geführt werden. </p>
<p><strong>Forum für die informellen Fachdiskussionen </strong></p>
<p>Denn, seien wir ehrlich: der wissenschaftliche Diskurs besteht ja nicht nur aus Kommunikationseinheiten der Größenordnung von 15 Seiten aufwärts.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_8_207" id="identifier_8_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was also der Mindestl&auml;nge von Journalartikeln entspricht.">9</a> Die „interne Wissenschaftskommunikation“ operiert nämlich über weite Strecken viel kleinteiliger und viel informeller. Und hier läge eine Stärke der wissenschaftlichen Blogosphäre. Egal ob eine kurze Anmerkung zum jüngsten Artikel des Kollegen oder eine Ergänzung eigener Artikel – ein wissenschaftlicher Blog wäre der ideale Ort, um solche Wortmeldungen zu archivieren und zugänglich zu machen. Und wenn es um Literaturtipps, Ideensammlungen oder kurze, spontane Forschungsnotizen geht, so sind Blogs ohnehin unschlagbar. </p>
<p><strong>Wissenschaftsblogger als kritische Prüfinstanz</strong> </p>
<p>Denn wissenschaftliche Blogs können hervorragend zur kritischen Prüfung eigener Gedanken eingesetzt werden und – was nicht vergessen werden soll – Blogs eignen sich auch dazu, um auf Fehler in Publikationen hinzuweisen. Das geht von der <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/09/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlamperei von Wissenschaftsjournalisten</a>, die erst Bloggern auffällt und reicht bis zu solchen Fällen, in denen aufmerksame Wissenschaftsblogger mit ihren kritischen Anmerkungen dazu beitragen, daß Fachartikel in etablierten Journals zurückgezogen werden müssen. </p>
<h4 class="pullquote"> Wann wird der erste große Wissenschaftsskandal durch Blogger aufgedeckt? Zuletzt entlarvten US-Blogger einen Fachartikel als kreationistische Mogelpackung <br /></h4>
<p>So geschehen erst vor wenigen Wochen: dem US-Blogger Attila Csordás war der etwas obskure Artikel von M. Warda und Jin Han im renommierten Journal &quot;Proteomics&quot; <a target="_blank" href="http://pimm.wordpress.com/2008/01/29/can-you-tell-a-good-article-from-a-bad-article-based-on-the-abstract-and-the-title/" rel="noopener noreferrer">aufgefallen</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_9_207" id="identifier_9_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="M. Warda, Jin Han: &bdquo;Mitochondria, the missing link between body and soul Proteomic prospective evidence.&ldquo; in: Proteomics. 2008 Jan 23, DOI: 10.1002/pmic.200700695">10</a>&nbsp; Als er und weitere Blogger kritisch nachhakten, <a target="_blank" href="http://pimm.wordpress.com/2008/02/12/screenshot-of-the-day-warda-han-paper-retracted/" rel="noopener noreferrer">zog der Verlag den Artikel zurück</a> – die Gutachter hatten schlicht gepennt und einen offenbar unseriös argumentierenden Artikel durchgewunken.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_10_207" id="identifier_10_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Weitere Details zu diesem bemerkenswerten Fall findet man in diesem Beitrag von Hanno Charisius.">11</a> </p>
<p><strong>Wissenschaftler sind auch nur Menschen: Das Beziehungsmanagement durch Blogs</strong></p>
<p>Neben diesen wichtigen wissenschaftsinternen Kommunikationsfunktionen, die Blogs erfüllen können, sind natürlich all die Möglichkeiten im Hinblick auf die Identitäts- und Beziehungsebene zu nennen. Wie bereits im ersten Teil kurz skizziert, ist ein wissenschaftlicher Blog ja immer auch eine „Visitenkarte“ des jeweiligen Forschers.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Kommunikative Fähigkeiten sind gefragt. Blogs taugen auch zur wissenschaftlichen Selbstdarstellung. <br /></h4>
<p>Während jedoch statische Seiten erstens nur recht aufwendig zu aktualisieren sind und zweitens keine Interaktionen zulassen, ist es innerhalb eines Blogs möglich, sich als Wissenschaftlerpersönlichkeit zu präsentieren. Richtig ist (wie etwa Carsten Könneker in den Kommentaren anmerkt), daß hierzu auch bestimmte kommunikative Kompetenzen erforderlich sind, aber ist das ein Ausschlußgrund? </p>
<p>Wichtig ist: innerhalb von Blogs &quot;darf&quot; der Wissenschaftler auch ein Stück Mensch sein. Was nicht bdeuten soll, daß es unentwegt &quot;menscheln&quot; sollte, aber wenn bspw. ein Rückblick auf eine Fachkonferenz gepostet wird oder man verkünden darf, daß die Doktorarbeit fertig oder ein Experiment erfolgreich bewältigt wurde, dann ist das die persönliche Note, die Leser an das Blog bindet und die eventuell einen Kontakt zu einem Fachkollegen anbahnt. Beispiele für Kooperationen und gemeinsame Projekte, die erst durch Blogs ermöglicht wurden, gibt es bereits heute zahlreich. <br /><strong><br />Die verschiedenen Spielarten wissenschaftlicher Blogs </strong></p>
<p>All die oben genannten Vorteile – von der niederschwelligen, informellen Fachdiskussion bis hin zur „Kontaktanbahnung“&nbsp; –&nbsp; betreffen jenen internen Kernbereich der Wissenschaftskommunikation, innerhalb dessen Autoren und Leser gleichermaßen vom Fach sind. Wir reden bislang also eigentlich nur von einer Spezialform wissenschaftlicher Blogs, nämlich sog. Wissenschaftlerblogs. Welche verschiedenen Varianten sind überhaupt zu unterscheiden? </p>
<p><strong>1. Wissenschaftlerblogs </strong>| Autoren: Doktoranden, Forscher </p>
<ul>
<li>Dokumentation eigener Forschungsarbeit, Ideen sammeln + zur Diskussion stellen </li>
<li>Einblicke in Privat- und Forschungsalltag, Konferenzberichte etc.</li>
<li>Adressatenkreis: klein, Fachkollegen, andere Wissenschaftler, interdisziplinärer Austausch </li>
</ul>
<p><strong>2. Wissenschaftsblogs </strong>| Autoren: Blogger, Journalisten, Wissenschaftsfreaks</p>
<ul>
<li>journalistische Ausrichtung, publizistische Darstellung aktueller Wissenschaftsthemen</li>
<li>Adressatenkreis: breit, interessiertes Publikum; Motivation: Informationsaufbereitung, Kritik</li>
</ul>
<p><strong>3. Institutionelle Wissenschaftsblogs</strong> | Projektblogs, Institutsblogs, Seminar-<br />/Lehrveranstaltungsblogs</p>
<ul>
<li>begleitende Dokumentation, Visitenkarte, e-Learning </li>
<li>Adressatenkreis: begrenzt, spezifisch, Fachkollegen, Studenten etc.</li>
</ul>
<p>Mischformen zwischen den einzelnen Formen sind natürlich durchaus zu finden. Entscheidend ist, daß es bei den originären &quot;Wissenschaftlerblogs&quot; die Person ist, also der bloggende Wissenschaftler, der ausschlaggebend ist. Hier dürfen vereinzelt auch stärker persönlich gefärbte Artikel gepostet werden. Während bei den &quot;Wissenschaftsblogs&quot; das Augenmerk eindeutig auf den Inhalten liegt. Hier ist es der wissenschaftliche Gegenstandbezug, der den Blog zu einem Wissenschaftsblog macht.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Wie können Blogs zu einer &quot;wissenschaftsmündigen&quot; Gesellschaft beitragen?<br /></h4>
<p>Die Besonderheiten der stärker journalistisch ausgerichteten Blogs und die Möglichkeiten, die sich für die Wissenschaftskommunikation gegenüber der Öffentlichkeit bietet, werde ich in einem dritten Teilartikel näher beleuchten. Dort soll dann endlich auch verraten werden, worin sich die Wissenschaftskommunikation 2.0 von konventionelleren Formen unterscheidet und auf welche Weise Blogs zu einer wünschenswerten &quot;Scientific Citizenship&quot; beitragen könnten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/#footnote_11_207" id="identifier_11_207" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich m&ouml;chte in diesem Zusammenhang den Begriff eines &bdquo;wissenschaftsm&uuml;ndigen&ldquo; B&uuml;rgers vorschlagen. Dazu aber im n&auml;chsten Beitrag.">12</a> Und schließlich soll auch skizziert werden, weshalb wissenschaftliche Blogs eine &quot;doppelte Zumutung&quot; darstellen.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" /></p>
<p><em><strong>Verwandte Artikel in der Wissenswerkstatt:</strong></em></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/22/wissenschaftsblogs-in-deutschland-status-quo-und-die-professionalisierung-der-wissenschaftlichen-blogszene/" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftsblogs in Deutschland » Status quo und die Professionalisierung der wissenschaftlichen Blogszene</a>, 22.01.2008</li>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/" rel="noopener noreferrer">Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert</a> | Werkstattnotiz XLII, 4.12.2007</li>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/12/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/" rel="noopener noreferrer">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a>, 12.9.2007&nbsp; </li>
</ul>
<p><em>Immer einen Besuch wert:</em></p>
<ul>
<li>der <a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" rel="noopener noreferrer">Newsticker des &quot;Wissenschafts-Cafés&quot;</a> listet die aktuellsten Posts der Wissenschaftsblog-Szene</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:&nbsp;</strong></em></p>
<ul>
<li>Nikolow, Sybilla &amp; Schirrmacher, Arne (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593384892?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3593384892">Wissenschaft und Öffentlichkeit als Ressourcen füreinander</a>. Studien zur Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert. Campus Verlag.</li>
<li>Kohring, Matthias (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896694820?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896694820">Wissenschaftsjournalismus. Forschungsüberblick und Theorieentwurf</a>. Forschungsüberblick und Theorieentwurf. UVK.</li>
<li>Wormer, Holger (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531148931?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531148931">Die Wissensmacher. Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland</a>. Vs-Verlag.</li>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Velbrück-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_207" class="footnote">Die Wissenschaft hält die Bürger und Konsumenten entweder für desinteressiert oder für latent technik- und wissenschaftsfeindlich. Auf der anderen Seite findet man häufig Vorbehalte gegenüber der angeblich „abgehobenen“ Sphäre der Wissenschaft. </li><li id="footnote_1_207" class="footnote">Und das nicht nur, weil fast alle Forschungen durch Steuermittel finanziert sind.</li><li id="footnote_2_207" class="footnote">So ist jedenfalls zu wünschen. ;-) </li><li id="footnote_3_207" class="footnote">Das ist übrigens keineswegs so nebensächlich wie es scheint. Im Sinne der Wissenschaft ist es bspw. mehr als kontraproduktiv, daß in vielen Fällen medizinische Studien in den Schubladen verschwinden, wenn sie nicht den gewünschten Erfolg erbracht haben. Denn auch &quot;negative&quot; Studienergebnisse sind lehrreich&#8230;</li><li id="footnote_4_207" class="footnote">Davon ist die &quot;externe&quot; Wissenschaftskommunikation zu unterscheiden. Diese umfaßt alle Kommunikationen, wenn Wissenschaft sich gegenüber der Öffentlichkeit, Politik, Recht, Medien, Konsumenten etc. mitteilt. Dazu mehr im dritten Teil der Artikelserie.</li><li id="footnote_5_207" class="footnote">Erst jüngst wurden wieder „gefakte“ Forschungsberichte koreanischer Klonforscher enttarnt.</li><li id="footnote_6_207" class="footnote">Nämlich wenn keine anderen &quot;Quellen&quot; zu bestimmten Fragen verfügbar sind. Mehr Informationen dazu: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a></li><li id="footnote_7_207" class="footnote">Wie es bspw. in den Kommentaren zum ersten Artikel schon angeklungen ist.</li><li id="footnote_8_207" class="footnote">Was also der Mindestlänge von Journalartikeln entspricht.</li><li id="footnote_9_207" class="footnote">M. Warda, Jin Han: „Mitochondria, the missing link between body and soul Proteomic prospective evidence.“ in: Proteomics. 2008 Jan 23, DOI: 10.1002/pmic.200700695</li><li id="footnote_10_207" class="footnote">Weitere Details zu diesem bemerkenswerten Fall findet man <a target="_blank" href="http://www.scienceblogs.de/ein-bisschen-dunkel/2008/02/tiefflug.php" rel="noopener noreferrer">in diesem Beitrag</a> von Hanno Charisius.</li><li id="footnote_11_207" class="footnote">Ich möchte in diesem Zusammenhang den Begriff eines „wissenschaftsmündigen“ Bürgers vorschlagen. Dazu aber im nächsten Beitrag.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/">Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste &#124; Werkstattnotiz IXXX</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Nov 2007 16:40:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#34;Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne&#34;, so dichtete Hermann Hesse. Aber jeder Anfang und Neubeginn ist auch mit einer gewissen Portion Ungewißheit verknüpft: werden die Pläne aufgehen, stößt man mit seinen Ideen auf Zustimmung, welche Resonanz findet das neue Projekt? Jetzt ist die Eröffnung eines kleinen Blogportals keineswegs ein weltbewegendes Ereignis und sogar hier in ... <a title="&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste &#124; Werkstattnotiz IXXX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste &#124; Werkstattnotiz IXXX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/">&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste | Werkstattnotiz IXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>&quot;Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne&quot;</em>, so dichtete Hermann Hesse. Aber jeder Anfang und Neubeginn ist auch mit einer gewissen Portion Ungewißheit verknüpft: werden die Pläne aufgehen, stößt man mit seinen Ideen auf Zustimmung, welche Resonanz findet das neue Projekt?</strong></p>
<p>Jetzt ist die Eröffnung eines kleinen Blogportals keineswegs ein weltbewegendes Ereignis und sogar hier in der Wissenswerkstatt geht die Arbeit weiterhin routiniert voran; dennoch war ich natürlich gespannt darauf, ob das &quot;<a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a>&quot;, das ich am vergangenen Montag eröffnet habe, auch Zustimmung und Beachtung findet. Denn wozu soll so ein seltsames Hybrid-Meta-Blog gut sein? Eigene Inhalte sollen ja eigentlich nicht darauf abgestellt werden. Ist es den Aufwand wert, um lediglich die paar wissenschaftlichen Blogger aufzulisten?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#footnote_0_124" id="identifier_0_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es freut mich nat&uuml;rlich, da&szlig; an vielen Stellen nette und lobende Worte f&uuml;r das Caf&eacute; gefunden wurden. Thomas Pleil machte fast als erster darauf aufmerksam, Mandy Schiefner lobte auch und die beiden Basler Geschichtshaudegen wollten die Einladung ins Caf&eacute; auch nicht ablehnen. Und Markus von &quot;text&amp;blog&quot; gab noch einige wertvolle Tipps. Danke! &ndash; Die vielen anderen m&ouml;gen mir verzeihen, da&szlig; ich sie nicht eigens aufz&auml;hle&hellip;">1</a> </p>
<p>Das waren u.a. die Fragen, die sich mir im Vorfeld stellten. Wobei, um ehrlich zu sein: wenn ich gar so skeptisch gewesen wäre, hätte ich die Seite erst gar nicht zusammengebastelt. Und um noch viel, viel ehrlicher zu sein: die Vorteile einer gemeinschaftlichen Wissenschaftsblogstation, von der aus die vielen Pfade zu den individuellen Blogs abzweigen, lagen und liegen meiner Ansicht nach auf der Hand.</p>
<p><strong>Jede Menge Bewegung in der Wissenschaftsblog-Szene&nbsp;</strong></p>
<p>Und wenn ich nicht mit einigermaßen viel Arbeit zugedeckt wäre und evtl. 1-2 Partner an der Hand gehabt hätte, hätte ich durchaus schon im Juli/August ein noch weitergehendes Wissenschaftsblog aufgezogen, wie es eben nun mit professionellem Background unter der Regie von Burda (zukünftig: Scienceblogs.de) und offenbar Spektrum (angeblich startet alsbald: wissenslogs.de) an den Start gehen wird.</p>
<p>Das sind aber Projekte, die im Wissenschafts-Café nur am Rande eine Rolle spielen. Was läßt sich nach den ersten 4-5 Tagen sagen? </p>
<h4 class="pullquote">Es gibt mehr Wissenschaftsblogger als gedacht.  Neuentdeckungen im Wissenschafts-Café. <br /></h4>
<p>Das erste und wichtigste Zwischenfazit lautet: die wissenschaftliche Blogszene ist größer und vielfältiger, als man gemeinhin vermutet. Am Montag hatte ich rund 30 Blogs zusammengefaßt, auf die die Kriterien (hauptsächlich wissenschaftliche Ausrichtung) zutreffen. Seither erreichten mich über das Kontaktformular weitere Hinweise, so daß jetzt bereits über 40 Blogs versammelt sind. Und das Schöne: es sind wirklich wunderbare Blogs, die mir hier quasi zugeflogen sind.</p>
<p>Um nur zwei kleine Beispiele zu nennen: im Blog <a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2007/11/adresscomptoir-anton-tantner/" rel="noopener noreferrer">&quot;Adresscomptoir&quot;</a> sind die Notizen des Wiener Historikers Anton Tantner zu lesen, der sich selbst in die Geschichte der Hausnummerierung gestürzt hat, daneben aber immer einen Blick auf das weite Feld der historischen Forschung und angrenzende Themen hat. Die Kurzinfo zu seinem Blog liest sich so &#8211; ein Besuch des Weblogs ist aber unbedingt angeraten: </p>
<blockquote>
<p>&quot;Das Weblog &quot;Adresscomptoir&quot; behandelt seit mehr als zwei Jahren u.a. die Geschichte der Hausnummerierung, frühneuzeitliche Adressbüros, Literaturrecherche, Neue Medien, politische Themen und theoretische Fragen.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Aus dem naturwissenschaftlichen Bereich ist seit heute auch das <a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2007/11/biocrash-petra-zugschwerdt/" rel="noopener noreferrer">&quot;Biocrash&quot;-Blog</a> vertreten. Hier bloggt die Heidelberger Biologie-Studentin Petra Zugschwerdt, die aber alles andere als ein Neuling auf diesem Gebiet ist. Seit über 2 jahren ist sie unter ihrem Aliasnamen &quot;rotfell&quot; bereits aktiv.</p>
<blockquote>
<p>&quot;bio crash versucht nicht, einen allumfassenden Überblick in alle Neuigkeiten der Biologie zu geben. Das wäre doch ein zu großes Unterfangen für ein privates Weblog. An Biologie interessierte Leser sollen die Möglichkeit bekommen, sich über das Lehrbuch hinaus über aktuelle biologische Themen informieren und darüber in den Kommentaren oder im Alltag diskutieren zu können.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Und Petra hat in ihrem Blog vorgestern auch einen Beitrag eingestellt, der mich natürlich sehr gefreut hat. Unter dem Titel &quot;<a target="_blank" href="http://www.forenplanet.de/network/biocrash/wordpress/?p=33" rel="noopener noreferrer">Hurra! Wir sind nicht allein!</a>&quot; schrieb sie:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Mir wurden vielmehr zwei Adressen von anderen deutschsprachigen naturwissenschaftlichen Bloggern zugesteckt und kaum habe ich mir ihre Seiten angeguckt, finde ich ein richtiges NaWiBloggernest.<br /><strong>Wo haben die sich nur bisher vor mir versteckt? Warum habe ich sie nicht früher gefunden?</strong> Da ist sicher eine riesige fiese Verschwörung im Gange ;) Egal, mein Blogroll ist jedenfalls jetzt um einige deutschsprachige Blogs reicher und ich bin happy!&quot;</p>
</blockquote>
<p>Schön, wenn man so einfach Menschen glücklich machen kann&#8230;</p>
<p>Und ganz im Ernst: ich habe tatsächlich den Eindruck, als hätte das Wissenschafts-Café schon nach wenigen Tagen ein kleines bißchen dazu beigetragen, daß die wissenschaftlichen Blogger ein bißchen besser wissen, was in ihrer Nachbarschaft passiert. Einige Blogger haben bereits jetzt weitere fachkundige Leser hinzugewonnen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#footnote_1_124" id="identifier_1_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die letzten Tage waren jeweils knapp &uuml;ber 100 Besucher im Caf&eacute;, die sich im &uuml;brigen sehr intensiv umgesehen haben; es wurden ca. 6-7 Seiten pro Besucher angeklickt.">2</a> Und als besonders interessant erweist sich (kaum überraschend) der &quot;<a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" rel="noopener noreferrer">Newsticker</a>&quot;. </p>
<h4 class="pullquote">Einer der offenen Wünsche: Die Kommentarfunktion darf noch ein wenig engagierter genutzt werden&#8230; ;-) <br /></h4>
<p>Wenn in Zukunft noch ein paar mehr Wissenschaftsblogs aufgenommen werden können und die Bewertungsfunktion nicht nur zur Abgabe von Höchstwerten genutzt, sondern eben das ganze Notenspektrum ausgeschöpft wird<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#footnote_2_124" id="identifier_2_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Wertung mit 5 von 8 Punkten hei&szlig;t ja immer noch, da&szlig; man das jeweilige Blog f&uuml;r &uuml;berdurchschnittlich h&auml;lt&hellip;">3</a>, bin ich fast wunschlos glücklich. Wobei, halt: bislang wurde zwar schon kommentiert, aber wenn noch mehr Meinungen von Lesern zusammenkommen, dann würde mich das natürlich auch freuen. Und wenn ein Blogger die Kommentarfunktion selbst nutzt, um darauf hinzuweisen, daß bei ihm evtl. eine spannende Artikelserie oder andere Besonderheiten anstehen, bin ich ihm auch nicht böse.&nbsp;</p>
<p>Alles in allem aber gilt: <em><strong>Wir müssen uns einen Wissenschafts-Café-Barkeeper als glücklichen Menschen vorstellen&#8230;</strong></em></p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Wer bislang noch keine Zeit für einen Cafébesuch gefunden hat &#8211; hier geht&#8217;s lang:</p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" rel="noopener noreferrer"> Wissenschafts-Café :: Portal für die wissenschaftliche Blogosphäre</a></li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_124" class="footnote">Es freut mich natürlich, daß an vielen Stellen nette und lobende Worte für das Café gefunden wurden. <a target="_blank" href="http://thomaspleil.wordpress.com/2007/11/05/wissenschafts-cafe-eine-heimat-fur-wissenschaftliche-blogs/" rel="noopener noreferrer">Thomas Pleil</a> machte fast als erster darauf aufmerksam, <a target="_blank" href="http://www.mandyschiefner.ch/blog/archives/1097" rel="noopener noreferrer">Mandy Schiefner lobte auch</a> und die beiden <a target="_blank" href="http://weblog.histnet.ch/archives/636" rel="noopener noreferrer">Basler Geschichtshaudegen</a> wollten die Einladung ins Café auch nicht ablehnen. Und Markus von <a target="_blank" href="http://textundblog.de/?p=1891" rel="noopener noreferrer">&quot;text&amp;blog&quot;</a> gab noch einige wertvolle Tipps. Danke! &#8211; Die vielen anderen mögen mir verzeihen, daß ich sie nicht eigens aufzähle&#8230;</li><li id="footnote_1_124" class="footnote">Die letzten Tage waren jeweils knapp über 100 Besucher im Café, die sich im übrigen sehr intensiv umgesehen haben; es wurden ca. 6-7 Seiten pro Besucher angeklickt.</li><li id="footnote_2_124" class="footnote">Die Wertung mit 5 von 8 Punkten heißt ja immer noch, daß man das jeweilige Blog für überdurchschnittlich hält&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/">&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste | Werkstattnotiz IXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 07:17:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Daß Wissenschaft kommuniziert, daß über Wissenschaft kommuniziert wird, ist offensichtlich. Aber wird sie auch verstanden? Es spricht viel dafür, daß Blogs eine Möglichkeit darstellen, die (Verständnis-)Barrieren zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu durchbrechen. Und es zeigt sich, daß Wissenschaftskommunikation viel zu lange als Einbahnstraße gedacht wurde. Wissenschaftliche Blogs bieten nun die Möglichkeit die alten Zöpfe und ... <a title="Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/" aria-label="Mehr Informationen über Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daß Wissenschaft kommuniziert, daß <em>über</em> Wissenschaft kommuniziert wird, ist offensichtlich. Aber wird sie auch verstanden? Es spricht viel dafür, daß Blogs eine Möglichkeit darstellen, die (Verständnis-)Barrieren zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu durchbrechen. Und es zeigt sich, daß Wissenschaftskommunikation viel zu lange als Einbahnstraße gedacht wurde. </strong></p>
<p>Wissenschaftliche Blogs bieten nun die Möglichkeit die alten Zöpfe und Routinen der traditionellen Wissenschaftsvermittlung abzuschneiden. Seit den 60er Jahren mühte man sich, den Bürgern die spannenden Themen von Wissenschaft und Technik nahezubringen. Dies freilich nicht ohne Hintergedanken – denn ein Hauptmotiv für die Anstregungen in Sachen Wissenschaftskommunikation war und ist die Herstellung von gesellschaftlicher Akzeptanz.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wissenschaftskommunikation wurde lange Zeit als &#8222;Volksbelehrungsinstrument&#8220; gedacht. Mit dem Web 2.0 hat der einseitige Monolog ausgedient. Wissenschaftliche Blogs haben den Mut einen echten Dialog zu führen und funktionieren bi-direktional.</h4>
<p>Wirtschafts- und bildungspolitische Interessen sind hier untrennbar verknüpft: die Feststellung, daß  potentielle Verbraucher und Konsumenten gerade den innovativen Produkten skeptisch gegenüberstehen, ist natürlich frustrierend, wenn man viel Geld und Entwicklungsarbeit in das jeweilige Produkt investiert hat.</p>
<p>Und so setzte man die Hoffnungen u.a. darauf, daß eine effiziente Wissenschaftskommunikation erstens den Kenntnisstand innerhalb der Bevölkerung erhöht und zweitens die (irrationalen?) Berührungsängste schrittweise abgebaut werden.</p>
<p>Kein Wunder, daß Wissenschaftskommunikation über weite Strecken als &#8222;Volksbelehrungsinstrument&#8220; konzeptionalisiert wurde. Die klassischen Massenmedien ließen sich dafür ja auch leidlich nutzen: auf der einen Seite stehen professionelle Wissenschaftskommunikatoren mit journalistischem Know-How, auf der anderen Seite die Laien, die zu belehren sind. Daß diese Struktur durch und durch asymmetrisch ist, daß es sich um einen Wissenschaftsmonolog handelt, war unter den gegebenen Umständen kein Problem. Alternativen standen ja im Grunde auch nicht zur Verfügung – heute tun sie es, in Blogs beispielsweise.</p>
<p><strong>Wissenschaftskommunikation 1.0: Asymmetrischer Monolog </strong></p>
<p>Die konventionellen Medien der Wissenschaftsvermittlung (also das ganze Arsenal von Print, Fernsehen und Rundfunk) funktionieren selbstverständlich auch heute zwangsläufig<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_0_208" id="identifier_0_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie sollten Massenmedien auch anders?">1</a> nach der Logik der 1-Weg-Kommunikation. Das Feedback der Leser, Zuhörer oder Zuschauer kann nur sehr indirekt wieder in die Programmgestaltung oder den nächsten Artikel einfließen. Und, liebe journalistischen Profis, seid ehrlich: wieviele Leserbriefe haben Euch tatsächlich zum Nachdenken angeregt und welchen Mehrwert bieten Leser- oder Zuschauerreaktionen wirklich, wenn sie vereinzelt mit einigen Tagen Zeitverzögerung irgendwo in Randbereichen des jeweiligen Mediums nochmal auftauchen?</p>
<h4 class="pullquote">Blog-Kommentare haben mit klassischen Leserbriefen wenig gemein: Kommentare sind essentieller Bestandteil der Web2.0-Kommunikation und bieten einen tatsächlichen Mehrwert &#8211; für Leser und Blogger</h4>
<p>Blogs basieren hier auf einem vollkommen anderen Prinzip. Klar, wir sind im Mitmach-Web und das Web 2.0 könnte man auch als Medium der 2-Wege-Kommunikation bzw. bidirektionalen Kommunikation bezeichnen.</p>
<p>Wer einen Blogpost schreibt, macht einen Anfang – die Leser und Kommentatoren besorgen den Rest. ;-)</p>
<p>Was könnte und sollte sich also durch wissenschaftliche Blogs (so sie denn größere Verbreitung und Akzeptanz finden) im Gegensatz zur etablierten Wissenschaftsvermittlung anderer Medien verändern?</p>
<ul>
<li><strong>Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation</strong> | Die Asymmetrie zwischen Experten/professionellen Wissenschaftskommunikatoren und Laien/Publikum wird partiell aufgehoben</li>
<li><strong>Erosion privilegierter Sprecherpositionen</strong> | Gegenargumente können kaum ignoriert werden, auch die Experten/Journalisten müssen sich der unmittelbaren Kritik stellen; Voraussetzung: Kritikfähigkeit und Lernbereitschaft</li>
<li><strong>Interdisziplinärer Austausch</strong> | Dialog und Vernetzung über Fachgrenzen hinweg, Blick über den disziplinären Tellerrand</li>
</ul>
<p>Der letzte Punkt, also der Dialog zwischen Wissenschaftlern, spielt natürlich hauptsächlich für den akademisch-wissenschaftlichen &#8222;Binnendiskurs&#8220; eine Rolle. Hier können Blogs die Augen dafür öffnen, daß Kollegen anderer Disziplinen möglicherweise mit denselben Problemen kämpfen oder es können fruchtbare Diskussionen im Hinblick methodische Fragen entstehen.</p>
<h4 class="pullquote">In und durch wissenschaftliche Blogs kann man lernen &#8211; manchmal auch die Blogger selbst&#8230;</h4>
<p>Und wenn – wie neulich geschehen – bspw. eine reinrassige Naturwissenschaftlerin wie die Astronomin Ludmila Carone durch Kommentare <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/02/ist-wissenschaft-ein-glaubenssystem.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf einen ihrer Blogartikel</a> dazu angeregt wird, ein wissenschaftssoziologisches Fachbuch zu lesen,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_1_208" id="identifier_1_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Jedenfalls schrieb Ludmila am 27.2. in einem Kommentar: &bdquo;Hmmm&hellip;Wissenschaftsphilosophie&hellip;Also ganz ehrlich? Das ist nicht meine Welt. Ich sch&auml;tze da muss ich mal Ludwik Fleck lesen, um mir ein besseres Urteil zu bilden.&ldquo;">2</a> dann illustriert das doch eindrücklich, daß wissenschaftliche Blogs an- und aufregen und befruchten können. Die Blogger, genauso wie hoffentlich die Leser.</p>
<p>Bedingung ist freilich, daß sich der wissenschaftliche Blogger darüber im Klaren ist, daß er sich innerhalb seines Blogs angreifbar macht: wer als akademischer Star für gewöhnlich nur mit Kollegen derselben Hierarchiestufe diskutiert, der wird überrascht sein, wenn ihm irgendein Student eine flüchtig dahingeschriebene Argumentation &#8222;zerpflückt&#8220; &#8211; daß im Impressum möglicherweise ein &#8222;Prof. Dr.&#8220; steht, interessiert für den Blogdiskurs kaum.<br />
<strong><br />
Der zwanglose Zwang des besseren Arguments</strong></p>
<p>Das ist ein Aspekt, den ich mit &#8222;Erosion privilegierter Sprecherpositionen&#8220; meine. Und im Grunde finden wir in Blogs etwas vor, was dem idealistisch-normativen Modell von <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen Habermas</a> (nämlich dessen Diskursethik und Konzeption des &#8222;idealen Diskurs&#8220;) verhältnismäßig nahe kommt. In der wissenschaftlichen Blogosphäre ist der &#8222;zwanglose Zwang des besseren Arguments&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_2_208" id="identifier_2_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So bekanntlich das von J&uuml;rgen Habermas u.a. in seiner &bdquo;Theorie des kommunikativen Handelns&ldquo; formulierte Prinzip.">3</a> die Meßlatte.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielen wissenschaftliche Blogs innerhalb einer Wissenschaft 2.0?</strong></p>
<p>Wie ich im letzten Beitrag verdeutlicht habe, sind Blogs kein Ersatz für das wissenschaftliche Publikationssystem, das über Monographien und v.a. Journals organisiert ist. Mit der immer größer werdenden Bedeutung digitaler Wissensarchive werden aber (wie wir es aus manchen Disziplinen heute schon kennen) die Printzeitschriften durch Online-Journals verdrängt werden. Daß die Open-Access-Idee Erfolg hat, ist jedenfalls wünschenswert.</p>
<p>Ein weiterer Schritt nach vorne wäre, wenn man Online-Journals nicht als 1:1-Kopien des bekannten Printformats konzeptionalisieren, sondern wesentliche Blogelemente integrieren würde: Kommentare und Trackbacks. Das ist aber (noch) Zukunftsmusik. Innerhalb des &#8222;Konzerts&#8220; bzw. das Gesamtsystems einer Wissenschaft 2.0 sind Blogs im Bereich der &#8222;Kommunikation&#8220; (teilweise &#8222;intern&#8220;, Schwerpunkt &#8222;extern&#8220;) angesiedelt und können neue Impulse in Sachen des Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit setzen.</p>
<p>In meiner Skizze (die auch die vielfältigen Überschneidungen deutlich machen soll) sind die Wissenschaftsblogs rechts oben zu finden <em>[Anklicken öffnet größere Version]:</em></p>
<div align="center"><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Marc_Scheloske_Wissenschaft_2.0_03_2008.jpg" rel="lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" style="margin: 12px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Marc%20Scheloske%20-%20Wissenschaft%202.0%20-%2003_2008b.jpg" alt="Marc Scheloske - Wissenschaft 2.0 - 03_2008b.jpg" width="485" height="356" align="middle" /></a></div>
<p>Generell lassen sich in meinen Augen folgende Vorteile wissenschaftlicher Blogs (v.a. im Kontrast zu konventionellen (Print-)Medien) identifizieren:</p>
<ul>
<li><strong>Aktualität, Schnelligkeit &amp; Flexibilität </strong>| kein Redaktionsschluß, variable Länge von Posts/Artikeln, Modifikationen und Erweiterungen sind leicht möglich etc.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_3_208" id="identifier_3_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie es etwa Wolfgang Michal bereits mehrmals in Kommentaren angeregt hat.">4</a></li>
<li><strong>Authentizität</strong> | Autonome Themenfindung, individuelle &#8222;Handschrift&#8220; des jeweiligen Bloggers, Blick auf die &#8222;Hinterbühne&#8220; der Wissenschaft, Meckern auf unfähige Journalisten entfällt</li>
<li><strong>Resonanzfähigkeit</strong> | Feedback und Reaktionen sind integraler Bestandteil (Kommentare &amp; Trackbacks), verschiedene Standpunkte werden sichtbar, Diskurs wird transparent und lebendig</li>
</ul>
<p>Der erste Punkt hat natürlich viel damit zu tun, daß Blogs als Onlinemedium weder auf Sendezeiten, noch auf Druck- und Publikationstermine Rücksicht nehmen müssen. Wenn ein Blogger ein Thema entdeckt, so kann er wenige Minuten später einen ersten Hinweis, eine erste Einschätzung dazu publizieren. Und später können problemlos ausführlichere Analysen, Einschätzungen, weitere Links etc. ergänzt oder in zusätzlichen Artikeln hinzugefügt werden. Diese Flexibilität weist sonst kein anderes Format auf.</p>
<h4 class="pullquote">Es gibt keinen Chefredakteur, der Vorschriften macht. Und auch die individuelle Handschrift, der persönliche Stil und Witz sind erlaubt und wichtig&#8230;</h4>
<p>Auch der Faktor Authentizität, der ja generell als charakteristisch für Blogs erachtet wird,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_4_208" id="identifier_4_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. u.a.: Jan Schmidt / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs f&uuml;r kollaborative Lern- und Wissensprozesse?, Berichte der Forschungsstelle &bdquo;Neue Kommunikationsmedien&ldquo;, Nr. 06-02">5</a> kann von wissenschaftlich ausgerichteten Blogs in einen Vorteil umgemünzt werden. Kein anderes Medium bietet eine vergleichbare Freiheit, was Themenwahl und Schreibstil angeht.</p>
<p>Worüber und wie man innerhalb seines Blogs berichtet – das ist ausschließlich Sache des Bloggers. Und auch in wissenschaftlichen Blogposts darf und soll – das ist jedenfalls mein Standpunkt – die persönliche Handschrift des Bloggers spürbar werden. Der <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog von Lars Fischer</a> hat nicht umsonst eine treue Fangemeinde;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_5_208" id="identifier_5_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Lars ist &uuml;brigens auch hier bei den Wissenslogs zu finden: Abgefischt">6</a> kritische Analysen, die mit lakonischen Kommentaren gewürzt sind, findet man andernorts so nicht.</p>
<p><strong>Der Blick auf die Hinterbühne: Wissenschaft &#8222;greifbar&#8220; machen</strong></p>
<p>Und &#8222;praktizierende&#8220; Wissenschaftler haben in ihren Blogs noch eine weitere Möglichkeit, um erstens Leser zu binden und zweitens die vermeintlich hermetische Welt der Wissenschaft etwas &#8222;zugänglicher&#8220; zu machen. Ich habe es frei nach <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erving_Goffman" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erving Goffman </a>als &#8222;Blick auf die Hinterbühne&#8220; bezeichnet und meine damit die gelegentlichen Notizen und Plaudereien, in denen ein Forscher bspw. über die letzte Konferenz berichtet und dann meinetwegen eben auch erwähnt, daß die Zugfahrt dorthin eine Katastrophe war.</p>
<h4 class="pullquote">Persönliche Anmerkungen, Notizen aus dem Forscheralltag, Berichte über Pannen &#8211; in Wissenschaftsblogs findet man verschiedene Zugänge zum Elfenbeinturm. Der Blick hinter die Kulissen ist einer davon.</h4>
<p>Der Blick hinter die Kulissen ist ein wichtiges Element: wenn etwa Björn Kröger notiert, daß er endlich eine mühselige Phase der Dateneingabe bewältigt habe und im Anschluß daran <a href="http://www.scienceblogs.de/tiefes-leben/2008/02/nach-dem-marathon.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Park die Sonne genossen</a> habe, dann hat das zwar keine wissenschaftliche Relevanz, macht aber deutlich, daß Wissenschaftler auch Menschen sind. ;-)</p>
<p>Genau solche Marginalien &#8211; das Lamento, wenn also ein Experiment schiefgelaufen ist oder die Studenten wieder einmal <a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/anatomisches-allerlei/2007-11-23/ein-akademischer-witz-samt-schimpf-und-schande" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dumme Fragen gestellt haben</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_6_208" id="identifier_6_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber Studenten, die nur noch &bdquo;pr&uuml;fungsrelevantes&ldquo; Wissen nachfragen, echauffierte sich vor einigen Wochen der Frankfurter Anatomiedozent Helmut Wicht in den Brainlogs.">7</a> – sind legitime Bestandteile und &#8222;Zutaten&#8220; wissenschaftlicher Blogs. Ich behaupte, daß wohldosierte persönliche Notizen die Wissenschaft ein wenig zugänglicher machen – und das scheint ja seit jeher wünschenswert. ;-)</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Deutschen, und sie nicht allein, besitzen die Gabe, die Wissenschaften unzugänglich zu machen.&#8220;<br />
<em>Johann Wolfgang Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre</em></p></blockquote>
<p>Als Zwischenfazit läßt sich feststellen, daß wissenschaftliche Blogs eine doppelte Zumutung darstellen:</p>
<ul>
<li>denn erstens wird den Lesern zugemutet, sich von Forschern ohne journalistische Ausbildung die komplexe Welt der Wissenschaft erklären zu lassen,</li>
<li>und zweitens wird den bloggenden Wissenschaftlern zugemutet, sich der Kritik und den Nachfragen ihrer Leser zu stellen.</li>
</ul>
<p><strong>Teilhabe und Verantwortung in der Wissensgesellschaft: &#8222;Scientific Citizenship&#8220;, oder: Die wissenschaftsmündige Gesellschaft</strong></p>
<p>Wenn beide Seiten, also Blogger <em>und </em>Publikum, sich dessen bewußt sind, so kann und wird der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft reiche Früchte abwerfen. Denn wissenschaftliche Blogs können ein Verbindungsglied zwischen Wissenschaftlern und den sogenannten Laien sein und uns auf dem Weg zu einer &#8222;Scientific Citizenship&#8220; voranbringen.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wir können längst nicht mehr ohne Wissenschaft. Wissenschaft fasziniert, frustriert und ist Gegenstand gesellschaftlicher Debatten. Blogs sollen informieren, interessieren und anregende Diskussionen anstoßen&#8230;</h4>
<p>Der Begriff des &#8222;Scientific Citizenship&#8220; kam im Umfeld der Diskussion um das &#8222;Public understanding of Science&#8220; auf, das selbst als Konzept noch weitgehend in der alten Logik der belehrenden Wissenschaftsvermittlung befangen blieb.</p>
<p>Nicht zuletzt die großen Konflikte um gesundheitliche und ökologische Gefährdungen, die sich als Nebenfolgen wissenschaftlicher Innovationen ergeben (Stichworte: Ozonloch, Elektrosmog, Gentechnologie), haben deutlich gemacht, daß wir als technologische Gesellschaft zwar nicht mehr ohne Wissenschaft können, aber diese Wissenschaft teilweise Probleme erzeugt, ohne gleichzeitig sichere Lösungen liefern zu können.</p>
<p>In einem ausgesprochen <a href="http://www.gegenworte.org/heft-11/felt-probe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesenswerten Artikel</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_7_208" id="identifier_7_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ulrike Felt (2003): Scientific Citizenship. Schlaglichter einer Diskussion, in: Gegenworte. Hefte f&uuml;r den Disput &uuml;ber Wissen. 11. Heft, Fr&uuml;hjahr 2003">8</a> erläutert Ulrike Felt dazu:</p>
<blockquote><p>&#8222;In der Tat werden wir immer öfter [&#8230;] mit Nachdruck darauf verwiesen, dass es im Grunde in der Beziehung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit mehr um Vertrauen denn um Wissen per se geht. Die Haltungen, die Menschen etwa in wissenschaftlich-technischen Kontroversen einnehmen, bauen weniger auf der genauen Nachvollziehbarkeit des wissenschaftlichen oder technischen Wissens auf, sondern vielmehr auf deren Erfahrungen mit und Wahrnehmungen von involvierten Institutionen, WissenschaftlerInnen und KommunikatorInnen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Es geht also u.a. darum, sich von der Illusion zu verabschieden, es sei Aufgabe von Wissenschaftskommunikation den Kenntnisstand von Laien zu verbessern. Vielmehr sollten wir dahin kommen – und das wäre eine Radikalisierung des Konzepts des &#8222;Public understanding of Science&#8220; &#8211; , daß wir nicht mehr von Adressaten der Wissenschaftskommunikation, sondern von Dialogpartnern reden.</p>
<h4 class="pullquote">Wissenschaftsblogs stehen für eine neue Ära der Wissenschaftskommunikation: das Zeitalter der passiven Rezipienten ist zu Ende, wir haben es mit neugierigen, &#8222;mündigen&#8220; Dialogpartnern zu tun</h4>
<p>Und sind Blogs dazu nicht das ideale Instrument? Können und müssen wissenschaftliche Blogs also nicht Pionierarbeit leisten, um endlich unmißverständlich klarzustellen, daß wir es nicht mehr mit passiven Rezipienten zu tun haben, sondern mit neugierigen, kritischen und &#8222;mündigen&#8220; Dialogpartnern, die als Leser, Kommentatoren oder befreundete Blogger wesentlicher Bestandteil der Blogosphäre sind?</p>
<p><strong>Die wissenschaftsmündige Gesellschaft: Schluß mit Bevormundung und Belehrung</strong></p>
<p>Ich selbst möchte an die Stelle des &#8222;Scientific Citizenship&#8220; den Begriff einer &#8222;wissenschaftsmündigen Gesellschaft&#8220; setzen bzw. vorschlagen. Dieser Begriff ist analog zu einem Leitbild aus der Risikosoziologie – der &#8222;Risikomündigkeit&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_8_208" id="identifier_8_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;Mit dem Begriff der Risikom&uuml;ndigkeit ist die F&auml;higkeit angesprochen, auf der Basis der Kenntnis der faktisch nachweisbaren Konsequenzen von risikoausl&ouml;senden Ereignissen oder Aktivit&auml;ten, der verbleibenden Unsicherheiten und anderer risikorelevanter Faktoren eine pers&ouml;nliche Beurteilung der jeweiligen Risiken vornehmen zu k&ouml;nnen, die den Wertvorstellungen f&uuml;r die Gestaltung des eigenen Lebens sowie den pers&ouml;nlichen Kriterien zur Beurteilung der Akzeptabilit&auml;t dieser Risiken f&uuml;r die Gesellschaft insgesamt entspricht.&ldquo; &ndash; vgl. Risikokommission ad hoc-Kommission &bdquo;Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz der Bundesrepublik Deutschland&ldquo;. Abschlussbericht der Risikokommission. Salzgitter: Bundesamt f&uuml;r Strahlenschutz, S. 53">9</a> &#8211; gebildet, das v.a. die Bedeutung der persönlichen Beurteilung von Risiken auf der Basis seriöser Infomationen hervorhebt.</p>
<p>Damit soll im Hinblick auf die Frage, welche Risiken wir als Gesellschaft und als Bürger eingehen wollen, eben darauf hingewiesen werden, daß weder Wissenschaft, noch Politik oder eine andere Instanz vorschreiben können, was akzeptabel ist und was nicht. Entscheidend für Risikomündigkeit ist, daß Konsumenten und Bürger in die Lage versetzt werden, für sich eine Entscheidung zu treffen, welche Risiken sie eingehen möchten.</p>
<p><strong>Dialog, Lernbereitschaft und Debatten ohne Scheuklappen</strong></p>
<p>Um wieder auf unser Thema – die Wissenschaft – zurückzukommen: mit Wissenschaftsmündigkeit möchte ich ein Ideal formulieren, das Schluß macht mit dem Prinzip Bevormundung und/oder Belehrung. Es geht um einen partnerschaftlichen Dialog und darum, daß alle Kommunikationsbemühungen geeignet sein müßen, die Wissenschaftsmündigkeit aller Akteure zu erhöhen. Diese zu informieren, zu interessieren und einzuladen mitzudiskutieren, muß das Ziel sein. Denn Mündigkeit impliziert, daß wir es – wie gesagt – nicht mit passiven Rezipienten, sondern mit &#8222;mündigen&#8220; Dialogpartnern zu tun haben.</p>
<p>Im Bezug auf den &#8222;Scientific Citizen&#8220;, der eng verwandt mit dem wissenschaftsmündigen Bürger ist, liest man bei Ulrike Felt weiter:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Konzept des Scientific Citizen ist nun ein wesentlich aktiveres Konzept, das die Idee von Rechten und Pflichten in sich birgt: also das Recht, über Wissenschaft und Technik informiert zu werden, mitzureden und auch mitzuentscheiden, aber gewissermaßen auch die Pflicht, sich zu informieren, sich auseinander zu setzen, Verantwortung mitzutragen, sich als Teil eines Kollektivs auch in dessen Interesse zu positionieren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Mitreden, diskutieren, sich informieren und Standpunkte beziehen – das alles ist in dieser Idee beinhaltet und ist geradezu ein maßgeschneidertes &#8222;Einsatzgebiet&#8220; für Blogs. Wie bereits <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/12/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im letzten Artikel</a> erläutert: die Gesellschaft hat ein Recht zu erfahren, was, wo, wie mit öffentlichen Mitteln geforscht wird. Aber gleichzeitig hat Wissenschaft auch ein Recht darauf wahrgenommen zu werden!</p>
<p>Noch sind wissenschaftliche Blogs ein Nischenphänomen, aber wie schrieb Harald Staun in der FAZ noch gleich?</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Stärke der Blogs liegt gerade in der obsessiven Beschäftigung mit obskuren Nischeninteressen.&#8220;<br />
<em>Harald Staun, &#8222;<a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EEB86D394356EA414D9E66635E93787C2D%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblogs &#8211; Wo seid ihr?</a>&#8222;, FAZ, 5.5.2007</em></p></blockquote>
<p>Eben! Dann gebe ich ihm ausnahmsweise Recht und untermauere die Feststellung, daß wissenschaftliche Blogs (noch!) eine Randerscheinung sind, mit einigen Zahlen: ich habe kurz zusammengezählt und komme auf derzeit rund 180 wissenschaftliche Blogs bzw. Blogger im deutschsprachigen Raum.</p>
<h4 class="pullquote">Noch sind wissenschaftliche Blogs ein Nischenphänomen: gerade 180 Wissenschaftsblogger sind aktiv</h4>
<p>Zu einem Großteil sind diese in den beiden Wissenschaftsblogportalen der Verlage Burda bzw. Spektrum der Wissenschaft zu finden. Bei <a href="http://www.scienceblogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs.de</a> findet man aktuell 25, bei den <a href="http://www.scilogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SciLogs</a> insgesamt 50 Blogger. Daneben tummeln sich dann noch die &#8222;ungebundenen&#8220; Blogger, von denen ca. 90 Stück im &#8222;<a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a>&#8220; zu finden sind.</p>
<p>180 Blogger sind natürlich eine bescheidene Ausbeute, wenn man bedenkt, daß allein in Deutschland ca. 360 wissenschaftliche Bildungseinrichtungen zu finden sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_9_208" id="identifier_9_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Neben 88 Universit&auml;ten (mit Promotionsrecht), gibt es rund 100 Fachhochschulen und dann nochmal ca. 180 Akademien, Kunsthochschulen und Privatuniversit&auml;ten etc.">10</a> Die Quote von 0,5 wissenschaftlichen Blogs pro Universität wird sich aber – davon bin ich überzeugt – mittelfristig deutlich verändern.</p>
<p>Zusammengefasst: Es geht also innerhalb einer Wissenschaftskommunikation 2.0 nicht um Belehrung, es geht nicht darum, vom privilegierten Standpunkt der Wissenschaft absolute Wahrheiten zu verkünden.</p>
<p>Es geht vielmehr darum &#8211; im Sinne Erving Goffmans – a) einen Blick auf die Hinterbühne zu gewähren, also einen Einblick in den Forschungsalltag zu geben, b) auch als Wissenschaftler dezidiert Standpunkte zu beziehen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/#footnote_10_208" id="identifier_10_208" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="D.h. 1. das eigene Forschungsgebiet verst&auml;ndlich zu pr&auml;sentieren, 2. sich als &ouml;ffentlicher Forscher zu positionieren und in wissenschaftliche, wissenschaftspolitische und ethische Debatten einzuschalten.">11</a> und c) den Dialog mit Lesern und Kollegen unvoreingenommen zu eröffnen. Daß dies auch unterhaltsam bzw. populär sein darf, steht außer Frage.</p>
<p>Man muß das nicht alles gleichzeitig tun, aber man kann. Bloggen ist eine Angelegenheit, die auf Freiwilligkeit beruht. Eine gewisse Portion Idealismus schadet dabei sicher nicht. Aber vielleicht kann ich ja den einen oder anderen Leser aus dem akademischen Milieu motivieren, indem ich ihm versichere, daß er heute noch zu einer Generationen von Blogpionieren zählt? Und in einigen Jahren wird es vielleicht selbstverständlich sein, daß man bei einer Bewerbung auf eine wissenschaftliche Position auch selbstbewußt auf seinen Blog verweist. :-)</p>
<p>Und irgendwann wird uns eine wissenschaftliche Identität <em>ohne</em> Blog möglicherweise ganz und gar unheimlich vorkommen&#8230;</p>
<p align="center"><a href="http://blaugh.com/2006/12/21/i-blog-therefore-i-am/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" style="margin: 12px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Descartes_blogger.gif" alt="Descartes_blogger.gif" width="447" height="250" align="middle" /></a></p>
<p>Werden wir in 50 Jahren noch Wissenschaftler kennen, wenn sie nicht bloggen? ;-)</p>
<p>Zum Schluß meines Plädoyers für engagierte Wissenschaftsblogs: wer sich auf Niklas Luhmanns Systemtheorie einläßt, der akzeptiert dessen grundsätzliche These, daß Gesellschaft so weit reicht, wie (ihre) Kommunikation reicht. Das ist zunächst eine triviale Feststellung, die konsequent weitergedacht allerdings spannende Einsichten eröffnet.</p>
<p>Ich möchte diese These umformulieren und sagen: &#8222;Wissenschaft reicht so weit, wie ihre Kommunikation reicht.&#8220; Und, folgendes ergänzend hinzufügen: durch und in wissenschaftlichen Blogs erweitern wir die Reichweite wissenschaftlicher Kommunikationen. Und das sollte es uns wert sein, oder?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>Jan Schmidt / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse?, Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02 [Download als <a href="http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0602.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF</a>]</li>
<li>Wormer, Holger (2005): &#8222;Losgelöst vom Alltag? &#8211; Was Wissenschaftsjournalismus leisten sollte&#8220;. epd-Medien, 96, 7.12.2005, 16-25 &#8211; Download als <a href="http://www.wissenschaftsjournalismus.org/component/option,com_docman/task,doc_download/gid,2/mode,view/">PDF</a></li>
<li>Ulrike Felt (2003): <a href="http://www.gegenworte.org/heft-11/felt-probe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scientific Citizenship. Schlaglichter einer Diskussion</a>, in: Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen. 11. Heft, Frühjahr 2003</li>
</ul>
<p><em><strong>Verwandte Artikel in der Wissenswerkstatt:</strong></em></p>
<ul>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/22/wissenschaftsblogs-in-deutschland-status-quo-und-die-professionalisierung-der-wissenschaftlichen-blogszene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftsblogs in Deutschland » Status quo und die Professionalisierung der wissenschaftlichen Blogszene</a>, 22.01.2008</li>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert</a> | Werkstattnotiz XLII, 4.12.2007</li>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/12/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a>, 12.9.2007</li>
</ul>
<p><em>Immer einen Besuch wert:</em></p>
<ul>
<li>der <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsticker des &#8222;Wissenschafts-Cafés&#8220;</a> listet die aktuellsten Posts der Wissenschaftsblogs</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen: </strong></em></p>
<ul>
<li>Nikolow, Sybilla &amp; Schirrmacher, Arne (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593384892?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3593384892">Wissenschaft und Öffentlichkeit als Ressourcen füreinander</a>. Studien zur Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert. Campus Verlag.</li>
<li>Kohring, Matthias (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896694820?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896694820">Wissenschaftsjournalismus. Forschungsüberblick und Theorieentwurf</a>. Forschungsüberblick und Theorieentwurf. UVK.</li>
<li>Wormer, Holger (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531148931?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531148931">Die Wissensmacher. Profile und Arbeitsfelder von Wissenschaftsredaktionen in Deutschland</a>. Vs-Verlag.</li>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Velbrück-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_208" class="footnote">Wie sollten Massenmedien auch anders?</li><li id="footnote_1_208" class="footnote">Jedenfalls schrieb Ludmila am 27.2. in einem Kommentar: &#8222;Hmmm&#8230;Wissenschaftsphilosophie&#8230;Also ganz ehrlich? Das ist nicht meine Welt. Ich schätze da muss ich mal Ludwik Fleck lesen, um mir ein besseres Urteil zu bilden.&#8220;</li><li id="footnote_2_208" class="footnote">So bekanntlich das von Jürgen Habermas u.a. in seiner &#8222;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518287753?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518287753">Theorie des kommunikativen Handelns</a>&#8220; formulierte Prinzip.</li><li id="footnote_3_208" class="footnote">Wie es etwa Wolfgang Michal bereits mehrmals in <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/#comment-1447" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommentaren</a> angeregt hat.</li><li id="footnote_4_208" class="footnote">vgl. u.a.: Jan Schmidt / Florian Mayer (2006): Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse?, Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-02</li><li id="footnote_5_208" class="footnote">Lars ist übrigens auch hier bei den Wissenslogs zu finden: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/abgefischt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abgefischt</a></li><li id="footnote_6_208" class="footnote">Über Studenten, die nur noch &#8222;prüfungsrelevantes&#8220; Wissen nachfragen, echauffierte sich vor einigen Wochen der Frankfurter Anatomiedozent Helmut Wicht in den <a href="http://www.brainlogs.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brainlogs</a>.</li><li id="footnote_7_208" class="footnote">Ulrike Felt (2003): Scientific Citizenship. Schlaglichter einer Diskussion, in: Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen. 11. Heft, Frühjahr 2003</li><li id="footnote_8_208" class="footnote">„Mit dem Begriff der Risikomündigkeit ist die Fähigkeit angesprochen, auf der Basis der Kenntnis der faktisch nachweisbaren Konsequenzen von risikoauslösenden Ereignissen oder Aktivitäten, der verbleibenden Unsicherheiten und anderer risikorelevanter Faktoren eine persönliche Beurteilung der jeweiligen Risiken vornehmen zu können, die den Wertvorstellungen für die Gestaltung des eigenen Lebens sowie den persönlichen Kriterien zur Beurteilung der Akzeptabilität dieser Risiken für die Gesellschaft insgesamt entspricht.“ &#8211; vgl. Risikokommission ad hoc-Kommission „Neuordnung der Verfahren und Strukturen zur Risikobewertung und Standardsetzung im gesundheitlichen Umweltschutz der Bundesrepublik Deutschland“. Abschlussbericht der Risikokommission. Salzgitter: Bundesamt für Strahlenschutz, S. 53</li><li id="footnote_9_208" class="footnote">Neben 88 Universitäten (mit Promotionsrecht), gibt es rund 100 Fachhochschulen und dann nochmal ca. 180 Akademien, Kunsthochschulen und Privatuniversitäten etc.</li><li id="footnote_10_208" class="footnote">D.h. 1. das eigene Forschungsgebiet verständlich zu präsentieren, 2. sich als öffentlicher Forscher zu positionieren und in wissenschaftliche, wissenschaftspolitische und ethische Debatten einzuschalten.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Mehr technische, mehr wissenschaftliche Demokratie wagen » Technikfolgenabschätzung 2.0? &#124; Werkstattnotiz LXXIX</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 15:20:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Nanotechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Risikokommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt und gab keine technologische Innovation, keine wissenschaftliche Entdeckung, die nicht bei Zeitgenossen auf Vorbehalte oder auch offene Ablehnung gestoßen wäre. Das ist heute, wenn die Kontroversen um Gentechnologie oder Stammzellforschung hochkochen, nicht anders als zu den Zeiten, in denen die Dampflok das Pferdefuhrwerk ablöste. Was sich allerdings über die Generationen geändert hat: jede ... <a title="Mehr technische, mehr wissenschaftliche Demokratie wagen » Technikfolgenabschätzung 2.0? &#124; Werkstattnotiz LXXIX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/" aria-label="Mehr Informationen über Mehr technische, mehr wissenschaftliche Demokratie wagen » Technikfolgenabschätzung 2.0? &#124; Werkstattnotiz LXXIX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/">Mehr technische, mehr wissenschaftliche Demokratie wagen » Technikfolgenabschätzung 2.0? | Werkstattnotiz LXXIX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-254 alignright" style="float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/c-60-fullerene-molekal.jpg" alt="C60-Fullerene" width="210" height="193" /><strong>Es gibt und gab keine technologische Innovation, keine wissenschaftliche Entdeckung, die nicht bei Zeitgenossen auf Vorbehalte oder auch offene Ablehnung gestoßen wäre. Das ist heute, wenn die Kontroversen um Gentechnologie oder Stammzellforschung hochkochen, nicht anders als zu den Zeiten, in denen die Dampflok das Pferdefuhrwerk ablöste.</strong></p>
<p>Was sich allerdings über die Generationen geändert hat: jede neue Technologie, die sich am Horizont abzeichnet, braucht lebensnotwendigerweise gesellschaftliche Akzeptanz.</p>
<p>Dies cum grano salis aus zwei Gründen: erstens sind wir uns wohl einig darüber, daß der Einsatz einer Technik nur dann opportun ist, wenn ein Großteil der Bürger damit einverstanden ist. Das wäre also die Legitimitätsfrage und hat demokratietheoretische Hintergründe. Zweitens existieren Technologien nur insoweit, als daß man darauf rechnen kann, Käufer zu finden. Hier kommt also die marktwirtschaftliche Komponente ins Spiel.</p>
<h4 class="pullquote_left">Fortschritt und gesellschaftliche Akzeptanz kann man nicht verordnen. Der gesellschaftliche Umgang mit Technologien organisiert sich eigensinniger, als Technokraten denken.</h4>
<p>Was ich mit diesen kurzen Andeutungen zum Ausdruck bringen will: jede Technik muß (wenigstens in Grundzügen) von der Bevölkerung getragen sein. Man kann Fortschritt nicht verordnen. Man kann aber auch Akzeptanz nicht befehlen.</p>
<p>Wir wissen jedoch aus der Technikfolgenabschätzung und den Erfahrungen aus vergangenen Technikkontroversen, daß eine frühzeitige Dialogorientierung, also die Partizipation von zivilgesellschaftlichen Akteuren im Prozeß der Technikentwicklung, von kaum überschätzbarem Vorteil ist.</p>
<p>Die Lehre in Kurzform: wer sich abschottet und glaubt &#8222;sein Ding&#8220; durchziehen zu können (und am Ende werde man schon Käufer und Akzeptanz finden), der täuscht sich.</p>
<p><strong>Zukunft gestalten: Risikodialoge, Konsenskonferenzen und die Partizipation der Bürger</strong></p>
<p>Insofern ist es begrüßenswert, daß seit einigen Jahren auch vom BMBF begleitende Risiko-Dialogbemühungen unternommen werden. Niels Boeing <a href="http://www.heise.de/tr/Nano-Tacheles--/blog/artikel/106475" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a> im &#8222;Technology Review&#8220;-Blog von einem ersten sog. &#8222;Bürgerdialog&#8220; in Hamburg zur Nanotechnologie.</p>
<blockquote><p>&#8222;Grundsätzlich sind diese Veranstaltungen, die sich möglichen Risiken der Nanotechnik widmen, notwendig und sehr begrüßenswert. Denn sie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die nanotechnische Entwicklung durchaus noch gestaltbar ist.&#8220;</p></blockquote>
<p>Ein Bürgerdialog, das als kleine Erklärung, ist eine Konferenzform, in der Experten und Laien, Hersteller und Konsumenten, sowie Akteure aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen teilnehmen, diskutieren, ihre Argumente vorbringen und sich über den Stand der (wissenschaftlichen) Diskussion austauschen. Eines der Hauptanliegen solcher Konzepte ist einerseits die Vermittlung von risikorelevantem Wissen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/#footnote_0_253" id="identifier_0_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Also durch sachliche, fundierte Infos &uuml;ber die jeweiligen Risikoeinsch&auml;tzungen der Experten. Wozu auch geh&ouml;rt, da&szlig; transparent wird, da&szlig; hier teilweise widerspr&uuml;chliche Meinungen vorliegen!">1</a>, andererseits geht es um die Sensibilisierung für Akzeptanzprobleme, Wünsche und Ängste.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/#footnote_1_253" id="identifier_1_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hier k&ouml;nnen die Fachleute enorm profitieren, denn sie erkennen im Idealfall, weshalb ihre Forschungen (noch?) skeptisch beurteilt werden&hellip;">2</a></p>
<p>Es geht also immer auch darum, die eigenen Standpunkte zu präzisieren und von anderen sog. &#8222;Stakeholdern&#8220; zu lernen und deren Sichtweise wenigstens annähernd zu verstehen.</p>
<p>Niels berichtet über einige Problempunkte, die sich in seinen Augen am vergangenen Wochenende aufgetan haben. Er schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Da ist zum einen eine Unschärfe der Begriffe. Sie fängt bei dem unglücklichen Konzept von „der“ Nanotechnologie an. Obwohl seit längerem von Technikfolgenabschätzern und -philosophen <a href="http://www.zeit.de/2007/47/P-Nordmann-Interview?page=all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angemahnt</a> wird, dass man sinnvollerweise nur von „Nanotechnologien“ in der Mehrzahl sprechen kann (ich selbst bevorzuge den <a href="http://www.heise.de/tr/artikel/72931">Sammelbegriff Nanotechnik</a>), wird das Gebiet nach wie vor als eine einheitliche Technologie verkauft. Dabei ist ziemlich offensichtlich, dass etwa Rastersondenmikroskope, nanoskalige Medikamentfähren oder kratzfeste Beschichtungen mit eingebetteten Nanopartikeln jeweils sehr verschiedene Technologien sind. Es wäre längst überfällig, diese Unterscheidung auch in der öffentlichen Darstellung zu etablieren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Hier ist ihm unbedingt zuzustimmen. Es gibt dringend Differenzierungsbedarf, wobei es natürlich immer schwierig ist, das zu kommunizoeren.  Grundsätzlich ist Niels Boeing aber ein Sympathisant solcher Dialogformen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/#footnote_2_253" id="identifier_2_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die im &uuml;brigen auf skandinavischen Modellen, den sog. Konsenskonferenzen, basieren.">3</a> Und hier stimme ich natürlich zu 100% mit ihm überein. Und den Kritikern kann ich mit ihm im Chor nur zurufen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Von einigen Nanotech-Kritikern werden die Foren und Dialoge als „Akzeptanzbeschaffungsmaßnahmen“ und „Feigenblattveranstaltungen“ abgetan. Diese Sichtweise halte ich allerdings für wenig hilfreich. Die Frage kann nicht „ob“, sondern nur „wie“ lauten.&#8220;</p></blockquote>
<p>Es gibt natürlich Vertreter von NGOs oder auch von Industrieseite, die sich weigern, sich auch nur an den Tisch mit Akteuren der Gegenseite zu setzen. Solche verbohrt-verbitterten Betonköpfe gibt es leider überall.</p>
<h5 class="pullquote">Wer sich auf einen Dialog einläßt, der muß lernbereit und lernfähig sein. Und sich zumindest in die &#8222;gegnerische&#8220; Position hineinversetzen können.</h5>
<p>Ein Dialog (von dem wirklich alle Seiten profitieren können), funktioniert aber nur ohne Scheuklappen. Wer das Visier herunterklappt und glaubt, er könne oder müsse weltanschauliche Grabenkämpfe ausfechten, hat nicht verstanden, worum es innerhalb eines solchen Dialogs geht und welche Chancen darin verborgen liegen.</p>
<p>Für hochinteressant halte ich die abschließende Bemerkung von Niels:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wenn wir wirklich aus den Debatten über Atomkraft oder Gentechnik lernen wollen, sollten wir weiterdenken &#8211; &#8222;technische Demokratie&#8220; wagen. Es wäre an der Zeit, eine Technikfolgenabschätzung mit Web-2.0-Werkzeugen im großen Stil aufzuziehen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Ja, genau, möche ich ihm zurufen! Wir brauchen das dringend. Es entspricht &#8211; das als Randbemerkung &#8211; vollständig meiner Idee einer &#8222;wissenschaftsmündigen Gesellschaft&#8220;, die ich ja beispielsweise <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/14/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier </a>entfaltet habe. Es geht um Dialog, um Teilhabe, um Mitsprache. Und welches Medium wäre dafür besser geeignet, als das &#8222;Mit-Mach-Netz&#8220;? Schließlich geht es doch um eine Demokratisierung von Wissenschaftskommunikation.</p>
<p>Insofern schließe ich diese Überlegungen frei nach Willy Brandt:</p>
<p><strong>Wir müssen mehr technische, mehr wissenschaftliche Demokratie wagen!</strong></p>
<div class="links"><em><strong>Link:</strong></em></p>
<ul>
<li>Boeing, Niels: <a href="http://www.heise.de/tr/Nano-Tacheles--/blog/artikel/106475" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nano-Tacheles</a>, TR-Blog, 15.4.2008</li>
</ul>
<p><em>Artikel der Wissenswerkstatt zu dieser Thematik:</em></p>
<ul>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/26/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Risiko Nanofood? » Die Nanotechnologie hat die Lebensmittelbranche erreicht</a>, 26. März 2008</li>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/14/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</a>, 14. März 2008</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Paschen, Herbert &amp; Coenen, Christopher (2008): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3540210687?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3540210687">Nanotechnologie in Forschung, Entwicklung, Anwendung. Stand und Perspektiven</a>. Springer, Berlin.</li>
<li>Shelley, Toby (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3866017200?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3866017200">Nanotechnologie. Neue Möglichkeiten &#8211; Neue Gefahren</a>. Parthas-Verlag.</li>
<li>Gazsó, André / Greßler, Sabine / Schiemer, Fritz (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3211486445?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3211486445">nano. Chancen und Risiken aktueller Technologien</a>. Springer, Wien.</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Risiko">Risiko</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Nanotechnologie">Nanotechnologie</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft">Wissenschaft</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_253" class="footnote">Also durch sachliche, fundierte Infos über die jeweiligen Risikoeinschätzungen der Experten. Wozu auch gehört, daß transparent wird, daß hier teilweise widersprüchliche Meinungen vorliegen!</li><li id="footnote_1_253" class="footnote">Hier können die Fachleute enorm profitieren, denn sie erkennen im Idealfall, weshalb ihre Forschungen (noch?) skeptisch beurteilt werden&#8230;</li><li id="footnote_2_253" class="footnote">Die im übrigen auf skandinavischen Modellen, den sog. Konsenskonferenzen, basieren.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/mehr-technische-mehr-wissenschaftliche-demokratie-wagen-technikfolgenabschaetzung-20-werkstattnotiz-lxxix/">Mehr technische, mehr wissenschaftliche Demokratie wagen » Technikfolgenabschätzung 2.0? | Werkstattnotiz LXXIX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir wissenschaftliche Blogs? » Eine Argumentation in 11 Schritten &#124; Werkstattnotiz LXXXV</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2008 12:23:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[re-publica08]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was ich über wissenschaftliche Blogs denke, war in der Werkstatt zuletzt mehrmals nachzulesen. Und in einer dreiteiligen Serie habe ich versucht, den Möglichkeiten und Grenzen, sowie der Rolle von Wissenschaftsblogs innerhalb einer &#8222;Wissenschaftskommunikation 2.0&#8220; nachzuspüren. Für alle ungeduldigen Werkstattbesucher gibt es einige meiner Argumente hier nun in komprimierter Form. Nachdem ich zum Potential wissenschaftlicher Blogs ... <a title="Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir wissenschaftliche Blogs? » Eine Argumentation in 11 Schritten &#124; Werkstattnotiz LXXXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/" aria-label="Mehr Informationen über Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir wissenschaftliche Blogs? » Eine Argumentation in 11 Schritten &#124; Werkstattnotiz LXXXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/">Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir wissenschaftliche Blogs? » Eine Argumentation in 11 Schritten | Werkstattnotiz LXXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/05/Block.jpg" alt="Block, Quelle: stock.xchng, user: bubbels" width="210" height="159" /><strong>Was ich über wissenschaftliche Blogs denke, war in der Werkstatt zuletzt mehrmals nachzulesen. Und in einer dreiteiligen Serie habe ich versucht, den Möglichkeiten und Grenzen, sowie der Rolle von Wissenschaftsblogs innerhalb einer &#8222;Wissenschaftskommunikation 2.0&#8220; nachzuspüren. Für alle ungeduldigen Werkstattbesucher gibt es einige meiner Argumente hier nun in komprimierter Form. </strong></p>
<p>Nachdem ich zum Potential wissenschaftlicher Blogs zuletzt auch einige Vorträge gehalten habe, findet man unten nun auch endlich den Foliensatz, nach dem ich verschiedentlich gefragt wurde. Es sind die Folien, wie ich sie bei der re:publica&#8217;08 verwendet habe.</p>
<p>Begleitend und erklärend geht es in 11 Etappen um die Frage, weshalb die Wissenschaft bloggen sollte. Die Argumentationsfolge entspricht dem re:publica-Vortrag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 class="zwischenueberschrift" style="text-align: center;"><span style="color: #333333;">Wissenschaft kann nicht nicht kommunizieren: </span></h4>
<h4 class="zwischenueberschrift" style="text-align: center;"><span style="color: #333333;">wieso sollte sie es also nicht in und durch Blogs tun?</span></h4>
<p><span style="color: #808080;"><strong><span style="font-size: medium;">1.</span></strong> </span>Mit Wissenschaft wird üblicherweise die &#8222;<em>Suche nach Erkenntnis&#8220;</em> oder das &#8222;<em>Streben nach Wahrheit</em>&#8220; assoziiert. Begriffe wie Objektivität, Vernunft, Analyse oder Rationalität beschreiben eine spezifische Form der Welt- und Wirklichkeitsbeschreibung. Das ist alles richtig, dennoch darf man nicht vergessen:</p>
<h4 class="pullquote">Kommunikation ist lebensnotwendig für Wissenschaft &#8211; ohne sie wüßte sie nicht, was sie weiß.</h4>
<p>Wissenschaft wäre nicht(s) ohne Kommunikation. Nur publizierte (also kommunizierte) Forschungsergebnisse &#8222;existieren&#8220; für die wissenschaftliche Gemeinschaft. Nur durch fortlaufende Kommunikationen wird das &#8222;System Wissenschaft&#8220; stabilisiert. Kommunikation ist lebensnotwendig für Wissenschaft &#8211; ohne sie wüßte sie nicht, was sie weiß.</p>
<p><span style="color: #808080;"><strong><span style="font-size: medium;">2.</span></strong> </span>Die Blogosphäre ist die Gesamtheit der vernetzten Blog-Kommunikationen. Spezielle, niederschwellige Formen der vernetzten Online-Kommunikation werden als Blogosphäre etikettiert und von journalistischer Seite bisweilen als undurchsichtig-störendes Rauschen wahrgenommen. Das führt in Teilen der öffentlichen Meinung dazu, daß Blogs als &#8222;Bühne für das geistige Prekariat&#8220; oder als &#8222;Klowände des Internet&#8220; erachtet werden.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: medium;"><strong>3.</strong> </span>Wieder einmal zeigt sich: man sollte nicht ein Teil für das Ganze nehmen. Denn Blogs sind zunächst nichts anderes, als eine nüchterne, onlinegestütze Kommunikations-Infrastruktur. Blogs sind ein Publikationsinstrument &#8211; und es ist allein ausschlaggebend,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_0_282" id="identifier_0_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Oder um mit unserem Altkanzler aus der Pfalz zu sprechen: Entscheidend ist, was hinten rauskommt&hellip;">1</a> was, von wem und wie &#8222;kommuniziert&#8220; wird. Vorbehalte und Argwohn sind Fehl am Platz. Es ist der Gebrauch des Mediums, oder: It&#8217;s the content stupid.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_1_282" id="identifier_1_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Irgendwann werden das auch die Herren Graff und Co. lernen.">2</a></p>
<h4><span class="pullquote_left">Schluß mit den Vorbehalten: Entscheidend ist der Gebrauch eines Mediums. </span></h4>
<p><span style="color: #808080; font-size: medium;"><strong>4.</strong></span> Blogs sind &#8211; wie eben gesehen &#8211; ein Informations- und Kommunikationsinstrument. Wissenschaft ist auf die Aufrechterhaltung von Kommunikationen angewiesen. Könnte es sich noch besser fügen? Worauf wartet die Wissenschaft denn noch?</p>
<p><span style="color: #808080;"><strong><span style="font-size: medium;">5.</span></strong> </span>Zwei Gründe, die teilweise erklären, weshalb Teile der Wissenschaft (noch) zurückhaltend sind:</p>
<p>Erstens: Blogs sind Bestandteil des Internet. Im World Wide Web fehlen aber (bislang?!) die eindeutigen Markierungs- und Orientierungscodes, die anzeigen, ob es sich jeweils um wissenschaftliche Inhalte oder anderen Content handelt. Das Web wird von manchen Insassen der Elfenbeintürme immer noch als Ort der Unterhaltung und Banalität wahrgenommen. Wissenschaft, die online stattfindet ist (so die Unterstellung) doch immer nur die Light-Variante oder möglicherweise vollkommen unseriös. Kann Wissenschaft diesen Makel abschütteln?</p>
<p>Zweitens: Manche wissenschaftliche Disziplinen (Historiker, Philologen etc.) rekurrieren auch heute noch auf jahrhundertealte, schriftliche Quellen. Diese sind in den Bibliotheken und Archiven &#8222;handgreiflich&#8220;. An der Zuverlässigkeit und Langzeit(!)verfügbarkeit von Onlinequellen wird mancherorts (durchaus mit guten Gründen) gezweifelt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_2_282" id="identifier_2_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diese beiden Vorbehalte gilt es 1. ernstzunehmen, 2. auszur&auml;umen!">3</a></p>
<h4><span class="pullquote">Wissenschaftsblogs sind dialogische Diskursinseln innerhalb einer wissenschaftsmündigen Gesellschaft.</span></h4>
<p><strong><span style="color: #808080; font-size: medium;">6. </span></strong>Benötigen wir noch ein Argument, um gegen die Vorbehalte und Beharrungskräfte des alten, dicken &#8222;Tankers&#8220; Wissenschaft<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_3_282" id="identifier_3_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der nur allm&auml;hlich Fahrt in Richtung Web 2.0 aufnimmt">4</a> vorzugehen? Gut, dann genügen vermutlich diese beiden Thesen: 1. Wissenschaft ist kommunikativer Diskurs. 2. Wissenschaftliche Blogs sind Diskurskatalysatoren. Noch offensichtlicher und mit mehr Plausibilität geht nicht, oder?</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: medium;"><strong>7.</strong></span> Die Vision: Wissenschaftsblogs könnten das Dialoginstrument innerhalb einer wissenschaftsmündigen Gesellschaft sein.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: medium;"><strong>8.</strong></span> Die Details: Wissenschaft kommuniziert intern<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_4_282" id="identifier_4_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Rahmen des Fachdiskurses der &bdquo;scientific community&ldquo;">5</a> und hier könnten Wissenschaftsblogs den akademischen Binnendiskurs &#8222;flankieren&#8220;. Auch dabei geht es um Komplementarität, nicht darum, daß Blogs den Fachdiskurs in Journals ablösen sollten. Für die Wissenschaftler selbst können Blogs in allen drei Dimensionen der &#8222;funktionalen Trias&#8220; hilfreich sein: als schnelles Publikationsinsstrument, als Tool zum Identitätsmanagement und letztlich auch zum Beziehungsmanagement (Stichwort: Vernetzung).<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_5_282" id="identifier_5_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Beispiele gef&auml;llig? Hier: erfolgreiche Kollaboration von Soziologen. Denn Blogs sind doch Wissenschaftler-Verbindungsmaschinen. ;-) ">6</a></p>
<h4 class="pullquote_left">Habermas würde sich freuen &#8211; es gilt: der zwanglose Zwang des besseren Arguments.</h4>
<p><span style="color: #808080; font-size: medium;"><strong>9.</strong></span> Das Ergebnis: durch die bi-direktionale Kommunikationsstruktur wird erstens ein tatsächlicher Dialog zwischen Lesern (=Öffentlichkeit) und Forschern (=Wissenschaft) hergestellt.</p>
<p>Zweitens gelten in Blogs verstaubte Hierarchieunterschiede (hier der Professor, dort der Student nicht). Das heißt: die Asymmetrie der Kommunikationssituation wird teilweise aufgelöst bzw. abgemildert.</p>
<p><span style="color: #808080;"><strong><span style="font-size: medium;">10.</span></strong></span> Was ist das Neue? Wissenschaftskommunikation war seit den 60er Jahren vornehmlich im Sinne einer Belehrung der Laien konzeptionalisiert worden. Das war die Variante 1.0. Die Wissenschaftskommunikation 2.0 entdeckt aber die Öffentlichkeit als &#8222;mündigen&#8220;, aufgeklärten Dialogpartner, dem es sich zuzuhören lohnt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/#footnote_6_282" id="identifier_6_282" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Denn nicht nur die Leser von Wissenschaftsblogs k&ouml;nnen profitieren. Auch die Blogger /Wissenschaftler selbst k&ouml;nnen Lerneffekte verzeichnen.">7</a></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><span style="color: #808080;">11.</span></strong></span> Wissenschaftsblogger sind also Pioniere. Sie sind Wegbereiter für eine wissenschaftsmündige Gesellschaft. Was könnte verlockender sein?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="__ss_339856" style="width: 425px; text-align: center;">
<p><object width="425" height="355" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=wissenschaftskommunikation-1207558696385069-9" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="425" height="355" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=wissenschaftskommunikation-1207558696385069-9" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<div style="font-size: 11px; font-family: tahoma,arial; height: 26px; padding-top: 2px;"><a href="http://www.slideshare.net/?src=embed"><img decoding="async" style="border: 0px none; margin-bottom: -5px;" src="http://static.slideshare.net/swf/logo_embd.png" alt="SlideShare" /></a> | <a  href="http://www.slideshare.net/werkstatt/mglichkeiten-und-grenzen-wissenschaftlicher-blogs-wissenschaftskommunikation-20-339856?src=embed">View</a> | <a href="http://www.slideshare.net/upload?src=embed">Upload your own</a></div>
</div>
<div class="links_kurz">
<p>Zu weiteren Artikeln, die die Thematik detaillierter behandeln:</p>
<ol>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/">Die Wissenschaft und die Blogosphäre » Liebesheirat oder Zweckgemeinschaft? Annäherungen an eine fruchtbare Liaison</a></li>
<li><a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/12/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/">Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten? &#8211; Blogs als Instrument der (internen) Wissenschaftskommunikation</a></li>
<li><a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/14/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs » Wege in eine „wissenschaftsmündige“ Gesellschaft</a></li>
</ol>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />
<p>Technorati-Tags:</p>
</div>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft 2.0" rel="tag">Wissenschaft 2.0</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs" rel="tag">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftskommunikation" rel="tag">Wissenschaftskommunikation</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_282" class="footnote">Oder um mit unserem Altkanzler aus der Pfalz zu sprechen: Entscheidend ist, was hinten rauskommt&#8230;</li><li id="footnote_1_282" class="footnote">Irgendwann werden das auch die <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/12/getrennt-marschieren-vereint-schlagen-die-faz-leistet-der-sueddeutschen-zeitung-schuetzenhilfe-bei-der-web20-polemik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herren Graff und Co.</a> lernen.</li><li id="footnote_2_282" class="footnote">Diese beiden Vorbehalte gilt es 1. ernstzunehmen, 2. auszuräumen!</li><li id="footnote_3_282" class="footnote">Der nur allmählich Fahrt in Richtung Web 2.0 aufnimmt</li><li id="footnote_4_282" class="footnote">Im Rahmen des Fachdiskurses der &#8222;scientific community&#8220;</li><li id="footnote_5_282" class="footnote">Beispiele gefällig? Hier: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/29/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erfolgreiche Kollaboration von Soziologen. </a>Denn Blogs sind doch Wissenschaftler-Verbindungsmaschinen. ;-) </li><li id="footnote_6_282" class="footnote">Denn nicht nur die Leser von Wissenschaftsblogs können profitieren. Auch die Blogger /Wissenschaftler selbst können Lerneffekte verzeichnen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/was-heisst-und-zu-welchem-ende-betreiben-wir-wissenschaftliche-blogs-eine-argumentation-in-11-schritten-werkstattnotiz-lxxxv/">Was heißt und zu welchem Ende betreiben wir wissenschaftliche Blogs? » Eine Argumentation in 11 Schritten | Werkstattnotiz LXXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 11:26:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen Scharmützel zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen. Beim Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg,1 habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept ... <a title="Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/" aria-label="Mehr Informationen über Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/boxhandschuhe01.jpg" alt="Boxhandschuhe, Quelle: stock.xchng, User: verdrie" width="200" height="146" /><strong>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/12/getrennt-marschieren-vereint-schlagen-die-faz-leistet-der-sueddeutschen-zeitung-schuetzenhilfe-bei-der-web20-polemik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scharmützel</a> zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen.</strong></p>
<p>Beim <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> in Dieburg,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/#footnote_0_342" id="identifier_0_342" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der &uuml;brigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Gro&szlig;es Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Le&szlig;m&ouml;llmann und Thomas Pleil.">1</a> habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept einer gegenseitigen Bereicherung zu ersetzen.</p>
<p><strong>Vortrag beim &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220;</strong></p>
<p>Es ist schon zwei Wochen her, daß ich der netten Einladung der Studenten des Studiengangs Wissenschaftjournalismus der Hochschule Darmstadt gefolgt bin. Aber wenn ich versuchen soll, die Hauptthesen meiner Präsentation zusammenzufassen, die ich unter die Überschrift &#8222;<em>Einladungen zum Denken. Wissenschaftliche Blogs und der Weg in eine “wissenschaftsmündige” Gesellschaft. Über Chancen und Zumutungen der Wissenschaftskommunikation 2.0&#8243;</em> gestellt habe, dann sind es wohl die beiden folgenden Grundgedanken, die ich den Zuhörern vermitteln wollte.</p>
<ol>
<li>Wissenschaft ist schon immer ein riesengroßes Gespräch. Sie lebt vom argumentativen Dialog. Und Wissenschaft und Wissenschaftler tun gut daran, die Möglichkeit der bloggenden Wissenschaftskommunikation zu erproben, einzuüben und herauszufinden, ob Blogs nicht ein ideales Instrument des wissenschaftlichen Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagements sein können.</li>
<li> Der Wissenschaftsjournalismus tut gut daran, die wissenschaftliche Blogszene ernstzunehmen. Nicht weil ihm von dort derzeit ernsthaft Konkurrenz drohte &#8211; noch ist die Zahl der Wissenschaftsblogger zu gering, noch sind die Kräfteverhältnisse zu asymmetrisch. Journalisten sollten (wissenschaftliche) Blogs ernstnehmen, weil dort teilweise illustriert wird, wie spannende, authentische Wissenschaftskommunikation aussehen könnte. Und weil wissenschaftliche Blogger regelmäßig die Schwächen des behäbigen und recherchefaulen Journalismus entlarven. Insofern dienen (wissenschaftliche) Blogs als Korrektiv zur satten journalistischen Alltagsroutine.</li>
</ol>
<p>Und alle, die sich nochmal durch meine Präsentation klicken wollen, die können es nun hier tun:</p>
<div class="youtube">
<div id="__ss_512955" style="width: 425px; text-align: left;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;"><a href="http://www.slideshare.net/?src=embed"><img decoding="async" style="border:0px none;margin-bottom:-5px" src="http://static.slideshare.net/swf/logo_embd.png" alt="SlideShare" /></a> | <a  href="http://www.slideshare.net/werkstatt/wissenschaftliche-blogs-und-der-weg-in-eine-wissenschaftsmndige-gesellschaft?src=embed">View</a> | <a href="http://www.slideshare.net/upload?src=embed">Upload your own</a></div>
</div>
</div>
<p>Lars Fischer hatte übrigens in wunderbarer Weise meinen Vortrag live-bloggend begleitet (Einstiege u.a. <a href="http://www.wj-tag.de/?p=66" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://www.wj-tag.de/?p=58" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und auch <a href="http://danyo-is-an-oj.blogspot.com/2008/07/wissenschaftsjournalismus-tag-2008-live.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an dieser Stelle</a> wurde sehr gut live über meinen Vortrag gebloggt!).</p>
<p>Lars <a href="http://www.wj-tag.de/?p=67" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Nun stellt Marc seine zentrale These vor, die auch Wissenschaftsjournalisten freuen wird: Blogs existieren komplementär zu anderen Medien und erweitern sie, statt sie einzuschränken oder gar zu ersetzen. Blogs sind direkt, aktuell und authentisch. Im Zweifel können Blogs nicht nur schneller sein als der Online-Jounalismus, sondern eben vor allem auch die Stimmen von Experten zu Gehör bringen und Feinheiten von Themen präsentieren, die dem Wissenschaftsjournalisten als Generalisten nicht in dem Maße zugänglich sind.&#8220;</p></blockquote>
<p>Danke! Besser hätte ich es auch nicht sagen können. ;-)</p>
<p>Worauf es mir ankommt:</p>
<p>Die Behauptung, daß wissenschaftliche Blogs derzeit eine Alternative zum etablierten Wissenschaftsjournalismus darstellen, ist vermessen. So schlecht sind die &#8222;gelernten&#8220; Wissenschaftsredakteure überhaupt nicht und: die Ressourcen (Zeit, Geld, Recherchetools), die den Profis zur Verfügung stehen, sind einfach auch etwas wert und schlagen sich (meist) in der Qualität der Artikel nieder.</p>
<p><strong>Stachel im Fleisch des behäbigen Wissenschaftsjournalismus</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Wissenschaftsblogs sind keine bessere, sondern eine &#8222;andere&#8220; Form der Wissenschaftskommunikation!</span></h4>
<p>Aber: wissenschaftliche Blogs führen immer wieder vor Augen, daß die konventionelle &#8222;Berichterstattung&#8220; über wissenschaftliche Themen teilweise zu behäbig, zu brav und manchmal auch zu schlecht informiert ist. Das können manche Wissenschaftler besser.</p>
<p>Insofern sollten die journalistischen Profis die neuen, frechen Akteure auf dem Spielfeld der Wissenschaftskommunikation nicht als Konkurrenz ansehen, sondern als Motivation. Jetzt gilt es, zu beweisen, daß Ihr die Vermittlung wissenschaftlicher Themen doch besser beherrscht! Jetzt gilt es, die Herausforderung durch die Blogger anzunehmen!</p>
<p>Wäre es nicht ein toller Erfolg, wenn wir &#8211; da sich die Jungs und Mädels in den Redaktionen mehr anstrengen! &#8211; in Zukunft seltener mißlungene und schlecht informierte Artikel in SZ, FAZ, Welt oder Spiegel lesen müssten? ;-)</p>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_342" class="footnote">Der übrigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Großes Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Leßmöllmann und Thomas Pleil.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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