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	<title>Medizin Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Fri, 01 Mar 2019 10:25:46 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Medizin Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Babygeschrei: Nationale Schreiprofile</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 16:15:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Neugeborene]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Spracherwerb]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gibt es so etwas wie Babyschrei-Forschung? Offensichtlich nicht oder noch nicht lange. Denn sonst wüßte man vermutlich schon längst, daß sich Neugeborene mit ihrem Schreien ganz deutlich an ihrer Muttersprache orientieren. Eine interessante Studie konnte jetzt klar zeigen, daß deutsche Babys anders weinen und schreien, als ihre französischen Altersgenossen. Daß Kinder bereits im Mutterleib hören, ... <a title="Babygeschrei: Nationale Schreiprofile" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/" aria-label="Mehr Informationen über Babygeschrei: Nationale Schreiprofile">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/">Babygeschrei: Nationale Schreiprofile</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-1241"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Baby_01.jpg" alt="Baby_01" width="200" height="163" /><strong>Gibt es so etwas wie Babyschrei-Forschung? Offensichtlich nicht oder noch nicht lange. Denn sonst wüßte man vermutlich schon längst, daß sich Neugeborene mit ihrem Schreien ganz deutlich an ihrer Muttersprache orientieren. Eine interessante Studie konnte jetzt klar zeigen, daß deutsche Babys anders weinen und schreien, als ihre französischen Altersgenossen. </strong></p>
<p>Daß Kinder bereits im Mutterleib hören, daß sie die Geräusche und Musik der Außenwelt wahrnehmen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/#footnote_0_1204" id="identifier_0_1204" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Seitdem das bekannt ist, beschallen manche &uuml;berambitionierte werdende Eltern ihren Nachwuchs bereits pr&auml;natal mit gef&uuml;hlsduseligen Mozartsinfonien, damit aus diesem sp&auml;terhin ein Musikgenie werde.">1</a> und sogar die Stimme ihrer Eltern identifizieren können, ist schon länger bekannt. Wie entscheidend diese Höreindrücke möglicherweise für den Spracherwerb sind, zeigt nun die Untersuchung von Kathleen Wermke (Universität Würzburg) und ihren Kolleginnen.</p>
<h4><span class="pullquote">Babygeschrei ist nicht gleich Babygeschrei: Melodie und Rhythmus unterscheiden sich in Abhängigkeit von der Muttersprache </span></h4>
<p>Das Team um Kathleen Wermke hat jeweils 30 Neugeborene aus Deutschland und Frankreich untersucht, die alle zwischen drei und fünf Tage alt waren. Sie haben das Geschrei der Babys aufgezeichnet und analyisiert. Dabei zeigten sich deutlich Unterschiede, was Melodie und Rhythmus des Geschreis angeht.</p>
<p>Der deutlichste Unterschied zeigt sich im Melodieverlauf: die französischen Babys schreien mit steigendem Melodiebogen, auf der anderen Seite des Rheins fällt die Melodie aber ab. Hier zeigen sich also Parallelen &#8211; so die Forscher &#8211; zu den gesprochenen Sprachen. Der typische deutsche Schreihals startet mit Vehemenz, lässt dann aber nach. Der französisch geprägte Schrei beginnt dezent, steigert sich aber mit der Zeit.</p>
<p>Hier zwei idealtypische Schreiprofile:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/#footnote_1_1204" id="identifier_1_1204" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Abbildung 2, Wermke et. al: Newborns&lsquo; Cry Melody Is Shaped by Their Native Language">2</a></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1239" style="margin: 5px 50px 5px 50px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Schreiforschung.jpg" alt="Schreiforschung" width="480" height="620" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Schreiforschung.jpg 480w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Schreiforschung-310x400.jpg 310w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<p>Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse die Babyschreiforschung noch bereithält. Welche Konsequenzen hat es, wenn die Kinder pränatal (!) zweisprachig aufwachsen? Wann gibt es die erste Wette bei &#8222;Wetten, daß&#8230;?&#8220;, bei der ein Kandidat allein am Geschrei die Kleinkinder den jeweiligen Herkunftsländern zuordnet?</p>
<div class="links_ticker">Studie:</p>
<ul>
<li>Birgit Mampe, Angela D. Friederici, Anne Christophe and Kathleen Wermke: <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2009.09.064">Newborns&#8216; Cry Melody Is Shaped by Their Native Language</a>, Current Biology, doi:10.1016/j.cub.2009.09.064</li>
</ul>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1204" class="footnote">Seitdem das bekannt ist, beschallen manche überambitionierte werdende Eltern ihren Nachwuchs bereits pränatal mit gefühlsduseligen Mozartsinfonien, damit aus diesem späterhin ein Musikgenie werde.</li><li id="footnote_1_1204" class="footnote">Abbildung 2, Wermke et. al: Newborns&#8216; Cry Melody Is Shaped by Their Native Language</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/">Babygeschrei: Nationale Schreiprofile</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Tödliche Verwechslungen II » Ratespiele beim Lesen der Krankenakte: Mißverständliche Abkürzungen &#124; Werkstattnotiz LV</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-ii-ratespiele-beim-lesen-der-krankenakte-missverstaendliche-abkuerzungen-werkstattnotiz-lv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2008 13:29:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlerkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Risiken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor man sich auf den Operationstisch legt, sollte man sich vergewissern, daß die Anästhesisten die richtigen Schläuche bereitgelegt haben. Wem seine Gesundheit am Herzen liegt, der sollte sich aber zusätzlich seine Krankenakte zeigen lassen: wenn dort viele Abkürzungen zu finden sind, so wäre es ratsam sich bei den Ärzten zu erkundigen, ob diese überhaupt wissen, ... <a title="Tödliche Verwechslungen II » Ratespiele beim Lesen der Krankenakte: Mißverständliche Abkürzungen &#124; Werkstattnotiz LV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-ii-ratespiele-beim-lesen-der-krankenakte-missverstaendliche-abkuerzungen-werkstattnotiz-lv/" aria-label="Mehr Informationen über Tödliche Verwechslungen II » Ratespiele beim Lesen der Krankenakte: Mißverständliche Abkürzungen &#124; Werkstattnotiz LV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-ii-ratespiele-beim-lesen-der-krankenakte-missverstaendliche-abkuerzungen-werkstattnotiz-lv/">Tödliche Verwechslungen II » Ratespiele beim Lesen der Krankenakte: Mißverständliche Abkürzungen | Werkstattnotiz LV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 8px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Arzt.jpg" alt="Arzt.jpg" width="220" height="318" align="right" />Bevor man sich auf den Operationstisch legt, sollte man sich vergewissern, daß die Anästhesisten die <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/08/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">richtigen Schläuche</a> bereitgelegt haben. Wem seine Gesundheit am Herzen liegt, der sollte sich aber zusätzlich seine Krankenakte zeigen lassen: wenn dort viele Abkürzungen zu finden sind, so wäre es ratsam sich bei den Ärzten zu erkundigen, ob diese überhaupt wissen, was mit den Kürzeln gemeint ist&#8230;</strong></p>
<p>Wie eine aktuelle Studie zeigt, stellen auch die medizinischen Abkürzungen eine drastisch unterschätzte Gefahrenquelle dar. Denn wenn man sich über die schlampig arbeitenden Narkoseärzte wundert, so sollte man den anderen Fachärzten keinen Persilschein ausstellen: auch diese lassen es oft an der wünschenswerten Sorgfalt mangeln.</p>
<p>Die britische <a href="http://www.the-mdu.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medical Defence Union</a> schätzt, daß 5% aller tödlichen Fehler auf simple Kommunikationsprobleme zurückgeführt werden müssen. Genauer: die ärztliche Angewohnheit schnell ein paar Hinweise und Abkürzungen in die Krankenakte zu schreiben bzw. zu schmieren, führt regelmäßig zu Mißverständnissen, die schließlich fatale Auswirkungen haben. Die sprichwörtliche Arztschrift, die nur Apotheker zu lesen imstande sind, ist eine erste Quelle von Mißverständnissen: die Notizen in den Krankenakten sind häufig schlicht nicht lesbar.</p>
<p>Ein weiterer Faktor, der das Problem verschärft: über die Bedeutung der Abkürzungen besteht keinesfalls Konsens. Was also der Kollege wirklich mit seinen kryptischen Kürzeln meinte, ist häufig &#8211; selbst wenn die Buchstaben lesbar sind &#8211; Interpretationssache.</p>
<h4 class="pullquote_left">Zwei Fehlerquellen im Klinikalltag: 1. Die kaum leserliche Arztschrift, 2. Abkürzungen, die jeder so verwendet, wie er mag&#8230;</h4>
<p><strong>Wieso fragt niemand nach, wenn etwas unleserlich oder nicht verständlich ist?</strong></p>
<p>Das Problem scheint freilich v.a. darin zu liegen, daß die jeweiligen Leser jeweils zu wissen glauben, was der Arzt mit den Abkürzungen meinte. Denn anstatt nachzufragen &#8211; und sich ggf. die Blöße zu geben kein Insider zu sein &#8211; wird von Pflegepersonal oder den Stationskollegen offensichtlich häufig stillschweigend das Naheliegendste vermutet: im Ergebnis werden Medikamente falsch dosiert, wichtige Hinweise ignoriert oder im Extremfall gar falsche Gliedmaße amputiert. Beispiel gefällig?</p>
<blockquote><p>In one instance a diabetic patient was given a dose of 61 units of insulin because the notes say six international units &#8211; 6IU &#8211; were misinterpreted. <em>[Quelle: <a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/health/7171453.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bbc news]</a></em></p></blockquote>
<p>Der Diabetespatient bekam also statt den 6 (Internationalen) Einheiten [= 6 IU], kurzerhand 61 Insulineinheiten [= 61 U] verabreicht. Dieser Fehler wurde noch bemerkt, oftmals ist es zur Korrekturen aber zu spät.</p>
<h4 class="pullquote">Richtlinien über den Gebrauch von Abkürzungen gibt es zwar, diese werden aber kaum beachtet</h4>
<p>Zwar gibt es durchaus Konventionen über den Gebrauch bestimmter Abkürzungen, aber &#8211; wie Joanna Sheppard und ihre Kollegen <a href="http://adc.bmj.com/cgi/content/abstract/adc.2007.128132v2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">feststellten</a> &#8211; sind nur rund 15-20% aller Abkürzungen, die in Krankenakten und anderen Notizen zu finden sind, in diesen verbindlichen Dictionaries verzeichnet. Bei der Auswertung der Dokumente einer Kinderklinik in Birmingham fanden sie insgesamt 479 verschiedene Abkürzungen. Teilweise gab es mehrere Abkürzungsweisen für dieselben Sachverhalte, dann wieder fanden die Wissenschaftler identische Abkürzungen, die aber verschiedene Krankheiten bezeichnen sollten.</p>
<p><strong>Rate- und Glücksspiel: Was ist wohl mit der Abkürzung gemeint?</strong></p>
<p>Wenn man bedenkt, daß im Klinikalltag Schichtwechsel mehrmals am Tag vorkommen und die Krankenakte das zentrale Koordinationsdokument ist, dann wird deutlich, daß hier routinemäßig ein kleines Rate- und Glücksspielchen stattfindet. Bei Interviews stellte sich heraus, daß die Ärzte nur 54-94% der Abkürzungen richtig zuordnen bzw. interpretieren konnten. Das Pflegepersonal identifizierte gar nur in 31-63% der Fälle die Abkürzungen zutreffend.</p>
<h4 class="pullquote">Das Pflegepersonal interpretierte die meisten Abkürzungen falsch. Aber auch die Ärzte selbst tippten oft verkehrt. Wieso gibt es keine verbindlichen Abkürzungsrichtlinien? Ist man sich in Kliniken dieses Problems überhaupt bewußt?</h4>
<p>Und auch hier stellt sich die Frage, weshalb hier &#8211; Stichwort Qualitätssicherung und Fehlerkultur &#8211; keine Mechanismen etabliert sind, die einen verbindlichen Abkürzungskanon vorgeben. Daß jeder Azrt nach Lust und Laune verfährt und man im Zweifel darauf setzt, daß die Arbeitskollegen schon das Gemeinte &#8222;erraten&#8220;, kann ja eigentlich nur ein schlechter Scherz sein&#8230;</p>
<p>Und noch eine Feststellung ist interessant: je älter die Ärzte werden bzw. je höher sie die Karriereleiter emporklettern, desto mehr Abkürzungen gebrauchen sie. Geschieht dies aus Zeitnot, weil man als Chefarzt ja so im Stress ist? Oder ist der Abkürzungswahn schlicht ein äußeres Zeichen der Überlegenheit und Hierarchieunterschiede, gemäß dem Motto &#8222;Sollen sich doch meine Assistenzärzte den Kopf zerbrechen, was ich mit den Hieroglyphen zum Ausdruck bringen wollte&#8230;&#8220;?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><em>Studie:</em></p>
<ul>
<li>Joanna E Sheppard, Laura C E Weidner, Saher Zakai, Simon Fountain-Polley, and Judith Williams (2007): <a href="http://adc.bmj.com/cgi/content/abstract/adc.2007.128132v2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ambiguous abbreviations: an audit of abbreviations in paediatric note keeping</a>, Archives of Disease in Childhood , Published Online First: 26 November 2007. doi:10.1136/adc.2007.128132</li>
</ul>
<p><em>Link:</em></p>
<ul>
<li>White, Caroline: <a href="http://www.onmedica.com/newsArticle.aspx?id=8a0c288a-f24e-4995-ab44-d0b5e94c2cb5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doctors’ shorthand is baffling to colleagues</a>, onmedica, 12.11.2007</li>
</ul>
<p><em>Literaturempfehlungen:</em></p>
<ul>
<li>Wilke, Kerstin (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3836417480?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3836417480">Behandlungsfehler. Arzthaftung und Fehlermanagement im ambulanten Bereich</a>, Vdm Verlag Dr. Müller</li>
<li>Madea, Burkhard &amp; Dettmeyer, Reinhard (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3769132998?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3769132998">Medizinschadensfälle und Patientensicherheit</a>, Dt. Ärzte-Verlag.</li>
<li>Amon, Linda (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3800070146?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3800070146">Todesfalle Krankenhaus. Wenn Ärzte pfuschen und vertuschen</a>, Ueberreuter</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-ii-ratespiele-beim-lesen-der-krankenakte-missverstaendliche-abkuerzungen-werkstattnotiz-lv/">Tödliche Verwechslungen II » Ratespiele beim Lesen der Krankenakte: Mißverständliche Abkürzungen | Werkstattnotiz LV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2007 14:33:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Agnotologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kontingenz]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Paradoxien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frei nach dem Motto: &#8222;Glaube keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast&#8220; funktioniert allem Anschein nach gerade die pharmazeutisch-medizinische Forschung. Wobei, halt!: nein, es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, die verschiedenen Studien, die Wirksamkeit und/oder Unbedenklichkeit von Therapien und Medikamenten belegen sollen, seien allesamt manipuliert. Diese Unterstellung gehört in den Bereich der ... <a title="Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/" aria-label="Mehr Informationen über Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/">Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frei nach dem Motto: &#8222;Glaube keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast&#8220; funktioniert allem Anschein nach gerade die pharmazeutisch-medizinische Forschung. Wobei, halt!: nein, es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, die verschiedenen Studien, die Wirksamkeit und/oder Unbedenklichkeit von Therapien und Medikamenten belegen sollen, seien allesamt manipuliert. Diese Unterstellung gehört in den Bereich der Verschwörungstheorie, mit der die Wissenswerkstatt nichts gemein hat. Aber das sollte auch bislang schon klar geworden sein, oder?</strong></p>
<p>Nochmal im Klartext und in Anlehnung an Bruno Latour: in der Wissenswerkstatt arbeitet ein &#8222;Liebhaber der Wissenschaften&#8220; &#8211; daß die naturgegebenen Insuffizienzen jeder Suche nach Wahrheit dennoch Thema sind, versteht sich aber von selbst. Denn genau diejenigen, die quasi blind allen technisch-wissenschaftlichen Versprechungen Glauben schenken, sind in Wahrheit Verächter und manchmal sogar Totengräber der Wissenschaft. Denn Wissenschaft will und braucht kritische Rezipienten und Freunde. Es verhält sich kaum anders als in der Sphäre der Politik: wer stets alle Taten des &#8222;Freundes&#8220; willfährig bejubelt, ohne substantiell zu prüfen, ob hier nicht möglicherweise Widersprüche und Defizite vorliegen, mag sich zunächst als loyal erweisen. Es geht aber weder in der Politik noch in der Wissenschaft um vorauseilenden Gehorsam und Gefolgschaft um jeden Preis. Es geht vielmehr um kritische Begleitung und genau das ist u.a. die Aufgabe der Wissenschaftssoziologie. Die Wissenschaft selbst, all die Forscher in ihren Labors, all die Arbeiter in ihren sprichwörtlichen Elfenbeintürmen, sie sind notwendigerweise gefangen in ihrer Binnenperspektive.</p>
<p><strong>Aufklärung und die lehrreiche Außenperspektive </strong></p>
<p>Und genau hier setzt die Wissenschaftssoziologie an: es ist der nüchterne Blick von außerhalb, der anderes sehen läßt, als wenn man immer schon in den Kontexten der jeweiligen Spezialdisziplin sozialisiert und somit auch ein Stück weit befangen, um nicht zu sagen: gefangen ist. Und somit steht die Wissenschaftssoziologie &#8211; wenigstens, wie ich sie verstehe &#8211; in der Tradition der Aufklärung: ihre Intention ist es, das Wissen der Gesellschaft über ihre technisch-wissenschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen zu erweitern. Denn nur wer weiß und besser einschätzen kann, wo derzeit die Grenzen des Wissens liegen, diejenigen Bereiche, in denen nicht klare Sicht auf die Gegenstände des Gewußten und Erforschten gegeben ist, sondern immer wieder der Nebel des Nichtwissens den Blick trübt, nur derjenige, der solchermaßen informiert und geübt die Innovationen von Wissenschaft und Technik in den Blick nimmt, kann nachhaltige Entscheidungen darüber treffen, was mit welchen Risiken getan werden kann.</p>
<p>Denn daß es jeweils kontingente Bereiche gibt, daß also anscheinend gesicherte Wissensbestände wieder ins Schwimmen geraten und sich als unsicher herausstellen, darüber besteht ernsthaft kein Zweifel. Und gerade der Blick in die Medizin und ihre Geschichte ernüchtert allzu hochfliegende Phantasien. Denn kaum eine andere Disziplin zeichnet sich durch solch gravierende Erfahrungen des Erfolgs und des Mißerfolgs aus. Gelingen und Scheitern liegen kaum anderswo ähnlich nah beieinander. Und man braucht hier nicht einmal Schlagworte wie <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Contergan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Contergan</a> zu erwähnen &#8211; es genügt der Verweis auf die mit immensem Ressourceneinsatz entwickelten Medikamente wie &#8222;Vioxx&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_0_67" id="identifier_0_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Schmerz- und Rheumamedikament der Fa. Merck z&auml;hlt zur Gruppe der sog. COX2-Hemmer, die seit wenigen Jahren im Verdacht stehen, Infarkte und Schlaganf&auml;lle zu beg&uuml;nstigen.">1</a> oder &#8222;Lipobay&#8220;,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_1_67" id="identifier_1_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unter diesem Handelsnamen mu&szlig;te Bayer seinen Cholesterinsenker mit dem Wirkstoff &bdquo;Cerivastatin&ldquo; aus dem Handel nehmen, nachdem unter dessen Einnahme mehrere Todesf&auml;lle berichtet wurden.">2</a> die sich dennoch als finanzielles und &#8211; berücksichtigt man die mutmaßlichen Todesopfer &#8211; menschliches Desaster erwiesen.</p>
<p><strong>Mehr Forschung = Mehr Unsicherheit? </strong></p>
<p>Damit aber wieder zurück zum Thema: medizinische (Meta-)Studien. Im Grunde ist es banal: wer seine Erkenntnisse überprüfen will, stellt weitere Untersuchungen und Experimente an, um seine Hypothesen zu testen. In der Medizin, zumal wenn es um bereits ausgereiftere Forschungen geht, stehen also <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinische Studien</a> an, um die Wirksamkeit der Therapien näher zu ergründen. Wir reden hier von sog. Phase I+II-Studien,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_2_67" id="identifier_2_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In den Phase-I-Studien wird die Vertr&auml;glichkeit (tolerability), in den Phase-II-Studien die Wirksamkeit (effectiveness) &uuml;berpr&uuml;ft.">3</a> die dann idealerweise meist in sog. <em>randomisierte Doppelblind-Studien</em> münden. Diese werden mit einem erheblich erweiterten Probandenkreis durchgeführt und stellen in Phase III die letzte Hürde vor der Marktzulassung dar.</p>
<p>Um das nochmals unmißverständlich klarzumachen: wenn heute ein Medikament den Weg in Apotheken und Kliniken findet, so ist es gründlich und intensiv getestet und überprüft. Hinter den erwähnten &#8222;randomisierten Doppelblindstudien&#8220; verbirgt sich ein Studiendesign, das ein Höchstmaß an Aussagekraft ermöglicht, denn &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelblind" target="_blank" rel="noopener noreferrer">doppelblind</a>&#8220; heißt, daß weder die durchführenden Ärzte noch die beteiligten Patienten wissen, welche Patienten nun das neue zu testende Medikament verabreicht bekommen und welche ein Placebo (alternativ auch die konventionelle Standardtherapie). Randomisiert bedeutet in diesem Kontext, daß die Auswahl, welche Personen welcher Studiengruppe (also der Test- oder der Kontrollgruppe mit Placebo) zugeordnet werden, zufallsgesteuert abläuft. Auch hier kann also keine Verfälschung durch die Studienleitung erfolgen. Erweist sich also ein neuer Wirkstoff in diesen umfänglichen Tests als unbedenklich (die Nebenwirkungen sind gemäß einer Kosten-Nutzen-Rechnung zu vernachlässigen) und gleichzeitig als wirksam (und den bisherigen Therapien überlegen), so steht der Marktzulassung nichts mehr im Wege. Wo ist das Problem, möchte man fragen&#8230;</p>
<p><strong>Scheitern als Wesen der Wissenschaft</strong></p>
<p>Strenggenommen gibt es kein Problem, jedenfalls nicht, wenn man sich bewußt macht, daß auch noch so aufwendige Studiendesigns niemals eine Garantie liefern können, daß ein Medikament genauso wirkt, wie beabsichtigt und nicht ganz andere Effekte hervorruft, die dummerweise nie in den Studien auftraten. Wer glaubt, die medizinisch-pharmazeutische Forschung sei in der Lage alle Parameter zu berücksichtigen, der irrt. Dazu ist der menschliche Körper, seine unendlichen Kaskaden an Stoffwechsel- und Austauschprozessen, seine Regulationsvielfalt und Irritationsanfälligkeit zu undurchschaubar und bislang nur recht wenig verstanden. Wie oben erwähnt: der Pharmariese Merck mußte im Jahr 2004 sein umsatzstärkstes Medikament, das Schmerz- und Rheumamittel &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rofecoxib&amp;oldid=34494647" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vioxx</a>&#8220; nach Berichten über eine Vielzahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen vom Markt nehmen. Und diese erst spät erkannten Nebenfolgen waren nicht Ergebnis von Schlamperei und Leichtfertigkeit, sondern unvermeidlich.</p>
<p>Was ist aber, wenn es sich nicht um medizinische Indikationen wie bspw. Rheuma geht, die immerhin einigermaßen scharf umrissen und definiert sind? Wie verhält es sich bei medikamentösen Therapieversuchen bei so schwach konturierten Symptomatiken wie <em>geschwächter Immunabwehr</em>, <em>Wechseljahrsbeschwerden</em> oder <em>Erkältungskrankheiten?</em> Welche Medikamente haben hier welche Effekte? Man erinnere sich: Ende der 90er Jahre wurde die <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hormonersatztherapie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hormonersatztherapie</a> zur Abfederung der <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klimakterium" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klimakterium</a>sbeschwerden noch stark propagiert. Doch ab 2000 mehrten sich die Erkenntnisse und Studien, daß hier nicht nur kaum meßbare Vorteile, sondern augenscheinlich allerhand negative Effekte auftreten: Frauen, die durch eine Östrogenersatztherapie hofften, die gefürchtete Antriebslosigkeit oder Osteoporoseerscheinungen abmildern zu können, wurden auf einmal mit Studien konfrontiert, die eine signifikante Erhöhung des Brustkrebsrisikos nahelegten. Wie an vielen Stellen nachzulesen war, reagierten viele Länder, vor allem in Skandinavien und Nordamerika sehr schnell: die Therapie wird seitdem nur bei konkreter Indikation duchgeführt. In Deutschland freilich scheinen die Gynäkologen kaum die jeweiligen Fachblätter zu studieren.</p>
<blockquote><p>„Es besteht offenbar insbesondere bei den älteren, männlichen Frauenärzten eine sehr deutliche Tendenz, den Nutzen der Hormone über- und die Risiken unterzubewerten“, sagt Bruno Müller-Oerlinghausen, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft.</p></blockquote>
<p>Mehr als erstaunlich, wenn man weiß, daß sogar das Risiko für Demenzerkrankungen, die durch die Gabe von Hormonen abgeschwächt und vermieden werden sollten, bei den Patientinnen die Hormone erhielten, leicht erhöht war. Selbst hier waren also die angestrebten Effekte nicht zu finden.</p>
<p><strong>Echinacea, Umckaloabo und Co.</strong></p>
<p>Wer kennt nicht das Haus- und Heilmittel &#8222;Echinacea&#8220;, das als meistverkauftes natürliches Erkältungsmedikament ein wahrer Umsatzrenner ist? Aber wirkt das Extrakt aus dem roten Sonnenhut tatsächlich? Ist es gerechtfertigt, daß allein in den USA jährlich ein Umsatz von über 80 Millionen Euro mit diesen Präparaten erzielt wird?</p>
<p>Denn die Frage, ob die Einnahme von Echinacea-Präparaten bei Ansteckung oder in Bezug auf die Heilung von Erkältungskrankheiten einen positive Wirkung hat, ist mehr als umstritten. Wobei: genaugenommen ist seit einigen Jahren im Grunde erwiesen, daß die Effekte kaum meßbar oder um ehrlich zu sein, nicht vorhanden sind. Andere Hausmittelchen wie die &#8222;heiße Zitrone&#8220; oder ein &#8211; wie ich finde probates und zudem wohlschmeckendes Therapeutikum &#8211; &#8222;Bratapfel&#8220; dürften ähnlich erfolgreich wirken. Na gut, wenn Echinacea nichts nützt, Schaden ruft es &#8211; abgesehen vom Loch im Geldbeutel &#8211; wenigstens nicht hervor. Aber neuerdings gibt es doch wieder Verwirrung: eine aktuelle Metastudie einer Forschergruppe um Craig Coleman von der Universität Connecticut glaubt nun doch eine Wirksamkeit belegen zu können. Wie kann das sein?</p>
<p>Nochmal der Reihe nach: bereits 2002 stellten die Mediziner um Dr. Bruce P. Barrett von der Universität Wisconsin in einer vergleichenden Studie fest, daß die überstrapazierte Redewendung von der Erkältung, die unbehandelt sieben Tage, mit Behandlung aber eine Woche anhalte, auch für die Anwendung von Echinacea zutreffe; sie stellten fest:</p>
<blockquote><p>No statistically significant differences were detected between the echinacea and placebo groups for any of the measured outcomes. Trajectories of severity over time were nearly identical in the two groups. Mean cold duration was 6.01 days in both groups as a whole, 5.75 days in the placebo group, and 6.27 days in the echinacea group.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_3_67" id="identifier_3_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Barrett, P., Brown, R.L. et al. (2002): Treatment of the Common Cold with Unrefined Echinacea, in: Annals of Internal Medicine, 17 December 2002, Volume 137, Issue 12, pp. 939-946.">4</a></p></blockquote>
<p>Und auch in einer vergleichenden Metastudie 2006<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_4_67" id="identifier_4_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Linde K, Barrett B, W&ouml;lkart K, Bauer R, Melchart D. (2006): Echinacea for preventing and treating the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 1. ">5</a> kamen Barrett und seine Gruppe zur selben Ansicht: in 22 Einzelstudien, die erheblich in ihrer Vorgehensweise variierten, fanden sie keinen einheitlichen, gesicherten Nachweis für eine Wirksamkeit. Die Studien, die einen positiven Effekt belegen, weisen häufig deutliche Mängel in der (randomisierten) Durchführung auf und sind teilweise eher anekdotisch wertvoll.</p>
<p>Nun aber, nach einer erneuten Metastudie von Coleman et. al.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_5_67" id="identifier_5_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Lancet Infectious Diseases (vol 7, p 473) ">6</a> ist wieder alles anders. Angeblich, jedenfalls. Der &#8222;Stern&#8220; wußte vor wenigen Wochen: &#8222;<a href="http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Echinacea-Mittel-Und/591741.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea-Mittel: Und sie helfen doch!</a>&#8220; Aber ist dem so? Was hat Coleman anders gemacht als seine Kollegen? Denn der &#8222;Stern&#8220; glaubt ja sogar zu wissen, daß die gemeinsame Einnahme von Vitamin C und Echinacea das Erkältungsrisiko gar um 86% senke. Toll, wenn es so einfach wäre.</p>
<p>Ein kleiner Artikel der Businessweek<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_6_67" id="identifier_6_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber den ich dankenswerterweise bei Medinfo gestolpert bin.">7</a> klärt ein wenig auf; unter dem vielsagenden Titel: &#8222;When Medical Studies Collide&#8220; werden die Hintergründe der widersprüchlichen Artikel beleuchtet und man darf lesen:</p>
<blockquote><p>The problem is, the world of medical and health research is messier than most people realize. Black-and-white answers are rare, even when it comes to a single drug trial. In hormone replacement therapy, &#8222;people from the same study are disagreeing with each other,&#8220; says Julie Buring, professor of medicine at Brigham &amp; Women&#8217;s Hospital in Boston. The uncertainties deepen when studies are inconclusive or contradictory. That&#8217;s when researchers often lump data from a number of trials together in a meta-analysis, hoping the sum will be greater than the parts. But the approach often has pitfalls.</p></blockquote>
<p>Hier wird also die Hoffnung, daß die Summe der Einzelstudien in der Zusammenschau ein höheres Maß an Richtigkeit aufweisen, wieder einmal enttäuscht. Denn gerade die Auswahl der Studien, die berücksichtigt werden sollen, ist umstritten und beeinflußt das Ergebnis erheblich. Wie lassen sich die unterschiedlichen Schlußfolgerungen aber erklären?</p>
<p><strong>Die Verführung durch Erfolg und Meßbarkeit: Publikations-Bias</strong></p>
<p>Vermutlich durch einen sog. Publikations-Bias. Dieser erklärt sich schlicht daraus, daß Studien, die keine Effekte aufweisen, mit höherer Wahrscheinlichkeit unpubliziert bleiben; im Gegensatz finden Studien, die eine Wirksamkeit belegen, fast immer den Weg in die Journale. Das führt freilich dazu, daß die Wirksamkeit meist überschätzt wird, wenn man nur die Artikel in den Journalen zugrundelegt. Dies jedenfalls die plausible Erklärung, denn Coleman hatte nur 14 Studien herangezogen. Barrett allerdings 22 und darunter zwei Studien, die niemals veröffentlicht wurden. Das soll nun nicht heißen, daß es die Menge macht, also daß 22 Studien besser seien als 14, aber gewisse Verzerrungseffekte sollte man berücksichtigen.</p>
<blockquote><p>In addition, Coleman used only published studies, while Barrett included two unpublished ones. That decision can have a big impact. &#8222;We know there is publication bias,&#8220; says Frank E. Harrell Jr., chair of biostatistics at Vanderbilt University. It&#8217;s much easier to get a study published that says, &#8222;something works!&#8220; than one saying, &#8222;Oops, the treatment had no effect.&#8220; Using published data alone thus typically makes the final result more positive.</p>
<p>(&#8230;)  Meta-analyses may also mislead by relying on data reported in papers rather than on original raw data, which are usually kept secret. &#8222;Good raw data from one study can be worth 50 studies in a meta-analysis,&#8220; says Vanderbilt&#8217;s Harrell.</p></blockquote>
<p>Man sollte also auch bei angeblich durch Metastudien gewonnenen Erkenntnissen vorsichtig sein. Denn ganz offenbar sind es die Selektionskriterien, die bestimmen, welche Studie unter welcher Gewichtung berücksichtigt wird, die zu den skizzierten Effekten führen. Und im Ergebnis haben wir keine Zunahme von Wissen, sondern von Nichtwissen. Metastudien können, oh Wunder, auch ein Instrument der <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agnotology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Agnotologie</a> sein &#8211; der Kunst, Nichtwissen herbeizuführen. Das jedenfalls ist das Ergebnis, wenn &#8222;medizinische Studien kollidieren&#8220;.</p>
<p>Denn, wie Dr. Barrett feststellt, allzu oft werden Äpfel mit Birnen verglichen. Und der Fokus auf veröffentlichte Studien dürfte meist zu einer dezenten Verzerrung hin zu positiven Schlußfolgerungen führen. In Bezug auf Echinacea sollte man also auch weiterhin skeptisch sein. Auch wenn der &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenh%C3%BCte_(Echinacea)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rote Sonnenhut</a>&#8220; einem zunächst durchaus sympathisch sein darf, ob sein Extrakt hilfreich ist, werden weitere Studien erweisen müssen.</p>
<p>Darf man dann zum als &#8222;natürliches Antibiotikum&#8220; angepriesenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umckaloabo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umckaloabo</a> greifen? Immerhin hat sich der ethanolische Wurzelauszug ja zu einem riesigen Erfolg vornehmlich in Deutschland entwickelt, der Jahresumsatz erreicht derzeit angeblich stattliche 60 Millionen Euro. Können so viele Anwender irren? Skepsis scheint auch hier berechtigt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_7_67" id="identifier_7_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. arznei-telegramm: arznei-telegramm (2003): Quacksalberei: Was ist dran am Umckaloabo? ">8</a> Umckaloabo ist derzeit noch deutlich schlechter erforscht als Echinacea. Man darf also gespannt sein&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>[Update | 30.10.2007]:</p>
<p>Hier im Quanti|Soz|Blog (&#8222;<a href="http://www.quantisozblog.de/2007/10/29/publication-bias-in-forschungsreviews/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publication bias in Forschungsreviews</a>&#8222;) nimmt sich Bernd meinen Argumenten an. Er stimmt größtenteils zu, möchte aber Meta-Studien keinesfalls als Generator von Nicht-Wissen verstanden wissen. Das ist von mir auch keineswegs so beabsichtigt. Worauf es mir ankam: Meta-Studien <em>können</em> (<em>nicht müssen</em>) im Ergebnis mehr Unsicherheit als Sicherheit hinterlassen. Weitere Anmerkungen meinerseits in den Kommentaren [2].</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><strong>Link- und Literaturtipps: </strong></p>
<p><em>Wissenswerkstatt: </em></p>
<ul>
<li>Scheloske, Marc (2007): <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/03/28/wolke-der-unwissenheit-agnotologie-i/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wolke der Unwissenheit &#8211; Agnotologie I</a>, 28. März 2007<em><br />
</em></li>
</ul>
<p><em>Wissenschaft, Nichtwissen und Medizin:</em></p>
<ul>
<li>Evans, I., Thornton, H, Chalmers, I. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3939069329?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3939069329">Was hilft wirklich?</a> Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsg.</li>
<li>Hans-Jörg Rheinberger: <a  href="http://www.nzz.ch/2007/05/05/li/articleELG88.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Man weiss nicht genau, was man nicht weiss</a>. Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen. NZZ, 5.5.2007</li>
<li>Wehling, Peter (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896696068?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896696068">Im Schatten des Wissens?</a> Perspektiven der Soziologie des Nichtwissens. UVK-Verlag.</li>
<li>Rheinberger, Hans-Jörg (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518293710?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518293710" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Epistemologie des Konkreten.</a> Studien zur Geschichte der modernen Biologie. Frankfurt: Suhrkamp.</li>
<li><span class="sans">Latour, Bruno (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518291955?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518291955" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Hoffnung der Pandora</a>. Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft. Frankfurt: Suhrkamp.</span></li>
<li><span class="sans">Knorr-Cetina, Karin (1981): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518285599?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518285599" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Fabrikation von Erkenntnis</a>. Zur Anthropologie der Naturwissenschaft. Frankfurt: Suhrkamp.</span></li>
</ul>
<p><em>Echinacea und Erkältungskrankheiten:</em></p>
<ul>
<li>New Scientist (2007): <a href="http://www.newscientist.com/article.ns?id=dn12126&amp;feedId=online-news_rss20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea may halve the risk of catching cold</a>, 25.6.2007</li>
<li>Business Week (2007): <a href="http://www.businessweek.com/magazine/content/07_32/b4045052.htm?campaign_id=rss_tech" target="_blank" rel="noopener noreferrer">When Medical Studies Collide</a>. Contradictory reports? Meta-analysis may make things more confusing, 6.8.2007</li>
<li>Linde K, Barrett B, Wölkart K, Bauer R, Melchart D. (2006): <a href="http://www.cochrane.org/reviews/en/ab000530.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea for preventing and treating the common cold</a>. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 1.</li>
<li>Barrett, P., Brown, R.L. et al. (2002): <a href="http://www.annals.org/cgi/content/full/137/12/939" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Treatment of the Common Cold with Unrefined Echinacea</a>, in: Annals of Internal Medicine, 17 December 2002, Volume 137, Issue 12, pp. 939-946.</li>
</ul>
<p><em>Umckaloabo:</em></p>
<ul>
<li>Kekulé, Alexander S. (2005): <a href="http://www.planger.de/tips61.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In den Blumentopf, nicht in den Hals</a>, tagesspiegel, 20.4.2005</li>
<li>arznei-telegramm (2003): <a href="http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0303_a.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quacksalberei: Was ist dran am Umckaloabo?</a></li>
</ul>
<p><em>Hormonersatztherapie:</em></p>
<ul>
<li>Wissenschaft.de: <a href="http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/272930.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weniger Brustkrebs nach Rückgang der Hormonersatztherapien</a>, 16.12.2006</li>
<li>Schneider, Sylvia (2003):<span class="sans"> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3800039168?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3800039168">Tatort Frau. Der große Hormonschwindel</a>. Ueberreuter-Verlag.<br />
</span></li>
<li>Koch, Klaus: <a href="http://www.aerztekammer-berlin.de/10_Aktuelles/bae/18_BERLINER_AERZTE/Berliner_Aerzte_bis_2005/BAEthemen/ThemaArtikel2003_04/hormontherapie.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hormontherapie &#8211; Das Ende des &#8222;Jungbrunnens&#8220;</a>, Ärztekammer Berlin, März 2003</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_67" class="footnote">Das Schmerz- und Rheumamedikament der Fa. Merck zählt zur Gruppe der sog. <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/COX-2-Hemmer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">COX2-Hemmer</a>, die seit wenigen Jahren im Verdacht stehen, Infarkte und Schlaganfälle zu begünstigen.</li><li id="footnote_1_67" class="footnote">Unter diesem Handelsnamen mußte Bayer seinen Cholesterinsenker mit dem Wirkstoff &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cerivastatin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cerivastatin</a>&#8220; aus dem Handel nehmen, nachdem unter dessen Einnahme mehrere Todesfälle berichtet wurden.</li><li id="footnote_2_67" class="footnote">In den Phase-I-Studien wird die Verträglichkeit (tolerability), in den Phase-II-Studien die Wirksamkeit (effectiveness) überprüft.</li><li id="footnote_3_67" class="footnote">vgl. Barrett, P., Brown, R.L. et al. (2002): <a href="http://www.annals.org/cgi/content/full/137/12/939" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Treatment of the Common Cold with Unrefined Echinacea</a>, in: Annals of Internal Medicine, 17 December 2002, Volume 137, Issue 12, pp. 939-946.</li><li id="footnote_4_67" class="footnote">vgl. Linde K, Barrett B, Wölkart K, Bauer R, Melchart D. (2006): <a href="http://www.cochrane.org/reviews/en/ab000530.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea for preventing and treating the common cold</a>. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 1. </li><li id="footnote_5_67" class="footnote">vgl. <em>Lancet Infectious Diseases</em> (vol 7, p 473) </li><li id="footnote_6_67" class="footnote">Über den ich dankenswerterweise bei <a href="http://medinfo.netbib.de/archives/2007/08/07/2225" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medinfo</a> gestolpert bin.</li><li id="footnote_7_67" class="footnote">vgl. arznei-telegramm: arznei-telegramm (2003): <a href="http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0303_a.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quacksalberei: Was ist dran am Umckaloabo?</a> </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/">Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 15:38:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Dopinggeschichten Gestern gab es in Brest den Startschuß für die 95. Ausgabe der Tour-de-France. Das Schauspiel um die radelnden Ausdauermaschinen, die in der fränzösischen Sommerhitze die Landstaßen entlangfegen und sich dann die Bergpässe hinaufquälen, ist wie jedes Jahr ein Lehrstück in Sachen Scheinheiligkeit. Jeder weiß, daß auch dieses Jahr im Feld zahlreiche Fahrer und ... <a title="Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/" aria-label="Mehr Informationen über Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span class="ticker_titel"><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Dopinggeschichten<br />
</span></span></span></h2>
<p>Gestern gab es in Brest den Startschuß für die 95. Ausgabe der Tour-de-France. Das Schauspiel um die radelnden Ausdauermaschinen, die in der fränzösischen Sommerhitze die Landstaßen entlangfegen und sich dann die Bergpässe hinaufquälen, ist wie jedes Jahr ein Lehrstück in Sachen Scheinheiligkeit.</p>
<p>Jeder weiß, daß auch dieses Jahr im Feld zahlreiche Fahrer und Teams mit dabei sind, die massiv unter Dopingverdacht stehen. Gegen einen der Favoriten &#8211; Alejandro Valverde &#8211; ermittelt derzeit die italienische Staatsanwaltschaft. Er steht ganz oben auf einer Liste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes, der für Valverde Blutbeutel aufbewahrte&#8230; Und doch werden Sportjournalisten und die Zuschauer diesem und anderen &#8222;Helden&#8220; zujubeln. Seltsam.</p>
<p>Ich empfehle zur Immunisierung gegen Tour-de-France-Begeisterung das aktuelle Interview mit Jörg Jaksche im SZ-Magazin:</p>
<blockquote><p>Jeder weiß doch inzwischen, was beim T-Mobile-Team ablief. Vor einer Reinwaschung Klödens sollte man deshalb die Ergebnisse aus Freiburg abwarten und schauen, wie sich Klöden als Zeuge vor der Justiz verhalten würde. Falls die Freiburger Uni-Ärzte angeklagt werden, müsste er ja dort erscheinen. Aber dem BDR geht es wohl vor allem um Geld: Wie kriegen wir Medaillen – und Fördergelder? Es geht nicht darum, ob du sauberen Sport machst, sondern ob du erfolgreich bist.</p></blockquote>
<div class="links_ticker"><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/25344" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Man vergibt mir nicht &#8211; Interview mit Jörg Jaksche</a>, SZ-Magazin, 04.07.2008</li>
<li>Pfeiffer, Frieder: <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,563304,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping 2008 &#8211; Cortison, Fruchtbarkeitsmittel, Genversuche</a>, SpiegelOnline</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Wisskomm-Wochenschau<br />
</span></span></span></h2>
<p>Am vergangenen Mittwoch war ich zum <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> nach Dieburg eingeladen, wo ich einen Vortrag zur Wissenschaftskommunikation 2.0 gehalten habe und mich insbesondere mit der Frage auseinandergesetzt habe, ob wissenschaftliche Blogs eine Alternative zum klassischen Wissenschaftsjournalismus darstellen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/#footnote_0_334" id="identifier_0_334" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einen etwas ausf&uuml;hrlichen R&uuml;ckblick auf diese Veranstaltung gibt es demn&auml;chst hier in der Wissenswerkstatt zu lesen.">1</a></p>
<p>Im Anschluß daran hat mich Volker Lange von Wisskomm zu einem kleinen Interview gebeten. Ein kurzes Statement von mir ist nun in der aktuellen Ausgabe der Wisskomm-Wochenschau zu sehen. Ich bin ja der Meinung, daß man mir durchaus ansieht, daß ich die beiden Nächte zuvor nur jeweils so 3<sup>1</sup>/<sub>2</sub> &#8211; 4h geschlafen habe &#8211; aber wer sich einen übermüdeten und nicht ganz fitten Werkstattbetreiber ansehen möchte, der kann das hier tun:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/#footnote_1_334" id="identifier_1_334" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich es ehrlicherweise klasse finde, da&szlig; beim Standbild der Wisskomm-Schau ich im Hintergrund zu sehen bin und gerade die Folie eingeblendet ist, worauf zu lesen ist: &bdquo;Nur &uuml;ber Wissenschaft, die kommuniziert, wird gesprochen.&ldquo;">2</a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="id" value="showplayer" /><param name="quality" value="best" /><param name="src" value="http://blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?enablejs=true&amp;feedurl=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash&amp;file=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash%3Freferrer%3Dhttp%3A%2F%2Fwww%2Ewisskommtv%2Ede%2F%26source%3D3&amp;brandlink=http%3A%2F%2Fwww%2Ewisskomm%2Etv&amp;brandname=wisskomm%20TV&amp;showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip%2Etv%2Fscripts%2Fflash%2Fshowplayer%2Eswf" /><embed id="showplayer" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="255" src="http://blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?enablejs=true&amp;feedurl=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash&amp;file=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash%3Freferrer%3Dhttp%3A%2F%2Fwww%2Ewisskommtv%2Ede%2F%26source%3D3&amp;brandlink=http%3A%2F%2Fwww%2Ewisskomm%2Etv&amp;brandname=wisskomm%20TV&amp;showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip%2Etv%2Fscripts%2Fflash%2Fshowplayer%2Eswf" quality="best"></embed></object></p>
<p>Die anderen Themen diese Woche sind:</p>
<p>Der <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftssommer</a> in Leipzig und die Ergebnisse des Wettbewerbs &#8222;<a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/preis-wissenschaft-interaktiv.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaft Interaktiv</a>&#8220; &#8211; Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg mit <a href="http://www.wj-tag.de/?page_id=11&amp;paged=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Blog</a> &#8211; Blog und Videos zur Nobelpreisträgertagung bei <a href="http://www.scienceblogs.de/lindaunobel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs.de</a> &#8211; Das <a href="http://www.phyletisches-museum.uni-jena.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">phyletische Museum</a> in Jena &#8211; Das wissenschaftliche Newsportal <a href="http://esciencenews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e! Science News</a> &#8211; Viele Klima-Kampagnen sind viel zu negativ, meint die britische Organisation <a href="http://www.nesta.org.uk/nesta-report-says-miserable-climate-change-campaigns-won-t-work-time-for-a-new-approach/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Nesta&#8220;</a> &#8211; „PowerON und PowerOFF = Medienkompetenz?&#8220; bei <a href="http://www.podcampus.de/node/1232" target="_blank" rel="noopener noreferrer">podcampus.de</a>.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.wisskommtv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wisskomm-TV</a></li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Fragen Sie besser nicht Ihren Apotheker<br />
</span></span></span></h2>
<p>Wie heißt der Satz noch gleich, der zum Abschluß jeder Medikamentenwerbung in Rekordtempo aufgesagt wird? Genau: <em>Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker&#8230;</em></p>
<p>Daß man letzteres, nämlich das Befragen des Apothekers, auch getrost bleiben lassen kann, ergab eine kleine Erhebung von Stiftung Warentest: von 20 Berliner Apotheken schnitt nur eine einzige Apotheke wirklich gut ab, was die Beratung und Informationskompetenz angeht. Liegt es in der mangelnden Ausbildung, am Zeitdruck oder, oder, oder&#8230;?</p>
<p>Das Fazit der Stiftung Warentest <a href="http://www.test.de/presse/pressemitteilungen/-Apotheken/1690601/1690601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist ernüchternd:</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Beim Einreichen eines Rezeptes wurde die Herstellung des verschriebenen Mittels in vier Apotheken mit der Begründung abgelehnt, dass sich die Bestellung der Substanzen nicht „lohne“ oder dass diese angeblich nicht erhältlich seien. Bei der Beratung zu Medikamenten wurden nur in einer Apotheke alle drei Testfälle vollständig und richtig erläutert. Keine Apotheke überzeugte beim Blutdruckmessen, und schlechten Rat bekamen auch Testerinnen, die in der Apotheke wissen wollten, was man gegen die Konzentrationsschwierigkeiten des Sohnes unternehmen könne. Auch die Beratung zu Sonnenschutzmitteln und Lichtschutzfaktor war zum Teil falsch.&#8220;</p></blockquote>
<p>Traurig. Konsultieren Sie also bei Fragen besser das medizinische Fachblog Ihres Vertrauens. Ich hatte ja hier mal medizinische Blogs gelistet. Und ganz aktuell möchte ich das lesenswerte Blog des Medizinjournalisten Bert Ehgartner auf Scienceblogs empfehlen.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Blog von Bert Ehgartner: <a href="http://www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lob der Krankheit</a></li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/05/hippokrates-20-die-szene-der-medizin-und-arztblogs-werkstattnotiz-lxi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hippokrates 2.0 » Die Szene der Medizin- und Arztblogs</a>, 5.2.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Tour+de+France">Tour de France</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Apotheken">Apotheken</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_334" class="footnote">Einen etwas ausführlichen Rückblick auf diese Veranstaltung gibt es demnächst hier in der Wissenswerkstatt zu lesen.</li><li id="footnote_1_334" class="footnote">Wobei ich es ehrlicherweise klasse finde, daß beim Standbild der Wisskomm-Schau ich im Hintergrund zu sehen bin und gerade die Folie eingeblendet ist, worauf zu lesen ist: &#8222;Nur über Wissenschaft, die kommuniziert, wird gesprochen.&#8220;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/">Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung | Werkstatt-Ticker 43</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise &#124; Werkstatt-Ticker 38</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/gedanken-zur-zukunft-wissenschaftlicher-blogs-bemerkenswerte-blog-geburtstage-querverweise-werkstatt-ticker-38/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 12:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=324</guid>

					<description><![CDATA[<p>» Potentiale wissenschaftlicher Blogs Wer einen Blick in die USA und die dortige Wissenschaftsblogszene riskiert, der stellt fest, daß es dort nicht nur (fast) selbstverständlich ist, daß Wissenschaftler bloggen, sondern auch die Akzeptanz beim Publikum deutlich höher ist als hierzulande. Blogger wie P.Z. Myers (Pharyngula) sind absolute Stars der Szene und generieren monatlich hunderttausende Klicks. ... <a title="Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise &#124; Werkstatt-Ticker 38" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/gedanken-zur-zukunft-wissenschaftlicher-blogs-bemerkenswerte-blog-geburtstage-querverweise-werkstatt-ticker-38/" aria-label="Mehr Informationen über Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise &#124; Werkstatt-Ticker 38">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/gedanken-zur-zukunft-wissenschaftlicher-blogs-bemerkenswerte-blog-geburtstage-querverweise-werkstatt-ticker-38/">Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise | Werkstatt-Ticker 38</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Potentiale wissenschaftlicher Blogs</span><br />
</span></span></h2>
<p>Wer einen Blick in die USA und die dortige Wissenschaftsblogszene riskiert, der stellt fest, daß es dort nicht nur (fast) selbstverständlich ist, daß Wissenschaftler bloggen, sondern auch die Akzeptanz beim Publikum deutlich höher ist als hierzulande.</p>
<p>Blogger wie P.Z. Myers (<a href="http://scienceblogs.com/pharyngula/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pharyngula</a>) sind absolute Stars der Szene und generieren monatlich hunderttausende Klicks. Von solchen Werten sind wir weit entfernt und vielleicht ist es auch gut so, daß Wissenschaftsblogs in Deutschland bislang ein Nischenphänomen darstellen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/gedanken-zur-zukunft-wissenschaftlicher-blogs-bemerkenswerte-blog-geburtstage-querverweise-werkstatt-ticker-38/#footnote_0_324" id="identifier_0_324" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So l&auml;&szlig;t sich vermutlich deutlich entspannter &bdquo;ausprobieren&ldquo;, was wissenschaftliches Bloggen bedeutet,  wenn man nicht sofort mit dutzenden Kommentaren rechnen mu&szlig;&hellip;">1</a> Doch wie sieht die Zukunft von Wissenschaftsblogs in Deutschland aus? Gibt es diese überhaupt?</p>
<p>Innerhalb eines Gastbeitrags<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/gedanken-zur-zukunft-wissenschaftlicher-blogs-bemerkenswerte-blog-geburtstage-querverweise-werkstatt-ticker-38/#footnote_1_324" id="identifier_1_324" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Christiane hat k&uuml;rzlich eine Serie gestartet, in der sie einige Gastblogger um Beitr&auml;ge zum Thema zielgruppenspezifische Werbung in Online-Medien gebeten hat.">2</a> im Blog &#8222;<a href="http://blog.kooptech.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kooptech</a>&#8220; von Christiane Schulzki-Haddouti habe ich einige Gedanken zur &#8222;<em>Zukunft von wissenschaftlichen Blogs</em>&#8220; skizziert. Und ich bin dort auch der Frage nachgegangen, ob eine &#8222;Professionalisierung&#8220; wissenschaftlicher Blogs denkbar ist.</p>
<p>Ich stelle mir die Frage, ob Wissenschaftsblogs weiterhin &#8222;Zufalls- und Gelegenheitsprodukte&#8220; bleiben werden, ob es überhaupt ein Publikum gibt und wer überhaupt bloggen soll und kann. Und schließlich versuche ich zu erklären, weshalb die Orientierung an den &#8222;PageImpressions&#8220; sinnlos und destruktiv ist.</p>
<div class="links_ticker">Mehr dazu und die Einladung zum mitdiskutieren:</p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <a href="http://blog.kooptech.de/2008/06/ueber-die-un-moegliche-professionalisierung-wissenschaftlicher-blogs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Über die (un-)mögliche Professionalisierung wissenschaftlicher Blogs</a>, in: kooptech, 20. Juni 2008</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Glückwünsche</span><br />
</span></span></h2>
<p>Wenn ich hier in der Wissenswerkstatt darüber schreibe, daß wissenschaftliche Blogs eine spannende Erweiterung der konventionellen Formen der Wissenschaftskommunikation sind, so habe ich dafür natürlich viele Beispiele im Hinterkopf. Denn es gibt sie da draußen: die Wissenschaftsblogs, die prototypisch illustrieren, was alles bloggenderweise kommuniziert werden kann &#8211; und sie zeigen, daß dies mit einem Mehrwert für Blogger und Leser verbunden ist.</p>
<p>Zwei Blogs, die hier besonders hervorstechen sind einmal die &#8222;<a href="http://kamenin.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Begrenzte Wissenschaft</a>&#8220; und dann der &#8222;<a href="http://www.zahlengesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quanti|Soz|Blog</a>&#8222;. Der thematische Zuschnitt ist recht unterschiedlich &#8211; kein Wunder, denn der eine Blogautor ist Physiker, der andere Soziologe. Aber beiden gemein ist, daß sie vor wenigen Tagen ihren ersten Bloggeburtstag feiern konnten.</p>
<p>Bernd Weiß vom Quanti|Soz|Blog ist ziemlich <a href="http://www.zahlengesellschaft.de/2008/06/15/mehr-als-1-jahr-quantisozblog-und-etwas-kluger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbstkritisch</a> und zählt u.a. einige &#8222;Unzulänglichkeiten&#8220; von (wissenschaftlichen) Blogs auf &#8211; aber schließlich endet er versöhnlich:</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8230;lautet das Fazit nach diesem einen Jahr: Hat Spaß gemacht und es geht weiter.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und kamenin erklärt nach einem Jahr &#8222;Begrenzte Wissenschaft&#8220;:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich hatte hier ein Jahr lang mehr Spaß als eigentlich geplant war.&#8220;</p></blockquote>
<p><em></em>Wenn das keine Gründe sind, es den beiden gleich zu tun? Nachahmer gesucht &#8211; und von dieser Stelle herzliche Glückwünsche an die beiden Geburtstagskinder! :-)</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Bernd Weiss: <a href="http://www.zahlengesellschaft.de/2008/06/15/mehr-als-1-jahr-quantisozblog-und-etwas-kluger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1 Jahr Quanti|Soz|Blog und immerhin etwas klüger</a>, 15.6.2008</li>
<li>kamenin: <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/06/18/selbstreferenzielles-und-ruckblickendes-aus-hingenommenem-anlass/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Selbstreferenzielles und Rückblickendes aus hingenommenem Anlass</a>, 18.6.20088</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Querverweise, Leseempfehlungen</span></span></span></h2>
<p>Aufmerksame Leser der Werkstatt haben inzwischen registriert, daß ich häufiger auch im &#8222;Neurons-Blog&#8220; bei den Scienceblogs aktiv sind. Dort sind also auch regelmäßig Notizen aus meiner Feder zu finden &#8211; meine Partnerin dort ist Beatrice Lugger, die ja für die Inhalte des Scienceblogs-Portals insgesamt verantwortlich zeichnet.</p>
<p>Man findet dort also sicherlich lesenswerte Blogartikel und den <a href="http://feeds.feedburner.com/ScienceBlogs/Neurons">RSS-Feed</a> kann man natürlich auch gerne abonnieren. Zuletzt habe ich dort über den &#8222;Nationalen Krebsplan&#8220; der Bundesregierung <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/06/der-nationale-krebsplan-ist-wichtig-und-wirft-doch-fragen-auf.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p>Hier stellt sich Frage, ob Vorsorge nicht nur &#8222;vorverlegte&#8220; Sorge ist&#8230;</p>
<p>Wie überhaupt man sich im jahr 2008 fragen darf, weshalb man erst heute wieder seitens der Bundesregierung zu so einer Kraftanstrengung aufrufen muß. Wie kann es sein, daß in Deutschland das medizinische System in Sachen Krebsdiagnose und Therapie teilweise unkoordiniert vor sich hinwurstelt, während andere Länder uns hinsichtlich der Therapieerfolge den Rang ablaufen?</p></blockquote>
<p>Und dann habe ich auch noch auf den &#8222;dicken&#8220; Gabriel geschimpft. Unseren Bundesumweltminister. Dies im Zusammenhang mit <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/06/klimaschutzpaket-luftnummer-oder-grosser-wurf.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teil II des Klimapakets</a>:</p>
<blockquote><p>Doch ist der dicke Gabriel wirklich der ruhmreiche Held, der die Republik mit einem Maßnahmenpaket für mehr Energieeffizienz beglückt und gleichzeitig dem Ziel näherbringt, den CO<small>2</small>-Ausstoß bis 2020 um rund 40% Prozent (im Vergleich zu 1990) zu senken? Oder hat er sich von den Verhandlungspartnern einlullen lassen?</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/06/klimaschutzpaket-luftnummer-oder-grosser-wurf.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klimaschutzpaket: Luftnummer oder großer Wurf?</a>, 19.06.2008</li>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/06/der-nationale-krebsplan-ist-wichtig-und-wirft-doch-fragen-auf.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der &#8222;Nationale Krebsplan&#8220; ist wichtig und wirft doch Fragen auf</a>, 17.06.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klimapaket">Klimapaket</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Scienceblogs">Scienceblogs</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_324" class="footnote">So läßt sich vermutlich deutlich entspannter &#8222;ausprobieren&#8220;, was wissenschaftliches Bloggen bedeutet,  wenn man nicht sofort mit dutzenden Kommentaren rechnen muß&#8230;</li><li id="footnote_1_324" class="footnote">Christiane hat kürzlich eine <a href="http://blog.kooptech.de/category/gastbeitrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Serie</a> gestartet, in der sie einige Gastblogger um Beiträge zum Thema zielgruppenspezifische Werbung in Online-Medien gebeten hat.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/gedanken-zur-zukunft-wissenschaftlicher-blogs-bemerkenswerte-blog-geburtstage-querverweise-werkstatt-ticker-38/">Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise | Werkstatt-Ticker 38</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heiter bis wolkig: Aussichten auf Medizin, Wissenschaft und Technik</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2013/04/heiter-bis-wolkig-aussichten-auf-medizin-wissenschaft-und-technik/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2013/04/heiter-bis-wolkig-aussichten-auf-medizin-wissenschaft-und-technik/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 21:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Risiko]]></category>
		<category><![CDATA[Risikogesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=2902</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#8222;Prognosen sind schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen.&#8220; &#8211; Soll (angeblich) Niels Bohr gesagt haben. Ob diese Feststellung tatsächlich von Bohr stammt oder nicht, ist mir gerade ziemlich egal. In meiner heutigen Link- und Lesesammlung geht es allerdings 3x um Aussichten auf die Zukunft.  Und die Schwierigkeit, die jeweilige Entwicklung einzuschätzen. Mal geht ... <a title="Heiter bis wolkig: Aussichten auf Medizin, Wissenschaft und Technik" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/04/heiter-bis-wolkig-aussichten-auf-medizin-wissenschaft-und-technik/" aria-label="Mehr Informationen über Heiter bis wolkig: Aussichten auf Medizin, Wissenschaft und Technik">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/04/heiter-bis-wolkig-aussichten-auf-medizin-wissenschaft-und-technik/">Heiter bis wolkig: Aussichten auf Medizin, Wissenschaft und Technik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>&#8222;Prognosen sind schwierig, besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen.&#8220;</em> &#8211; Soll (angeblich) Niels Bohr gesagt haben. Ob diese Feststellung tatsächlich von Bohr stammt oder nicht, ist mir gerade ziemlich egal. In meiner heutigen Link- und Lesesammlung geht es allerdings 3x um Aussichten auf die Zukunft. </strong></p>
<p><span class="initial_klein">U</span>nd die Schwierigkeit, die jeweilige Entwicklung einzuschätzen. Mal geht es um die Weiterentwicklung technischer Innovationen, mal um die Veränderungen innerhalb der akademischen Publikationskultur und gleich zu Beginn um eine der &#8222;größten Gefahren für die menschliche Gesundheit&#8220; (so die Einschätzung der WHO): um das Problem der Antibiotikaresistenzen.</p>
<p class="zwischenueberschrift">Über die (unterschätzten) Gefahren durch Antiobiotika-resistente Bakterien</p>
<p><span class="initial_klein">D</span>ie moderne Medizin ist ohne Antibiotika schlicht nicht vorstellbar. Umso beunruhigender sind deshalb die regelmäßigen Meldungen über neue Antibiotika-resistente Bakterien. Und die Entwicklung neuer schlagkräftiger Antiobiotika scheint schon seit einiger Zeit zu stagnieren. Keine wirklich erfreulichen Ausichten. Doch obwohl diese Problematik seit Jahren bekannt ist, ist das Wissen über die Konsequenzen (in den verschiedensten Bereichen!) noch absolut lückenhaft.</p>
<p>Wie kann im Ernstfall die medizinische Versorgung auch nur ansatzweise aufrechterhalten werden? Mit wievielen Opfern wäre zu rechnen? Welche Auswirkungen auf andere Bereiche (Verkehr, Wirtschaft, öffentliches Leben&#8230;) und welche Kosten wären zu erwarten? Dazu gibt es natürlich Hochrechnungen. Allerdings &#8211; so haben die Gesundheitsökonomen Richard Smith und Joanna Coast jetzt berechnet &#8211; wird das tatsächliche Ausmaß vermutlich stark unterschätzt.</p>
<p>Lars Fischer hat den BMJ-Artikel durchgesehen und kommentiert einige Aspekte drüben bei sich im Fischblog. Zum selben Thema liegt übrigens seit einigen Wochen eine knapp 80 Seiten starke Stellungnahme der Leopoldina vor. Unter dem Titel &#8222;Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven&#8220; ist dort erstens der aktuelle Stand in Sachen Antibiotikaforschung und -Resistenzen zusammengefasst und zweitens wird skizziert, wie die Entwicklung neuer Antiobiotika aussehen könnte und welche Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind. Das alles gibt es als Open-Access-Dokument auch als PDF.</p>
<p><strong>Lesetipps:</strong></p>
<ul>
<li>Lars Fischer: <a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/fischblog/biologie/2013-03-19/resistenzen-gesundheitssystem">Wie Antibiotika-Resistenzen den Fortbestand unserer Gesellschaft gefährden</a>, Fischblog, 19.3.2013</li>
<li>R. Smith &amp; J. Coast (2013): <a  href="http://www.bmj.com/content/346/bmj.f1493">The true cost of antimicrobial resistance</a>, BMJ 2013; 346 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.f1493</li>
<li>Leopoldina (Deutsche Akademie der Naturforscher): <a  href="http://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/204117">Antibiotika-Forschung: Probleme und Perspektiven</a> (2013)</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift">Anmerkungen zur Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens</p>
<p><span class="initial_klein">B</span>ei <em>nature</em> hat man sich vorletzte Woche an einer kleinen Bestandsaufnahme zum aktuellen Stand der wissenschaftlichen Publikationskultur versucht. Und es wird auch ein wenig in die Zukunft gedacht. Darüber, wie sich Open Access weiterentwickeln könnte zum Beispiel. Oder darüber, welche (möglichen) negativen Effekte der Erfolg des Open Access auch haben könnte. Die vielfältigen Veränderungen in diesem Feld sind jedenfalls <a href="http://www.nature.com/news/specials/scipublishing/index.html">Thema einer <em>nature</em>-Sonderausgabe</a>.</p>
<p>Wird ja irgendwie auch Zeit, nachdem zunächst die großen Verlage auf Zeit gespielt, die wissenschaftlichen Bibliotheken geschlafen und die Politischen Institutionen sich irgendwie nicht zuständig gefühlt haben. Seit 1-2 Jahren (so jedenfalls mein Gefühl) kommt jetzt Leben in die Bude. Die EU-Kommission hat zwischenzeitlich Lust auf Open-Access bekommen und vor einigen Wochen hat ja auch Barack Obama angekündigt, daß künftig öffentliche finanzierte Forschungsarbeiten innerhalb weniger Monate auch in einem Open-Access-Journal zugänglich gemacht werden müssen. Sehr, sehr erfreulich das alles&#8230;</p>
<p>Bei <em>nature</em> besonders lesenswert fand ich:</p>
<ul>
<li>Richard Van Noorden: <a href="http://www.nature.com/news/open-access-the-true-cost-of-science-publishing-1.12676">Open access: The true cost of science publishing</a></li>
<li><a href="http://www.nature.com/nature/journal/v495/n7442/full/495442a.html">Advocacy: How to hasten open access</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/04/heiter-bis-wolkig-aussichten-auf-medizin-wissenschaft-und-technik/">Heiter bis wolkig: Aussichten auf Medizin, Wissenschaft und Technik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt &#124; Werkstattnotiz V</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Aug 2007 20:29:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/01/01/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#34;Ich mach Dich gesund&#34;, sagte der Bär. Und formuliert damit ein großes Versprechen. Denn wer ist schon gerne krank? Egal ob es ein profaner Schnupfen ist oder ein ernsthaftes Gebrechen. Gesundheit verspricht Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Und Gesundheit ist ein Megathema &#8211; egal, ob sich mit Gesundheitstipps Zeitungsspalten füllen lassen oder der eigene Geldbeutel. Und wer ... <a title="Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt &#124; Werkstattnotiz V" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/" aria-label="Mehr Informationen über Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt &#124; Werkstattnotiz V">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/">Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt | Werkstattnotiz V</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&quot;Ich mach Dich gesund&quot;, sagte der Bär. Und formuliert damit ein großes Versprechen. Denn wer ist schon gerne krank? Egal ob es ein profaner Schnupfen ist oder ein ernsthaftes Gebrechen. Gesundheit verspricht Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Und Gesundheit ist ein Megathema &#8211; egal, ob sich mit Gesundheitstipps Zeitungsspalten füllen lassen oder der eigene Geldbeutel. Und wer könnte es einem Arzt oder Anbieter von gesundheitsfördernden Lebensmitteln verübeln, daß er sich sein Wissen oder seine wertvollen Produkte in barer Münze bezahlen ließe? Allerdings liegen in diesem Bereich seriöse Gesundheitsberatung und an Scharlatanerie grenzende Selbstbereicherung oftmals nah beieinander.</strong></p>
<p>Die Liste fragwürdiger Geschäfte in der Gesundheitsszene ist lang. Auf eine nicht einmal besonders gravierende, aber durchaus typische Verquickung von Berichterstattung und PR weist dankenswerterweise Kathrin Zinkant hin. In ihrem lesenswerten <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/20/peinliche-arzt-reklame_22" rel="noopener noreferrer">Gesundheitsblog</a> hat sie einen besonders dreisten Fall von unseriösem Journalismus aufgestöbert.</p>
<p>Auf stern.de hat am 17.8.2007 Sylvie-Sophie Schindler ein <a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer">Loblied</a> auf angeblich &quot;<em>maßgeschneiderte Ernährungspläne</em>&quot; anhand eines genetischen Checks angestimmt. Ich kann mich spontan gar nicht entscheiden, ob ich im stern-Artikel ein Paradebeispiel für eine sagenhaft-unkritische Berichterstattung sehen will oder letztlich doch das, was naheliegt: nämlich Schleichwerbung.</p>
<p>Denn anstatt über den noch recht jungen Forschungszweig der sog. &quot;Nutrigenomics&quot; zu berichten, reiht der stern-Artikel vollmundige Versprechen aneinander, die vor allem eines sind: irreführend und wissenschaftlich nicht haltbar. Denn die Wissenschaftler, die sich in den letzten Jahren mit dem komplexen Zusammenspiel von Ernährung, genetischer Ausstattung und chronischen Erkrankungen beschäftigen, wissen heute mit Sicherheit eines: die individuelle genetische Disposition jedes Menschen variiert &#8211; die einen tolerieren cholesterinreiche Kost problemlos, andere wiederum müssen hier achtsam sein. Allerdings: das Wechselspiel ist so unüberschaubar, daß auf dem bisherigen Stand des Wissens noch keine endgültigen Aussagen und keinesfalls &#8211; wie der stern-Text suggeriert &#8211; maßgeschneiderte Patent- und Kochrezepte ableitbar sind.</p>
<p> Frau Schindler zeigt sich davon allerdings reichlich unbeeindruckt, plaudert fröhlich unwissend vor sich hin und erweckt den Eindruck, als sei die je genetische Ausstattung so eindeutig lesbar wie die Bedienungsanleitung einer Kaffeemaschine. Motto: Bei Gendefekt A, meide Nahrungsmittel B. Und wer sich an die Vorgaben hält, der bleibt jung, agil und gesund. Eigentlich logisch. Das liest sich dann u.a. so&#8230; </p>
<blockquote><p>Mit Genanalysen wollen Forscher Schluss machen mit Ernährungs-Mythen und Zivilisationskrankheiten verhindern &#8211; Jahrzehnte bevor sie ausbrechen.<br />(&#8230;)<br />Wer sich gesund ernähren will, sollte Abschied nehmen von pauschalen Ratschlägen. Die Alternative heißt Polymorphismusdiagnostik &#8211; von Wissenschaftlern als Vorsorgemedizin der Zukunft gefeiert. Das Ziel: mit der Ernährung das Beste aus den Genen herausholen. [<em>vgl. Schindler, Sylvie-Sophie: <a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer">Essen à la Genkarte</a></em>]</p></blockquote>
<p>Wer wird bei solch vielversprechenden Sätzen nicht hellhörig? Zumal es nicht unplausibel erscheint: denn wissen wir nicht alle, daß viele Afrikaner und die meisten Asiaten keine Milchprodukte essen, da ihnen das Enzym Laktase fehlt, das zur Verdauung des Milchzuckers notwendig ist? Und wenn demnächst das Oktoberfest in München seine Pforten öffnet, dann liegen ebenfalls die Japaner als erste unter dem Tisch: ca. 50% von ihnen fehlt auch hier ein wichtiges Enzym.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/#footnote_0_45" id="identifier_0_45" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieses Enzym hei&szlig;t &uuml;brigens Acetaldehyddehydrogenase AlDH.">1</a></p>
<p>Und genau diese Logik, daß nämlich unsere persönliche genetische Ausstattung darüber bestimmt, welche Lebensmittel sich günstig für uns auswirken und welche nicht, macht sich die Forschung der Nutrigenomic zu nutze. Wobei genauer: die Forschung ist dabei, diese Zusammenhänge noch besser zu verstehen. Das hindert allerdings einige Ärzte und offenbar auch Journalisten nicht daran, voreilig große Versprechungen in die Welt hinauszuposaunen. </p>
<blockquote><p>Gesunde Ernährung kann schlechte Gene neutralisieren &#8211; &quot;Jeder Mensch hat unterschiedliche Gene, die Ernährung sollte diese Unterschiede berücksichtigen&quot;, sagt Michael Klentze. Der Facharzt für Gynäkologie und psychotherapeutische Medizin betreibt in München das erste deutsche Institut, das Polymorphismusdiagnostik anbietet. Doch was genau wird da eigentlich gemacht? Die bereits in Amerika erprobte Methode, auch SNP (Small Nuclear Polymorphins) &#8211; Diagnostik genannt, bedient sich eines Zellabstrichs von der Mundschleimhaut. Diese werden auf einen Genchip übertragen. Mit Hilfe einer Fluoreszenzfärbung wird in einem Labor erkennbar gemacht, welche genetischen Voraussetzungen und Risiken in der DNA eines Patienten vorliegen. [<em>vgl. Schindler, Sylvie-Sophie: </em><a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer"><em>Essen à la Genkarte</em>]</a></p></blockquote>
<p>Wie wunderbar, wenn einem die komplexen Zusammenhänge der Genetik so einfach erklärt werden und einem auch gleich noch ein Experte auf diesem Gebiet präsentiert wird. Das Problem ist nur &#8211; einige Informationen sind falsch und Michael Klentze wird sicher nicht unerfreut sein, wenn ihm der Artikel neue Interessenten in seine Praxis spült. Kathrin Zinkant kommentiert so:</p>
<blockquote>
<p> Aha. Dass SNP die Abkürzung für Single Nucleotide Polymorphism ist, sei mal nur am Rande notiert, ist ja auch ein schwieriger Begriff. Dass SNPs als Marker für bestimmte Krankheiten genutzt werden können, stimmt dagegen sogar, und es gibt auch schon viele Forschungsarbeiten, die einen Zusammenhang zwischen SNPs, Krankheiten und einer bestimmten Ernährungsweise aufdeckten.</p>
<p>(&#8230;) Kein seriöser Wissenschaftler oder Arzt würde einem Patienten verklickern, er werde mal eben mithilfe eines genetischen Test einen Diätplan erstellen, der Krankheiten verhindert.</p>
<p>Manche, die sich seriös nennen, tun es trotzdem &#8211; und scheffeln richtig Kohle damit. Anti-Aging-Guru Michael Klentze zum Beispiel stand stern.de sicher höchst bereitwillig als einziger Gesprächspartner für den zitierten Artikel zur Verfügung, er hat seinen Auftritt auch gleich PR-wirksam verbraten. Denn Klentze betreibt in München eine gigantische Praxis, in der er solche nutrigenomischen Tests schon seit Jahren an die vorwiegend weibliche und betuchte Privatklientel bringt, und zwar nicht nur als Präventionsmaßnahme gegen Krankheiten, sondern auch gegens Altern &#8211; wobei das ja auch eine schreckliche Krankheit ist, nicht wahr? [<em>vgl. Zinkant, Kathrin: <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/20/peinliche-arzt-reklame_22" rel="noopener noreferrer">Peinliche Arzt-Reklame</a></em>] </p>
</blockquote>
<p>Traurig aber wahr &#8211; hier wird Wissenschaftsjournalismus mit Marketing in einen Topf gerührt. Die Frage ist nur: werden solche Beiträge beim stern nicht redaktionell geprüft oder ist man dazu zu bequem und zu faul? Und: disqualifiziert man sich durch solche Texte nicht als Journalist? </p>
<p>Fest steht nur, daß das Forschungsfeld der Nutrigenomics sehr spannend ist und man in Zukunft noch einiges darüber lesen wird. Hoffentlich dann aber besser recherchiert &#8211; und bis dahin verweise ich auf untenstehende Links und Literatur.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Hier der Artikel des stern:</em></p>
<ul>
<li>Schindler, Sylvie-Sophie: <a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer">Essen à la Genkarte</a>, stern.de, 17.8.2007</li>
</ul>
<p><em>Und hier die seriöse Variante:</em></p>
<ul>
<li>Zinkant, Kathrin: <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/20/peinliche-arzt-reklame_22" rel="noopener noreferrer">Peinliche Arzt-Reklame</a>, Zeit-Blog, 20.8.2007</li>
<li>Herden, Birgit: <a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2006/46/E-Nutrigenomics" rel="noopener noreferrer">Das Futter zum Erbgut</a>, Die ZEIT, 9.11.2006 </li>
</ul>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Bevor man sein Geld zu Herrn Klentze trägt, sollte man eher ein paar Euro in ein Kochbuch investieren. Für die gesundheitsfördernde und vor allem entspannende Wirkung des eigenen Kochens übernehme ich sogar die Garantie:</p>
<ul>
<li>Der Klassiker: Sälzer/Dickhaut: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3774211426?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3774211426">Basic cooking</a>. Alles, was man braucht, um schnell gut zu kochen. GU.</li>
<li>Die Neuauflage: Sälzer/Dickhaut: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3833804467?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3833804467">Basic Cooking 2</a>. Alles, was ich jetzt zum guten Kaufen, Kochen und Essen brauche. GU.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_45" class="footnote">Dieses Enzym heißt übrigens Acetaldehyddehydrogenase AlDH.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/">Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt | Werkstattnotiz V</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rückschlag für die Gentherapie » Erneuter Leukämiefall bei klinischer Studie &#124; Werkstattnotiz L</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 19:40:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gentherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Kontingenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenwirkungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Perspektiven für Kinder, die mit einer als »SCID« bezeichneten Störung ihres Immunsystems auf die Welt kommen, sind sehr schlecht. Denn »SCID« ist die Sammelbezeichnung für sog. »schwere kombinierte Immundefekte« und die betroffenen Kinder können nur unter absolut keimfreien Bedingungen überleben. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist eine Blutstammzelltransplantation, für die allerdings häufig kein geeigneter Spender ... <a title="Rückschlag für die Gentherapie » Erneuter Leukämiefall bei klinischer Studie &#124; Werkstattnotiz L" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/rueckschlag-fuer-die-gentherapie-erneuter-leukaemiefall-bei-klinischer-studie-werkstattnotiz-l/" aria-label="Mehr Informationen über Rückschlag für die Gentherapie » Erneuter Leukämiefall bei klinischer Studie &#124; Werkstattnotiz L">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/rueckschlag-fuer-die-gentherapie-erneuter-leukaemiefall-bei-klinischer-studie-werkstattnotiz-l/">Rückschlag für die Gentherapie » Erneuter Leukämiefall bei klinischer Studie | Werkstattnotiz L</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Perspektiven für Kinder, die mit einer als »<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SCID" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">SCID</a>« bezeichneten Störung ihres Immunsystems auf die Welt kommen, sind sehr schlecht. Denn »SCID« ist die Sammelbezeichnung für sog. </strong><strong>»</strong><strong>schwere kombinierte Immundefekte</strong><strong>«</strong><strong> und die betroffenen Kinder können nur unter absolut keimfreien Bedingungen überleben. Die einzige erfolgversprechende Therapie ist eine Blutstammzelltransplantation, für die allerdings häufig kein geeigneter Spender zur Verfügung steht. Seit einiger Zeit richten sich nun die Hoffnungen auf die Gentherapie: allerdings ist nach früheren Rückschlägen nun erneut ein Junge an Leukämie erkrankt. </strong></p>
<p>Die Idee ist faszinierend: bei allen Varianten der &quot;schweren kombinierten Immundefekte&quot; (SCID) verhindert ein Gendefekt, daß sich aus den hämatopoetischen Stammzellen die wichtigen T-Lymphozyten entwickeln. Und ohne diese <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/T-Lymphozyten" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">T-Lymphozyten</a> ist die gesamte adaptive Immunabwehr außer Gefecht gesetzt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/rueckschlag-fuer-die-gentherapie-erneuter-leukaemiefall-bei-klinischer-studie-werkstattnotiz-l/#footnote_0_158" id="identifier_0_158" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Von Geburt an m&uuml;ssen die Kinder von allen Keimen abgeschirmt werden.&nbsp; Durch sterile Isolationszelte sollen Infektionen verhindert werden, denn Lungenentz&uuml;ndungen oder Meningitis verlaufen meist t&ouml;dlich.">1</a> Wenn man allerdings genau diese fehlerhaften hämatopoetischen Stammzellen ersetzt bzw. eine korrekte Genvariante in die Zellen einschleust, dann bilden sich auch die erwünschten T- und B-Immunzellen. </p>
<p><strong>Erste vielversprechende Therapie-Versuche 1999/2000 in Paris</strong></p>
<p>Bereits 1999 hatte ein Team um Prof. Alain Fischer am Hôpital Necker des Enfants Malades in Paris versucht, genau diese Idee umzusetzen. Bei 11 Kindern, die an der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/X-SCID" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">X-SCID</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/rueckschlag-fuer-die-gentherapie-erneuter-leukaemiefall-bei-klinischer-studie-werkstattnotiz-l/#footnote_1_158" id="identifier_1_158" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei dieser Unterform der SCID liegt eine&nbsp; Mutation im Interleukin-2-Rezeptor-Gen (IL2RG) vor. Und diese Mutation ist auf dem X-Chromosom lokalisiert, weswegen nur Jungen betroffen sind.">2</a> erkrankt waren, entnahmen die Mediziner Stammzellen um sie mit sog. Retroviren zu &quot;impfen&quot;. Die Retroviren fungieren als Genfähren und sollen die korrekte Version des Gens ins Genom der Stammzellen schleusen. Was im Modell und in den Tierversuchen funktionierte, hatte auch bei den klinischen Studien Erfolg: bei den solchermaßen behandelten Jungen bildeten sich tatsächlich die T-Lymphozyten, die Immunabwehr kam in Gang und die kleinen Patienten konnten das Isolationszelt verlassen.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Um die korrekten Gensequenzen in das Zellgenom einzuschleusen werden Viren »umprogrammiert«, die als Genfähren dienen. Aber genau diese Retroviren sind vermutlich verantwortlich für die Leukämiefälle.<br /></h4>
<p>Doch 2 Jahre später mußten die Forscher einen traurigen Rückschlag hinnehmen: insgesamt 4 der 11 Jungen erkrankten an Leukämie. Daraufhin wurden weltweit die meisten Studien abgebrochen. Als Sündenbock wurden die Retroviren &#8211; die »Gentaxis« &#8211; entdeckt. Sie stehen seitdem im Verdacht, daß sie &#8211; obwohl selbst harmlos &#8211;&nbsp; Mutagenesen in den Zellen hervorrufen, in deren Folge die T-Zellen außer Kontrolle geraten können. </p>
<p>Bislang ist freilich noch keine Möglichkeit bekannt, um die viralen Vektoren zielgerichtet dazu zu bringen, ihre Fracht genau an den erwünschten Stellen abzuladen. Daß ihr relativ unkontrolliertes Einschleusen negative Effekte &#8211; eben die Leukämien &#8211; haben könnte, wurde anfangs kaum in Erwägung gezogen. Daß man dieses Risiko unterschätzte, hat freilich einen einfachen Grund: die Tierversuche, die als Grundlage der Risikoabschätzung herangezogen wurden, endeten nach spätestens 5-6 Monaten. Die Leukämiefälle bei den klinischen Studien traten aber erst nach 2-3 Jahren auf.&nbsp;</p>
<p><strong>Wieder ein Leukämiefall bei britischer Studie</strong></p>
<p>In den letzten Jahren hatte nun eine Gruppe um Adrian Thrasher und Bobby Gaspar vom &quot;Institute of Child Health&quot; in London einen neuen Versuch bei der gentherapeutischen Behandlung der X-SCID unternommen. Die ersten Ergebnisse waren positiv, jetzt aber muß auch die britische Studie ihren ersten Leukämiefall verzeichnen. Wie das Ärzteblatt heute berichtet, wurde nun bei einem drei Jahre alten Jungen Leukämie diagnostiziert. Den anderen neun Kindern soll es Berichten zufolge gut gehen.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Inzwischen ist klar: die Tierversuche wurden zu schnell abgebrochen. Nach 6 Monaten gab man Entwarnung. Eine Studie von 2006 zeigte aber, daß die Auffälligkeiten sich auch im Tierversuch erst nach 10 Monaten zeigen. <br /></h4>
<p>Auch dieser neuerliche Rückschlag kann nicht wirklich verwundern: erst vergangenes Jahr hatte eine US-Studie im Tierversuch nachgewiesen, daß 1/3 der Versuchstiere nach einer Gentherapie an Lymphomen erkrankte. Zu diesem Zeitpunkt war die Behandlung der zehn Jungen innerhalb der britischen Studie aber bereits abgeschlossen. Deutlich wird, daß die potentiellen Nebeneffekte der Gentherapie (bzw. des Einbringens von Gensequenzen mittels Viren) lange Zeit unterschätzt wurden. Die 2006 publizierte Studie verweist darauf, daß es sich aber vermutlich nicht nur um &quot;technische&quot; Probleme handelt &#8211; dessen ungeachtet haben die britischen Forscher für 2008 einen neuen Anlauf angekündigt: sie haben ein neues &quot;Protokoll&quot; entwickelt, das mit einem anderen Virus arbeitet. Es bleibt abzuwarten, ob hier die Mißerfolgsrate geringer ausfällt&#8230; </p>
<p><em>[Update &#8211; 20.12.2007 | 11:00Uhr]</em></p>
<p>Noch eine kurze <strong>Anmerkung aus wissenssoziologischer Sicht</strong>:</p>
<p>Interessant ist, daß die Forschergruppe um Alain Fischer in Paris keineswegs fahrlässig handelte. Die vorgeschriebenen Prozeduren, die sorgfältige Prüfung der Wirkmechanismen und eventueller Nebenwirkungen in Tierversuchen (1998/1999) wurden offenbar recht gewissenhaft ausgeführt. Und im Ergebnis wurde (vermeintlich!) abgesichertes Wissen produziert: daß nämlich die Wirksamkeit der gentherapeutischen Behandlung von SCID bestätigt ist, negative Effekte allerdings kaum zu erwarten seien. Das Tierversuchsstadium dauerte 6 Monate.&nbsp;</p>
<p>Wie oben skizziert mußte sich die französische Medizinergruppe nach 2-3 Jahren eines Besseren belehren lassen: 4 der 11 behandelten Kinder entwickelten leukämieähnliche Tumore. Erst die neuerliche Überprüfung im Jahr 2005 bestätigte den Verdacht: auch in den Tierversuchen ließen sich selbstverständlich durch die Gentherapie induzierte Tumore finden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/rueckschlag-fuer-die-gentherapie-erneuter-leukaemiefall-bei-klinischer-studie-werkstattnotiz-l/#footnote_2_158" id="identifier_2_158" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie oben ausgef&uuml;hrt sind daf&uuml;r allem Anschein nach die als Genf&auml;hren eingesetzten Retroviren verantwortlich.">3</a> Ca. 1/3 der Versuchstiere entwickelte Lymphome &#8211; dies allerdings eben erst durchschnittlich 10 Monate nach der Behandlung. [vgl. N.-B. Woods, V. Bottero, M. Schmidt, C. von Kalle, I. M. Verma: Therapeutic gene causing lymphoma In: Nature 7088/440/2006. S. 1123, <a href="http://www.nature.com/nature/journal/v440/n7088/abs/4401123a.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abstract</a>]</p>
<p>Deutlich wird: Wissenschaftliche Studien stehen immer in der Gefahr Wissen zu produzieren, das sich zu diesem Entstehungszeitpunkt nicht als Irrtum identifizieren läßt. Denn wie lange hätte man die Versuchstiere weiter beobachten sollen? 8, 10, 12 Monate? Wäre es nicht auch denkbar, daß selbst die Versuchstiere erst nach 18 Monaten die Krebswucherungen zeigen? Und auf der anderen Seite stehen (das sollte man nicht vergessen) schwer kranke Patienten, für die die Therapie oftmals der letzte Rettungsanker ist. Hier möchte man wohl kaum mit den verantwortlichen Medizinern tauschen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li>Dt. Ärzteblatt (2007): <a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30855" target="_blank" rel="noopener noreferrer">X-SCID: Neuer Leukämiefall nach Gentherapie</a>, 19.12.2007</li>
<li>Dt. Ärzteblatt (2006): <a href="http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=102957" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie die Gentherapie der Immunschwäche zu Lymphomen führen kann</a>, 27.04.2006</li>
<li><a href="http://www.ich.ucl.ac.uk/pressoffice/pressrelease_00591" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Pressemitteilung</a> des Institute of Child Health </li>
</ul>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_158" class="footnote">Von Geburt an müssen die Kinder von allen Keimen abgeschirmt werden.&nbsp; Durch sterile Isolationszelte sollen Infektionen verhindert werden, denn Lungenentzündungen oder Meningitis verlaufen meist tödlich.</li><li id="footnote_1_158" class="footnote">Bei dieser Unterform der SCID liegt eine&nbsp; Mutation im Interleukin-2-Rezeptor-Gen (IL2RG) vor. Und diese Mutation ist auf dem X-Chromosom lokalisiert, weswegen nur Jungen betroffen sind.</li><li id="footnote_2_158" class="footnote">Wie oben ausgeführt sind dafür allem Anschein nach die als Genfähren eingesetzten Retroviren verantwortlich.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/rueckschlag-fuer-die-gentherapie-erneuter-leukaemiefall-bei-klinischer-studie-werkstattnotiz-l/">Rückschlag für die Gentherapie » Erneuter Leukämiefall bei klinischer Studie | Werkstattnotiz L</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Informationsverweigerung » Die Pharmakonzerne Merck und Schering-Plough halten Studienergebnisse zu Cholesterinpräparaten zurück &#124; Werkstattnotiz LI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jan 2008 14:39:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenwirkungen]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Daß Medikamente auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können, ist allgemein bekannt. Ebenso selbstverständlich erscheint die Tatsache, daß diese Risiken gewissenhaft in Studien überprüft werden und auf dieser Grundlage Ärzte und mündige Patienten den möglichen Nutzen gegenüber den zur Debatte stehenden Schäden abwägen können. Das Problem ist nur, daß genau die Studien, die auf negative Begleiterscheinungen eines ... <a title="Informationsverweigerung » Die Pharmakonzerne Merck und Schering-Plough halten Studienergebnisse zu Cholesterinpräparaten zurück &#124; Werkstattnotiz LI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/" aria-label="Mehr Informationen über Informationsverweigerung » Die Pharmakonzerne Merck und Schering-Plough halten Studienergebnisse zu Cholesterinpräparaten zurück &#124; Werkstattnotiz LI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/">Informationsverweigerung » Die Pharmakonzerne Merck und Schering-Plough halten Studienergebnisse zu Cholesterinpräparaten zurück | Werkstattnotiz LI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daß Medikamente auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können, ist allgemein bekannt. Ebenso selbstverständlich erscheint die Tatsache, daß diese Risiken gewissenhaft in Studien überprüft werden und auf dieser Grundlage Ärzte und mündige Patienten den möglichen Nutzen gegenüber den zur Debatte stehenden Schäden abwägen können.</strong> </p>
<p>Das Problem ist nur, daß genau die Studien, die auf negative Begleiterscheinungen eines Medikaments hinweisen, den Herstellern natürlich nicht gefallen. Und so versuchen die Pharmakonzerne, diese Studienergebnisse mit allen zur Verfügung stehenden Methoden zu beschönigen und zu relativieren. Oder man versucht &#8211; wie ein aktuelles Beispiel zeigt &#8211; die Publikation der Ergebnisse gleich ganz zu verhindern oder hinauszuzögern. In einem Artikel der heute in <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26955/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">telepolis</a> erschienen ist,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/#footnote_0_165" id="identifier_0_165" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dort ist der Fall noch ein wenig ausf&uuml;hrlicher skizziert.">1</a> habe ich die fragwürdige Kommunikations- und Informationspolitik der US-Konzerne Merck und Schering-Plough dargestellt, die mit teilweise haarsträubenden Argumenten die Veröffentlichung einer Studie zu ihren Cholesterinpräparaten &quot;Zetia&quot; und &quot;Vytorin&quot; (Wirkstoff: <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ezetimib" rel="noopener noreferrer">Ezetimib</a>)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/#footnote_1_165" id="identifier_1_165" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&quot;Vytorin&quot; ist ein Kombinationspr&auml;parat, das den Wirkstoff Ezetimib mit einem Statin (Simvastatin) kombiniert.">2</a> zu verhindern bzw. zu verzögern versuchen.</p>
<p><strong>Je lukrativer die Medikamente, desto größer die Versuchung, unliebsame Studienergebnisse zu manipulieren&nbsp;</strong></p>
<p>Am Fall der ENHANCE-Studie, an der von Juni 2002 &#8211; Juni 2006 rund 720 Patienten mit einer sog. &quot;familären Hypercholesterinämie&quot; teilgenommen hatten, wird erneut deutlich, daß eine transparente Informationspolitik der Pharma-Konzerne umso unwahrscheinlicher wird, je umsatzstärker das jeweilige Medikament ist. Man könnte fast eine Gesetzmäßigkeit postulieren, die einen direkten Zusammenhang zwischen Umsatzentwicklung und der Bereitschaft zu Ausreden, Tricks und Manipulationen zu greifen, herstellt. </p>
<h4 class="pullquote"> Die Cholesterinpräparate sind hochlukrativ: die Präparate Zetia und Vytorin brachten allein im 2. Quartal 2007 knapp 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. <br /></h4>
<p>Und diese traurige Logik des Pharmageschäfts ist auch in diesem Fall ein mehrfaches Ärgernis: denn zur Cholesterinsenkung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/#footnote_2_165" id="identifier_2_165" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Egal ob die Indikation durch eine prim&auml;re Fettstoffwechselerkrankung (ca. 10% der Bev&ouml;lkerung sind betroffen) oder durch sekund&auml;re Fettstoffwechselerkrankungen (sehr h&auml;ufig im Zshg. mit Diabetes) begr&uuml;ndet ist.">3</a> stünden die wirksamen und deutlich besser erprobten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Statin" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Statine</a> zur Verfügung, die zudem deutlich günstiger sind. Schering-Plough durfte sich aber 2007 über neue Rekordzahlen freuen und allein mit den Ezetimib-Präparaten erwirtschaftete man im 2. Quartal 2007 knapp 3,2 Milliarden US-Dollar.&nbsp;</p>
<blockquote>
<p>Das alles wäre ein weniger großes Problem, wenn die Überlegenheit des Wirkstoffs Ezetimib tatsächlich erwiesen wäre. Allerdings liegen bislang keine seriösen Langzeitstudien vor, die einerseits die Unbedenklichkeit, andererseits den Mehrwert einer Ezetimib-Therapie belegen könnten. Und während für die erprobten Statine sowohl positive Effekte im Bezug auf koronare Krankheiten als auch eine entzündungshemmende Wirkung bekannt sind, steht ein solcher Nachweis für Zetia bzw. Vytorin bislang aus.</p>
</blockquote>
<p>Allerhöchste Zeit also, daß man die Überlegenheit dieser neuen Medikamentenklasse belegt, oder? Denn während die Statine die Cholesterinbildung in der Leber hemmen, setzt Ezetimib im Dünndarm an, wo die Cholesterinresorption gemindert wird. Die Enhance-Studie sollte v.a. klären, ob die Arteriosklerose<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/#footnote_3_165" id="identifier_3_165" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Konkret sollte die Intima-Media-Dicke an den Karotiden gemessen werden; die klinischen Endpunkte wurden angeblich aber im nachhinein korrigiert.">4</a> gemindert wird und somit die Therapie koronare Erkrankungen günstig beeinflußt.</p>
<blockquote>
<p>Zunächst wurden die Studienresultate für das Jahresende 2006 angekündigt. Nachdem dieser Termin verstrichen war, rechneten die Fachleute damit, dass spätestens zum Amerikanischen Kardiologen-Kongress im März 2007 die Ergebnisse vorliegen sollten.<br />
Aber weit gefehlt: Schering und Merck vertrösteten die interessierte Fachöffentlichkeit abermals und verwiesen auf die langwierige Datenauswertung.</p>
</blockquote>
<p>Zweifel an diesen Erklärungen sind allerdings angebracht. Denn entgegen den Bestimmungen war die Studie bspw. nicht im <a href="http://www.clinicaltrials.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinischen Studienregister</a> eingetragen. Erst auf Nachfrage von US-Journalisten wurde im November 2007 nachträglich dieser Pflicht Genüge getan. Ebenso erklärungsbedürftig ist die Tatsache, daß die Verzögerung zwischenzeitlich damit begründet wurde, daß man die klinischen Endpunkte<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/#footnote_4_165" id="identifier_4_165" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Also die Zielgr&ouml;&szlig;en/Parameter, auf die man innerhalb der Studie fokussiert.">5</a> verändert habe. Und ebenfalls erst auf kritische Nachfrage wurde nun eingeräumt, daß man einige Patienten aus der Studie genommen habe, da sich bei diesen die Leberenzymwerte bedenklich erhöht hatten.</p>
<p><strong>Salamitaktik der Öffentlichkeitsarbeit: nur auf Nachfrage räumt man Versäumnisse ein&nbsp;</strong></p>
<p> Es sind also bedeutend mehr Fragen offen, als bislang geklärt. Aber die Hersteller spielen weiter auf Zeit. Nun hat sich sogar der US-Kongreß eingeschaltet und um eine schnellstmögliche Publikation der Studie gebeten. Unterdessen mußte Schering einräumen, daß es bereits aus den Jahren 2000-2003 einige Studien zu Ezetimib gibt, die bislang ebenfalls nicht publiziert wurden. Man habe &#8211; so teilte man mit, die Ergebnisse für nicht relevant gehalten. Und ganz offenbar hielt man die Studien insgesamt von vornherein für so irrelevant, daß man sie ebenfalls erst gar nicht in die Studienregister eingetragen hatte. </p>
<p>Es bleibt also spannend, wann und mit welchen Ergebnissen wenigstens die ENHANCE-Studie öffentlich gemacht wird. Kleinere unabhängige Untersuchungen haben freilich mehrmals Indizien dafür geliefert, daß der Mehrwert von Zetia und Vytorin fraglich, die leberschädigenden Effekte aber problematisch sein können. Erst 2006 hatte Mark Stolk im Fachjournal &quot;Clinical Gastroenterology and Hepatology&quot; von einigen Hepatitisfällen berichtet.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/#footnote_5_165" id="identifier_5_165" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Severe Hepatic Side Effects of Ezetimibe: Clinical Gastroenterology and Hepatology, Volume 4, Issue 7, July 2006, Pages 908-911, Mark F.J. Stolk, Marco C.J.M. Becx, Karel C. Kuypers and Cees A. Seldenrijk">6</a></p>
<p>Meine Versuche bei EssexPharma, der deutschen Tochter von Schering, eine Stellungnahme zu erhalten, waren bislang nicht erfolgreich. Seit immerhin 2002 gibt es Ezetimib nämlich auch in Deutschland und ist hier unter dem Markennamen &quot;Ezetrol&quot; erhältlich. Mit der Website gibt man sich offensichtlich <a href="http://www.ezetrol.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">große Mühe</a>, die Informationspolitik bzgl. kritischer Fragen wird allerdings eher stiefmütterlich gehandhabt. Und auch bei BayerHealthCare, die &quot;Zetia&quot; zusammen mit Schering seit April 2007 in Japan vertreiben, ist man zwar immerhin nett, allerdings bislang auch nicht in der Lage gewesen, mir einige Fragen zu beantworten. Sollte sich das ändern, werde ich zu gegebener Zeit auf den Fall zurückkommen.&nbsp; &nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Mein Artikel bei telepolis: </em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26955/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verheimlichte die Pharmaindustrie Indizien für Leberschäden?</a>, telepolis, 2.1.2008</li>
</ul>
<p><em>Weitere Artikel:&nbsp;</em></p>
<ul>
<li>Berenson, Alex: <a href="http://www.nytimes.com/2007/12/21/business/21drug.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Data About Zetia Risks Was Not Fully Revealed</a>, NYT, 21.12.2007</li>
<li>Winslow, Ron: <a href="http://online.wsj.com/public/article/SB119786664299833289.html?mod=blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stakes Remain High in Merck, Schering-Plough Drug Study</a>, Wall Street Journal, 17.12.2007</li>
<li><a target="_blank" href="http://medicalevidence.blogspot.com/2007/12/you-wouldnt-believe-it-or-would-you-nyt.html" rel="noopener noreferrer">Patients and Physicians should BOYCOTT Zetia and Vytorin: Forcing MRK and SGP to come clean with the data</a>, in: Medical Evidence Blog, 21.12.2007</li>
<li><a target="_blank" href="http://scientific-misconduct.blogspot.com/2007/12/more-problems-with-ezetimibe-zetia.html" rel="noopener noreferrer">More problems with Ezetimibe (Zetia, Vytorin): Let there be light</a>, Scientific Misconduct Blog, 24.12.2007</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_165" class="footnote">Dort ist der Fall noch ein wenig ausführlicher skizziert.</li><li id="footnote_1_165" class="footnote">&quot;Vytorin&quot; ist ein Kombinationspräparat, das den Wirkstoff Ezetimib mit einem Statin (Simvastatin) kombiniert.</li><li id="footnote_2_165" class="footnote">Egal ob die Indikation durch eine primäre Fettstoffwechselerkrankung (ca. 10% der Bevölkerung sind betroffen) oder durch sekundäre Fettstoffwechselerkrankungen (sehr häufig im Zshg. mit Diabetes) begründet ist.</li><li id="footnote_3_165" class="footnote">Konkret sollte die Intima-Media-Dicke an den Karotiden gemessen werden; die klinischen Endpunkte wurden angeblich aber im nachhinein korrigiert.</li><li id="footnote_4_165" class="footnote">Also die Zielgrößen/Parameter, auf die man innerhalb der Studie fokussiert.</li><li id="footnote_5_165" class="footnote">Severe Hepatic Side Effects of Ezetimibe: Clinical Gastroenterology and Hepatology, Volume 4, Issue 7, July 2006, Pages 908-911, Mark F.J. Stolk, Marco C.J.M. Becx, Karel C. Kuypers and Cees A. Seldenrijk</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/informationsverweigerung-die-pharmakonzerne-merck-und-schering-plough-halten-studienergebnisse-zu-cholesterinpraeparaten-zurueck-werkstattnotiz-li/">Informationsverweigerung » Die Pharmakonzerne Merck und Schering-Plough halten Studienergebnisse zu Cholesterinpräparaten zurück | Werkstattnotiz LI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Tödliche Verwechslungen I » Schlamperei bei der Narkose: Anästhesierisiken &#124; Werkstattnotiz LIV</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jan 2008 08:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenfolgen]]></category>
		<category><![CDATA[Risiken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich in ärztliche Behandlung begibt, hat dafür zumeist einen guten Grund. Und meist ist es ja auch ratsam die Beschwerden von einem Fachmann abklären zu lassen &#8211; in manchen Fällen wäre es allerdings besser gewesen, die Betroffenen hätten sich den Gang zum Arzt oder in die Klinik gespart: denn erst grobe Behandlungsfehler sorgen für ... <a title="Tödliche Verwechslungen I » Schlamperei bei der Narkose: Anästhesierisiken &#124; Werkstattnotiz LIV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/" aria-label="Mehr Informationen über Tödliche Verwechslungen I » Schlamperei bei der Narkose: Anästhesierisiken &#124; Werkstattnotiz LIV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/">Tödliche Verwechslungen I » Schlamperei bei der Narkose: Anästhesierisiken | Werkstattnotiz LIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" width="220" height="146" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Vitalzeichen_01.jpg" alt="Vitalzeichen_01.jpg" style="margin: 10px;" />Wer sich in ärztliche Behandlung begibt, hat dafür zumeist einen guten Grund. Und meist ist es ja auch ratsam die Beschwerden von einem Fachmann abklären zu lassen &#8211; in manchen Fällen wäre es allerdings besser gewesen, die Betroffenen hätten sich den Gang zum Arzt oder in die Klinik gespart: denn erst grobe <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/16/behandlungsfehler-komplikationen-infektionen-die-risiken-von-klinikaufenthalten-werkstattnotiz-iil/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Behandlungsfehler</a> sorgen für Schäden, die vielfach schlimmer sind als das ursprüngliche Leiden.</strong></p>
<p>Und manchmal sind es &#8211; wie man aktuell in der ZEIT lesen kann &#8211; schlicht Verwechslungen oder Vertrotteltheit des Personals, wenn am Ende Patienten die Klinik schwer geschädigt oder im Leichenwagen verlassen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/#footnote_0_167" id="identifier_0_167" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Abbildung [oben rechts] stammt von User &quot;bjearwicke&quot; bei stock.xchng">1</a></p>
<h4 class="pullquote_left"> Nach Expertenschätzung führen in Deutschland jedes Jahr 40-50 Narkosefehler zum Tod. Die Dunkelziffer dürfte allerdings höher liegen. <br /></h4>
<p>Jede Narkose ist per se ein riskantes Unterfangen. Die Anästhesisten sind freilich gut ausgebildet und weisen genug Routine auf, so daß &#8211; wenigstens was die Narkose betrifft &#8211; jährlich Millionen Patienten ihre Operation unbeschadet überstehen. Dennoch kommt es immer wieder zu dramatischen Zwischenfällen. </p>
<p>Fachleute rechnen mit jährlich 40-50 Todesfällen, die auf Narkosefehler zurückzuführen sind. Wie eine Untersuchung des Anästhesisten Volker Wenzel und seines Kollegen Holger Herff von der Medizinischen Universität Innsbruck zeigt, wurden in 10% der Fälle die Patienten irrtümlich mit Lachgas statt mit Sauerstoff beatmet.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/#footnote_1_167" id="identifier_1_167" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zwar ist der medizinische Gebrauch von Distickstoffmonoxid, wie Lachgas korrekt hei&szlig;t, leicht r&uuml;ckl&auml;ufig, aber dieses klassische Narkosegas mit seiner schmerzstilllenden Wirkung ist nach wie vor Standard in der An&auml;sthesie.">2</a> Wie es soweit kommen kann?</p>
<blockquote><p>Mal hatten Techniker im Keller des Krankenhauses die Lachgastanks versehentlich an die Sauerstoffversorgung gestöpselt, ein anderes Mal hatte jemand den Überblick im Schlauchgewirr einer Herz-Lungen-Maschine verloren oder ein Narkosegerät nach der Wartung falsch zusammengeschraubt.</p></blockquote>
<p>Es sind also haarsträubende Pannen, die schlichte Verwechslung von Schläuchen, die am Ende zum Tod von Patienten führen. Irritierend ist aber, daß es zu diesen Fällen offenbar keine offiziellen Erhebungen und fachlichen Studien gibt. Volker Wenzel wußte aus seiner Arbeit von solchen Unfällen und war verwundert, daß er nur vereinzelt in Tageszeitungen davon las. Die Dunkelziffer schätzt er allerdings deutlich höher als diese 10% ein, denn eine lernsensitive Fehlerkultur gebe es in der Medizin nicht:</p>
<blockquote><p>»Die Medizin ist nach wie vor obrigkeitshörig«, sagt der Arzt. »Fehler werden nicht, wie in der Luftfahrt üblich, offen diskutiert. Wir haben hier eine hausgemachte Katastrophe bei Narkosen in geplanten Eingriffen, und wir reden noch nicht mal drüber.«</p></blockquote>
<p>Über die Tatsache, daß nach Wartungs- oder Reparaturarbeiten an Narkosegeräten kein Sicherheitscheck vorgeschrieben ist, kann man freilich nur fassungslos mit dem Kopf schütteln. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Link:</em></p>
<ul>
<li>Albrecht, Harro: <a href="http://www.zeit.de/2008/02/M-Lachgas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verhängnisvolle Verwechslung</a>, Die ZEIT, 3.1.2008</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/16/behandlungsfehler-komplikationen-infektionen-die-risiken-von-klinikaufenthalten-werkstattnotiz-iil/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Behandlungsfehler, Komplikationen &amp; Infektionen » Die Risiken von Klinikaufenthalten </a>| Werkstattnotiz IIL, 16.12.2007</li>
</ul>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_167" class="footnote">Die Abbildung [oben rechts] stammt von User &quot;bjearwicke&quot; bei stock.xchng</li><li id="footnote_1_167" class="footnote">Zwar ist der medizinische Gebrauch von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Distickstoffmonoxid" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Distickstoffmonoxid</a>, wie Lachgas korrekt heißt, leicht rückläufig, aber dieses klassische Narkosegas mit seiner schmerzstilllenden Wirkung ist nach wie vor Standard in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/An%C3%A4sthesie" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Anästhesie</a>.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/toedliche-verwechslungen-i-schlamperei-bei-der-narkose-anaesthesierisiken-werkstattnotiz-liv/">Tödliche Verwechslungen I » Schlamperei bei der Narkose: Anästhesierisiken | Werkstattnotiz LIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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