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	<title>Gesellschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Gesellschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>17 Fragen an Petra Zugschwerdt ::: Kubanisches Tagebuch &#124; Werkstatt-Ticker 18</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-kubanisches-tagebuch-werkstatt-ticker-18/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 May 2008 10:48:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Café-Gespräche Bevor die Nachfragen kommen, ob denn die wissenschaftliche Bloglandschaft ausschließlich von männlichen Wesen bevölkert werde1 und Rufe nach einer Wissenschaftsbloggerinnen-Quote laut werden, habe ich kurzerhand Petra Zugschwerdt zum Interview gebeten. Drüben im Wissenschafts-Café hat Petra geduldig meine 17 Fragen beantwortet und dabei verraten, daß sie bei Cheeseburgern und Pommes zum Bloggen &#8222;verführt&#8220; wurde.2 ... <a title="17 Fragen an Petra Zugschwerdt ::: Kubanisches Tagebuch &#124; Werkstatt-Ticker 18" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-kubanisches-tagebuch-werkstatt-ticker-18/" aria-label="Mehr Informationen über 17 Fragen an Petra Zugschwerdt ::: Kubanisches Tagebuch &#124; Werkstatt-Ticker 18">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-kubanisches-tagebuch-werkstatt-ticker-18/">17 Fragen an Petra Zugschwerdt ::: Kubanisches Tagebuch | Werkstatt-Ticker 18</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Café-Gespräche </span></span></h4>
<p>Bevor die Nachfragen kommen, ob denn die wissenschaftliche Bloglandschaft ausschließlich von männlichen Wesen bevölkert werde<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-kubanisches-tagebuch-werkstatt-ticker-18/#footnote_0_281" id="identifier_0_281" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei die Frage nat&uuml;rlich berechtigt ist. Ich werde demn&auml;chst mal ne kleine &bdquo;Volksz&auml;hlung&ldquo; vornehmen. Ich sch&auml;tze, da&szlig; rund 80% Prozent der wissenschaftlichen Blogger m&auml;nnlich sind&hellip;">1</a> und Rufe nach einer Wissenschaftsbloggerinnen-Quote laut werden, habe ich kurzerhand Petra Zugschwerdt zum Interview gebeten.</p>
<p>Drüben im Wissenschafts-Café hat Petra geduldig meine 17 Fragen beantwortet und dabei verraten, daß sie bei Cheeseburgern und Pommes zum Bloggen &#8222;verführt&#8220; wurde.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-kubanisches-tagebuch-werkstatt-ticker-18/#footnote_1_281" id="identifier_1_281" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Beim Verf&uuml;hrer handelte es sich &uuml;brigens um Igor Schwarzmann, der mit Freunden ganz aktuell den Blog &bdquo;amerikawaehlt&ldquo; aufgezogen hat.">2</a> Ob dieser Tipp verallgemeinerbar ist? Ansonsten erfahren wir von Petra, die quasi zum bloggenden Urgestein zählt (sie ist seit 2005 dabei und bloggt bei &#8222;<a href="http://www.forenplanet.de/network/biocrash/wordpress" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bio crash</a>&#8220; und <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/biologenplatz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> bei den Wissenslogs), daß sie bei ihren Heidelberger Kommilitonen durchaus positives Feedback auf ihren Blog erhält, allerdings die Mitstudenten kaum dazu zu bewegen sind, bei ihr zu kommentieren.</p>
<p>Wer mehr Antworten der Biologiestudentin lesen möchte und erfahren will, bei welcher Gelegenheit Petra mit den Worten: <em>&#8222;Du bist also das Rotfell!&#8220; </em>angesprochen wurde, der wird im Wissenschafts-Café bedient:</p>
<div class="links_kurz">
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-von-bio-crash/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Petra Zugschwerdt von bio crash</a>, 5.5.2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Die 17 Fragen bei der wisskomm-Wochenschau</span></span></h4>
<p>Ich habe ja gelegentlich für den wöchentlichen Videocast der Kollegen von wisskomm geworben, der sich inzwischen als feste Größe etabliert hat. Volker Lange ist verantwortlicher Redakteur, Michael Spielkamp präsentiert die News und ich schaue mir das jeden Freitag an. ;-)</p>
<p>Und ich habe den Eindruck, das pfiffig-informative Angebot findet ein immer größeres Publikum. Klasse! Bereits letzte Woche war im Rückblick auf die 16. Kalenderwoche auch der Start der Wissenschafts-Café-Gespräche erwähnt worden. Vielen Dank für die Werbung und hier gibt es das nochmals zum Nachschauen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="390" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://blip.tv/play/AbS7dQA" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="390" src="http://blip.tv/play/AbS7dQA"></embed></object></p>
<div class="links_kurz">Alle anderen Wochenrückblicke gibt es natürlich hier:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wisskomm.tv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wisskomm-TV</a></li>
</ul>
</div>
<h4><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">7 Tage auf Kuba</span></span></h4>
<p>Wer sich über die aktuellen Verhältnisse auf Kuba und die Lebensumstände der Bevölkerung auf der karibischen Insel informieren möchte, hat unzählige Möglichkeiten. Das Internet bietet fundierte Berichte und Experteneinschätzungen &#8211; aber die Blogosphäre bietet anderes. Und weil das manchmal überaus lesenswert ist, möchte ich abschließend kurz auf einen Artikel von Markus Trapp verweisen, der vor wenigen Tagen aus Kuba zurückgekehrt ist.</p>
<p>Markus war als Referent zur internationalen Konferenz &#8222;Congreso Internacional de Información&#8220; eingeladen, die neue neue Strukturen der Wissensgesellschaft und im speziellen aktuelle Tendenzen innerhalb der Bibliotheks- und Informationswissenschaften zum Thema hatte. Markus schildert ein paar seiner (natürlich) subjektiven Eindrücke. Er erzählt u.a. von einer Begebenheit, die ihm die Willkür des Systems schmerzhaft vor Augen führte (als er nämlich als Taxigast die Schikane der Polizei miterleben mußte) und gibt so einen kleinen Einblick in das Leben der Kubaner.</p>
<p>Er schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Sie überleben irgendwie. Und das mit einer Lebensfreude trotz all dieser Probleme, die dem verwöhnten Zentraleuropäer die Schamesröte ins Gesicht treiben kann, wenn er an die eigenen vergleichsweise banalen Sorgen und Nöte denkt, die im Vergleich zu dem, was die Kubaner durchmachen, so nichtig sind.&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_kurz">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Text&amp;Blog: <a href="http://textundblog.de/?p=2154" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kuba &#8211; ein schönes Land mit vielen Problemen</a>, 4.5.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Kuba">Kuba</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftskommunikation">Wissenschaftskommunikation</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_281" class="footnote">Wobei die Frage natürlich berechtigt ist. Ich werde demnächst mal ne kleine &#8222;Volkszählung&#8220; vornehmen. Ich schätze, daß rund 80% Prozent der wissenschaftlichen Blogger männlich sind&#8230;</li><li id="footnote_1_281" class="footnote">Beim Verführer handelte es sich übrigens um Igor Schwarzmann, der mit Freunden ganz aktuell den Blog &#8222;<a href="http://www.amerikawaehlt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">amerikawaehlt</a>&#8220; aufgezogen hat.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/17-fragen-an-petra-zugschwerdt-kubanisches-tagebuch-werkstatt-ticker-18/">17 Fragen an Petra Zugschwerdt ::: Kubanisches Tagebuch | Werkstatt-Ticker 18</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die offene Gesellschaft und ihre Freunde » Ralf Dahrendorf erinnert daran, daß Freiheit kein Luxus ist &#124; Werkstattnotiz IV</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/die-offene-gesellschaft-und-ihre-freunde-ralf-dahrendorf-erinnert-daran-dass-freiheit-kein-luxus-ist-werkstattnotiz-iv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2007 14:36:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ganz in der Tradition liberalen Denkens steht Ralf Dahrendorf. Der Soziologe und Sozialphilosoph, der Ende der 60er Jahre kurzzeitig Bundestagsabgeordneter der FDP war und nach dem Wechsel der Staatsbürgerschaft seit einigen Jahren Mitglied des britischen Oberhauses ist, widmete sich in einem Essay der Verführungskraft des Sicherheitsarguments vor dem Hintergrund terroristischer Bedrohungen. In der Neuen Zürcher ... <a title="Die offene Gesellschaft und ihre Freunde » Ralf Dahrendorf erinnert daran, daß Freiheit kein Luxus ist &#124; Werkstattnotiz IV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/die-offene-gesellschaft-und-ihre-freunde-ralf-dahrendorf-erinnert-daran-dass-freiheit-kein-luxus-ist-werkstattnotiz-iv/" aria-label="Mehr Informationen über Die offene Gesellschaft und ihre Freunde » Ralf Dahrendorf erinnert daran, daß Freiheit kein Luxus ist &#124; Werkstattnotiz IV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/die-offene-gesellschaft-und-ihre-freunde-ralf-dahrendorf-erinnert-daran-dass-freiheit-kein-luxus-ist-werkstattnotiz-iv/">Die offene Gesellschaft und ihre Freunde » Ralf Dahrendorf erinnert daran, daß Freiheit kein Luxus ist | Werkstattnotiz IV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ganz in der Tradition liberalen Denkens steht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ralf Dahrendorf</a>. Der Soziologe und Sozialphilosoph, der Ende der 60er Jahre kurzzeitig Bundestagsabgeordneter der FDP war und nach dem Wechsel der Staatsbürgerschaft seit einigen Jahren Mitglied des britischen Oberhauses ist, widmete sich in einem Essay der Verführungskraft des Sicherheitsarguments vor dem Hintergrund terroristischer Bedrohungen.</strong> </p>
<p>In der Neuen Zürcher Zeitung skizziert er kurz, was Freiheit im liberalen Sinne kennzeichnet, um dann zu erläutern, durch welche staatlichen Maßnahmen diese Freiheit gefährdet ist. Die &quot;Bewegungsfreiheit&quot; in einem umfassenden Sinn &#8211; so Dahrendorfs Forderung &#8211; müsse verteidigt werden:</p>
<blockquote>
<p>Doch fängt die Bewegungsfreiheit vor der eigenen Haustür an, und zu ihr gehört nicht nur die physische Mobilität, sondern auch die Möglichkeit, sich neue Horizonte der Zugehörigkeit (zum Beispiel zu politischen Parteien) zu suchen, ja die virtuelle Mobilität, zu der die elektronische Vernetzung der Welt ermuntert.</p>
</blockquote>
<p>Die immer weitergehende Verschärfung von Polizei- und Haftgesetzen ist ihm freilich ein Dorn im Auge. Die Tatsache, daß Terrorverdächtige mit dem Argument der Gefahrenabwehr wochenlang festgehalten werden, ist ihm Anlaß zur Kritik; ursprünglich durfte ein Verdächtiger in England ohne Anklage maximal 12 Tage lang festgehalten werden. Dieser Zeitraum wurde &#8211; da u.a. in Fällen islamistisch motivierten Terrors umfangreiche Ermittlungen über Ländergrenzen hinweg vorgenommen werden müssen &#8211; auf 28 Tage erweitert. Blair scheiterte mit dem Antrag auf Ausweitung auf 90 Tage, nun aber plädiert Gordon Brown für mindestens 56 Tage. Dahrendorf vermutet, daß wohl ein Kompromiß gefunden werden wird, aber:</p>
<blockquote>
<p>Dennoch liegt hier eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit vor, die mit der liberalen Ordnung nicht vereinbar ist. Sie ist auch nur begrenzt wirksam. Von 1228 unter den britischen Terrorgesetzen Verhafteten sind bisher 41 rechtskräftig verurteilt, hingegen 699 ohne Anklage entlassen worden. Ich fand schon die Verlängerung der Haft ohne Anklage auf 28 Tage ungerechtfertigt und werde wohl (im Oberhaus) gegen jede weitere Verlängerung stimmen.&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Allerdings verknüpft Dahrendorf mit dem neuen Premier Gordon Brown vorsichtige Hoffnungen; die Tatsache, daß Blair sich fast vorbehaltlos an George W. Bushs Seite im Kampf gegen den Terror stellte, hält Dahrendorf für sehr bedauerlich:</p>
<blockquote>
<p>Blair hat überdies wiederholt gesagt, Sicherheit sei die erste Voraussetzung der Freiheit, ja Sicherheit sei unentbehrlicher Teil der Freiheit. Da ist es dann nicht weit zu einer Haltung, die zuerst Sicherheit fordert und die Freiheit unter «ferner liefen» behandelt.</p>
<p>(&#8230;) Es ist aber wichtig, genau zu sein in der Art, in der wir über Freiheit reden. Wer zuerst etwas anderes will, um dann zur Freiheit zu kommen, hat die Freiheit zum Luxusgut erklärt und wird sie vermutlich nie erreichen.</p>
</blockquote>
<p>Seien wir also ganz im Sinne Dahrendorfs sensibilisiert und kritisch, wenn uns Einschränkungen der (Meinungs-, Bewegungs- oder Versammlungs-)Freiheit abverlangt werden. Erinnern wir uns an die Mahnung Dahrendorfs, daß Freiheit eben kein Luxusgut für bessere Zeiten sein darf. Die offene Gesellschaft braucht wachsame Freunde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Dahrendorf, Ralf (2007): <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/bewegungsfreiheit_1.542427.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bewegungsfreiheit</a>. Anmerkungen zur Diskussion über Freiheit und Sicherheit. NZZ, 18. August 2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Ackermann, Ulrike (Hg. &#8211; 2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3882218851?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3882218851">Welche Freiheit</a>. Plädoyers für eine offene Gesellschaft. Matthes &amp; Seitz Berlin. (mit Essays von Ralf Dahrendorf, Ian Buruma, Wolfgang Sofsky, Gerhard Schulze u.a.)</li>
<li>Dahrendorf, Ralf (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406540546?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406540546">Versuchungen der Unfreiheit</a>. Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung. Beck.</li>
<li>Popper, Karl (1945): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3161480686?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3161480686">Die offene Gesellschaft und ihre Feinde</a> (Band 1+2)</li>
</ul>
<p></p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/die-offene-gesellschaft-und-ihre-freunde-ralf-dahrendorf-erinnert-daran-dass-freiheit-kein-luxus-ist-werkstattnotiz-iv/">Die offene Gesellschaft und ihre Freunde » Ralf Dahrendorf erinnert daran, daß Freiheit kein Luxus ist | Werkstattnotiz IV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft der Menschheit » Herausforderungen des 21. Jahrhunderts &#124; Werkstattnotiz LXVII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/die-zukunft-der-menschheit-herausforderungen-des-21-jahrhunderts-werkstattnotiz-lxvii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 10:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsvisionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Befragt man hundert Menschen, welche Wünsche, Träume, Visionen sie für die kommenden Jahrzehnte haben, dann erhält man vermutlich höchst disparate Antworten. Wenn wir etwas speziellere Wünsche wie &#34;Deutschland soll Fußball-Europameister werden&#34; oder &#34;Nie mehr Volksmusik im Fernsehen&#34; einmal streichen, so vermute ich, daß wieder einmal der Weltfrieden an oberster Stelle stünde. Dahinter folgten voraussichtlich der ... <a title="Die Zukunft der Menschheit » Herausforderungen des 21. Jahrhunderts &#124; Werkstattnotiz LXVII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/die-zukunft-der-menschheit-herausforderungen-des-21-jahrhunderts-werkstattnotiz-lxvii/" aria-label="Mehr Informationen über Die Zukunft der Menschheit » Herausforderungen des 21. Jahrhunderts &#124; Werkstattnotiz LXVII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/die-zukunft-der-menschheit-herausforderungen-des-21-jahrhunderts-werkstattnotiz-lxvii/">Die Zukunft der Menschheit » Herausforderungen des 21. Jahrhunderts | Werkstattnotiz LXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Befragt man hundert Menschen, welche Wünsche, Träume, Visionen sie für die kommenden Jahrzehnte haben, dann erhält man vermutlich höchst disparate Antworten. Wenn wir etwas speziellere Wünsche wie &quot;<em>Deutschland soll Fußball-Europameister werden</em>&quot; oder &quot;<em>Nie mehr Volksmusik im Fernsehen</em>&quot; einmal streichen, so vermute ich, daß wieder einmal der Weltfrieden an oberster Stelle stünde. Dahinter folgten voraussichtlich der Klimaschutz und dann die medizinischen Hoffnungen, allen voran der Kampf gegen Krebs. </strong></p>
<div align="center">
<p><a target="_blank" href="http://www.engineeringchallenges.org/" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="500" height="143" align="middle" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/02/Grand%20Challenges%20for%20Engineering_2008.jpg" alt="Grand Challenges for Engineering_2008.jpg" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 6px; padding: 1px;" /></a></p>
<p align="left">Was ist aber, wenn man Wissenschaftler, Ingenieure und Zukunftsforscher an einer Liste arbeiten läßt, die die wichtigsten Herausforderungen des noch jungen Jahrhunderts konkretisiert? Die &quot;<a href="http://www.nae.edu/nae/naehome.nsf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">National Academy of Engineering</a>&quot; der USA hat ein <a target="_blank" href="http://www.engineeringchallenges.org/cms/7124.aspx" rel="noopener noreferrer">Expertengremium</a> damit beauftragt, die zentralen Aufgaben zu benennen. Die Liste, die dabei herausgekommen ist, wurde letzte Woche vorgestellt. Sie ist hochinteressant und diskussionswürdig. </p>
</div>
<h4 class="pullquote"> Welche Menschheitsprobleme sind am dringlichsten? Welche Prioritäten sollen Wissenschaft und Politik setzen? Welche Innovationen versprechen den meisten Nutzen? <br /></h4>
<p>Das 18-köpfige Gremium unter dem Vorsitz des früheren Verteidigungsministers William Perry vereint einige illustre Namen. Es sind renommierte Biologen, Meeresforschers und Nanotechnologen mit dabei, die prominentesten Namen dürften wohl der Zukunftsforscher Ray Kurzweil, der Chemienobelpreisträger Mario Molina, Gen-Guru Craig Venter und Larry Page von Google sein. </p>
<p>Zum Prozedere schreibt Robert Mühlbauer in <a target="_blank" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27311/1.html" rel="noopener noreferrer">telepolis</a>:</p>
<blockquote><p>Das Gremium traf sich seit 2006 mehrmals, um die Liste zu entwickeln und zu diskutieren. Über eine Website war ein Jahr lang auch eine Beteiligung anderer Wissenschaftler möglich. Anschließend erstellten sie den Bericht &quot;Grand Challenges for Engineering&quot; in dem sie jene 14 Herausforderungen auflisten, denen sie das größte Potential für die Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen im 21. Jahrhundert zumessen.</p></blockquote>
<p>Ich hatte neulich ja eine <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/07/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenstellung von Zukunftsprognosen</a> eingestellt und muß nun doch schmunzeln, da einige Felder deckungsgleich sind oder zumindest eine gewisse Verwandtschaft aufweisen. Welches sind die Herausforderungen, die identifiziert wurden denn nun im Einzelnen? Ich habe mir jeweils erlaubt, einige persönliche Anmerkungen zu ergänzen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><strong>Die 14 wichtigsten Herausforderungen für das 21. Jahrhundert</strong></div>
<p><strong><font size="4">+1</font>. Optimierung der Solarenergie</strong> </p>
<p>Hier steht die Effizenzsteigerung und somit eine wirtschaftliche Rentabilität auf der Agenda. <br />Die Autoren schreiben: </p>
<blockquote><p>&quot;As a source of energy, nothing matches the sun.&quot;</p></blockquote>
<p>Kein Widerspruch meinerseits. Gleichzeitig gilt es natürlich auch die Techniken zu optimieren, die eine Speicherung der Energie sicherstellen.</p>
<p><strong><font size="4">+2.</font> Durchbruch in der Kernfusion </strong></p>
<p>Dieser jahrzehntealte Traum der Physiker wird also weiterverfolgt. Klar, nicht umsonst investiert man Milliarden in den ITER-Forschungsreaktor. Die Idee ist bestechend: statt der Abwärme durch Kernspaltung, die Fusionsenergie zu nutzen. Tun wir es doch der Sonne nach. ;-) Tja, es wird noch Jahrzehnte dauern&#8230;</p>
<p><strong><font size="4">+3.</font> Entwicklung von Methoden zur Speicherung von CO2</strong> </p>
<p>Solange wir fossile Energieträger verheizen, haben wir das Problem des Kohlendioxids. Energiesparen wäre zwar auch eine Variante, um das Problem abzufedern, aber an der Speicherung bzw. Sequestrierung von CO2 führt sicher kaum ein Weg vorbei. Ich bin überfragt, ob das in realistischem Zeitrahmen gelingen kann.</p>
<p><strong><font size="4">+4.</font> Kontrolle des Stickstoffkreislaufs</strong><strong> </strong></p>
<p>Auch ein Problem, das durch die wachsende Weltbevölkerung und den steigenden Nahrungsmittelbedarf verschärft wird. Wie gestalten wir den Stickstoffeinsatz effizienter und nachhaltiger? Sicher wichtig, aber ebenso knifflig.</p>
<p><strong><font size="4">+5.</font> Sicherstellung des Zugangs zu sauberem Wasser</strong> </p>
<p>Eine Aufgabe, die ähnlich ambitioniert ist. Denn schon heute haben wir im Bereich mancher Mega-Cities und in manchen Schwellenländern massive Probleme, die Bevölkerung mit einigermaßen sauberem Trinkwasser zu versorgen. Nach der Ansicht von <a href="http://www.scienceblogs.de/mahlzeit/2008/02/14-herausforderungen.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Jacobasch </a>von Scienceblogs ist diese Aufgabe am dringlichsten.</p>
<p><strong><font size="4">+6.</font> Verbesserung städtischer Infrastrukturen</strong> </p>
<p>Hängt mit dem oben genannten Problemkreis zusammen, geht aber weiter zur Verkehrsproblematik und zu Sicherheitsaspekten. Wir werden intelligentere und leistungsfähigere Transporttechnologien brauchen. Und &quot;gated communities&quot; (Stichwort: Kriminalität) sind auf Dauer keine Lösung. Hier ist also Stadtplanung und die (Sozial-)Politik gefragt.</p>
<p><strong><font size="4">+7. </font>Fortschritte in der Gesundheitsinformatik</strong> </p>
<p>Über diesen Punkt bin ich ehrlicherweise etwas überrascht, denn zunächst meint dies tatsächlich die bloße effizientere Verwaltung und Nutzung von Patientendaten etc. Darüberhinaus stellen sich die Experten sowas wie einen &quot;Tele-&quot;Doktor vor, also die Konsultation von Fachleuten über Distanzen hinweg. Irgendwo im hinteren Teil der Informationen zu diesem Punkt steht dann auch noch was zu Verbesserung der Seuchenbekämpfung. Insoweit bin ich dann wieder versöhnt&#8230;</p>
<p><strong><font size="4">+8.</font> Medizinischer Fortschritt, bessere Medikamente</strong> </p>
<p>Klar, kein Widerspruch. Nett wäre es, wenn nicht nur an Medikamente für Zivilisationskrankheiten der industrialisierten Hemisphäre gedacht würde. Und natürlich schweben den Autoren (Venter &amp; Co.) maßgeschneiderte Therapien auf der Grundlage genetischen Wissens vor. Hier besteht dann wieder eine Nähe zu &quot;7&quot;.</p>
<p><strong><font size="4">+9.</font> Kopplung der Hirnforschung und der KI-Technologien</strong> </p>
<p>Einerseits sollen die Bemühungen der Neurowissenschaften forciert werden (von den medizinischen Aspekten bis zum &quot;Enhancement&quot;), andererseits erhoffen die Autoren Fortschritte in die Richtung &quot;denkender&quot; Maschinen. ScienceFiction pur, oder?</p>
<p><strong><font size="4">+10. </font>Nuklearsicherheit und Terrorabwehr</strong></p>
<p>Eine Aufgabe, bei der Ingenieure nur eine Nebenrolle spielen, oder? Hier ist v.a. die Politik gefordert. Die Proliferation von Atomwaffen, der unkontrollierte Handel mit atomwaffenfähigem Material ist definitiv ein Problem.</p>
<p><strong><font size="4">+11</font>. Absicherung des Cyberspace</strong></p>
<p>Auch eine Aufgabe, die ich bislang nicht unbedingt so hoch auf der Agenda eingestuft hätte. Aber ich gestehe, wenn die weltweiten Datenströme gekappt werden, wenn die Infrastruktur unserer digitalen Kultur angegriffen und beschädigt wird, dann bedeutete das einen Kollaps unserer (technisierten) Gesellschaften. Dagegen wären Vorkehrungen durchaus wünschenswert. </p>
<p><strong><font size="4">+12.</font> Optimierung der VirtualRealityAnwendungen</strong></p>
<p>Wer denkt hier nicht an die Matrix? Gut, soweit gehen die Autoren noch nicht, aber die Interaktion mit virtuellen Akteuren steht auf deren Agenda. Halte ich nicht für dringlich. Für welche Zwecke? Mir überwiegt hier zu stark der Entertainment-Faktor.<br /><strong><br /><font size="4">+13</font>. Fortschritte im personalisierten Lernen</strong></p>
<p>Gut, einverstanden. &quot;Lebenslanges Lernen&quot; wäre ein verwandtes Schlagwort. Wobei ich generell den Zugang zu Wissen (Stichwort: Open Access) für ebenso wichtig erachte und v.a. auch die Sicherstellung, daß in Schwellen- und Entwicklungsländern die Kinder tatsächlich beschult werden können&#8230;</p>
<p><strong><font size="4">+14.</font> Entwicklung besserer Instrumente für wissenschaftliche Entdeckungen</strong></p>
<p>Das klingt reichlich vage. Es wird im Begleittext etwas konkreter: v.a. die biologischen Wissenschaften sollen enger mit ingenieurwissenschaftlichem Know-How vernetzt werden und die Erforschung des Weltraums gelte es voranzutreiben. Weitere Marsexpeditionen werden also folgen&#8230; Aber, das meine grundsätzliche Frage: Läßt sich wissenschaftlicher Fortschritt wirklich planen, kontrollieren oder gar durch geeignete Technologien erzwingen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>So, das ist die Liste. Sicher sind viele relevante Punkte dabei. Man merkt natürlich deutlich den &quot;US-Bias&quot;. Hätte man ähnlich renommierte Experten aus skandinavischen oder Drittweltländern zusammengerufen, sähe die Liste vermutlich anders aus.</p>
<p>Welche Problembereiche wurden vergessen oder geht das schon in Ordnung? Sind die Prioritäten richtig gesetzt? Hat jemand andere Wünsche und Favoriten?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/die-zukunft-der-menschheit-herausforderungen-des-21-jahrhunderts-werkstattnotiz-lxvii/#footnote_0_198" id="identifier_0_198" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich werde mich ggf. bem&uuml;hen, die &quot;&Auml;nderungsw&uuml;nsche&quot; an die Herrschaften weiterzuleiten. ;-) ">1</a></p>
<p>Auf der <a target="_blank" href="http://www.engineeringchallenges.org/" rel="noopener noreferrer">Website</a> kann man übrigens seine eigene Präferenz angeben&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>&nbsp;Website der NAE:<a target="_blank" href="http://www.engineeringchallenges.org/" rel="noopener noreferrer"> Grand Challenges of Engineering</a></li>
<li>Mühlbauer, Peter: <a target="_blank" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27311/1.html" rel="noopener noreferrer">Hitparade der Lebensverbesserungen</a>, telepolis, 18.2.2008</li>
</ul>
<p><em><strong>Zur Frage von Zukunftsvisionen und technologischen Innovationen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/07/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nostradamus reloaded: Der Blick in die Zukunft » 34 Zukunftsprognosen</a> | Werkstattnotiz LXII, 7.2.2008 </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>
</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:&nbsp;</strong></em></p>
<ul>
<li>Strathern, Oona (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0786719044?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0786719044">A Brief History of the Future: How Visionary Thinkers Changed the World and Tomorrow&#8217;s Trends Are &#8218;Made&#8216; and Marketed</a></li>
<li>Micic, Pero (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3897495945?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3897495945">Das ZukunftsRadar</a>. Die wichtigsten Trends, Technologien und Themen für die Zukunft </li>
<li>Kurzweil, Ray (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0670033847?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0670033847">The Singularity Is Near: When Humans Transcend Biology</a></li>
<li>Hughes, James &amp; Yambert, Karl (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0813341981?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0813341981">Citizen Cyborg: Why Democratic Societies Must Respond to the Redesigned Human of the Future</a></li>
<li>Kurzweil, Ray (1999): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462027417?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462027417">Homo sapiens. Leben im 21. Jahrhundert. Was bleibt vom Menschen?</a> </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_198" class="footnote">Ich werde mich ggf. bemühen, die &quot;Änderungswünsche&quot; an die Herrschaften weiterzuleiten. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/die-zukunft-der-menschheit-herausforderungen-des-21-jahrhunderts-werkstattnotiz-lxvii/">Die Zukunft der Menschheit » Herausforderungen des 21. Jahrhunderts | Werkstattnotiz LXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/die-zukunft-der-menschheit-herausforderungen-des-21-jahrhunderts-werkstattnotiz-lxvii/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; &#124; Werkstatt-Ticker 40</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 12:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Nanotechnologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Nano-Partikel-Screening Nanomaterialien &#8211; Wissenswerkstatt wissen das längst &#8211; sind keineswegs per se unverdächtig. Gerade über die gesundheitlichen Effekte von Nanopartikeln in Kosmetikprodukten oder im Bereich der Lebensmittelindustrie, weiß man derzeit recht wenig. Zuletzt sorgte eine Studie für Aufsehen, die für längere Nanoröhren eine ähnliche kanzerogene Wirkung wie für Asbest feststellte. Bei Technology Review lese ... <a title="Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; &#124; Werkstatt-Ticker 40" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/" aria-label="Mehr Informationen über Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; &#124; Werkstatt-Ticker 40">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/">Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; | Werkstatt-Ticker 40</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Nano-Partikel-Screening</span><br />
</span></span></h2>
<p>Nanomaterialien &#8211; Wissenswerkstatt wissen das längst &#8211; sind keineswegs per se unverdächtig. Gerade über die gesundheitlichen Effekte von Nanopartikeln in Kosmetikprodukten oder im Bereich der Lebensmittelindustrie, weiß man derzeit recht wenig. <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/15/kein-persilschein-fuer-die-nanotechnologie-religion-als-intelligenzvernichtungsmaschine-werkstatt-ticker-35/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zuletzt</a> sorgte eine Studie für Aufsehen, die für längere Nanoröhren eine ähnliche kanzerogene Wirkung wie für Asbest feststellte.</p>
<p>Bei <a href="http://www.heise.de/tr/Ein-Robotersystem-fuer-die-Nanotoxikologie--/artikel/109659" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Technology Review</a> lese ich nun, daß Forscher vom Massachusetts General Hospital, der Harvard University und dem MIT nun ein halbautomatisiertes Verfahren entwickelt haben, mit dem sie die Risikoabschätzung für Nanopartikel stark beschleunigen. Die Wissenschaftler testeten bislang 50 Substanzen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Diese 50 Substanzen wurden nun jeweils in vitro an vier verschiedenen Zellarten getestet: Immunzellen von Mäusen, zwei Arten von menschlichen Gewebezellen in Blutgefäßen und menschlichen Leberzellen. Dabei wurden sie jeweils in vier verschiedenen Dosierungen untersucht. Um sämtliche möglichen Kombinationen von Testbedingungen effizient zu bewerkstelligen, wurden die Partikel mit einem Robotersystem, wie es beim Medikamenten-Screening eingesetzt wird, in Hunderten von kleinen Mulden mit den jeweiligen Zellkulturen auf einer Arbeitsplattform deponiert.&#8220;</p></blockquote>
<p>Anschließend wird untersucht, ob die Partikel Änderungen im Stoffwechsel der Zellen auslösen.</p>
<p>Sicher ein spannender Ansatz. Allerdings ist &#8211; wie im Artikel auch anklingt &#8211; auch hier Vorsicht geboten: denn die Zahl der falsch negativen Befunde<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/#footnote_0_326" id="identifier_0_326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Also der F&auml;lle, in denen das &bdquo;System&ldquo; nicht anschl&auml;gt, aber dennoch ein hohes toxikologisches Potential gegeben ist.">1</a> dürfte nicht unerheblich sein. Allein schon deshalb, weil lediglich vier Zelltypen recht wenig sind. Zellen aus Lungengewebe fehlen beispielsweise. Dennoch sind die Analysen begrüßenswert &#8211; das Risikowissen bzgl. der Toxikologie von Nanomaterialien steckt noch in den Kinderschuhen.</p>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/tr/Ein-Robotersystem-fuer-die-Nanotoxikologie--/artikel/109659" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Robotersystem für die Nanotoxikologie?</a>, Technology Review, 24.6.2008</li>
</ul>
<p>Auch Claudia Kaiser von den Wissenslogs hat darüber geschrieben:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/exciting-molecules/forschung-aktuell/2008-06-24/ans-tze-zur-klassifizierung-des-gefahrenpotentials-von-nano-partikeln" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ansätze zur Klassifizierung des Gefahrenpotentials von Nano-Partikeln</a>, Exiting Molecules, 24.6.2008.2008</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Freiheit oder Perfektion</span><br />
</span></span></h2>
<p>Für Schiller war der Mensch bekanntlich &#8222;nur da ganz Mensch, wo er spielt.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/#footnote_1_326" id="identifier_1_326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So in Schillers Briefen &bdquo;&Uuml;ber die &auml;sthetische Erziehung des Menschen&bdquo;">2</a> Insofern erleben wir derzeit &#8211; während der Fußball-Europameisterschaft &#8211; in gewissem Sinne die Reinform der menschlichen Existenz. ;-)</p>
<p>Gut, Schiller schwebte freilich weniger das sportliche, eher das ästhetisch-künstlerische Spiel vor. Allerdings: die spielerische Betätigung war für Schiller ein Bereich der Freiheit. Und frei ist für ihn eben der &#8222;homo ludens&#8220;. Ganz ähnlich argumentiert der Harvard-Philosoph <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Sandel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael J. Sandel</a>. Sandel war Ende der 80er Jahre durch seine Kritik an der liberalen Theorie von John Rawls bekannt geworden.</p>
<p>Nun hat er &#8211; wie ich durch die Rezension in der Frankfurter Rundschau erfahre &#8211; ein spannendes Buch über die menschliche Freiheit, die Moral und unser Unbehagen über die Allmachtsphantasien der Genetiker geschrieben. Nach Sandel bestehe die menschliche Freiheit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/#footnote_2_326" id="identifier_2_326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und man k&ouml;nnte Freiheit wohl ohne weiteres durch &bdquo;W&uuml;rde&ldquo; ersetzen.">3</a> gerade in und durch seine Imperfektion. Just unsere Unzulänglichkeiten, unsere Schwächen zeichnen uns aus.</p>
<blockquote><p>&#8222;Optimiert wird mittlerweile alles, unsere Kinder, deren Größe, Geschlecht und Charakter, unsere Launen und Stimmungen, unsere Gesundheit, unser Gedächtnis, unsere Haustiere… Dass eine gentechnologisch beschleunigte TotalEugenisierung des Gesellschaftskörpers zudem besonders einträgliche Geschäfte verspricht, versteht sich von selbst. Die eugenische Zurichtung erscheint heute nicht mehr als Zwang, sondern als verlockendes Angebot, das anzunehmen jedem frei steht.<br />
Was wir hier verlieren, nennt Michael J. Sandel die &#8222;Demut für das Leben als Gabe&#8220; und die &#8222;Wertschätzung der geschenkten Natur menschlicher Fähigkeiten und Erfolge&#8220;.&#8220;</p></blockquote>
<p>Spannend und sicher auch kontrovers.</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Michael J. Sandel: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940432148?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3940432148">Plädoyer gegen die Perfektion. Ethik im Zeitalter der genetischen Technik.</a> A. d. Engl. v. Rudolf Teuwsen, Berlin University Press, Berlin 2008</li>
<li>Schlüter, Christoph: <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?sid=d4a8278e2f5160de48ef05821ddd426e&amp;em_cnt=1355798" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Moralischer Schwindel, Rezension zu Sandels Buch</a>, FR, 23.6.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Nanotechnologie">Nanotechnologie</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Michael+Sandel">Michael Sandel</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_326" class="footnote">Also der Fälle, in denen das &#8222;System&#8220; nicht anschlägt, aber dennoch ein hohes toxikologisches Potential gegeben ist.</li><li id="footnote_1_326" class="footnote">So in Schillers Briefen &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_die_%C3%A4sthetische_Erziehung_des_Menschen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Über die ästhetische Erziehung des Menschen</a>&#8222;</li><li id="footnote_2_326" class="footnote">Und man könnte Freiheit wohl ohne weiteres durch &#8222;Würde&#8220; ersetzen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/">Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; | Werkstatt-Ticker 40</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Anti-Diffamierungskampagne » Headsets für alle &#124; kurz&#038;knapp 16</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jan 2008 10:47:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man sollte nicht unterschätzen, welche Macht in unseren Blicken liegt. Wenn wir fremden Menschen begegnen, altbekannte Personen wiedertreffen oder einfach den Blick umherstreunen lassen: wir taxieren, wir sortieren und wir &#34;bedeuten&#34;. Wir weisen dem Angeblickten Bedeutung zu; mal mehr, mal weniger. Ein verschlafenes, unrasiertes Gesicht lehrt uns genauso viel, wie eine zerissene Hose oder die ... <a title="Anti-Diffamierungskampagne » Headsets für alle &#124; kurz&#038;knapp 16" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/" aria-label="Mehr Informationen über Anti-Diffamierungskampagne » Headsets für alle &#124; kurz&#038;knapp 16">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/">Anti-Diffamierungskampagne » Headsets für alle | kurz&#038;knapp 16</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" width="280" height="210" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Mobiltelefon_01a.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Mobiltelefon_01a.jpg" />Man sollte nicht unterschätzen, welche Macht in unseren Blicken liegt. Wenn wir fremden Menschen begegnen, altbekannte Personen wiedertreffen oder einfach den Blick umherstreunen lassen: wir taxieren, wir sortieren und wir &quot;bedeuten&quot;. </strong></p>
<p><strong>Wir weisen dem Angeblickten Bedeutung zu; mal mehr, mal weniger. Ein verschlafenes, unrasiertes Gesicht lehrt uns genauso viel, wie eine zerissene Hose oder die Frisur, die signalisiert, daß der letzte Friseurbesuch schon längere Zeit zurückliegt.</strong> </p>
<p>Und mit unseren Blicken bedeuten wir demjenigen, den wir anblicken, was wir von ihm halten und wir vergewissern uns gleichzeitig selbst, was wir von unserem Gegenüber halten wollen. Der beiläufige, alltägliche Blick ist das Instrument, das soziales Prestige zuweist und unser Verhalten, sowie unser Miß- oder Vertrauen steuert. Und die Art und Weise wie wir angeblickt werden, läßt uns in der einen oder anderen Weise agieren. Der mürrisch-skeptische Blick provoziert andere Verhaltensweisen, als wenn wir in offen-neugierige Augen blicken. </p>
<h4 class="pullquote_left"> Die subtile Macht des Blicks: Glauben wir, was wir sehen &#8211; oder sehen wir, was wir glauben? <br /></h4>
<p>Die Sprachspielerin entzückt mit einem <a href="http://www.sprachspielerin.de/2008/01/17/knopf-im-ohr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wunderbaren Vorschlag</a>, der gleichzeitig eine Entstigmatisierung der latent Verrücktgewordenen, der marginalisierten Nischenexistenzen unserer Gesellschaft mit sich brächte. Ihre Anregung zielt auf die Situationen, in denen wir scheinbar grundlos in Selbstgespräche verwickelte Zeitgenossen beobachten und wir durch näheres Hinsehen erst abklären müssen, ob es sich um einen Geschäftsmann handelt, der gerade telefonierend, mit Knopf im Ohr die nächsten Geschäfte anbahnt oder ob wir einen derjenigen armen Schlucker vor uns haben, die mit sich selbst murmelnd dahinschlurfen und die wohl eher keine Verwendung für ein Handy hätten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/#footnote_0_175" id="identifier_0_175" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Photo stammt von User &quot;juandpaola&quot; von stock.xchng">1</a></p>
<h4 class="pullquote"> Entstigmatisierung von Selbstgesprächen: Headsets für alle! <br /></h4>
<p>Und wie ordnen wir die jeweiligen Personen den beiden Gruppen zu? Genau: indem wir nach einem verdächtigen Kabel oder einem Headset suchen, das uns dieses irritierende Verhalten erklären könnte. Fehlt dieses äußere Indiz, so heften wir die Person wohl oder übel in der Kategorie &quot;armer Irrer&quot; ab. Die Sprachspielerin gibt zu denken:</p>
<blockquote>
<p>Jetzt habe ich mich &#8211; bei allem Respekt &#8211; gefragt, ob das nicht ein Therapieansatz sein könnte: diese traurigen Gestalten, die laut mit sich selbst sprechen, allesamt mit Headsets auszustatten, damit es immerhin so wirkt, als seien sie ziemlich normal, als telefonierten sie nur? Wäre das nicht im Sinne einer sozialen Wiedereingliederung? Das Kabel vom Ohr müsste ja nicht einmal zu einem Handy führen, es reichte völlig, wenn es in irgendeiner Tasche verschwände (möglichst nicht in der Plastiktüte).</p>
<p>Dunkle Anzüge wären auch nicht schlecht, aber so ein Knopf im Ohr auf jeden Fall ein Anfang, manche Geschäftsleute ziehen sich ja auch schonmal etwas hipper an. Vielleicht würde man die traurigen Menschen dann für abgefahrene Profis aus der Werbung halten: man hätte jedenfalls keine Angst mehr vor ihnen, würde nicht mehr über sie lachen, man ginge ihnen nicht mehr aus dem Weg, höchstens Mitleid hätte man noch ein bisschen.</p>
<p>Oder sollte man doch lieber die, die meinen, andauernd mit Headset auf der Straße wild gestikulierend telefonieren zu müssen, zum Psychiater schicken?</p>
</blockquote>
<p>Obwohl ich auch die letzte Überlegung sympathisch fände &#8211; nämlich die übereifrigen Telefoniefreaks mal zur Therapie zu schicken &#8211; , halte ich die Strategie der Camouflage, also des irreführenden Spiels mit Bedeutungen, für spannender. Wie wäre es, wenn Geschäftsleute zum Businessmeeting ihre Unterlagen in der ALDI-Tüte transportierten? </p>
<h4 class="pullquote"> Arbeiten wir doch an der Entschubladisierung der Welt: wann kommt der erste Professor mit lackiertem Bürstenhaarschnitt in die Uni? <br /></h4>
<p>Sollten wir &#8211; anstatt immer nur die Erwartungen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/#footnote_1_175" id="identifier_1_175" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Umwelt an uns und diejenige, die wir an uns selbst haben">2</a> zu bestätigen &#8211; nicht besser daran arbeiten, immer wieder neue Fährten zu legen, die ins Nichts führen? Also in einer Art und Weise handeln und auftreten, die gar nicht das sein will, was sie zu sein vorgibt? </p>
<p>Allerhöchste Zeit also, um diese allgegenwärtigen Routinen, diese permanente Schubladisierung der Welt, die wir durch unser Umherblicken erzeugen, aufzubrechen und zu sabotieren! Liebe Studenten, steht früh auf, noch bevor das Morgenkäuzchen schreit, wascht &amp; rasiert Euch, holt den Konfirmandenanzug aus dem Schrank und geht hinaus in die morgendliche Welt und entdeckt und fühlt, wie ihr angesehen und behandelt werdet &#8211; wie ein neuer Mensch?<br />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Link:</em></p>
<ul>
<li>Die Sprachspielerin:<a href="http://www.sprachspielerin.de/2008/01/17/knopf-im-ohr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Knopf im Ohr</a>, 17. Januar 2008 </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_175" class="footnote">Das Photo stammt von User &quot;juandpaola&quot; von stock.xchng</li><li id="footnote_1_175" class="footnote"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3464638014?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3464638014">Der Umwelt</a> an uns und diejenige, die wir an uns selbst haben</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/anti-diffamierungskampagne-headsets-fuer-alle-kurzknapp-16/">Anti-Diffamierungskampagne » Headsets für alle | kurz&#038;knapp 16</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Wir haben zu viel Reichtum und zu wenig Vermögen(de) &#124; Werkstattnotiz LXIX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Feb 2008 17:52:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eliten]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine Sorge: es folgen keine klassenkämpferischen Parolen, keine Rufe nach Enteignung der Wirtschaftseliten. Denn auch wenn seit gestern in der Mehrzahl der bundesdeutschen Landesparlamente die Linkspartei vertreten ist, die Zeiten Büchners sind vorbei. &#34;Friede den Hütten! Krieg den Palästen!&#34; Das werden wir auch von Lafontaine, Gysi und Co. nicht mehr hören. Aber mein Thema ist ... <a title="Wir haben zu viel Reichtum und zu wenig Vermögen(de) &#124; Werkstattnotiz LXIX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/wir-haben-zu-viel-reichtum-und-zu-wenig-vermoegende-werkstattnotiz-lxix/" aria-label="Mehr Informationen über Wir haben zu viel Reichtum und zu wenig Vermögen(de) &#124; Werkstattnotiz LXIX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/wir-haben-zu-viel-reichtum-und-zu-wenig-vermoegende-werkstattnotiz-lxix/">Wir haben zu viel Reichtum und zu wenig Vermögen(de) | Werkstattnotiz LXIX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" width="285" height="190" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/02/Geld_01a.jpg"  alt="Geld_01a.jpg" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 8px; padding: 1px;" />Keine Sorge: es folgen keine klassenkämpferischen Parolen, keine Rufe nach Enteignung der Wirtschaftseliten. Denn auch wenn seit gestern in der Mehrzahl der bundesdeutschen Landesparlamente die Linkspartei vertreten ist, die Zeiten Büchners sind vorbei. &quot;<em>Friede den Hütten! Krieg den Palästen!</em>&quot; Das werden wir auch von Lafontaine, Gysi und Co. nicht mehr hören. </strong></p>
<p>Aber mein Thema ist eigentlich ein anderes. Nicht der sozialistische Traum, sondern die Praxis der marktliberalen Demokratie. Ein interessantes <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/31/159598/" rel="noopener noreferrer">SZ-Interview </a>beleuchtet einen Schwachpunkt unserer Gesellschaft: wir leiden unter einem eklatanten Mangel an Vermögenden. </p>
<p>Wenn man das fragwürdige Gebaren der ökonomischen Eliten analysiert, wenn man die Raffgiermentalität der Bestverdienenden kommentiert, dann kann man sich der Zustimmung eines bestimmten Klientels sicher sein. Genauso sicher folgt aber postwendend von irgendwoher der Vorwurf, man schüre doch nur wieder eine &quot;Neiddebatte&quot;.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Und täglich droht die Neiddebatte. Wir haben ganz schön weinerliche Eliten&#8230;<br /></h4>
<p>&quot;Neiddebatte&quot; ist bäh! Artverwandt mit der hinlänglich bekannten &quot;Moralkeule&quot; und überhaupt sei dies ohnehin typisch deutsch. Denn nirgendwo sonst hätten es die Leistungsträger so schwer wie hierzulande. Aber Neid und Mißgunst seien ja beinahe sowas wie bundesdeutscher Volkssport. Kein Wunder, daß diejenigen, die es sich leisten können, ins Ausland ziehen&#8230; </p>
<p>Ich wundere mich dann jedesmal über diese Empfindlichkeit derjenigen, die doch wöchentlich 70-80-Stunden kompromißlos und zielstrebig ihre Arbeit tun, sich dann aber &#8211; wenn sie zufälligerweise beim Frühstücksespresso eine unliebsame Schlagzeile lesen &#8211; als weinerliche Jammerlappen gerieren: &quot;Oh, wie schlecht geht es mir. Ich bin umzingelt von einer Neidgesellschaft!&quot; Trost brauchen die Herrschaften von meiner Seite nicht zu erwarten. </p>
<p>Dafür möchte ich all den Gut-, Besser- und Bestverdienenden das Interview mit Thomas Druyen in der SZ vom Samstag empfehlen. Druyen &#8211; Inhaber des Lehrstuhls für Vergleichende Vermögenskultur an der Sigmund Freud Privat-Universität in Wien &#8211; äußert sich zu einigen Aspekten des Reichtums. Gleich zu Anfang kommt natürlich die unvermeidliche Frage, ob Geld glücklich mache. Kaum überraschend, aber immer wieder schön zu lesen:&nbsp;</p>
<blockquote><p>SZ: Ich traue mich kaum zu fragen. Aber die Frage muss sein: Macht Geld glücklich?</p>
<p>Druyen: Das ist eine Frage, die ich in jedem meiner Gespräche mit sehr reichen Menschen gestellt habe.</p>
<p>SZ: Und die Antwort?</p>
<p>Druyen: Wir können hier nur über Tendenzen sprechen. Aber man muss klar sagen, die Antwort lautet: nein!</p></blockquote>
<p>Naja, wer sich einmal mit sozialwissenschaftlicher Glücksforschung beschäftigt hat, kann darüber kaum verwundert sein. Der Punkt, der dann angesprochen wird, ist in meinen Augen aber sehr bedenkenswert: es geht um eine Unterscheidung zwischen reichen Personen und vermögenden Personen. Und, worauf man auch selbst hätte kommen können: die Summe auf dem Bankkonto hat nichts damit zu tun, welcher Gruppe man zugehört. </p>
<blockquote><p>Druyen: Meine Gegenüberstellung beruht auf Reichen, die sich nur um sich selber kümmern, und Vermögenden, die Verantwortung auch für die Gesellschaft übernehmen. Der Begriff des Vermögens umfasst eine immaterielle Seite &#8211; nicht nur eine materielle. Das hat mit Können, mit Kompetenz, mit Erfahrung und mit dem Willen zur Wertschätzung zu tun.</p>
<p>SZ: Ist jemand wie Herr Zumwinkel ein Reicher oder ein Vermögender?</p>
<p>Druyen: Zumwinkel kann nur ein Reicher sein, denn ein Vermögender würde so etwas nicht tun. Der Begriff &quot;Vermögende&quot; wird im Grunde wie eine Auszeichnung verliehen. Dazu muss man für die Gemeinschaft etwas Gutes getan haben. Ich interviewe nur Vermögende, nicht Reiche. Zumwinkel würde mich als Forschungsgegenstand nicht interessieren. </p>
<p>SZ: &quot;Vermögender&quot; ist ein Prädikat?</p>
<p>Druyen: Aristoteles hat den Begriff weitgehend geprägt. Und der sagt: Vermögen haben heißt, etwas konstruktiv in die Zukunft umzusetzen. Das Wort hat zwei Bedeutungen: Man hat Vermögen. Und man hat das Vermögen, etwas damit zu tun. Es geht um die Verantwortung der Reichen für eine Gesellschaft. Darüber gibt es natürlich keinen Zweifel: Wer mehr Glück hatte, auch wenn er mehr Leistung gebracht hat, der hat eine Verantwortung für die Gesellschaft! Das ist die Idee, die hinter der Vermögenskultur steckt: Dass diejenigen, die über herausragende Mittel verfügen, diese dem Staat nicht einfach zur Verfügung stellen, sondern über eine neue professionalisierte Philanthropie selbst etwas zur Beseitigung der Armut beizutragen. So jemand muss etwas an die Gemeinschaft zurückgeben.&nbsp;</p></blockquote>
<h4 class="pullquote"> Sollte man nicht ab einem bestimmten Jahresverdienst gewisse Pflichtkurse belegen müssen? &#8211; Titel: &quot;In 10 Schritten vom Reichtum zum Vermögen&quot; <br /></h4>
<p>Wunderbar, oder? Jetzt könnte man lange Erörterungen anschließen. Man könnte an das Grundgesetz und dessen Artikel 14, Absatz 2 erinnern, wo die sog. &quot;Sozialbindung des Eigentums&quot; niedergelegt ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/wir-haben-zu-viel-reichtum-und-zu-wenig-vermoegende-werkstattnotiz-lxix/#footnote_0_200" id="identifier_0_200" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Wortlaut hei&szlig;t es dort: &quot;Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&quot;">1</a> </p>
<p>Darauf kommt es aber gar nicht an. Es ginge vielmehr darum, die Eliten daran zu erinnern, daß im besten liberalen Sinne das Eigentum<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/wir-haben-zu-viel-reichtum-und-zu-wenig-vermoegende-werkstattnotiz-lxix/#footnote_1_200" id="identifier_1_200" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Also das Recht des Einzelnen auf Privateigentum und die Pflicht des Staates, die Ordnungsbedingungen zu gew&auml;hrleisten.">2</a> eine weitere Facette hat: nämlich daß in dem Moment, in dem mir Eigentum zufließt, mir gleichzeitig auch Verantwortung zugemutet wird. Verantwortung, die sich nicht darin erschöpft Reichtum zu genießen, sondern eine Verantwortung, mein Vermögen &quot;auszuüben&quot;. </p>
<p>In diesem Sinne möchte ich all den schwerreichen Jungs und Mädels zurufen: &nbsp;</p>
<p>&quot;Verdient so viel ihr wollt. Handelt Verträge mit den lukrativsten Konditionen aus. Aber habt danach bitte nicht nur sagenhaft viel Geld auf dem Konto, sondern habt Vermögen!&quot;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Link:</em></p>
<ul>
<li>Hordych, Harald: &quot;<a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/31/159598/" rel="noopener noreferrer">Alle wollen immer reicher werden</a>&quot;, Interview mit Vermögensforscher Druyen, SZ, 23.2.2008</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_200" class="footnote">Im Wortlaut heißt es dort: &quot;Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&quot;</li><li id="footnote_1_200" class="footnote">Also das Recht des Einzelnen auf Privateigentum und die Pflicht des Staates, die Ordnungsbedingungen zu gewährleisten.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/wir-haben-zu-viel-reichtum-und-zu-wenig-vermoegende-werkstattnotiz-lxix/">Wir haben zu viel Reichtum und zu wenig Vermögen(de) | Werkstattnotiz LXIX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Traditionen der Rede von der Politikverdrossenheit » Rechte und linke Varianten der Parlamentarismuskritik im Anschluß an Jean-Jaques Rousseau</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 13:43:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/21/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was meinen wir, wenn wir von Politikverdrossenheit reden? Ist Politikverdrossenheit etwa gleichzeitig Demokratieverdrossenheit? Und, wenn ja, welches Demokratieverständnis steht hier in der Kritik? Lediglich die Spielart, die wir als parlamentarisch-repräsentative Demokratie vor Augen haben oder wären auch eher direktdemokratische Varianten (etwa gemäß des eidgenössischen Vorbilds) genauso von der ablehnenden Haltung betroffen?Um sinnvoll darüber reden zu ... <a title="Traditionen der Rede von der Politikverdrossenheit » Rechte und linke Varianten der Parlamentarismuskritik im Anschluß an Jean-Jaques Rousseau" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/" aria-label="Mehr Informationen über Traditionen der Rede von der Politikverdrossenheit » Rechte und linke Varianten der Parlamentarismuskritik im Anschluß an Jean-Jaques Rousseau">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/">Traditionen der Rede von der Politikverdrossenheit » Rechte und linke Varianten der Parlamentarismuskritik im Anschluß an Jean-Jaques Rousseau</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was meinen wir, wenn wir von Politikverdrossenheit reden? Ist Politikverdrossenheit etwa gleichzeitig Demokratieverdrossenheit? Und, wenn ja, welches Demokratieverständnis steht hier in der Kritik? Lediglich die Spielart, die wir als parlamentarisch-repräsentative Demokratie vor Augen haben oder wären auch eher direktdemokratische Varianten (etwa gemäß des eidgenössischen Vorbilds) genauso von der ablehnenden Haltung betroffen?</strong><br /><a target="_blank" href="http://www.onezblog.de/item/2007/06/erster-politischer-blog-karneval/"><img loading="lazy" decoding="async" width="180" height="60" align="right" style="margin: 12px;" alt="Blogkarneval01.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/06/Blogkarneval01.jpg" /></a><br />Um sinnvoll darüber reden zu können, was es mit der vermeintlichen Politikverdrossenheit auf sich hat, lohnt sich also ein Blick auf die ihr zugrunde liegenden Konzepte, wie sie in der demokratietheoretischen Diskussion angelegt sind. Die Kritik an der Demokratie, an der Leistungsfähigkeit neuzeitlicher gesellschaftlicher Repräsentationsregime ist – was kaum verwunderlich ist – nicht neu. Die immer wieder aufflammenden Debatten, ob und in welchem Sinne die gewählten Volksvertreter überhaupt das Volk, also die Interessen der Wahlbürger, vertreten, sind stets durch wohlbekannte Argumente gekennzeichnet.</p>
<p>Im Mittelpunkt stehen dabei einerseits Zweifel, ob die öffentlichen parlamentarischen Verfahren überhaupt den Raum bilden, an dem die fraglichen Entscheidungen getroffen werden. Hier keimt immer wieder der Verdacht auf, daß Korruption und der Virus des Lobbyismus die demokratischen Institutionen längst von innen ausgehöhlt haben und unsichtbar fernsteuern. Andererseits wird immer wieder bemängelt, daß sich die Führungselite nicht aus den tatsächlich fähigsten und kompetentesten Milleus rekrutiere. Mit anderen Worten: die Entscheider in Ministerien und Verwaltung sowie die parlamentarische Führungsregie seien lediglich besseres Mittelmaß. Unattraktive Bezahlung und Strukturdefizite verhinderten – so das Lamento – , daß die wirklichen Leistungs- und Führungseliten die Spitzenpositionen in der Politik einnehmen würden.</p>
<p>Während der Verdacht der Korruption und des stillschweigenden Machtkartells zumeist aus einer eher ‚linken Ecke‘ formuliert wird, ist die Kritik an der personellen Ausstattung meist weltanschaulich konservativ motiviert. Interessant dabei ist, daß in der Diskussion um Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Verfahren die Argumentslogik der linken und rechten Parlamentarismuskritik gar nicht so weit auseinander liegen. Und noch spannender ist, daß sie sich beide immer wieder auf denselben Gewährsmann beziehen. Nämlich auf <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Rousseau">Jean-Jaques Rousseau</a> und dessen Demokratietheorie.&nbsp;</p>
<p>Aus diesem Grund lohnt sich eine kurze Skizze der rousseauistischen Demokratiekonzeption, um daraufhin exemplarisch die kritische linke Position darzustellen, die mit dem Namen von <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agnoli">Johannes Agnoli</a> verknüpft ist. Im Kontrast dazu eignet sich die Schrift „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“ von <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt">Carl Schmitt</a> aus dem Jahr 1923, anhand derer die konservative Position skizziert werden kann.</p>
<p><em>Bei diesem Artikel handelt es sich im übrigen um einen Beitrag zum &#8218;<a target="_blank" href="http://www.onezblog.de/item/2007/06/erster-politischer-blog-karneval/">politischen Blogkarneval</a>&#8218; &#8211; ein weiterer Artikel der Wissenswerkstatt findet sich <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/21/der-universale-raum-der-politik-weshalb-die-rede-von-der-politikverdrossenheit-in-die-irre-fuehrt/">hier</a>.</em></p>
<p><strong>Rousseaus Demokratiekonzeption als Grundlage der Parlamentarismuskritik</p>
<p>1. Rousseaus Beitrag zur Demokratietheorie</strong></p>
<p>Am Werk des &quot;egozentrischsten Denkers in der Geschichte der Philosophie&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_0_48" id="identifier_0_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe. 25. Aufl., M&uuml;nchen, 1994. S. 160">1</a> scheiden sich auch heute noch die Geister. Wie hätte es auch anders sein sollen? Schließlich haben die politisch-philosophischen und moralisch-ethischen Schriften Jean-Jaques Rousseaus stets äußerst unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen; sein Zeitgenosse Voltaire, mit dem sich der Genfer freilich heftig verkrachte, beschimpfte ihn als einen Erznarren, als Monstrum und gar als Scharlatan, Kant hingegen beschäftigte sich intensiv mit Rousseau und erkannte in ihm denjenigen, der ihn &quot;zurechtgebracht&quot; hatte. Entsprechend werden seine staats- und demokratietheoretischen Ausführungen seit jeher ambivalent interpretiert. So wird er einerseits als &quot;Vertreter des klassischen Demokratiemodells&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_1_48" id="identifier_1_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schumpeter, Joseph A.: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Bern, 1950.">2</a> und &quot;Apostel der Direkt-Demokratie&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_2_48" id="identifier_2_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Friedrich, Carl Joachim: Der Verfassungsstaat der Neuzeit. Berlin, 1953.">3</a> bezeichnet, F.A. Hermens bescheinigt ihm gar die &quot;wissenschaftlich am besten durchformte, (&#8230;) auch heute noch durchschlagkräftigste Auffassung vom Wesen der Demokratie&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_3_48" id="identifier_3_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hermens, Ferdinand Aloys: Demokratie und Kapitalismus. M&uuml;nchen/Leipzig, 1931.">4</a> entwickelt zu haben. Andererseits wird Rousseau vorgehalten, der &quot;Totengräber der Demokratie&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_4_48" id="identifier_4_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="alle Stellen zitiert nach: Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. 2. Aufl., Opladen, 1997. S. 74ff.">5</a> und sogar &quot;Urheber des Totalitarismus&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_5_48" id="identifier_5_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Brockard, Hans: Anmerkungen, in: Rousseau, Jean-Jaques, Vom Gesellschaftsvertrag oder Grunds&auml;tze des Staatsrechts. Stuttgart, 1977. ">6</a> zu sein.</p>
<p><strong>1.1. Der Demokratiebegriff bei Rousseau</strong></p>
<p>Betrachtet man Rousseaus Ausführungen zu den verschiedenen republikanischen Staatsformen, stellt man fest, daß sein Demokratiebegriff erheblich von unserem (modernen) Demokratieverständnis abweicht. In seiner Lehre von den Regierungsformen unterscheidet er zwischen Monarchie, Aristokratie und Demokratie, wobei für ihn allein die Anzahl der an der Exekutive beteiligten Bürger ausschlaggebend ist.</p>
<p>So ist das Kennzeichen einer Demokratie nach Rousseau &quot;eine besondere Art der Exekutive, nämlich diejenige, bei der die Mehrheit der Bürger zugleich ausführend tätig ist, während die Gesetzgebung in der Hand des (ganzen) Volkes liegt&quot;.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_6_48" id="identifier_6_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Brockard, Hans: Anmerkungen, in: Rousseau, Jean-Jaques, Vom Gesellschaftsvertrag oder Grunds&auml;tze des Staatsrechts. Stuttgart, 1977.">7</a></p>
<p>Als Bedingungen setzt er zusätzlich erstens &quot;einen sehr kleinen Staat&quot; und zweitens eine homogen strukturierte Gesellschaft, die sich durch eine &quot;Einfachheit der Sitten&quot; und &quot;Gleichheit in Stand und Vermögen&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_7_48" id="identifier_7_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Contract Social, III. Buch, 4. Kapitel. zitiert nach: Rousseau, Jean-Jaques: Politische Schriften. &Uuml;bersetzung und Einf&uuml;hrung von Ludwig Schmidts. Paderborn, M&uuml;nchen, 1995.">8</a> auszeichnet. Diese Begrenzung auf kleinste Gemeinwesen erklärt sich daraus, daß Rousseau die Volkssouveränität absolut setzt und ihm demzufolge eine identitäre Direkt-Demokratie nach Muster einer Volksversammlungsherrschaft athenischer Art als Ideal dient.</p>
<p>Insofern wird verständlich, daß man ihm eine &quot;exzentrische Demokratiedefinition&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_8_48" id="identifier_8_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="so etwa: Dahl, Robert A.: Democracy and its critics. Cambridge, 1989.">9</a> vorgeworfen hat. Dies sicher auch, weil er das Repräsentationsprinzip als für die Demokratie unzulässig erklärt. Trotz dieser auch semantischen Problematik hat Rousseaus Demokratiekonzeption aufgrund ihres starken basis- und direktdemokratischen Gehalts und der Betonung der unteilbaren und unveräußerlichen Volkssouveränität als Quelle und Fundament des Staates große Beachtung hervorgerufen. Jedoch wird der Einfluß Rousseaus hinsichtlich moderner Demokratieformen zumeist überschätzt, schließlich liegt – was man zweifelsfrei eingestehen muß – vor allen Dingen in Folge der überwiegend normativ ausgerichteten Konzeption &quot;die Qualität und Leistungskraft des demokratietheoretischen Ertrags deutlich unter dem Niveau, das vor ihm von z.B. Montesquieu erreicht worden war&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_9_48" id="identifier_9_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. 2. Aufl., Opladen, 1997. S.79">10</a>. Auch Iring Fetscher kommt zu dem Schluß, daß Jean-Jaques Rousseau gewiß &quot;nicht der Theoretiker der modernen europäischen Demokratie&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_10_48" id="identifier_10_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fetscher, Iring: Rousseaus politische Philosophie. 7. Aufl., Frankfurt a. M., 1993. S. 255">11</a> ist.</p>
<p><strong>2. Rousseaus Demokratiekonzeption als Grundlage der Demokratie- und Parlamentarismuskritik</strong></p>
<p>Allerdings bildete &#8211; und das ungeachtet des vielfach bemängelten normativ, fortschrittsskeptischen Konzepts &#8211; Rousseaus Lehre die Grundlage der vielbeachteten Demokratie- und Parlamentarismuskritik von links und rechts. Die Unzufriedenheit mit der repräsentativen Demokratie, die sich auf die freie Konkurrenz politischer Eliten beschränkt, hat somit zu einer Erneuerung und Renaissance von Gedanken der direkten Demokratie geführt, die &#8211; bewußt oder unbewußt &#8211; auf Rousseaus Demokratiekonzept zurückgreifen.</p>
<p>Im folgenden soll anhand jeweils eines Vertreters der verschiedenen Richtungen gezeigt werden, in welcher Hinsicht die Thesen Rousseaus in der Parlamentarismuskritik des 20. Jahrhunderts Eingang gefunden haben.</p>
<p>Carl Schmitt, der bedeutendste, aber zugleich umstrittene, Staatsrechtler der Weimarer Republik, vertritt in &quot;Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus&quot; die <strong>Ansicht, daß die parlamentarische Regierungsform zur Destabilisierung und Partikularisierung der Staatsmacht führe</strong>. Später als &quot;Kronzeuge des Dritten Reichs&quot; bezeichnet, kritisiert er die repräsentative Demokratie und deren Ausformung in der modernen Massendemokratie. An deren Stelle setzt Schmitt einen autoritär-elitären Führerstaat mit plebiszitären Elementen.</p>
<p>Im Gegensatz dazu soll Johannes Agnolis Konzeption kurz analysiert werden. Er ist eher ein Vertreter, der den heutigen Attac-Sympathisanten und Globalisierungskritikern nahestehen sollte.</p>
<p>Immerhin als die &quot;Bibel der APO&quot; wurde die 1967 vom Berliner Politikwissenschaftler Johannes Agnoli veröffentlichte Untersuchung &quot;Die Transformation der Demokratie&quot; bezeichnet oder, wenn die Formulierung vom anderen Lager gebraucht wurde: geschmäht. Agnoli entwickelt dort eine sog. „Involutionstheorie“, die den <strong>Prozeß der Rückbildung ursprünglich demokratischer Staaten in vor- und antidemokratische, autoritäre Formen</strong> beschreibt. Im Gegensatz zu Schmitt behauptet er eine stabilisierende Funktion des Parlaments. Ähnlich wie Herbert Marcuse und andere Vertreter der Kritischen Theorie kritisiert er die durch die kapitalistischen Produktionsverhältnisse hervorgerufenen Klassengegensätze. Lediglich durch eine Illusion des Parteien- und Interessenpluralismus und das Wirken der Kulturindustrie werde, Agnoli zufolge, der antagonistische Widerspruch der Industriegesellschaft verdeckt und schließlich entschärft. Zweck des Staates sei eine Garantie der Reproduktion der gegebenen Verhältnisse.</p>
<p>Entsprechend der Einteilung von Manfred G. Schmidt, der als Kernpunkte der Demokratielehre Rousseaus die Volkssouveränitätslehre und die aus dem freien Vertrag resultierende Vergesellschaftung als Identität von Regierenden und Regierten nennt und schließlich in die zwei Problembereiche Gemeinwohl und Repräsentation unterteilt, soll im folgenden die Argumentation einerseits von Rousseau, andererseits von C. Schmitt und J. Agnoli gegenübergestellt werden.<br /><strong><br />2.1. Radikale Volkssouveränitätslehre</strong></p>
<p>Rousseaus Staatsverständnis ist geradezu revolutionär. Für ihn beruht der Staat weder auf Gottesgnadentum noch auf autoritärer Herrschaft, sondern auf freier Vereinbarung, &quot;in der jeder einzelne sich mit allen verbündet, nur sich selbst gehorcht und so frei bleibt wie zuvor&quot;. [CS, I, 6]<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_11_48" id="identifier_11_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zitate im folgenden beziehen sich auf die Kapitel und Abs&auml;tze des &bdquo;Contrat Social von Rousseau">12</a> So Rousseaus vielversprechende Formulierung. Da sie für Rousseau derart konstitutiv ist, begründet diese prinzipiell unbeschränkte Volkssouveränität die gesamte Rechtsordnung. Allerdings ist es aber auch möglich, ihr neben diesem liberal-basisdemokratischen auch einen autoritären Charakter zu verleihen, denn wer &quot;den Gehorsam verweigert, muß durch den ganzen Körper dazu gezwungen werden. Das heißt nichts anderes, als daß man ihn zwingt, frei zu sein.&quot; [CS, I, 7]</p>
<p>Diese Akzentsetzung und die gefährliche Homogenitätsforderung wird beispielsweise von Schmitt aufgegriffen. Carl Schmitt nämlich begreift den freien Vertragsschluß lediglich als liberale Fassade, als wesentliche Leistung betrachtet er den Begriff der Homogenität, denn &quot;der wahre Staat nach Rousseau existiert nur, wo das Volk homogen ist.&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_12_48" id="identifier_12_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schmitt, Carl: Die geistesgeschichliche Lage des heutigen Parlamentarismus. 6. Aufl., Berlin, 1985. S. 18">13</a> Diese für ihn elementare Vorstellung präzisiert er folgendermaßen: &quot;Die politische Kraft einer Demokratie zeigt sich darin, daß sie das Fremde, die Homogenität Bedrohende zu beseitigen weiß. [&#8230;] Eine Demokratie kann einen Teil der vom Staate beherrschten Bevölkerung ausschließen, ohne aufzuhören Demokratie zu sein.&quot; [Schmitt: 14] Es sind höchst unerfreuliche Assoziationen, die einem bei solchen Worten durch den Kopf gehen. Aber die Sichtweise ist durchaus bei Rousseau angelegt.</p>
<p>Die Verabsolutierung der Volkssouveränität und die Interpretation des Gedankens von Rousseau, daß unter bestimmten Umständen, wenn es sich &quot;um das Wohl des Vaterlandes handelt&quot; [CS, IV, 6], eine Diktatur notwendig und legitim sein könne, um &quot;die öffentliche Freiheit zu verteidigen, ohne sie jemals antasten zu wollen&quot; [ebd.], führt Schmitt schließlich folgenderweise aus:</p>
<blockquote><p>&quot;Die Konsequenz [der Krise des Parlamentarismus] ist die Diktatur, die Suspendierung der Demokratie im Namen der wahren, erst noch zu schaffenden Demokratie. Auch während einer solchen Übergangszeit kann die demokratische Identität herrschen und der Wille des Volkes allein maßgebend sein.&quot; [Schmitt: 37]</p></blockquote>
<p>Daß hehre Motive auch nicht vor Greueltaten bewahren, lehrt freilich die Geschichte des 20. Jahrhunderts eindringlich. Für Schmitt war es noch nicht ganz so offensichtlich, daß seine prophetische Rede von der Schaffung einer „wahren Volksdemokratie“ alsbald in Deutschland und wenig später in Rußland grausame Wirklichkeit werden sollte. Das Ziel darf, so wissen wir hoffentlich heute, nicht zur Legitimation jedweder Verfahren zur Erreichung desselben sein.</p>
<p>Auf die Volkssouveränität als Quelle jedes legitimen Staates geht auch Johannes Agnoli ein. Nicht die Souveränität des Volkes, sondern eine &quot;Verfassungssouveränität&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_13_48" id="identifier_13_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Abromeit, Heidrun: Volkssouver&auml;nit&auml;t, Parlamentssouver&auml;nit&auml;t, Verfassungssouver&auml;nit&auml;t: Drei Realmodelle der Legitimation staatlichen Handelns, in: Politische Vierteljahresschrift 36, S. 49-66.">14</a> erkennt er für die Bundesrepublik.</p>
<blockquote><p>&quot;Es wurde die Lebenslüge enthüllt, [&#8230;] das deutsche Volk habe sich sozusagen vollverantwortlich ein Grundgesetz gegeben und also von Anfang an seine, des Volks und seiner Mehrheit, Souveränität vollzogen. Mitnichten, weder durch die direkte Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung, noch durch die direkte Abstimmung über einen dem Volk vorgelegten Verfassungsentwurf. Das will heißen, daß [das Grundgesetz] in Wirklichkeit vom Volk weder gegeben noch gewollt wurde, vielmehr einen klassischen Fall von oktroyierter, verfassungsähnlicher politischer Ordnung darstellt.&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_14_48" id="identifier_14_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Agnoli, Johannes: Die Transformation der Demokratie und andere Schriften zur Kritik der Politik. Freiburg, 1990. S. 151">15</a></p></blockquote>
<p>Man darf freilich im Hinblick auf die Lebenslüge auch anderer Auffassung sein; zumindest kann auch eine Verfassung (wie es das Grundgesetz ist) trotz der Rahmenbedingungen seines Zustandekommens<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_15_48" id="identifier_15_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="denn fraglos diktierten die Siegerm&auml;chte einige Bedingungen, da&szlig; jedoch viele Prinzipien sehr wohl freiheitlich und fortschrittlich sind, kann man 60 Jahre sp&auml;ter dennoch erkennen">16</a> die Basis eines freiheitlich-liberalen Staates sein.</p>
<p>Aber im Anchluß an Rousseau ist Agnolis beißende Kritik durchaus plausibel: vergegenwärtigt man sich die Argumentation Rousseaus, der darlegt: &quot;Jedes Gesetz, das das Volk nicht selbst bestätigt, ist null und nichtig: es ist kein Gesetz&quot; [CS, III, 15], so werden die Parallelen in diesem Punkt ersichtlich.</p>
<p>Rousseau allerdings geht noch weiter, er erklärt sogar eine vom Volk bestätigte Verfassung, die nicht eine kontinuierliche Beteiligung und Verwirklichung der ureigenen Souveränität garantiert, für ungültig: &quot;Es genügt nicht, daß das versammelte Volk ein für alle Male die Verfassung des Staates mit der Einsetzung eines Gesetzeswerks formuliert hat.&quot; [CS, III, 13] Agnoli vertritt sogar die Ansicht, daß die Verfassung „das unterstellte Ideal der Volkssouveränität“ [Agnoli: 202] aufhebe.<br /><strong><br />2.2. Vergesellschaftung der Politik &#8211; Identität von Regierenden und Regierten</strong></p>
<p>Aus dem fundamentalen Postulat der Volkssouveränität resultiert in Rousseaus Lehre eine häufig als Identitätstheorie bezeichnete Konstruktion. Infolge des auf freier Vereinbarung beruhenden Vertrags verschmelzen Staat und Gesellschaft zu einer Einheit; Staat und Gesellschaft müssen &quot;realidentisch&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_16_48" id="identifier_16_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So die treffende Formulierung von M. Forschner: Forschner, Maximilian: Rousseau. 1. Aufl., Freiburg, M&uuml;nchen, 1977. S. 114">17</a> sein, die Staatsangelegenheiten werden somit zur Sache aller Bürger, denn &quot;aus dieser Vergesellschaftung entsteht ein Kollektivkörper.&quot;[CS, I, 7]]</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wird es leicht begreiflich, daß sich sozialistische Theorien immer wieder auf Rousseau berufen und auch Agnoli orientiert sich an diesem Ideal. In seiner Untersuchung am Beispiel der Bundesrepublik glaubt er zu erkennen:</p>
<blockquote><p>&quot;Im parlamentarischen System sind die Bürger aus der Verwaltung ihrer eigenen öffentlichen Angelegenheiten ausgeschlossen. Der Staat bildet das rechtliche Werkzeug die politische Herrschaft zum Reservat geschlossener Gruppen zu machen. Verfassungsstaatlich muß nur noch die Legitimation zu herrschen bei den Massen eingeholt werden.&quot;[Agnoli: 56]</p></blockquote>
<p>Ein krasser Verstoß also gegen Rousseaus Auffassung der Demokratie, die Agnoli hier offensichtlich teilt. Und ebenso eindeutig von Rousseau entlehnt, bemerkt Agnoli im folgenden: &quot;Das Identitätsverhältnis zwischen Regierten und Regierenden, das dem demokratischen Gedanken zugrunde liegt, [muß] als eine Fiktion angesehen werden.&quot; [79]</p>
<p>Vielleicht weniger zu erwarten ist, jedoch auch ein wesentliches Element der späteren Propaganda,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_17_48" id="identifier_17_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. NS-Ideologie: &quot;Ein Volk, ein Reich, ein F&uuml;hrer!&quot;">18</a> daß auch Schmitt dem Identitätsgedanken in seiner Konzeption einen sehr hohen Stellenwert einräumt. Denn aus der im Bezug auf die Volkssouveränität angesprochenen Homogenität &quot;ergibt sich die demokratische Identität von Regierenden und Regierten.&quot;[Schmitt: 20] Schmitts Bekenntnis zur Demokratie nach seiner Vorstellung ist dann gar deckungsgleich mit der des Genfer Bürgersohns.</p>
<blockquote><p>&quot;Die Logik der Demokratie: Identität von Regierenden und Regierten, Herrscher und Beherrschten, Identität von Subjekt und Objekt staatlicher Autorität, [&#8230;] Identität von Staat und Gesetz.&quot; [Schmitt: 35]</p></blockquote>
<p><strong><br />2.3. Gemeinwohl &#8211; Gemeinwille gegen Sonderinteressen</strong></p>
<p>Eine herausragende Rolle in Rousseaus staatstheoretischen Arbeiten spielt der Gemeinwille (volonté générale). Er unterscheidet in dieser Frage zwischen dem Einzelwillen (volonté particulière), der &quot;seiner Natur nach nach Bevorzugung strebt&quot; [CS, II, 1] und dem Gemeinwillen, &quot;der allein die Kräfte des Staates dem Zweck seiner Gründung entsprechend lenken kann&quot; [CS, II, 1] und legt darüberhinaus noch fest, &quot;daß der Gemeinwille immer recht hat und immer auf das Gemeinwohl zielt.&quot; [CS, II, 3] Doch erkennt er auch die Gefahr, daß dieser Prozeß der Findung des Gemeinwillens beeinträchtigt wird: &quot;denn das Volk wird oft getäuscht und dann scheint es zu wollen, was schlecht ist.&quot;[CS, II, 3] Um die Verfälschung des Gemeinwillens zu verhindern, schlägt Rousseau vor, &quot;daß es im Staat keine Teilgesellschaften gibt und daß jeder Bürger nur seine eigene Meinung vertritt. Gibt es aber Parteien, so muß man ihre Zahl vervielfältigen.&quot; [CS, II, 3] und er warnt davor, &quot;daß kleine Parteien auf die Gesellschaft Einfluß ausüben&quot; [CS, IV, 1], um ihre Sonderinteressen zu vertreten.</p>
<p>Jedoch ist es von grundlegender Bedeutung, daß der Begriff der volonté général einen – wie Fetscher bemerkt – &quot;normativen Charakter&quot; hat und allein den Willen der &quot;Gemeinschaft als solcher&quot; bezeichnet; aber &quot;nicht den empirischen Willen der Summe der Glieder dieser Gemeinschaft&quot;[alle Zitate: Fetscher: 127]. Denn sollten sich, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, &quot;die Privatinteressen bemerkbar machen und [&#8230;] auf die Gesellschaft Einfluß auszuüben beginnen&quot;[CS, IV, 1] und wenn &quot;sich krasser Eigennutz mit dem heiligen Namen des Allgemeinwohls&quot; [CS, IV, 1] schmückt, dann folgt nicht daraus, &quot;daß der Gemeinwille vernichtet oder verfälscht ist. Nein! Er bleibt sich immer gleich, unveränderlich und rein. Aber er wird anderen Willensäußerungen [gelenkt von Privatinteressen, M.S.] untergeordnet, die stärker sind.&quot; [CS, IV, 1]</p>
<p>Tritt also ein solches Szenario ein, dann &#8211; führt man diesen Gedanken konsequent zu Ende &#8211; wird unter diesen Voraussetzungen die volonté générale, also nur noch von einer Minderheit der Bürger, die sich nicht durch Privatinteressen leiten läßt, artikuliert. So darf der Allgemeinwille &quot;nicht mit dem Willen einer Mehrheit des Volkes verwechselt werden.&quot; [Fetscher: 131] Jedoch erkennt Rousseau eine den (angeblichen) Gemeinwillen gegen die Mehrheit durchsetzende Elite keineswegs an, denn es liegt im Wesen des Gemeinwillens, daß er &quot;allgemein sein muß; daß er von allen ausgehen muß, um auf alle anwendbar zu sein.&quot; [CS, II, 4]</p>
<p>Die Problematik der Manipulation der Bürger, die &quot;oft getäuscht&quot; werden, greift auch Johannes Agnoli in seiner Analyse auf. Er kritisiert dabei den Einfluß der Interessenverbände, die anstatt &quot;sie evolutionäre oder revolutionäre Veränderungstendenzen organisierten und so dem sozialen Befriedungsprozeß entgegenwirkten, [&#8230;] als oligarchischer Verband die Interessen ihrer Mitglieder zum Werkzeug der Pläne und Interessen der Führungsstäbe&quot; [Agnoli: 49] machen. Doch Agnoli geht noch weiter und stellt fest,</p>
<blockquote><p>[daß] &quot;den Wählern lediglich die Illusion eines offenen Wettbewerbs der Parteien geboten&quot;[Agnoli: 51] wird, in Wirklichkeit aber &quot;haben sich die Parteien zum Gegenpol der Wahlbürger in den Apparat des Staates integriert; diese neue Form der staatlichen Organisation bildet die letzte Stufe eines zur lückenlosen Manipulation tendierenden Systems.&quot; [Agnoli: 51]</p></blockquote>
<p>In der gesamten Argumentation Agnolis bildet, in Anlehnung an die Konstruktion Rousseaus, der Gedanke, daß der die Gemeinschaft &quot;konstituierende Wille&quot; [Fetscher: 130] nie ganz absterbe, sondern allenfalls zum Schweigen gebracht werden könne, das Fundament auf dem er seine Kritik übt. Daraus folgt, daß eben solange sich z.B. die Vertreter der Kritischen Theorie, &quot;gegen die ungleiche Verteilung von Herrschaftspositionen und Privilegienchancen richten&quot; [Agnoli: 35], sie ihren Anspruch dem Gemeinwohl zu dienen, trotz ihrer Minderheitenposition behalten. Dies widerspricht allerdings in einem zentralen Punkt dem Rousseauschen Verständnis der volonté générale. [vgl. etwa: CS, II, 4]</p>
<p>Nicht weniger negativ bewertet Carl Schmitt die Verhältnisse der Weimarer Republik. &quot;Die Massen werden durch einen Propaganda-Apparat gewonnen. Das Argument im eigentlichen Sinne, das für die echte Diskussion charakteristisch ist, verschwindet.&quot; [Schmitt: 11] Und ganz im Sinne Rousseaus fordert er: &quot;Es darf keine Parteien geben, keine Sonderinteressen, keine religiösen Verschiedenheiten, nichts was die Menschen trennt.&quot; [Schmitt: 19] Ähnlich wie Agnoli, jedoch weniger differenziert, stellt Schmitt fest: &quot;Es macht eigentlich gar keinen Unterschied, ob man den Willen der Mehrheit oder den Willen der Minderheit mit dem Willen des Volkes identifiziert.&quot; Starke Worte eines wirkmächtigen Staatsrechtlers und Verfassungsphilosophen. Die Anlehnung an Rousseau ist hier allerdings deplatziert – diese Position stellt, wie bereits gezeigt, ein elementares Mißverständnis der Idee des Gemeinwillens dar.</p>
<p><strong>2.4. Repräsentation</strong></p>
<p>Sein Demokratiemodell begrenzt Rousseau bekanntlich auf kleinste Gemeinwesen. Da die Volkssouveränität ein unveräußerliches und unteilbares Recht ist, kann sie auch nicht delegiert werden; &quot;Die Souveränität kann aus dem gleichen Grund nicht vertreten werden, wie sie nicht veräußert werden kann. Sie besteht im wesentlichen aus dem Gemeinwillen, und der Wille läßt sich nicht vertreten: entweder ist er er selbst, oder er ist es nicht.&quot; [CS, III, 15] Er lehnt das Repräsentationsprinzip also kategorisch ab. &quot;Vom Augenblick an, wo sich ein Volk Vertreter gibt, ist es nicht mehr frei, ja es existiert nicht mehr.&quot; [CS, III, 15]</p>
<p>Seine Idee der direkten Ausübung der Souveränität durch das gesetzgebende Volk, das seiner Vorstellung nach nahezu ständig versammelt sein müßte, [vgl. CS, III, 4] ist freilich schon für ein Staatswesen in der Größe seiner Vaterstadt Genf kaum praktikabel, für Flächenstaaten überhaupt nicht denkbar. Unter Berücksichtigung des Vertragsschlusses, der zwar mit der &quot;vollständigen Überäußerung eines jeden Mitglieds mit all seinen Rechten an die Gemeinschaft&quot; einhergeht, jedoch &quot;jeder einzelne [&#8230;] nur sich selbst gehorcht und so frei bleibt wie zuvor&quot; [beide Stellen: CS, I, 6], erklärt sich von selbst, daß ein parlamentarisches System, völlig unvereinbar mit Rousseaus Prinzip einer undelegierbaren Freiheit ist. So hatte er folglich für Staaten mit einem Repräsentativsystem nur Hohn und Spott übrig: &quot;Das englische Volk glaubt frei zu sein. Es täuscht sich sehr. Es ist nur während der Wahl der Parlamentsmitglieder frei. Sobald sie gewählt sind, ist es Sklave: es ist nichts.&quot;[CS, III, 15]</p>
<p>Ähnlich hart urteilt auch Johannes Agnoli: &quot;Nirgends fühlen sich die Regierten so frei wie in den westlichen Demokratien. [&#8230;] Das Repräsentationsprinzip &#8211; der Kern des Parlamentarismus &#8211; wurde als Verfassungsnorm erdacht, gewollt und verwirklicht mit einer genau repressiven Aufgabe, die schon von Anfang an einen Befriedungscharakter trug: es galt, friedlich aber wirksam die Mehrheit der Bevölkerung von den Machtzentren des Staates fernzuhalten.&quot; [Agnoli: 39]</p>
<p>An die Adresse der BRD richtet er den Vorwurf: &quot;Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates haben ihre Aufgabe darin gesehen, eine konstitutionelle Demokratie ohne Beteiligung der Massen zu errichten und aufrechtzuerhalten. Und das lief &#8211; durchaus bewußt &#8211; in letzter Instanz auf eine Demokratie ohne demos hinaus.&quot; [Agnoli: 57] Agnolis Kritik am parlamentarischen System ist jedoch, im Gegensatz zu Rousseau, weniger prinzipieller Natur, also nicht gegen die Repräsentation als solche gerichtet, schließlich ist für ihn ein Rätesystem eine denkbare Alternative. Seine Haltung erklärt sich vielmehr aus seiner Erfahrung, daß &quot;staatliche Institutionen benutzt und transformiert werden, um als Instrumente der Friedensstiftung in einer konfliktual strukturierten Gesellschaft zu dienen.&quot; [Agnoli: 172] Er wendet sich also nicht gegen eine Volksvertretung, sondern prangert das &quot;parlamentarische Schattenboxen&quot; an, welches &quot;das Interesse von den wirklich politischen Problemen eines Landes auf relativ ungefährliche Auseinandersetzungen lenkt.&quot; [Agnoli: 69]</p>
<p>Zu einem völlig anderen Schluß gelangt Carl Schmitt. Er &quot;macht die Beobachtung, daß das Verhältniswahlrecht den Zusammenhang zwischen Wähler und Abgeordneten aufhebt [&#8230;] und das ganze parlamentarische System schließlich nur eine schlechte Fassade vor der Herrschaft von Parteien und wirtschaftlichen Interessen ist.&quot; [Schmitt: 28]</p>
<p>Hier befindet er sich zwar noch auf einer Linie mit Agnoli, der ebenfalls wirtschaftliche Interessen und die Parteipolitik kritisiert<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/#footnote_18_48" id="identifier_18_48" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&quot;So k&auml;mpfen die Parteien untereinander um die Regierungsmacht und bilden dennoch eine symbiotische Einheit, in deren geschlossenem Kreis der abstrakte F&uuml;hrungskonflikt ausgetragen wird.&quot; [Agnoli: 53]">19</a>, doch geht Schmitt noch weiter und fordert &quot;die Suspendierung der Demokratie.&quot; [Schmitt: 37] Die liberalen Wurzeln seien ein Anachronismus und man müsse &quot;wenigstens so viel Bewußtsein der geschichtlichen Situation haben, um zu sehen, daß der Parlamentarismus [&#8230;] seine geistige Basis aufgibt und das ganze System von Rede-, Versammlungs- und Preßfreiheit, öffentlichen Sitzungen, parlamentarischen Immunitäten und Privilegien seine ratio verliert.&quot; [Schmitt: 62]</p>
<p><strong>3. Rousseau als Stichwortgeber des Anti-Parlamentarismus?</strong></p>
<p>Die moral-philosophischen Werke Jean-Jaques Rousseaus, allen voran der Erziehungsroman &quot;Emile oder Über die Erziehung&quot; sind auch heute noch Bezugspunkt und Grundlage der modernen Pädagogik. Im Gegensatz dazu stoßen seine staatsphilosophischen und vor allen Dingen die demokratietheoretischen Äußerungen auf ungleich mehr Widerstand und Kritik, haben jedoch für das politische Denken Europas ebenfalls eminente Wichtigkeit erlangt.</p>
<p>Daß sich zwei Vertreter der Parlamentarismuskritik des 20. Jahrhunderts zumindest teilweise an Rousseau orientieren ist deshalb nicht weiter verwunderlich. Die in einigen Bereichen, um es vorsichtig auszudrücken, Berührungspunkte in der Argumentation von Schmitt und Agnoli erklären sich allerdings ausschließlich aus der Fundamentalopposition zum System der Weimarer Republik beziehungsweise zu dem der Bundesrepublik. Die ihnen zugrunde liegende Intention ist unzweifelhaft höchst unterschiedlich.</p>
<p>Für Schmitt &quot;steht Rousseau am Anfang der modernen Demokratie&quot; [Schmitt: 18] und schließlich paßt auch der identitätstheoretische Teil von Rousseaus Theorie sehr gut zu Schmitts Konzept eines plebiszitären Führerstaats. Die rousseauistische Betonung der radikalen Volkssouveränität und die Hervorhebung der politischen, sozialen und ökonomischen Gleichheit erklärt, daß sich häufig insbesondere Vertreter sozialistischer Ideen, wozu eben auch Johannes Agnoli zu zählen ist, auf Rousseau berufen. Die Frage, wessen Analyse letztendlich zutreffender ist, läßt freilich auch Agnoli offen: &quot;Wer hat nun das Richtigere getroffen: Carl Schmitt mit seiner These von der parlamentarisch bedingten Destabilisierung und Partikularisierung der Staatsmacht oder meine Mutmaßung, daß gerade das parlamentarische System ein Verfahren zur Herbeiführung friedlich-integrativer Reproduktionsformen sei.&quot; [Agnoli: 166]</p>
<p><strong>4.&nbsp; Die lange Tradition der Verdrossenheit und ihre Ursachen</strong></p>
<p>Ich hoffe, es ist deutlich geworden, daß im Grunde alle Argumentationsstränge, die wir heute in den Debatten um die Politikverdrossenheit und ihre Ursachen vorfinden, bereits bei Rousseau bzw. Carl Schmitt und Johannes Agnoli angelegt sind. Als Konstante und Kern aller Kritik lässt sich die Frage nach der legitimen Repräsentation und Entscheidungsfindung festmachen.</p>
<p>Denn die Quelle der Frustration, die sich dann zunächst in Politikverdrossenheit, später und schlimmerenfalls in Ablehnung freiheitlicher Strukturen äußert, entspringt nach meinem Dafürhalten dem Gefühl, daß die behauptete Repräsentation der Wahlbürger durch die professionellen Politiker längst nicht mehr gegeben ist. Früher kam diese Ansicht in der Rede vom &quot;Raumschiff Bonn&quot; zum Ausdruck; heute ist es die abgekapselte Sphäre des Politzirkels in Berlin, die &#8211; so eben die Kritik &#8211; längst die eigentlichen Probleme des &#8218;gemeinen Volkes&#8216; aus den Augen verloren habe und insofern auch keine Lösungen anbieten könne. Das Versprechen der Volkssouveränität werde also nicht mehr eingelöst.</p>
<p>Das also &#8211; der Zweifel an der Repräsentationsfähigkeit und am Repräsentationswillen &#8211; wäre eine der ersten Ursachen für die Ablehnung von Politik und ihren institutionalisierten Erscheinungsformen. Der zweite Punkt zielt auf die Formen der Entscheidungsfindung selbst. Hier wird in vielen Fällen angezweifelt, ob die Verfahren der parlamentarischen Diskussion und Aushandlung von Gesetzen und Verordnungen überhaupt mehr ist, als ein &quot;Schattenboxen&quot;. Diese Kritik findet sich auf der rechten, wie auf der linken Seite und entspringt der Tradition der &quot;Schule des Verdachts&quot;. Es ist &#8211; so deren Logik &#8211; in Wahrheit immer anders, als dem leichtgläubigen Bürger vorgegaukelt wird. In Wahrheit &#8211; so die These im Hinblick auf die Politik &#8211; regierten Eigeninteresse und Vorteilsnahme. Die Mächtigen in der Politik seien korrumpiert und bildeten einen verschworenen Klüngel mit den Eliten von Wirtschaft und Industrie. Die Sicherung von Einfluß und Pfründen stehe vor dem Gemeinwohl, so der Verdacht.</p>
<p>Es ist leicht nachzuvollziehen, daß man &#8211; sobald dieser Verdacht sich erstmal in den Köpfen eingenistet hat &#8211; nur schwerlich argumentativ dagegen vorgehen kann. Jeder Hinweis, jeder Versuch auf die Prozesse der Gesetzgebung, Gewaltenteilung, Kontrollmechanismen etc. hinzuweisen, wird lächelnd hingenommen, den da spricht eben einer, der diesem großen Apparat der Verblendung immer noch auf den Leim geht. Das ist eines der wesentlichsten Probleme, das mit der um sich greifenden Politikverdrossenheit einhergeht. </p>
<p>Als letzter Problemkreis sei noch jene prinzipielle Skepsis gegenüber den parlamentarisch-diskursiven Verfahren genannt, die stets darauf hinausläuft, daß reklamiert wird: &quot;Die reden nur, anstatt zu handeln.&quot; Auch hier ist nachzuvollziehen, daß sich bei oberflächlichem Hinsehen dieser Widerspruch auftut, allerdings zeigt sich auch hier, daß diese Kritik am Parlamentarismus lange Tradition hat. Das vermeintliche Palaver der Abgeordneten stand bereits in der Weimarer Republik im Schußfeld. </p>
<p>Was ich andeuten wollte: der Blick auf die grundlegenden Texte der europäischen Staats- und Demokratietheorie lehrt, daß es in der Hinsicht wenig Neues unter der Sonne gibt. Eigentlich sind alle Argumente ausgetauscht und die Positionen, die die Legitimation, die Homogenität oder die Glaubwürdigkeit der Verfahrensweisen anzweifeln, sind bekannt. Die Demokratie wird sich damit anfreunden müssen, daß es immer einen gewissen Teil der Bevölkerung gibt, der die Sphäre des politischen als belanglos oder als Schauplatz einer großen Verschwörung ansieht. Zu groß darf dieser Bevölkerungsteil selbstverständlich nicht werden. Deshalb gilt es immer wieder aufzuzeigen, daß es doch geht: man kann (egal ob in Parteien, Verbänden oder in alternativen Initiativformen) etwas verändern. Und schließlich: auch das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein Mittel, um seinem Frust Luft zu machen &#8211; dann stellt sich nur noch die Frage, ob man für seinen eigenen Standpunkt Mehrheiten gewinnen und begeistern kann. Diese Form des Protests stünde noch jedem politikverdrossenen Bürger offen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
</p>
<ul>
<li>Rousseau, Jean-Jaques: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/382520667X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=382520667X">Politische Schriften</a>. Übersetzung und Einführung von Ludwig Schmidts. Paderborn, München, 1995.</li>
<li>Agnoli, Johannes: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3894582324?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3894582324">Die Transformation der Demokratie und andere Schriften zur Kritik der Politik</a>. Freiburg, 1990. (EA: 1967)</li>
<li>Schmitt, Carl: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3428088395?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3428088395">Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus</a>. 6. Aufl., Berlin, 1985. (EA: 1923)</li>
<li>Fetscher, Iring: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/351827743X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=351827743X">Rousseaus politische Philosophie</a>. 7. Aufl., Frankfurt a. M., 1993.</li>
<li>Forschner, Maximilian: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3495473491?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3495473491">Rousseau</a>. 1. Aufl., Freiburg, München, 1977.</li>
<li>Schmidt, Manfred G.: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3825218872?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3825218872">Demokratietheorien</a>. 2. Aufl., Opladen, 1997.</li>
</ul>
<p><em>tags: Politische_Theorie, Parlamentarismus, Demokratiekritik, Rousseau, Repräsentation, Volkssouveränität, Parlamentarismuskritik, Traditionen</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_48" class="footnote">Weischedel, Wilhelm: Die philosophische Hintertreppe. 25. Aufl., München, 1994. S. 160</li><li id="footnote_1_48" class="footnote">Schumpeter, Joseph A.: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Bern, 1950.</li><li id="footnote_2_48" class="footnote">Friedrich, Carl Joachim: Der Verfassungsstaat der Neuzeit. Berlin, 1953.</li><li id="footnote_3_48" class="footnote">Hermens, Ferdinand Aloys: Demokratie und Kapitalismus. München/Leipzig, 1931.</li><li id="footnote_4_48" class="footnote">alle Stellen zitiert nach: Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. 2. Aufl., Opladen, 1997. S. 74ff.</li><li id="footnote_5_48" class="footnote">Brockard, Hans: Anmerkungen, in: Rousseau, Jean-Jaques, Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts. Stuttgart, 1977. </li><li id="footnote_6_48" class="footnote">Brockard, Hans: Anmerkungen, in: Rousseau, Jean-Jaques, Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts. Stuttgart, 1977.</li><li id="footnote_7_48" class="footnote">Contract Social, III. Buch, 4. Kapitel. zitiert nach: Rousseau, Jean-Jaques: Politische Schriften. Übersetzung und Einführung von Ludwig Schmidts. Paderborn, München, 1995.</li><li id="footnote_8_48" class="footnote">so etwa: Dahl, Robert A.: Democracy and its critics. Cambridge, 1989.</li><li id="footnote_9_48" class="footnote">Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. 2. Aufl., Opladen, 1997. S.79</li><li id="footnote_10_48" class="footnote">Fetscher, Iring: Rousseaus politische Philosophie. 7. Aufl., Frankfurt a. M., 1993. S. 255</li><li id="footnote_11_48" class="footnote">Zitate im folgenden beziehen sich auf die Kapitel und Absätze des „Contrat Social von Rousseau</li><li id="footnote_12_48" class="footnote">Schmitt, Carl: Die geistesgeschichliche Lage des heutigen Parlamentarismus. 6. Aufl., Berlin, 1985. S. 18</li><li id="footnote_13_48" class="footnote">Abromeit, Heidrun: Volkssouveränität, Parlamentssouveränität, Verfassungssouveränität: Drei Realmodelle der Legitimation staatlichen Handelns, in: Politische Vierteljahresschrift 36, S. 49-66.</li><li id="footnote_14_48" class="footnote">Agnoli, Johannes: Die Transformation der Demokratie und andere Schriften zur Kritik der Politik. Freiburg, 1990. S. 151</li><li id="footnote_15_48" class="footnote">denn fraglos diktierten die Siegermächte einige Bedingungen, daß jedoch viele Prinzipien sehr wohl freiheitlich und fortschrittlich sind, kann man 60 Jahre später dennoch erkennen</li><li id="footnote_16_48" class="footnote">So die treffende Formulierung von M. Forschner: Forschner, Maximilian: Rousseau. 1. Aufl., Freiburg, München, 1977. S. 114</li><li id="footnote_17_48" class="footnote">vgl. NS-Ideologie: &quot;Ein Volk, ein Reich, ein Führer!&quot;</li><li id="footnote_18_48" class="footnote">&quot;So kämpfen die Parteien untereinander um die Regierungsmacht und bilden dennoch eine symbiotische Einheit, in deren geschlossenem Kreis der abstrakte Führungskonflikt ausgetragen wird.&quot; [Agnoli: 53]</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/">Traditionen der Rede von der Politikverdrossenheit » Rechte und linke Varianten der Parlamentarismuskritik im Anschluß an Jean-Jaques Rousseau</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten &#124; Werkstattnotiz XXVII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Nov 2007 15:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist positiv. Seit einigen Monaten muß man, wenn allmonatlich die neuesten Zahlen aus Nürnberg vermeldet werden, nicht mehr innerlich zusammenzucken. Die Zeiten, als dort &#8211; wie früher &#8211; stetig neue Rekordarbeitslosenzahlen bekanntgegeben wurden, sind vorläufig vorbei. Bernhard Jagoda1 hat seinen Job einfach zur falschen Zeit gemacht&#8230; Unter solchen Bedingungen hat ... <a title="&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten &#124; Werkstattnotiz XXVII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten &#124; Werkstattnotiz XXVII">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist positiv. Seit einigen Monaten muß man, wenn allmonatlich die neuesten Zahlen aus Nürnberg vermeldet werden, nicht mehr innerlich zusammenzucken. Die Zeiten, als dort &#8211; wie früher &#8211; stetig neue Rekordarbeitslosenzahlen bekanntgegeben wurden, sind vorläufig vorbei. Bernhard Jagoda<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/#footnote_0_120" id="identifier_0_120" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So hie&szlig; der langj&auml;hrige Pr&auml;sident der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit bis 2002.">1</a> hat seinen Job einfach zur falschen Zeit gemacht&#8230;</strong> </p>
<p>Unter solchen Bedingungen hat derjenige, der eine Arbeit sucht, auch reale Erfolgsaussichten. Allerdings gibt es auch Branchen, in denen Festanstellungen immer seltener werden. Das weite Feld des Journalismus zählt dazu. Ein Großteil der Reportagen, Essays und Berichte in den Medien ist das Produkt der Arbeit von freien Journalisten. Solchen also, die nicht Mitglied einer Redaktion sind und insofern auch kein festes Gehalt erhalten. Bezahlt wird jeweils nur die gelieferte Leistung, eben der jeweilige Artikel. Manchmal darf man aber auch auf die Überweisung des Honorars lange warten. </p>
<h4 class="pullquote">Woran erkennen Sie einen freien Journalisten? &#8211; Am ängstlichen Blick auf seinen Kontoauszug&#8230; <br /></h4>
<p>Gabriele Bärtels, die seit 10 Jahren auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdient, hat die Sorgen und Nöte einer freien Journalistin in der letzten ZEIT beschrieben. Obwohl &quot;beschrieben&quot; ist vermutlich das falsche Wort. Es ist eher ein Hilferuf. Eine Anklage und frustriert-resignativer Appell, daß die Situation der vielen freischaffenden Journalisten schon seit langem untragbar ist.</p>
<p>Der Text sei dringend zur Lektüre empfohlen. Es ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, die Schilderung des Alltags einer keineswegs unerfahrenen Journalistin, die für ihre Arbeit auch schon mit mehreren Preisen bedacht wurde.</p>
<p>Es handelt sich beim ZEIT-Text um wenig anderes als die Beleuchtung eines Phänomens, das unter dem Etikett &quot;<a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Working_Poor"><em>working poor</em></a>&quot; immer wieder thematisiert wurde. &quot;Working poor&quot; steht für Armut trotz Arbeit und meint just die Tatsache, daß die betroffenen Personen kein Einkommen erzielen, das zur Existenzsicherung ausreichen würde. Daß freilich zu dieser Personengruppe auch Akademiker (freie Wissenschaftler, Journalisten, Künstler&#8230;) zählen, wird meist übersehen. </p>
<p>Einige besonders eindrückliche Passagen des Textes von Gabriele Bärtels seien hier aber dennoch zitiert &#8211; zu ihrem Tagesablauf eben u.a. der ängstliche Blick aufs Konto :</p>
<blockquote>
<p>Jeden Morgen schaute ich angespannt auf mein Onlinekonto, ob endlich das Honorar von Zeitung X oder Y eingegangen ist, doch dies war nicht der Fall, obwohl mir die Redakteure die Überweisung schon vor Wochen zusagten.</p>
</blockquote>
<p>Ein grundsätzliches Problem, das in allen Berufsfeldern zu finden ist, in denen Freiberufler ihre Tätigkeit anbieten, ist die Asymmetrie zwischen den einzelnen Akteuren; mit anderen Worten: auf dem Konto des Redakteurs geht mit schöner Zuverlässigkeit sein Gehalt ein, das zwar zumeist nicht berauschend ist, aber immerhin regelmäßig und verläßlich kommt. Die freien Journalisten haben genau diese Sicherheit nicht und sind eben auf die Abnahme und Bezahlung ihrer Texte existentiell angewiesen. </p>
<blockquote>
<p>Ich darf nicht böse mit der Redakteurin werden, denn ich bin auf sie angewiesen. Ich darf auch nicht zu deutlich machen, wie dringend der Abdruck für mich gewesen wäre und dass nun wieder ein Loch gähnt, wo ich mit einem Honorar fest gerechnet hatte.</p>
</blockquote>
<p><strong>Ungleiche Positionen: die Freiheit des freien Journalisten wird mit Unsicherheit erkauft! </strong></p>
<p>Und die angesprochene Asymmetrie führt dann nicht selten dazu, daß sich diese ungleiche Machtverteilung auch in den Verhaltensmustern niederschlägt:</p>
<blockquote>
<p>Und wird der Text nicht gedruckt, erfahre ich manchmal erst nach Monaten, dass dies nie der Fall sein wird. Nur in Ausnahmefällen benachrichtigt der Redakteur mich, meistens vergisst er es. Ich bin ja auch kein Lebewesen für ihn, sondern nur eine E-Mail oder bestenfalls eine selten gehörte Telefonstimme. Dass die Geschichte dann für andere Zeitungen nicht mehr aktuell ist, ist nicht sein Problem.</p>
</blockquote>
<p>Kaum verwunderlich, daß nach nur einigen Wochen, in denen die meisten Artikel keine Abnehmer bei den Zeitungen fanden, das Konto in den Minusbereich rutscht. Und Gabriele Bärtels schildert diese Phasen wie folgt:</p>
<blockquote>
<p>Ich kann mich auch nicht mit Freunden zu einer Tasse Kaffee verabreden. Es nagt an meinem Stolz, wenn ich ihnen jedes Mal offen oder durch die Blume sagen muss, dass sie die Rechnung übernehmen müssen. Es nagt noch mehr an meiner Würde, wenn ich sie am Monatsende händeringend bitten muss, mir zu helfen, die Miete aufzubringen. Eigentlich ist es nicht bitten, sondern betteln.</p>
</blockquote>
<p>Es gibt sicher Personen, die mit solchen Frustrations- und Demütigungserlebnissen besser zurecht kommen; verständlich aber ist das Gefühl, das Gabriele Bärtels beschreibt allemal:</p>
<blockquote>
<p>Mein Vermieter wohnt im Haus. Bin ich wieder im Rückstand, so schäme ich mich in Grund und Boden, wenn ich ihn auf der Treppe treffe, und vergesse, dass ich für meine Texte Preise gewonnen habe. Er wird mir nicht ansehen, dass mein Einkommen unter dem eines Hartz-IV-Empfängers liegt. Ich lege Wert auf ein gepflegtes Äußeres und kann bei Interviewpartnern schlecht ohne vernünftigen Haarschnitt auftauchen. Deswegen spare ich lieber an etwas, das man von außen nicht sieht, wie zum Beispiel Essen&#8230; </p>
</blockquote>
<h4 class="pullquote">Plagiate und Texteklau sind zwar verboten, aber wie kommt man zu seinem Recht, wenn man einen Rechtsstreit nicht riskieren kann? <br /></h4>
<p>Und auf eine besonders perfide Randerscheinung des ungesicherten journalistischen Gewerbes weist Gabriele Bärtels ebenfalls hin: nämlich die Übernahme eigener Texte auf fremden Seiten. Natürlich ist das nicht erlaubt, schließlich hat jeder Autor die Rechte an seinem eigenen Text, solange er die Nutzungsrechte nicht explizit anderen einräumt. Aber, man müßte ja erstmal in der Lage sein, sein Recht auch durchzusetzen:</p>
<blockquote>
<p>Beinahe täglich entdecke ich Texte von mir im Internet, die sich jemand stillschweigend heruntergeladen hat, um seine Homepage damit zu schmücken. Die Rechtslage ist so, dass ich für solchen Diebstahl Honorar fordern könnte. Doch wer sich keinen Rechtsanwalt leisten kann, um seine Forderungen einzutreiben, der fängt besser nicht damit an. Das Einzige, was ich mir einhandele, sind pampige Antworten wildfremder Leute, die meinen, geistiges Eigentum sei so frei wie Luft und Sonne. Die meisten dieser Menschen sind angestellt und nehmen ihr monatliches Festgehalt für selbstverständlich.</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie oben erwähnt: der Artikel ist auch in voller Länge sehr lesenswert und die Situation, die Gabriele Bärtels beschreibt, trifft in ähnlicher Art bspw. auch auf Wissenschaftler zu. Und ich weiß, wovon ich rede. ;-(</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<ul>
<li>Bärtels, Gabriele:<a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2007/45/C-Freie-Journalistin"> Schreiben macht arm</a>, DIE ZEIT, 01.11.2007 Nr. 45</li>
</ul>
<p><em>Zum selben Themenkreis:</em></p>
<ul>
<li>Schäfer, Claus: Effektiv gezahlte Niedriglöhne in Deutschland, WSI Mitteilungen 7/2003 [Download als <a target="_blank" href="http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_2003_07_schaefer.pdf"><strong>PDF</strong></a>]</li>
<li>Shipler, David K. (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0375708219?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0375708219">The Working Poor</a>. B&amp;T Verlag. </li>
<li>Barbara Ehrenreich (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3888972833?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3888972833">Arbeit poor</a>. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft, Kunstmann Verlag.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_120" class="footnote">So hieß der langjährige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit bis 2002.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/">&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten | Werkstattnotiz XXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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