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Tretmühle Wissenschaft und andere aufregende Geschichten

» Vom evolutionären Zusammenhang zwischen Kinngrübchen und Bartwuchs

24. November 2012 | 11:00 Gelesen: 8186 · heute: 5 · zuletzt: 5. December 2016 2 Reaktionen

Der Herbst ist immer meine Konferenzzeit. Seit Jahren steht die „WissensWerte“ fest auf meinem Kalender und dazu kommen meistens noch einige anderer Tagungen rund um das Thema Wissenschaftskommunikation. Da ich gerade schon auf dem Sprung nach Bremen bin, gibt es heute wirklich nur eine ganz kurze Auflistung lesenswerter Artikel.

Darwin und Lamarck waren gestern: Zeit für die Rowohlt’sche Evolutionstheorie

Den Anfang macht Harry Rowohlt. Viele kennen Rowohlt ja aus der „Lindenstraße“, ich kenne ihn als phänomenalen Übersetzer unmöglicher Literatur und natürlich als Vorleser. Wenn Harry Rowohlt liest und raunzt und brummt, dann bin ich eigentlich fast jedesmal total begeistert. Zu meinen Highlights gehört zum Beispiel die Erzählung „Fup“ von Jim Dodge, in dem es um eine ziemlich schräge Wild-West-Männer-WG von Opa, Sohn und Enkel geht und einen riesenhaften Eber, der „Lockjaw“ heißt und regelmäßig die Zäune der drei Farmer niedertrampelt und dann irgendwann Jagd auf den jüngsten der drei Männer macht.

Schräge Geschichte? Ja, genau! Sowas paßt zu Harry Rowohlt. :-)

Rowohlt hat jetzt dem „Freitag“ ein Interview gegeben, das schlicht wunderbar ist. Es ist schwer zu entscheiden, was hier und da geflunkert und gut erfunden, dann aber eventuell doch wahr ist. Man muß das Interview lesen. Dann erfährt man auch, wie das mit dem Kinngrübchen von Harry Rowohlt ist und wieso das inzwischen nicht mehr da ist. Ach, ich verate es doch: es war natürlich Jahre und Jahrzehnte vom Bart bedeckt. Was sollte es da noch? Deshalb ist es nun weg. Ob am Ende so Evolution funktioniert?

Über die unmögliche Arbeit (junger) Wissenschaftler

Es war gelegentlich ja auch schon hier in der Wissenswerkstatt Thema: die ziemlich unbefriedigenden Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler. Schlechte Karriereperspektiven, mäßige Bezahlung, aber jede Menge Erwartungsdruck und Stress und Arbeitszeiten von 50, 60 Stunden und mehr.

Drüben bei den SciLogs hat sich vorgestern Martin Ballaschk den Frust von der Seele geschrieben. Denn ganz offenbar gibt es leider ziemlich viele wissenschaftliche Chefs, die von ihren Doktoranden und Mitarbeitern erwarten, daß die bis an ihre physischen Grenzen gehen. Wer nach zehn Stunden Laborarbeit nach Hause geht (weil er eventuell Familie hat etc.) ist da schnell unten durch. Martin schreibt:

Das Bild des idealen Labor-Wissenschaftlers – Matratze unterm Schreibtisch, Pipette am Daumen angewachsen, im Schlaf am nächsten Paper schreibend – lässt kaum Platz für „alternative“ Lebensentwürfe.

Und seinem Fazit kann ich mich nur anschließen:

Unsere Wissenschaftskultur macht also die Leute kaputt und befördert Leute mit sozialen Schwächen bevorzugt zu Chefs. Ich hoffe, dass das nicht immer so bleibt.

Was Wissenschaftsjournalisten über Social Media wissen sollten…

… und bisher nicht zu fragen wagten. So ungefähr lautet ja die Überschrift zu unserem Mini-Barcamp auf der Wissenswerte in Bremen am kommenden Montag. Für die Veranstaltung habe ich vorletzte Woche eine Website gebastelt, wo einerseits ein paar Thesen zum Thema Social Media und Wissenschaftsjournalismus nachzulesen sind und ich habe eine relativ ausführliche kommentierte Linkliste erstellt, in der ich einige (wie ich finde) hilfreiche Texte zum Thema zusammengetragen habe.

Alle, die wissen wollen, worauf bei der (wissenschaftsjournalistischen) Recherche in Social Media zu achten ist, finden hier ein paar Tipps:

Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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