Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR

MangostanDer Saft der Mangostan-Frucht ist lecker und gilt als sehr gesund. In Thailand oder Malaysia wird die tropische Frucht seit langem geschätzt. Doch inzwischen wittern fragwürdige Unternehmen das große Geschäft mit dem Mangostan-Saft.

Mit einer professionellen Vermarktungskampagne versucht man an gesundheitsbewußte Käuferschichten heranzukommen. In der Mangostan - so die Botschaft - stecke das “Elixier des Lebens“. Doch hinter den vollmundigen Gesundheitsversprechungen blickt man in Abgründe.

Die Mangostan, die bisweilen auch Mangostane oder Mangostin genannt wird, kann einem eigentlich schon ein wenig leid tun: ihr wohlschmeckender Saft wird in Südostasien seit Jahrhunderten getrunken. Und das Extrakt ihres weißen Fruchtfleisches und ihre festen, dunkelroten Schalen werden auch in der traditionellen Volksmedizin geschätzt.1

Insofern hat die Mangostan es wirklich nicht verdient, daß sie als Grundlage eines dubiosen Geschäftsmodells herhalten muß und leichtgläubige Konsumenten mit marktschreierischen Versprechungen geködert werden.

Wohlschmeckend & gesund: die wertvollen Inhaltsstoffe der Mangostan-Frucht

Aber kurz der Reihe nach: das weiße Fruchtfleisch der Mangostan schmeckt angeblich leicht säuerlich, irgendwie zwischen Traube, Pfirsich und Grapefruit. Und die Mangosteen - unter diesem Namen kennt man sie im englischen Sprachraum - zeichnet sich durch ein weiteres Merkmal aus: sie enthält - v.a. in der Schale - außerordentlich viele sekundäre Pflanzenstoffe. Darunter auch Xanthone.

Die Mangostanfrucht: Wohlschmeckend, gesund, exotisch…

Die Xanthone aus der Mangostan-Frucht haben - ebenso wie andere sekundäre Pflanzenstoffe2 - eine antioxidative, also zellschützende Wirkung.

Insofern ist ein frisches Glas Mangostan-Saft sicher zu empfehlen. Und die Tatsache, daß die Früchte der Mangostane3 in der traditionellen Volksheilkunde aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung innerliche und äußerliche Anwendung finden, spricht ebenfalls für sich.

Hofberichterstattung: Mangostan - Die “Königin der Früchte”

Doch wer nun glaubt, er könne sich im Reformhaus oder gar im profanen Supermarkt mal eine Flasche Mangostansaft holen, der irrt gewaltig. Denn der Saft der Mangostan ist nichts weniger als das “Elixier des Lebens” - wie uns die penetrante Werbekampagne glauben machen will. Und so ein Elixier gibt es natürlich nicht an jeder Ecke. Zumal die Wirkstoffe, die im angepriesenen “Mangostan-Gold” enthalten sind, angeblich geradezu revolutionär sind.

Mangostan-Werbung: Informationen oder Kundennepp?

Nun ist zunächst wenig dagegen einzuwenden, wenn ein Händler seine Produkte anpreist. Vom Fischhändler wird beinahe schon erwartet, daß er lauthals “Frische Fische” ruft. Und auch der Schuster wird gut daran tun, das von ihm gefertigte Schuhwerk als langlebig und paßgenau zu loben. Was sich allerdings die “Mangostan-Gold Ltd. & Co. KG” aus Berlin erlaubt, ist solchermaßen widerwärtig, daß man nach Luft ringt.

Marcus Anhäuser von Plazeboalarm hatte gestern einen Werbetext für die Mangostan auf der ReadersEdition entlarvt, der sich als journalistische Information verkleidet hatte - hier in der Werkstatt geht es im nächsten Beitrag um die erstaunlichen Gesundheitsaussagen, mit der für den Mangostan-Saft geworben wird.




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  1. Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR
  2. Saft sells » Mangostan - Wundermittel oder Kundennepp? Die fragwürdige Gesundheits-PR für Mangostan-Saft

  1. Unter anderem werden die Schalen zu Tee verarbeitet. []
  2. Die Bandbreite der sekundären Pflanzenstoffe (oder: Phytamine) reicht von den Flavonoiden (etwa in Weintrauben oder Tee) bis hin zu Lycopin, das sehr konzentriert in Tomaten enthalten ist. Sekundäre Pflanzenstoffe haben gemeinhin antioxidative, antibakterielle und entzündungshemmende Effekte. In wieweit diese prinzipiellen Eigenschaften sich auch tatsächlich günstig auf die Gesundheit auswirken, ist allerdings umstritten. []
  3. Der immergrüne Laubbaum wird übrigens zwischen 7 und 25 Meter hoch und hört auf den schönen lateinischen Namen: Garcinia mangostana. []




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