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„Der letzte große Wal“ » Tomte begeben sich in einen Wald aus Zeichen | kurz&knapp 46

31. Juli 2008 | 09:30 Gelesen: 7810 · heute: 2 · zuletzt: 20. August 2017 1 Reaktion

Es gibt nicht viele Bands, die mich wirklich entzücken können. Ist es der nölende Gesang? Ist es der schleppende und doch virtuose Rhythmus der Songs? Ist es die authentische Unvollkommenheit, die jedes einzelne Lied auszeichnet? Egal: vermutlich ist es alles zusammen, was mich an „Tomte“ immer wieder begeistert.

Noch vor wenigen Jahren galten „Tomte“, die rockende Mannschaft um den großartigen Entertainer Thees Uhlmann, als die zweite Generation der „Hamburger Schule“, die ob ihrer Unbeholfenheit immer ein wenig belächelt wurde.

Denn klar: Thees kann eigentlich nicht singen und die frühen Tomte-Songs sind, was die musikalische Seite angeht, kaum besseres Schulband-Niveau. Aber auch schon vor 6 oder 8 Jahren war zu hören, daß hier jemand nicht anders kann, als Musik zu machen und es dabei versteht, unvergleichlich gute Texte zu schreiben.1

Tomte sind zurück: neue Songs mit alter Leidenschaft

Und seitdem hat Thees seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und sein Können verfeinert. Aber nachdem nun einige Zeit recht wenig von den Herrschaften zu hören war, der Schlagzeuger Timo Bodenstein die Band verlassen hat, sind Tomte wieder da. Am 10. Oktober steht – wie verlautet – die neue Platte in den regalen, die auf den Namen „Heureka!“ getauft ist.

Wandeln Tomte auf den Pfaden von Tocotronic?

Die erste Single aus dem neuen Werk, das Tomte beim jüngsten „Fest van Cleef“ zur Aufführung brachten, ist einfach überwältigend.2 Einerseits weil der Song nahtlos an frühere Großtaten anschließt, andererseits weil ich feine Veränderungen (textlich, wie musikalisch) heraushöre. Und mir scheint es, als gingen Tomte auch den Weg der Naturromantiker, wie es vor Jahren schon Tocotronic vormachten.

Und in manchen Zeilen klingen m.E. eindeutige Referenzen an Tocotronic an, etwa:

Ein Zeichen, das nur wir verstehen, ein umgedrehtes Kreuz, flankiert von Herzen…

Naja, ich bin jedenfalls sehr, sehr begeistert.

Hinweis: Ich übe mich derzeit freiwillig in Internet- und Blogabstinenz und habe mich für einige Tage in die Lombardei abgesetzt. Bis kommenden Mittwoch wird es hier also nichts zu lesen geben. Das Wissenschafts-Café und andere Portale haben aber natürlich geöffnet.


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