Gedanken zur Zukunft wissenschaftlicher Blogs ::: Bemerkenswerte Blog-Geburtstage ::: Querverweise | Werkstatt-Ticker 38
» Potentiale wissenschaftlicher Blogs
Wer einen Blick in die USA und die dortige Wissenschaftsblogszene riskiert, der stellt fest, daß es dort nicht nur (fast) selbstverständlich ist, daß Wissenschaftler bloggen, sondern auch die Akzeptanz beim Publikum deutlich höher ist als hierzulande.
Blogger wie P.Z. Myers (Pharyngula) sind absolute Stars der Szene und generieren monatlich hunderttausende Klicks. Von solchen Werten sind wir weit entfernt und vielleicht ist es auch gut so, daß Wissenschaftsblogs in Deutschland bislang ein Nischenphänomen darstellen.1 Doch wie sieht die Zukunft von Wissenschaftsblogs in Deutschland aus? Gibt es diese überhaupt?
Innerhalb eines Gastbeitrags2 im Blog “Kooptech” von Christiane Schulzki-Haddouti habe ich einige Gedanken zur “Zukunft von wissenschaftlichen Blogs” skizziert. Und ich bin dort auch der Frage nachgegangen, ob eine “Professionalisierung” wissenschaftlicher Blogs denkbar ist.
Ich stelle mir die Frage, ob Wissenschaftsblogs weiterhin “Zufalls- und Gelegenheitsprodukte” bleiben werden, ob es überhaupt ein Publikum gibt und wer überhaupt bloggen soll und kann. Und schließlich versuche ich zu erklären, weshalb die Orientierung an den “PageImpressions” sinnlos und destruktiv ist.
- Marc Scheloske: Über die (un-)mögliche Professionalisierung wissenschaftlicher Blogs, in: kooptech, 20. Juni 2008
» Glückwünsche
Wenn ich hier in der Wissenswerkstatt darüber schreibe, daß wissenschaftliche Blogs eine spannende Erweiterung der konventionellen Formen der Wissenschaftskommunikation sind, so habe ich dafür natürlich viele Beispiele im Hinterkopf. Denn es gibt sie da draußen: die Wissenschaftsblogs, die prototypisch illustrieren, was alles bloggenderweise kommuniziert werden kann - und sie zeigen, daß dies mit einem Mehrwert für Blogger und Leser verbunden ist.
Zwei Blogs, die hier besonders hervorstechen sind einmal die “Begrenzte Wissenschaft” und dann der “Quanti|Soz|Blog“. Der thematische Zuschnitt ist recht unterschiedlich - kein Wunder, denn der eine Blogautor ist Physiker, der andere Soziologe. Aber beiden gemein ist, daß sie vor wenigen Tagen ihren ersten Bloggeburtstag feiern konnten.
Bernd Weiß vom Quanti|Soz|Blog ist ziemlich selbstkritisch und zählt u.a. einige “Unzulänglichkeiten” von (wissenschaftlichen) Blogs auf - aber schließlich endet er versöhnlich:
“…lautet das Fazit nach diesem einen Jahr: Hat Spaß gemacht und es geht weiter.”
Und kamenin erklärt nach einem Jahr “Begrenzte Wissenschaft”:
“Ich hatte hier ein Jahr lang mehr Spaß als eigentlich geplant war.”
Wenn das keine Gründe sind, es den beiden gleich zu tun? Nachahmer gesucht - und von dieser Stelle herzliche Glückwünsche an die beiden Geburtstagskinder! :-)
- Bernd Weiss: 1 Jahr Quanti|Soz|Blog und immerhin etwas klüger, 15.6.2008
- kamenin: Selbstreferenzielles und Rückblickendes aus hingenommenem Anlass, 18.6.20088
» Querverweise, Leseempfehlungen
Aufmerksame Leser der Werkstatt haben inzwischen registriert, daß ich häufiger auch im “Neurons-Blog” bei den Scienceblogs aktiv sind. Dort sind also auch regelmäßig Notizen aus meiner Feder zu finden - meine Partnerin dort ist Beatrice Lugger, die ja für die Inhalte des Scienceblogs-Portals insgesamt verantwortlich zeichnet.
Man findet dort also sicherlich lesenswerte Blogartikel und den RSS-Feed kann man natürlich auch gerne abonnieren. Zuletzt habe ich dort über den “Nationalen Krebsplan” der Bundesregierung geschrieben:
Hier stellt sich Frage, ob Vorsorge nicht nur “vorverlegte” Sorge ist…
Wie überhaupt man sich im jahr 2008 fragen darf, weshalb man erst heute wieder seitens der Bundesregierung zu so einer Kraftanstrengung aufrufen muß. Wie kann es sein, daß in Deutschland das medizinische System in Sachen Krebsdiagnose und Therapie teilweise unkoordiniert vor sich hinwurstelt, während andere Länder uns hinsichtlich der Therapieerfolge den Rang ablaufen?
Und dann habe ich auch noch auf den “dicken” Gabriel geschimpft. Unseren Bundesumweltminister. Dies im Zusammenhang mit Teil II des Klimapakets:
Doch ist der dicke Gabriel wirklich der ruhmreiche Held, der die Republik mit einem Maßnahmenpaket für mehr Energieeffizienz beglückt und gleichzeitig dem Ziel näherbringt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um rund 40% Prozent (im Vergleich zu 1990) zu senken? Oder hat er sich von den Verhandlungspartnern einlullen lassen?
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- So läßt sich vermutlich deutlich entspannter “ausprobieren”, was wissenschaftliches Bloggen bedeutet, wenn man nicht sofort mit dutzenden Kommentaren rechnen muß… [↩]
- Christiane hat kürzlich eine Serie gestartet, in der sie einige Gastblogger um Beiträge zum Thema zielgruppenspezifische Werbung in Online-Medien gebeten hat. [↩]
Über diesen Artikel
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- Veröffentlicht am
- 20. Juni 2008 | 14:31
- Autor:
- Marc
- Abgelegt unter:
- Werkstatt-Ticker
- Schlagworte:
-
Medizin, USA, Werkstatt, Wissenschaft, Wissenschaft 2.0, Wissenschaftsblogs, Wissenschaftskommunikation
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- Gelesen: 787 · heute: 10 · zuletzt: 21. August 2008, 21:19
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