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„Arbeitsgemeinschaft Social Media“ » Rüstzeug für die Vermessung der Blogosphäre | Werkstattnotiz LXXXXVI

12. Juni 2008 | 12:36 Gelesen: 5173 · heute: 9 · zuletzt: 25. May 2017 4 Reaktionen

NetzwerkeEs vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Zahlen und Statistiken auftauchen, die das sog. „Web 2.0“ zum Gegenstand haben. Wieviele Blogs gibt es und wieviele Blogleser? Welche Nutzungsgewohnheiten sind im Mitmach-Netz festzustellen und ist das alles überhaupt relevant?

Diese Fragen sind hochspannend und doch sind die meisten Zahlen, die bislang durch den Raum schwirren ein großes Ärgernis. Es werden Äpfel und Birnen in einen Topf geworfen, kaum jemand der selbsternannten Experten ist offensichtlich in der Lage das „Phänomen“ Web 2.0 angemessen zu beschreiben und v.a. adäquate Kategorien zu bilden.

Das Ergebnis: einerseits liest man, daß angeblich viele Millionen Bundesbürger regelmäßig „bloggen“ – andererseits sei diese Sache vollkommen irrelevant.1

Endlich Qualitätsstandards für die Erforschung des Web 2.0 festlegen

Um endlich für Klarheit in solchen Fragen zu sorgen, um endlich eindeutige Qualitätsstandards für die Beforschung unterschiedlicher Spielarten von „Social Media“ zu definieren, wurde vor einigen Wochen die „Arbeitsgemeinschaft Social Media“ aus der Taufe gehoben.2 Eine der Zielsetzungen und dringlichsten Aufgaben ist es, zunächst Metriken zu etablieren, die der Logik des Web 2.0 gerecht werden.

Denn – wie Benedikt Köhler mehrmals reklamiert hat – solange seitens der werbetreibenden Wirtschaft und den etablierten Medienhäusern ausschließlich der einzelne Seitenabruf als Leitwährung gilt, so lange werden bspw. alle Blogangebote systematisch unterschätzt. Denn der einzelne Klick, der Abruf einer Website3 ist derzeit (noch) die Basiseinheit, um Reichweite und somit Relevanz zu beziffern. Das soll sich ändern. Zweck der AGSM ist – laut Satzung:

„Die Förderung der wissenschaftlichen Erforschung von Social Media und die Sicherung eines hohen Leistungsstandards dieser Forschung. Zum anderen ist die AGSM eine Interessenvertretung von Social Media-Forschern, -Produzenten, -Betreibern und -Vermarktern.“4

Ich werde zu gegebener Zeit noch näher auf die AGSM eingehen. Allerdings wird es allerhöchste Zeit, daß ich hier wenigstens nochmal „offiziell“ publik mache, daß ich bei der ersten Mitgliederversammlung5 als einer von zwei Vertretern der Gruppe „Social Media Produzenten“ in den Arbeitsausschuß gewählt wurde.

Die Interessen der Blogger stark machen

Zusammen mit Robert Dürhager (Philosophieblog) werde ich dort die Interessen und Standpunkte von Bloggern und anderen Betreibern von SocialMedia-Angeboten in die Arbeit der AG einbringen. Dabei geht es natürlich u.a. darum, daß einerseits die Forschungsprojekte idealerweise auch für Blogger bzw. Social Media-Produzenten einen Mehrwert6 abwerfen und andererseits, daß die Standpunkte und Interessen von Bloggern artikuliert werden.

Wie das im Detail aussehen wird, wie die Arbeit konkret ablaufen wird, das müssen die nächsten Wochen und Monate zeigen.



  1. Und daß sich diese zwei „Befunde“ eigentlich ausschließen, sollte jedem klar sein… []
  2. Initiator, Ideengeber, Antriebsmotor für die AGSM ist übrigens Benedikt Köhler (Viralmythen). []
  3. i.S. einer „PI“=PageImpression []
  4. Social Media im Sinne der Satzung sind interaktive Anwendungen wie Weblogs, Wikis, Communities, Foren, Social Commerce-Plattformen und Mikroblogs. []
  5. Die am 28.5. in Berlin stattfand. []
  6. Bspw. im Sinne von nutzbaren Statistiken, Daten, Informationen etc. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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