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Tag des Wissenschaftsjournalismus 2008 » Neue Mauern oder mehr Luft in den Elfenbeintürmen? | kurz&knapp 36

11. Juni 2008 | 13:11 Gelesen: 6299 · heute: 4 · zuletzt: 21. July 2017 3 Reaktionen

Im Bereich des Wissenschaftsjournalismus bewegt sich was. Während die Profession der Wissenschaftsjournalisten noch vor wenigen Jahren eine halbwegs klar definierte Aufgabe und Position im Feld der Wissenschaftskommunikation hatte, haben sich neuerdings einige Parameter deutlich verschoben.

ZeitungsständerDie Vermittlung und Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Öffentlichkeit1, war einst recht exklusiver Tummelplatz für professionelle Wissenschaftsjournalisten. Wissenschaftliche Themen erklären, vermitteln, übersetzen und beim Publikum Interesse wecken, für all das, was Forscher tun – das alles leisteten eben die Journalisten. Wer sonst?

Neuerdings sind aber neue Akteure in diesem Feld aufgetreten: einerseits nehmen wissenschaftliche Institutionen – wie etwa die MPG, die DFG etc. – die Kommunikation und Wissenschafts-PR stärker in eigener Regie wahr, andererseits gibt es wissenschaftliche Blogs. Und in Wissenschaftsblogs treten Wissenschaftler oder teilweise auch Journalisten in den direkten, unvermittelten Kontakt zu Lesern2 – was das alles für Veränderungen mit sich bringt, darüber werde ich am 2. Juli 2008 auf Einladung des Studiengangs Wissenschaftsjournalismus der Hochschule Darmstadt einen kleinen Vortrag halten.

“Bloggen aus dem Elfenbeinturm”: Sind Blogs die Zukunft der Wissenschaftskommunikation? Oder bauen sich Blogger ihren eigenen Elfenbeinturm?

So die Fragestellung, wie sie von den Studenten und ihren Dozenten Annette Leßmöllmann und Thomas Pleil entworfen wurde. Und wie es sich damit verhält, was sich eventuell verändert, wenn die Elfenbeintürme plötzlich geöffnet werden und Forscher frech zu bloggen beginnen, dazu werde ich also in drei Wochen einige Gedanken skizzieren.

Im Anschluß an den Vortrag findet dann eine Podiumsdiskussion statt, an der u.a. Carsten Könneker (SciLogs)3 und der Wissenschaftshistoriker und Blogger Ernst Peter Fischer teilnehmen werden.

Außerdem – und als zweiter Teil der Veranstaltung – findet ein Panel unter der Überschrift „Podcasts sind tot! Es lebe der Podcast.” statt. Dort wird Gerrit van Aaken vortragen und später werden u.a. Arvid Leyh4 und Volker Lange5 auf dem Podium sitzen. Das verspricht alles sehr interessant zu werden – ich bin jedenfalls gespannt und freue mich, daß ich nach Dieburg „gelockt“ wurde. :-)

Links:



  1. Wie auch immer man diese amorphe Gesamtheit definieren will und wollte. []
  2. Ohne dezidiert die „Übersetzungsdienste“ von Journalisten in Anspruch zu nehmen. []
  3. Carsten ist Verlagsleiter bei Spektrum der Wissenschaft und u.a. für „Gehirn&Geist“ zuständig. []
  4. Arvid ist Pod- bzw. Braincaster bei den Wissenslogs. []
  5. Der hinter Morgenwelt und der Wisskomm-Wochenschau steckt. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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Kommentare

3 Reaktionen »

  • Ralph :

    Bei Telepolis gibt es einen interessanten Artikel zu einem ähnlichen Thema. Wie nämlich die Wissenschaft unsere Wissensgesellschaft und ihre Debatten beeinflußt:

    Was ist Wissenschaft?

    [twort T]

  • Marc :

    @Ralph:

    Danke für den Link. Habe den Artikel von Stephan Schleim (der übrigens drüben bei den SciLogs bloggt) noch gar nicht gelesen.

    Und ja, recht interessant. Zumindest macht Stephan dankenswerterweise mal wieder darauf aufmerksam, daß sich Wissenschaft nicht von selbst versteht. Soll heißen: Wissenschaft muß sich verständlich machen, muß kommunizieren, muß für Akzeptanz und Unterstützung werben.

    [twort T]

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