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Einstein hätte geflucht » Bienensterben, Insektizid-Lobbyismus und die Ignoranz deutscher Behörden

17. Mai 2008 | 18:22 Gelesen: 13123 · heute: 2 · zuletzt: 26. July 2017 15 Reaktionen

Biene, Quelle: Stock.xchng, User: roberttNun ist es wieder soweit: dicke Schlagzeilen über rätselhaftes Bienensterben sorgen bei der morgendlichen Zeitungslektüre für Mißstimmung. Werden sich die Honigfreunde bald an steigende Preise gewöhnen müssen, wenn die Nektarproduzenten millionenfach dahingerafft werden?

Aber kommen uns solche Meldungen nicht allzu bekannt vor? War nicht unlängst sogar von Bienen-AIDS die Rede? Und was ist schon der Verlust von 7000 Bienenvölkern, der derzeit von Imkern im Rheintal beklagt wird, wenn wir uns an die Horrormeldungen vom Vorjahr erinnern? Der aktuelle Fall ist sicher kein Grund zur Beunruhigung, aber wieder ein hochinteressantes Lehrstück über die Kollision wirtschaftlicher und ökologischer Interessen und die uneindeutig-unglückliche Rolle hiesiger Umwelt- und Risikoregulierungsinstanzen.

Im Rheintal beklagen Imker den Verlust tausender Bienenvölker

Aber der Reihe nach: während vergangenes Jahr v.a. Imker aus den USA über den Verlust von bis zu 80% ihrer Bienenvölker berichtet haben, befindet sich das Zentrum des aktuellen Bienen-Massensterbens direkt vor unserer Haustür. Im Rheintal und vereinzelt auch in bayerischen Gegenden (etwa rund um Passau) sind in den letzten Wochen massenhaft tote Bienen vorgefunden worden.

Anders als in den USA, wo die Bienen 2007 einfach spurlos verschwanden und man dieses Phänomen auf den Namen „Colony Collapse Disorder (CCD)“ taufte1, sind dieses Mal die „Opfer“ immerhin verfügbar und können analysiert werden.

Was steckt dahinter?

Die möglichen Ursachen, die für das Kollabieren der Völker in Frage kommen, sind vielfältig: Bakterien, Viren, Pilze. Oder war es doch die berüchtigte Varroa-Milbe, die einst aus Asien eingeschleppt wurde?2 Der obligatorische Völkerverlust über den Winter hatte allerdings nur rund 10% betragen. Diese Verlustquote gilt als Standard.

Weshalb aber nun der massenhafte Exitus, der zudem regional begrenzt auftritt? Und wieso ausgerechnet Ende April? Nun könnte man es – rein hypothetisch – mit einer neuen Seuche zu tun haben, für die bislang niemand eine Erklärung hat, aber gleichzeitig auch niemand eine Verantwortung trägt.

Nach allem, was man heute über das jüngste Bienensterben in Baden-Württemberg weiß, ist aber genau das Gegenteil der Fall: denn erstens hat man – mit großer Wahrscheinlichkeit – die Ursache identifiziert und zweitens hätte man das alles durchaus vorher wissen können. Die große Frage ist nur: weshalb hat man Warnhinweise nicht rechtzeitig ernstgenommen, weshalb hat man die Erfahrungen aus anderen Ländern ignoriert?

Konnte oder wollte man es nicht früher wissen?

Zur Erklärung: in den Proben verendeter Bienen wurden Rückstände des Insektengifts Clothianidin gefunden. Clothianidin ist ein systemisch wirkendes Insektizid, das u.a. auch zur Behandlung von Saatgut eingesetzt wird. Und nachdem 2007 in Teilen Baden-Württembergs und Bayerns erstmals das Auftreten des Maiswurzelbohrers festgestellt wurde, wurde dieses Jahr „gebeiztes“ Mais-Saatgut ausgebracht. Nun muß man möglicherweise nur noch 1+1 zusammenzählen, wenn man weiß, daß das Bienensterben kurz nach Ausbringen der Maissaat begann, oder?

Am gestrigen Freitag war es dann auch soweit, daß das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) in Berlin die Zulassung von allen Saatgut-Behandlungsmitteln, die diesen Wirkstoff enthalten, auf Eis legte. Die Stellungnahmen der Forscher des Julius-Kühn-Instituts in Braunschweig, die die Bienen untersucht hatten, waren eindeutig. Dabei war man sich offenbar bis dato recht sicher:

„Weil es als Beizmittel eingesetzt und nicht großflächig versprüht wird, galt das Insektengift als unschädlich für Bienen.“ [SZ, 16.5.2008]

Nun ist man angeblich schlauer: bei der maschinellen Ausbringung des gebeizten Saatguts könne eine feine Clothianidin-Wolke entstehen, die auf benachbarte Wiesen und Blüten abdrifte und dort von den Bienen aufgenommen werde. So die vorläufige Erklärung.

Der Übeltäter steht fest: des Insektizid Clothiandin landete bei der Mais-Aussaat nicht nur im Boden, sondern auch in der Luft

Aber kam das Bienensterben wirklich überraschend? Tatsache ist, daß Umweltverbände und hochrangige Imker seit Jahren das Verbot genau dieser Insektizide fordern.3 Clothianidin ist – seiner Bestimmung nach – ein hochtoxisches Fraß- und Kontaktgift und zählt ebenso, wie das Insektizid Imidacloprid zur Gruppe der Neonicotinoide.

Seit Jahren wird gewarnt

Sowohl Clothianidin (Handelsname „Poncho Pro“), als auch Imidacloprid (erhältlich als „Goncho“) werden von Bayer CropScience hergestellt und vertrieben. Und sie gehören, wen wundert’s, zu deren Top-Produkten. Imidacloprid zählte 2004 mit einem Umsatz von mehr als einer halben Millarde Euro jährlich (!) zu den wichtigsten Bayer-Produkten, seit 2004 ist das Nachfolgeprodukt mit dem Wirkstoff Clothianidin am Markt positioniert.

Die Insektizide bringen Bayer CropScience fetten Umsatz. Und nun negative Schlagzeilen…

Hinweise aus Frankreich oder Italien interessierten nicht

In Frankreich wurde interessanterweise bereits im Mai 2004 die Zulassung von Imidacloprid als Saatgutbeizmittel aufgehoben.4 Und auch eine Warnung der französischen Veterinärämter zu Frühjahrsbeginn 2008, interessierte die deutschen Behörden offensichtlich nicht: die Franzosen warnten ihre Imker eindringlich, mit ihren Bienenvölkern die Gebiete, in welchen das Gift eingesetzt werde, zu meiden.

Aber im BVL in Berlin scheint man nicht nur blind zu sein, was die Expertise der französischen Fachleute angeht. Auch für den Fall, daß aus Italien irritierende Stellungnahmen zu vernehmen sind, hat man offenbar Scheuklappen oder Ohrstöpsel bereitgelegt.

Denn das auffällige Bienensterben entlang des Rheins kam für Insider mit einer Vorankündigung: in Italien waren vor einigen Wochen ebenfalls massenhaft Völker gestorben. Ebenfalls im direkten Zusammenhang mit der Ausbringung von Mais-Saatgut5 – und die italienischen Behörden hatten ebenfalls Clothianidin in den Bienen gefunden.

In Frankreich wurde die Zulassung zurückgezogen und erst vor wenigen Wochen fand in Italien ebenfalls ein Massensterben von Bienen statt – Ursache damals: Rückstände von Clothianidin

Weshalb aber wartet man in Deutschland erstmal ab, bevor man hier die Zulassung aussetzt? Gab es eine Güterabwägung, ob man lieber ein Bienensterben in Kauf nehmen wollte oder die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers bekämpfen? Oder war einfach die Lobbyarbeit und Beschwichtigung seitens Bayer CropScience so effektiv?6

Wie gesagt: mit den Insektiziden verdient Bayer viel Geld. Allein mit den beiden nun ins Schußfeld geratenen Wirkstoffen kommt man derzeit ca. auf 800 Millionen Euro Umsatz.

Da kann man Warnhinweise durchaus einmal ignorieren. Erst recht, wenn die Kritik von Dauernörglern wie Greenpeace kommt7 – diese hatten übrigens Anfang Februar Clothianidin auf ihre „Schwarze Liste der Pestizide“ gesetzt. Und dort steht es offensichtlich vollkommen zu Recht.8



  1. Und über die Hintergründe besteht immer noch keine Klarheit. Denn die Bienenvölker hatten ihre Stöcke zurückgelassen, obwohl ihre Brut und Pollen dort eingelagert waren. In Frage kommen verschiedene Krankheitserreger, etwa die Varroa-Milbe, aber auch Pestizide und andere Umweltgifte. Experten gehen von einer multifaktoriellen Verursachung aus. Insofern könnte man den „Bienenvolk-Kollaps“ auch als Stressymptom lesen. []
  2. Übrigens waren es vermutlich deutsche Forscher (des Bieneninstituts Oberursel), die zu Untersuchungszwecken asiatische Bienen eingeführt hatten und die Milbe nach Europa brachten. Während asiatische Bienen allerdings die Schäden durch die Varroamilbe begrenzen können, haben ihre europäischen Verwandten keinen geeigneten Mechanismus entwickelt, um mit diesem Parasiten umzugehen. []
  3. Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbunds, beklagte: „In allen 15 bisher untersuchten Proben verendeter Bienen ist Clothianidin gefunden worden.“ Schon im Juli 2006 hatte Hederer in einem Brief an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit scharfe Kritik an der Zulassung des Pestizids geäußert und vorausgesagt, „dass Clothianidin für unsere Bienen zu einer großen Gefahr werden wird“. Quelle: Presseerklärung des cbgnetwork []
  4. Und ebenfalls 2004 forderte die französische Umweltministerin Roselyne Bachelot die deutschen Behörden dazu auf, das Bayer-Insektizid „Gaucho“ zu verbieten. Hintergrund: das staatliche Forschungsinstitut „Comité Scientifique et Technique“ hatte die Saatgutbehandlung als „signifikantes Risiko für Bienen“ bezeichnet. []
  5. Die Aussaat findet in Italien aber eben einige Wochen früher statt. []
  6. Befremdlich ist etwa, daß Bayer auf seiner Website eine Halbwertzeit von Clothianidin von 120 Tagen angibt – die US-Behörden gehen aber bspw. von ca. 3 Jahren aus. Ebenso seltsam mutet es allen Bienenkennern an, daß Bayer zum Nachweis der Unbedenklichkeit lediglich eine Studie über 3 Wochen durchführte und das nicht zur Hauptblütezeit, sondern erst im späteren Sommer. Die Imkerverbände nennen weitere Indizien, wie sich Bayer u.a. Ausnahmeregelungen erstritten hat, um die Zulassung zu erhalten. []
  7. Wie mich Eric Zeissloff per Mail informiert, so waren die deutschen Imker-Spitzenverbände auch lange Zeit zurückhaltend, was die Kritik anging. Hier scheint es innerhalb der Fachorganisation unterschiedliche Standpunkte gegeben zu haben. Nun haben freilich die Kritiker – Eric Zeissloff gehört dazu – Recht bekommen. Ergänzender Link: Zeissloff, E. (2003): Schadet Imidacloprid den Bienen?, in: beekeeping.com []
  8. Zur Aufklärung bzgl. der Überschrift – gelegentlich wird Albert Einstein folgendes Zitat zugeschrieben: »Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.« Belege für diesen Ausspruch liegen allerdings nicht vor, dennoch ist die These einigermaßen bedenkenswert. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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Kommentare

15 Reaktionen »

  • Joerg :

    Monsanto, Bayer etc. stellen sich wohl immer mehr als die wahren Bösewichte des neuen Jahrtausends heraus…

    [twort T]

  • Fridolin Brandt :

    Anfang 2004 hatte ich die Gelegenheit in Graz, vor deutschsprachigen Berufsimkern aus Österreich, Südtirol, Schweiz, Deutschland, Elsass u. a. einen Vortrag über die Wirkung der Neonikotinoide zu halten.Teilnehmer war u. a. auch Dr. Schmuck, zuständig für Vertrieb und Entwiclung von Pflanzenschutzgiften ( PSM ) bei der BAYER CROUPSCIENCES.
    Nach meinem Vortrag hörte man im Publikum den „Mächtigsten Imker der Republik“ Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufsimkerbundes ( DBIB ): „Die Felder werden brennen!“ schrie er laut!. Siehe dazu den Bericht auf meiner Homepage http://www.imkereibrandt.de ; Tagung des österreichischen Berufsimkerbundes v. 28. – 29.2.04. In Graz. Präsident Harald Singer:
    Und dann kam die Nachricht dass auch der DBIB bei dem Bienenmonitoring teil haben wird, nicht nur die Französischen Imkerverbände waren empört.
    Dass die Monitoring Daten dazu dienen sollten Clothianidin in Frankreich zuzulassen, darüber hat keiner von den Herren der Imkerverbände und Bieneninstitute große Wörter gemacht.
    Über die Honigbelastung durch Boscalid ( ein hochgiftiges Fungizid von BASF ) hat sich auch keiner aufgeregt. Der Deutsche Imkerbund ( DIB ) hat Grenzwerte verlangt und die hat er dann auch bekommen!
    In der letzten Feuerbrand Sitzung haben alle Imkerverbände der Ausbringung von Antibiotika zugestimmt, auch Hedwig Riebe, Pflanzenschutzgiftbeauftrage für den DBIB.
    Es gab mal zum Jahreswechsel einen kleinen Aufschrei (“ Verraten und verkauft“ auch zu finden auf meiner Homepage )des DBIB´s und es gab auch den Brief über die Zulassung von Clothianidin auf Raps.
    Aber über Clothianidin auf Raps hatte ich auch einige Monate zuvor gewarnt.
    Was haben mir meine frühzeitigen Warnungen eingebracht ? : Nichts als Beleidigungen und Ausgrenzungen. So ist es nun einmal, der Prophet gilt nichts im eigenem Land !

    Das massive weltweite Bienenvolksterben gibt es seit 2001 /02 und seitdem warne ich ohne Resonanz. Nur Frankreich hat die in Rede stehenden , auch BT- Mais, Pflanzenschutzgifte ( PSM ) verboten.

    Fridolin Brandt
    http://www.imkereibrandt.de

    [twort T]

  • Marc :

    @Joerg:

    Naja, gegen „Bösewichte“ hätten die genannten Konzerne wohl wenig einzuwenden. Denn auch wenn die Außendarstellung und PR versucht sich als offenes, transparentes und am Gemeinwohl orientiertes Unternehmen darzustellen, weiß man ja intern durchaus, daß es zunächst um wirtschaftliche Interessen geht.

    Das ist auch alles nicht weiter tragisch. Monsanto ist nicht die Caritas.

    Mir kam es diesmal allerdings gar nicht so sehr auf die Kritik an den Saatgutkonzernen an, denn die Verantwortlichkeit im aktuellen Fall liegt bei verschiedenen Akteuren.

    Interessant finde ich v.a. den Umstand, daß konfligierende Interessen, Intransparenz, Ignoranz gegenüber den Erfahrungen aus anderen Ländern und eine Portion Nichtwissen zusammen dazu geführt haben, daß man nun durch diese neue Entwicklung (=Bienensterben und Indizien für eine Verursachung durch Clothianidin) „überrascht“ wurde.

    @Fridolin Brandt:

    Danke für diese weiteren Hinweise aus der Imkerszene. Als Auenstehender kann man nicht beurteilen, inwiefern hier innerhalb der berufsständischen Organisationen unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen und es offenbar Beschwichtiger und Kritiker gibt/gab.

    Bitter ist es natürlich, wenn man jahrelang (aus guten Gründen) gewarnt hat und nun auf diese Weise bestätigt wird – allerdings von bestimmten Akteuren jahrelang belächelt wurde.

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  • Joerg :

    Klar, Monsanto kann man keine Verantwortung abverlangen. In der Verantwortung sind auf der einen Seite die Regierungen, vor allem die deutsche besticht ja immer durch eine ganz besondere Weigerung, anderer Staaten Erfahrung auch nur zu registrieren. Würde man jetzt abwandern in den Bereich der Gentechnik, müsste man genauso viel Verantwortung allerdings auch von den Organisationen verlangen, die z.B. stumpf und doof gegen Gentechnik protestieren. Solange da keine konstruktive allgemeine Forschung in höherem und öffentlicherem Maße gefördert und gefordert wird, lachen sich doch Monsanto und Co. ob der fehlenden Konkurrenz ins Fäustchen (aber das schweift jetzt wirklich ab).
    Aber ich wollte nur mal festhalten, wie sehr – und ausschließlich durch Blogs – das Problem der Saatgutkonzerne in mein Blickfeld gerückt wurde.

    [twort T]

  • Fridolin Brandt :

    @ Marc, Du schreibst : “ Naja, gegen “Bösewichte” hätten die genannten Konzerne wohl wenig einzuwenden. Denn auch wenn die Außendarstellung und PR versucht sich als offenes, transparentes und am Gemeinwohl orientiertes Unternehmen darzustellen, weiß man ja intern durchaus, daß es zunächst um wirtschaftliche Interessen geht.“

    Dazu meine Erfahrung wie die Konzernlenker wirklich denken :

    Anläßlich meiner Rede vor der Aktionärshauptversammlung der BAYER AG, antwortete mir deren Vorstandssvorsitzender Dr. Wenning, vor tausenden Aktionären , als Replik auf meine Rede folgendes . “ Herr Brandt, es geht uns nicht um die Menschheit oder die Umwelt, es geht uns einzig und allein um das Cash Flow ( Gewinn ) für unsere Aktionäre.“

    Das denke ich ist die wahre Einstellung aller Chemiegiganten ! Ob diese nun Monsantos, Syngenta, Du Pont, Bayer AG, BASF, Dow Agrar oder wie immer diese heißen mögen.

    Klar nach aussen stellen sich diese Firmen als Retter der Menschheit dar, doch in Wirklichkeit, siehe den Kommentar von Dr. Wenning !

    Fridolin Brandt
    http://www.imkereibrandt.de

    [twort T]

  • Marc :

    @Joerg:

    Naja, Monsanto hat sich wohl zwischenzeitlich mit dem Image des „Bösen Buben“ abgefunden. Aber was den aktuellen Fall des Bienensterbens anlangt, geht es ja nicht um Monsanto, sondern um Produkte, die Bayer CropScience vertreibt. Dennoch interessant, daß Du schreibst über das fragwürdige Gebaren der Saatgut-Multis v.a. in Blogs aufmerksam geworden zu sein.

    @Fridolin Brandt:

    Eigentlich war meine Anmerkung ja auch nur eine Binsenweisheit. Es ist ja klar und in keiner Weise verwerflich, daß die Unternehmen marktwirtschaftlich orientiert sind und aus guten Gründen primär ökonomische Interessen verfolgen. Gleichzeitig weiß auch jeder, daß sich die Unternehmen (zumindest nach außen) als sozial und ökologisch verantwortungsbewußt darstellen.

    Ich gehöre allerdings nicht der Fraktion an, die alle Unternehmen (egal ob aus dem Bereich der Saatgutindustrie, der Pharma- oder der Energiebranche) pauschal verurteilt. Es gibt auch dort vernünftige Akteure, die mit Augenmaß agieren und wissen, daß ökonomische Ziele nicht um jeden Preis verfolgt werden können.

    Was den Fall des jüngsten Bienensterbens angeht, so ist das (in meinen Augen) ein verhängnisvoller Mix von Betriebsblindheit (aller Akteure), Profitstreben (der Unternehmen) und Unfähigkeit+Naivität (der Aufsichtsbehörden).

    Die Bemerkung von Dr. Wenning ist allerdings wirklich ein Hammer – ist das irgendwo belegt oder „nur“ aus der Erinnerung zitiert? Denn in dieser Deutlichkeit liest man sowas ja doch selten:

    „Herr Brandt, es geht uns nicht um die Menschheit oder die Umwelt, es geht uns einzig und allein um das Cash Flow ( Gewinn ) für unsere Aktionäre.“

    Wird sowas nur in Aktionärsversammlung gesagt?

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  • Joerg :

    Ganz frisch die Nature News-Meldung:
    http://www.nature.com/news/2008/080516/full/news.2008.834.html

    (wieder Saatgut und keine Bienen)

    „Applications submitted by the world’s largest seed producer, Monsanto, based in St Louis, Missouri, and by chemical giant BASF Group, in Ludwigshafen, Germany, cover almost half of the patent families cited by ETC Group. Those two companies announced a US$1.5-billion partnership on plant biotechnology in March 2007. Patents applications have also been filed by Dupont in Wilmington, Delaware, Germany’s Bayer and Swiss giant Syngenta.“

    [twort T]

  • Fridolin Brandt :

    Hallo Marc, Du fragst . “ Die Bemerkung von Dr. Wenning ist allerdings wirklich ein Hammer – ist das irgendwo belegt oder “nur” aus der Erinnerung zitiert? Denn in dieser Deutlichkeit liest man sowas ja doch selten: “

    So und nicht anders wie ich geschrieben hat mir Dr. Wenning geantwortet. Zeugen kann ich bei Interesse jederzeit benennen !

    Es reicht eine E- Mail an mich. Meine E- Mail Adresse ist :

    fridolinbrandt@online.de oder fridolin@imkereibrandt.de

    Es grüßt
    Fridolin Brandt

    [twort T]

  • Fridolin Brandt :

    Nun haben wir den Salat! Immer wieder habe ich vor der Katastrophe des Bienenvolksterben gewarnt um sie über die Probleme der Neonikotinoide, welche da u. a. sind: Imidachloprid, Clothiandithin u. v. a. mehr, aufmerksam zu machen! Gentechnik wurde ja erfunden um diese Gifte noch interessanter für die Landwirte zu machen!

    Was haben mir meine frühzeitigen Warnungen eingebracht? Nichts als Beleidigungen und Ausgrenzungen. So ist es nun einmal, der Prophet gilt nichts im eigenem Land! Aber, wie alle Funktionäre des Deutschen Imkerbundes (DIB) und des Deutschen Berufsimkerbundes ( DBIB ), waren und sind diese bis heute völlig resistent gegenüber dem Thema Bienenvolksterben durch Gentechnik und Pflanzenschutzgifte. Dies ist nicht verwunderlich denn der DIB und der DBIB gehören zum Deutschen Bauernverband und dieser ist wiederum Mitglied im Verein http://www.fnl.de, deren weitere Mitglieder allesamt zu den Agrarindustriegiganten gehören! Das massive weltweite Bienenvolksterben gibt es seit 2001 /02 und seitdem warne ich ohne Resonanz. Nur in Frankreich hat man die in Rede stehenden Pflanzenschutzmittel – auch den BT- Mais, welcher ja eigentlich ein Pflanzenschutzgift ist – verboten.

    Was nun ? Soll immer noch an der Mär des Bienenvolksterben durch Viren, Varroa usw. festgehalten werden ? Dieses Märchen unter dem Motto “ Die Imker sind zu blöd, um Bienen halten zu können ! “ wurde ja gerade auch von den o. g. Verbandsfunktionären, auch vom Berufsimker Koch einer der in 2008 vom Bienenvolksterben betroffenen Imker des DBIB, vertreten !

    Von den völlig unqualifizierten Aussagen der sogenannten Bienenwissenschaftler zum Thema Bienenvolksterben, ganz zu schweigen.

    Wie ich hörte sollen die Herren Hederer und Reck, Präsidenten des DBIB und des DIB , einer Wiederzulassung der zur Zeit ruhenden Ausbringungsgenehmigung für die Pflanzenschutzgifte zugestimmt haben! Die dümmliche Zustimmung soll unter der Bedingung, dass das Haftverfahren bei der Saatgutbeizung mit z. B. Chlothianidin verbessert wird, gegeben worden sein.

    Das diese Neonikodoide systemisch wirken und somit in der ganzen Pflanze bis hin zum Nektar und Pollen vorhanden sind, wird im Interesse der Agrarchemiehersteller wohlverweißlich negiert.

    Daher gilt für die Herren Reck und Hederer : “ Wes Brot ich ess, des Lied ich sing ! “ oder anders formuliert : “ Tango Corrupti ! „

    [twort T]

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