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	<title>Soziologie &amp; Gesellschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Soziologie &amp; Gesellschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Der universale Raum der Politik » Weshalb die Rede von der Politikverdrossenheit in die Irre führt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 18:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gehört genauso zum festen Programm von Wahlabenden wie das Auspacken der Geschenke zum Weihnachtsabend. Früher oder später fällt der Blick auf die erneut gesunkene Wahlbeteiligung und als sei es ein konditionierter Reflex, wird umgehend die These der Politikverdrossenheit ins Gespräch gebracht. Als Indikator für diese seit Jahrzehnten diskutierte Verdrossenheit der Bürger im Hinblick auf ... <a title="Der universale Raum der Politik » Weshalb die Rede von der Politikverdrossenheit in die Irre führt" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/der-universale-raum-der-politik-weshalb-die-rede-von-der-politikverdrossenheit-in-die-irre-fuehrt/" aria-label="Mehr Informationen über Der universale Raum der Politik » Weshalb die Rede von der Politikverdrossenheit in die Irre führt">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/der-universale-raum-der-politik-weshalb-die-rede-von-der-politikverdrossenheit-in-die-irre-fuehrt/">Der universale Raum der Politik » Weshalb die Rede von der Politikverdrossenheit in die Irre führt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><br />
Es gehört genauso zum festen Programm von Wahlabenden wie das Auspacken der Geschenke zum Weihnachtsabend. Früher oder später fällt der Blick auf die erneut gesunkene Wahlbeteiligung und als sei es ein konditionierter Reflex, wird umgehend die These der Politikverdrossenheit ins Gespräch gebracht. Als Indikator für diese seit Jahrzehnten diskutierte Verdrossenheit der Bürger im Hinblick auf die Politik dient &#8211; wie ganz offensichtlich ist &#8211; ausschließlich die zurückgehende Anzahl der Wahlberechtigten, die den Weg zur Wahlurne finden. Ob dieser Sachverhalt freilich überhaupt als Anhaltspunkt für ein wachsendes Desinteresse der Bevölkerung an politischen Themen anzusehen und was mit dem Slogan „Politikverdrossenheit“ gemeint ist, wird leider selten oder, seien wir ehrlich, überhaupt nicht debattiert.</strong></p>
<p><a href="http://www.onezblog.de/item/2007/06/erster-politischer-blog-karneval/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" style="margin: 10px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/06/Blogkarneval01.jpg" alt="Blogkarneval01.jpg" width="180" height="60" align="right" /></a>Wer aber mit ernster Miene dieses Wort zuerst in die Runde wirft<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/der-universale-raum-der-politik-weshalb-die-rede-von-der-politikverdrossenheit-in-die-irre-fuehrt/#footnote_0_49" id="identifier_0_49" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="am wirkungsvollsten geschieht dies nat&uuml;rlich in der &bdquo;Elefantenrunde&ldquo; der Parteif&uuml;rsten">1</a>, erntet mit allerschönster Zuverlässigkeit eifriges Kopfnicken und zustimmendes Gemurmel. Das sei eine Aufgabe, der sich alle Parteien stellen müssten, ertönt es dann sofort aus einer anderen Ecke, was wiederum gewissenhaft-zustimmende Resonanz erfährt. Und schließlich wird dieses ritualisierte Spiel noch durch die Äußerung ergänzt, daß man die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen habe und das Feld nicht den extremistischen Parteien an den Rändern des politischen Spektrums überlassen dürfe. Erneut, man ahnt es, gefälliges Gemurmel und energisches Kopfnicken.</p>
<p><strong>Die Unschärfe der Terminologie</strong></p>
<p>Man könnte erheitert sein, wie von so manch anderen Ritualen des Wahlabends, wenn nicht schon die Begrifflichkeit der „Politikverdrossenheit“ so schief im Raum hängen würde. Von der fraglichen Stichhaltigkeit der Diagnose und den – mit Ausnahme der Wahlbeteiligung siehe oben &#8211; leider niemals genannten Indizien ganz zu schweigen. Denn welches Politikverständnis ist denn hier überhaupt gemeint? Und wie äußert sich denn bitteschön der allenthalben erwähnte Verdruß?</p>
<p>Konstatiert man, daß es einige Bevölkerungsgruppen gibt, die sich durch eine latente Unzufriedenheit mit bestimmten politischen Sachverhalten und Strukturen auszeichnen, so wäre umso mehr eine begriffliche Differenzierung zu wünschen. Denn wäre es hier nicht dringend angeraten zu diskutieren, was konkret der Gegenstand und Anlaß des Verdrusses ist? Möglicherweise würde man, wenn man bereit wäre der Frage ernsthaft nachzuspüren, feststellen, daß das im Raum stehende Phänomen „Politikverdrossenheit“ viel angemessener als „Politikerverdrossenheit“ und – damit zusammenhängend, aber mit unterschiedlichem Akzent &#8211; als „Parteiverdrossenheit“ zu beschreiben wäre? Davon nochmals zu unterscheiden wäre eine grundsätzliche Enttäuschung im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit nationalstaatlicher Poltik. Und schließlich ließe sich – wenn man eben mit genauerem Vokabular in die Diskussion einstiege – auch erkennen, daß von Politikverdrossenheit ernsthaft kaum die Rede sein kann. Aber der Reihe nach.</p>
<p><strong>Das Phänomen genau bezeichnen: Politikerverdrossenheit</strong></p>
<p>Wie einführend dargestellt, wird die Diagnose „Politikverdrossenheit“ zumeist an genau einem Symptom festgemacht: der abnehmenden Wahlbeteiligung. Diese steht – zumal, wenn es um Kommunal- oder Europawahlen geht – außer Frage. Allerdings gilt es hier zu überlegen, was oder genauer: wer hier eigentlich zur Wahl steht? Es sind, ja genau, Politiker, also Personen, die ein Amt in den jeweiligen Parlamenten anstreben und/oder die jeweiligen Parteien, deren Aufgabe zufälligerweise auch die Rekrutierung des politischen Personals ist.</p>
<p>Der Entschluß, sich nicht an einer Wahl zu beteiligen, ist folglich zunächst der Ausdruck einer Skepsis bzw. Ablehnung, des zur Verfügung stehenden politischen Establishments. Nicht mehr, nicht weniger.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/der-universale-raum-der-politik-weshalb-die-rede-von-der-politikverdrossenheit-in-die-irre-fuehrt/#footnote_1_49" id="identifier_1_49" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Um Mi&szlig;verst&auml;ndnissen vorzubeugen: Die Ablehnung des zur Wahl stehenden Personals ist nur ein Motiv/Beweggrund unter vielen, die f&uuml;r das Ph&auml;nomen Wahlenthaltung verantwortlich zu machen sind. Zweifel, ob die relevanten Entscheidungen &uuml;berhaupt durch die Politik getroffen werden und deren Handlungsspielr&auml;ume nicht l&auml;ngst stark minimiert sind, w&auml;re &ndash; wie ich an anderer Stelle andeute &ndash; ein weiteres Motiv. Dar&uuml;berhinaus gibt es selbstverst&auml;ndlich weitere Faktoren; darum geht es im hier interessierenden Zusammenhang aber gar nicht.">2</a> Oder anders: derjenige, der am Wahlsonntag lieber zuhause bleibt, bringt damit unter anderem zum Ausdruck, daß er von den Politikern – also denjenigen, die ihm mit Zahnpastalächeln von den Plakaten entgegengrinsen – nichts hält. Das mag in manchen Fällen tatsächlich schon allein dadurch motiviert sein, daß man die Formen der Wahlkampfführung für mehr und mehr penetrant hält. Die Art der Anbiederung, die immergleiche und kaum unterscheidbare Aufmachung der Flugblätter und Wahlbroschüren, sind hier ein Faktor unter vielen. Wichtiger vermutlich ist die Art und Weise, wie sich die führenden Repräsentanten der politischen Führungsriege in den öffentlichen Debatten zeigen und darstellen. Das Urteil der Wahlbürger basiert schließlich in wesentlichem Umfang auf der Wahrnehmung der Selbstdarstellung der Kandidaten. Und hier zeigt sich, daß die Spitzenpolitiker sich immer ähnlicher und somit ununterscheidbarer werden.</p>
<p><strong>Die Ununterscheidbarkeit weichgespülter Politdarsteller</strong></p>
<p>Es ist der Fluch, der mit den PR-Beratern und Image-Trainern über die politische Klasse gekommen ist: während die Generation der Politiker, die sich in den 60er und 70er Jahren die großen Auseinandersetzungen lieferten, noch ein scharfes Profil hatte, erscheint die aktuelle Elite wie weichgespült. Wie kantig, wie im Wortsinne: originell, waren doch <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Wehner" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wehner</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Strau%C3%9F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strauß</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Brandt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brandt</a> und Co. Wie brillant verstand der kettenrauchende <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Schmidt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Helmut Schmidt</a>, nicht umsonst Schmidt Schnauze genannt, die Argumente der Gegner zu parieren. Wer erinnert sich nicht an den Architekten der Ostpolitik <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Bahr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Egon Bahr</a> oder den überzeugten Pazifisten <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erhard_Eppler" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erhard Eppler</a>, der einmal so etwas wie das soziale Gewissen der SPD war?</p>
<p>Heute freilich dominieren Herren wie <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Wulff</a> oder <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ole_von_Beust" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ole von Beust</a>. Es sind lautere Politiker, die sich aber vor allem dadurch auszeichnen, niemandem weh zu tun. Politik, so also die erste These, müßte unterscheidbar sein und dazu Profil haben. Wo man stets nur darum bemüht ist, keine Wähler zu verprellen, braucht man sich kaum zu wundern, wenn man immer weiter im Wählerzuspruch absinkt. Die politischen Schwergewichte früherer Tage wußten demgegenüber zu polarisieren, und ja gewiß, es gab sicher Zehntausende, die Personen wie Strauß oder Wehner abscheulich fanden, aber genau die fanden den Weg zur Urne, um just die andere Partei zu wählen und um den verabscheuten Kandidaten zu verhindern.</p>
<p><strong>Warum Frau Christiansen und Frau Illner der Politik einen Bärendienst erweisen</strong></p>
<p>Die zweite bedauerliche Entwicklung bezieht sich auf die Debattenkultur, die sich mehr und mehr in die Fernsehtalkshows verlagert hat. Jeder Kenner der Szene weiß, daß es hier nicht um Sach- und Problemlösungen geht, sondern daß hier der Schlagabtausch und die Selbstdarstellung der Akteure im Vordergrund steht. Hinter den Kulissen stehen schließlich die Berater und messen die Redezeit mit der Stoppuhr und achten sorgsam darauf, daß die Föhnfrisur richtig sitzt. Es geht also – wie alle Beteiligten wissen – <em>nicht</em> (!) um die Verhandlung von politischen Problemen, die findet anderswo statt. Dem interessierten Zuschauer freilich wird suggeriert, vor seinen Augen finde eine problemorientierte Debatte statt. Und was muß er erleben? Gleichviel, ob die jeweiligen Argumente plausiblel sind oder nicht: auf den politischen Gegner wird argumentativ eingehauen, es wird polemisiert und alle sonnen sich im Lichte der Gewißheit, es schon immer gewußt zu haben und insistieren darauf, daß die anderen es schon immer falsch gemacht haben.</p>
<p>Im Ergebnis wendet sich der Zuschauer entsetzt ab: denn einerseits sind die Akteure kaum unterscheidbar, andererseits nimmt er zur Kenntnis, daß es mit der Problemlösungsfähigkeit nicht allzu weit her ist. Daß in den Fraktionen, den Ministerien, den Verhandlungsausschüssen und an all den anderen Orten, wo keine Kameras positioniert sind, dennoch sachkundig und engagiert, meist sogar effektiv (zusammen-)gearbeitet wird, nimmt der Fernsehzuschauer kaum zur Kenntnis. Wie sollte er es auch, wenn Frau Christiansen und Frau Illner ständig die Streithähne aufeinander loslassen?</p>
<p><strong>Die eingeschränkte Handlungsfähigkeit nationalstaatlicher Politik</strong></p>
<p>Der dritte und letzte Punkt: der gesellschaftlich-strukturelle Prozeß, der unter dem Stichwort „Globalisierung“ verhandelt wird, hat die Grundlagen jedweder Politik verändert. Hier ist nicht der Platz, um darauf näher einzugehen. Was aber außer Zweifel steht: die exponentielle Zunahme der kommunikativen, wirtschaftlichen, ökologischen und letztlich: politischen Verflechtungen hat zu einer wahnwitzigen Erosion des nationalstaatlichen Handlungspotentials geführt. Der Bereich, der noch vor 20 Jahren durch nationale Gesetzgebungen geregelt werden konnte, ist auf einen Bruchteil seines früheren Ausmaßes geschrumpft. Supranationale Regime und die Delegation von Souveränität und Kompetenzen an die EU tun ihr weiteres. Im Ergebnis hat sich der Handlungsspielraum der nationalen Regierungen minimiert. Egal ob die Umweltgesetzgebung oder der gesamte Komplex der Finanz- und Steuerpolitik. Die Hände der Bundesregierung sind gebunden, handeln ist jeweils nur im transnationalen kooperativen Verbund denkbar und möglich.</p>
<p>Kein Wunder also, daß sich nicht wenige der Wahlbürger lieber einen schönen Familienausflug gönnen, anstatt ins muffige Wahllokal zu eilen, wo man ohnehin nur die Personen wählen kann, die dann – im Vergleich zu früher, nicht absolut! – relativ wenig Handlungskompetenz haben.</p>
<p>Zusammenfassend: das Fehlen charakteristischer „Köpfe“ in der Politik, das Fehlen von Mut, auch unbequeme Positionen durchzusetzen und die Angst der Parteien und Politiker Wähler zu verprellen, führt zusammengenommen dazu, daß eine gewisse Frustration Raum greift, die sich nach meinem Dafürhalten als „(Partei-)Politikerverdrossenheit“ beschreiben ließe. Der zuletzt genannte Punkt fokussiert auf eine realistische Einschätzung der Veränderungen im Zuge der Transnationalisierungsprozesse, die die nationalen Regierungen zunehmend vor Handlungsprobleme stellt. Die Wahlenthaltung aus diesem Grund ist aber auch längst keine Politikverdrossenheit, sondern eine individuelle Skepsis, die in der Verweigerung der Stimmabgabe zum Ausdruck kommt.</p>
<p><strong>Politik ist mehr: wo und wie wir alle immer schon politisch agieren</strong></p>
<p>Ich hoffe, daß die Erläuterungen etwas plausibel machen konnten, daß der Terminus „Politikverdrossenheit“ an der Sache vorbei geht. Um diese Tatsache mit einem weiteren Argument zu untermauern, sei mir noch ein letzter Hinweis auf die inhaltliche Dimension des Politischen erlaubt.</p>
<p>Der üblichen – und wie gezeigt unscharfen, deplatzierten – Rede von der Politikverdrossenheit liegt ein unterkomplexes bzw. unzeitgemäßes Politikverständnis zugrunde. Denn Politik bezeichnet längst nicht nur die Prozesse, die institutionalisiert in Parlamenten, Regierungen und Ministerien ablaufen. Politik ist schon immer mehr. Der öffentliche Raum ist die eigentliche und ursprüngliche Sphäre des Politischen. Das galt in früheren Zeiten und gilt seit den 80er Jahren erst Recht.</p>
<p>Denn waren und sind die Protestbewegungen der 80er Jahre, die sich an Aufrüstung, Umweltzerstörung und der Frage der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern entzündeten, nicht originär politisch? Wer hat Zweifel daran, daß eine Sitzblockade, eine Demonstration nicht ein dezidiert politischer Akt ist? Wer führt allen Ernstes die Rede von Politikverdrossenheit im Munde, wenn man sich die breite Wahrnehmung des G8-Gipfels und der Proteste vor Augen führt?</p>
<p>Aber es wäre auch falsch nur diese eindeutig sichtbaren Stellungnahmen des außerparlamentarischen Raums als „<em>politisch</em>“ zu begreifen; Politik ist deutlich mehr. Jeder Kaufakt, jede Diskussion im Freundeskreis ist politisch. Die Entscheidung, ob wir im Biomarkt oder beim Discounter kaufen ist politisch. Die Entscheidung für ein spritsparendes oder eben ein prestigeträchtiges Auto ebenso. Wer mit dem Rad fährt handelt immer auch politisch und wer erinnert sich noch an den Boykott der Shell-Tankstellen im Zusammenhang mit der geplanten Versenkung der Ölbohrplattform „<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brent_Spar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brent Spar</a>“? Genau: hier führte individuelles Handeln zu einer politisch wirkmächtigen Entscheidung. Der Druck auf den Ölkonzern wurde so groß, daß er seine  Pläne änderte.</p>
<p>Aber nicht nur im Kollektiv wird Politik wirksam. Auch das Private ist längst politisch geworden. Der eigene Lebensentwurf, die Frage nach Ausbildungsplätzen, Karriere, Familienplanung, Kinderbetreuung und Alterssicherung sind heute mehr denn je ein Thema, das in den Familien, den Freundeskreisen, in Universitäten und an den Stammtischen der Republik diskutiert wird. Gehen wir doch raus auf die Straße und fragen beliebige Passanten, welche Meinung sie zu den Plänen von Ursula von der Leyen im Bezug auf die Vorschulbetreuung und Krippenplätze haben. Egal, ob wir Ablehnung oder befürwortende Stimmen finden werden: wir werden kaum Gleichgültigkeit vorfinden. Ist ein besseres Indiz vorstellbar, gibt es ein besseres Argument dafür, daß die These von der angeblichen „Politikverdrossenheit“ an der Realität vorbeigeht?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="80%" />
<p>Hinweis: Hier handelt es sich um einen Beitrag im Rahmen des &#8222;<a href="http://www.onezblog.de/item/2007/06/erster-politischer-blog-karneval/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politischen Blogkarnevals</a>&#8222;. Einen anderen Artikel der Wissenswerkstatt dazu, eher auf die demokratietheoretischen Konzepte und deren Kritik fokussierend, findet man <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/21/traditionen-der-rede-von-der-politikverdrossenheit-rechte-und-linke-varianten-der-parlamentarismuskritik-im-anschluss-an-jean-jaques-rousseau/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>tags: Subpolitik, Terminologie, Krisenerscheinung, Politikerverdrossenheit, Profillosigkeit, Wahlverhalten, Protest, Individualisierung</p>
<p><strong>Empfehlenswerte Literatur:</strong></p>
<ul>
<li>Geiselberger, Heinrich H. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518125001?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518125001">Und jetzt? Politik, Protest und Propaganda</a>. Frankfurt/M.: Suhrkamp.</li>
<li>Roth, Roland und Rucht, Dieter (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593383721?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3593383721">Die Sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945</a>. Ein Handbuch. Campus Verlag.</li>
<li>Maurer, Marcus (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896694022?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896694022">Politikverdrossenheit durch Medienberichte</a>. Eine Paneluntersuchung. Konstanz: Uvk.</li>
<li>Beck, Ulrich (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518413627?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518413627">Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter</a>. Neue weltpolitische Ökonomie. Frankfurt/M.: Suhrkamp.</li>
<li>Beck, Ulrich (1993): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518117807?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518117807">Die Erfindung des Politischen</a>. Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung. Frankfurt/M.: Suhrkamp.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_49" class="footnote">am wirkungsvollsten geschieht dies natürlich in der „Elefantenrunde“ der Parteifürsten</li><li id="footnote_1_49" class="footnote">Um Mißverständnissen vorzubeugen: Die Ablehnung des zur Wahl stehenden Personals ist nur ein Motiv/Beweggrund unter vielen, die für das Phänomen Wahlenthaltung verantwortlich zu machen sind. Zweifel, ob die relevanten Entscheidungen überhaupt durch die Politik getroffen werden und deren Handlungsspielräume nicht längst stark minimiert sind, wäre &#8211; wie ich an anderer Stelle andeute &#8211; ein weiteres Motiv. Darüberhinaus gibt es selbstverständlich weitere Faktoren; darum geht es im hier interessierenden Zusammenhang aber gar nicht.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/der-universale-raum-der-politik-weshalb-die-rede-von-der-politikverdrossenheit-in-die-irre-fuehrt/">Der universale Raum der Politik » Weshalb die Rede von der Politikverdrossenheit in die Irre führt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 17:21:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erinnert sich heute noch jemand an die großen Karteikästen in den Bibliotheken, in denen man von fleißigen Bibliothekarenhänden beschriftete Kärtchen duchblätterte, bis man endlich auf das gewünschte Buch stieß, wenn es denn an der ihm zugesehenen, also alphabetisch korrekten Stelle eingeordnet war? Kann man es sich heute noch vorstellen, eine wissenschaftliche Qualifizierungsarbeit manuell an der ... <a title="Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/" aria-label="Mehr Informationen über Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnert sich heute noch jemand an die großen Karteikästen in den Bibliotheken, in denen man von fleißigen Bibliothekarenhänden beschriftete Kärtchen duchblätterte, bis man endlich auf das gewünschte Buch stieß, wenn es denn an der ihm zugesehenen, also alphabetisch korrekten Stelle eingeordnet war? Kann man es sich heute noch vorstellen, eine wissenschaftliche Qualifizierungsarbeit manuell an der Schreibmaschine zu erstellen? Ohne die bequemen Möglichkeiten moderner Textverarbeitungsprogramme?&nbsp;</strong></p>
<p>Ganz zu Beginn meiner Studienzeiten gab es sie jedenfalls noch: die Karteikästen, in denen der gesamte Bestand der kompletten Bibliothek erfaßt war. Aber zum Glück war der OPAC, der Onlinekatalog, bereits im Aufbau und schon bald war es möglich die gesuchten Artikel bequemer zu recherchieren und bald sogar online zu bestellen. Heute freilich ist wissenschaftliches Arbeiten ohne Nutzung von E-Mails oder den Abruf von PDF-Dokumenten in Online-Textarchiven gar nicht mehr denkbar. Wie sollte es auch anders sein? </p>
<p>Schließlich haben die sich stetig verändernden Formen und Möglichkeiten der Kommunikation in vielen gesellschaftlichen Bereichen in den letzten Jahren zu massiven Veränderungen geführt. Wer seine E-Mails nicht mehrmals täglich abruft, sieht sich nicht selten mit Nachfragen konfrontiert, ob er etwa erkrankt sei. Wer den Brockhaus aus dem Regal zieht, anstatt flugs die Wikipedia zu konsultieren, gilt in manchen Kreisen als antiquiert und bisweilen gar als hoffnungsloser Fall. </p>
<h5 class="pullquote">Wer seine Informationen heute noch aus Büchern oder Tageszeitungen bezieht, gilt als verstaubt und ist ein Auslaufmodell</h5>
<p>Die schnelle, effiziente Kommunikation und der Zugriff auf digitale Wissensarchive verheißen – wie man allenthalben nachlesen kann – eine schöne, neue, digitale Wissenswelt. Der einsame Denker, der seine Informationen aus Büchern oder der gedruckten Tageszeitung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/#footnote_0_86" id="identifier_0_86" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Inzwischen gerne mit dem Etikett &quot;Holzmedien&quot; versehen.">1</a> bezieht, ist offenbar ein Auslaufmodell. Wenn sich also binnen weniger Jahre der Wissenszugriff im Alltagsleben massiv verändert, wie stark müssen dann erst die Umwälzungen in dem Bereich sein, der sich professionell mit der Herstellung und Darstellung von Wissen beschäftigt? Die Formen wissenschaftlichen Publizierens müssen sich doch geradezu revolutioniert haben, sollte man meinen. Aber ist dem tatsächlich so?</p>
<p>Ausgehend von dieser Frage, in welchen Bereichen die Wissenschaft die Möglichkeiten des Internet &#8211; und insbesondere diejenigen des Web2.0 &#8211; nutzt und wo Nachholfbedarf besteht, bin ich gerade dabei einen kleinen Vortrag zusammenzustellen, den ich innerhalb des Workshop &quot;<a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das neue Netz? Bestandaufnahme &amp; Perspektiven</a>&quot; am 22. September an der Universität Bamberg halten werde.</p>
<h5 class="pullquote">Im Web 2.0 wird beispielhaft illustriert, wohin sich auch wissenschaftliche Journale verändern könnten. Es wäre heute möglich, die akademische Publikations- und Diskurskultur auf eine neue Qualitätsstufe zu heben. Denn bislang wird von der Wissenschaft Diskurs oftmals nur simuliert.<br /></h5>
<p>  Gestern habe ich die grundlegenden Überlegungen und Thesen meinem Münchner Doktorandenkreis vorgestellt; gleich mit meiner einleitenden und zugegebenerweise etwas provokanten These, daß die Wissenschaft noch lange nicht im Web2.0 angekommen sei, habe ich heftigen Widerspruch geerntet. Und klar, sicher gibt es Ausnahmen &#8211; die allerdings bekanntlich die Regel bestätigen &#8211; und genauso muß ich zugestehen, daß sich die Publikationsgepflogenheiten nur allmählich entwickeln und anpassen können. Allerdings bin ich auch nach nochmaliger Überlegung dennoch der Ansicht, daß die Tatsache, daß es seit vielen Jahren bspw. fachlich-akademische Diskussionsforen gibt, nichts an meinem grundsätzlichen Befund ändert: es sind heute längst die technischen, infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen, um die wissenschaftliche Publikationskultur auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben. Die Wissenschaft agiert<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/#footnote_1_86" id="identifier_1_86" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sicher auch weil das wirtschaftliche Interesse etablierter Fach- und Wissenschaftsverlage und deren Lobby schnelle Ver&auml;nderungen blockiert.">2</a> mehr als zurückhaltend und verkennt die Optionen, die eine wohlverstandene Cyberscience bieten könnte.&nbsp;</p>
<p>Ich werde also die Kritik und Einwände von Nina, Mirko, Matthias, Marc, Daniela und Wiebke nochmal überdenken und dann &#8211; wie sie angeregt haben &#8211; verstärkt die Potentiale der heute bereits denkbaren &quot;Wissenschaft 2.0&quot; skizzieren. </p>
<p>Diese weiterführenden Präzisierungen und Konkretisierungen werde ich dann in 10 Tagen in Bamberg vorstellen und dann auch nochmals hier ausführlich dokumentieren. Bis dahin sei hier mein vorläufiger (!) &quot;Abstract&quot; eingestellt, den ich im <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/24/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-05/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">April/Mai</a> geschrieben habe &#8211; der Vortragstext wird hinsichtlich mancher Aspekte davon abweichen:</p>
<p><strong>Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0&nbsp;</strong></p>
<p>
Wissen und Wissenschaft sind populärer als je zuvor. Und inzwischen muß man für diesen Befund nicht einmal mehr auf die Einschaltquoten der Quiz- und Gameshows des Vorabendprogramms rekurrieren. Es sind vielmehr die Entwicklungen – allen voran Wikipedia – , die unter dem Etikett  »Web 2.0« subsumiert werden und illustrieren, daß sich das Internet zum gesellschaftlichen Wissensarchiv emanzipiert hat.<br />
Und tatsächlich: niemals zuvor in der Geschichte ist der Zugang zu Informationen und Wissen so leicht gewesen, niemals zuvor die Chance zur Partizipation am kollektiven Wissensschatz so groß. Doch nimmt man die institutionalisierte Wissenschaft in den Blick, so zeigt sich, daß diese bislang fast unbeteiligt ist. </p>
<h5 class="pullquote">Im Web 2.0 ist der Diskurs der &#8217;scientific community&#8216; bislang nicht angekommen. Die akademische Publikationskultur hinkt den Möglichkeiten hinterher.<br /></h5>
<p>Auf die Frage, wo sich der wissenschaftliche Diskurs abspielt, mag es viele stichhaltige Antworten geben. Im Web 2.0 – dafür sprechen genügend Indizien – ist der Diskurs der &quot;scientific community&quot; bislang nicht angekommen.<br />
Was aber steckt hinter dieser offensichtlichen Skepsis? Welche Vorbehalte bestehen seitens der Wissenschaft gegenüber einer Öffnung hin zum Web 2.0? Sind es lediglich vorläufige  Abwehr­haltungen? Handelt es sich nur um Reflexe eines verkrusteten Systems, das sich noch jedem Ver­such, frischen Wind in die Gemäuer des wissenschaftlichen Elfenbeinturms zu pusten, entgegen­gestellt hat?
</p>
<p>Wenn man versucht, den offenen Fragen mit systemtheoretisch informierten Beobachtungsroutinen nachzuspüren, wird zunächst folgendes deutlich: so wie sich das Internet gerade in der Spielart des Web 2.0 präsentiert und konstituiert, stellt es eine Provokation und gleichzeitig eine Heraus­forderung für das etablierte Wissenschaftssystem und seine tradierten Publikationspraxen dar.
</p>
<p>Im Rückgriff auf die Luhmannsche Terminologie können, wie sich zeigen wird, folgende Fragen beantwortet werden: (1) Wie ist es möglich, daß der wissenschaftliche Diskurs in einem derart eklatanten Ausmaß hinter den avancierten Kommunikations- und Darstellungsmöglichkeiten des Web 2.0 hinterherhinkt? Und wie ist die Zurückhaltung der akademisch-institutionalisierten Wissenschaften gegenüber alter­nativer Formen der Wissensrepräsentation und -archivierung (Wikis und Blogs) zu erklären? (2) Welche Veränderungen sind notwendig, welche Blockaden müssen überwunden werden, um den Weg hin zu einer Wissenschaft 2.0 zu öffnen? (3) Welche  innovativen Konfigurationen wissen­schaftlicher Diskurse sind auf der Basis einer Cyberinfrastructure möglich und denkbar?
</p>
<p>Im Hintergrund der Analyse stehen zwei Leitfragen: erstens, welche Strukturprinzipien prägen den wissenschaftlichen Diskurs?, zweitens, in welcher Weise und mit welchen Kriterien beobachtet Wissenschaft die Entwicklungen des Web 2.0? Davon ausgehend lassen sich insgesamt vier Problemkreise identifizieren.
</p>
<p>Erstens wird deutlich, daß jede Form der Onlinepublikation sich der Herausforderung gegenüber sieht, eine stabile System/Umwelt-Grenze zu etablieren. Wie sich systemtheoretisch argumentieren läßt, ist Wissenschaft dazu verdammt, fortwährend zu markieren, daß sie allein an wahrheitsfähigen Aussagen interessiert ist. Und genau dieser (intern generierte und von außen beobachtbare) System­code, wird durch bestimmte Randbedingungen, die dem Medium Internet zu eigen sind, fortlaufend unterminiert und in Frage gestellt. Die fehlende Trennschärfe zwischen der Sphäre wissenschaft­licher Publikationen und anderer Bereiche schlägt sich u.a. in Glaubwürdigkeits- und Reputations­problemen nieder.
</p>
<p>Zweitens lässt sich skizzieren, wie alle bisherigen Publikationspraxen die kategoriale Trennung zwischen Herstellung und Darstellung wissenschaftlicher Ergebnisse sicherstellten. Durch die Möglichkeiten des Web 2.0 (v.a. im Sinne kollaborativer Wissensproduktion und/oder kommentierender Bezugnahme) wird diese Grenzziehung allerdings aufgehoben. Die Verschmelzung kann wahlweise als Affront oder als Chance wahrgenommen werden.
</p>
<p>Der dritte Problemkreis gruppiert sich um die disziplinären Konzepte von Autor- und Urheber­schaft, die durch die Praktiken des Web 2.0 bedroht sind. Die Unterschiede zwischen Natur- und Geisteswissenschaften im Hinblick auf Akzeptanz und Nutzung elektronischer Publikationen sind, wie rekonstruiert werden kann, genau darauf zurückzuführen. Die bisher dominierende Kopplung von Text und Urheberschaft wird freilich angesichts der Möglichkeiten einer kollaborativen Texter­stellung fragwürdig.
</p>
<p>Abschließend und viertens werden diejenigen Effekte thematisiert, die sich aus der kommunikativen Asymmetrie konventioneller Publikationspraxen ergeben. Ihre grundsätzlich statische Struktur zwingt den üblichen wissenschaftlichen Diskurs in Warteschleifen, die bislang erstaunlicherweise kaum problematisiert wurden. Die Vorteile einer Wissenschaft 2.0 liegen demgegenüber genau in der Dynamisierung der Diskurse. Die ausschließlich lineare Chronologie wird durch zirkuläre, hypertextuelle Verweisungskontexte abgelöst und könnte im Ergebnis zu einer modularen, dezentralisierten Publikationsweise führen. </p>
<h5 class="pullquote">Die Diskussion um Open Access greift zu kurz: die Konzentration auf unentgeltliche und freizugängliche Onlineartikel bleibt im Denken einer Wissenschaft 1.0 gefangen. Die Chance kollaborative Elemente einzubauen, die Diskursdynamik sichtbar zu machen, Wissenschaft(ler) zu vernetzen und den Diskurs zu dynamisieren, wird&nbsp; innerhalb der Open Access-Diskussion übersehen.</h5>
<p>In einem letzten Schritt können, auf der Grundlage der bisher gewonnenen Einsichten, die Perspektiven für eine Wissenschaft 2.0 skizziert werden. Zunächst wird deutlich, daß die momentane Diskussion der Erweiterung bzw. Ergänzung gängiger Publikationsgepflogenheiten durch Open-Access-Modelle zu kurz greift. Die Diskussion bleibt – solange sie lediglich die unent­geltliche und freizugängliche Bereitstellung der bisherigen Printartikel thematisiert – blind für weiterreichende Veränderungen des wissenschaftlichen Diskurses, die durch die Infrastruktur des Web 2.0 denkbar und möglich geworden sind. Denn auch das Open-Access-Konzept fokussiert ein­seitig auf die Archiv- und Darstellungsfunktion von wissenschaftlichen Resultaten; unbeachtet bleibt somit die andere Seite des Diskurses, nämlich die auf Anschlüsse ausgerichtete Kommunikation.
</p>
<p>Erst eine wohlverstandene Cyberinfrastrukur des Wissens (wie sie in bestimmten Praktiken des Web 2.0 bereits vorzufinden ist) könnte der Herstellung symmetrischer Kommunikationsräume dienen, die primär an der Herstellung von Resonanzfähigkeit orientiert wären. Als Vorteile seien nur eine  schnellere Reaktions- und Anschlußmöglichkeit, die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Anschlußkommunikationen und die Verbesserung der Diskurstransparenz genannt.<br />
Kennzeichen einer Wissenschaft 2.0 wären (1) die Dynamisierung der Publikationsroutinen, (2) die innovative Nutzung von Rekombinationsmöglichkeiten, (3) die Auflösung der kategorialen Trennung zwischen Herstellung und Darstellung, (4) die teilweise Verabschiedung des Ideals einer eigenständigen Autorschaft, (5) die Etablierung einer Meso-Diskursebene, die unter Nutzung von Social-Web-Anwendungen einen zusätzlichen Vernetzungs- und Kommunikationsrahmen darstellt, der auch informelle Kommunikationselemente beinhaltet. </p>
<p>Erst dadurch wäre das Versprechen eines zeitgemäßen wissenschaftlichen Diskurses eingelöst. Wissenschaft 2.0 funktioniert nämlich genau dann, wenn Argumentationsketten wechselseitig aufeinander verweisen, aneinander anschließen und aufeinander aufbauen.<br />
Heute sehen wir uns wissenschaftlichen Diskursgepflogenheiten gegenüber, die sich weiterhin statisch organisieren und Kommunikationsanschlüsse eher erschweren, als erleichtern. Es ließe sich sogar argumentieren, daß die seitherige Praxis Diskurs lediglich simuliert, anstatt ihn tatsächlich zu führen. Eine Umstellung auf webgestützte Diskurspraxen, könnte demgegenüber die Basis für eine Vernetzungs- und Kommunikationssphäre bilden, die ein weitaus höheres Maß an Lernfähigkeit und Flexibilität aufweisen würde. Das setzte freilich die Durchsetzung und Anerkennung einer modularen wissenschaftlichen Arbeits- und Publikationskultur voraus. Der Weg zur Wissenschaft 2.0 hält also noch einige Hürden bereit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Interessante Literatur:</strong></em></p>
</p>
<ul>
<li>Riehm, Ulrich (2006): <a href="http://www.zeitenblicke.de/2006/3/Riehm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elektronisches Publizieren revisited!</a>, Anmerkungen zur Verbreitung elektronischer Publikationen, zur Konkurrenz gedruckter und elektronischer Medien sowie zu den strukturellen Veränderungen im Publikationswesen, in: zeitenblicke 5 (2006), Nr. 3, URL: http://www.zeitenblicke.de/2006/3/Riehm. </li>
<li>AmericanCouncil of Learned Societies (2006): Our cultural commonwealth, The Report of<br />
the American Council of Learned Societies&#8216; Commission on Cyberinfrastructure for Humanities and Social Sciences, URL: http://www.acls.org/cyberinfrastructure/acls.ci.report.pdf </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/dnn2007">dnn2007</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_86" class="footnote">Inzwischen gerne mit dem Etikett &quot;Holzmedien&quot; versehen.</li><li id="footnote_1_86" class="footnote">Sicher auch weil das wirtschaftliche Interesse etablierter Fach- und Wissenschaftsverlage und deren Lobby schnelle Veränderungen blockiert.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/">Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft » Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Projektskizze: Wissenschaftsformationen zwischen disziplinärem Autismus und transdisziplinär-lernsensitiver Offenheit? Auf den Spuren von Wissensproduktion, Kommunikation und lernendem Dialog  &#124; Werkstattnotiz VI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2007 16:29:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir leben in einer Welt endlicher Ressourcen. Und wir leben in einer Welt fehlbarer Wissenschaft. Diese zwei Grundbedingungen spätindustrieller Gesellschaften sind inzwischen auch ins öffentliche Bewußtsein diffundiert und auch im politischen Diskurs angekommen. Nicht selten lautet die Antwort: wir brauchen Konzepte und Lösungsstrategien, die sich am Prinzip der ‚Nachhaltigkeit‘ orientieren. Der Förderschwerpunkt &#34;Sozial-ökologische Forschung&#34; (SÖF) ... <a title="Projektskizze: Wissenschaftsformationen zwischen disziplinärem Autismus und transdisziplinär-lernsensitiver Offenheit? Auf den Spuren von Wissensproduktion, Kommunikation und lernendem Dialog  &#124; Werkstattnotiz VI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/" aria-label="Mehr Informationen über Projektskizze: Wissenschaftsformationen zwischen disziplinärem Autismus und transdisziplinär-lernsensitiver Offenheit? Auf den Spuren von Wissensproduktion, Kommunikation und lernendem Dialog  &#124; Werkstattnotiz VI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/">Projektskizze: Wissenschaftsformationen zwischen disziplinärem Autismus und transdisziplinär-lernsensitiver Offenheit? Auf den Spuren von Wissensproduktion, Kommunikation und lernendem Dialog  | Werkstattnotiz VI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir leben in einer Welt endlicher Ressourcen. Und wir leben in einer Welt fehlbarer Wissenschaft. Diese zwei Grundbedingungen spätindustrieller Gesellschaften sind inzwischen auch ins öffentliche Bewußtsein diffundiert und auch im politischen Diskurs angekommen. Nicht selten lautet die Antwort: wir brauchen Konzepte und Lösungsstrategien, die sich am Prinzip der ‚Nachhaltigkeit‘ orientieren. <br /></strong><br />Der Förderschwerpunkt &quot;Sozial-ökologische Forschung&quot; (SÖF) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung widmet sich genau dieser Thematik. Im Zentrum steht dabei der </p>
<blockquote>
<p>&quot;<em>ökologisch tragfähige Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Sicherung von sozialer Gerechtigkeit, Lebensqualität und Sozialkapital, sowie der Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auch im weltweiten Wettbewerb.</em>&quot; </p>
</blockquote>
<p>Grundsätzlich ist der Förderschwerpunkt dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den &quot;<em>zu bearbeitenden Problemen (&#8230;) um komplexe lebensweltliche Phänomene und nicht um spezifische innerwissenschaftlich definierte Fragestellungen [handelt].</em>&quot; </p>
<p>Innerhalb dieses BMBF-Programms läuft derzeit eine Ausschreibung zur &quot;Förderung interdisziplinär arbeitender Nachwuchsgruppen&quot;. Frist zur Abgabe der Antragsskizzen ist der 30. September 2007 und ich bin gerade dabei – wie ich bereits <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> geschrieben hatte – eine mögliche Fragestellung zu präzisieren und v.a. noch einen Mitstreiter bzw. gerne eine Mitstreiterin zu suchen. </p>
<p>Zentral für alle SÖF-Projekte ist: 1.) der Forschungstyp läßt sich als problemorientiert und interdisziplinär beschreiben. 2.) Der Gegenstandsbereich fokussiert auf &quot;Beziehungen der Menschen zu ihrer jeweiligen natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt&quot;. 3.) Die Forschungsfragen sind inhaltlich an das Nachhaltigkeitskonzept gekoppelt. &nbsp;</p>
<p>Das Konzept, das mir vorschwebt, hat seinen Ursprung in der folgenden Frage:</p>
<p> <strong>Unter welchen Bedingungen sind ‚post-normal-sciences‘ lernfähig und können am Nachhaltigkeitspostulat orientiertes Wissens generieren?</strong></p>
<p>Denn soviel sei vorausgesetzt: viele aktuelle Probleme sind nicht mehr länger im streng disziplinär organisierten Wissenschaftsbetrieb zu lösen. Der disziplinäre Autismus ist längst an seine Grenzen gestoßen. Was verlangt ist, sind – wie ja eben auch das Förderprogramm selbst als Prämisse voraussetzt – transdisziplinäre, problembezogene Vorgehensweisen. Die dahinterliegende Hoffnung lautet dabei: die gezielte Verschränkung und Kopplung verschiedener disziplinärer Sichtweisen ermöglicht Lernprozesse, die am Ende bessere, d.h. lösungstechnisch angemessenere Ergebnisse hervorbringen, als es einer konventionellen, homogenen Forschungsgruppe möglich gewesen wäre. <br />Noch einmal und etwas pointiert – der Kerngedanke, der dem gesamten Bereich der „sozial-ökologischen Forschung“ zugrundeliegt lautet: die Probleme sind komplex und die schmalspurige Wissensproduktion der Wissenschaft im &quot;Mode 1&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/#footnote_0_43" id="identifier_0_43" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Als &sbquo;Mode 1&lsquo; wurde u.a. von Gibbons und Nowotny eine Wissenschaft gekennzeichnet, die von einer unproblematischen, kumulativen Wissensproduktion und Anwendung in unstrittigen Kontexten ausgeht.">1</a> ist defizitär; wenn aber transdisziplinäre Forschung, die erstens am Nachhaltigkeitspostulat orientiert ist und zweitens eine Sensibilität für die Folgen der Forschung aufweist, etabliert ist, so fördert diese Spielart der Wissenschaft im &quot;Mode 2&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/#footnote_1_43" id="identifier_1_43" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Etikett &sbquo;Mode 2&lsquo; kann im weiteren Sinne als analog zum Begriff &quot;post-normal science&quot; von Funtowicz/Ravetz gelesen werden. Diese ist ihrer Auffassung nach charakterisiert durch das Zusammentreffen von Unsicherheit und Unwissen auf der Seite der Wissensproduktion, sowie hohen Risiken und Legitimit&auml;tszwang auf Seiten der Politik.">2</a> bessere, nachhaltigere Lösungen zutage. Diese Art der Wissensproduktion setzt darauf, daß sich Blindheiten und Fehleinschätzungen einzelner Disziplinen gegenseitig korrigieren, aufheben und durch konsensuell-diskursive Bearbeitung weniger wahrscheinlich werden. Mit einem Wort: transdisziplinäre Forschungsgruppen profitieren durch interne Lernprozesse. </p>
<h4 class="pullquote">Die transdisziplinäre Wissensproduktion lebt von der Hoffnung, daß sich Blindheiten und Fehleinschätzungen einzelner Disziplinen gegenseitig korrigieren und im Ergebnis nachhaltigere Lösungen wahrscheinlicher werden. Ist diese Annahme empirisch haltbar?</h4>
<p>Ist diese Hoffnung aber überhaupt berechtigt? Unter welchen Bedingungen ist Lernsensibilität und sind Lern- und Erkenntnisfortschritte tatsächlich denkbar und empirisch festzustellen? Welche Strukturen sind hinderlich, welche fördern die fruchtbare Zusammenarbeit? Wo und wie kommt es zu Blockadepositionen und wie werden innerhalb bestimmter Disziplinen und Arbeitsgruppen andere kritische, aber potentiell bedenkenswerte Positionen rezipiert? Wie weit verbreitet sind überhaupt transdisziplinäre Teams? Und sind heterogene Gruppen gegenüber ihren homogenen Pendants in allen Bereichen überlegen? Das sind – auf die Schnelle formuliert – einige Fragen, die sich hier stellen. </p>
<p>Dabei ist klar: der Umstand, daß die (theoretische) Einsicht in die Vorteile von Kooperation und Dialog und die prinzipielle Möglichkeit von Nichtwissen vorhanden ist, bedeutet zunächst recht wenig. In der Praxis zeigt sich, daß sowohl homogen zusammengesetzte Gruppen als auch heterogene Forschungsverbände durchaus innovative Lösungsvorschläge erarbeiten können. Die Frage ist: welche Randfaktoren begünstigen 1. nachhaltige und lernsensitive Wissenschaft und Forschung und 2. einen sensiblen, reflektierten Umgang mit kontingenten Wissensbeständen und riskanten Entscheidungen? Und: auf welche Weise werden externe Positionen (oder gar Gegenargumente) rezipiert, integriert und in Lern- und Erkenntnisfortschritte transformiert? </p>
<p>Denn so selbstverständlich ist Dialog und Lernen keineswegs&#8230;. </p>
<p><strong>Blindheit und Lagerdenken?</strong></p>
<p>„Denn sie wissen nicht was sie tun.“ So oder so ähnlich lautet seit mindestens 30 Jahren das Lamento der Sozialwissenschaften, wenn sie ihre Sicht auf die Technik- und Naturwissenschaften beschreiben sollen. Und umgekehrt? Fragt man Ingenieure oder Forscher in ihren naturwissenschaftlichen Labors, ob das Bild, das die Sozialwissenschaften von ihnen zeichen, zutreffend ist, so erntet man allzu häufig resigniertes Kopfschütteln. Ist also die Spaltung der zwei wissenschaftlichen Kulturen doch so wirkmächtig, daß die beiden Lager ihre jeweilige Arbeit weiterhin mit trotzigem Stolz verrichten und dabei erst gar nicht auf Verständnis oder gar gegenseitige Verständigung hoffen? Und möglicherweise ist von Dialog und Lernbereitschaft erst ganz zu schweigen?</p>
<p>Sind dies nur Vermutungen oder kennzeichnen sie eine immer noch vorhandene Realität? Eines ist klar: das Bild, das wir von der Natur haben, das Wissen, das unseren Entscheidungen zugrunde liegt, ist immer schon geprägt durch die Informationen und Bilder, die die Wissenschaft produziert und bereitstellt. Und das Verständnis etwa für sozial-ökologische Problemlagen, das Wissen für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen rekurriert notwendigerweise auf den Erkenntnissen, die in den Labors und an den Schreibtischen der Wissenschaftler ihren Ursprung haben. </p>
<p><strong>Transformationen des wissenschaftlichen Arbeitsmodus</strong></p>
<p>Das Selbstverständnis der Wissenschaften ist allerdings – darüber besteht mittlerweile Konsens – brüchig geworden und bestimmten Transformationsprozessen unterworfen. Und die etablierte Wissenschaftsforschung beschreibt diesen Trend als Übergang von einer traditionellen disziplinären Wissenschaft (‚Mode 1‘) zu einem neuen Modus der Wissensproduktion (‚Mode 2‘). Im ‚Mode 2‘ ist Wissenschaft reflexiv geworden; die fraglose Gültigkeit ihrer Aussagen ist dem Versuch gewichen, Natur und Wirklichkeit möglichst angemessen zu beschreiben – dies allerdings ohne Garantieansprüche. </p>
<p>Parallel dazu begann das Konzept der „Nachhaltigkeit“ seine Karriere im kritischen sozial-ökologischen Diskurs und ist spätestens seit dem Umweltgipfel 1992 in Rio als „sustainable development“ etabliert. Aber wie wirkmächtig ist das Schlagwort „Nachhaltigkeit“? Wirkt es nur bis in die Wissenschaftsbürokratie und -politik, wo dementsprechend Förderprogramme wie das SÖF (sozial-ökologische Forschung) aufgelegt werden? Und fand – das eine der Fragen – das Nachhaltigkeitskonzept überhaupt Eingang in die Labors der Naturwissenschaften? Diffundierte der Begriff dorthin erst über den Umweg der Politik und der öffentlich wirksamen Thematisierung, wenn überhaupt? </p>
<p><strong>Die Alternativlosigkeit diskursiv-lernender Wissenschaftsformationen</strong></p>
<p>Wir leben im Horizont des Nichtwissens. Diese Einsicht ist inzwischen fast zu einem Allgemeinplatz geworden. Doch welche Konsequenzen ziehen wir aus dem Wissen, daß unser heutiges Wissen in der Zukunft überholt sein könnte? Wie organisiert sich Gesellschaft, wenn sie kontinuierlich mit Enttäuschungen konfrontiert wird und allmählich lernen muß, daß sich Überraschungen niemals werden ausschließen lassen? </p>
<p>Wissen und Wissenschaft sind seit dem Beginn der Moderne auf Vorläufigkeit gestellt; allein die Kirche hat den Anspruch auf absolute Wahrheit nicht aufgegeben. Wissenschaftliches Wissen – und auf nichts anderes rekurriert gesellschaftliches Handeln, das auf Legitimität hoffen kann – trägt immer schon den Index des Konjunktivischen, ist also Wissen, das auch anders möglich wäre. Wissen ist niemals anderes als die Behauptung, eine angemessene Beschreibung der Wirklichkeit darzustellen. Und diese Behauptung kann immer wieder aufs Neue widerlegt werden.</p>
<p>Allerdings gelang es der Gesellschaft bis mindestens in die 80er Jahre hinein, dieses unhintergehbare Funktionsprinzip (nämlich daß ihr Wissen fehlbar ist) weitgehend auszublenden. Das ist Kennzeichen der Normalwissenschaft (&quot;Mode 1&quot;). Die Reihe der großen Enttäuschungen des szientistisch-technizistischen Kontrollglaubens reicht freilich von Contergan über die Fehleinschätzung des FCKWs bis hin zu BSE oder Vioxx.</p>
<p>Nun aber ist die Gesellschaft&nbsp; &#8211; siehe als Indiz just die Tatsache, daß es das Förderprogramm &quot;SÖF&quot; gibt – augenscheinlich an einem Punkt angelangt, an dem sie nicht länger umhin kommt sich einzugestehen, daß sie zukünftig eine „lernende“ Gesellschaft sein wird oder eben <em>nicht</em> sein wird. </p>
<h5 class="pullquote">An vielen Stellen sind Indizien zu finden, daß Politik und Wissenschaft durch Nebenfolgen sensibilisiert wurden. Hat die Gesellschaft ingesamt begriffen, daß sie zukünftig eine „lernende“ Gesellschaft sein wird oder eben <em>nicht</em> sein wird?</h5>
<p>Und dabei heißt Lernen im Kern: +1. zu wissen, daß das aktuelle Wissen nur jeweils vorläufige Gültigkeit beanspruchen kann und sich unter stetig verändernden Rahmenbedingungen bewähren muß. Und +2. also anzuerkennen, daß es prinzipiell immer besseres (weil angemesseneres) Wissen geben könnte und notwendige Lernprozesse nicht zuletzt durch Impulse, Irritationen von außen initiiert werden müssen. Wissenschaftlicher Diskurs und transdisziplinäre Öffnung sind hier als notwendige Bedingungen anzusehen.</p>
<p> Eine Gesellschaft, die sich des Umstands bewußt ist, daß ihr keine Alternative bleibt, als immer wieder neu zu lernen, ist freilich die einzig denkbare Gesellschaft, die es sich leisten kann, sich überraschen zu lassen. Daß die Zukunft weitere Überraschungen bereithalten wird, steht außer Frage.</p>
<p>Nur wird eine lernsensitive Gesellschaft im Gegensatz zu Gesellschaften, die den szientistischen Fortschrittsglauben weiterträumen, immerhin die Chance haben, sich auf kontinuierlich verändernde Rand- und Existenzbedingungen einzustellen. Eine andere Alternative hat sie nicht. Und die wissenschaftliche Erkenntnisproduktion steht hier in ganz besonderer Pflicht.</p>
<p>Doch wie vollzieht sich die skizzierte Transformation hin zu einer ‚post-normal science‘ (&quot;Mode 2&quot;), die das Nachhaltigkeitspostulat ernst nimmt? Wo sind vielversprechende Ansätze zu verzeichnen, wo verhindern strukturelle Defizite das Eingeständnis, daß die alten Rezepte nicht mehr hinreichen? Wie also könnten lernsensitive Wissenschaftsformationen aussehen, wie müßten sie organisiert sein? </p>
<p>Genau für diese Fragen soll das Forschungsprojekt den übergreifenden Rahmen bilden. Die kleine Forschungsgruppe, für die ich gerne einen Förderungsantrag schreiben würde, könnte sich möglicherweise um folgende zwei Module gruppieren:</p>
<p><strong>Modul 1: Lernende Forschung und transdisziplinäre Kooperation – Blockaden, Synergien, Erfolgsrezepte </strong><br />(+1. Rekapitulation des Kenntnisstandes der Lernpsychologie in ihren organisations- und sozialpsychologischen Varianten, +2. Adaption und Entwicklung eines Modells, das die Erkenntnisse auf wissenschaftliche Natur- und Umweltforschung überträgt, +3. Entwicklung eines Kriterienkatalogs und Formulierung von Qualitätsmaßstäben für (wissenschaftliches) Lernen in der Risikogesellschaft)</p>
<p><strong>Modul 2: Fallstudien – Wissenschaft &quot;Mode 2&quot; revisited</strong><br />(+1. Empirische Überprüfung des Anspruchs auf Lernfähigkeit und Reflexivität innerhalb verschiedener Forschungsfelder, +2. Fallstudien u.a. zum Umgang mit Nichtwissen, Kritik, Gegenpositionen in den Feldern a.) Rote Gentechnologie, b.) Grüne Gen-/Biotechnologie, c.) Nanotechnologie, +3. Beantwortung der Frage: Wo, wie, unter welchen Bedingungen und mit welchen Vorteilen stellt Wissenschaft auf reflexive, an Nachhaltigkeit orientierte Wissensproduktion um?)</p>
<p>Der Arbeitstitel der Gruppe könnte lauten: <strong>Wissenschaftsformationen zwischen disziplinärem Autismus und transdisziplinär-lernsensitiver Offenheit? Auf den Spuren von Wissensproduktion, Kommunikation und dem lernenden Dialog zwischen den Wissenschaften </strong></p>
<p>Nun also meine abschließende Frage: bis 30.9.2007 soll ein kurzer Förderantrag für eine Vorphase beim BMBF liegen, während dieser Vorphase (8 Monate) soll das Konzept präzisiert und die Forschungsgruppe zusammengestellt werden. Der Antragsteller soll in der Regel (so die Formulierung) promoviert, aber nicht älter als 35 Jahre sein. <strong>Hat jemand Interesse, mit mir zusammen dieses oben skizzierte Projekt anzugehen?</strong> In Frage kommen wohl v.a. Soziologen und Psychologen (hier mit Schwerpunkt: Lern- und/oder Organisationspsychologie, ggf. Sozialpsychologie), daneben seien auch alle Wissenschaftshistoriker aufgerufen, denn dann könnte man ggf. einen zeitlichen Vergleich mit einbauen. </p>
<p>Räumlich sollte das Projekt in München angesiedelt sein, da eine der Förderbedingungen die Kooperation mit bestehenden universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist. Und thematisch paßt das alles in München ganz gut. Ansonsten weise ich darauf hin, daß die obigen Ausführungen mit &#8218;heißer Nadel gestrickt&#8216; sind &#8211; d.h. nicht alles bis ins letzte Detail durchdacht ist und die Überlegungen mit Sicherheit nochmals präzisiert werden müssen.</p>
<p>Ich würde mich dennoch freuen, wenn ggf. die mitlesenden (Sozial)Wissenschaftler bzw. Wissenschaftsblogger meine kleine Anfrage evtl. weiterverbreiten könnten, vielleicht findet sich ja bis in 1-2 Wochen noch jemand, der die Fragestellung spannend findet. :-)</p>
<p>Mehr Details hier:</p>
<ul>
<li>Bekanntmachung des BMBF zur <a target="_blank" href="http://www.bmbf.de/foerderungen/10308.php" rel="noopener noreferrer">Förderung von Nachwuchsforschungsgruppen</a> auf dem Gebiet der sozial-ökologischen Forschung (<a href="http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/Bekanntmachung_Nachwuchs.pdf">hier</a> als PDF)</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_43" class="footnote">Als &#8218;Mode 1&#8216; wurde u.a. von Gibbons und Nowotny eine Wissenschaft gekennzeichnet, die von einer unproblematischen, kumulativen Wissensproduktion und Anwendung in unstrittigen Kontexten ausgeht.</li><li id="footnote_1_43" class="footnote">Das Etikett &#8218;Mode 2&#8216; kann im weiteren Sinne als analog zum Begriff &quot;post-normal science&quot; von Funtowicz/Ravetz gelesen werden. Diese ist ihrer Auffassung nach charakterisiert durch das Zusammentreffen von Unsicherheit und Unwissen auf der Seite der Wissensproduktion, sowie hohen Risiken und Legitimitätszwang auf Seiten der Politik.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/">Projektskizze: Wissenschaftsformationen zwischen disziplinärem Autismus und transdisziplinär-lernsensitiver Offenheit? Auf den Spuren von Wissensproduktion, Kommunikation und lernendem Dialog  | Werkstattnotiz VI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/projektskizze-wissenschaftsformationen-zwischen-disziplinaerem-autismus-und-transdisziplinaer-lernsensitiver-offenheit-auf-den-spuren-von-wissensproduktion-kommunikation-und-lernendem-dialog-wer/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Nachbetrachtung » Fragebogen zur Blogaktion »Free Burma« &#124; Werkstattnotiz XIV</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2007 19:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/05/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die gestrige Blog-Solidaritätsaktion »Free Burma« ist mit einem beachtlichen Ergebnis zu Ende gegangen. Auf der Unterstützerliste auf dem Projektwiki haben sich über 12.000 Personen aus aller Welt eingetragen. Von Thailand, Pakistan, Brasilien, Andorra über Peru, Chile und Ecuador sind Blogger aus aller Welt versammelt. Die Resonanz auf das Blogprojekt kann sich also wirklich sehen lassen. ... <a title="Nachbetrachtung » Fragebogen zur Blogaktion »Free Burma« &#124; Werkstattnotiz XIV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/" aria-label="Mehr Informationen über Nachbetrachtung » Fragebogen zur Blogaktion »Free Burma« &#124; Werkstattnotiz XIV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/">Nachbetrachtung » Fragebogen zur Blogaktion »Free Burma« | Werkstattnotiz XIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die gestrige Blog-Solidaritätsaktion »<a href="http://www.free-burma.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Free Burma</a>« ist mit einem beachtlichen Ergebnis zu Ende gegangen. Auf der Unterstützerliste auf dem Projektwiki haben sich über 12.000 Personen aus aller Welt eingetragen. Von Thailand, Pakistan, Brasilien, Andorra über Peru, Chile und Ecuador sind Blogger aus aller Welt versammelt.</strong></p>
<p>Die Resonanz auf das Blogprojekt kann sich also wirklich sehen lassen. BloggingTom (Schweiz) hat ausgezählt und ist auf 146 Länder gekommen, aus denen sich Blogger eingetragen haben. Ein Großteil (knapp 3.000) kommt natürlich aus Deutschland, dahinter rangieren die USA, dann Spanien und Italien. Die Details der Statistik finden sich [<a target="_blank" href="http://bloggingtom.ch/archives/2007/10/05/statistik-zur-free-burma-unterschriftenliste/" rel="noopener noreferrer">hier</a>]. Ein erstes Zwischenfazit und einige (auch selbstkritische) Anmerkungen zum organisatorischen Verlauf finden sich auch <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/10/05/burma-action-zwischenfazit-ii/" rel="noopener noreferrer">hier</a> bei Robert Basic.</p>
<p>Der Blogstatistikdienst Technorati weist über 8.000 Artikel mit dem Schlagwort &quot;Free Burma&quot; aus.  Wenn man nur einige der gestern erschienenen Artikel liest, so wird schnell deutlich, daß sich ganz unterschiedliche Blogger und Websitebetreiber beteiligt haben. Und genauso wie die Herkunftsländer der einzelnen Unterstützer, so variieren ganz offenbar auch Länge, Inhalt und Zielsetzung der jeweiligen Artikel.</p>
<p>Hier stellt sich nun die spannende Frage, welche Blogger, mit welcher Motivation sich hier engagiert haben. Ebenso interessant wäre freilich zu erfahren, ob die Beteiligung an der Blogaktion sich bei einzelnen eventuell in einem Engagement außerhalb der Blogosphäre &#8211; also im &quot;real life&quot; &#8211; niedergeschlagen hat bzw. noch niederschlagen wird. </p>
<p>Um diese und weitere Fragen etwas besser beantworten zu können, habe ich zusammen mit Benedikt Köhler (<a href="http://www.metaroll.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">metaroll.de</a>) einen Onlinefragebogen entworfen. Es wäre großartig, wenn sich möglichst viele der Blogger ca. 5-7 Minuten Zeit nehmen würden und die jeweiligen Fragen beantworten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/#footnote_0_95" id="identifier_0_95" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es ist selbstverst&auml;ndlich, da&szlig; die Umfrage und die Auswertung anonym erfolgen, d.h. es werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder ausgewertet.">1</a> Über die Ergebnisse der Umfrage halten wir Euch in den jeweiligen Blogs (<a href="http://blog.metaroll.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Viralmythen</a> und <a href="https://www.wissenswerkstatt.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenswerkstatt</a>) auf dem laufenden.</p>
<p><em>Hier geht&#8217;s zum Fragebogen&#8230;</em></p>
<ul>
<li><a href="http://ofb.msd-media.de/burma/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Online-Fragebogen zum &quot;Free Burma&quot;-Blogprojekt</strong></a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Das Verlaufsmuster der Vernetzung im Zuge der Blogaktion hat Benedikt bereits hier visualisiert und aufgeschlüsselt:</p>
<ul>
<li>Köhler, Benedikt (Viralmythen): <a target="_blank" href="http://blog.metaroll.de/2007/10/05/mobilisierungsmuster-in-der-blogosphaere-ii/" rel="noopener noreferrer">Mobilisierungsmuster in der Blogosphäre II</a>, 5.10.2007 (auf Englisch <a target="_blank" href="http://blog.metaroll.de/2007/10/05/patterns-of-mobilization-in-the-blogosphere-english-version/" rel="noopener noreferrer">hier</a>)</li>
</ul>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p></p>
<p>Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/free-burma">free-burma</a><br />Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/free%20burma">free burma</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_95" class="footnote">Es ist selbstverständlich, daß die Umfrage und die Auswertung anonym erfolgen, d.h. es werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder ausgewertet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/nachbetrachtung-fragebogen-zur-blogaktion-free-burma-werkstattnotiz-xiv/">Nachbetrachtung » Fragebogen zur Blogaktion »Free Burma« | Werkstattnotiz XIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Blogs sind Wissenschaftler-Verbindungs-Maschinen » Ad-hoc-Gruppe beim Soziologentag &#124; Werkstattnotiz LXXXIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Apr 2008 14:32:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Risikokommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=273</guid>

					<description><![CDATA[<p>Immer wieder wird man als bloggender Wissenschaftler mit Fragen konfrontiert, ob denn diese seltsame Bloggerei überhaupt wissenschaftliche Relevanz habe, ob sich der ganze Aufwand denn auch nur annähernd lohne und man die Zeit nicht besser anderweitig nutzen solle. Die Fragen sind &#8211; das vorweg &#8211; durchaus berechtigt und diskussionswürdig. Wenn man mehr als nur ein ... <a title="Blogs sind Wissenschaftler-Verbindungs-Maschinen » Ad-hoc-Gruppe beim Soziologentag &#124; Werkstattnotiz LXXXIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/" aria-label="Mehr Informationen über Blogs sind Wissenschaftler-Verbindungs-Maschinen » Ad-hoc-Gruppe beim Soziologentag &#124; Werkstattnotiz LXXXIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/">Blogs sind Wissenschaftler-Verbindungs-Maschinen » Ad-hoc-Gruppe beim Soziologentag | Werkstattnotiz LXXXIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-278" style="float: right; margin-left: 6px; margin-right: 6px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/kooperation_01.jpg" alt="Kooperation" width="180" height="180" /><strong>Immer wieder wird man als bloggender Wissenschaftler mit Fragen konfrontiert, ob denn diese seltsame Bloggerei überhaupt wissenschaftliche Relevanz habe, ob sich der ganze Aufwand denn auch nur annähernd lohne und man die Zeit nicht besser anderweitig nutzen solle.</strong></p>
<p>Die Fragen sind &#8211; das vorweg &#8211; durchaus berechtigt und diskussionswürdig. Wenn man mehr als nur ein paar kurze Links setzt, dann ist wissenschaftliches Bloggen tatsächlich ein zeitraubendes Vergnügen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/#footnote_0_273" id="identifier_0_273" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei die Betonung auf &bdquo;Vergn&uuml;gen&ldquo; liegt!!">1</a> Und natürlich gäbe es auch alternative Formen, wie man sich die Zeit vertreiben könnte.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Sind Wissenschaftsblogs nicht ein zeitraubendes Vergnügen? Wo bleibt der Mehrwert?</span></h4>
<p>Allerdings gehöre ich nicht zu den Zeitgenossen, die ihr Handeln unter die Prämisse stellen, daß es möglichst ständig und unmittelbar einen Mehrwert und handfesten Nutzen abwerfen müsse. In gewissem Sinne halte ich eher die umgekehrte Strategie für empfehlenswert: nämlich das Handeln aus Überzeugung, Begeisterung und der Lust an der jeweiligen Tätigkeit, ungeachtet des jeweils direkt verwertbaren Nutzens.</p>
<p><strong>Langer Atem, oder: Wissenschaftsblogger bohren dicke Bretter </strong></p>
<p>Was ich sagen will: wer heute wissenschaftlich zu bloggen beginnt, sollte sich keine Illusionen machen. Es wird wohl kaum nächste Woche der Vertrag für die hochdotierte Forscherstelle im Briefkasten liegen, nur weil man 1-2 schlaue Gedanken publiziert hat. Wissenschaftliche Blogger sind Ausdauersportler. Wer kontinuierlich am Ball bleibt, darf aber mit netten Überraschungen rechnen&#8230;</p>
<p>Und gar so nutzlos ist die wissenschaftlicher Bloggerei ja eben nicht. Denn ein Blog ist durchaus geeignet, um das eigene wissenschaftliche Tun zu begleiten, zu unterstützen und mit neuen Impulsen anzureichern. Und letztlich ist ein Wissenschaftsblog auch wissenschaftlich &#8222;relevant&#8220; &#8211; ein Beispiel gefällig?</p>
<h4><span class="pullquote">Auch Wissenschaft 1.0 profitiert: Forscher vernetzen sich in ihren Blogs und kollaborieren ganz konventionell. Offline! </span></h4>
<p>Vom 6.-10. Oktober 2008 findet in Jena unter dem Titel &#8222;Unsichere Zeiten&#8220; der <a href="http://dgs2008.de/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">34. Deutsche Soziologentag</a> statt. Und wie ich vor wenigen Tagen erfahren habe, wurde ein gemeinsamer Antrag für eine sog. &#8222;Ad-hoc Gruppe&#8220; bewilligt.</p>
<p>Die Besonderheit: die Antragssteller sind erstens alles Wissenschaftsblogger und zweitens hätten sie ohne ihre Blogs vermutlich niemals voneinander Kenntnis genommen, geschweige denn einen Antrag für den Soziologentag formuliert.</p>
<p><strong>Der Soziologentag wäre ohne Wissenschaftsblogger ärmer&#8230;</strong></p>
<p>Kurz: ohne Wissenschaftsblogs wäre diese Kooperation und diese Teilveranstaltung des Soziologentags niemals zustande gekommen. Wer braucht da noch Indizien für die Relevanz von Wissenschaftsblogs?</p>
<p>Wie man inzwischen unschwer erraten kann, bin ich selbst Teil der Gruppe. Federführend sind<a href="http://bucklicht-maennlein.de/blog1/?p=450" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Lars Alberth</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/#footnote_1_273" id="identifier_1_273" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und Lars sei hier nochmal ein besonderer Dank ausgesprochen, da er koordinierend t&auml;tig war und wohl die meiste Zeit investiert hat.">2</a> und <a href="http://blog.metaroll.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benedikt Köhler</a> aufgetreten, daneben werden <a href="http://www.sozlog.de/?p=706" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tina Guenther</a> und <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kai-Uwe Hellmann</a> mit dabei sein.</p>
<p>Unseren erfolgreichen Antrag haben wir u.a. so begründet:</p>
<blockquote><p>“Seitdem das Internet in den letzten Jahren „sozialer“ geworden ist, d.h. dass Anwendungen, Software und Praktiken individualisierter und in ihrer Kommunikationsform symmetrischer geworden sind, sehen sich alle beteiligten Akteure mit einer enormen Komplexitätssteigerung konfrontiert: Eine Vielzahl an Stimmen, Bewertungsmaßstäben und &#8211; instrumenten, individualisierten Suchmaschinen und gemeinschaftlichen Indexierungen in tag clouds oder social bookmarks bilden eine überreiche Informationsstruktur, die zunächst einmal kognitiv, sozial und technologisch reduziert werden muss, um darin handeln zu können.</p>
<p>Welche etablierten Akteure sehen sich durch die Sozialisierung des Netzes herausgefordert, wie reagieren diese und welche Folgen hat dies für die Kommunikation und Wissensordnungen?</p>
<p>Wie regulieren die soziotechnologischen Innovationen die Kommunikations- und Wissensordnungen im Netz?&#8220;</p></blockquote>
<p>Die einzelnen Vorträge sind:</p>
<ul>
<li>Benedikt Köhler: WWWissensordnungen in der Zweiten Moderne – vom Kategorienbaum zur Tagcloud</li>
<li>Lars Alberth:Hegemonie und Repräsentation im sozialen Netz: Wer spricht für die Blogosphäre?</li>
<li>Tina Guenther: Vertrauen, Macht und Unsicherheit im neuen Netz – das Beispiel Online-Identität</li>
<li>Kai-Uwe Hellmann: Unternehmenskulturrevolution durch Web 2.0.</li>
<li>Marc Scheloske: Das Risiko der Risikokommunikation 2.0: Wie sich Technologie- und Risikokonflikte im Internet darstellen und verändern.</li>
</ul>
<p>Ich selbst werde mich also wieder der Frage nach Praktiken und Formen der Risikokommunikation zuwenden, die ich ja 2005-2006 im Rahmen einer internationalen Studie für die EU-Kommission analysiert hatte. Gleichzeitig &#8211; und das ist eben der neue Akzent &#8211; werde ich mir gezielt die Transformationen vornehmen, die sich a) durch den Wandel der Mediennutzung und b) durch die fortschreitende Vertrauenserosion in die einstigen &#8222;Experten&#8220; ergeben. Und das Web 2.0, die Foren und Blogs sind hier ein denkbar gutes Anschauungsobjekt.</p>
<p>Im Antrag hatte ich das so skizziert:</p>
<blockquote><p><strong>Das Risiko der Risikokommunikation 2.0: Wie sich Technologie- und Risikokonflikte im Internet darstellen und verändern </strong></p>
<p>Risiko- und Technologiekontroversen im Web verlaufen nach eigenen Spielregeln. Welche Argumente, welche Quellen, welche Akteure eine Bedeutung haben, wird nach neuen Mustern ausgehandelt. Die etablierten Akteure und Stakeholder (Wissenschaft, Experten, Politik etc.) sind nur noch ein Bezugspunkt unter vielen anderen.</p>
<p>Strittige Fragen und Risikothemen werden in Foren und Weblogs diskutiert und es wird deutlich, dass die Autorität institutionalisierter Expertise längst brüchig geworden ist. Die Auseinandersetzung mit Pseudo-Wissenschaften oder verschwörungstheoretischen Standpunkten wird mit harten Bandagen geführt.</p>
<p>Durch die teilweise Verlagerung der gesellschaftlichen Risiko- und Technologiedebatten ins Internet, stellen sich für die Soziologie folgende Fragen:</p>
<p>1. Wie können die Potentiale des „neuen Netzes“ im Sinne einer vorausschauenden Risikokommunikation genutzt werden? Welche Chancen bieten die Möglichkeiten, die der Dialog auf Augenhöhe bietet?  Welche  Aspekte  des  „Mit-Mach-Netzes“ können die Bürger zu mehr „Risikomündigkeit“ (O. Renn) befähigen?</p>
<p>2. Wie stellen sich die „traditonellen“ Akteure dieses Feldes auf das neue Medium ein? Wie reagieren sie auf die Konfrontation damit, daß im Netz die „Heterogenität von Wissen“ sichtbar wird? Wie gehen sie mit dem Machtverlust und der Autoritäts-Erosion um? Welche Praktiken führen Wissens-Autorität (evtl. durch die Hintertür) wieder ein?</p></blockquote>
<p>Ich freue mich auf alle Fälle auf Jena<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/#footnote_2_273" id="identifier_2_273" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nicht nur, weil dort netterweise am 8. Oktober die vorz&uuml;gliche Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Swing-Punk-Indie-Band &bdquo;Die Sterne&ldquo; aufspielen wird. :-) ">3</a> und die weitere Zusammenarbeit mit den anderen bloggenden Sozialwissenschaftlern. Und man merke sich: <strong>Wissenschaftliche Blogs sind ganz hervorragende Wissenschaftler-Verbindungsmaschinen.</strong> Ohne diese Kooperationsinfrastruktur gäbe es zumindest die oben beschriebene &#8222;Ad-hoc Gruppe&#8220; nicht.</p>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftliche+Blogs">Wissenschaftliche Blogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Soziologentag">Soziologentag</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Kooperation">Kooperation</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_273" class="footnote">Wobei die Betonung auf &#8222;Vergnügen&#8220; liegt!!</li><li id="footnote_1_273" class="footnote">Und Lars sei hier nochmal ein besonderer Dank ausgesprochen, da er koordinierend tätig war und wohl die meiste Zeit investiert hat.</li><li id="footnote_2_273" class="footnote">Nicht nur, weil dort netterweise am 8. Oktober die vorzügliche Rock&#8217;n&#8217;Roll-Swing-Punk-Indie-Band &#8222;Die Sterne&#8220; aufspielen wird. :-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/blogs-sind-wissenschaftler-verbindungs-maschinen-ad-hoc-gruppe-beim-soziologentag-werkstattnotiz-lxxxiii/">Blogs sind Wissenschaftler-Verbindungs-Maschinen » Ad-hoc-Gruppe beim Soziologentag | Werkstattnotiz LXXXIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lob der symmetrischen Web2.0-Kommunikation » Anmerkungen von Jürgen Habermas zu fragmentierten Netzöffentlichkeiten  &#124; Werkstatt-Ticker 01</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 08:09:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Habermas]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/25/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/</guid>

					<description><![CDATA[<p>»Wir leben in einer Informationsgesellschaft!« &#8211; Dieser Feststellung würden wohl die allermeisten zustimmen. Egal ob man das Radio oder ein Fernsehgerät einschaltet oder ob man die Schlagzeilen der Tageszeitungen oder Onlineportale liest: die Flut neuer Nachrichten, Meldungen, Studien und Reportagen ist überwältigend. Man könnte also die einleitende Behauptung auch folgendermaßen variieren: »Wir leben in einer ... <a title="Lob der symmetrischen Web2.0-Kommunikation » Anmerkungen von Jürgen Habermas zu fragmentierten Netzöffentlichkeiten  &#124; Werkstatt-Ticker 01" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/" aria-label="Mehr Informationen über Lob der symmetrischen Web2.0-Kommunikation » Anmerkungen von Jürgen Habermas zu fragmentierten Netzöffentlichkeiten  &#124; Werkstatt-Ticker 01">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/">Lob der symmetrischen Web2.0-Kommunikation » Anmerkungen von Jürgen Habermas zu fragmentierten Netzöffentlichkeiten  | Werkstatt-Ticker 01</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>»Wir leben in einer Informationsgesellschaft!« &#8211; Dieser Feststellung würden wohl die allermeisten zustimmen. Egal ob man das Radio oder ein Fernsehgerät einschaltet oder ob man die Schlagzeilen der Tageszeitungen oder Onlineportale liest: die Flut neuer Nachrichten, Meldungen, Studien und Reportagen ist überwältigend. Man könnte also die einleitende Behauptung auch folgendermaßen variieren: »Wir leben in einer Informationsüberflußgesellschaft«.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/#footnote_0_215" id="identifier_0_215" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei man diese These wiederum modifizieren und feststellen k&ouml;nnte: &raquo;Wir leben in einer &Uuml;berflu&szlig;gesellschaft&laquo;, was ebenso zutreffend w&auml;re und &uuml;brigens auch schon vor Jahren von der Popband Tocotronic besungen wurde &ndash; &quot;Alles mu&szlig; im &Uuml;berflu&szlig; vorhanden sein. Dann sind wir nie allein.&quot; hei&szlig;t es im Lied &quot;Hi Freaks&quot;.">1</a> </p>
<h4 class="pullquote"> All die interessanten Links, Artikel und Studien, die bislang nicht ausführlich erwähnt werden konnten, sind in Zukunft im <strong>»</strong>Werkstatt-Ticker« zu finden <br /></h4>
<p>Was diese Bemerkungen mit der Wissenswerkstatt zu tun haben? Ganz einfach: täglich laufen hier so viele spannende Meldungen, Infos und Berichte ein, die leider aus Zeitgründen nicht in einem eigenen Artikel kommentiert und gewürdigt werden können. </p>
<p>Fast täglich bedauere ich, daß so viele bemerkenswerte Neuigkeiten keine Erwähnung finden können. Das soll sich in Zukunft ändern. </p>
<p><strong>Werkstatt-Ticker: Persönlicher Notizzettel und Fundgrube</strong></p>
<p>Unter der Kategorie »Werkstatt-Ticker« werden ab sofort all diese Artikel, Studien und Verweise zu finden sein. Auf der einen Seite soll diese neue Rubrik auch als persönlicher Notizzettel dienen, auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, daß manche Fundstücke auch für andere interessant sein können. Es werden aber &#8211; das als Vorwarnung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/#footnote_1_215" id="identifier_1_215" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ich hoffe, die Freunde der ausf&uuml;hrlich-epischen Werkstattartikel halten mir dennoch die Treue. Wer der Kurzform nichts abgewinnen kann, kann ja weiterklicken&hellip;">2</a> &#8211; nicht mehr als kurze Informationshäppchen sein.&nbsp; Die längeren Blogartikel findet man aber garantiert weiterhin. Die kurzen Notizen im »Werkstatt-Ticker« sind also nur eine Ergänzung, kein Ersatz für die gewohnten Texte. </p>
<p>So, damit aber genug der Vorrede. Es geht los: kurz, knapp, aber bemerkenswert:</p>
<p><font size="7"><strong><font color="#696969"><img decoding="async" width="180" height="121" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Ticker_02a.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Ticker_02a.jpg" />»</font></strong></font> Stammleser der Wissenswerkstatt wissen möglicherweise, daß ich <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=J%C3%BCrgen_Habermas&amp;oldid=43603332" rel="noopener noreferrer">Jürgen Habermas</a> sehr schätze. Eines der zentralen Werke des Sozialphilosophen ist seine Habilitationsschrift &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518284916?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518284916">Strukturwandel der Öffentlichkeit</a>&quot; von 1962. Dort skizziert er u.a. wie die ehemals für den bürgerlichen Staat konstitutive Sphäre der diskursiven, räsonnierenden Öffentlichkeit unter dem Einfluß der kommerzialisierten Massenmedien zunehmend fragmentiert wird.</p>
<p>Wie ich bei Peter Haber vom weblog.hist.net lese, hat Jürgen Habermas sich nun mit den Veränderungen durch das Internet beschäftigt. Habermas scheint gerade für die Spielarten des Web 2.0 Sympathien zu haben &#8211; er stellt fest, daß </p>
<blockquote><p>&quot;mit der Internetkommunikation die Schwächen des anonymen und asymmetrischen Charakters der Massenkommunikation [ausgeglichen werden], indem es den Wiedereinzug interaktiver und deliberativer Elemente in einen unreglementierten Austausch zwischen Partnern zulässt, die virtuell, aber auf gleicher Augenhöhe miteinander kommunizieren.&quot;</p></blockquote>
<p>Und wenn ich in den kurzen Zitaten weiterlese, die <em>&quot;historisch versunkene Gestalt eines egalitären Publikums von schreibenden und lesenden Konversationsteilnehmern und Briefpartnern&quot;</em> werde wiederbelebt, kann ich ihm nur zustimmen. </p>
<p>Link: </p>
<ul>
<li>Haber, Peter: <a target="_blank" href="http://weblog.histnet.ch/archives/892" rel="noopener noreferrer">Habermas 2.0 &#8211; Strukturwandel der Öffentlichkeit reloaded</a>, weblog.hist.net, 22.3.2008</li>
<li>Habermas, Jürgen (2008): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518125516?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518125516">Ach, Europa. Kleine politische Schriften 11</a>, Suhrkamp, Frankfurt a.M.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_215" class="footnote">Wobei man diese These wiederum modifizieren und feststellen könnte: »Wir leben in einer Überflußgesellschaft«, was ebenso zutreffend wäre und übrigens auch schon vor Jahren von der Popband Tocotronic besungen wurde &#8211; &quot;Alles muß im Überfluß vorhanden sein. Dann sind wir nie allein.&quot; heißt es im Lied &quot;Hi Freaks&quot;.</li><li id="footnote_1_215" class="footnote">Und ich hoffe, die Freunde der ausführlich-epischen Werkstattartikel halten mir dennoch die Treue. Wer der Kurzform nichts abgewinnen kann, kann ja weiterklicken&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/lob-der-symmetrischen-web20-kommunikation-anmerkungen-von-juergen-habermas-zu-fragmentierten-netzoeffentlichkeiten-werkstatt-ticker-01/">Lob der symmetrischen Web2.0-Kommunikation » Anmerkungen von Jürgen Habermas zu fragmentierten Netzöffentlichkeiten  | Werkstatt-Ticker 01</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Das Web 2.0 als Gegenstand soziologischer und sozialethischer Forschungen &#124; Werkstatt-Ticker 03</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2008 07:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Eine kurze, spannende Skizze, weshalb das Web2.0 ein legitimer Gegenstand sozialethischer Forschungen ist, hat Alexander Filipovic veröffentlicht. Klar ist, daß das &#34;Social Web&#34; und die unter diesem Schlagwort subsummierten Tools und Praktiken der online-basierten Kommunikation ein soziales Phänomen darstellen. Und die alltäglich ablaufenden Kommunikationsakte lassen sich natürlich als Handlungen identifizieren, die wiederum schreibenden, verlinkenden, kommentierenden ... <a title="Das Web 2.0 als Gegenstand soziologischer und sozialethischer Forschungen &#124; Werkstatt-Ticker 03" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/" aria-label="Mehr Informationen über Das Web 2.0 als Gegenstand soziologischer und sozialethischer Forschungen &#124; Werkstatt-Ticker 03">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/">Das Web 2.0 als Gegenstand soziologischer und sozialethischer Forschungen | Werkstatt-Ticker 03</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><font color="#696969"><strong><font size="7"><img loading="lazy" decoding="async" width="180" height="121" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 7px; padding: 1px;" alt="Ticker_02a.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Ticker_02a.jpg" />»</font></strong></font>Eine kurze, spannende Skizze, weshalb das Web2.0 ein legitimer Gegenstand sozialethischer Forschungen ist, hat Alexander Filipovic <a target="_blank" href="http://geloggd.alexander-filipovic.de/2008/03/26/web-20-sozialethische-perspektive/" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.</p>
<p>Klar ist, daß das &quot;Social Web&quot; und die unter diesem Schlagwort subsummierten Tools und Praktiken der online-basierten Kommunikation ein soziales Phänomen darstellen. Und die alltäglich ablaufenden Kommunikationsakte lassen sich natürlich als Handlungen identifizieren, die wiederum schreibenden, verlinkenden, kommentierenden und bloggenden Akteuren zuzurechnen sind. </p>
<p>Und die verschiedenen Kommunikationsmuster und -praktiken<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/#footnote_0_218" id="identifier_0_218" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die sich eben zu Strukturen, Regelm&auml;&szlig;igkeiten, Routinen verdichten.">1</a> im Kontext von Sozialen Netzwerken sind (v.a. wenn es um die Aspekte des Identitäts- und Beziehungsmanagements geht) der Gegenstand von Alexanders Forschungen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/#footnote_1_218" id="identifier_1_218" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die im &uuml;brigen unter dem Dach des Forschungsprojekts &ldquo;Social Software and Social Ethics&ldquo; am Lehrstuhl Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Uni Bamberg stattfinden.">2</a> &#8211; so würde ich es in eigenen Worten zusammenfassen. </p>
<p>Deutlich differerenzierter und informierter ist der Originaltext, der unbedingt lesenswert ist &#8211; etwa hier:</p>
<blockquote><p>&quot;In Zeiten, in denen sich das Verhältnis von Lokalität und Globalität, Privatheit und Öffentlichkeit, Intimität und Distanz, Sicherheit und Unsicherheit und Vertrautheit und Vertrauen neu sortiert bzw. die integrative Bewältigung dieser Aspekte [&#8230;] eine „Aufgabe“ darstellt, deren Bearbeitung in neuen Sozialformen stattfindet, wird eine Sozialethik öffentlicher Kommunikation, die die kommunikativen Formen im Web 2.0 berücksichtigt und eigens untersucht, in neuer Weise relevant.&quot;</p></blockquote>
<p>Und in den Kommentaren ist bereits eine erste Diskussion mit Blogforscher Jan Schmidt zu lesen, auf dessen &quot;funktionale Trias der Social-Web-Nutzung&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/#footnote_2_218" id="identifier_2_218" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die sich eben zwischen den Aspekten &quot;Informations-, Identit&auml;ts- und Beziehungsmanagement&quot; aufspannt.">3</a> auch Bezug genommen wird.</p>
<p> Spannend! Wissenschaftsblogging at it&#8217;s best!&nbsp;</p>
<p>Link:</p>
<ul>
<li>Filipovic, Alexander (2008): <a target="_blank" href="http://geloggd.alexander-filipovic.de/2008/03/26/web-20-sozialethische-perspektive/" rel="noopener noreferrer">Das “Web 2.0″ in sozialethischer Perspektive</a>. In: geloggd [Weblog], 26 Mrz. 2008. </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_218" class="footnote">Die sich eben zu Strukturen, Regelmäßigkeiten, Routinen verdichten.</li><li id="footnote_1_218" class="footnote">Die im übrigen unter dem Dach des Forschungsprojekts “Social Software and Social Ethics“ am Lehrstuhl Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Uni Bamberg stattfinden.</li><li id="footnote_2_218" class="footnote">Die sich eben zwischen den Aspekten &quot;Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagement&quot; aufspannt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/das-web-20-als-gegenstand-soziologischer-und-sozialethischer-forschungen-werkstatt-ticker-03/">Das Web 2.0 als Gegenstand soziologischer und sozialethischer Forschungen | Werkstatt-Ticker 03</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker &#124; Werkstatt-Ticker 14</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2008 09:42:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Am Puls der Geschichte Ich bin ja überzeugt davon, daß sich die wissenschaftliche Blogszene in den nächsten Monaten weiter entwickeln, spezialisieren und ein Stückchen auch professionalisieren wird. Wobei mit &#8222;Professionalisierung&#8220; keineswegs gemeint ist, daß sich Wissenschaftler hauptberuflich mit dem bloggen beschäftigen, sondern lediglich, daß es mehr &#8222;professionell gestaltete&#8220; Blogs geben wird. Ein Blog, der ... <a title="Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker &#124; Werkstatt-Ticker 14" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/" aria-label="Mehr Informationen über Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker &#124; Werkstatt-Ticker 14">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/">Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker | Werkstatt-Ticker 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Am Puls der Geschichte<br />
</span></span></h4>
<p>Ich bin ja überzeugt davon, daß sich die wissenschaftliche Blogszene in den nächsten Monaten weiter entwickeln, spezialisieren und ein Stückchen auch professionalisieren wird. Wobei mit &#8222;Professionalisierung&#8220; keineswegs gemeint ist, daß sich Wissenschaftler hauptberuflich mit dem bloggen beschäftigen, sondern lediglich, daß es mehr &#8222;professionell gestaltete&#8220; Blogs geben wird.</p>
<p>Ein Blog, der &#8211; jedenfalls nach meinem Geschmack &#8211; optisch und inhaltlich in der Champions-League spielt, ist der &#8222;GeschichtsPuls&#8220; von Marvin Brendel. Ich muß Marvin dringend anschreiben, denn er ist noch nicht im Wissenschafts-Café verzeichnet. Jedenfalls ist sein &#8222;Blog-Magazin zur deutschen Geschichte&#8220; in neuem Gewand ein Wissenschaftsblog-Kleinod. Bevor ich mich aber hier zu weiteren Jubelarien hinreißen lasse, hier Marvins Selbstbeschreibung:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der Geschichtspuls versteht sich als historisch orientiertes Blog-Magazin. Im Mittelpunkt steht dabei die deutsche Geschichte ab ca. 1800 &#8211; bei interessanten Themen aber auch gerne noch früher; zudem gelegentlich vermischt mit geschichtlichen Themen aus unseren Nachbarländern. So soll auf verschiedene Facetten und Blickwinkel, neue Forschungsergebnisse, interessante Veröffentlichungen oder Veranstaltungen aufmerksam gemacht und dabei die Vergangenheit in all ihrer Vielschichtigkeit dargestellt werden.&#8220;</p></blockquote>
<p>Marvin präsentiert dort einen superprofessionell gestalteten Mix aus persönlichen Notizen, Tagungsankündigungen, Literaturtipps und historischen Miniaturen. Und das natürlich häufig mit aktuellem Bezug &#8211; wie aktuell zum Ende des &#8222;<a href="http://geschichtspuls.de/art1077-volksentscheid-um-flughafen-tempelhof" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flughafens Tempelhof</a>&#8222;. Klasse, was ein einzelner Blogger auf die Beine stellen kann.</p>
<p>Marvin ist übrigens freischaffend-selbstständiger Historiker, arbeitet (nebenbei?) an seiner Doktorarbeit und (wie ich vor einigen Wochen bei einem Abendessen feststellen durfte) ein ausgesprochen netter Kerl. Und er bloggt auch noch ein wenig bei den Chronologs. Nämlich <a href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/ddr-geschichtsblog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>So sieht jedenfalls sein Blogmagazin aus:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://geschichtspuls.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-275"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/geschichtspuls_04_2008.jpg" alt="geschichtspuls_04_2008" width="480" height="571" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/geschichtspuls_04_2008.jpg 480w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/geschichtspuls_04_2008-336x400.jpg 336w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a></p>
<div class="links_kurz">Ein Besuch lohnt sich unbedingt:</p>
<ul>
<li><a href="http://geschichtspuls.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GeschichtsPuls &#8211; Blog-Magazin zur deutschen Geschichte</a></li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Neues Interview im &#8222;Wissenschafts-Café&#8220;</span></span></span></h4>
<p>Nachdem letzte Woche mein erstes 17-Fragen-Gespräch schon auf nette Resonanz gestoßen ist, geht es heute in die zweite Runde. Nach Lars Fischer, dem naturwissenschaftlichen Blogwirbelwind, habe ich vor wenigen Tagen meine Fragen an Martin Booker gestellt. Martin ist &#8222;bekennender&#8220; Soziologe und bezeichnet diese Wissenschaft als &#8222;seine große Liebe&#8220;.</p>
<p>In seinem noch relativ jungen Blog (in dem er von Stefan Spiess unterstützt wird) schreibt und bloggt er regelmäßig mit dezidiert sozialwissenschaftlichem Vokabular, das aber auch für Nicht-Soziologen spannend und lesbar ist. Martin ist also ein richtiger &#8222;<a href="http://homosociologicus.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">homo sociologicus</a>&#8220; und dementsprechend hat er seinen Blog auch auf diesen Namen getauft.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/#footnote_0_274" id="identifier_0_274" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was nat&uuml;rlich eine Hommage an Lord Ralf Dahrendorfs Studie von 1958 ist.">1</a></p>
<p>Es ist auf alle Fälle zu wünschen, daß Martin sich weiterhin bloggend betätigt<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/#footnote_1_274" id="identifier_1_274" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und wenn er uns auch nur mit so netten Ideen wie dem Soziologie-Fanshop begeistert. ;-) ">2</a> &#8211; nach seiner Auskunft könnte ihn allein die Aussicht auf einen Palmenstrand und einen kühlen Cocktail davon abhalten. Wer mehr über ihn, seine Blog- und Soziologieleidenschaft erfahren möchte, lese im Café weiter. Und allein die Antwort &#8211; das vorweg &#8211; auf meine Frage, weshalb man als Wissenschaftler bloggen sollte, ist so wunderbar, daß sich die Lektüre auf alle Fälle lohnt.</p>
<p>Denn wie sagt Martin noch gleich?</p>
<blockquote><p>&#8222;Wer sich in seiner Wissenschaftlichkeit gerne mit anderen verbindet, sollte in die Blogosphäre kommen!&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_kurz">Dem ist kaum etwas hinzuzufügen &#8211; hier weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/04/17-fragen-an-martin-booker-von-homo-sociologicus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Martin Booker von homo sociologicus</a>, 28.4.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Geschichtsblog">Geschichtsblog</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft+Blog">Wissenschaft Blog</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_274" class="footnote">Was natürlich eine Hommage an Lord <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ralf Dahrendorfs</a> Studie von 1958 ist.</li><li id="footnote_1_274" class="footnote">Und wenn er uns auch nur mit so netten Ideen wie dem <a href="http://homosociologicus.wordpress.com/soziologie-fan-shop/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soziologie-Fanshop</a> begeistert. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/">Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker | Werkstatt-Ticker 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Obst-Atemwege ::: Astronomie-Blogger ::: Soziologie-PR &#124; Werkstatt-Ticker 49</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 14:39:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Akademisches]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Äpfel, Birnen und das Geheimnis der Luft Da buddeln Robotergreifarme im roten Marssand nach organischen Spuren und analysieren die Bodenproben im eigenen Mini-Analytiklabor, da rüsten sich die Forscher in Genf, um in einer kilometerlangen Röhre Wasserstoff-Atomkerne miteinander kollidieren zu lassen1 und über die naheliegendsten Dinge, wissen wir noch so wenig. Eine kurze Meldung, die ... <a title="Obst-Atemwege ::: Astronomie-Blogger ::: Soziologie-PR &#124; Werkstatt-Ticker 49" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/" aria-label="Mehr Informationen über Obst-Atemwege ::: Astronomie-Blogger ::: Soziologie-PR &#124; Werkstatt-Ticker 49">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/">Obst-Atemwege ::: Astronomie-Blogger ::: Soziologie-PR | Werkstatt-Ticker 49</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Äpfel, Birnen und das Geheimnis der Luft</span><br />
</span></span></h2>
<p>Da buddeln Robotergreifarme im roten Marssand nach organischen Spuren und analysieren die Bodenproben im eigenen Mini-Analytiklabor, da rüsten sich die Forscher in Genf, um in einer kilometerlangen Röhre Wasserstoff-Atomkerne miteinander kollidieren zu lassen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/#footnote_0_341" id="identifier_0_341" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Am LHC (Large Hadron Collider) am CERN in Genf beginnen in K&uuml;rze die Experimente mit dem Teilchenbeschleuniger. Ob man das gesuchte Higgs-Boson finden wird?">1</a> und über die naheliegendsten Dinge, wissen wir noch so wenig.</p>
<p>Eine kurze Meldung, die heute auf den Wissenschaftsseiten und bereits gestern im Fischblog zu lesen ist, macht mir jedenfalls mal wieder bewußt, wieviel Wissenswertes in unmittelbarer Nähe noch zu entdecken ist. Denn erst jetzt hat eine Forschergruppe geklärt,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/#footnote_1_341" id="identifier_1_341" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Verboven, P., Kerckhofs, G. et al.: Three-Dimensional Gas Exchange Pathways in Pome Fruit Characterized by Synchrotron X-Ray Computed Tomography. Plant Physiol. 147 (2008), S. 518-527, 10.1104/pp.108.118935, Volltext, open access.">2</a>wie die Kanäle beschaffen sind, die in Äpfeln oder Birnen die Zellstrukturen mit Sauerstoff versorgen.</p>
<p>Mittels einer Art Computertomographie<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/#footnote_2_341" id="identifier_2_341" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Um genau zu sein: einer hochaufgel&ouml;sten Synchrotronstrahlungs-Phasentomographie.">3</a> konnten die Forscher nun zeigen, daß die &#8222;Atemwege&#8220; der Äpfel eher netzwerkartige Hohlräume sind, während in Birnen feine Kanäle für die Sauerstoffzufuhr sorgen. Und, wie Lars schreibt:</p>
<blockquote><p>Der größte Unterschied ist jedoch, dass diese luftgefüllten Räume bei der Birne etwa 5 Prozent des Volumens ausmachen, beim Apfel dagegen 23. Ein Apfel besteht zu immerhin einem Viertel aus Luft. Diese Diskrepanz hat Folgen: Wie jeder Obstfreund weiß, verderben Birnen wesentlich schneller und leichter als Äpfel, das, schreiben die Autoren, ist direkt auf den schlechteren Gasaustausch zurückzuführen: Die Zellen von Birnen ersticken leichter.</p></blockquote>
<p>Nun wäre diese Frage also auch geklärt &#8211; ran an die nächsten ungelösten Fragen. ;-)</p>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Fischer, Lars: <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/07/14/das-geheimnis-des-apfels-4448618" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Geheimnis des Apfels</a>, 14.7.2008</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">17 Fragen an&#8230; Florian Freistetter</span><br />
</span></span></h2>
<p>Jeden Montag gibt es im Wissenschafts-Café ja ein neues Interview mit einem Wissenschaftsblogger. Gestern hat mir netterweise Florian Freistetter von &#8222;<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Astrodicticum Simplex</a>&#8220; meine Fragen beantwortet. Und vermutlich brauche ich den treuen Werkstattbesuchern kaum mehr etwas zu Florian zu erzählen. Denn schließlich ist der Astronom, der seine Heimatstadt Wien liebt, aber zur Zeit in Jena forscht, einer der leidenschaftlichsten und streitbarsten Blogger der Szene.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Wissenschaftliche Karriere oder verläßliche Lebensplanung?</span></h4>
<p>Die Auseinandersetzungen von Florian mit astrologischen oder sonstwie esoterischen Themen und Kommentatoren sind fast schon legendär. Kein Wunder, denn Florian ist Wissenschaftler mit Leib und Seele. Und insofern bedauert er die höchst prekären Perspektiven, die Nachwuchswissenschaftler hierzulande haben.</p>
<p>Auf meine Frage, was ihn am akademischen Betrieb am meisten störe, antwortete er:</p>
<blockquote><p>Die befristeten Arbeitsverträge! Die machen eine vernünftige Lebensplanung unmöglich &#8211; und wenn man sich alle 2 Jahre erneut damit beschäftigen muss, Geld aufzutreiben, leidet darunter auch die Wissenschaft.</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Bitte weiterlesen auf:</p>
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/07/17-fragen-an-florian-freistetter-von-astrodicticum-simplex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Florian Freistetter von &#8222;Astrodicticum Simplex&#8220;</a>, 14.7.2008</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Das alles ist Soziologie</span><br />
</span></span></h2>
<p>Die meisten Studenten der Soziologie kennen vermutlich die folgende Situation: wenn man beim Smalltalk erzählt, daß man Soziologie studiere, so wird man entweder in die Rubrik &#8222;Weltverbesserer&amp;Laberonkel&#8220; einsortiert oder man muß registrieren, daß die Gesprächspartner stillschweigend davon ausgehen, man studiere Sozial-Pädagogik!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/#footnote_3_341" id="identifier_3_341" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was wirklich etwas vollkommen anderes ist!">4</a></p>
<h4><span class="pullquote">Soziologie ist bunter &amp; vielfältiger als gemeinhin gedacht&#8230;</span></h4>
<p>Daß sich die Soziologie als wissenschaftliche Disziplin mit allen sozialen Phänomenen beschäftigt, die sich aus dem Miteinander von sozialen Akteuren ergeben, ist kaum bekannt. Daß man sich (anders und konkreter formuliert) auf soziologische Art und Weise folglich genauso mit religiösen Praktiken auseinandersetzen kann, wie mit der Einführung des neuen iPhone,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/#footnote_4_341" id="identifier_4_341" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was bei Lichte betrachtet ja auch religi&ouml;se Z&uuml;ge tr&auml;gt.">5</a> ist im Grunde nahezu unbekannt.</p>
<p>Ein wunderbar gemachtes Video des &#8222;Grant MacEwan College&#8220; zeigt die ganze Bandbreite der soziologischen Themen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/#footnote_5_341" id="identifier_5_341" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich habe das Video bei Martin gefunden und auch Stefan hat es inzwischen kommentiert.">6</a> Und das Video zeigt auch, wie spannend man das soziologische Betätigungsfeld für potentielle Studenten präsentieren kann. Nachahmer für Deutschland werden gesucht. ;-)</p>
<div class="youtube"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/-GwWTxEw3k8&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/-GwWTxEw3k8&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;border=1" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li>Homo sociologicus: <a href="http://homosociologicus.de/2008/07/11/what-is-sociology/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">What is sociology?</a>, 11.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Aepfel">Äpfel</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/CERN">CERN</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Astronomie">Astronomie</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_341" class="footnote">Am LHC (Large Hadron Collider) am CERN in Genf beginnen in Kürze die Experimente mit dem Teilchenbeschleuniger. Ob man das gesuchte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Higgs-Boson" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgs-Boson</a> finden wird?</li><li id="footnote_1_341" class="footnote">vgl. <a href="http://www.plantphysiol.org/cgi/content/full/147/2/518" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verboven, P., Kerckhofs, G. <em>et al.</em>: Three-Dimensional Gas Exchange Pathways in Pome Fruit Characterized by Synchrotron X-Ray Computed Tomography. <em>Plant Physiol.</em> 147 (2008), S. 518-527, 10.1104/pp.108.118935, Volltext, open access.</a></li><li id="footnote_2_341" class="footnote">Um genau zu sein: einer hochaufgelösten Synchrotronstrahlungs-Phasentomographie.</li><li id="footnote_3_341" class="footnote">Was wirklich etwas vollkommen anderes ist!</li><li id="footnote_4_341" class="footnote">Was bei Lichte betrachtet ja auch religiöse Züge trägt.</li><li id="footnote_5_341" class="footnote">Ich habe das Video bei <a href="http://homosociologicus.de/2008/07/11/what-is-sociology/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin</a> gefunden und auch <a href="http://skepticashell.wordpress.com/2008/07/12/was-ist-soziologie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan </a>hat es inzwischen kommentiert.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/obst-atemwege-astronomie-blogger-soziologie-pr-werkstatt-ticker-49/">Obst-Atemwege ::: Astronomie-Blogger ::: Soziologie-PR | Werkstatt-Ticker 49</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 15:19:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#34;Wann wird&#8217;s mal wieder richtig Sommer?&#34; &#8211; so fragte Rudi Carrell schon 1975 in seinem kleinen Erfolgshit und wir lernen daraus: früher war es mindestens genauso leicht wie heute, mit mittelklassigen Popsongs die Charts zu erstürmen und auch damals war die Mentalität des &#34;Früher war alles besser&#34; sehr weit verbreitet. Dabei &#8211; ich gestehe &#8211; ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="177" align="right" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" />&quot;Wann wird&#8217;s mal wieder richtig Sommer?&quot; &#8211; so fragte<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudi_Carrell" rel="noopener noreferrer"> Rudi Carrell</a> schon 1975 in seinem kleinen Erfolgshit und wir lernen daraus: früher war es mindestens genauso leicht wie heute, mit mittelklassigen Popsongs die Charts zu erstürmen und auch damals war die Mentalität des &quot;<em>Früher war alles besser</em>&quot; sehr weit verbreitet. Dabei &#8211; ich gestehe &#8211; hatte Carrells Adaption des Goodman-Hits &quot;City of New Orleans&quot; durchaus Charme.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_0_66" id="identifier_0_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Eine wirklich h&ouml;renswerte Version dieses Klassikers hat der Podcaster Christoph Sauer aufgenommen &ndash; Wer wissen will, wie wohl Klaus Kinsik den Carrell Hit rezitiert h&auml;tte, mu&szlig; hierher klicken.">1</a> Und manchmal ertappe auch ich mich bei Erinnerungen an frühere Sommer, die jedenfalls in der Retrospektive ab Juni bis weit in den September hinein durch pausenlos blauen Himmel und Temperaturen um die 30°C zu entzücken wußten. War es nicht so? ;-) </p>
<p>Menschlich freilich, daß man in der Erinnerung so einiges verklärt. Die Sommer waren heißer, der Schnee türmte sich alljährlich zu riesigen Bergen und überhaupt war alles viel besser, schneller, intensiver.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_1_66" id="identifier_1_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und nicht einmal das Sommerloch ist mehr das, was es mal war. Die einstige medientechnische &quot;Saure-Gurken-Zeit&quot; wird, wie Lukas Heinser als Urlaubsvertretung von Stefan Niggemeier feststellt, neuerdings mit Sommerlochmetatexten gef&uuml;llt. Und in den Blogs? Sommerlochmetablogging. Irgendwie mu&szlig; man die Seiten ja f&uuml;llen&hellip;">2</a> Und heute ist alles schal? </p>
<p>Naja, Blödsinn. Wenn man aber immerhin um den täuschungsanfälligen Mechanismus der Mnemonik, also der Abspeicherung von und Wiedererinnerung an Erlebtes, weiß, so ist somit schon einiges gewonnen. Wahr ist übrigens auch, daß Rudi Carrell zwar erhebliches Nerv- und Wegschaltpotential hatte, allerdings auch seine unbestreitbaren Qualitäten aufwies. Er mag &#8211; wie häufig zu lesen war &#8211; ein akribischer Arbeiter und hartgesottener Fernsehmacher gewesen sein, der Mitarbeiter nicht selten harsch anfuhr. In den Monaten vor seinem Tod ist er mir allerdings mehrmals als sehr herzlicher und reflektierter Mensch aufgefallen. Vielen mag sein beeindruckender Auftritt in Erinnerung sein, als er im Februar 2006 mit der &quot;Goldenen Kamera&quot; für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Und Carrell &#8211; würdevoll und als Entertainer nie größer als in diesem Moment &#8211; ersparte seinem Publikum nichts: er präsentierte sich von seiner schweren Krebserkrankung gezeichnet und sorgte mit seinen sarkastisch-ironischen Seitenhieben auf Pharmaindustrie, Tod und Sterblichkeit für einen unvergeßlichen Auftritt. </p>
<p>Und drei Monate vor Carrells Tod erschien im SZ-Magazin ein Interview, das hiermit nochmals herzlich zu Re-Lektüre empfohlen sei: </p>
<ul>
<li>SZ-Magazin: &quot;<a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/,tt2m2/kultur/artikel/230/72158/" rel="noopener noreferrer">Ich habe nichts dagegen, wenn dieses Interview erst nach meinem Tod erscheint</a>&quot;, Interview mit Rudi Carrell, 17.3.2006</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Für die nächsten Tage ist ja nun durchwachsenes Mischwetter angekündigt. Gibt es sowas? &quot;Mischwetter&quot;? Den deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mischwald" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Mischwald</a> gibt es ja auch, wenngleich Forstleute und Botaniker diesen Begriff offenbar nur selten verwenden, dafür erfinden sog. Waldsoziologen so schöne Wortungetüme wie &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waldgesellschaften_Mitteleuropas" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Elsbeeren-Eichen-Hainbuchenwald</a>&quot; (lat. <em>Galio-carpinetum</em>), wo ich dann ehrlicherweise doch den Mischwald vorzöge. Ein hübscher durch verschiedene Laub- und Nadelgewächse gebildeter Mischwald bietet dem Auge einfach mehr Abwechslung als monoton-serieller Wuchs. Genauso ist es beim Wetter und insofern oute ich mich hier wiederholt als Liebhaber des Halbschattens. Zwar wünsche ich, nur in seltenen Fällen von herabstürzenden Gewittergüßen auf freiem Feld überrascht zu werden, aber tagein, tagaus dieselbe strahlende Sonne vorzufinden, die erbarmungslos alles niederbrennt, muß nun wirklich nicht sein. Da halte ich es doch mehr mit Thomas Mann, der den Reiz südlicher Gefilde durchaus zu schätzen wußte, aber dem seine Lübecker Gewöhnung an Mentalität der Leute und Launen des Wetters doch zeitlebens anzumerken blieb. </p>
<p>Und beschrieb es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Mann" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Thomas Mann</a> nicht vollkommen unübertreffbar in seinem kleinen Lehrstück &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_und_der_Zauberer" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Mario und der Zauberer</a>&quot;? Dort schildert Mann die Begebenheiten eines Sommerurlaubs in Torre, einem Badeort am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrrhenisches_Meer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tyrrhenischen Meer</a> und er dokumentiert detailgenau die Strandszenerie:&quot;(&#8230;) es wimmelt von zeterndem, zankendem, jauchzendem Badevolk, dem eine wie toll herabbrennende Sonne die Haut von den Nacken schält (&#8230;)&quot;, um schließlich festzustellen: </p>
<blockquote><p>Die Hitze war unmäßig, soll ich das anführen? Sie war afrikanisch: die Schreckensherrschaft der Sonne, sobald man sich vom Saum der indigoblauen Frische löste, von einer Unerbittlichkeit, die die wenigen Schritte vom Strande zum Mittagstisch, selbst im bloßen Pyjama, zu einem im voraus beseufzten Unternehmen machten. Mögen Sie das? Mögen Sie es wochenlang? Gewiß, es ist der Süden, es ist klassisches Wetter, das Klima erblühender Menschheitskultur, die Sonne Homers und so weiter. </p>
<p>Aber nach einer Weile, ich kann mir nicht helfen, werde ich leicht dahin gebracht, es stumpfsinnig zu finden. Die glühende Leere des Himmels Tag für Tag fällt mir bald zur Last, die Grellheit der Farben, die ungeheure Naivität und Ungebrochenheit des Lichts erregt wohl festliche Gefühle, sie gewährt Sorglosigkeit und sichere Unabhängigkeit von Wetterlaunen und -rückschlägen; aber ohne daß man sich anfangs Rechenschaft davon gäbe, läßt sie tiefere, uneinfachere Bedürfnisse der nordischen Seele auf verödende Weise unbefriedigt und flößt auf die Dauer etwas wie Verachtung ein.</p></blockquote>
<p>Diese Erzählung sei ebenfalls zur Sommerlektüre empfohlen, alternativ sind natürlich auch andere kleine Fingerübungen von Thomas Mann immer dazu geeignet, einen Nachmittag im Liegestuhl aufzuwerten. Und als Hörbuch wird &quot;Mario und der Zauberer&quot; übrigens äußerst ansprechend von Will Quadflieg gelesen. </p>
<ul>
<li>Mann, Thomas:&nbsp; <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596293200?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3596293200">Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis.</a> Fischer-Tb.</li>
<li>Will Quadflieg liest: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000024MGO?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000024MGO">Thomas Mann &#8211; Mario und der Zauberer</a> (ungekürzt)&nbsp;</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font> </font>Weg von der schönen Literatur, hin zur spröden Volkswirtschaftslehre und den verschiedenen Modellen des menschlichen Verhaltens. Es ist ja so &#8211; gleichviel, ob man sich als akademischer Psychologe oder zu Hause am Küchentisch mit den Spielarten menschlicher Verhaltensweisen beschäftigt &#8211; , daß man dabei stets implizite Grundannahmen darüber hat, nach welchen Präferenzen Individuen ihre Handlungen ausrichten. In den seltensten Fällen wird man hier bloße Zufälligkeit konstatieren wollen, sondern beurteilt beobachtbares Verhalten gemäß bestimmten Kriterien: war Verhalten X rational gemäß den Präferenzen A, B und C?</p>
<p>Und falls wir Widersprüche feststellen, so wird versucht, diese zu erklären oder zumindest zu verstehen. Wer irrational handelt, hatte zumindest eine schwere Kindheit und ist somit aus dem Schneider?</p>
<p>Einer der wirkmächtigsten Ansätze ist das Modell des &quot;Homo Oeconomicus&quot;, womit sich die gestrige FAZ in einem interessanten Artikel beschäftigt:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_2_66" id="identifier_2_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gefunden habe ich diesen Text &uuml;ber den Blog von Ragnar. Danke.">3</a></p>
<blockquote>
<p>&quot;Die Welt der Ökonomen war lange beherrscht vom Modell des Homo oeconomicus. Dieser handelt strikt rational und eigennützig, um seinen individuellen Nutzen zu maximieren. Den Terminus Homo oeconomicus hat der Soziologe Vilfredo Pareto vor gut 100 Jahren eingeführt. (&#8230;) In den meisten Analysen von Wettbewerbssituationen lieferte dieses Modell auch sehr brauchbare Ergebnisse. In manchen Situationen aber erwiesen sich die Vorhersagen als falsch.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Es ist zwar nicht mein Fachgebiet und die soziologischen und psychologischen Vorlesungen zu dieser Thematik liegen schon einige Jahre zurück, aber ich bin dennoch erfreut, daß offenbar der Münchner Professor Klaus Schmidt die Schwachpunkte des Modells benennt. Denn Kooperation kann innerhalb des &quot;Homo Oeconomicus&quot; immer nur über den Umweg einer Zusatzannahme bzw. die Rational-Choice-Theorie erklärt werden. Denn erst, wenn die jeweiligen Akteure sich bewußt sind, daß sie in einem zukünftigen Tausch- und Kooperationsakt eventuell selbst vom Entgegenkommen profitieren könnten, wird Kooperation denkbar. Aber Emotionen oder eine Verhaltensweise, die durch Altruismus motiviert ist, kann schlicht nicht integriert werden.</p>
<p>Fairness und kollektive Zusammenarbeit ohne direkt auf eigene Vorteile bedacht zu sein, sind aber weiter verbreitet, als die Theorie wahrhaben will. Und Schmidt und seine Kollegen versuchen, diese Defizite der gängigen Ansätze zu korrigieren. </p>
<blockquote><p>„Unsere einfache Annahme ist, dass viele Menschen eine Ungleichheitsaversion haben.“ (&#8230;) „Offenbar gibt es eine tiefe kulturelle Verankerung der Gleichheits-Präferenzen“, sagt Schmidt, „zugleich hängt aber die Kultur sehr stark von den ökonomischen Bedingungen ab.“</p></blockquote>
<p>Schmidt gesteht zwar zu, daß das Homo-Oeconomicus-Modell eine hohe Erklärungskraft habe, aber dennoch nicht unkritisch angewandt werden dürfe. Der gesamte Artikel ist freilich sehr lesenswert.</p>
<ul>
<li>Plickert, Philip: <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc%7EE9D43A2EB5D2D4720910594A9F93FFED1%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" rel="noopener noreferrer">Die kollektivistische Ader in uns</a>, FAZ, 7. August 2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Zurück zu den Künsten und zur aktuellen Popmusik: Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, daß sich v.a. in den beiden kanadischen Zentren Montreal und Toronto seit einigen Jahren eine aktive und produktive musikalische Szene etabliert hat. Letztes Jahr hatte sich etwa David Bowie als Fan der kanadischen Neo-Folk-Rock-Band &quot;Arcade Fire&quot; geoutet und für das München-Konzert des phantastischen Klangkollektivs liegt meine Karte auch schon abholbereit beim Ticketdealer. </p>
<p>Aber &quot;Arcade Fire&quot; sind nur die aktuell populärsten Vertreter einer ganzen Palette an Bands, die allesamt eine eigenständige Art von Popmusik pflegen. Hier sind die &quot;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hidden_Cameras" rel="noopener noreferrer">Hidden Cameras</a>&quot; genauso zu nennen, wie &quot;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Dears" rel="noopener noreferrer">The Dears</a>&quot; oder &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Broken_Social_Scene" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Broken Social Scene</a>&quot;. Und diese oftmals miteinander befreundeten und kooperierenden Bands und Künstler sind nun Gegenstand einer zehnteiligen Serie in Benedikts Poplog. Man darf gespannt sein, ob etwa die Solokünstlerin <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leslie_Feist" rel="noopener noreferrer">Leslie Feist</a> (die vor gut 2 Jahren mit dem herrlichen Album &quot;Let it die&quot; verzückte) oder Owen Pallett aka. <em>Final Fantasy</em> in den Top Ten auftauchen. </p>
<p><em>Linktipps:</em></p>
<ul>
<li>Poplog: Serie zur kanadischen Pop- und Rockszene, hier: <a href="http://www.eigenarbeit.org/pop/popjahr2007/08/07/kanadaserie-platz-10-the-most-serene-republic/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platz 10 &#8211; &quot;The Most Serene Republik&quot;</a> </li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/09/final-fantasy-die-klangzaubereien-des-owen-pallett/">Final Fantasy » Die Klangzaubereien des Owen Pallett</a>, 9. August 2007</li>
</ul>
<p><em>Plattentipps:</em></p>
<ul>
<li>Feist (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0008KLVW8?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B0008KLVW8">Let it die</a>.</li>
<li>Final Fantasy (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000F3AIBS?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000F3AIBS">He Poos Clouds</a>. Tomlab.</li>
<li>Final Fantasy (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0009NEYJ6?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B0009NEYJ6">Has a good home</a>. Tomlab. </li>
<li>Arcade Fire (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000N39I4S?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000N39I4S">Neon Bible</a>.</li>
<li>Arcade Fire (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0006ZRX86?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B0006ZRX86">Funeral</a>.</li>
<li>The Hidden Cameras (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000GHEAQM?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000GHEAQM">Awoo</a>.</li>
<li>The Hidden Cameras (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000285KTQ?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000285KTQ">Mississauga Goddam</a>.</li>
<li>Patrick Wolf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000NJVX5O?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000NJVX5O">The Magic Position</a>.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">4.</font> </font>Mit einer anderen <a href="http://www.spreeblick.com/2007/08/09/sommerlekture/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Top-Ten-Liste</a> bereichert der Spreeblick das aktuelle Hitlistensammelsurium. Für all diejenigen, die mit ihrer Sommerlektüre bereits durch sind oder noch einer Anregung bedürfen, werden zehn handverlesene Empfehlungen geboten. Eine kurze pointierte Würdigung, dann noch ein augenzwinkernder Tipp, welches Reiseziel besonders geeignet scheint, rundet den Artikel ab. Auf Platz 1 &#8211; wobei diese Rangfolge wohl keine Wertung darstellt &#8211; befindet sich Thomas Bernhards &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518396889?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518396889">Holzfällen</a>&quot; &#8211; Reiseempfehlung: Kleinstädte, Österreich. Inhalt/Bewertung:</p>
<blockquote>
<p>Wie der fluchen kann, dachte ich in meinem Ohrensessel. Wie der fluchen kann! Und er flucht über alles: Über die Verlogenheit der Wiener „Kunstszene“, über den Burgschauspieler, über Künstler an sich, über Österreich. Über sich selbst.&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Auf den anderen Plätzen tummeln sich u.a. Simone de Beauvoir mit &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499107619?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3499107619">Die Mandarins von Paris</a>&quot; oder Gabriel Garcia Marquez mit &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596162513?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3596162513">Die Liebe in Zeiten der Cholera</a>&quot;.<br />&nbsp;</p>
<p>&nbsp; </p>
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<p><font size="5" color="#888888">»5</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Nun aber nochmal zurück in die Wissenswerkstatt respektive in die heiligen Hallen der universitären Wissenschaft. Bereits zweimal hatte ich mich an dieser Stelle mit wissenschaftlichen Plagiaten beschäftigt. Der Reiz, die eigene wissenschaftliche Arbeit durch die Übernahme von fremden Gedanken aufzuwerten, scheint aber ungebrochen. Dabei sind es nicht nur studentische Haus- oder Abschlußarbeiten, die vornehmlich dadurch auffallen, daß z.T. über viele Seiten wörtliche Zitate aus anderer, aber nicht erwähnter Quelle abgedruckt sind.</p>
<p> Der Fall des Berliner Juraprofessors Hans-Peter Schwintowski, der es auch in seinen Standardwerken mit dem Verweis auf die eigentlichen Urheber nicht so genau nahm, wurde <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/12/ach-wie-gut-dass-niemand-weiss-wie-sich-der-jurist-hans-peter-schwintowski-als-totengraeber-akademischer-konventionen-betaetigt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">detailliert</a> dargestellt. Nun rekonstruiert SpiegelOnline einen weiteren erstaunlichen Fall: der Ökonom Hans-Werner Gottinger steht in der Kritik, weil er in mehreren Fällen in Fachartikeln in dreister Weise plagiiert hat. Der erste nun beanstandete Artikel datiert aus dem Jahr 1993 und bestand über große Strecken lediglich im Copy&amp;Paste eines Artikels des Wissenschaftlers Frank Bass aus dem Jahr 1980.</p>
<p>Aber es kommt noch toller: als der Schwindel aufflog, versuchten die Herausgeber der internationalen Fachjournale den Wissenschaftler Hans-Werner Gottinger zu kontaktieren. Natürlich wollten sie eine Stellungnahme und eine Erklärung &#8211; allerdings stellte sich heraus, daß er bei den Forschungsinstituten oder Universitäten in Maastricht oder Osaka, die er als Referenzadresse angegeben hatte, nie beschäftigt war. Mehr als erstaunlich, wenn man bedenkt, daß Gottinger, der heute 63 Jahre alt ist, immerhin vorübergehend eine durchaus ansehnliche Karriere machte &#8211; 1988 wurde er sogar Direktor eines Fraunhofer-Instituts für &quot;Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen&quot;. Hier darf man also auch gespannt sein, ob die Ermittlungen weitere Verfehlungen des Forschers zutage fördern.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_3_66" id="identifier_3_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In der Blogsph&auml;re widmet sich bislang nur die Dreckschleuder diesem Fall.">4</a></p>
<ul>
<li>Schmitt, Stefan: <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,498943,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutscher Forscher fliegt nach 14 Jahren mit Plagiat auf</a>, Spiegel Online, 9.8.2007</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/12/ach-wie-gut-dass-niemand-weiss-wie-sich-der-jurist-hans-peter-schwintowski-als-totengraeber-akademischer-konventionen-betaetigt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ach, wie gut, daß niemand weiß…</a> » Wie sich der Jurist Hans-Peter Schwintowski als Totengräber akademischer Konventionen betätigt, 12.5.2007</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/26/spurensuche-ueber-die-verlockungen-des-internets-und-die-unvermeidlichkeit-von-plagiaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spurensuche</a> » Über die Verlockungen des Internets und die Unvermeidlichkeit von Plagiaten, 26.4. 2007</li>
</ul>
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<p><font size="5" color="#888888">»6</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Vollkommen redlich und ohne sich mit fremden Federn zu schmücken, geht die Arbeit in der Wissenswerkstatt vor sich. Aufmerksame Leser wissen, daß die Werkstatt von einem Sozialwissenschaftler betrieben wird, dessen Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Technik- und Wissenschaftssoziologie liegen. In den Jahren 2005 und 2006 habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Kollegen des &quot;Süddt. Instituts für empirische Sozialforschung (<a target="_blank" href="http://www.sine-institut.de/" rel="noopener noreferrer">sine</a>)&quot; eine Studie im Auftrag der EU-Kommission erarbeitet, deren Gegenstand die Praktiken der Risikokommunikation in verschiedenen EU-Ländern waren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_4_66" id="identifier_4_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Genau handelte es sich um die Studie &quot;STARC &ndash; Stakeholders in Risk Communication&quot; &ndash; weitere Infos dazu finden sich auf dieser Website. Einige Ergebnisse habe ich auch in meinen Artikeln zur Risikokommunikation anl&auml;&szlig;lich der Vattenfall-Pannenserie verarbeitet. Zugriff durch das Suchfeld oder die Tagwolke.">5</a> Leider sind freilich die Stellen im Feld der Umwelt- und Techniksoziologie sehr rar gesät. Um nicht weiter darauf zu warten, daß sich irgendein glücklicher Zufall ereignet und das Angebot einer 1/2-Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität oder einem Forschungsinstitut ins Haus flattert, bin ich gerade dabei, selbst den Antrag auf ein Forschungsprojekt zu erarbeiten.</p>
<p>Insider kennen vermutlich den Förderschwerpunkt &quot;Sozial-ökologische Forschung&quot; des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hier wurden in den letzten Jahren bereits einige spannende Projekte unterstützt. Nun gibt es ganz aktuell eine <a target="_blank" href="http://www.sozial-oekologische-forschung.org/de/1076.php" rel="noopener noreferrer">Ausschreibung</a> zur &quot;Förderung interdisziplinär arbeitender Nachwuchsgruppen&quot; in diesem Gebiet. Frist zur Abgabe der Antragsskizzen ist der 30. September 2007 und ich bin gerade dabei, eine mögliche Fragestellung zu präzisieren und v.a. noch einen Mitstreiter bzw. gerne eine Mitstreiterin zu suchen.</p>
<p> Zunächst geht es eben darum, bis in 6-7 Wochen einen kurzen, tragfähigen Förderantrag für eine sog. Nachwuchsgruppe zu stellen. Wenn dieser bewilligt wird, geht das Projekt in eine ca. einjährige Vorphase, in der dann ein detailliertes Projektkonzept erarbeitet werden soll, das in den folgenden 4 Jahren Arbeitsgrundlage ist. Also: zuerst Antrag auf Förderung in der Vorphase (ca. 1 Jahr), danach Hoffnung auf Förderung in der Hauptphase (max. 4 Jahre). In der Vorphase können natürlich nur geringe Sach- und Personalausgaben veranschlagt werden, mehr als 1-2 Personen dürften hier nicht zu finanzieren sein. In der Hauptphase sind aber eine Position des sog. &quot;Nachwuchsgruppenleiters&quot;, dazu zwei Doktorandenstellen (natürlich teilbar in 2&#215;2 halbe Stellen) und auch eine Postdoc-Stelle zu besetzen. Insgesamt sehr attraktiv.</p>
<p>Inhaltlich ist folgender Rahmen bzw. Projektkontext vorgegeben:</p>
<blockquote>
<p>Um eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung zu erreichen, bei der die gegenwärtige Generation nicht auf Kosten künftiger Generationen handelt, ist ein <strong>neuer Typ von Problemlösungen</strong> erforderlich. Es müssen Ziele miteinander in Einklang gebracht werden, die bislang vor allem in Konkurrenz zueinander gesehen wurden: der <strong>ökologisch tragfähige Umgang mit natürlichen Ressourcen</strong>, die Sicherung von sozialer Gerechtigkeit, Lebensqualität und Sozialkapital, sowie der Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auch im weltweiten Wettbewerb. Gerade<strong> die Wechselwirkungen und unbeabsichtigten Folgewirkungen</strong> von ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklungen sind dabei zu beachten. Sozial-ökologische Forschung verfolgt das übergreifende Ziel, <strong>Verständnis für gesellschaftliche Transformationsprozesse</strong> zu entwickeln und aufzuzeigen, an welcher Stelle und mit welchen Instrumenten Einfluss genommen werden kann, um die Entwicklung in eine nachhaltige Richtung zu steuern.</p>
</blockquote>
<p>Es geht also um Nachhaltigkeit und wie dieses Ziel unter veränderten gesellschaftlichen Randbedingungen verfolgt werden kann bzw. welche Schwierigkeiten hierbei vorhanden sind. Ich habe im oben angeführten Absatz diejenigen Schlagworte fett markiert, die für diejenige übergreifende Fragestellung relevant sind, wie sie mir vorschwebt. Ich selbst arbeite ja an einer Doktorarbeit,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_5_66" id="identifier_5_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="N&auml;here Informationen dazu bzw. das Expos&eacute; zu meiner Doktorarbeit findet sich hier.">6</a> die sich im Kern damit beschäftigt, wie sich Unsicherheiten und die Möglichkeit des Irrtums in der alltäglichen Forschungspraxis<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/#footnote_6_66" id="identifier_6_66" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diese Forschungspraxis soll am Beispiel der Humangenomforschung untersucht werden.">7</a> niederschlagen und wie man &#8211; im Bewußtsein, daß das gegenwärtige Handeln in der Zukunft irreparable Schäden hervorrufen kann &#8211; dennoch gesellschaftliche Entscheidungen trifft und legitimiert. Nicht zuletzt geht es auch um die Beantwortung der Frage, ob sich Gesellschaft (und ihre Subsysteme) nach der Konfrontation mit ihren Grenzen (Stichwort: ökologisch-technische Risiken) als lernfähig erweisen.</p>
<p>Hier könnte ich mir vorstellen, daß man mit einer spannenden Fragestellung ansetzen könnte: wie also sehen &quot;Lernszenarien innerhalb einer Risiko- oder Nebenfolgengesellschaft&quot; aus? Oder anders formuliert: &quot;Leugnung oder Integration? Wie verhält sich die moderne Industriegesellschaft im Umgang mit selbsterzeugten Risiken?&quot; Egal, wie man das konkret ausbuchstabiert: es soll darum gehen, an verschiedenen Beispielen oder Problemfeldern nachzuverfolgen, ob und wie sich bestimmte Entscheidungsprozesse oder grundsätzlicher: &quot;Arten der Problembearbeitung&quot; verändern, wenn sich die jeweiligen Akteure bewußt sein müssen, daß sie unter der Grundbedingung unsicheren Wissens agieren. Ob also &#8211; das die mögliche Akzentsetzung &#8211; so etwas wie Lerneffekte zu konstatieren sind und wie diese aussehen. Diesen Fragen könnte und sollte empirisch und gerne auch theoretisch nachgespürt werden.  </p>
<p>Weswegen ich diesen Beitrag hier einstelle: der Antragsteller für dieses Nachwuchsforschungsprojekt <em>soll </em>in der Regel promoviert, darf aber nicht älter als 35 Jahre sein. Prinzipiell könnte ich es also auch selbst beantragen, rechne mir (bzw. uns) aber höhere Chancen aus, wenn ein im Idealfall promovierter Partner mit im Boot wäre. Wer hat zu den oben skizzierten Fragen bereits gearbeitet und könnte sich ein Engagement in diesem Bereich vorstellen? Aufgerufen sind natürlich Soziologen, Politologen, Psychologen, aber genauso Historiker oder eventuell Vertreter aus den Naturwissenschaften. Schließlich soll ja einer der Schwerpunkte des Projekts in der Interdisziplinarität liegen. </p>
<p>Die Details sind auf der Website des BMBF abrufbar oder auch als PDF. Ich selbst habe bereits weiterführende Ideen vorliegen, auch was die gewünschte Anbindung an Forschungsinstitute und/oder Universitäten angeht. Dies alles im Münchner Bereich. Alle, die selbst zu den genannten Fragen arbeiten oder die potentielle Interessenten kennen, sind hiermit aufgerufen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. :-) </p>
<ul>
<li>Bekanntmachung des BMBF zur <a target="_blank" href="http://www.bmbf.de/foerderungen/10308.php" rel="noopener noreferrer">Förderung von Nachwuchsforschungsgruppen</a> auf dem Gebiet der sozial-ökologischen Forschung (<a href="http://www.sozial-oekologische-forschung.org/_media/Bekanntmachung_Nachwuchs.pdf">hier</a> als PDF)</li>
</ul>
<p></p>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_66" class="footnote">Eine wirklich hörenswerte Version dieses Klassikers hat der Podcaster Christoph Sauer aufgenommen &#8211; Wer wissen will, wie wohl Klaus Kinsik den Carrell Hit rezitiert hätte, muß <a target="_blank" href="http://www.podsitter.com/wordpress/?p=183" rel="noopener noreferrer">hierher</a> klicken.</li><li id="footnote_1_66" class="footnote">Und nicht einmal das Sommerloch ist mehr das, was es mal war. Die einstige medientechnische &quot;Saure-Gurken-Zeit&quot; wird, wie Lukas Heinser als Urlaubsvertretung von Stefan Niggemeier <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/fixing-a-hole/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">feststellt</a>, neuerdings mit Sommerlochmetatexten gefüllt. Und in den Blogs? Sommerlochmetablogging. Irgendwie muß man die Seiten ja füllen&#8230;</li><li id="footnote_2_66" class="footnote">Gefunden habe ich diesen Text über den <a target="_blank" href="http://soziologische-aufmerksamkeit.blogspot.com/2007/08/homo-oeconomicus-veraltet.html" rel="noopener noreferrer">Blog von Ragnar</a>. Danke.</li><li id="footnote_3_66" class="footnote">In der Blogsphäre widmet sich bislang nur die <a href="http://4topas.wordpress.com/2007/08/09/copy-and-paste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dreckschleuder</a> diesem Fall.</li><li id="footnote_4_66" class="footnote">Genau handelte es sich um die Studie &quot;<a target="_blank" href="http://starc.jrc.it/index.html" rel="noopener noreferrer">STARC</a> &#8211; Stakeholders in Risk Communication&quot; &#8211; weitere Infos dazu finden sich auf dieser <a href="http://www.sine-institut.de/referenzen/projekt_starc.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a>. Einige Ergebnisse habe ich auch in meinen Artikeln zur Risikokommunikation anläßlich der Vattenfall-Pannenserie verarbeitet. Zugriff durch das Suchfeld oder die <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/tag/Risikokommunikation/" rel="noopener noreferrer">Tagwolke</a>.</li><li id="footnote_5_66" class="footnote">Nähere Informationen dazu bzw. das Exposé zu meiner Doktorarbeit findet sich <a target="_blank" href="http://www.scheloske.net/Promotion_1a.htm" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_6_66" class="footnote">Diese Forschungspraxis soll am Beispiel der Humangenomforschung untersucht werden.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-07/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 07</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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