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	<title>Risikobiographie Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Risikobiographie Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Lesestöckchen » Vom Umgang mit Texten und Büchern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Apr 2007 22:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus dem fernen Greifswald wirft mir Julia charmanterweise ein (Lese-)Stöckchen zu. Muß ich jetzt beichten, daß ich bis vorhin noch dachte, solche Blogstafetten seien &#8218;richtigen&#8216; Bloggern vorbehalten? Und heißt das, daß ich fortan dazugehöre? ;-) Jedenfalls fühle ich mich durchaus ein wenig geschmeichelt und so werde ich mich nun schnell ans Beantworten der Fragen machen. ... <a title="Lesestöckchen » Vom Umgang mit Texten und Büchern" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/lesestoeckchen-vom-umgang-mit-texten-und-buechern/" aria-label="Mehr Informationen über Lesestöckchen » Vom Umgang mit Texten und Büchern">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/lesestoeckchen-vom-umgang-mit-texten-und-buechern/">Lesestöckchen » Vom Umgang mit Texten und Büchern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus dem fernen Greifswald wirft mir <a href="http://julialoeba.de/blog">Julia</a> charmanterweise ein <a href="http://julialoeba.de/blog/2007-04-16/lesestoeckchen">(Lese-)Stöckchen</a> zu. Muß ich jetzt beichten, daß ich bis vorhin noch dachte, solche Blogstafetten seien &#8218;<em>richtigen&#8216;</em> Bloggern vorbehalten? Und heißt das, daß ich fortan dazugehöre? ;-) Jedenfalls fühle ich mich durchaus ein wenig geschmeichelt und so werde ich mich nun schnell ans Beantworten der Fragen machen. Denn zu Büchern sollte doch jeder etwas zu sagen haben &#8211; oder etwa nicht&#8230;?</p>
<h3>Gebunden oder Taschenbuch?</h3>
<p>Ach herrje, das geht ja gut los. Das läßt sich doch nicht so eindeutig sagen. Gebundene Bücher sind etwas Wunderbares und oftmals besteht schlichtweg keine Wahlmöglichkeit: entweder man greift zum Hardcover oder läßt es [mangels verfügbarer Taschenbuchausgabe] bleiben. Aber, wenn es diese Alternative gibt? Gut, ich gestehe, dann bin ich großer Freund von Taschenbüchern. Und als Sozial- und Geisteswissenschaftler oute ich mich dann der Vollständigkeit halber [aber keineswegs überraschend] als Freund der Suhrkamp-Reihen. Egal ob aus dem stw- oder konventionellen Programm, die Suhrkamp-Bändchen genießen bei mir Liebhaberstatus. </p>
<h3>Amazon oder Buchhandel?</h3>
<p>Schon wieder so eine Frage, die in meiner Brust die zwei Herzen zum Pochen bringt. [Nicht Doppelherz, sondern Goethe.] Grundsätzlich bin ich der Ansicht, daß das lokale Buchhändlerwesen (und damit meine ich nicht die Platzhirsche á la Hugendubel &amp; Co.!) unter Artenschutz gestellt gehört. Ich mag mir die Städte einfach nicht ohne Buchläden vorstellen. Basta! Und deshalb habe ich (Biolek läßt grüßen) auch eine Buchhändlerin meines Vertrauens.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/lesestoeckchen-vom-umgang-mit-texten-und-buechern/#footnote_0_17" id="identifier_0_17" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wer es ganz genau wissen mag: Buchhandlung Schmidt &ndash; Ledergasse 2 &ndash; 73525 Schw&auml;bisch Gm&uuml;nd.">1</a> Allerdings gestehe ich, daß ich inzwischen Service und Liefergeschwindigkeit von Amazon sehr zu schätzen gelernt habe. </p>
<h3>Lesezeichen oder Eselsohr</h3>
<p>Das ist doch keine richtige Frage! Wer seine Bücher mit Eselsohren versieht, der hat weder Kultur noch Verstand. Die Eselsohrenmenschen sind auch genau diejenigen, die mit [neonbunten!] Markierstiften die Buchseiten in Leuchtreklame verwandeln. Einfach gruselig!</p>
<h3>Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?</h3>
<p>Oh, schon wieder eine Gretchen- und Glaubensfrage. ;-) Allerdings bin ich &#8211; ich gestehe &#8211; durchaus Pragmatiker. Da ich keine feine Bücherschrankwand oder maßgefertigte Bibliothek mein eigen nenne, stehen Bücher bei mir an recht verschiedenen Orten &#8211; in Schreibtischnähe, auf verschiedenen Regalen, Kommoden, Kästchen. Dort wo die Titel verwahrt werden, die nicht ständig in Verwendung sind, sind die Bände nach Verlagen geordnet. Das mag jetzt einigermaßen kurios klingen, hat aber (jeder Skeptiker sei herzlich eingeladen) durchaus seine innere (hoffe ich zumindest) Logik. Zumindest finde ich die Bücher, wenn ich sie suche. :-)</p>
<h3>Behalten, wegwerfen oder verkaufen?</h3>
<p>Wer, wo, was? Wegwerfen? Bücher? Ich dachte ja lange Zeit, daß sich schon beinahe die Frage (zumindest in Deutschland) von selbst verbietet. Also, nochmal für das Protokoll: Wegwerfen ist tabu! Verkaufen ginge prinzipiell, allerdings gehöre ich zu den Zeitgenossen, die sich <em>vor</em> dem Erwerb eines Buches Gedanken über Sinn und Notwendigkeit dieses Anschaffungsvorgangs machen. Insofern gerate ich recht selten in die Verlegenheit, ein Buch wieder veräußern zu wollen. Deshalb die Antwort: Behalten!</p>
<h3>Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?</h3>
<p>Ja, ich kenne die Argumente der bibliophilen Rechthaber und Blockwarte: der Schutzumschlag muß (wie schon sein Name nahelegt) entfernt werden. Schließlich entferne man ja auch (so meist das blödsinnige darauffolgende Argument) auch die Schutzfolie, in die neue Bücher eingeschweißt zu sein pflegen. Ich allerdings habe mir angewöhnt, die Schutzumschläge weiterhin den Buchmantel umschmeicheln zu lassen. Keine weiteren Gründe. </p>
<h3>Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?</h3>
<p>Wie irgendwo oben erwähnt, nenne ich ohnehin vorwiegend Taschenbücher mein eigen. Insofern stellt sich diese Frage recht selten. Wenn, dann lasse ich den Schutzumschlag allerdings auch während des Lesevorgangs an Ort und Stelle.</p>
<h3>Kurzgeschichten oder Roman?</h3>
<p>Seitdem ich die Stätte meiner Kindheit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/lesestoeckchen-vom-umgang-mit-texten-und-buechern/#footnote_1_17" id="identifier_1_17" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="um ein Haar h&auml;tte ich &sbquo;Tollheit&lsquo; geschrieben. ;-) ">2</a> und Jugend mit hehren Motiven des Wissenserwerbs verlassen habe, hat sich die Zusammensetzung meines Bücherregals rapide zugunsten von Sachbüchern verschoben. Belletristik kommt da etwas zu kurz. Kurzgeschichten mag ich aber durchaus gerne. Wobei ich an dieser Stelle ein weiteres Geständnis einflechten muß: seit einigen Jahren hat der Hörspiel- und Hörbuchvirus ein wenig Besitz von mir ergriffen; d.h. daß fiktionale Literatur recht häufig auf auditive Art und Weise in mein Bewußtsein rieselt. Hier präferiere ich allerdings eindeutig Romane bzw. die Lesung derselben! :-)</p>
<h3>Harry Potter oder Lemony Snicket?</h3>
<p>Wenn ich nicht gelesen hätte, daß wohl Rufus Beck diesem <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3866043325%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3866043325%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Lemony Snicket</a> seine Stimme leiht, wüßte ich mit diesem Namen rein gar nichts anzufangen. Bin ich zu alt? Nein, diesen Anflug von Alters-Sentimentalität werde ich flugs vertreiben und zum Gegenkonter ansetzen: denn Harry Potter habe ich zwar nicht gelesen, dafür aber die Kinofilme gesehen. Ich weiß, daß ich dieses Detail meiner cineastischen Vergangenheit besser verschwiegen hätte, aber immerhin habe ich damit den Verdacht der frühzeitigen Vergreisung zerstreut. ;-)</p>
<h3>Aufhören, wenn man müde ist, oder wenn das Kapitel zu Ende ist?</h3>
<p>Nein, mitten im Kapitel hört man doch nicht auf! Soviel Selbstdisziplin muß sein. </p>
<h3>&quot;Die Nacht war dunkel und stürmisch&quot; oder &quot;Es war einmal&quot;?</h3>
<p>Gut, dem Märchenalter bin ich (man möge mir verzeihen) erstmal entwachsen. Doch im Zweifel würde ich auch Druckerzeugnisse liegen lassen, die mit &quot;Die Nacht war dunkel und stürmisch&#8230;&quot; beginnen. Dann lese ich doch lieber Zeitung.</p>
<h3>Kaufen oder leihen?</h3>
<p>Oha, die Frage entlarvt auf subtile Weise den sozialen Status des Antwortenden. Raffiniert! ;-)&nbsp; Bei mir ist es allerdings so, daß ich notwendigerweise viele (Fach-)Bücher aus den hiesigen Uni- bzw. Staatsbibliotheken entleihe und ggf. einige Passagen kopiere. Das ist schon aus Gründen meines durchaus endlichen Budgets nicht anders machbar. Titel, die aber häufiger in Verwendung sind oder eben auch zu erschwinglichen (Taschenbuch-)Preisen feilgeboten werden, werden zumeist und gerne gekauft.</p>
<h3>Neu oder gebraucht?</h3>
<p>Wenn es sich ermöglichen läßt, dann werden Bücher im unbefleckten Neuzustand angeschafft. </p>
<h3>Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?</h3>
<p>Bestsellerlisten werden nur aus Neugier gelesen. Rezensionen einschlägiger Journale werden mit Interesse verfolgt und ab und an lasse ich mich von positiven Kritiken auch zum Kauf begeistern. Empfehlungen von Freunden/Bekannten spielen seltener eine Rolle. Meist mache ich mir anhand verschiedener Quellen ein Bild und dann wird entschieden, ob und was gekauft werden soll.</p>
<h3>Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?</h3>
<p>Oh, da bin ich tatsächlich überfragt. Keinerlei Präferenzen in der Hinsicht. Es gibt tolle Erzählungen mit offenem Ende. Ist nach meinem Dafürhalten kein Qualitätskriterium.</p>
<h3>Morgens, mittags oder nachts lesen?</h3>
<p>Gelesen (Zeitungen, Journale, Internet, Blogs, Fachbücher) wird ohnehin rund im die Uhr. Ist dann jeweils von der Tagesform und Stimmung abhängig.</p>
<h3>Einzelband oder Serie?</h3>
<p>Ach, früher habe ich gerne Serien gemocht; von den zauberhaften <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mecki">Mecki</a>-Büchern bis zu Enid Blytons &#8218;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=B00004ZOCT%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/B00004ZOCT%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Abenteuer um&#8230;</a>&#8218; Heute stellt sich im Grunde die Frage nicht mehr. </p>
<h3>Lieblingsserie?</h3>
<p>Wie eben erläutert: aus dem Serienalter bin ich wohl raus.</p>
<h3>Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?</h3>
<p>Also die Frage ist doch ein wenig zweifelhaft (blödsinnig will ich nicht sagen). Da ich keine Bücher von Autoren lese, die im Kleinst- und Eigenverlag (Auflage: 1-2 Exemplare?) veröffentlichen, sind alle Bücher, die ich je gelesen habe auch im weitesten Sinne &#8218;bekannt&#8216;. Ein Buch, das (wenigstens in der jüngeren Generation) wohl weniger Leser hat und mir dennoch sehr zusagt, ist &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3608952071%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3608952071%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Auf den Marmorklippen</a>&quot; von Ernst Jünger. Gestus und Sprache finde ich sehr bemerkenswert.&nbsp;</p>
<h3>Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?</h3>
<p>Da ich, wie bereits angedeutet, vorwiegend Hörbücher höre, gibt es hier eine Empfehlung für die von Ulrich Matthes hervorragend gelesene Version von Vladimir Nabokovs &#8218;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FPnin-6-CDs-Vladimir-Nabokov%2Fdp%2F3898131963%3Fie%3DUTF8%26s%3Dbooks%26qid%3D1176759370%26sr%3D1-4&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">Pnin&#8216;.</a><img alt="Lesestöckchen » Vom Umgang mit Texten und Büchern" decoding="async" width="1" height="1" border="0" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=wwwleichtathl-21&amp;l=ur2&amp;o=3" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important;" /></p>
<p></p>
<h3>Welches Buch liest du gegenwärtig?</h3>
<p><a href="http://julialoeba.de/blog/library/marisha-pessl/special-topics-in-calamity-physics/" class="liinternal"></a>Neu auf meinem Schreibtisch liegt die Studie zur Karriere des genetischen Codes von Lily Kay &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=351829346X%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/351829346X%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Wer schrieb das Buch des Lebens?&quot;</a></p>
<h3>Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?</h3>
<p>Aha, letzte Frage also. :-) Da ich mich hier auf eines beschränken will, so bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den &#8218;Roman eines einfachen Mannes&#8216; zu nennen, den Joseph Roth in wunderbarer Sprache in seinem &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3423130202%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3423130202%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Hiob</a>&quot; erzählt. Als ich vor vielen Jahren diese Geschichte über den &#8218;einfachen Juden&#8216; Mendel Singer zum ersten mal las, war ich durchaus ein wenig verzaubert. Ansonsten stünden wohl unspektakulärerweise Titel von Dürrenmatt oder Frisch zur Disposition. </p>
<p>So, nachdem ich mich mitsamt meinen Lesegewohnheiten nun öffentlich angreifbar gemacht habe, will ich das Stöckchen pflichtgemäß auch weitergeben. Da ich mich erst seit kurzem in der Blogosphäre rumtreibe, fallen mir spontan nur Nils auf seinem &#8218;<a href="http://www.nilsmueller.info/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weltenkreuzer</a>&#8218; und Daniel mit seiner &#8218;<a href="http://www.strengejacke.de/">Strengen Jacke</a>&#8218; als Empfänger ein. Die beiden werden (denke und hoffe ich?) schon wissen, was sie mit diesem Wurfutensil anfangen sollen. </p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_17" class="footnote">Wer es ganz genau wissen mag: Buchhandlung Schmidt &#8211; Ledergasse 2 &#8211; 73525 Schwäbisch Gmünd.</li><li id="footnote_1_17" class="footnote">um ein Haar hätte ich &#8218;Tollheit&#8216; geschrieben. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/lesestoeckchen-vom-umgang-mit-texten-und-buechern/">Lesestöckchen » Vom Umgang mit Texten und Büchern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Überzeugungstätergitarrenrock » Clickclickdecker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2007 00:20:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonspuren]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
		<category><![CDATA[Rockmusik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wahrscheinlich muß man alle Dinge, die man macht, mit Herzblut machen. Denn immer dann, wenn mehr Kalkül als Überzeugung mit von der Partie ist, wird die ganze Sache unerträglich. Der explizite Gegenentwurf zu all den Charthelden à la Silbermond, Juli &#38; Co. ist Clickclickdecker. Clickclickdecker ist das Soloprojekt von Kevin Hamann, der (meist ausschließlich von ... <a title="Überzeugungstätergitarrenrock » Clickclickdecker" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/03/ueberzeugungstaetergitarrenrock-clickclickdecker/" aria-label="Mehr Informationen über Überzeugungstätergitarrenrock » Clickclickdecker">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/03/ueberzeugungstaetergitarrenrock-clickclickdecker/">Überzeugungstätergitarrenrock » Clickclickdecker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wahrscheinlich muß man alle Dinge, die man macht, mit Herzblut machen. Denn immer dann, wenn mehr Kalkül als Überzeugung mit von der Partie ist, wird die ganze Sache unerträglich.</p>
<p>Der explizite Gegenentwurf zu all den Charthelden à la Silbermond, Juli &amp; Co. ist Clickclickdecker. <a href="http://clickclickdecker.de/" >Clickclickdecker</a> ist das Soloprojekt von Kevin Hamann, der (meist ausschließlich von seiner Gitarre begleitet<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/03/ueberzeugungstaetergitarrenrock-clickclickdecker/#footnote_0_7" id="identifier_0_7" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="auf Tour wird Click von Simon Rass, Oliver Stangl und Lars Lewerenz begleitet">1</a>) über Gott, die Welt, Hamburg, das Leben und die Liebe singt. Und Click ist überzeugt von dem, was er tut &#8211; und: er überzeugt und begeistert gerade dadurch. Allein seine Liedtitel gehören zum exquisitesten, was deutschsprachige Popmusik heutzutage zu bieten hat &#8211; &quot;Wer erklärt mir, wie das hier funktioniert?&quot; ist Ausdruck seiner Befindlichkeit, die immer irgendwo zwischen Orientierungssuche und Protest balanciert. Es sind wunderbar hingerotzte Stücke, die leicht daherkommen, es aber (vielleicht und gerade deswegen?) in sich haben. Überwiegend melancholisch im Grundton und darüber eine feine Prise Selbstironie; sehr fein das!</p>
<p>Irgendwann vor einigen Monaten durfte Click sich als Vorband für die ähnlich bemerkenswerten Kettcar betätigen; im Frühjahr 2007 ist er auf Solopfaden unterwegs. <del>Aufgespürt</del> Entdeckt &#8211; und wenn das kein Qualitätsmerkmal ist &#8211; wurde er übrigens von <a href="http://www.berndbegemann.de/">Bernd Begemann.</a> Ob der bei dieser Gelegenheit einen Bademantel trug sei dahingestellt.</p>
<p>Wer ein Herz in der Brust hat, sollte sich Clickclickdecker anhören! In diesen Tagen ist er irgendwo auch in Deiner Stadt. </p>
<p> Als kleinen Appetithappen gibt es hier das Video zu &quot;Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt?&quot;:</p>
<p></p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/YBdRJ6h6dkI" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/YBdRJ6h6dkI" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" /></object></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_7" class="footnote">auf Tour wird Click von Simon Rass, Oliver Stangl und Lars Lewerenz begleitet</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/03/ueberzeugungstaetergitarrenrock-clickclickdecker/">Überzeugungstätergitarrenrock » Clickclickdecker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rückkehr von den Gipfeln der Verzweiflung » Tocotronic vor ihrer Kapitulation</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Apr 2007 19:30:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tonspuren]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
		<category><![CDATA[Rockmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Tocotronic]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soeben flattert mir der Tocotronic-Newsletter in den Briefkasten und das gibt mir Anlaß und Gelegenheit eine erste kurze Notiz zu den musizierenden Herrschaften aus Hamburg zu verfassen.1 Was seit geraumer Zeit2 die Spatzen von den Dächern pfeifen ist somit nun auch offiziell bestätigt: der Sommer 2007 hält für die Fangemeinde einige Highlights bereit &#8211; im ... <a title="Rückkehr von den Gipfeln der Verzweiflung » Tocotronic vor ihrer Kapitulation" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/" aria-label="Mehr Informationen über Rückkehr von den Gipfeln der Verzweiflung » Tocotronic vor ihrer Kapitulation">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/">Rückkehr von den Gipfeln der Verzweiflung » Tocotronic vor ihrer Kapitulation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben flattert mir der Tocotronic-Newsletter in den Briefkasten und das gibt mir Anlaß und Gelegenheit eine erste kurze Notiz zu den musizierenden Herrschaften aus Hamburg zu verfassen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/#footnote_0_19" id="identifier_0_19" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich bin &ndash; kleine Randnotiz &ndash; durchaus &uuml;berrascht, da&szlig; es nun doch einige Wochen gedauert hat, bis der erste Artikel zur Hamburger Band geschrieben werden wollte.">1</a> Was seit geraumer Zeit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/#footnote_1_19" id="identifier_1_19" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="bspw. hier und hier">2</a> die Spatzen von den Dächern pfeifen ist somit nun auch offiziell bestätigt: der Sommer 2007 hält für die Fangemeinde einige Highlights bereit &#8211; im Einzelnen: Buch, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000RG121I?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000RG121I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platte</a>, Tour.</p>
<p>Aber der Reihe nach: vorgestern, also am 17. April 2007 hat Dirk von Lowtzow in Köln sein <a href="http://www.galeriebuchholz.de/publications.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> vorgestellt, das &#8218;Dekade 1993-2007&#8216; betitelt ist. Über Sinn und Bedeutung der Ausweitung des Jahrzehnts auf stattliche 15 Jahre dürften dereinst die Exegeten rätseln &#8211; versammelt sind auf 112 Seiten Songtexte und weiteres Material, das der werte Graf zusammen mit einigen Weggefährten und/oder befreundeten Künstlern zusammengestellt hat.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/#footnote_2_19" id="identifier_2_19" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Presseinfo liest sich folgenderma&szlig;en: &quot;Dirk von Lowtzow, singer and songwriter of the German band Tocotronic publishes in this book his collected song lyrics from the last 14 years. Dirk von Lowtzow invited his artist friends Cosima von Bonin, Sergej Jensen, Michael Krebber and Henrik Olesen to participate in this publication. The layout of the book has been developed in collaboration with Cosima von Bonin. All artists contribute colour plates of a special selection of works as an hommage to the band.&quot;">3</a></p>
<p>Ein Datum, das fett im Kalender markiert werden will, ist der 6. Juli 2007 &#8211; an diesem Tag erscheint das <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000RG121I?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000RG121I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue Album</a> von <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tocotronic" rel="noopener noreferrer">Tocotronic</a>, das den verheißungsvollen Titel &quot;Kapitulation&quot; tragen wird.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/#footnote_3_19" id="identifier_3_19" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ab sofort hier vorbestellbar ist.">4</a> Man darf also mehr als gespannt sein, in welche Richtung sich der tocotronische Musik- und Diskurskosmos weiterentwickeln wird. Nach zuletzt vernehmbaren Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen und Fragestellungen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/#footnote_4_19" id="identifier_4_19" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was, bedenkt man die selbstauferlegte Zur&uuml;ckhaltung der Band in den ersten Jahren ihres Bestehens, durchaus bemerkenswert ist.">5</a> ist möglicherweise eine stärker politische Ausrichtung und Akzentuierung denkbar. Oder ist das Etikett &#8218;Kapitulation&#8216; genau als das Gegenteil zu lesen, also als weitere Distanzierung von Realität und eindeutig dechiffrierbaren Aussagen? Wird also das Netz aus Sinn und Zeichen, das Tocotronic mit &#8218;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=B0006BLIQI%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/B0006BLIQI%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pure Vernunft darf niemals siegen</a>&#8218; ausgeworfen hatten, weitergesponnen? Die Antwort gibt das Album in erfreulicherweise schon 3 Monaten.&nbsp; </p>
<p>Zuvor sind Tocotronic allerdings schon auf einigen Festivalbühnen zu sehen &#8211; natürlich beim &#8218;Immergut&#8216; in Neustrelitz, das wieder mit einem ausgezeichneten Programm zu glänzen weiß,&nbsp; außerdem u.a. auch in Passau, leider jedoch am Pfingstwochenende, so daß ich selbst auch nicht anwesend sein kann. Für all diejenigen, die sich nicht vor die Festivalbühnen dieser Republik quetschen lassen wollen, steht allerdings eine Clubtour im Herbst in Aussicht.</p>
<p>Zuletzt darf ich noch auf ein umfangreiches Interview mit Jan, Dirk, Arne und Rick verweisen, das in drei Teilen nun auf <a href="http://www.tocotronix.de/lesezeichen/tx_tocoberlin07_teil1.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocotronix</a> zu lesen ist; in ausgesprochen offener und entspannter Art und Weise geben Tocotronic Auskunft zu Bandleben, Live-Auftritten, Songwriting und dem bekanntermaßen nicht unambivalenten Verhältnis zu ihren Fans. Gleichzeitig werden auch jede Menge &#8218;private&#8216; Details ausgeplaudert und so erfährt man bspw., daß Dirk von Lowtzow erst seit zwei Jahren Mails schreibt und nutzt, was von seinen Bandkollegen freilich reichlich amüsiert kommentiert wird. Oder man erfährt, daß Dirk aktuell die tatsächlich höchst wunderbare Platte &#8218;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=B00061I0LO%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/B00061I0LO%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02" target="_blank" rel="noopener noreferrer">69 Love Songs</a>&#8218; von den Magnetic Fields<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/#footnote_5_19" id="identifier_5_19" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Magnetic Fields sind das Bandprojekt von Steve Merrit, der auf 3 CDs tats&auml;chlich die gesamte Bandbreite an denkbaren Liebesliedern versammelt und einen mit seinem sanften Bariton immer wieder verzaubert. Unbedingte Kaufempfehlung!">6</a> hört und davon mehr als angetan ist. Für Tocotronic-Fans ist das Interview sicherlich Pflichtlektüre. [Die Tourdaten sind ebenfalls auf <a href="http://www.tocotronix.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocotronix.de</a> abrufbar!]</p>
<p>Zum Abschluß hier noch ein Mitschnitt vom Hamburger Reeperbahnfestival, auf dem Tocotronic zum ersten Mal ihr neues Lied &#8218;Verschwör Dich gegen Dich&#8216; vor Publikum spielen:</p>
<p> </p>
<p>
<object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NPgPVJLJsxQ" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/NPgPVJLJsxQ" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" /></object></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_19" class="footnote">Ich bin &#8211; kleine Randnotiz &#8211; durchaus überrascht, daß es nun doch einige Wochen gedauert hat, bis der erste Artikel zur Hamburger Band geschrieben werden wollte.</li><li id="footnote_1_19" class="footnote">bspw. <a target="_blank" href="http://cliffcosmos.blogsport.de/2007/03/25/tocotronic-kapitulieren-im-juli/" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a target="_blank" href="http://to01.de/2007/03/19/tocotronic-kapitulation/" rel="noopener noreferrer">hier</a></li><li id="footnote_2_19" class="footnote">Die Presseinfo liest sich folgendermaßen: &quot;Dirk von Lowtzow, singer and songwriter of the German band Tocotronic publishes in this book his collected song lyrics from the last 14 years. Dirk von Lowtzow invited his artist friends Cosima von Bonin, Sergej Jensen, Michael Krebber and Henrik Olesen to participate in this publication. The layout of the book has been developed in collaboration with Cosima von Bonin. All artists contribute colour plates of a special selection of works as an hommage to the band.&quot;</li><li id="footnote_3_19" class="footnote">Und ab sofort <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000RG121I?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000RG121I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> vorbestellbar ist.</li><li id="footnote_4_19" class="footnote">Was, bedenkt man die selbstauferlegte Zurückhaltung der Band in den ersten Jahren ihres Bestehens, durchaus bemerkenswert ist.</li><li id="footnote_5_19" class="footnote">Die Magnetic Fields sind das Bandprojekt von Steve Merrit, der auf 3 CDs tatsächlich die gesamte Bandbreite an denkbaren Liebesliedern versammelt und einen mit seinem sanften Bariton immer wieder verzaubert. Unbedingte Kaufempfehlung!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/rueckkehr-von-den-gipfeln-der-verzweiflung-tocotronic-vor-ihrer-kapitulation/">Rückkehr von den Gipfeln der Verzweiflung » Tocotronic vor ihrer Kapitulation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten &#124; Werkstattnotiz XXVII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Nov 2007 15:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist positiv. Seit einigen Monaten muß man, wenn allmonatlich die neuesten Zahlen aus Nürnberg vermeldet werden, nicht mehr innerlich zusammenzucken. Die Zeiten, als dort &#8211; wie früher &#8211; stetig neue Rekordarbeitslosenzahlen bekanntgegeben wurden, sind vorläufig vorbei. Bernhard Jagoda1 hat seinen Job einfach zur falschen Zeit gemacht&#8230; Unter solchen Bedingungen hat ... <a title="&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten &#124; Werkstattnotiz XXVII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten &#124; Werkstattnotiz XXVII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/">&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten | Werkstattnotiz XXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist positiv. Seit einigen Monaten muß man, wenn allmonatlich die neuesten Zahlen aus Nürnberg vermeldet werden, nicht mehr innerlich zusammenzucken. Die Zeiten, als dort &#8211; wie früher &#8211; stetig neue Rekordarbeitslosenzahlen bekanntgegeben wurden, sind vorläufig vorbei. Bernhard Jagoda<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/#footnote_0_120" id="identifier_0_120" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So hie&szlig; der langj&auml;hrige Pr&auml;sident der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit bis 2002.">1</a> hat seinen Job einfach zur falschen Zeit gemacht&#8230;</strong> </p>
<p>Unter solchen Bedingungen hat derjenige, der eine Arbeit sucht, auch reale Erfolgsaussichten. Allerdings gibt es auch Branchen, in denen Festanstellungen immer seltener werden. Das weite Feld des Journalismus zählt dazu. Ein Großteil der Reportagen, Essays und Berichte in den Medien ist das Produkt der Arbeit von freien Journalisten. Solchen also, die nicht Mitglied einer Redaktion sind und insofern auch kein festes Gehalt erhalten. Bezahlt wird jeweils nur die gelieferte Leistung, eben der jeweilige Artikel. Manchmal darf man aber auch auf die Überweisung des Honorars lange warten. </p>
<h4 class="pullquote">Woran erkennen Sie einen freien Journalisten? &#8211; Am ängstlichen Blick auf seinen Kontoauszug&#8230; <br /></h4>
<p>Gabriele Bärtels, die seit 10 Jahren auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdient, hat die Sorgen und Nöte einer freien Journalistin in der letzten ZEIT beschrieben. Obwohl &quot;beschrieben&quot; ist vermutlich das falsche Wort. Es ist eher ein Hilferuf. Eine Anklage und frustriert-resignativer Appell, daß die Situation der vielen freischaffenden Journalisten schon seit langem untragbar ist.</p>
<p>Der Text sei dringend zur Lektüre empfohlen. Es ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, die Schilderung des Alltags einer keineswegs unerfahrenen Journalistin, die für ihre Arbeit auch schon mit mehreren Preisen bedacht wurde.</p>
<p>Es handelt sich beim ZEIT-Text um wenig anderes als die Beleuchtung eines Phänomens, das unter dem Etikett &quot;<a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Working_Poor"><em>working poor</em></a>&quot; immer wieder thematisiert wurde. &quot;Working poor&quot; steht für Armut trotz Arbeit und meint just die Tatsache, daß die betroffenen Personen kein Einkommen erzielen, das zur Existenzsicherung ausreichen würde. Daß freilich zu dieser Personengruppe auch Akademiker (freie Wissenschaftler, Journalisten, Künstler&#8230;) zählen, wird meist übersehen. </p>
<p>Einige besonders eindrückliche Passagen des Textes von Gabriele Bärtels seien hier aber dennoch zitiert &#8211; zu ihrem Tagesablauf eben u.a. der ängstliche Blick aufs Konto :</p>
<blockquote>
<p>Jeden Morgen schaute ich angespannt auf mein Onlinekonto, ob endlich das Honorar von Zeitung X oder Y eingegangen ist, doch dies war nicht der Fall, obwohl mir die Redakteure die Überweisung schon vor Wochen zusagten.</p>
</blockquote>
<p>Ein grundsätzliches Problem, das in allen Berufsfeldern zu finden ist, in denen Freiberufler ihre Tätigkeit anbieten, ist die Asymmetrie zwischen den einzelnen Akteuren; mit anderen Worten: auf dem Konto des Redakteurs geht mit schöner Zuverlässigkeit sein Gehalt ein, das zwar zumeist nicht berauschend ist, aber immerhin regelmäßig und verläßlich kommt. Die freien Journalisten haben genau diese Sicherheit nicht und sind eben auf die Abnahme und Bezahlung ihrer Texte existentiell angewiesen. </p>
<blockquote>
<p>Ich darf nicht böse mit der Redakteurin werden, denn ich bin auf sie angewiesen. Ich darf auch nicht zu deutlich machen, wie dringend der Abdruck für mich gewesen wäre und dass nun wieder ein Loch gähnt, wo ich mit einem Honorar fest gerechnet hatte.</p>
</blockquote>
<p><strong>Ungleiche Positionen: die Freiheit des freien Journalisten wird mit Unsicherheit erkauft! </strong></p>
<p>Und die angesprochene Asymmetrie führt dann nicht selten dazu, daß sich diese ungleiche Machtverteilung auch in den Verhaltensmustern niederschlägt:</p>
<blockquote>
<p>Und wird der Text nicht gedruckt, erfahre ich manchmal erst nach Monaten, dass dies nie der Fall sein wird. Nur in Ausnahmefällen benachrichtigt der Redakteur mich, meistens vergisst er es. Ich bin ja auch kein Lebewesen für ihn, sondern nur eine E-Mail oder bestenfalls eine selten gehörte Telefonstimme. Dass die Geschichte dann für andere Zeitungen nicht mehr aktuell ist, ist nicht sein Problem.</p>
</blockquote>
<p>Kaum verwunderlich, daß nach nur einigen Wochen, in denen die meisten Artikel keine Abnehmer bei den Zeitungen fanden, das Konto in den Minusbereich rutscht. Und Gabriele Bärtels schildert diese Phasen wie folgt:</p>
<blockquote>
<p>Ich kann mich auch nicht mit Freunden zu einer Tasse Kaffee verabreden. Es nagt an meinem Stolz, wenn ich ihnen jedes Mal offen oder durch die Blume sagen muss, dass sie die Rechnung übernehmen müssen. Es nagt noch mehr an meiner Würde, wenn ich sie am Monatsende händeringend bitten muss, mir zu helfen, die Miete aufzubringen. Eigentlich ist es nicht bitten, sondern betteln.</p>
</blockquote>
<p>Es gibt sicher Personen, die mit solchen Frustrations- und Demütigungserlebnissen besser zurecht kommen; verständlich aber ist das Gefühl, das Gabriele Bärtels beschreibt allemal:</p>
<blockquote>
<p>Mein Vermieter wohnt im Haus. Bin ich wieder im Rückstand, so schäme ich mich in Grund und Boden, wenn ich ihn auf der Treppe treffe, und vergesse, dass ich für meine Texte Preise gewonnen habe. Er wird mir nicht ansehen, dass mein Einkommen unter dem eines Hartz-IV-Empfängers liegt. Ich lege Wert auf ein gepflegtes Äußeres und kann bei Interviewpartnern schlecht ohne vernünftigen Haarschnitt auftauchen. Deswegen spare ich lieber an etwas, das man von außen nicht sieht, wie zum Beispiel Essen&#8230; </p>
</blockquote>
<h4 class="pullquote">Plagiate und Texteklau sind zwar verboten, aber wie kommt man zu seinem Recht, wenn man einen Rechtsstreit nicht riskieren kann? <br /></h4>
<p>Und auf eine besonders perfide Randerscheinung des ungesicherten journalistischen Gewerbes weist Gabriele Bärtels ebenfalls hin: nämlich die Übernahme eigener Texte auf fremden Seiten. Natürlich ist das nicht erlaubt, schließlich hat jeder Autor die Rechte an seinem eigenen Text, solange er die Nutzungsrechte nicht explizit anderen einräumt. Aber, man müßte ja erstmal in der Lage sein, sein Recht auch durchzusetzen:</p>
<blockquote>
<p>Beinahe täglich entdecke ich Texte von mir im Internet, die sich jemand stillschweigend heruntergeladen hat, um seine Homepage damit zu schmücken. Die Rechtslage ist so, dass ich für solchen Diebstahl Honorar fordern könnte. Doch wer sich keinen Rechtsanwalt leisten kann, um seine Forderungen einzutreiben, der fängt besser nicht damit an. Das Einzige, was ich mir einhandele, sind pampige Antworten wildfremder Leute, die meinen, geistiges Eigentum sei so frei wie Luft und Sonne. Die meisten dieser Menschen sind angestellt und nehmen ihr monatliches Festgehalt für selbstverständlich.</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie oben erwähnt: der Artikel ist auch in voller Länge sehr lesenswert und die Situation, die Gabriele Bärtels beschreibt, trifft in ähnlicher Art bspw. auch auf Wissenschaftler zu. Und ich weiß, wovon ich rede. ;-(</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<ul>
<li>Bärtels, Gabriele:<a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2007/45/C-Freie-Journalistin"> Schreiben macht arm</a>, DIE ZEIT, 01.11.2007 Nr. 45</li>
</ul>
<p><em>Zum selben Themenkreis:</em></p>
<ul>
<li>Schäfer, Claus: Effektiv gezahlte Niedriglöhne in Deutschland, WSI Mitteilungen 7/2003 [Download als <a target="_blank" href="http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_2003_07_schaefer.pdf"><strong>PDF</strong></a>]</li>
<li>Shipler, David K. (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0375708219?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0375708219">The Working Poor</a>. B&amp;T Verlag. </li>
<li>Barbara Ehrenreich (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3888972833?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3888972833">Arbeit poor</a>. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft, Kunstmann Verlag.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_120" class="footnote">So hieß der langjährige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit bis 2002.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/working-poor-die-prekaeren-lebensverhaeltnisse-freischaffender-wissenschaftler-kuenstler-und-journalisten-werkstattnotiz-xxvii/">&#8222;Working poor&#8220; » Die prekären Lebensverhältnisse freischaffender Wissenschaftler, Künstler und Journalisten | Werkstattnotiz XXVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das riskante Geschäft des Bloggens » Über die Kunst, ein korrektes Impressum zu erstellen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jun 2007 20:50:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Gestalten &#38; Füttern eines Blogs ist ein riskantes Geschäft. Und das nicht allein nur der abstrakten Gefahr wegen, sich durch abseitige Artikel oder peinliche Rechtschreibfehler zum Gespött der virtuellen Community zu machen. Riskant kann es sein, wenn man unvorsichtigerweise einen Standpunkt bezieht, der zwar am heimischen Küchentisch noch Beifall finden mag, der aber als ... <a title="Das riskante Geschäft des Bloggens » Über die Kunst, ein korrektes Impressum zu erstellen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/" aria-label="Mehr Informationen über Das riskante Geschäft des Bloggens » Über die Kunst, ein korrektes Impressum zu erstellen">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><font size="5"> </font><strong>Das Gestalten &amp; Füttern eines Blogs ist ein riskantes Geschäft. Und das nicht allein nur der abstrakten Gefahr wegen, sich durch abseitige Artikel oder peinliche Rechtschreibfehler zum Gespött der virtuellen Community zu machen. Riskant kann es sein, wenn man unvorsichtigerweise einen Standpunkt bezieht, der zwar am heimischen Küchentisch noch Beifall finden mag, der aber als These innerhalb eines Blogartikels schlimmstenfalls juristische Konsequenzen nach sich ziehen kann.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_0_42" id="identifier_0_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber diejenigen, die gar dazu tendieren, den eigenen Blog mit fremden Texten oder geklaut-geliehenen Bildern zu schm&uuml;cken, braucht man erst gar nicht zu reden.">1</a> Riskant ist es aber bereits auch, wenn man die rechtlichen Vorgaben, die das Aussehen des Impressums regeln, nicht beachtet. Und: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. </strong> </p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="186" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/06/Justitia_01a.jpg" alt="Justitia_01a.jpg" style="border: 1px solid rgb(75, 75, 75); margin: 5px; padding: 1px;" />Abmahnungen wegen Verstößen gegen das Urheber- oder Persönlichkeitsrecht<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_1_42" id="identifier_1_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Falle des Urheberrechts steht eine &Auml;nderung f&uuml;r Bagatellf&auml;lle bzw. die &quot;1. Abmahnung&quot; an; mehr Infos hier.">2</a> gehören ja leider zur Hintergrundmusik der Blogosphäre.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_2_42" id="identifier_2_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein flammendes Pl&auml;doyer f&uuml;r die Blogpressefreiheit und gegen ihre Gef&auml;hrdung durch die Abmahnhysterie h&auml;lt Malte am Schlu&szlig; seines Artikels bei Spreeblick.">3</a> Angelockt vom dezenten Schlachtengetöse um meine eigene kleine <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/04/abmahnwelle-in-sachen-doping-wie-schnell-man-unbeabsichtigt-persoenlichkeitsrechte-verletzt-welche-rechercheverpflichtungen-habe-ich-als-blogger/" target="_blank">Abmahnaffäre</a>, haben auch verschiedene Rechtsanwälte den Weg auf meinen Blog gefunden. Immerhin gelang es einigen von Ihnen, meinen fortschreitenden Vertrauensverlust in ihre Profession zu stoppen. Denn auch, wenn es zweifelsohne einige Vertreter der Anwaltszunft gibt, für die Vokabeln wie Fairness oder Augenmaß leider eher Fremdworte zu sein scheinen, handelt es sich bei der großen Mehrzahl der Anwälte um Mitmenschen, die so vernunftbegabt wie rechtschaffen sind.&nbsp;</p>
<p><strong>Kein Persilschein für alle Schafe der Anwaltsherde &nbsp;</strong></p>
<p>Bei den wenigen, wenn nicht schwarz, so doch zumindest dunkel gefleckten Schafen in der Anwaltsherde, ist das wünschenswerte Augenmaß leider kaum vorhanden; nicht anders läßt sich die Dreistigkeit erklären, wenn gewissenhafte Betreiber von kleinen Wald-und-Wiesen-Blogs mit Abmahnungen konfrontiert werden, die vielleicht für Zeitungsverlage angemessen wären, aber nicht für nicht-kommerzielle Angebote mit mittlerer Reichweite. Der Griff zum Telefon oder die kurze Mail mit dem Hinweis auf eine vermeintliche Rechteverletzung würde a) häufig für eine schnellere Abhilfe sorgen und b) allen Parteien Frust und Papierkram sowie erhebliche Kosten ersparen. Kosten freilich,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_3_42" id="identifier_3_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenigstens in Urheberrechtsstreitigkeiten d&uuml;rfte hier ja erfreulicherweise alsbald eine &Auml;nderung anstehen: durch Einf&uuml;gen des &sect; 97a in das Urhebergesetz werden die Abmahngeb&uuml;hren gegen Privatpersonen hier auf 50,- bis max. 100,- Euro Euro beschr&auml;nkt.">4</a> und hier liegt das Problem, die sich auf dem Konto des Abmahnanwalts zu erfreulichen Summen aufaddieren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_4_42" id="identifier_4_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei man neuerdings ja zur Kenntnis nehmen mu&szlig;, da&szlig; sich manche Blogger nun auch gegenseitig mit juristischen Winkelz&uuml;gen das Leben schwer machen. Sehr seltsam das alles. Aber die bekannten Abmahnungen gibt es ja dennoch noch. Puh!, h&auml;tte mich ja fast gewundert. ;-) ">5</a> </p>
<p>Doch zum Glück bestätigen auch hier die bedauerlichen Ausnahmen die Regel.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_5_42" id="identifier_5_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ich breche &uuml;brigens nicht nur deshalb eine Lanze f&uuml;r die Anw&auml;lte, weil ich seit bald 7 Jahren mit einer jungen Dame zusammenlebe [&uuml;brigens wohngemeinschaftlich und nicht ehe&auml;hnlich!], die sich in wenigen Wochen wohl auch Anw&auml;ltin nennen darf. ;-) ">6</a> Unter anderem von den Anwälten <a href="http://www.ra-maas.de/" target="_blank">Maas</a>, <a href="http://www.law-blog.de/" target="_blank">Trautmann</a> oder <a href="http://www.weinknecht.de/ra/wkgr/index.html" target="_blank">Weinknecht</a><a target="_blank" href="http://www.weinknecht.de/ra/wkgr/index.html"> </a>habe ich einen ausgesprochen positiven Eindruck gewonnen. </p>
<p><strong>Das Telemediengesetz ist das Maß der Dinge</strong></p>
<p>Unter anderem wies mich ein Anwalt freundlicherweise darauf hin, daß sich seit 1. März 2007 die rechtlichen Rahmenbedingungen auch für Blogs geändert haben. Bis dahin hatten sich föderale Kompetenzüberlagerungen auch dahingehend ausgewirkt, daß sog. &quot;Teledienste&quot; von &quot;Mediendiensten&quot; unterschieden wurden. Für die Mehrzahl der Blogs galt das weniger strenge &quot;Teledienstegesetz (TDG)&quot;. Nun mag man sich fragen, was einen das als Otto-Normal-Blogger kümmert. Schließlich teilt man sich und seine Gedanken der Welt mit, was interessieren einen da die Gesetze?</p>
<p> Allerdings ist das mal wieder zu kurz und zu naiv gedacht: denn wer bislang glaubte, ohne den Ballast eines Impressums in die Welt hinaus bloggen zu dürfen, der sollte spätestens jetzt umdenken. Alle Blogs, die nicht ganz streng auf einen privaten Nutzerkreis zugeschnitten sind,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_6_42" id="identifier_6_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und welcher Blog dient tats&auml;chlich nur dazu, um Tante Irmchen ab und an ein paar bunte Gr&uuml;&szlig;e vom Auslandsstudienjahr zu schicken? ;-) ">7</a> unterliegen seit 1.3. dem <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/" target="_blank">Telemediengesetz (TMG)</a>.</p>
<blockquote>
<p>Nach der Reform gelten auch die Internetseiten, die bisher nur unter das eher lockere &quot;Tele<span class="kursiv">dienste</span>gesetz&quot; fielen, als Telemedien – und müssen deswegen deutlich mehr Vorschriften erfüllen. Diese Änderung betrifft vor allem die Vertreter des &quot;Graswurzeljournalismus&quot;, also Blogger, Podcaster und Videocaster. Die Kinder des Web2.0 sind damit, zumindest rechtlich gesehen, erwachsen geworden. (Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23968/1.html" target="_blank">telepolis</a>, 15.11.2006)</p>
</blockquote>
<p> Relevant wirkt sich das v.a. für die Impressumspflicht und -gestaltung aus: heute findet man überall noch<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_7_42" id="identifier_7_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und das auch bei einer Vielzahl der sog. A-Blogger! Also, beeilt Euch mit der Korrektur!">8</a> die Impressumsangaben, die sich auf §6 Teledienstegesetz bzw. § 10 Absatz 3 MDStV (Mediendienste Staatsvertrag) beziehen. Wenig bekannt ist aber, daß ein fehlerhaftes oder erst recht ein fehlendes Impressum ein Bußgeld von bis zu 50.000,- Euro zur Folge haben kann. </p>
<p>Ab sofort ist der § 5 Telemediengesetz (TMG) das Maß der Dinge. Interessante und hilfreiche Informationen dazu gibt es <a href="http://www.kapitalismus.de/2007/05/28/das-impressum-nach-dem-neuen-telemediengesetz/" target="_blank">hier</a>. Leider ist es trotz der Reform nicht gelungen, wirklich für Klarheit zu sorgen. Wie Stephan Ott feststellt:</p>
<blockquote>
<p>Die Gesetzeslage wird eher verwirrender und die Frage, welche Angaben zwingend auf einer Website zu finden sein müssen, immer schwerer zu beantworten. Die Unterschiede bei den anzugebenden Informationen sind zum Glück eher gering zwischen den einzelnen Fallkonstellationen. Webmastern ist zu raten, im Zweifel lieber mehr als zu wenige Angaben zu machen, insbesondere nicht auf die Angabe einer E-Mail-Adresse zu verzichten. Unzulängliche Angaben können nicht nur einen Bußgeldbescheid nach sich ziehen&#8230; [Quelle: telepolis, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24689/1.html" target="_blank">Impressumspflicht für Webseiten neu geregelt!</a>, 26.2.2007] </p>
</blockquote>
<p>Obwohl es im Detail kleine Abstufungen gibt, ist es dringend zu empfehlen, mit Informationen zum Betreiber der Website nicht zu geizen. Grundsätzlich ist es so, daß [mit der Ausnahme von Blogs rein privater Natur!] eine Impressumspflicht gilt und, das sollte man auch berücksichtigen: das Impressum muß von jeder Position der Website innerhalb von zwei Klicks erreichbar sein! Die Angaben zum Urheber und Verantwortlichen für das Weblogangebot sollte man also nicht, wie immer wieder anzutreffen, im hintersten Winkel verstecken.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_8_42" id="identifier_8_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hilfreicher Einstieg und Erkl&auml;rung zu den Regeln: Hullen, Nils: Das Impressum nach dem neuen Telemediengesetz, 28.5.2007">9</a></p>
<p><strong>Aller guten Dinge sind drei? &nbsp;</strong></p>
<p>Grundsätzlich lassen sich drei Abstufungen unterscheiden: <strong>(1)</strong> Die strengsten Vorgaben gelten für alle Blogs, die eine geschäftliche Ausrichtung haben oder sich etwa durch Werbeeinnahmen (auch Google Adsense!) finanzieren. Hier sind natürlich die vollständigen Personen- und Kontaktdaten obligatorisch, dazu ggf. noch so nette Details wie Umsatzsteueridentifikationsnummern und ähnliches. Mehr Informationen zu den Feinheiten <a target="_blank" href="http://www.linksandlaw.info/hinweisezuranbieterkennzeichnung.htm">hier</a>!<em><br />
</em></p>
<p><strong>(2)</strong> Für Blogs mit Inhalten, die im weiteren Sinne als &quot;journalistisch-redaktionell&quot; verstanden werden könnten, gilt § 5 TMG bzw. als dessen Erweiterung § 55 II RStV (RundfunkStaatsVertrag): in diese Gruppe fallen alle Angebote, &quot;die massenkommunikativen Charakter aufweisen und damit als elektronische Presse beschrieben werden&quot; können. Insofern gilt dies wohl für die meisten Blogs, da sie durchaus an der öffentlichen Meinungsbildung mitwirken. Unbedingt enthalten sein müssen hier neben Name und Anschrift auch Kontaktdaten zur schnellen, unmittelbaren elektronischen Kommunikation. Dazu ein Hinweis auf die für die Angebote verantwortliche Person.</p>
<p><strong>(3) </strong>Für all diejenigen, die sich weder über Werbung finanzieren, noch öffentlich diskutierte Themen oder Fragestellungen aufgreifen, thematisieren oder zitieren, gilt eine eingeschränkte Impressumspflicht nach § 55 I RStV: hier genügen Name und Anschrift.  </p>
<p>Wer diese Vorgaben beachtet, sollte auf der sicheren Seite sein. Im Zweifel ist es also dringend geraten eher mehr, als zu wenig Angaben zu machen. Und von der Verpflichtung zum Impressum sind, wie erwähnt, nur Blogs mit auschließlich privater oder familärer Ausrichtung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/#footnote_9_42" id="identifier_9_42" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und dies m&uuml;&szlig;te entweder durch die Inhalte gerechtfertigt sein, die nur f&uuml;r Personen des engsten Lebensumfelds interessant sind oder es m&uuml;&szlig;te der Blog per Pa&szlig;wort gesch&uuml;tzt sein; nur in solchen F&auml;llen kommt man auf die Angaben zum Impressum herum!">10</a> ausgenommen.</p>
<table cellspacing="1" cellpadding="1" border="0" align="right" style="width: 120px;">
<tbody>
<tr>
<td style="width: 100%;"><!--adsense--></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Also, Aufforderung an alle: raus mit dem Hinweis auf&nbsp; § 10 Absatz 3 MDStV, rein mit dem Verweis auf § 5 TMG. Und nicht vergessen: die Suche nach dem Impressum darf nicht zum Suchspiel werden!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Linktipps:</strong></p>
<p><em>Impressumsgestaltung seit 1.3.2007</em></p>
<ul>
<li>Ott, Stephan: <a target="_blank" href="http://www.linksandlaw.info/hinweisezuranbieterkennzeichnung.htm">Impressum erstellen leicht gemacht </a>&#8211; Hinweise zur richtigen Gestaltung.</li>
</ul>
<p><em>Kurze, informative Informationen zur Abmahnproblematik:</em></p>
<ul>
<li>Härting RAe: <a target="_blank" href="http://www.haerting.de/de/3_lawraw/faqs/faq_abmahnungen.php">FAQ Abmahnungen</a></li>
<li>Internetrecht-Rostock: <a target="_blank" href="http://www.internetrecht-rostock.de/faq-abmahnung.htm">Die große FAQ zu Abmahnungen</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Weiterführende Literaturtipps:</strong></p>
<p><em>Internet- und Medienrecht </em></p>
<ul>
<li>Fechner, Frank (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3825221547?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3825221547" target="_blank">Medienrecht</a>. UTB, Stuttgart.</li>
<li>Villasenor Oroczo, Pia (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936318379?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3936318379">Recht der Tele- und Mediendienste</a>. Epv-Verlag.</li>
<li>Trautmann, Arne (2007) <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3939004049?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3939004049" target="_blank">iBusiness TMG-Leitfaden</a>. Hightext-Verlag.</li>
<li>Lorenz, Bernd (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3415038971?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3415038971" target="_blank">Anbieterkennzeichnung im Internet</a>. Boorberg.</li>
<li>Branahl, Udo (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531623192?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531623192" target="_blank">Medienrecht. Eine Einführung</a>. Vs-Verlag.</li>
<li>Koch, Uwe/Otto, Dirk/Rüdlin, Mark (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898428826?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3898428826">Recht für Grafiker und Webdesigner</a>. Galileo-Press.</li>
</ul>
<p><em>Weblogs und Web 2.0</em></p>
<ul>
<li><em></em>Anderson, Chris (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3446409904?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3446409904">The Long Tail &#8211; Der lange Schwanz</a>. Hanser.  </li>
<li>Möller, Erik (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936931364?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3936931364">Die heimliche Medienrevolution</a>. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. 2., erw. Auflage, Heise-Verlag.</li>
<li>Wolff, Peter (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389577409X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=389577409X">Die Macht der Blogs</a>. Datakontext-Verlag.</li>
<li>Benkler, Yochai (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0300110561?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0300110561">The Wealth of Networks</a>. How Social Production Transforms Markets and Freedom.Yale University Press.</li>
<li>Schmidt, Jan (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896695800?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896695800">Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie</a>. Uvk-Verlag.</li>
<li>Sauer, Moritz (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389721458X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=389721458X">Weblogs, Podcasting und Online-Journalismus</a>. O&#8217;Reilly.</li>
<li>Bernet, Marcel (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/328005205X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=328005205X">Medienarbeit im Netz</a>. Orell Füssli.</li>
<li>Lessig, Lawrence (2005):<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0143034650?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0143034650"> Free Culture</a>. B&amp;T-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Update [24.6.2007]: Inzwischen hat sich auch Simon Möller von Telemedicus sich nochmals der Impressumsproblematik angenommen; seine detaillierte Darstellung findet sich <a href="http://www.telemedicus.info/article/259-5-Fragen-zu-Impressumspflichten-in-Weblogs.html" target="_blank">hier</a>.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>[Hinweis: Insofern in diesem oder anderen Artikeln der &quot;Wissenswerkstatt&quot; rechtliche Themen berührt sind, so handelt es sich dabei in keinem Fall um Rechtsauskünfte. Alle Aussagen wurden von mir selbst recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben. Eine Haftung kann jedoch nicht übernommen werden. Rechtsverbindliche Auskünfte dürfen (lt. Rechtsberatungsgesetz) ausschließlich Rechtsanwälte oder andere gesetzlich ausdrücklich befugte Personen und Institutionen erteilen.]</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><script type="text/javascript"><!--
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_42" class="footnote">Über diejenigen, die gar dazu tendieren, den eigenen Blog mit fremden Texten oder geklaut-geliehenen Bildern zu schmücken, braucht man erst gar nicht zu reden.</li><li id="footnote_1_42" class="footnote">Im Falle des Urheberrechts steht eine Änderung für Bagatellfälle bzw. die &quot;1. Abmahnung&quot; an; mehr Infos <a target="_blank" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/81209">hier</a>.</li><li id="footnote_2_42" class="footnote">Ein flammendes Plädoyer für die Blogpressefreiheit und gegen ihre Gefährdung durch die Abmahnhysterie hält Malte am Schluß seines <a target="_blank" href="http://www.spreeblick.com/2007/06/09/informer/">Artikels</a> bei Spreeblick.</li><li id="footnote_3_42" class="footnote">Wenigstens in Urheberrechtsstreitigkeiten dürfte hier ja <a href="http://www.mein-parteibuch.de/2006/05/29/bravo-brigitte/" target="_blank">erfreulicherweise</a> <a href="http://www.lampmannbehn.de/blog/2007/03/50-euro-abmahnung-passiert-den.html" target="_blank">alsbald</a> eine <a href="http://www.ra-maas.de/2007/05/10/die-erheblichkeit-als-korrektiv-von-rechtsmissbraeuchlichen-abmahnungen/" target="_blank">Änderung</a> anstehen: durch Einfügen des § 97a in das Urhebergesetz werden die Abmahngebühren gegen Privatpersonen hier auf 50,- bis max. 100,- Euro Euro beschränkt.</li><li id="footnote_4_42" class="footnote">Wobei man neuerdings ja zur <a target="_blank" href="http://www.off-the-record.de/2007/05/28/don-alphonso-peter-turi-und-der-hahnenkampf-der-eitelkeiten/">Kenntnis</a> nehmen muß, daß sich manche Blogger nun auch <a target="_blank" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/turi-stolpert-beim-tanz-durchs-minenfeld/">gegenseitig</a> mit juristischen Winkelzügen das Leben schwer machen. Sehr seltsam das alles. Aber die <a target="_blank" href="http://www.augsblog.de/2007/05/18/blog-abmahnungen-reloaded/">bekannten Abmahnungen</a> gibt es ja dennoch noch. Puh!, hätte mich ja fast gewundert. ;-) </li><li id="footnote_5_42" class="footnote">Und ich breche übrigens nicht nur deshalb eine Lanze für die Anwälte, weil ich seit bald 7 Jahren mit einer jungen Dame zusammenlebe [übrigens wohngemeinschaftlich und nicht eheähnlich!], die sich in wenigen Wochen wohl auch Anwältin nennen darf. ;-) </li><li id="footnote_6_42" class="footnote">Und welcher Blog dient tatsächlich nur dazu, um Tante Irmchen ab und an ein paar bunte Grüße vom Auslandsstudienjahr zu schicken? ;-) </li><li id="footnote_7_42" class="footnote">Und das auch bei einer Vielzahl der sog. A-Blogger! Also, beeilt Euch mit der Korrektur!</li><li id="footnote_8_42" class="footnote">Hilfreicher Einstieg und Erklärung zu den Regeln: Hullen, Nils: <a  rel="bookmark" href="http://www.kapitalismus.de/2007/05/28/das-impressum-nach-dem-neuen-telemediengesetz/" target="_blank">Das Impressum nach dem neuen Telemediengesetz, 28.5.2007</a></li><li id="footnote_9_42" class="footnote">Und dies müßte entweder durch die Inhalte gerechtfertigt sein, die nur für Personen des engsten Lebensumfelds interessant sind oder es müßte der Blog per Paßwort geschützt sein; nur in solchen Fällen kommt man auf die Angaben zum Impressum herum!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/">Das riskante Geschäft des Bloggens » Über die Kunst, ein korrektes Impressum zu erstellen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/das-riskante-geschaeft-des-bloggens-ueber-die-kunst-ein-korrektes-impressum-zu-erstellen/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Jung, gebildet, sucht&#8230; » Über Sackgassen, Holzwege und fehlende Perspektiven für den akademischen Nachwuchs</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 May 2007 21:09:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Risikobiographie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/17/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vielleicht hätte man etwas Vernünftiges lernen sollen. Bankkaufmann möglicherweise, immerhin würde man dann verstehen, wieso eine Überweisung von einem Bankkonto auf das andere wie zu Großmutters Zeiten immer noch 2-3 Tage in Anspruch nimmt. Immobilienbranche wäre auch nicht verkehrt: wohnen, schlafen, essen, kochen, dafür wird der gemeine Mitteleuropäer auch in einigen Jahren mit Sicherheit noch ... <a title="Jung, gebildet, sucht&#8230; » Über Sackgassen, Holzwege und fehlende Perspektiven für den akademischen Nachwuchs" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/" aria-label="Mehr Informationen über Jung, gebildet, sucht&#8230; » Über Sackgassen, Holzwege und fehlende Perspektiven für den akademischen Nachwuchs">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht hätte man etwas Vernünftiges lernen sollen. Bankkaufmann möglicherweise, immerhin würde man dann verstehen, wieso eine Überweisung von einem Bankkonto auf das andere wie zu Großmutters Zeiten immer noch 2-3 Tage in Anspruch nimmt. Immobilienbranche wäre auch nicht verkehrt: wohnen, schlafen, essen, kochen, dafür wird der gemeine Mitteleuropäer auch in einigen Jahren mit Sicherheit noch Räumlichkeiten anmieten oder kaufen, die beheizbar sind und gleichzeitig gewährleisten, daß es einem nicht in die Suppe regnet. </p>
<p>Aber wie man eben so ist, so schlägt man alle Zweifel in den Wind und macht einen &quot;in Wissenschaft&quot;. Nicht genug, daß man sämtlichen Paten-, Erb- und Großtanten seit Jahren rechtfertigenderweise erklären muß, wieso man zwar irgendwann mal Abitur gemacht, das Studium begonnen und sogar abgeschlossen hat, heute aber immer noch nicht einen festen und damit &quot;richtigen&quot; Beruf ausübt. Sowas wie Immobilienmakler zum Beispiel. Nein, so einfach macht man es sich nicht, wenn man einmal aufs Pferd Wissenschaft gesetzt hat.  </p>
<p><strong>Multitalent Nachwuchswissenschaftler</strong></p>
<p>Da man sich ja offenbar als einigermaßen beratungsresistent und enttäuschungsfest erwiesen hat, ist es letztlich gar nicht so schlimm, wenn man feststellen muß, daß man bei diesem seltsamen Spiel die Aufgaben von Jockey, Stallbursche und Manager gleichzeitig zu erfüllen hat. Und wer setzt auf mich?, fragt sich so mancher junge Wissenschaftler während oder nach der Promotion. Kein Problem, man kratzt die letzten Groschen aus dem Portemonnaie<font size="-1"> </font>und finanziert sich selbst. Schließlich hat man doch jahrelange Übung darin, sich mit übersichtlich-studentischem Budget über Wasser zu halten. So groß sind die Ansprüche der meisten Nachwuchswissenschaftler nicht. </p>
<p>Was ist aber, wenn man keine Lust mehr darauf hat, es sportlich zu sehen? Wenn man feststellt, daß allerorten großspurig Investitionen in die Schulen und Universitäten verkündet werden, jedoch bei einem selbst nichts von all den Geldströmen ankommt? Wie kann es sein, daß die Rede von der zentralen Bedeutung von Wissen und Bildung für unsere Zukunft so omnipräsent ist<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_0_31" id="identifier_0_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und selbstverst&auml;ndlich &ndash; wie beteuert wird &ndash; genie&szlig;e die finanzielle Ausstattung von Universit&auml;ten allerh&ouml;chste Priorit&auml;t.">1</a> und gleichzeitig der akademische Nachwuchs seine Zukunftschancen so pessimistisch wie nie zuvor einschätzt?</p>
<p><strong>Beschwörungsformeln: Bildung=Zukunft</strong></p>
<p>Nochmal: die Beteuerungen von Administration und Politik, daß der Aus- und Umbau der Hochschulen ein zentraler Baustein sei, um die Bundesrepublik im internationalen Wettbewerb konkurrenz- und zukunftsfähig zu halten, will und kann ich gar nicht anzweifeln. Allein die Umstrukturierung der Studiengänge im Zuge des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bologna-Prozess" target="_blank" >Bologna-Prozesses</a> und die Angleichung an internationale Gepflogenheiten ist und war mit erheblichen finanziellen Bemühungen verknüpft. Ebenso werden &#8211; das kann ich ebensowenig bestreiten &#8211; im Kontext der aktuellen Diskussionen um die Herausbildung von Eliteuniversitäten, die sich innerhalb von Exzellenzwettbewerben<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_1_31" id="identifier_1_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Exzellenzwettbewerb wurde ja an anderer Stelle (besonders wegen der Bevorzugung gro&szlig;er naturwissenschaftlicher Forschungsverb&uuml;nde) hinl&auml;nglich kritisiert; v.a. der Umstand, da&szlig; bei den Bewertungskriterien die Faktoren Drittmitteleinwerbung und Ver&ouml;ffentlichungen in int. Journalen mit m&ouml;glichst hohem Impact-Factor die dominante Rolle spielten, wurde seitens der Sozial- und Geisteswissenschaften bem&auml;ngelt. F&uuml;r die zweite Runde der Begutachtung versprachen DFG und Wissenschaftsrat Korrekturen.">2</a> beweisen müssen, ansehnliche Summen an die Hochschulen ausgeschüttet. Und doch beurteilt der akademische Nachwuchs, also diejenige Wissenschaftlergeneration, die heute zwischen 30-40 Jahre alt ist, seine Perspektiven mehr als skeptisch.</p>
<p>Kann es also sein, daß die übliche Diskussion mindestens in diesem Punkt, also im Bezug auf die Rahmenbedingungen für den universitären Nachwuchs, von falschen Vorannahmen ausgeht? Daß vielleicht sogar eine partielle Blindheit vorliegt, die die Bedingungen, unter denen heute junge Menschen während oder nach ihrer Promotion arbeiten und leben, nicht sehen kann oder will? Oder ist es schlicht Zynismus, der verhindert, anzuerkennen, daß es in einer Lebensphase, in der sich viele andere Altersgenossen um Hausbau und Familienplanung kümmern, manchmal wenig ersprießlich ist, sich von einem befristeten Job zum nächsten zu hangeln? Es gibt, soviel steht fest, so etwas wie ein gebildetes Prekariat.</p>
<p><strong>Akademisches Prekariat</strong>  </p>
<p>Dabei, wohlgemerkt: die Rede ist von jungen Erwachsenen, die meist das 30. Lebensjahr hinter sich gelassen haben und genau die Forderungen, die allenthalben in den Sonntagsreden gestellt werden, längst im Übermaße erfüllt haben. Das beginnt mit einer umfassenden Allgemeinbildung, dem zügigen Studium, den absolvierten Auslandssemestern und Praktika und endet vorläufig mit dem Nachweis wissenschaftlicher Exzellenz: eben durch die erfolgreiche Promotion. Währenddessen haben sich die allermeisten Nachwuchswissenschaftler noch in verschiedenen anderen Bereichen &quot;fit gemacht&quot;, haben sich sozial, politisch, ökologisch engagiert und haben auf diese Weise jede Menge sog. &quot;soft skills&quot; erworben. Und doch, gefragt nach ihren beruflichen Perspektiven innerhalb von Wissenschaft und Forschung, werden die allermeisten ihre Stirn in Falten legen. Sorgenfalten! </p>
<p>Um ehrlich zu sein, verwundert es mich kaum, daß die heutige Studentengeneration, außer mit eher halbherzigen Versuchen gegen Studiengebühren aufzubegehren, kaum in Erscheinung tritt. Viel mehr Grund zu Protest und Reklamation hätten diejenigen, die die akademischen Qualifizierungsmühlen erfolgreich durchlaufen, ihre Fähigkeit und Bereitschaft wissenschaftlich zu arbeiten bewiesen haben und doch feststellen müssen, daß für sie innerhalb von Hochschulen und Instituten kein Platz ist. Wobei &#8211; halt!, Platz und Verwendung gibt es natürlich durchaus, das allerdings eben nur mit schlecht finanzierten, ungesicherten, befristeten Verträgen. Und eines ist ohnehin klar: wer bis vierzig oder allerspätestens fünfundvierzig keine Professur ergattert, für den ist in der Hochschule endgültig kein Platz mehr.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_2_31" id="identifier_2_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zumindest keiner, der den Lebensunterhalt sichern k&ouml;nnte; habilitierte Tagel&ouml;hner und Privatdozenten, die von der Hand in den Mund leben, gibt es zu Tausenden. Der Umstand, da&szlig; sie exzellente Forschungs- und Lehrbilanzen aufweisen k&ouml;nnen, &auml;ndert nichts an ihrem bedauernswerten Status.">3</a></p>
<p><strong>Von der Untauglichkeit zum Barrikadenkampf</strong></p>
<p>Was mich nicht verwunderte, wäre eine Protestbewegung des akademischen Mittelbaus. Wo sind all die wissenschaftlichen Mitarbeiter, Assistenten, Hilfskräfte, wo all diejenigen, die sich vertrösten lassen und weiter fleißig arbeiten und lehren und hoffen, daß die 2/3-Stelle auch weiterhin von der DFG bezahlt werden möge? Werden die Barrikaden nur deshalb nicht erklommen, weil man in diesem meist doch etwas fortgeschrittenen Alter fürchtet, sich bei derlei Turnübungen den Ischias einzuklemmen?</p>
<p>Oder ist die Erklärung dann doch wieder ganz trivial? Nämlich, daß diese Unsicherheitserfahrung des wissenschaftlichen Emanzipationsprozesses zwar massenhaft gemacht wird, allerdings je individuell, jeweils an anderen Instituten, in anderen Disziplinen, Fachbereichen, so daß jeder, der sich in dieser unerfreulichen Situation befindet, zwar abstrakt weiß, daß er damit nicht allein ist, die anderen Leidensgenossen jedoch nicht sieht und somit eine Solidarisierung auch nicht zu befürchten oder auch: zu erhoffen ist? </p>
<p>Einer, der genau die skizzierten bitter-frustrierenden biographischen Hängepartien schon mehrmals durchlebt hat, ist Björn. Seinem wachsenden Unmut darüber, macht er ganz aktuell in seinem Blog &#8218;<a target="_blank" href="http://www.tiefes-leben.de/">tiefes leben&#8216;</a> Luft. Als Paläontologe hat er zwar, wie er schreibt, seit Ende seines Studiums 1996 bereits eine sechsstellige Summe an Drittmitteln eingeworben, musste sich nun aber bereits <a target="_blank" href="http://www.tiefes-leben.de/2007/05/16/das-funfte-mal/">zum fünften Mal</a> vorübergehend arbeitslos melden und nach einer neuen Stelle umsehen. Diesmal verschlägt es ihn nach Frankreich&#8230;. </p>
<blockquote>
<p>(&#8230;), da hab ich inzwischen schon eine sechsstellige Summe an Drittmitteln eingeworben. (&#8230;) Aber Perspektive, Perspektive gibt es keine. Klar, mal wieder für einen Appel und ein Ei nach Frankreich, ab dem Winter. Diesmal wieder ohne soziale Abfederung, aber Fellowship an einem bekannten Institut hört sich doch gut an. Das heisst kurzfristig denken, paper im Vierteljahrestakt schreiben und die venia legendi nach hinten verschieben. Hab ja noch ein paar Jährchen bis zur magischen Vierzig. Ok. (&#8230;)</p>
<p>Es gibt keine Struktur mehr an den deutschen Unis, die für ihre jungen Wissenschaftler und Dozenten irgendeine Art von Verantwortung übernimmt. Wir Deutschen sind Einzelkämpfer. Haben unsere fellowships hart erkämpft. Ein Institut, das uns unterstützt, so etwas kennen die Wenigsten von uns aus Deutschland. Es liegt an uns, auf dem Wissenschaftsmarkt zu bestehen und die Regeln zu erkennen, an der richtigen Stelle wissenschaftliche Arbeit zu investieren und das Handwerk zu erlernen. Viele meiner bekannten post-doc Paläontologen leben von dem Segen der “Eigenen Stelle” der DFG. Das ist auch etwas Tolles, da kann man drei Jahre forschen. Aber danach? (&#8230;)</p>
<p>Was fehlt, ist das Danach. Ich habe das Gefühl diese ganzen Grants sind Mittel zu Ausbeutung junger akademischer Arbeitskraft. Wenn du über 40 bist und es noch nicht zum Professor geschafft hast, dann suchst du dir besser einen Job als Taxifahrer, weil: die Quellen für diese Mittel versiegen dann ganz schnell und Stellen im Mittelbau …naja. (&#8230;) die deutschen Unis leben vom Karrierekampf der jungen Akademiker, und davon, dass es ein paar Prozent bis in die C3-Sphären schaffen. </p>
</blockquote>
<p>Man würde sich wünschen, Björns Artikel wäre Pflichtlektüre bei der nächsten Sitzung der Deutschen Kultusminister, Rektorenkonferenz, etc. Aber welche Lehren zieht man aus der oben geschilderten Misere? Ist zu erwarten, daß in naher oder wenigstens mittelfristiger Zukunft diese mißliche Situation erkannt und daraufhin verändert wird?</p>
<p>Denkt man an die 2002 mit großem Aufwand gestartete Initiative zur Etablierung der &quot;Juniorprofessur&quot;, muß man wohl auch für die Zukunft mehr als skeptisch sein. Denn was als Pendant zum viel gerühmten &#8218;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tenure_Track" target="_blank">tenure track&#8216;</a> des angelsächsischen Raumes geplant war, hat sich inzwischen vielerorts als Rohrkrepierer erwiesen: die Eigenständigkeit und Forschungsfreiheit der Juniorprofessoren wurde an den einzelnen Universitäten und Instituten offenbar sehr unterschiedlich interpretiert und neben einigen wenigen positiven Rückmeldungen, sind leider auch hier die negativen Stimmen in der Überzahl.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_3_31" id="identifier_3_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Denn genauso wie die fr&uuml;heren Assistentenstellen sind die Juniorprofessurpositionen meist auf drei (nach erfolgreicher Evaluation: auf sechs) Jahre begrenzt. Au&szlig;erdem hat die prinzipiell begr&uuml;&szlig;enswerte Juniorprofessur mit einigen Geburtsfehlern zu k&auml;mpfen: u.a. ist der Status des/der Juniorprofessor/in nicht klar geregelt, so da&szlig; h&auml;ufig von Autorit&auml;ts- und Hierarchiegerangel berichtet wird, au&szlig;erdem wurde halbherzigerweise vergessen, die Juniorprofessur als verbindlichen Zugang zur Professur vorzuschreiben. Deshalb haben nach einer gewissen &Uuml;bergangsfrist doch sehr viele Juniorprofessoren begonnen, parallel eine Habilitationsschrift anzufertigen, um sp&auml;ter keine Nachteile bei den Bewerbungen erleiden zu m&uuml;ssen. Diese Zusatzbelastung ist kaum mit engagierter Lehre und reger Publikationspraxis zu vereinbaren. vgl. Die Welt, Juniorprofessur ist noch nicht etabliert, 2.11.2006">4</a></p>
<p>Ursprünglich war man im Bundesbildungs- und Forschungsministerium davon ausgegangen, bis zum Jahr 2010 ca. 6.000 Juniorprofessurstellen installiert zu haben. Der Zwischenstand 2006 weist allerdings gerade ca. 1.000 solche Positionen aus. Und auch für die Juniorprofs gilt: wer nach drei oder sechs Jahren keine Erfolge vorzuweisen hat (also eine eindrucksvolle Publikationsliste und die nötigen innerdisziplinären Netzwerke), wird sich wohl oder übel wieder in die Reihe der befristet beschäftigten akademischen Tagelöhner einreihen müssen. Das Hauptproblem des akademischen Mittelbaus liegt sicher darin, daß die Betreuung der momentan ca. 2 Millionen Studenten von den festangestellten Universitätsmitarbeitern längst nicht mehr bewältigt werden könnte. Inzwischen werden die habilitierten Privatdozenten und Lehrbeauftragte<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_4_31" id="identifier_4_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die selbst zumeist von ihren Eink&uuml;nften aus diesen Lehrverpflichtungen nicht leben k&ouml;nnten und f&uuml;r ihren Existenzunterhalt au&szlig;eruniversit&auml;r arbeiten m&uuml;ssen.">5</a> sogar von akademischen Lehrkräften unterstützt, die auf der <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=867&amp;sid=160" target="_blank">Basis von 1-Euro-Jobs </a>Seminare abhalten! Kann man noch eindringlicher signalisieren, daß einem die tatsächliche Realität an deutschen Hochschulen und die Arbeitsbedingungen des Personals gleichgültig sind?</p>
<p><strong>Mißverständnisse: Kompetenzmultiplikation und Know-How-Erwirtschaftung</strong></p>
<p>Eines wird deutlich: die einseitige Fokussierung auf die Elite- und Exzellenzdiskussion hat den Blick auf den universitären Alltag verstellt. Die Universität  wird zumeist auf folgende zwei Funktionen reduziert: erstens auf ihre Aufgabe, in möglichst effizienter Weise junge Menschen mit hochkomplexen Fertigkeitsprofilen auszustatten, die schließlich nach Durchlaufen ihrer universitären Ausbildung (so die Hoffnung) in den Unternehmen nachgefragt werden. Die Universität wird hier als Kompetenzmultiplikationsmaschine (miß-)verstanden: das spezialisierte Fachwissen des Lehrpersonals, wird an die zukünftigen Arbeitskräfte weitervermittelt<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_5_31" id="identifier_5_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="dies v.a. in den Ingenieursdisziplinen, aber auch in den wirtschaftsorientierten F&auml;chern oder der Medizin">6</a>. Entscheidend ist hier also die Input-/Output-Rate. Indiz dafür ist das ständige Schielen auf das Alter der Absolventen im internationalen Vergleich. Je schneller die Studenten ihr Studium abschließen, als desto erfolgreicher und effizienter wird das Hochschulsystem angesehen.</p>
<p>Das zweite Leistungskriterium sind die Resultate der universitären Forschung, die sich idealerweise in marktgängige Anwendungen übersetzen lassen. Es ist kein Zufall, daß <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Brandenburg" target="_blank" >Karlheinz Brandenburg</a> als einer der herausragenden Wissenschaftler der vergangenen Jahre gilt. Brandenburg hat maßgeblich an der Entwicklung des MP3-Formates zur Datenkompression mitgewirkt und wurde u.a. dafür mit dem &quot;Deutschen Zukunftspreis&quot; und 2006 auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Brandenburg ist sicherlich ein ausgezeichneter Wissenschaftler, doch seine Anerkennung wurde ihm zuteil, da sich seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in greifbare Produkte der Unterhaltungsindustrie umsetzen ließen. Für den Großteil der Wissenschaftler an deutschen Universitäten scheidet eine solche Anwendung ihres Wissens ohnehin aus. Deutlich wird, daß Universität hier als Know-How-Lieferant angesprochen und eben darauf reduziert wird.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_6_31" id="identifier_6_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Umstand, da&szlig; Universit&auml;t auch andere Aufgaben erf&uuml;llen k&ouml;nnte und m&uuml;&szlig;te, wird aktuell allzu oft &uuml;bersehen. Immer noch lesenswert der Beitrag von Lord R. Dahrendorf in der ZEIT, s. Linktipps.">7</a></p>
<p>Genau das sind die hintergründigen Motive dafür, daß deutsche Politiker davon träumen, mit 1-2 Eliteuniversitäten zu den großen &quot;Marken&quot; der Wissenschaftswelt aufzuschließen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/#footnote_7_31" id="identifier_7_31" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zumindest die finanz- und forschungsstarke ETH Z&uuml;rich ist hier das Ma&szlig; der Dinge; insgeheim orientiert man sich freilich am noch prestigetr&auml;chtigeren MIT/Cambridge.">8</a> Die Art und Weise, wie die Studenten zu ihren Abschlüssen kommen, interessiert nur noch peripher. Geleistet wird dies zu einem Großteil von den genannten Lehrbeauftragten, Privatdozenten und Promovierten. Deren Arbeitsbedingungen, Bezahlung und Karrierechancen sind allerdings geradezu obszön. Der einzige nachvollziehbare Grund, weshalb dieses System der Ausbeutung funktioniert, ist das große Faszinosum, das wissenschaftliche Arbeit nichtsdestotrotz darstellt. Denn ja, für die Vielzahl dieser prekär Beschäftigten im Alter von 30-40 Jahren ist die Möglichkeit wissenschaftlich zu arbeiten ein Traum. Und für diesen Traum werden Unsicherheiten und finanzielle Durststrecken fast immer akzeptiert. Und, das ist der entscheidende zweite Faktor: die Konkurrenz selbst um die schlechtbezahlten, befristeten Stellen ist riesengroß.&nbsp;</p>
<p>Interessant ist, wie die Politik darauf reagieren wird, wenn (wie angekündigt und nach ihrem eigenen Wunsch) innerhalb der nächsten Jahre die Studentenzahlen von derzeit 2 Millionen auf 2,7 Millionen ansteigen. Die Spirale des Lohn- und Statusdumpings für das wissenschaftliche Fußvolk lässt sich im Grunde kaum mehr weiter drehen. Wobei &#8211; vielleicht sollte man sich dessen nicht so sicher sein&#8230;<br />&nbsp;</p>
<p><strong>Literatur- und Linktipps:</strong></p>
<p><em>Hochschulpolitik / Bildungspolitik allgemein:</em></p>
<ul>
<li>Dahrendorf, Ralf (1984): <a href="http://www.zeit.de/archiv/1984/11/Zt19840309_032_0060" target="_blank">Leitstern Qualität</a>. Zur Diskussion über Eliten, Universitäten und technischen Fortschritt. DIE ZEIT. &nbsp;</li>
<li>Welzer, Harald (2007): <a href="http://www.zeit.de/2007/05/Geisteswiss-Welzer" target="_blank">Schluss mit nutzlos!</a>, DIE ZEIT, 25.01.2007 </li>
<li>Nida-Rümelin, Julian (2006): &quot;Die hochschulpolitische Lage und die Zukunft der Geisteswissenschaften in Deutschland&quot;. Beitrag zum Sonderheft Hochschulpolitik &quot;Aus Politik und Zeitgeschehen&quot;, Beilage zu: Das Parlament, Heft 48/2006 [<a href="http://www.julian.nida-ruemelin.de/docs/hochschulpolitik.pdf">PDF-Download</a>]</li>
<li>Wintermantel, Margret (2006): <a target="_blank" href="http://www.bpb.de/publikationen/C13BLY,3,0,Hochschulreform_aus_Sicht_der_Hochschulen.html">Hochschulreform aus Sicht der Hochschulen</a>. Beitrag zum Sonderheft Hochschulpolitik &quot;Aus Politik und Zeitgeschehen&quot;, Beilage zu: Das Parlament, Heft 48/2006&nbsp;</li>
</ul>
<p><em>Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Karrierehindernisse für Nachwuchswissenschaftler:</em></p>
</p>
<ul>
<li>Janson, Kerstin / Schomburg, Harald / Teichler, Ulrich (2006): Wissenschaftliche Wege zur Professur oder ins Abseits? Studie des INCHER für das German Academic International Network. Kassel. [http://www.gain-network.org/ &#8211; <a href="http://www.gain-network.org/file_depot/0-10000000/10000-20000/16468/folder/44145/INCHER+Studie+zum+wissenschaftlichen+Arbeistmarkt.pdf" target="_blank">PDF-Download</a>]&nbsp;</li>
<li>Weber, Marcus: Privatdozenten. <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,455540,00.html" target="_blank">Die Billigheimer der Wissenschaft</a>, Spiegel-Online, 8.1.2007</li>
<li>Stumberger, Rudolf (2006): <a target="_blank" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22954/1.html">Die wissenschaftliche Elite &#8211; draußen vor der Tür</a>. telepolis, 26.06.2006</li>
</ul>
<p><em>Zur Kritik am Exzellenzwettbewerb der Bundesregierung:</em></p>
<ul>
<li>Münch, Richard (2006): <a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen-forschen/archiv/06.11.2006/2878845.asp" target="_blank">Exzellenz ohne Legitimität</a>, Tagesspiegel, 6.11.2006&nbsp;</li>
<li>Hartmann, Michael (2006): Die Exzellenzinitiative &#8211; ein Paradigmenwechsel in der deutschen Hochschulpolitik. Leviathan, 34, Heft 4/2006, 447-465. [Download als <a href="http://www.ifs.tu-darmstadt.de/fileadmin/soziologie/rott/Web.doc" target="_blank">Word-Dokument</a>]&nbsp;</li>
<li>Stegemann, Thorsten (2006): <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23761/1.html" target="_blank">Leuchttürme und unklare Aussichten</a>. telepolis, 16.10.2006&nbsp;</li>
</ul>
<p>&nbsp; </p>
<p></p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_31" class="footnote">Und selbstverständlich &#8211; wie beteuert wird &#8211; genieße die finanzielle Ausstattung von Universitäten allerhöchste Priorität.</li><li id="footnote_1_31" class="footnote">Der Exzellenzwettbewerb wurde ja an <a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen-forschen/archiv/06.11.2006/2878845.asp" target="_blank">anderer Stelle</a> (besonders wegen der Bevorzugung großer naturwissenschaftlicher Forschungsverbünde) hinlänglich kritisiert; v.a. der Umstand, daß bei den Bewertungskriterien die Faktoren Drittmitteleinwerbung und Veröffentlichungen in int. Journalen mit möglichst hohem Impact-Factor die dominante Rolle spielten, wurde seitens der Sozial- und Geisteswissenschaften bemängelt. Für die zweite Runde der Begutachtung versprachen DFG und Wissenschaftsrat Korrekturen.</li><li id="footnote_2_31" class="footnote">Zumindest keiner, der den Lebensunterhalt sichern könnte; habilitierte Tagelöhner und Privatdozenten, die von der Hand in den Mund leben, gibt es zu Tausenden. Der Umstand, daß sie exzellente Forschungs- und Lehrbilanzen aufweisen können, ändert nichts an ihrem bedauernswerten Status.</li><li id="footnote_3_31" class="footnote">Denn genauso wie die früheren Assistentenstellen sind die Juniorprofessurpositionen meist auf drei (nach erfolgreicher Evaluation: auf sechs) Jahre begrenzt. Außerdem hat die prinzipiell begrüßenswerte Juniorprofessur mit einigen Geburtsfehlern zu kämpfen: u.a. ist der Status des/der Juniorprofessor/in nicht klar geregelt, so daß häufig von Autoritäts- und Hierarchiegerangel berichtet wird, außerdem wurde halbherzigerweise vergessen, die Juniorprofessur als verbindlichen Zugang zur Professur vorzuschreiben. Deshalb haben nach einer gewissen Übergangsfrist doch sehr viele Juniorprofessoren begonnen, parallel eine Habilitationsschrift anzufertigen, um später keine Nachteile bei den Bewerbungen erleiden zu müssen. Diese Zusatzbelastung ist kaum mit engagierter Lehre und reger Publikationspraxis zu vereinbaren. vgl. Die Welt, <a href="http://www.welt.de/print-welt/article91701/Juniorprofessur_ist_noch_nicht_etabliert.html" target="_blank">Juniorprofessur ist noch nicht etabliert</a>, 2.11.2006</li><li id="footnote_4_31" class="footnote">Die selbst zumeist von ihren Einkünften aus diesen Lehrverpflichtungen nicht leben könnten und für ihren Existenzunterhalt außeruniversitär arbeiten müssen.</li><li id="footnote_5_31" class="footnote">dies v.a. in den Ingenieursdisziplinen, aber auch in den wirtschaftsorientierten Fächern oder der Medizin</li><li id="footnote_6_31" class="footnote">Der Umstand, daß Universität auch andere Aufgaben erfüllen könnte und müßte, wird aktuell allzu oft übersehen. Immer noch lesenswert der Beitrag von Lord R. Dahrendorf in der ZEIT, s. Linktipps.</li><li id="footnote_7_31" class="footnote">Zumindest die finanz- und forschungsstarke ETH Zürich ist hier das Maß der Dinge; insgeheim orientiert man sich freilich am noch prestigeträchtigeren <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massachusetts_Institute_of_Technology">MIT</a>/Cambridge.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/jung-gebildet-sucht-ueber-sackgassen-holzwege-und-fehlende-perspektiven-fuer-den-akademischen-nachwuchs/">Jung, gebildet, sucht&#8230; » Über Sackgassen, Holzwege und fehlende Perspektiven für den akademischen Nachwuchs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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