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	<title>Doping Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Doping Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 15:38:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
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		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Dopinggeschichten Gestern gab es in Brest den Startschuß für die 95. Ausgabe der Tour-de-France. Das Schauspiel um die radelnden Ausdauermaschinen, die in der fränzösischen Sommerhitze die Landstaßen entlangfegen und sich dann die Bergpässe hinaufquälen, ist wie jedes Jahr ein Lehrstück in Sachen Scheinheiligkeit. Jeder weiß, daß auch dieses Jahr im Feld zahlreiche Fahrer und ... <a title="Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/" aria-label="Mehr Informationen über Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/">Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung | Werkstatt-Ticker 43</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span class="ticker_titel"><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Dopinggeschichten<br />
</span></span></span></h2>
<p>Gestern gab es in Brest den Startschuß für die 95. Ausgabe der Tour-de-France. Das Schauspiel um die radelnden Ausdauermaschinen, die in der fränzösischen Sommerhitze die Landstaßen entlangfegen und sich dann die Bergpässe hinaufquälen, ist wie jedes Jahr ein Lehrstück in Sachen Scheinheiligkeit.</p>
<p>Jeder weiß, daß auch dieses Jahr im Feld zahlreiche Fahrer und Teams mit dabei sind, die massiv unter Dopingverdacht stehen. Gegen einen der Favoriten &#8211; Alejandro Valverde &#8211; ermittelt derzeit die italienische Staatsanwaltschaft. Er steht ganz oben auf einer Liste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes, der für Valverde Blutbeutel aufbewahrte&#8230; Und doch werden Sportjournalisten und die Zuschauer diesem und anderen &#8222;Helden&#8220; zujubeln. Seltsam.</p>
<p>Ich empfehle zur Immunisierung gegen Tour-de-France-Begeisterung das aktuelle Interview mit Jörg Jaksche im SZ-Magazin:</p>
<blockquote><p>Jeder weiß doch inzwischen, was beim T-Mobile-Team ablief. Vor einer Reinwaschung Klödens sollte man deshalb die Ergebnisse aus Freiburg abwarten und schauen, wie sich Klöden als Zeuge vor der Justiz verhalten würde. Falls die Freiburger Uni-Ärzte angeklagt werden, müsste er ja dort erscheinen. Aber dem BDR geht es wohl vor allem um Geld: Wie kriegen wir Medaillen – und Fördergelder? Es geht nicht darum, ob du sauberen Sport machst, sondern ob du erfolgreich bist.</p></blockquote>
<div class="links_ticker"><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/25344" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Man vergibt mir nicht &#8211; Interview mit Jörg Jaksche</a>, SZ-Magazin, 04.07.2008</li>
<li>Pfeiffer, Frieder: <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,563304,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping 2008 &#8211; Cortison, Fruchtbarkeitsmittel, Genversuche</a>, SpiegelOnline</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Wisskomm-Wochenschau<br />
</span></span></span></h2>
<p>Am vergangenen Mittwoch war ich zum <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> nach Dieburg eingeladen, wo ich einen Vortrag zur Wissenschaftskommunikation 2.0 gehalten habe und mich insbesondere mit der Frage auseinandergesetzt habe, ob wissenschaftliche Blogs eine Alternative zum klassischen Wissenschaftsjournalismus darstellen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/#footnote_0_334" id="identifier_0_334" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einen etwas ausf&uuml;hrlichen R&uuml;ckblick auf diese Veranstaltung gibt es demn&auml;chst hier in der Wissenswerkstatt zu lesen.">1</a></p>
<p>Im Anschluß daran hat mich Volker Lange von Wisskomm zu einem kleinen Interview gebeten. Ein kurzes Statement von mir ist nun in der aktuellen Ausgabe der Wisskomm-Wochenschau zu sehen. Ich bin ja der Meinung, daß man mir durchaus ansieht, daß ich die beiden Nächte zuvor nur jeweils so 3<sup>1</sup>/<sub>2</sub> &#8211; 4h geschlafen habe &#8211; aber wer sich einen übermüdeten und nicht ganz fitten Werkstattbetreiber ansehen möchte, der kann das hier tun:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/#footnote_1_334" id="identifier_1_334" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich es ehrlicherweise klasse finde, da&szlig; beim Standbild der Wisskomm-Schau ich im Hintergrund zu sehen bin und gerade die Folie eingeblendet ist, worauf zu lesen ist: &bdquo;Nur &uuml;ber Wissenschaft, die kommuniziert, wird gesprochen.&ldquo;">2</a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="id" value="showplayer" /><param name="quality" value="best" /><param name="src" value="http://blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?enablejs=true&amp;feedurl=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash&amp;file=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash%3Freferrer%3Dhttp%3A%2F%2Fwww%2Ewisskommtv%2Ede%2F%26source%3D3&amp;brandlink=http%3A%2F%2Fwww%2Ewisskomm%2Etv&amp;brandname=wisskomm%20TV&amp;showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip%2Etv%2Fscripts%2Fflash%2Fshowplayer%2Eswf" /><embed id="showplayer" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="255" src="http://blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?enablejs=true&amp;feedurl=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash&amp;file=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash%3Freferrer%3Dhttp%3A%2F%2Fwww%2Ewisskommtv%2Ede%2F%26source%3D3&amp;brandlink=http%3A%2F%2Fwww%2Ewisskomm%2Etv&amp;brandname=wisskomm%20TV&amp;showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip%2Etv%2Fscripts%2Fflash%2Fshowplayer%2Eswf" quality="best"></embed></object></p>
<p>Die anderen Themen diese Woche sind:</p>
<p>Der <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftssommer</a> in Leipzig und die Ergebnisse des Wettbewerbs &#8222;<a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/preis-wissenschaft-interaktiv.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaft Interaktiv</a>&#8220; &#8211; Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg mit <a href="http://www.wj-tag.de/?page_id=11&amp;paged=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Blog</a> &#8211; Blog und Videos zur Nobelpreisträgertagung bei <a href="http://www.scienceblogs.de/lindaunobel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs.de</a> &#8211; Das <a href="http://www.phyletisches-museum.uni-jena.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">phyletische Museum</a> in Jena &#8211; Das wissenschaftliche Newsportal <a href="http://esciencenews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e! Science News</a> &#8211; Viele Klima-Kampagnen sind viel zu negativ, meint die britische Organisation <a href="http://www.nesta.org.uk/nesta-report-says-miserable-climate-change-campaigns-won-t-work-time-for-a-new-approach/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Nesta&#8220;</a> &#8211; „PowerON und PowerOFF = Medienkompetenz?&#8220; bei <a href="http://www.podcampus.de/node/1232" target="_blank" rel="noopener noreferrer">podcampus.de</a>.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.wisskommtv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wisskomm-TV</a></li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Fragen Sie besser nicht Ihren Apotheker<br />
</span></span></span></h2>
<p>Wie heißt der Satz noch gleich, der zum Abschluß jeder Medikamentenwerbung in Rekordtempo aufgesagt wird? Genau: <em>Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker&#8230;</em></p>
<p>Daß man letzteres, nämlich das Befragen des Apothekers, auch getrost bleiben lassen kann, ergab eine kleine Erhebung von Stiftung Warentest: von 20 Berliner Apotheken schnitt nur eine einzige Apotheke wirklich gut ab, was die Beratung und Informationskompetenz angeht. Liegt es in der mangelnden Ausbildung, am Zeitdruck oder, oder, oder&#8230;?</p>
<p>Das Fazit der Stiftung Warentest <a href="http://www.test.de/presse/pressemitteilungen/-Apotheken/1690601/1690601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist ernüchternd:</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Beim Einreichen eines Rezeptes wurde die Herstellung des verschriebenen Mittels in vier Apotheken mit der Begründung abgelehnt, dass sich die Bestellung der Substanzen nicht „lohne“ oder dass diese angeblich nicht erhältlich seien. Bei der Beratung zu Medikamenten wurden nur in einer Apotheke alle drei Testfälle vollständig und richtig erläutert. Keine Apotheke überzeugte beim Blutdruckmessen, und schlechten Rat bekamen auch Testerinnen, die in der Apotheke wissen wollten, was man gegen die Konzentrationsschwierigkeiten des Sohnes unternehmen könne. Auch die Beratung zu Sonnenschutzmitteln und Lichtschutzfaktor war zum Teil falsch.&#8220;</p></blockquote>
<p>Traurig. Konsultieren Sie also bei Fragen besser das medizinische Fachblog Ihres Vertrauens. Ich hatte ja hier mal medizinische Blogs gelistet. Und ganz aktuell möchte ich das lesenswerte Blog des Medizinjournalisten Bert Ehgartner auf Scienceblogs empfehlen.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Blog von Bert Ehgartner: <a href="http://www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lob der Krankheit</a></li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/05/hippokrates-20-die-szene-der-medizin-und-arztblogs-werkstattnotiz-lxi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hippokrates 2.0 » Die Szene der Medizin- und Arztblogs</a>, 5.2.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Tour+de+France">Tour de France</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Apotheken">Apotheken</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_334" class="footnote">Einen etwas ausführlichen Rückblick auf diese Veranstaltung gibt es demnächst hier in der Wissenswerkstatt zu lesen.</li><li id="footnote_1_334" class="footnote">Wobei ich es ehrlicherweise klasse finde, daß beim Standbild der Wisskomm-Schau ich im Hintergrund zu sehen bin und gerade die Folie eingeblendet ist, worauf zu lesen ist: &#8222;Nur über Wissenschaft, die kommuniziert, wird gesprochen.&#8220;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/">Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung | Werkstatt-Ticker 43</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? &#124; Werkstattnotiz 108</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 10:35:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir schreiben den dritten Tag der olympischen Schwimmwettkämpfe von Peking und notieren den zehnten Weltrekord. Nun könnte man sich natürlich über all diese phänomenalen Leistungen freuen, man könnte entzückt sein über dieses Rekordfeuerwerk. Man kann aber auch Fragen stellen. Etwa die Frage, wie und ob diese erstaunlichen Leistungssprünge möglich sind. Halten wir fest: Schwimmen ist ... <a title="Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? &#124; Werkstattnotiz 108" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/" aria-label="Mehr Informationen über Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? &#124; Werkstattnotiz 108">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/">Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? | Werkstattnotiz 108</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" style="float: right; margin-left: 8px; margin-right: 8px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/08/Doping03a.jpg" alt="Doping" width="220" height="187" /><strong>Wir schreiben den dritten Tag der olympischen Schwimmwettkämpfe von Peking und notieren den zehnten Weltrekord. Nun könnte man sich natürlich über all diese phänomenalen Leistungen freuen, man könnte entzückt sein über dieses Rekordfeuerwerk. Man kann aber auch Fragen stellen. Etwa die Frage, wie und ob diese erstaunlichen Leistungssprünge möglich sind.</strong></p>
<p>Halten wir fest: Schwimmen ist eine der traditionellen olympischen Sportarten, die Disziplinen, die zur Austragung kommen, sind seit vielen Jahrzehnten im Wettkampfprogramm verankert. Und: überall auf der Welt wird geschwommen. Soll heißen: anders als in anderen, exotischeren Sportarten, zeichnet sich der Schwimmsport durch einen enorm großen Talentepool aus.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/#footnote_0_401" id="identifier_0_401" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der den Faktor Zufall in Bezug auf die Auswahl der Athleten bzw. deren konditionelle F&auml;higkeiten enorm minimiert.">1</a></p>
<h4><span class="pullquote_left">Heute gibt es keine größeren Schwimmtalente, als vor 30 Jahren!</span></h4>
<p><strong>Unerklärliche Leistungsexplosion</strong></p>
<p>Was schlußfolgern wir daraus? Ganz einfach: wir dürfen für mindestens die letzten 40 Jahre davon ausgehen, daß sich jede neue Generation von Spitzenschwimmern aus den jeweils talentiertesten und konditionell befähigsten Schwimmtalenten rekrutiert hat.</p>
<p>Und nachdem die Evolution der Spezies Homo Sapiens dann doch einigermaßen träge abläuft<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/#footnote_1_401" id="identifier_1_401" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zumindest im Vergleich zur rasanten Entwicklung der Rekorde.">2</a> und wir bislang keine Berichte über Schwimmer mit Schwimmhäuten haben, so dürfen wir davon ausgehen, daß bspw. in den 70er Jahren eine Schwimmergeneration an den Start ging, die von ihren physischen und psychischen Ausgangsbedingungen durchaus mit der heutigen Generation rund um Michael Phelps und Co. vergleichbar ist.</p>
<p><strong>Welches Geheimnis hat die Schwimmgeneration von 2008?</strong></p>
<p>Weshalb aber, so meine Frage, schwimmen der US-Schwimmheld Phelps und unzählige andere, die derzeit im Pekinger Aquatic Center ins Becken hüpfen, viele, viele Sekunden schneller, als die Sportler früherer Zeiten?  Wie ist diese beinahe unglaubliche Leistungsexplosion, die wir derzeit erleben, zu erklären? Allein im Jahr 2008 gab es weit über 50 neue Weltrekorde!</p>
<p>Ich habe mir in diesem Zusammenhang in einem<a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/08/leistungs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> ausführlichen Beitrag im Neurons-Blog</a> detailliertere Gedanken gemacht.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/#footnote_2_401" id="identifier_2_401" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es wird ein weiterer Beitrag zur Rekordentwicklung folgen!">3</a> Als leistungsdeterminierende Faktoren, kommen m.E. die Physis, die Psyche und die Technik in Betracht. In welchem Bereich &#8211; so meine Frage &#8211; gab es binnen der vergangenen 2-3 Jahre diese Revolution, die die momentante Leistungsentwicklung erklärt?</p>
<p>Meine erste These:</p>
<blockquote><p>Die Grundprinzipien des Schwimmsports sind identisch geblieben und auch <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/hilfsmittel-im-schwimmsport.php">die vielbeschworenen Schwimmanzüge</a> rechtfertigen die Leistungssprünge nicht &#8211; zumal etwa Phelps bei seinem gestrigen Rekord mit blankem Oberkörper zu Gange war. Er benötigte also offensichtlich die tollen Eigenschaften der &#8222;aquadynamischen&#8220; Anzüge erst gar nicht.</p></blockquote>
<p>Wenn also die ominösen Schwimmanzüge nicht als Erklärung taugen, was steckt dann hinter diesen irrsinnigen Rekorden? Hat die Schwimmgeneration des Jahres 2008 doch eine leistungsfördernde Substanz entdeckt, die bislang der Dopinganalytik verborgen bleibt?</p>
<h4><span class="pullquote">Sind die Fabelzeiten von Phelps und Co. anders als durch den Griff in die Apotheke zu erklären?</span></h4>
<p>Um ehrlich zu sein: ich kann mir die Fabelzeiten von Phelps, der heute bereits seinen dritten Weltrekord in nur 3 Tagen aufstellte, kaum anders erklären, als durch die Zuhilfenahme pharmakologischer Substanzen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren und bin insofern mehr als begeistert, über die <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/wie-man-ganz-legal-neue-schwimmrekorde-produziert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">informative Skizze</a> von Ludmila Carone, die die technischen Neuerungen innerhalb des Schwimmsports skizziert, die theoretisch eine Erklärung liefern könnten.</p>
<p>Sie schreibt zusammenfassend:</p>
<blockquote><p>Der Schwimmstil, den Mark Spitz und Michael Groß verwendeten, unterscheidet sich deutlich von dem, was heute Michael Phelps schwimmt und deswegen sind auch die Rekorde nicht wirklich miteinander vergleichbar, weil die Bewegungsabläufe im Grunde genommen inzwischen ganz andere sind.</p></blockquote>
<p>Das will mir (teilweise) einleuchten. Allerdings stellen sich für mich dennoch zwei weitere Fragen:</p>
<p>1. Weshalb sind ganz offenbar dutzende Athleten zielgenau zum Wettkampfhöhepunkt in Peking so topfit, daß sie die Rekorde nur so pulverisieren? Die technischen Modifikationen und biomechanischen Erkenntnisfortschritte datieren doch nicht auf den Juni 2008, oder?</p>
<p>2. Es wird argumentiert, daß sich die &#8222;Philosophie&#8220; des Schwimmens gewandelt habe. Es wird weniger &#8222;gegleitet&#8220;, sondern deutlich kraftorientierter geschwommen. Gut, nur: wie kann dieser kraftraubende Schwimmstil über diese langen Distanzen aufrechterhalten werden und v.a. wie erklärt man, daß Phelps mit minimalsten Erholungsintervallen dennoch seine absolut phänomenalen Rekordwerte nochmals unterbietet. Eigentlich solllte so etwas doch nur in ausgeruhtem Zustand möglich sein.</p>
<p><strong>Spannende Erläuterungen in Wissenschaftsblogs</strong></p>
<p>Wie auch immer &#8211; ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung und bin erfreut, daß ich ausgerechnet in einem Wissenschaftsblog eine <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/wie-man-ganz-legal-neue-schwimmrekorde-produziert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so schöne Darstellung</a> über die Veränderungen des Reglements und der Schwimmtechniken lesen kann. Und die Diskussionen, die sich im Anschluß an meinen Beitrag bei ScienceBlogs ergeben, sind auch sehr lesenswert!</p>
<p><em>p.s.: Bei ScienceBlogs läuft ein <a href="http://www.scienceblogs.de/2008/08/scienceblogsspezial-olympische-spiele.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SB-Spezial zum Thema &#8222;Olympische Spiele&#8220; </a>&#8211; dort werden laufend interessante Artikel rund um die Spiele in Peking eingestellt, die sicher auch lesenswert sind.</em></p>
<div class="links_ticker"><strong>Empfehlenswerte Artikel:</strong></p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/08/leistungs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael Phelps &amp; Co.: Wie man Rekorde jagt und Glaubwürdigkeit zerstört</a>, Neurons, 11.8.2008</li>
<li>Ludmila Carone: <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/wie-man-ganz-legal-neue-schwimmrekorde-produziert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pimp my Schwimmstil</a>, Hinterm Mond gleich links, 12.8.2008</li>
<li> Lars Fischer: <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/08/10/rekorde-rekorde-a-8211-alles-nur-zufall-4568697" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rekorde, Rekorde &#8211; alles nur Zufall?</a>, Fischblog, 10.8.2008</li>
<li>Bachner, Frank: <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/olympia2008/art17786,2590637" target="_blank" rel="noopener noreferrer">So viele Schwimmrekorde &#8211; Wie kann das gehen?</a>, tagesspiegel, 11.8.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="links_kurz"><strong>Weitere Artikel zur Dopingproblematik in der Wissenswerkstatt:</strong></p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/"> » Dopingarrangements im Spitzensport III</a>, 31.5.2007</li>
</ul>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Geipel, Ines (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3887471601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3887471601">Verlorene Spiele</a>. Journal eines Doping-Prozesses. Transcript-Verlag.</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Peking">Peking</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Doping">Doping</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Phelps">Phelps</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_401" class="footnote">Der den Faktor Zufall in Bezug auf die Auswahl der Athleten bzw. deren konditionelle Fähigkeiten enorm minimiert.</li><li id="footnote_1_401" class="footnote">Zumindest im Vergleich zur rasanten Entwicklung der Rekorde.</li><li id="footnote_2_401" class="footnote">Es wird ein weiterer Beitrag zur Rekordentwicklung folgen!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/">Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? | Werkstattnotiz 108</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung &#124; Werkstatt-Ticker 47</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2008 16:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=338</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie suchen Informationen zum aktuellen Dopingfall des Springreiters Christian Ahlmann? Möglicherweise sind folgende Artikel für Sie interessant: Marc Scheloske: &#8222;Cöster&#8220; liebt es scharf: Springreiter Christian Ahlmann nach Capsaicin-Befund von Olympia suspendiert, Neurons &#124; Scienceblogs, 21.8.2008 Marc Scheloske: Die wunderbare Schärfe der Chilis » Capsaicin als Antwort auf die konzertierten Attacken von Insekten und Pilzen &#124; ... <a title="Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung &#124; Werkstatt-Ticker 47" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/" aria-label="Mehr Informationen über Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung &#124; Werkstatt-Ticker 47">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/">Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung | Werkstatt-Ticker 47</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="links_ticker"><em>Sie suchen Informationen zum aktuellen Dopingfall des Springreiters Christian Ahlmann? </em></p>
<p><em>Möglicherweise sind folgende Artikel für Sie interessant:</em></p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <strong><a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/08/coster-liebt-es-scharf-springreiter-christian-ahlemann-nach-capsaicin-befund-von-olympia-suspendiert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Cöster&#8220; liebt es scharf: Springreiter Christian Ahlmann nach Capsaicin-Befund von Olympia suspendiert</a>, </strong>Neurons | Scienceblogs, 21.8.2008</li>
<li>Marc Scheloske: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/20/die-wunderbare-schaerfe-der-chilis-capsaicin-als-antwort-auf-die-konzertierten-attacken-von-insekten-und-pilzen-werkstattnotiz-111/">Die wunderbare Schärfe der Chilis » Capsaicin als Antwort auf die konzertierten Attacken von Insekten und Pilzen</a> | Werkstattnotiz 111, Wissenswerkstatt, 20.8.2008</li>
</ul>
</div>
<h2><em><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a></em><span style="font-size: xx-large; color: #808080;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Sauberer Radsport und andere Märchen</span><br />
</span></span></h2>
<p>Ehrlicherweise war ich die letzten Tage fast überrascht, daß die erste Woche der &#8222;Tour de France&#8220; fast schon den Eindruck eines ganz normalen Sportereignisses machte. Die siegreichen Radhelden wurden am Ende der täglichen Etappen bejubelt, auf ein Siegerpodest gebeten und dort von jungen Damen küssenderweise beglückwünscht.</p>
<p>Sollte im Radzirkus wirklich ein Umdenken stattgefunden haben, was die Zuhilfenahme unerlaubter Substanzen zur Leistungsteigerung angeht? Oder sind die Dopingkontrolleure müde geworden und haben keine Lust? Egal &#8211; seit gestern bestimmen wieder die bekannten Themen <a href="http://www.focus.de/sport/mehrsport/tour-de-france-beltran-von-polizei-abgefuehrt_aid_317471.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Schlagzeilen</a>. Der spanische Radprofi Manuel Beltran war bereits vor der 1. Etappe von Brest nach Plumelec in der Bretagne <span class="bld url-c1">positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden</span>.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Gedopte Radstars: The same procedere as every year&#8230; </span></h4>
<p>Alles andere &#8211; eine Tour ohne Dopingbegleiterscheinungen &#8211; hätte mich auch überrascht. Und insofern bin ich nachhaltig entzückt darüber, wie uns Thilo Kuessner in einem wunderbaren Blogbeitrag vor Augen führt, welches unglaubliche Spektakel alljährlich dort stattfindet. Denn, wie Thilo ganz nüchtern skizziert: die Tour wird immer länger, immer schwieriger (=mehr Bergetappen) und dennoch steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit immer weiter an.</p>
<p>Nochmal: Jahr für Jahr begeben sich die leistungsstärksten Radprofis auf die viele tausend Kilometer lange Radrundreise. Und jeder hat das Ziel, als Erster in Paris auf den Champs-Élysées anzukommen. Bei steigender Schwierigkeit der Strecke, fahren die Radstars aber immer schneller! Woran mag das wohl liegen? Tollere Energydrinks? Energiereichere Müsliriegel? Oder&#8230;</p>
<p>Tja, wer es genauer weiß, der möge Thilos Frage beantworten:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie wahrscheinlich ist es, daß solche Leistungssteigerungen <strong>ohne Doping</strong> möglich sind?&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Kuessner, Thilo: <a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/07/rechenaufgaben-zur-tour-de-france.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rechenaufgaben zur Tour de France</a>, mathlog, 11.7.2008</li>
</ul>
<p>Mehr zum Dauerthema Doping in der Wissenswerkstatt:</p>
<ul>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/27/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte</a>, 27.7.2007</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport</a>, 31.5.2008<strong><br />
</strong></li>
</ul>
</div>
<h2><span style="font-size: xx-large; color: #808080;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Wer profitiert von der Hormontherapie bei Prostatakrebs?</span><br />
</span></span></h2>
<p>Einem ganz anderen Thema widmete sich Bert Ehgartner vor einigen Tagen in seinem medizinischen Blog. Es geht in seinem Artikel um die unterschiedlichen Therapieansätze bei Prostatakrebs. Wenn ein solches Karzinom diagnostiziert ist, stehen nämlich ganz unterschiedliche Maßnahmen zur Debatte: Bestrahlung, Operation, Hormontherapie oder das sogenannte &#8222;watchful waiting&#8220; (also die regelmäßige Überprüfung des Wachstums).</p>
<h4><span class="pullquote">Paradox: Die Therapie erhöht die Sterblichkeitsrate! </span></h4>
<p>Es ist dabei umstritten, welches therapeutische Konzept für welchen Patienten empfehlenswert ist. Da der Altersdurchschnitt der betroffenen Männer sehr hoch ist und man weiß, daß in sehr vielen Fällen das Prostatakarzinom gar nicht mehr relevant wird, da die Patienten zuvor an anderen Erkrankungen sterben, ist Abwarten gar nicht immer die schlechteste Lösung.</p>
<p>Allerdings werden Bestrahlungen durchaus häufig angewandt und auch eine Hormonbehandlung wird als &#8222;sanfte&#8220; Alternative zur OP propagiert. Eine aktuelle Studie, die letzte Woche in JAMA publiziert wurde,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/#footnote_0_338" id="identifier_0_338" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Grace L. Lu-Yao; Peter C. Albertsen; Dirk F. Moore; Weichung Shih; Yong Lin; Robert S. DiPaola; Siu-Long Yao: Survival Following Primary Androgen Deprivation Therapy Among Men With Localized Prostate Cancer, in: JAMA. 2008;300(2):173-181.">1</a> zeigt allerdings eindeutig, daß die rund 20.000 Männer, die in die Studie involviert waren, gar nicht von der vorsorglichen Hormonbehandlung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/#footnote_1_338" id="identifier_1_338" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die mit einigen Nebenwirkungen einhergeht">2</a> profitierten. Wie Bert schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Hormontherapie galt [&#8230;] als sichere und halbwegs sanfte Alternative. In den USA boomten diese Medikamente in der Folge und stellten mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar pro Jahr den zweit größen Ausgabeposten der Krankenkassen. Völlig unnütz, wie die aktuelle Studie zeigt. Denn in der Hormongruppe war die Sterblichkeit an Prostatakrebs sogar um statistisch signifikante 17 Prozent höher. Die allgemeine Sterblichkeit unterschied sich nicht.&#8220;</p></blockquote>
<p>In Deutschland wird aber (u.a. von Selbsthilfegruppen) die Hormonbehandlung bisher noch fleißig beworben. Ich frage mich nur: wie kann man nur flächendeckend ein therapeutisches Konzept anwenden (das den Pharmakonzernen mehr als 1 Milliarde US-Dollar Umsatz bringt und die Sozialkassen genauso belastet), dessen Nutzen gar nicht wirklich belegt ist.</p>
<p>Ob diese neue, ernüchternde Studie schnell an der Verschreibungs- und Behandlungspraxis etwas ändert, wird sich zeigen. Sicher bin ich mir nicht. Die Pharmariesen werden durchaus weitere Studien ausbuddeln, die doch einen Nutzen belegen (sollen)&#8230;</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Ehgartner, Bert: <a href="http://www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/2008/07/chemische-kastration-ist-keine-gute-option-bei-lokalisiertem-prostatakrebs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemische Kastration ist keine gute Option bei lokalisiertem Prostatakrebs</a>, Lob der Krankheit, 9.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Doping">Doping</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Tour+de+France">Tour de France</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Krebs">Krebs</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_338" class="footnote">vgl. Grace L. Lu-Yao; Peter C. Albertsen; Dirk F. Moore; Weichung Shih; Yong Lin; Robert S. DiPaola; Siu-Long Yao: <a href="http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/300/2/173?etoc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Survival Following Primary Androgen Deprivation Therapy Among Men With Localized Prostate Cancer</a>, in: JAMA. 2008;300(2):173-181.</li><li id="footnote_1_338" class="footnote">Die mit einigen Nebenwirkungen einhergeht</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/">Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung | Werkstatt-Ticker 47</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2007 19:32:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Tocotronic]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweden ist ein bezauberndes Land. Die Menschen zeichnen sich durch höfliche Umgangsformen aus und wissen sich gemäß aktueller Modetrends zu kleiden. IKEA ist &#8211; ungeachtet seiner kleinlichen Rechtsabteilung1 &#8211; der sympathischste aller global agierenden Konzerne und Stockholm hat zweifellos mehr zu bieten als Knäckebrot und Vasa-Museum.2 Um ehrlich zu sein, würde ich jederzeit wieder nach ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" width="240" height="177" align="right" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" /><strong>Schweden ist ein bezauberndes Land. Die Menschen zeichnen sich durch höfliche Umgangsformen aus und wissen sich gemäß aktueller Modetrends zu kleiden. IKEA ist &#8211; ungeachtet seiner kleinlichen Rechtsabteilung</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_0_76" id="identifier_0_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Blog &quot;IKEAHacker.de&quot; wurde freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, da&szlig; man mit den auf der Seite unterbreiteten Vorschl&auml;gen nicht einverstanden sei. Einer der Gr&uuml;nde: Haftungsfragen. Sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, aber nicht unbedingt zwingend&hellip; Mehr Details dazu hier, hier und hier.">1</a> <strong>&#8211; der sympathischste aller global agierenden Konzerne und Stockholm hat zweifellos mehr zu bieten als Knäckebrot und Vasa-Museum.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_1_76" id="identifier_1_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei das &quot;Vasa-Museet&quot; unbedingt einen Besuch lohnt! Das 1628 bei seiner Jungfernfahrt gekenterte Kriegsschiff ist tats&auml;chlich mehr als imposant.">2</a> </p>
<p>Um ehrlich zu sein, würde ich jederzeit wieder nach Schweden reisen und dies nicht nur, um stundenlang die überwältigende Auswahl in den Lebensmittelabteilungen zu bestaunen. Im Vergleich zu Angebot und der Präsentation eines gehobenen Stockholmer Supermarkts, versprüht die hierzulande gepriesene Feinschmeckerabteilung des Berliner KaDeWe den Charme eines abgewirtschafteten Kiosk inmitten einer Stadtrandplattenbausiedlung. </p>
<p>Mit einem Wort: Schweden ist klasse.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_2_76" id="identifier_2_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieser Meinung sind auch viele andere, die j&uuml;ngst Schweden bereist haben&hellip; etwa hier oder auch Sophie. Im Schwedenblog findet man ohnehin viel positives &uuml;ber das Land im Norden.">3</a> Man sollte allerdings nicht den Fehler machen, im Juli oder August eine Trekkingtour in den Nationalparks Lapplands zu unternehmen. Wenn man zufälligerweise nicht gerade im Sprühregen steht oder stundenlang durch dichte Nebelbänke spaziert, dann wird man von Heerscharen skandinavischer Stechmücken geradezu aufgefressen. Im Prinzip könnte man sich an Tagen, an denen der Regen die Mücken nicht vertreibt, die Mitnahme von Proviant auch gleich vollständig sparen: ab und an mit weit geöffnetem Mund zu marschieren stellt die notwendige Proteinzufuhr ebenso sicher. Und merke: die Mücken, die man verschluckt, können einen nicht gleichzeitig stechen. </p>
<p>Woher ich das alles weiß? Von Martina und Jochen, die waren nämlich dort. Beileidsbekundungen und Tipps für Trekkingtouren ohne stechende Quälgeister bitte also an deren Adresse.</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Wenn ich in der Verlegenheit bin und in der Nähe der Münchner Uni ein Lokal aufsuchen will oder muß, so führt mich mein Weg nicht selten in den &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simpl_(M%C3%BCnchen)" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Alten Simpl</a>&quot; in der Türkenstraße. Das liegt einerseits daran, daß man dort irisches Bier trinken kann, andererseits schätze ich den geschichtsträchtigen Ort. Der &quot;Simpl&quot; wurde nämlich bereits 1903 von der Wirtin Kathi Kobus gegründet und war lange Jahre Gravitationszentrum und Treffpunkt der &quot;Schwabinger Bohème&quot;. <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Wedekind" rel="noopener noreferrer">Frank Wedekind</a>, Ludwig Thoma und auch Joachim Ringelnatz verkehrten hier. Der Name verwies freilich nicht umsonst auf die 1896 gegründete satirische Wochenzeitschrift &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simplicissimus" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Simplicissimus</a>&quot;.&nbsp;</p>
<p>Im &quot;Simplicissimus&quot; veröffentlichten so namhafte Autoren wie George Grosz, Hugo von Hofmannsthal oder Thomas und Heinrich Mann. Und selbstverständlich steuerten auch Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/F._Gr%C3%A4fin_zu_Reventlow" rel="noopener noreferrer">Franziska zu Reventlow</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_3_76" id="identifier_3_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wer sich f&uuml;r Leben und Werk von Fanny zu Reventlow interessiert, wird alsbald hier in der Wissenswerkstatt eine spannende Arbeit finden. Mit dem Versprechen, da&szlig; v.a. Reventlows kurzer Roman &quot;Von Paul zu Pedro&quot; aus interessanter Perspektive beleuchtet wird, seien die interessierten Leser noch einige Tage vertr&ouml;stet.">4</a> Texte bei. Das Erscheinungsbild des &quot;Simplicissimus&quot; war geprägt durch die rote Bulldogge, die der Zeitschriftengründer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Theodor_Heine" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Thomas Theodor Heine</a> gezeichnet hatte. Und genau diese Bulldogge, allerdings eine Sektflasche öffnend, bildet heute noch das Logo der Kneipe &quot;Alter Simpl&quot;.</p>
<p>Wer sich übrigens die Originalausgaben des &quot;Simplicissimus&quot; als PDF-Faksimiles anschauen will, hat seit einigen Monaten nun dazu Gelegenheit. Unter der Adresse &quot;www.simplicissimus.com&quot; können die vollständigen Digitalisierungen der Jahrgänge 1896-1944 eingesehen werden. Dafür hat man der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, der RWTH Aachen und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach zu danken. Ich selbst danke für die Hinweise [<a href="http://www.thueringerblogzentrale.de/2007/08/16/alle-nummern-des-simplicissimus-frei-im-netz-verfugbar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://blog.beetlebum.de/2007/08/16/simplicissimus-reloaded/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>].</p>
<ul>
<li>Simplicissimus-Faksimiles als PDF: <a href="http://www.simplicissimus.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.simplicissimus.com</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font>&nbsp;</font> Von der Avantgarde der vorigen Jahrhundertwende zu einer der stilprägendsten Bands Deutschlands. Tocotronic haben &#8211; wie auch in der Wissenswerkstatt <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/06/kapitulation-weshalb-schwaeche-nicht-schwaeche-sondern-triumph-ist-tocotronic-fuehren-ihre-jugendbewegung-in-neues-licht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">festgestellt wurde</a> &#8211; mit ihrem diesjährigen Album &quot;Kapitulation&quot; ein zeitlos schönes Popkunstwerk geschaffen. Seit dem Erscheinen des Albums sind nun gut zwei Monate vergangen und nun läßt sich sagen, daß sich die Songs keinesfalls abnutzen, sondern mit etwas Abstand noch heller strahlen. </p>
<p>Wenn man den begeisterten Notizen glauben darf, die von aktuellen OpenAir-Auftritten<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_4_76" id="identifier_4_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Begeistert zeigen sich u.a. Popxapank und Meinzuhause.">5</a> berichten, so ist von der Clubtour im Herbst einiges zu erwarten. Die Zeit bis dahin kann man sich mit der zweiten Singleauskopplung, der &#8211; so die Selbstauskunft der Band &#8211; musikalischen Hubert-Fichte-Huldigung &quot;Imitationen&quot; vertreiben. Das Video zur Single ist ab heute zu besichtigen. Leider ist es noch nicht möglich, das Video direkt hier einzubinden. Alle, die es nicht erwarten können, sind eingeladen <a href="http://www.tocotronic.de/kapitulation/exklusiv/imitationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier zu klicken</a>.</p>
<p>Als kleiner Ersatz sei an dieser Stelle ein kleiner Soundcheck-Schnipsel eingestellt &#8211; es muß wohl eine Tour von vor 2-3 Jahren sein, in der Dirk von Lowtzow den &quot;Right Said Fred&quot;-Hit &quot;Your&#8217;re my mate&quot; anstimmte. Zart und schön &#8211; aber sehen und hören sie selbst:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/XRtIov3ZzsE" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/XRtIov3ZzsE" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" /></object></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Nachdem ich inzwischen schon Mails von Unternehmen bekomme, die sich im weiten Feld von Medizin und Pharmazie betätigen und um Kooperationen anfragen, will ich diesen mühsam erarbeiteten Ruf als medizinisches Fachblog weiter festigen. </p>
<p>Auf eine interessante Entwicklung weist Kathrin Zinkant im <a href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesundheitsblog</a> der ZEIT hin: die Werbeausgaben der global agierenden Pharmaunternehmen steigen überdurchschnittlich an &#8211; aus rein marktwirtschaftlicher Sicht mag Kritik daran verboten sein. Schließlich liegt es im Ermessen der jeweiligen Unternehmen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Wenn man glaubt, mehr PR-Fachleute einstellen zu müßen, dann ist es eine Entscheidung, die sich am Markt bewähren muß. Zumal man ja der Ansicht sein könnte, daß Ärzte ohnehin nüchtern über das jeweils taugliche Medikament entscheiden, das verschrieben wird. Und für rezeptpflichtige Medikamente gibt es in Deutschland bislang noch ein Werbeverbot:</p>
<blockquote>
<p>In Deutschland dürfen rezeptpflichtige Medikamente nicht beworben werden. Noch nicht. Aber erstens wird die Reklame für Blutdrucksenker und Co. auch irgendwann in unserer schönen Reklamewelt ihr Plätzchen kriegen. Die Pharamalobby arbeitet hart daran, erste Erfolge hat sie bereits zu verzeichnen. Und zweitens haben wir offenbar schon ein eher schleichendes Werbeproblem&#8230; <em>[Quelle: ZEIT]</em></p>
</blockquote>
<p>Die Frage ist natürlich, ob durch das offizielle Werbeverbot nicht stillschweigend subtilere Marketingstrategien provoziert werden; und diese können schwerer überwacht werden.</p>
<p>Eine aktuelle Studie im New England Journal of Medicine förderte übrigens spannende Ergebnisse zutage: </p>
<blockquote>
<p>Total spending on pharmaceutical promotion grew from $11.4 billion in 1996 to $29.9 billion in 2005. Although during that time spending on direct-to-consumer advertising increased by 330%, it made up only 14% of total promotional expenditures in 2005. <em>[New England Journal of Medicine]</em></p>
</blockquote>
<p>Das sind Summen: knapp 30 Billionen US-Dollar wurden 2005 jährlich für Marketing verpulvert. Innerhalb weniger Jahre verdreifachten sich die Ausgaben. Und wie zu lesen ist, sind es offenbar Ärzte, Kliniken, Apotheker, die mit über 80% des Budgets bearbeitet werden. Es gibt aber einige Medikamente, die hier eine Ausnahme bilden&#8230;&nbsp;</p>
<p>Fast allen voran &#8211; Erythropoietin-Medikamente. Landläufig unter EPO bekannt &#8211; hier wurden nicht 14%, sondern stattliche 31% für die Werbung ausgegeben, die sich direkt an die Konsumenten richtet. Durchaus erstaunlich, denn ein Medikament, das im Grunde nur bei Nierenerkrankungen indiziert ist, bedürfte eigentlich keines Direktmarketings&#8230; aber so kann nur denken, wer die Heerscharen leistungshungriger Profi- und Hobbysportler außer Acht läßt.</p>
<ul>
<li>Donohue, Julie M.; Cevasco, Marisa et. al. (2007): <a target="_blank" href="http://content.nejm.org/cgi/content/full/357/7/673" rel="noopener noreferrer">A Decade of Direct-to-Consumer Advertising of Prescription Drugs</a>. The New England Journal of Medicine, Volume 357: pp. 673-681.</li>
<li>ZEIT-Gesundheitsblog: <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/19/pharmareklame-auf-dem-vormarsch_20" rel="noopener noreferrer">Pharmareklame auf dem Vormarsch</a>, 19.8.2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Über den Verkaufsschlager EPO und die fragwürdige Haltung der Pharmaunternehmen hatte vor wenigen Wochen auch Mirjam Fischer berichtet &#8211; allein die Top-3 der Unternehmen (Johnson&amp;Johnson, Amgen, Roche) in diesem Segment erzielen mit EPO-Präparaten ca. 8 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Insofern ist eine scheinheilige Aussage wie diese kaum verwunderlich:</p>
<blockquote>
<p>(&#8230;) Bei Roche fühlt man sich nicht für die missbräuchliche Verwendung der eigenen Produkte zuständig. &quot;Wir verkaufen unser Epo wie jedes andere Medikament an den Großhandel &#8211; was danach passiert, interessiert uns nicht&quot;, sagt Roche-Kommunikationsdirektor Hans-Ulrich Jelitto&#8230;&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Fischer, Mirjam (2007): <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,492365,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Epo &#8211; der Topseller</a>, SpiegelOnline, 10.7.2007</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">4.</font> </font>Einer der profiliertesten Sportwissenschaftler hierzulande ist Prof. Helmut Digel. Der Soziologe, der an der Universität Tübingen lehrt und lange Jahre Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes und Mitglied in Spitzenverbänden des Sports war, weist in einem Zwischenruf in SpiegelOnline auf die Tragweite der Dopingproblematik hin. Wie vor wenigen Wochen in diesem Blog gefordert wurde [etwa: <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/28/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/" rel="noopener noreferrer">hier</a>], so argumentiert auch Helmut Digel, daß die seit Jahren beschworenen Selbstheilungs- und Selbstregulationskräfte des Sports zu schwach seien.&nbsp;</p>
<p>Wer nach wie vor darauf beharrt, daß der Sport lernfähig sei und Regelverstöße selbst ahnden könne, der signalisiert nur, daß ihm die Sportautonomie mehr wert ist, als ein tatsächlich sauberer Sport. </p>
<blockquote>
<p>Der Sport sollte sich mit seiner Sportgerichtsbarkeit um seine eigenen Belange kümmern. Der Staat hingegen sollte mit seinem Machtmonopol all jene bedrohen, die den Sport gefährden: Die Ärzte, die Trainer, die Manipulateure, die Drogendealer, die Athleten, die Funktionäre. All jene müssen bedroht werden, die glauben, dass man sich über Sportbetrug bereichern kann. Dabei müsste es zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass Sportverbände die Staatsanwaltschaft über positive Doping-Proben sofort und unmittelbar informieren, was die Möglichkeit einer wirkungsvolleren Ermittlung zur Folge hätte. In der heutigen Praxis besteht für beschuldigte Sportler zu viel Zeit, um jegliche Verbindungen zu möglichen Hintermännern und weitere belastende Indizien verschwinden zu lassen. Nicht weniger konsequent müssen überführte Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Auch das kann nur ein Anti-Doping-Gesetz mit Straftatbestand gewährleisten.</p>
</blockquote>
<p>Ob Digel mit diesem Standpunkt tatsächlich Gehör findet oder ob die beschwichtigenden Stimmen, die dann einwenden, man dürfe Sportler nicht kriminalisieren, Oberhand behalten, wird die Zukunft zeigen. Bis dahin finden sich zahlreiche Argumente unter den folgenden Links:</p>
<ul>
<li> Digel, Helmut: <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,499617,00.html" rel="noopener noreferrer">Dopingrepublik Deutschland</a>, SpiegelOnline, 20.8.2007</li>
</ul>
<p></p>
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Haug, Tanja (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3939519278?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3939519278" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping</a>. Dilemma des Leistungssports. </li>
<li>Beune, Andreas (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936973172?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3936973172" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Did Not Finish: Der Radsport und seine Opfer</a>. 20 Himmelsstürmer im Porträt.</li>
<li>Digel, Helmut (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3893083693?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3893083693">Nachdenken über Olympia</a>. Über Sinn und Zukunft der Olympischen Spiele. Attempto-Verlag.</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_76" class="footnote">Der Blog &quot;IKEAHacker.de&quot; wurde freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, daß man mit den auf der Seite unterbreiteten Vorschlägen nicht einverstanden sei. Einer der Gründe: Haftungsfragen. Sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, aber nicht unbedingt zwingend&#8230; Mehr Details dazu <a target="_blank" href="http://www.kriegs-recht.de/ikea-und-die-hacker-neues-vom-pressesprecher/" rel="noopener noreferrer">hier</a>, <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/08/09/schwedenhacker/" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a target="_blank" href="http://textundblog.de/?p=1754" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_1_76" class="footnote">Wobei das &quot;Vasa-Museet&quot; unbedingt einen Besuch lohnt! Das 1628 bei seiner Jungfernfahrt gekenterte Kriegsschiff ist tatsächlich mehr als imposant.</li><li id="footnote_2_76" class="footnote">Dieser Meinung sind auch viele andere, die jüngst Schweden bereist haben&#8230; etwa <a target="_blank" href="http://www.zeichenschatz.net/blog/?p=266" rel="noopener noreferrer">hier</a> oder auch <a target="_blank" href="http://soffimoffi.blogg.de/eintrag.php?id=188" rel="noopener noreferrer">Sophie</a>. Im Schwedenblog findet man ohnehin <a target="_blank" href="http://www.fiket.de/2007/08/13/in-den-hohen-norden/" rel="noopener noreferrer">viel positives </a>über das Land im Norden.</li><li id="footnote_3_76" class="footnote">Wer sich für Leben und Werk von Fanny zu Reventlow interessiert, wird alsbald hier in der Wissenswerkstatt eine spannende Arbeit finden. Mit dem Versprechen, daß v.a. Reventlows kurzer Roman &quot;Von Paul zu Pedro&quot; aus interessanter Perspektive beleuchtet wird, seien die interessierten Leser noch einige Tage vertröstet.</li><li id="footnote_4_76" class="footnote">Begeistert zeigen sich u.a. <a href="http://popxapank.myblog.de/popxapank/art/197496188" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Popxapank</a> und <a href="http://meinzuhausemeinblog.blogspot.com/2007/08/tocotronic-hohenfelden-170807.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinzuhause</a>.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport III</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 May 2007 17:48:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Man kann sich sehr in Menschen täuschen. Dazu müssen zumeist die Naivität des Getäuschten und die Täuschungsabsicht des Täters zusammenkommen. Anders liegt die Sache im Fall von Rudolf Scharping. Wer hätte noch daran geglaubt, den über unfreiwillig-peinliche Poolphotos gestolperten Verteidigungsminister a.D. einmal derart impulsiv und lebendig zu erleben? Bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend (29.5.2007) geriet ... <a title="Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport III" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/" aria-label="Mehr Informationen über Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport III">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport III</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 1px solid #888888; margin: 6px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Dopingarrangements_03b.jpg" alt="Dopingarrangements_03b.jpg" width="325" height="121" align="right" />Man kann sich sehr in Menschen täuschen. Dazu müssen zumeist die Naivität des Getäuschten und die Täuschungsabsicht des Täters zusammenkommen. Anders liegt die Sache im Fall von <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Scharping" target="_blank">Rudolf Scharping</a>. Wer hätte noch daran geglaubt, den über unfreiwillig-peinliche Poolphotos gestolperten Verteidigungsminister a.D. einmal derart impulsiv und lebendig zu erleben? Bei einer <a  href="http://www.netzeitung.de/sport/659511.html" target="_blank">Pressekonferenz</a> am Dienstagabend (29.5.2007) geriet der früher wegen seiner Behäbigkeit belächelte Scharping für seine Verhältnisse geradezu in Rage: &#8222;Jetzt muß aber mal Schluß sein!&#8220;, rief er empört, als ihm die Fragen der anwesenden Journalisten zu lästig und vor allem zu kritisch wurden.</p>
<p>In seiner Eigenschaft als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer stellte sich der bekennende Radsportfan Scharping schützend vor den Radprofi und Sprecher der internationalen Fahrervereinigung <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Voigt" target="_blank">Jens Voigt</a>, dem die versammelte Schar der Pressevertreter allzu neugierig auf den Leib rückte. Voigt beklagte: &#8222;<span class="p">Ich komme mir vor wie auf dem Schlachtfeld, von allen Seiten wird auf mich geschossen</span>&#8220; und sofort sprang Scharping ihm bei und verkündete, daß er keinen weiteren &#8222;Seelen-Striptease&#8220; wünsche. Und wieder wurde deutlich, daß Scharping sich als Chef-Lobbyist keineswegs so vorbehaltlos dem Kampf gegen das Doping verschrieben hat, wie er die letzten Tage gerne in alle verfügbaren Mikrofone nuschelt; der partiell geständige<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Zabel" target="_blank"> Erik Zabel</a>, der bezeichnenderweise genau solche Epo-Vergehen beichtete, die bereits verjährt und für seine weitere Karriere irrelevant sind, bekam von Scharping umgehend Schützenhilfe.</p>
<p>Anstatt erkennen zu lassen, daß sich Dopingsünder wie Zabel kaum als Vorbild für eine saubere Zukunft bundesdeutschen Radsports eignen, solidarisierte sich Scharping gestern demonstrativ mit ihm und gab zu Protokoll: &#8222;<span class="p">Es ist ein schönes Signal, dass ein so erfolgreicher und sympathischer Sportler nicht platt gemacht wird.&#8220; Sehr bedauerlich, daß Scharping hier nicht zu differenzieren in der Lage ist: denn es geht keineswegs darum, den &#8222;Menschen&#8220; Erik Zabel &#8222;platt zu machen&#8220; &#8211; aber ihm weiterhin auf dem Fahrradsattel zuzujubeln, als sei nichts gewesen, ist der vollkommen falsche Ansatz. Auf diese Weise wird die behauptete Abkehr vom Dopingsystem kaum glaubwürdiger.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_0_36" id="identifier_0_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Aber vielleicht geh&ouml;rt Doping auch einfach zwingend zum System Spitzensport? Auf ein interessantes Interview mit dem Sport&ouml;konomen J&ouml;rg Tolsdorf verweist das Blogatelier.">1</a></p>
<p>Klar wurde: im meist leutseligen Pfälzer Scharping, der heute den Deutschen Radsport zuvorderst repräsentiert, steckt also zuweilen ein kämpferischer Zeitgenosse,der sich energisch zu verteidigen weiß. Man sollte sich in ihm also nicht täuschen.</p>
<p><strong>Heuchelei der Funktionäre und die Lebenslügen des (west-)deutschen Sportsystems</strong></p>
<p>Von Enttäuschungen und der Inkohärenz zwischen öffentlich wahrgenommener und tatsächlich ausgeübter Funktion handelt auch dieser dritte Artikel der kleinen Wissenswerkstatt-Serie über &#8222;Dopingarrangements im Spitzensport&#8220;. Denn die Welle der geläuterten Dopingsünder, die letzte Woche über die Republik schwappte, hatte auch diejenigen Akteure erfaßt, deren Wirken seltsamerweise lange Zeit kaum diskutiert wurde. Die Rede ist von der Rolle, die die betreuenden Ärzte der ehrgeizigen Spitzensportler spielen. Darf man so naiv sein und sich von der blütenweißen Reinheit bundesdeutscher Ärztekittel derart blenden lassen, daß man die skrupellosen Mediziner allenfalls im ehemaligen Ostblock oder im südeuropäischen Ausland vermutet?</p>
<p>In diesen Tagen wird endlich sichtbar: die westdeutsche Sportöffentlichkeit hatte sich jahrzehntelang sehr effektiv selbst darüber hinweggetäuscht, mit welchen illegitimen Praktiken auch hierzulande den glänzenden Medaillen nachgejagt wurde. Doping, so ließe sich die scheinheilige Weltsicht auf den Punkt bringen, war quasi per definitionem das, was <em>die anderen</em> machten. Bis heute zählen diejenigen, die auf die bundesdeutschen Dopingsünden hinweisen, zumindest im Kreise der bräsigen Sportfunktionärskaste, als Nestbeschmutzer.</p>
<p>Kritiker, wie etwa den unbequemen Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_1_36" id="identifier_1_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Franke, der m&ouml;glicherweise in seinem aufkl&auml;rerischen Impetus manchmal etwas &uuml;bereifrig auftritt, wurde in den letzten Jahren mit dutzenden Unterlassungsklagen &uuml;berzogen; der gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung hielten Frankes Behauptungen jedoch bislang fast immer stand.">2</a> fürchten nicht wenige Angehörige der hiesigen Sportelite wie der Teufel das Weihwasser. Aber welche flankierenden, betreuenden Dienste verrichten die Ärzteteams in den Mannschaften des lukrativen Profisports tatsächlich? Ist es glaubwürdig, daß Herr <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hans-Wilhelm_M%C3%BCller-Wohlfahrt&amp;oldid=31201762" target="_blank">Müller-Wohlfahrt</a> die millionenteuren Superstars, wenn sie humpelnd vom Platz gehen, allein mit Arnicasalben und Vitaminpräparaten wieder einsatzfähig macht?</p>
<p>Was man in den letzten Tagen zumindest lernen konnte: die für Dopingvergehen (mit-)verantwortlichen Ärzte hören nicht nur auf beruhigend fremdländische Namen wie beispielsweise <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eufemiano_Fuentes" target="_blank">Eufemiano Fuentes</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_2_36" id="identifier_2_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der spanische Mediziner gilt als Hauptfigur im sog. Fuentes-Skandal, &uuml;ber den u.a. Jan Ullrich im Vorfeld der Tour de France 2006 stolperte. Zu Fuentes nach Madrid pilgerten neben Ullrich zahlreiche andere Spitzensportler, wie etwa Ivan Basso, die sich von Blutplasmakonserven, EPO und Wachstumshormonen eine Leistungssteigerung versprachen.">3</a> Im Gegenteil: es sind &#8211; gerade in Sportkreisen wohlklingende &#8211; Namen wie Heinrich, Schmid oder Huber. Und sie stehen oder standen interessanterweise alle in Diensten der Freiburger Universitätsklinik für Sportmedizin. Kann das ein Zufall sein?</p>
<p>Ich selbst hatte vor einer Woche angekündigt, die lange Tradition der Sportärzte aus dem Breisgau auf dem Feld der pharmazeutischen Leistungsmanipulation etwas detaillierter darzustellen. Inzwischen sind einige Namen und Fälle der Vergangenheit, die auch mir bekannt sind, bereits von Journalisten anderer Medien genannt worden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_3_36" id="identifier_3_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ein Umstand, der auch kaum verwunderlich ist. Denn die Verdachtsf&auml;lle sind keineswegs nur Insidern bekannt. Erstaunlich ist vielmehr, da&szlig; nach dem Gest&auml;ndnis von Heinrich, Schmid &amp; Co. &uuml;berhaupt jemand ernsthaft erstaunt sein kann. Wer sich ein wenig in diesem Bereich auskennt, kann diese grassierende Verwunderung nur als Heuchelei deuten.">4</a> Die leitenden Ärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich wurden von der Universität Freiburg suspendiert und wenige Tage später die <a href="http://www.sport-transparency.org/2007/05/24/news8263/" target="_blank">Betreuung aller Sportler</a> durch das Ärzteteam bis auf weiteres untersagt. Eine Untersuchungskommission der DFG soll die Aktivitäten der vergangenen 20 Jahre unter die Lupe nehmen und nach dem Geständnis von Olympia-Arzt Georg Huber hat nun auch der Deutsche Olympische Sportbund die Zusammenarbeit mit den Freiburger Medizinern aufgekündigt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_4_36" id="identifier_4_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nachdem dieser Schritt unausweichlich geworden war, traf DOSB-Pr&auml;sident Thomas Bach die &uuml;berf&auml;llige Entscheidung, die Zusammenarbeit zu beenden. Er versprach, &bdquo;alles f&uuml;r ein sauberes Betreuerteam 2008 zu tun. In unserer Null-Toleranz-Politik gibt es kein Wackeln, erst recht nicht im Bereich Sportmedizin.&ldquo; Bleibt zu hoffen, da&szlig; es sich auch bei dem verabschiedeten 10-Punkte-Aktionsplan nicht wieder nur um ein Lippenbekenntnis handelt. Denn gerade Thomas Bach und seine Kollegen in den Pr&auml;sidien der deutschen Sportverb&auml;nde h&auml;tten schon l&auml;ngst wissen k&ouml;nnen, da&szlig; in Freiburg nicht immer gem&auml;&szlig; den Regeln eines sauberen Sports gearbeitet wird bzw. wurde.">5</a></p>
<p><strong>Vor der eigenen Haustür kehren: Der dopinginfizierte Wettbewerb zweier Sportsysteme</strong></p>
<p>Und noch eine weitere lehrreiche Erkenntnis darf man aus den Entwicklungen der vergangenen Tage mitnehmen: gezieltes Doping unter ärztlicher Anleitung war niemals ein spezifisches Problem des DDR-Sports. Sicherlich, mit dem Staatsplan 14.25, der 1974 vom SED-Zentralkommitee beschlossen wurde, wurde im Osten der Republik ein umfassendes Dopingsystem installiert;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_5_36" id="identifier_5_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das fl&auml;chendeckende Dopingsystem der DDR zielte auch &ndash; im Unterschied zur alten BRD &ndash; auf die vielen heranwachsenden Talente in den Sport- und Talentschulen. Die weitreichenden gesundheitlichen Auswirkungen, die die Verabreichung von Dopingsubstanzen v.a. auf junge M&auml;dchen hatte, sind in den 90er Jahren im Rahmen einiger Gerichtsprozesse publik geworden. Bis heute leiden unz&auml;hlige ehemalige Spitzenathletinnen unter gravierenden Folgesch&auml;den. Sehr interessant hierzu das Gespr&auml;ch mit Ines Geipel in der FAZ.">6</a> im Westen freilich gab es ebenfalls energische Bemühungen, das Wissen um medizinische Leistungsmanipulation zu erweitern und anzuwenden. Das Ziel, nämlich möglichst erfolgreiche Sportler zu internationalen Wettkämpfen zu schicken, war dasselbe. Und die Unterschiede in der Vorgehensweise waren keineswegs so groß, wie Politiker und Sportfunktionäre der alten Bundesrepublik gerne Glauben machen wollten.</p>
<p>Einer der ganz wenigen Sportfunktionäre, die die Dopingproblematik offen ansprachen, war Prof. Helmut Digel, der den Leichtathletikverband in den 90er Jahren anführte; auf die Sportsysteme der beiden deutschen Länder angesprochen, antwortete er zutreffend: &#8222;In der DDR wurde systematisch und menschenverachtend gedopt, in der Bundesrepublik nur menschenverachtend.&#8220;</p>
<p>Nun aber, im Mai 2007, wird endlich sichtbar, was Insider längst wußten und auch die verantwortlichen Funktionäre in den Sportverbänden längst hätten wissen können, wenn sie nur gewollt hätten: im Schutz des Instituts für Sportmedizin in Freiburg hatte sich seit den 70er Jahren ein Milieu etabliert, das den Einsatz von Dopingmitteln nicht nur wissenschaftlich analysierte, sondern auch praktizierte. Und so kann man sich der Frage, die <a  href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/244/116128/" target="_blank">Klaus Hoeltzenbein</a> in der Süddeutschen Zeitung stellt, nur anschließen: &#8222;War Freiburg die Antwort des Westens auf Leipzig?&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_6_36" id="identifier_6_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gemeint ist die Hochschule f&uuml;r K&ouml;rperkultur (DHfK) in Leipzig, die als Hochburg des Anabolikadopings der DDR gilt.">7</a></p>
<p>Eine andere Frage ist freilich, wieso in den nun angekündigten Ermittlungen ausgerechnet der Zeitraum der letzten 20 Jahre interessiert. Markiert hier der tragische Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel den vermeintlichen Sündenfall eines bis dahin untadeligen Instituts? Reichen die Verfehlungen oder Auffälligkeiten nicht mindestens bis in die 70er Jahre zurück?</p>
<p><strong>Graue Eminenzen &#8211; Wie Freiburg zum Mekka der Sportmedizin wurde</strong></p>
<p>Was heute die in Ungnade gefallenen Spitzenmediziner Heinrich, Schmid und Huber sind, waren in früheren Tagen die Sportärzte Joseph Keul und <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Armin_Kl%C3%BCmper&amp;oldid=32387084" target="_blank">Armin Klümper</a>. Mit diesen beiden Namen verbinden sich Aufstieg und Fall der Freiburger Sportmedizin. Keul und Klümper stehen für außergewöhnliche (sport-)medizinische Expertise und gleichzeitig für ethische Indifferenz.</p>
<p>Erstaunlich ist freilich nur, wie sie trotz des Wissens um ihre Verstrickungen in mysteriöse Dopingfälle das Image der honorig-untadeligen Ärzte aus dem Schwarzwald weitgehend aufrecht erhalten konnten. Zu fragen wäre auch, inwieweit hier ein (Schweige-)Kartell zwischen bundesdeutschen Sportfunktionären, Sportmedizinern und bestimmten Teilen des Sportjournalismus bestand. Denn, soviel ist auch klar: während sich einige Journalisten seit vielen Jahrzehnten darum bemühen, auch die Schattenseiten des (ökonomischen) Sportsystems zu beleuchten,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_7_36" id="identifier_7_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hierbei handelt es sich um eine Handvoll Redakteure &uuml;berregionaler Tageszeitungen [SZ, FAZ, FR,&hellip;], wie bspw. Thomas Kistner, Evi Simeoni, Andreas Singler oder Hans-Joachim Waldbr&ouml;l.">8</a> erschöpft sich die Tätigkeit der Mehrzahl der Sportredakteure in gefälliger Hofberichterstattung.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_8_36" id="identifier_8_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und mehr noch, solange die gefeierten und angehimmelten Nationalhelden nicht vor laufender Kamera die Spritzen ansetzen, so k&ouml;nnen sie sich des Beistands etwa der Bildzeitung sicher sein. Als 1988 der damalige Pr&auml;sident des Deutschen Leichtathletikverbandes nach dem mysteri&ouml;sen Todesfall Birgit Dressels und der ungekl&auml;rten Beteiligung von Armin Kl&uuml;mper, den Freiburger Arzt nicht mit zu den Olympischen Spielen nach Seoul nehmen wollte, ergriff die Bildzeitung Partei f&uuml;r den Dopingarzt Kl&uuml;mper. Munzert wurde zum Abschu&szlig; freigegeben und BILD titelte: &bdquo;Herr Munzert! Entschuldigen Sie sich bei Professor Kl&uuml;mper!&ldquo; &ndash; Munzert trat, nach heftigen Mobbingattacken gegen ihn, wenige Monate sp&auml;ter zur&uuml;ck.">9</a></p>
<p>Auf den üblichen Sportseiten findet sich eine unkritische Melange einer Blut-, Schweiß- und Tränenkolportage, die Helden feiert und Emotionen schürt. Deren Lieblinge sind Sportler wie Jan Ullrich oder Franziska van Almsick, die der Nation Siege bescheren und über deren Gewichtsprobleme oder Liebesaffären sich auch jenseits des Sportgeschehens trefflich lästern läßt. Solange ein Olympiaheld oder eine Olympiaheldin noch im strahlenden Schein der Medaillen lächelt, sind kritische Überlegungen, wie es zu den oftmals beachtlichen Leistungssprüngen kommen konnte, für den Sportjournalismus des Boulevards tabu.</p>
<p><strong>Joseph Keul &#8211; Der freundliche Herr im Hintergrund</strong></p>
<p>Aber zurück zu den Doyens der deutschen Sportmedizin. Wer sich an nervenaufreibende Davis-Cup-Matches der 80er Jahre erinnert, daran wie die Tennishelden Stich, Jehlen, Kühnen und vor allem das Wunderkind Boris Becker die gegnerischen Mannschaften bezwangen, wird sich möglicherweise auch an einige Gesichter erinnern, die stets direkt hinter der Trainerbank zu sehen waren. Ja, gewiß, Roberto Blanco war auch damals schon festes Inventar dieser Szene. Die Rede ist aber auch nicht von Frau Stich-Stockmann, der Möchtegernschauspielerin mit blonder Löwenmähne. Die Rede ist vielmehr von Prof. Dr. Joseph Keul, der stets milde lächelnd das Treiben auf dem Tennisplatz beobachtete.</p>
<p>Joseph Keul war seit den 70er Jahren Leiter der sportmedizinischen Abteilung an der Freiburger Universitätsklinik und später auch Vorsitzender des deutschen Sportärztebunds. Und von Keul wußte man, daß sein Betreuungsangebot an Spitzensportler über die Leistungsdiagnostik und medizinische Akutbehandlung weit hinausreichte. „Freiburg war bekannt dafür, das komplette Spektrum anzubieten“,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_9_36" id="identifier_9_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Strepenick, Andreas: Die Schwarzmarktklinik, Tagesspiegel, 25.5.2007">10</a> so die Aussage eines Insiders. Und das &#8222;<em>komplette Spektrum</em>&#8220; beinhaltete zweifelsfrei auch die Anabolikagabe.</p>
<p>Allerdings war Keul auch ein Meister der Verschleierung &#8211; und dies vermutlich nicht nur in dem Sinne, nachweisbare Spuren von Dopingsubstanzen im Blut des Athleten zu maskieren. Schriftliche Aufzeichnungen über die Behandlung von Spitzenathleten liegen so gut wie nicht vor und als vor acht Jahren der Spiegel eine Enthüllungsgeschichte über Keuls dunkle Praktiken veröffentlichte, ging er dagegen zusammen mit Jan Ullrich, der darin auch belastet wurde, mit aller juristischen Vehemenz vor. In der Folge knickten die wertvollsten Zeugen des Spiegel ein und zogen ihre Aussage zurück, die Sache ging aus wie das <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hornberger_Schie%C3%9Fen&amp;oldid=31901346" target="_blank">Hornberger Schießen</a>.</p>
<p>Freilich war Keul selbst noch in den siebziger Jahren mit Äußerungen hervorgetreten, wonach erstens die Verabreichung von Anabolika keine gesundheitlichen Schäden erwarten lasse und zweitens leistungssteigernde Präparate den Spitzensportlern nicht vorenthalten werden sollten. Zuweilen verkündete Keul auch, daß unter seiner Anleitung jeder mittelmäßige Gewichtheber zu einem Topathleten werden könne. In der Zeitschrift &#8222;Medizinische Klinik&#8220; veröffentlichte Keul zusammen mit seinem ebenfalls höchst renommierten Kollegen Kindermann einen Aufsatz, in dem die Freigabe von Hormonpräparaten nahegelegt wurde.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ein Verbot von anabolen Hormonen mit dem Hinweis auf eine Schädigung, die nicht bewiesen ist, lässt die ärztliche Beratung bzw. den Arzt selbst fragwürdig erscheinen und ist daher nicht empfehlenswert.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_10_36" id="identifier_10_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die auff&auml;llige hohe Sterberate ehemaliger Spitzensportler im Alter von 40-50 Jahren, die von den Freiburger Sport&auml;rzten betreut wurden, weist allerdings doch auf negative Effekte hin. Der Hammerwerfer Uwe Beyer, der Keul die Gabe von Anabolika vorwarf, verstarb 1993; der ebenfalls gest&auml;ndige Spitzenkugelsto&szlig;er Ralf Reichenbach verstarb 1998.">11</a></p></blockquote>
<p>Vorliegende Hinweise darauf, daß der Einsatz von anabolen Steroiden zu Schäden führen könnte, ließen Keul &amp; Co. damals nicht gelten; ethische Überlegungen etwa im Hinblick auf einen &#8222;sauberen Sport&#8220; wurden erst überhaupt nicht angestellt. Wie zynisch damals gedacht wurde, illustriert eine Aussage von Wilfried Kindermann (der übrigens noch 2006 in Turin leitender Arzt des deutschen Olympiateams war), der trotz einiger Berichte über Lebertumore nach Anabolikamißbrauch lapidar feststellte:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Anabolikagabe an Frauen ist eher ein soziales Problem als ein medizinisches. Im Osten kommen Frauen auch mit tieferen Stimmen durch den Alltag.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_11_36" id="identifier_11_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Singler, Andreas (2006): Die &laquo;praktische Toleranz&raquo; im Spitzensport, NZZ, 12.10.2006">12</a></p></blockquote>
<p>Wer sich in Anbetracht solcher Verlautbarungen, die wohlgemerkt keineswegs nur hinter vorgehaltener Hand gemacht, sondern in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden!, noch Illusionen bezüglich der Rolle westdeutscher Sportärzte im Dopinggeschehen macht, dem ist kaum zu helfen. Denn es ist kaum anzunehmen, daß diejenigen Akteure, die noch in den späten siebziger Jahren die Chuzpe hatten, auf eine teilweise Freigabe von Hormonpräparaten zu dringen, in den folgenden Jahrzehnten ihre Präferenzen ganz anders justiert haben. Der Versuch der Ärzte Keul, Klümper und Kindermann, Doping salonfähig zu machen, wurde seinerzeit vom damaligen Kanzler Helmut Schmidt persönlich unterbunden. Mit einem Machtwort untersagte er jede weitere Finanzierung solcher Studien.</p>
<p>Keul selbst geriet außer 1976, als ihm der Hammerwurfeuropameister <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Beyer" target="_blank">Uwe Beyer </a>vorwarf, ihm Anabolika verabreicht zu haben, nur selten wieder in den konkreten Verdacht, sich in diesem Geschäft die Finger schmutzig zu machen. Dabei hatte er die Dopingpraxis, wie aus den Stasi-Archiven in den späten 90ern bekannt wurde, bereits 1974 gegenüber seinem DDR-Kollegen Prof. Manfred Höppner eingeräumt: &#8222;&#8230; bestätigte Prof. Dr. Keul, daß in der BRD generell die Anwendung von Anabolen erfolgt und daß er im Prinzip nichts dagegen einzuwenden habe.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_12_36" id="identifier_12_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. B&uuml;rer, Barbara &amp; Klawitter, Nils (1998): Doping macht verge&szlig;lich. DIE ZEIT, 13/1998 &ndash; Keul selbst wies die Vorw&uuml;rfe sp&auml;ter weit von sich. H&ouml;ppner habe sich vor der Stasi nur wichtig machen wollen, so seine Erkl&auml;rung.">13</a></p>
<p>Im Jahr 2000 verstarb Joseph Keul und seitdem wurde sein Name kaum mehr in Verbindung mit den weniger ruhmvollen Verquickungen der Sportmedizin mit der Dopingmafia gebracht. Wenn nun aber die Ärzte Prof. Dr. Andreas Schmid und Dr. Lothar Heinrich ihre Beteiligung einräumen, dann sind das die beiden Ärzte, die im Jahr 1991 von Keul persönlich unter Vertrag genommen wurden und gemäß seinen Vorgaben die Betreuung im Radsport organisierten. Kaum anzunehmen, daß seine beiden Assistenten nicht nach Maßgabe des Altmeisters vorgingen. Und zu ihrem Vorgehen zählte, wie man nun nach jahrelangem beharrlichen Leugnen weiß, auch die Verabreichung von Dopingsubstanzen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.</p>
<p>Deutlich weniger Begabung oder vielleicht auch nur Glück, sich aus offensichtlichen, publik gewordenen Dopingfällen herauszuhalten, war dem Sportarzt und Traumatologen Armin Klümper vergönnt.</p>
<p><strong>Armin Klümper &#8211; Blankorezepte für Anabolika und der frühe Tod der Birgit Dressel</strong></p>
<p>Klümper, der seit vielen Jahren in Südafrika lebt und ironischwerweise Bücher über Pflanzenheilkunde verfasst<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_13_36" id="identifier_13_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Titel eines seiner letzten B&uuml;cher lautet: &bdquo;Unkraut vergeht nicht&ldquo;, man w&auml;re fast geneigt dem Mediziner Kl&uuml;mper ein gewisses Talent zur Selbstironie zuzusprechen.">14</a>, war über fast zwei Jahrzehnte hinweg die Topadresse der deutschen Sportmedizin. Zu ihm pilgerten die Athleten wie zu einem Guru; und auch bei Klümper erschöpfte sich die Behandlung bei weitem nicht nur im Auftragen von Voltaren Gel. Klümper, der einen Lehrstuhl an der Universität Freiburg inne hatte und Leiter der Sporttraumatologischen Spezialambulanz der Mooswaldklinik war, bewies weit weniger Zurückhaltung als sein Kollege Joseph Keul.</p>
<p>Berühmt und berüchtigt war er für seinen &#8222;Klümper-Cocktail&#8220;, von dem sich die Sportler wahre Wunderdinge erhofften. Nachdem er in den siebziger Jahren wie seine Kollegen Keul und Kindermann keinen besonderen Hehl daraus machte, daß er der leistungsfördernden Medikamentengabe Sympathien engegenbrachte, hielt er sich ab 1980 diesbezüglich bedeckter. Vom Hammerwerfer <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Walter_Schmidt_%28Sportler%29&amp;oldid=29837636" target="_blank">Walter Schmidt</a>, der zwischen 1971 und 1975 mehrmals den Weltrekord verbessert hatte, wurde Klümper freilich bezichtigt, ihm Anabolika gespritzt zu haben. Klümper &#8211; mutiger als sein ehemaliger Weggefährte und späterer Antipode Keul &#8211; stritt dies gar nicht kategorisch ab, sondern erklärte, Schmidt habe &#8222;rauhe Mengen von Anabolika&#8220; geschluckt und er habe diesem lediglich einen Dosierungsplan geschrieben. Der Fall war damit schon wieder fast erledigt.</p>
<p>Große Schlagzeilen machte dann jedoch 1987 der tragische Todesfall der hoffnungsvollen Siebenkämpferin <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Dressel" target="_blank">Birgit Dressel</a>. Die Bremer Leichtathletin war seit 1981 Patientin bei Armin Klümper. 1984 war Dressel in Los Angeles Neunte bei den Olympischen Spielen geworden, 1986 schrammte sie als Viertplazierte bei den Europameisterschaften knapp an einer Medaille vorbei. Sie selbst bezeichnete Klümper als ihren Vertrauensarzt. Am 10. April 1987 verstarb die 26-jährige an einem &#8211; laut Gutachten &#8211; &#8222;Multiorganversagen infolge eines durch Medikamente ausgelösten toxisch-allergischen Schocks&#8220; in der Mainzer Universitätsklinik.</p>
<p>Das Martyrium der Birgit Dressel dauerte drei Tage lang. Wegen starker Schmerzen nach dem Kugelstoßtraining und dem Verdacht auf eine Nierenkolik wurde sie in die Klinik eingewiesen. Möglicherweise war den Ärzten auch nicht bekannt, daß unter den Medikamenten, die Birgit Dressel im Körper hatte, auch drei Anabolikapräparate waren. Alle Rettungsversuche der 24 Ärzte des Uniklinikums blieben vergeblich. Das Time-Magazin faßte den Fall so zusammen:</p>
<blockquote><p>In the 1984 Olympics, she came in ninth. In the 1986 European Championships, she came in fourth. In 1987, at the age of 26, West German heptathlete Birgit Dressel was dead, the victim of her body&#8217;s reaction to the profusion of drugs she took in order to be a great competitor.<br />
Her story is a singularly horrible one, but the behavior that cost Dressel her life is by no means unique. Dressel died in a Mainz hospital, after three days of agonizing pain, because of a rare massive allergic reaction to the combination of drugs she took &#8212; as many as 20 different kinds. She consumed them compulsively, seeking help from at least three different doctors to keep the medicine chest stocked, believing that they would all help her win. She believed as well that the drugs were nothing to worry about. When her mother questioned her about them, Dressel replied, &#8222;These are all harmless drugs. All athletes take them. It&#8217;s really nothing special.&#8220; <em>[Time Magazine (1988): <a href="http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,968618,00.html" target="_blank">An Athlete Dying Young</a>. 10.10.1988]</em></p></blockquote>
<p>Vielleicht war es tatsächlich nichts Außergewöhnliches, daß Athleten &#8211; wie offenbar die aufstrebende Athletin Birgit Dressel &#8211; einen ganzen Medikamentencocktail einnahmen, höchstwahrscheinlich war auch der legendäre &#8222;Klümper-Cocktail&#8220; darunter. Die Besonderheit im Fall Dressel war vermutlich nur, daß sie neben ihrem Leibarzt Klümper auch noch bei zwei weiteren Medizinern vorstellig geworden war, die ihr u.a. Schmerzmedikamente verabreichten. Insgesamt, so ergaben es die Untersuchungen, wurden ihr von Klümper in den beiden Jahren vor ihrem Tod über 100 verschiedene Medikamente und über 400 Injektionen verabreicht. Ihr Trainer gab später an, daß sie auch verschiedene Anabolika eingenommen habe, darunter <span class="beitrag">die Präparate Stromba und Megagrisevit, verschrieben durch Dr. Armin Klümper. Die Staatsanwaltschaft Mainz stellte das Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, das gegen Unbekannt gestellt war, nach einigen Monaten ergebnislos ein.</span></p>
<p><span class="beitrag">Gestolpert ist Armin Klümper letztlich 1994 über den Fall der Hürdensprinterin <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Wolf" target="_blank">Birgit Hamann-Wolf</a>. Sie hatte Klümper vorgeworfen, ihr Wachstumshormone gegeben zu haben<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_14_36" id="identifier_14_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kl&uuml;mper hatte Birgit Wolf das Medikament &bdquo;Genotropin&ldquo; gegeben, das ausschlie&szlig;lich bei Wachstumsst&ouml;rungen von Kindern indiziert ist.">15</a> &#8211; dies allerdings ohne ihr Wissen. Ironischerweise wurde Klümper allerdings nicht wegen Medikamentenmißbrauchs oder versuchter Körperverletzung belangt, sondern weil er leichtsinniger- und unzulässigerweise über Jahre hinweg die Hormonpräparate über die Krankenkasse und den Deutschen Sportbund abgerechnet hatte.<br />
</span></p>
<p><strong>Schweigekartelle und Leugnung um jeden Preis</strong></p>
<p>Die Ärzte, die heute die Spitzensportler im Radsport, Skilanglauf, Schwimmen oder auch im Fußball betreuen, sind &#8211; das muß jedem bewußt sein &#8211; entweder dieselben, die in den 80er und 90er Jahren in Dopingfälle verstrickt waren oder stehen als Assistenten, Schüler, Nachfolger in der Tradition von Keul und Klümper.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_15_36" id="identifier_15_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und tragen &ndash; so sie nicht selbst aktiv Dopingsubstanzen verabreichen &ndash; dennoch eine Mitverantwortung, sobald sie Kenntnis davon erlangen, da&szlig; die ihnen anvertrauten Sportler Dopingmi&szlig;brauch betreiben, dagegen aber nicht einschreiten.">16</a> Prof. Wilfried Kindermann, der vor 30 Jahren die Folgen des Anabolikamißbrauchs in obszöner Weise verharmloste, war lange Jahre Chef der Deutschen Fußballnationalmannschaft und fungierte noch bei der WM 2006 als &#8222;Chief Medical Officer des Organisationskomitees&#8220;. Joseph Keul ist gestorben und Armin Klümper widmet sich in Südafrika seinen Forschungen.</p>
<p>Bis heute ist von der Sportärztegeneration, die heute zwischen 30 und 50 Jahre alt ist, keine kritische Bemerkung, keine Distanzierung von deren Praktiken zu vernehmen. Im Gegenteil: die nunmehr geständigen Telekom-Ärzte Schmid und Heinrich, die 1991 von Joseph Keul persönlich rekrutiert wurden, waren beispielsweise mehrmals zu Besuchen in Südafrika. Selbstverständlich war Klümper Ziel ihrer Reise. Auf die Frage, inwiefern sie die Gepflogenheiten am sportmedizinischen Institut der Universität Freiburg im Sinne des Gründervaters Keul fortführten, verweigern sie bislang jede Auskunft. Seither hatte ja genau diese Strategie Erfolg. Nichts anderes hatten schließlich Keul und Klümper vorbildlich demonstriert: jede kritische Nachfrage wird empört zurückgewiesen, ansonsten gilt das Primat des universellen Leugnens. Zu fragen wäre tatsächlich, ob den Freiburger Ärzten eine Art &#8222;Schweigegelübde&#8220; auferlegt wird.</p>
<p>Daß die sonst so jovialen Ärzte auch bissig und kämpferisch agieren konnten, zeigt die Erfahrung von Andreas Strepenick, der vorrangig für die Badische Zeitung schreibt:</p>
<blockquote><p>Andreas Schmid hatte die Badische Zeitung am 27. März davor gewarnt, über seine eventuelle Verstrickung in eine Dopingaffäre überhaupt nur ein Wort zu berichten. Er weigerte sich, etwas zu den Vorwürfen des früheren Team-Masseurs Jef d´Hont zu sagen, er warnte und er drohte. Schmid schrie am Telefon – und rief fünf Minuten später noch einmal an, um sich in aller Form zu entschuldigen. Als vor dreieinhalb Wochen das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ seine 15-seitige Enthüllungsgeschichte herausbrachte, erklärte Schmid nur schriftlich in knappen Worten, die Beschuldigungen entbehrten jeder Grundlage. Er log. Er log noch einmal am 10. Mai in seiner Erklärung gegenüber Klinikumsdirektor Brandis. Wie sein Kollege Heinrich hoffte er, das Kartell des Schweigens werde halten. [Strepenick/Focus-Online, <a href="http://www.focus.de/sport/mehrsport/tid-5825/freiburger-doping-aerzte_aid_57301.html" target="_blank">Freiburger Doping-Ärzte</a>, 27.5.2007]</p></blockquote>
<p>Hinsichtlich der erfolgversprechenden Strategie des Leugnens setzt sich die gute alte Freiburger Tradition offensichtlich fort. Wer also in den letzten Jahren behauptete, die Mediziner des Teams Telekom und die Sportmediziner Freiburgs seien aktive Kämpfer gegen das Doping,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_16_36" id="identifier_16_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="V&ouml;llig unverst&auml;ndlicherweise geh&ouml;rten etwa Georg Huber oder Andreas Schmid lange Jahre den Nationalen bzw. Internationalen Anti-Doping-Agenturen an. &Auml;rzte im Schafspelz eben.">17</a> outet sich entweder als jemand, der tatsächlich keine Ahnung hat oder das Dopingsystem stillschweigend toleriert.</p>
<p>Interessant ist, daß der heutige Ärztliche Direktor der Freiburger Sportmedizin, Prof. Hans-Hermann Dickhuth, bis letzte Woche seine Mitarbeiter Schmid und Heinrich beharrlich gegen jegliche Vorwürfe verteidigte.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_17_36" id="identifier_17_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wieviel bzw. wie wenig Ehrenerkl&auml;rungen wert sind, ist an der &bdquo;Stellungnahme der sportmedizinischen Mitarbeiter der Uniklinik Freiburg&ldquo; [PDF] abzulesen. Am 25.5.2007 stellten sie klar: &bdquo;Unsere Position zum Doping: Die Mitarbeiter (&hellip;) distanzieren sich von einer aktiven oder passiven Beteiligung an Doping im Sport in jeder Form. Wir lehnen jede unerlaubte Leistungsmanipulation im Wettkampfsport ab. Wir stehen zu den positiven Grundwerten, die Sport unserer Gesellschaft vermittelt.&ldquo; Einen Tag sp&auml;ter r&auml;umte der Mitunterzeichner Huber seine Beteiligung am systematischen Doping ein.">18</a> Beide hätten versucht, den Radrennstall der Telekom frei von Doping zu halten. &#8222;Auch unter meinem Vorgänger war die Abteilung sauber&#8220;, versicherte er. &#8222;Ich hatte bisher nie den Eindruck, dass in Freiburg etwas vertuscht oder unter den Teppich gekehrt worden wäre.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_18_36" id="identifier_18_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. K.H. Zurbonsen/Stuttgarter Zeitung (2007): Freiburger Sportmediziner r&auml;umen Doping ein, 24.5.2007">19</a> Soll man Dickhuth nun Naivität oder Dreistigkeit vorhalten?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_19_36" id="identifier_19_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ebenfalls ein Kollege fr&uuml;herer Freiburger Tage ist &uuml;brigens der Mannschaftsarzt der deutschen Skil&auml;ufer Ernst Jakob. Dieser machte sich bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 teilweise h&ouml;chst l&auml;cherlich, als er die &uuml;ber den Grenzwerten liegenden H&auml;moglobinwerte von Evi Sachenbacher-Stehle erkl&auml;ren sollte. Er wurde daraufhin gegen&uuml;ber dem Chef der Anti-Doping-Agentur des Skiverbandes Bengt Saltin ausf&auml;llig.">20</a></p>
<p>Wie aber, das soll abschließend kurz erörtert werden, ist es überhaupt zu erklären, daß Mediziner bei diesem unredlichen Dopingspiel beteiligt sind? Gab es da nicht eine Standesethik, die sich in etwa am legendären hippokratischen Eid orientiert?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_20_36" id="identifier_20_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In seinem Wesenskern zielt der Eid des Hippokrates (der allerdings von keinem Arzt tats&auml;chlich abgelegt wird!) darauf, da&szlig; die &auml;rztliche T&auml;tigkeit stets nur zum Nutzen der Patienten, niemals zu deren Schaden eingesetzt werden d&uuml;rfe.">21</a></p>
<p><strong>Dilemma und Irrtum der Sportmedizin &#8211; Medikation ohne Indikation</strong></p>
<p>Wie im ersten Artikel der Serie bereits angedeutet wurde, befinden sich auch die Ärzteteams in einem Konkurrenzkampf. Wenn die Sportler nicht zum Saisonhöhepunkt topfit sind, stehen die Ärzte &#8211; soweit nicht den Trainern Versäumnisse angelastet werden können &#8211; in der Schußlinie. Wenn es um die Betreuung von National- oder Olympiateams geht, wächst die Verantwortung noch mehr. Schließlich sitzt die gesamte Nation vor den Fernsehschirmen und erwartet Erfolge &#8211; wenn diese ausbleiben, steht die gesamte Mannschaft, einschließlich der Betreuer und Ärzte, in der Kritik.</p>
<p>Der Druck auf die Ärzte wächst, wenn anzunehmen ist, daß die Athleten anderer Nationen mit bestimmten Präparaten in Spitzenform gebracht werden. Wieso also &#8211; so ja auch die oben geschilderte Überlegung von Keul, Kindermann und Klümper in den Jahren 1976ff. &#8211; den eigenen Sportlern diese Möglichkeiten vorenthalten? Insgesamt sind vermutlich zwei Motivkreise zu unterscheiden: erstens die löbliche, aber naive Vorstellung, durch ärztlich kontrollierte Dopingverabreichung mögliche Folgeschäden ausschließen zu können, zweitens der Versuch, die Existenzberechtigung und Bedeutung der eigenen Profession unter Beweis zu stellen.</p>
<p>Wen man also danach fragt, wie ein Sportmediziner dazu kommt, einem Athleten verbotene Substanzen zu verabreichen, muß man akzeptieren, daß auch hier die Antwort nicht eindimensional ausfallen kann. Gewiß, Skrupellosigkeit und ärztlicher Zynismus spielen teilweise auch hier eine Rolle, wie an den kurz skizzierten Fällen möglicherweise ablesbar ist; dennoch schwingt häufig das Motiv mit, den Athleten Folgeschäden durch Dosierungsfehler zu ersparen.</p>
<p>Diese Überlegung wurde 1977 folgenderweise formuliert:</p>
<blockquote><p>«Wenn die Ärzte &#8222;Nein&#8220; sagen, dann gibt es überhaupt keine Kontrolle», erläuterte Dirk Clasing, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Verbandsärzte (und heutiger Medizinchef der Nationalen Anti-Doping-Agentur) weiter: «Es ist deshalb doch besser, mitzugehen, zu steuern und sinnvoll zu helfen, als zu sagen: &#8222;Wir sind völlig dagegen!&#8220; &#8211; gegen Substanzen möglicherweise, die nicht einmal unbedingt schaden.»<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/#footnote_21_36" id="identifier_21_36" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Singler, Andreas (2006): Die &laquo;praktische Toleranz&raquo; im Spitzensport. 1976 bewiesen bundesdeutsche &Auml;rzte ihre Dopingbereitschaft mit kurzzeitiger Anabolika-Freigabe, NZZ, 12.10.2006">22</a></p></blockquote>
<p>Daß auch hier eine gehörige Portion Scheinheiligkeit mitspielt, ist dennoch offensichtlich.</p>
<p>Das zweite Motivbündel zielt allerdings nicht auf das Patienten- bzw. Sportlerwohl, sondern ist selbstreferentiell auf den eigenen Berufsstand bezogen. Wie in allen anderen Bereichen der universitären Forschung ist es von existentieller Bedeutung, daß gegenüber Politik und Wissenschaftsbürokratie die Wichtigkeit des eigenen Forschungsgebietes klargestellt wird. Jeder Sportmediziner, der sich bescheiden gibt und verlautbart, daß die Betreuung der Athleten keine weiteren Forschungen erforderlich macht, ist Totengräber seiner eigenen Profession. Die Professoren Keul und Klümper verstanden sich hervorragend darauf, einerseits Gelder für ihre Dopingforschungsprojekte zu akquirieren, andererseits sich als unersetzlich darzustellen.</p>
<p>Wenn jeder Provinzsportarzt dieselben Betreuungserfolge der Spitzensportler erzielen könnte, wäre dieser Nimbus kaum aufrechtzuerhalten. Die Anwendung von unerlaubten Methoden und das Erfahrungswissen im Umgang mit Dopingsubstanzen konnten die Freiburger Sportmediziner fast exklusiv für sich beanspruchen. Kaum anders ist die frappierende Dominanz der &#8222;Freiburger Schule&#8220; in der Sportmedizin zu erklären. Zu diesem wertvollen Wissensvorsprung gehört im übrigen auch das Beherrschen derjenigen Techniken, die den Sportlern erlauben, durch das Kontrollnetz der Dopingbehörden zu schlüpfen. Wie man weiß, verstanden die Freiburger Ärzte es durchaus meisterlich, ihre Epo-gestützten Radprofis genau auf den Hämatokritwert einzustellen, der unterhalb des Grenzwertes lag.</p>
<p>Niemand kann also behaupten, in Freiburg seien Pfuscher am Werk. Was man dennoch feststellen muß und weswegen sich der Einsatz von Dopingsubstanzen grundsätzlich verbietet, ist der Umstand, daß hier eine Medikation ohne Indikation vorliegt. Die Verabreichung von Medikamenten, ohne daß eine zwingende medizinische Indikation gegeben ist, stellt einen groben ärztlichen Fehler dar. Es wird insofern höchste Zeit, daß nun auch in der Politik und der Ärzteschaft über Sanktionen gegen diejenigen Ärzte nachgedacht wird, die im Dopingmilieu gearbeitet haben.</p>
<p>Auf Reue oder Distanzierung der betroffenen Ärzte, etwa ein aufrichtiges Bedauern, daß man auch gesundheitliche Schäden der Athleten in Kauf genommen habe oder schlicht das Eingeständnis, daß man jahrelang dreist gelogen habe &#8211; darauf wird man vergeblich warten müssen.</p>
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<ol>
<li><em><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/scheinheiligkeiten-blindheit-und-systemzwaenge-dopingarrangements-im-spitzensport-i/">Scheinheiligkeiten, Blindheit und Systemzwänge</a> » Dopingarrangements im Spitzensport I</em></li>
<li><em><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/" target="_blank">Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne</a> » Dopingarrangements im Spitzensport II</em></li>
<li><em>Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport III</em></li>
<li><em>Kontaminierte Tourhelden und andere strahlende Sieger » Dopingarrangements im Spitzensport IV</em></li>
</ol>
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<hr size="1" width="60%" />
<p><strong>Linktipps:</strong></p>
<p><em>Rolle der Freiburger Sportmedizin:</em></p>
<ul>
<li>Bachner, Frank (2007): <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/Doping-Doping-Radsport-Erik-Zabel;art2650,2318140" target="_blank">Der Zweifel fährt mit</a>. Der Tagesspiegel, 9.6.2007</li>
<li>Simeoni, Evi (2007): <a href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E79C0B9CE8AA14EF18A7D72274D1CFB58~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Von Medizinmännern und Versuchskaninchen</a>, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3.6.2007, S. 20</li>
<li><em></em>Hürter, Tobias (2007): <a  href="http://www.zeit.de/2007/23/M-Doping-Freiburg" target="_blank">Rezepte für den Sieg</a>. DIE ZEIT, 31.05.2007 Nr. 23</li>
<li>Kistner, Thomas (2007): <a  href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/100/115984/" target="_blank">Das Schweigen der Bruderschaft</a>, Süddeutsche Zeitung, 29.5.2007</li>
<li>Hoeltzenbein, Klaus (2007): <a  href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/244/116128/" target="_blank">Wie in der DDR, nur anders</a>, SZ, 29.5.2007</li>
<li>Hahn, Jörg (2007): <a  href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc%7EE25C559037110428F876083E090812AD6%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">Spürhunde waren Maulwürfe</a>. Der Fall des Dopingarztes Huber, FAZ, 28.5.2007</li>
<li>Schweitzer, Jan (2007): <a  href="http://images.zeit.de/text/online/2007/22/doping-mediziner" target="_blank">Verbrecherische Ärzte</a>. Die ZEIT, 26.5.2007</li>
<li>Strepenick, Andreas (2007): <a href="http://www.tagesspiegel.de/dritte-seite/archiv/25.05.2007/3289468.asp" target="_blank">Die Schwarzmarktklinik</a>. Freiburg galt als Aushängeschild der Sportmedizin. Nun ist der Mythos entzaubert. Der Tagesspiegel, 25.5.2007</li>
<li>Gernandt, Michael (2007): <a  href="http://www.sueddeutsche.de/,ra6l2/sport/weitere/artikel/312/109203/" target="_blank">101 Medikamente, 400 Injektionen</a>. Der tragische Tod Birgit Dressels. Süddeutsche Zeitung, 10.4.2007</li>
<li>Kistner, Thomas und Burkert, Andreas (2006): &#8222;<a  href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/91/83008/" target="_blank">Meine Arbeit ist Teamarzt, nicht Dopingkommissar&#8220;</a> (Interview), SZ, 18.8.2006</li>
<li>Time Magazine (1988): <a href="www.time.com/time/magazine/article/0,9171,968618,00.html" target="_blank">An Athlete Dying Young</a> [Der Tod Birgit Dressels], 10.10.1988</li>
</ul>
<p><em>Dopingproblematik allgemein / DDR-Staatsdoping:</em></p>
<ul>
<li>Singler, Andreas (2006): <a href="http://www.nzz.ch/2006/10/12/sp/articleEK2EC.print.html" target="_blank">Die «praktische Toleranz» im Spitzensport</a>. 1976 bewiesen bundesdeutsche Ärzte ihre Dopingbereitschaft mit kurzzeitiger Anabolika-Freigabe, NZZ, 12.10.2006</li>
<li>FAZ (2006): Doping: &#8222;<a  href="http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc%7EE440886BEFF3A4C6F87C3F2ED1809A2DF%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">Von der vergifteten Sportgeschichte befreien</a>&#8222;. Interview mit der ehem. Spitzenathletin Ines Geipel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2006</li>
<li>Franke, Werner (2006): <a href="http://www.welt.de/print-welt/article226396/Das_Doping_der_Anderen.html" target="_blank">Das Doping der Anderen</a>, Die Welt, 30.6.2006</li>
<li>Dieterle, Claus (2005): „<a  href="http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc%7EE44E894AF701A4607A593418506E4C688%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">Das Zwangsdoping muß öffentlich deklariert werden</a>“, FAZ, 6.10.2005</li>
<li>Ritter, Andreas (2003): Wandlungen in der Steuerung des DDR-Hochleistungssports in den 1960er und 1970er Jahren. [Dissertation als <a  href="http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2005/68/pdf/ritter.pdf" target="_blank">PDF</a>]</li>
<li>Hess, Jutta (2002): <a  href="http://www.zeit.de/archiv/2002/11/200211_sport_franke.xml" target="_blank">Sichtung und Wahrheit</a>. Seit über 30 Jahren führen Brigitte Berendonk und Werner Franke den Kampf gegen das Doping. DIE ZEIT, 11/2002</li>
<li>Bürer, Barbara &amp; Klawitter, Nils (1998): <a  href="http://images.zeit.de/text/archiv/1998/13/doping.txt.19980319.xml" target="_blank">Doping macht vergeßlich</a>. Seit 1990 schmückt sich der Westen mit den Sportlern aus DDR-Produktion. Ihre Schöpfer stehen nun vor Gericht. DIE ZEIT, 13/1998</li>
</ul>
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458" target="_blank">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375" target="_blank">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575" target="_blank">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Haug, Tanja (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3939519278?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3939519278" target="_blank">Doping</a>. Dilemma des Leistungssports.</li>
<li>Beune, Andreas (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936973172?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3936973172" target="_blank">Did Not Finish: Der Radsport und seine Opfer</a>. 20 Himmelsstürmer im Porträt.</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X" target="_blank">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Geipel, Ines (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3887471601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3887471601">Verlorene Spiele</a>. Journal eines Doping-Prozesses. Transcript-Verlag.</li>
<li>Hartmann, Grit (1997): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3931801039?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3931801039">Goldkinder. Die DDR im Spiegel ihres Spitzensports</a>. Forum-Verlag, Leipzig.</li>
<li>Berendonk, Brigitte (1992): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499186772?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3499186772">Doping</a>. Von der Forschung zum Betrug. Rowohlt: Reinbek.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_36" class="footnote">Aber vielleicht gehört Doping auch einfach zwingend zum System Spitzensport? </span>Auf ein interessantes Interview mit dem Sportökonomen Jörg Tolsdorf verweist das <a href="http://www.blogatelier.de/2007/05/25/ullrich-co-waren-die-besten/" target="_blank">Blogatelier</a>.</li><li id="footnote_1_36" class="footnote">Franke, der möglicherweise in seinem aufklärerischen Impetus manchmal etwas übereifrig auftritt, wurde in den letzten Jahren mit dutzenden Unterlassungsklagen überzogen; der gerichtlichen Überprüfung hielten Frankes Behauptungen jedoch bislang fast immer stand.</li><li id="footnote_2_36" class="footnote">Der spanische Mediziner gilt als Hauptfigur im sog. Fuentes-Skandal, über den u.a. Jan Ullrich im Vorfeld der Tour de France 2006 stolperte. Zu Fuentes nach Madrid pilgerten neben Ullrich zahlreiche andere Spitzensportler, wie etwa Ivan Basso, die sich von Blutplasmakonserven, EPO und Wachstumshormonen eine Leistungssteigerung versprachen.</li><li id="footnote_3_36" class="footnote">Ein Umstand, der auch kaum verwunderlich ist. Denn die Verdachtsfälle sind keineswegs nur Insidern bekannt. Erstaunlich ist vielmehr, daß nach dem Geständnis von Heinrich, Schmid &amp; Co. überhaupt jemand ernsthaft erstaunt sein kann. Wer sich ein wenig in diesem Bereich auskennt, kann diese grassierende Verwunderung nur als Heuchelei deuten.</li><li id="footnote_4_36" class="footnote">Nachdem dieser Schritt unausweichlich geworden war, traf DOSB-Präsident Thomas Bach die überfällige Entscheidung, die Zusammenarbeit zu beenden. Er versprach, &#8222;alles für ein sauberes Betreuerteam 2008 zu tun. In unserer Null-Toleranz-Politik gibt es kein Wackeln, erst recht nicht im Bereich Sportmedizin.&#8220; Bleibt zu hoffen, daß es sich auch bei dem verabschiedeten <a href="http://ruegenbote.de/wordpress/2007/05/30/treffen-mit-gestaendigen-radprofis-vereinbart/" target="_blank">10-Punkte-Aktionsplan</a> nicht wieder nur um ein Lippenbekenntnis handelt. Denn gerade Thomas Bach und seine Kollegen in den Präsidien der deutschen Sportverbände hätten schon längst wissen können, daß in Freiburg nicht immer gemäß den Regeln eines sauberen Sports gearbeitet wird bzw. wurde.</li><li id="footnote_5_36" class="footnote">Das flächendeckende Dopingsystem der DDR zielte auch &#8211; im Unterschied zur alten BRD &#8211; auf die vielen heranwachsenden Talente in den Sport- und Talentschulen. Die weitreichenden gesundheitlichen Auswirkungen, die die Verabreichung von Dopingsubstanzen v.a. auf junge Mädchen hatte, sind in den 90er Jahren im Rahmen einiger Gerichtsprozesse publik geworden. Bis heute leiden unzählige ehemalige Spitzenathletinnen unter gravierenden Folgeschäden. Sehr interessant hierzu das Gespräch mit <a  href="http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc%7EE440886BEFF3A4C6F87C3F2ED1809A2DF%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">Ines Geipel</a> in der FAZ.</li><li id="footnote_6_36" class="footnote">Gemeint ist die Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig, die als Hochburg des Anabolikadopings der DDR gilt.</li><li id="footnote_7_36" class="footnote">Hierbei handelt es sich um eine Handvoll Redakteure überregionaler Tageszeitungen [SZ, FAZ, FR,&#8230;], wie bspw. Thomas Kistner, Evi Simeoni, Andreas Singler oder <span class="dunkelgrau fs-11 lh-14" style="cursor: pointer;" onclick="location='/p/Rub31BAF3CC293542EBAD4C45D7027BF394/Dox~E00d8bf91b353bc3807f947b943745bc7~ATpl~Ecommon~Scontent.html'">Hans-Joachim Waldbröl.</span></li><li id="footnote_8_36" class="footnote">Und mehr noch, solange die gefeierten und angehimmelten Nationalhelden nicht vor laufender Kamera die Spritzen ansetzen, so können sie sich des Beistands etwa der Bildzeitung sicher sein. Als 1988 der damalige Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes nach dem mysteriösen Todesfall Birgit Dressels und der ungeklärten Beteiligung von Armin Klümper, den Freiburger Arzt nicht mit zu den Olympischen Spielen nach Seoul nehmen wollte, ergriff die Bildzeitung Partei für den Dopingarzt Klümper. Munzert wurde zum Abschuß freigegeben und BILD titelte: &#8222;Herr Munzert! Entschuldigen Sie sich bei Professor Klümper!&#8220; &#8211; Munzert trat, nach heftigen Mobbingattacken gegen ihn, wenige Monate später zurück.</li><li id="footnote_9_36" class="footnote">vgl. Strepenick, Andreas: <a href="http://www.tagesspiegel.de/dritte-seite/archiv/25.05.2007/3289468.asp" target="_blank">Die Schwarzmarktklinik</a>, Tagesspiegel, 25.5.2007</li><li id="footnote_10_36" class="footnote">Die auffällige hohe Sterberate ehemaliger Spitzensportler im Alter von 40-50 Jahren, die von den Freiburger Sportärzten betreut wurden, weist allerdings doch auf negative Effekte hin. Der Hammerwerfer Uwe Beyer, der Keul die Gabe von Anabolika vorwarf, verstarb 1993; der ebenfalls geständige Spitzenkugelstoßer Ralf Reichenbach verstarb 1998.</li><li id="footnote_11_36" class="footnote">vgl. Singler, Andreas (2006): <a href="http://www.nzz.ch/2006/10/12/sp/articleEK2EC.print.html" target="_blank">Die «praktische Toleranz» im Spitzensport</a>, NZZ, 12.10.2006</li><li id="footnote_12_36" class="footnote">vgl. Bürer, Barbara &amp; Klawitter, Nils (1998): <a href="http://images.zeit.de/text/archiv/1998/13/doping.txt.19980319.xml" target="_blank">Doping macht vergeßlich</a>. DIE ZEIT, 13/1998 &#8211; Keul selbst wies die Vorwürfe später weit von sich. Höppner habe sich vor der Stasi nur wichtig machen wollen, so seine <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1994/0321/none/0054/index.html" target="_blank">Erklärung</a>.</li><li id="footnote_13_36" class="footnote">Der Titel eines seiner letzten Bücher lautet: &#8222;Unkraut vergeht nicht&#8220;, man wäre fast geneigt dem Mediziner Klümper ein gewisses Talent zur Selbstironie zuzusprechen.</li><li id="footnote_14_36" class="footnote">Klümper hatte Birgit Wolf das Medikament &#8222;Genotropin&#8220; gegeben, das ausschließlich bei Wachstumsstörungen von Kindern indiziert ist.</li><li id="footnote_15_36" class="footnote">Und tragen &#8211; so sie nicht selbst aktiv Dopingsubstanzen verabreichen &#8211; dennoch eine Mitverantwortung, sobald sie Kenntnis davon erlangen, daß die ihnen anvertrauten Sportler Dopingmißbrauch betreiben, dagegen aber nicht einschreiten.</li><li id="footnote_16_36" class="footnote">Völlig unverständlicherweise gehörten etwa Georg Huber oder Andreas Schmid lange Jahre den Nationalen bzw. Internationalen Anti-Doping-Agenturen an. Ärzte im Schafspelz eben.</li><li id="footnote_17_36" class="footnote">Wieviel bzw. wie wenig Ehrenerklärungen wert sind, ist an der &#8222;Stellungnahme der sportmedizinischen Mitarbeiter der Uniklinik Freiburg&#8220; [<a href="http://www.uniklinik-freiburg.de/sportmedizin/live/index/StellungnahmeSportmedizin.pdf" target="_blank">PDF</a>] abzulesen. Am 25.5.2007 stellten sie klar: &#8222;Unsere Position zum Doping: Die Mitarbeiter (&#8230;) distanzieren sich von einer aktiven oder passiven Beteiligung an Doping im Sport in jeder Form. Wir lehnen jede unerlaubte Leistungsmanipulation im Wettkampfsport ab. Wir stehen zu den positiven Grundwerten, die Sport unserer Gesellschaft vermittelt.&#8220; Einen Tag später räumte der Mitunterzeichner Huber seine Beteiligung am systematischen Doping ein.</li><li id="footnote_18_36" class="footnote">vgl. K.H. Zurbonsen/Stuttgarter Zeitung (2007): Freiburger Sportmediziner räumen Doping ein, 24.5.2007</li><li id="footnote_19_36" class="footnote">Ebenfalls ein Kollege früherer Freiburger Tage ist übrigens der Mannschaftsarzt der deutschen Skiläufer Ernst Jakob. Dieser machte sich bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 teilweise höchst lächerlich, als er die über den Grenzwerten liegenden Hämoglobinwerte von Evi Sachenbacher-Stehle erklären sollte. Er wurde daraufhin gegenüber dem Chef der Anti-Doping-Agentur des Skiverbandes Bengt Saltin ausfällig.</li><li id="footnote_20_36" class="footnote">In seinem Wesenskern zielt der Eid des Hippokrates (der allerdings von keinem Arzt tatsächlich abgelegt wird!) darauf, daß die ärztliche Tätigkeit stets nur zum Nutzen der Patienten, niemals zu deren Schaden eingesetzt werden dürfe.</li><li id="footnote_21_36" class="footnote">vgl. Singler, Andreas (2006): <a href="http://www.nzz.ch/2006/10/12/sp/articleEK2EC.print.html" target="_blank">Die «praktische Toleranz» im Spitzensport</a>. 1976 bewiesen bundesdeutsche Ärzte ihre Dopingbereitschaft mit kurzzeitiger Anabolika-Freigabe, NZZ, 12.10.2006</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport III</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>&#8222;And the winner is&#8230;&#8220; » Die Wissenswerkstatt ist nominiert für den »besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007« &#124; Werbepause 02</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Feb 2008 10:55:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sind Sie sich eigentlich darüber bewußt, daß sie gerade einen Hybridblog lesen? Nein, keine Angst und klicken Sie nicht gleich weg! Das ist nicht ansteckend! &#34;Hybridblog&#34; deswegen, weil die Wissenswerkstatt weit davon entfernt ist, ein reines Wissenschaftsblog zu sein. Denn immerhin werden hier vereinzelt ja auch Anmerkungen zu Politik, Pop und (auch wenn Sie es ... <a title="&#8222;And the winner is&#8230;&#8220; » Die Wissenswerkstatt ist nominiert für den »besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007« &#124; Werbepause 02" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;And the winner is&#8230;&#8220; » Die Wissenswerkstatt ist nominiert für den »besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007« &#124; Werbepause 02">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/">&#8222;And the winner is&#8230;&#8220; » Die Wissenswerkstatt ist nominiert für den »besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007« | Werbepause 02</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="125" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Start_01.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/02/Start_01.jpg" />Sind Sie sich eigentlich darüber bewußt, daß sie gerade einen Hybridblog lesen? Nein, keine Angst und klicken Sie nicht gleich weg! Das ist nicht ansteckend! &quot;<em>Hybridblog</em>&quot; deswegen, weil die Wissenswerkstatt weit davon entfernt ist, ein reines Wissenschaftsblog zu sein. </strong></p>
<p><strong>Denn immerhin werden hier vereinzelt ja auch Anmerkungen zu Politik, Pop und (auch wenn Sie es bislang nicht bemerkt haben) Sport eingestellt. Und vielleicht sollte ich mir ernsthaft überlegen, die Fronten zu wechseln: denn einer meiner Sporttexte ist derzeit einer der Kandidaten für <em>»den besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007«</em>. Nicht schlecht, oder? ;-)</strong></p>
<p>Aber kurz zur Erklärung: manche der Leser, die mich auch vom Leben außerhalb der Wissenswerkstatt kennen, wissen ja, daß ich in meiner längst vergangenen Jugend ein recht passabler Sportler gewesen bin. Wobei das nun vermutlich auch wieder einen falschen Eindruck vermittelt. Denn die Vorstellung, ich sei eine der üblichen Sportgranaten gewesen, also einer der Typen, die im Winter mit waghalsigen Skiabfahrten bei den Mädels Eindruck schinden, im Sommer am Strand beim Beachvolleyball eine gute Figur abgeben und schließlich im Freibad mit einem doppelten Salto vom Sprungturm für Aufsehen sorgen, ist nicht wirklich zutreffend. </p>
<p>Um eines klarzustellen: einer &quot;<em>der</em>&quot; Typen war ich nie. Was vermutlich auch damit zusammenhängt, daß ich überhaupt nicht Skifahren kann, ich Volleyball doof finde<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/#footnote_0_197" id="identifier_0_197" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nein, &quot;doof&quot; finde ich es nicht, aber wenn ich nur an daran denke, wie mir die Handgelenke und Unterarme schmerzen, wenn ich nur einen einzigen Ball baggere, dann werde ich nur vom daran denken fast ohnm&auml;chtig vor Schmerz!">1</a> und Schwimmen ist mir zu anstrengend. </p>
<h4 class="pullquote_left"> Merke: Es gibt Fernsehsport, den Sport, den man selbst aktiv betreibt (inkl. Schweiß und Erschöpfung) und es gibt den Sport als soziale Institution. Letzterer interessiert mich. ;-)<br /></h4>
<p>Insofern mußte ich meine sportlichen Ambitionen jenseits von Skipisten, Volleyballstränden und Schwimmbecken austoben. Was bleibt? Nicht viel mehr als die Leichtathletik, oder? ;-)</p>
<p>Naja, jedenfalls habe bzw. hatte ich offenbar durchaus leichtathletisches Talent, was ich zunächst als Mehr- und Zehnkämpfer auszuloten versuchte und später als Weitspringer. Und springen Sie erstmal 7,30m weit! Dann reden wir weiter! Weswegen ich das alles schreibe? Erstens natürlich, um damit anzugeben, zweitens um wenigstens einigermaßen glaubhaft zu machen, daß ich weiß, was Sport ist. Ich gestehe zwar, daß der übliche Fernsehsport mich nicht die Bohne interessiert,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/#footnote_1_197" id="identifier_1_197" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was wiederum damit zusammenh&auml;ngen mag, da&szlig; ich auch sonst das Fernsehprogramm meide, aber das w&auml;re wieder eine andere Geschichte.">2</a> aber der Leichtathletik halte ich doch die Treue.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/#footnote_2_197" id="identifier_2_197" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was auch daran ablesbar ist, da&szlig; ich immerhin zwei Leichtathletik&quot;blogs&quot; bzw. Webseiten betreue. Einmal hier die Website des Leichtathletikkreises Ostalb, dann hier die Seite der LG Staufen.">3</a></p>
<p>Und ansonsten interessieren mich eher die Begleiterscheinungen des Sports. Will sagen: die Ergebnisse, strahlende Sieger und Medaillen verfolge ich nicht. Den Sport als kulturelles Phänomen, seine gesellschaftliche Bedeutung, seine wirtschaftlichen, politischen und ethischen Aspekte, nehme ich allerdings als neugieriger Beobachter wahr. Und was blieb mir als solchem anderes übrig, als im Jahr der Dopingbeichten und des moralischen Bankrotts der Ausdauersportarten, ebenfalls ein <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/scheinheiligkeiten-blindheit-und-systemzwaenge-dopingarrangements-im-spitzensport-i/" target="_blank">paar Anmerkungen</a> loszuwerden? Diese Anmerkungen zur Verquickung von Leistungssport und illegitimer Leistungssteigerung waren im vergangenen Mai zu lesen.&nbsp;</p>
<p><strong> Das Sportjahr 2007: Leichen im Keller? Der Dopingsumpf reicht bis in die Freiburger Sportklinik</strong> </p>
<p>Und diese Texte haben mir viel positives Feedback, aber auch jede Menge Ärger eingebracht. Denn manche Ärzte &#8211; vor allem wenn Sie der berühmt-berüchtigten Freiburger Schule angehören &#8211; versuchten und versuchen, sich selbst als naive Unschuldslämmer darzustellen. Notfalls geht man gegen alle anderen mit juristischen Mitteln vor. </p>
<h4 class="pullquote"> Begreift der Sport, daß Manipulationen seit jeher zu seinem Wesen gehören? Oder setzt man weiter auf die bewährte Strategie der scheinheiligen Sonntagsreden der Funktionäre, ohne die Probleme anzugehen? <br /></h4>
<p>Ich selbst bin erstaunt, daß man<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/#footnote_3_197" id="identifier_3_197" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zumindest wenn man das Wort Skrupel buchstabieren kann.">4</a> jahrelang in einer Abteilung für präventve und rehabilitative Sportmedizin tätig sein kann, in deren Kelleretagen und sogar bis ins Parterre der Dopingsumpf eingedrungen ist. Und noch erstaunter bin ich, daß man sich als Sportarzt inmitten eines solch eindeutig zweideutigen (und um ehrlich zu sein: kriminellen) Millieus bewegt und man dann die Chuzpe hat, sich als Opfer von Verleumdungen darzustellen und als jemand, der sich seit jeher dem Kampf gegen Doping verschrieben habe. </p>
<p>Wenn ich keine medizinisch-psychiatrischen Erklärungen (Amnesie, Schizophrenie?) bemühen will, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als manchen Mitgliedern der Freiburger Ärzteschaft eine hervorragende schauspielerische Leistung zu bescheinigen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/#footnote_4_197" id="identifier_4_197" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die mindestens eine Nominierung f&uuml;r Oscar oder Golden-Globe wert w&auml;re.">5</a> Die Rolle: die verfolgte Unschuld aus der badischen Provinz.</p>
<p>Aber damit genug gemeckert. Es ist nur so, daß ich damals &#8211; um einen für mich vermutlich noch kostspieligeren Rechtsstreit zu umgehen &#8211; klein beigegeben habe. Bei der beanstandeten Passage handelte es sich übrigens um eine vollkommen nebensächliche Randnotiz. Abgesehen von einem Allerweltsnamen, den ich notgedrungen entfernt habe, sind die Artikel zur Dopingszene unverändert.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/#footnote_5_197" id="identifier_5_197" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der einzige Artikel aus der Serie, der auf minimalen, daf&uuml;r kostspieligen Widerspruch stie&szlig;, war Artikel III.">6</a> Und erfreulicherweise werden <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/scheinheiligkeiten-blindheit-und-systemzwaenge-dopingarrangements-im-spitzensport-i/" target="_blank">diese Artikel</a> nicht nur recht häufig gelesen, sondern stoßen auch bei Branchenkennern auf Zustimmung. </p>
<p><strong>Blogwettbewerb: Bester Sport-Blogartikel des Jahres</strong></p>
<p>Einer dieser Insider ist Jürgen Kalwa. Er ist versierter Sportjounalist, schreibt und schrieb für FAZ, stern und Co. und ist Autor mehrerer Sportbücher. Er lebt seit Ende der 80er Jahre in New York, von wo aus er die deutschen Medien regelmäßig mit Infos zu &quot;<em>American Sports</em>&quot; versorgt. Eine seiner großen Erfolge war die Tiger-Woods-Biographie &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3328008276?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3328008276">Charisma für Millionen</a>&quot;. Und Jürgen Kalwa hat nun eine Unzahl an Sportblogs durchforstet und eine Wahl zum Sport-Blog-Beitrag des Jahres organisiert. Und &#8211; da Kalwa wirklich ein Profi ist &#8211; freut es mich natürlich umso mehr, daß er meine Blogartikel entdeckt und nominiert hat. </p>
<p>Er selbst schreibt zum Wettbewerb:</p>
<blockquote><p>&quot;Um die Wahl zu vereinfachen, wurden tausende von veröffentlichten Beiträgen einer kritischen Auslese unterzogen. [&#8230;] Die entscheidende Absicht hinter der Auswahl ist es, die wachsende Qualität und die Bandbreite der Text- und Gedankenkultur deutscher Blogs zu dokumentieren. [&#8230;] Gute Sport-Blogs-Beiträge bieten oft das, was konventionelle Medien gerne vernachlässigen: Einfallsreichtum und Originalität, Interesse an der Recherche, unverfälschte und zugleich kritische Zuneigung zum Thema und Autorenpersönlichkeiten mit einer ureigenen Schreibe. &quot;</p></blockquote>
<p>Das ist natürlich eine ganze Menge zuckersüßer Honig, der hier verteilt wird. Aber als einer von 11 nominierten Blogposts fällt wohl ein wenig Süßzeug auch auf mich ab. Danke also für die Nominierung. </p>
<p>Ich weiß, daß ich um die vorderen Plätze nicht konkurrieren kann. Die anderen Kandidaten sind allesamt ausgewiesene Sportblogs. Aber ich würde mich natürlich freuen, wenn Wissenswerkstattleser drüben in Jürgens Blog für mich abstimmen würden. :-)</p>
<p>Der bzw. die Artikel, um die es geht, finden sich hier:</p>
<p>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/scheinheiligkeiten-blindheit-und-systemzwaenge-dopingarrangements-im-spitzensport-i/" target="_blank">Scheinheiligkeiten, Blindheit und Systemzwänge » Dopingarrangements im Spitzensport I</a>, 24.5.2008 &#8211; [Teil 1 der Dopingserie] </p>
<p><strong>Die Wahl findet hier statt:</strong></p>
<ul>
<li>&quot;American Arena&quot;: <a target="_blank" href="http://american-arena.blogspot.com/2008/02/whlt-die-besten-sport-blog-beitrge-des.html">Wählt den besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007</a>, 14.2.2008</li>
</ul>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_197" class="footnote">Nein, &quot;<em>doof</em>&quot; finde ich es nicht, aber wenn ich nur an daran denke, wie mir die Handgelenke und Unterarme schmerzen, wenn ich nur einen einzigen Ball baggere, dann werde ich nur vom daran denken fast ohnmächtig vor Schmerz!</li><li id="footnote_1_197" class="footnote">Was wiederum damit zusammenhängen mag, daß ich auch sonst das Fernsehprogramm meide, aber das wäre wieder eine andere Geschichte.</li><li id="footnote_2_197" class="footnote">Was auch daran ablesbar ist, daß ich immerhin zwei Leichtathletik&quot;blogs&quot; bzw. Webseiten betreue. Einmal hier die <a target="_blank" href="http://blog.leichtathletik-ostalbkreis.de/">Website des Leichtathletikkreises Ostalb</a>, dann hier die <a target="_blank" href="http://www.lgstaufen.de/">Seite der LG Staufen</a>.</li><li id="footnote_3_197" class="footnote">Zumindest wenn man das Wort Skrupel buchstabieren kann.</li><li id="footnote_4_197" class="footnote">Die mindestens eine Nominierung für Oscar oder Golden-Globe wert wäre.</li><li id="footnote_5_197" class="footnote">Der einzige Artikel aus der Serie, der auf minimalen, dafür kostspieligen Widerspruch stieß, war <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/" target="_blank">Artikel III</a>.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/and-the-winner-is-die-wissenswerkstatt-ist-nominiert-fuer-den-besten-sport-blog-beitrag-des-jahres-2007-werbepause-02/">&#8222;And the winner is&#8230;&#8220; » Die Wissenswerkstatt ist nominiert für den »besten Sport-Blog-Beitrag des Jahres 2007« | Werbepause 02</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Operation am offenen Herzen » Kronzeugen, C-Probe und die Rettung des Radsports aus den Klauen des Dopingmonsters</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jul 2007 12:02:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der internationale Radsport scheint von Hölderlin-Jüngern dominiert zu sein: &#34;Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.&#34; So feierte Friedrich Hölderlin in seinem Gedicht Patmos die niemals versiegende Zuversicht.1 Wer hätte gedacht, daß die strampelnden Athleten und vermutlich mehr noch die Funktionäre im Hintergrund, sich einen solch noblen Gewährsmann auserwählt haben. Ganz offenbar gibt ... <a title="Operation am offenen Herzen » Kronzeugen, C-Probe und die Rettung des Radsports aus den Klauen des Dopingmonsters" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/" aria-label="Mehr Informationen über Operation am offenen Herzen » Kronzeugen, C-Probe und die Rettung des Radsports aus den Klauen des Dopingmonsters">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der internationale Radsport scheint von Hölderlin-Jüngern dominiert zu sein: &quot;<em>Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.</em>&quot; So feierte <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin">Friedrich Hölderlin</a> in seinem Gedicht Patmos die niemals versiegende Zuversicht.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/#footnote_0_64" id="identifier_0_64" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Gedicht beginnt mit den Zeilen: &quot;Nah ist / Und schwer zu fassen der Gott. / Wo aber Gefahr ist, w&auml;chst / Das Rettende auch. Im Finstern wohnen / Die Adler und furchtlos gehen / Die S&ouml;hne der Alpen &uuml;ber den Abgrund weg / Auf leichtgebaueten Br&uuml;cken.&quot; Und wem sp&auml;testens bei der Passage &bdquo;.. furchtlos gehen die S&ouml;hne der Alpen &uuml;ber den Abgrund&ldquo; die Zusammenh&auml;nge zur Tour nicht einleuchten wollen, der sei darauf hingewiesen, da&szlig; die Alpen nur stellvertretend stehen &ndash; Pyren&auml;en w&auml;re schlicht metrisch nicht geeignet gewesen.">1</a> <strong>Wer hätte gedacht, daß die strampelnden Athleten und vermutlich mehr noch die Funktionäre im Hintergrund, sich einen solch noblen Gewährsmann auserwählt haben. Ganz offenbar gibt es eine geheime Absprache, das Ansehen des Radsports erst noch vollständig zugrunde zu richten, </strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/#footnote_1_64" id="identifier_1_64" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Da&szlig; v.a. die F&uuml;hrungsriege der UCI alles andere als konsequent gegen Doping vorgeht, wurde ebenfalls in den letzten Tagen klar. Die Radsportgemeinde sollte sich dringend Gedanken dar&uuml;ber machen, ob man mit Spitzenrepr&auml;sentanten wie Pat McQuaid oder Vizepr&auml;sident Hein Verbruggen wirklich glaubhaft den Weg in eine dopingfreie Zukunft antreten kann. Verbruggen bem&uuml;ht sich derzeit etwa darum das bislang zweitklassige Team &bdquo;Relax-Gam&ldquo; in die ProTour-Liga zu hieven. Bei Relax sind mit Oscar Sevilla, Francisco Mancebo und Angel Vicioso gleich drei Dopingfreunde im Team. Hier stellt sich letztlich wirklich die Frage, wer den Radsport vor solchen Funktion&auml;ren sch&uuml;tzt.">2</a> <strong>bevor man sich daran macht, nach wirklich plausiblen Lösungswegen zu suchen. Denn nach der Logik Hölderlins stiege ja mit der Gefahr des vollständigen Niedergangs gleichzeitig auch die Chance zur Umkehr, zur Rettung.</strong> </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="206" align="right" style="border: 1px solid rgb(102, 102, 102); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Dopingarrangments_02c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Dopingarrangments_02c.jpg" />Anders als mit dieser perfiden Strategie ist es nicht mehr zu erklären, was sich derzeit beim wichtigsten Radrennen der Welt abspielt. Seit drei Wochen nun führt der Weg der Tour de France quer durch Frankreich und nun ist sie endgültig an einem historischen Tiefpunkt angekommen. Die Radsportszene ist eben immer wieder für eine Überraschung gut. Wer glaubte, daß es nach all den Skandalen früherer Tage kaum mehr schlimmer kommen könnte, wurde eines besseren belehrt. </p>
<p>Erst reihen sich der hoffnungsvolle Patrik Sinkewitz und später der Italiener Cristian Moreni in die unselige Reihe der Testosteronsünder ein, dann stürzt der einstige Mitfavorit Alexander Winokurow über amateurhaftes Blutdoping. Der Däne Michael Rasmussen entpuppt sich als notorischer Märchenerzähler und für den aktuellen Träger des „Maillot Jaune“, den Spanier und mutmaßlichen Fuenteskunden Alberto Contador, wird wohl niemand seine Hand ins Feuer legen. Und am heutigen Samstag kursieren <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,496995,00.html" target="_blank">Berichte</a>, wonach Bergkönig Juan Mauricio Soler ebenfalls gedopt gewesen sein soll.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/#footnote_2_64" id="identifier_2_64" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Mittlerweile ist v&ouml;llig offen, ob es sich hier nur um eine Falschmeldung gehandelt haben sollte. Bei &quot;allesau&szlig;ersport&quot; wird man in dieser und anderer Hinsicht aktuell auf dem laufenden gehalten.">3</a> Alles ist offen, nichts ist gewiß. Wer heute eine Prognose abgeben will, welche Fahrer am Sonntag auf die Champs-Élysées einbiegen werden, kann genausogut versuchen die Lottozahlen vorherzusagen. </p>
<p>Noch nicht einmal in ihrem Krisenjahr 1998 stand die Tour so heftig in der Kritik. Und Jan Ullrich, der sich beharrlich-schweigend selbst demontiert, ist bald der einzige, der nicht eingesteht, daß dringender Handlungsbedarf gegeben ist. </p>
<p>Eines steht fest: selbst diejenigen, die jahrelang alle positiven Dopingtests als Einzelfälle dargestellt haben, gestehen mittlerweile ein, daß es sich dabei nicht nur um wenige schwarze Schafe handelte. Doping ist ein systemisches Problem. Deshalb gilt es, zuerst die schwarzen Schafe zu identifizieren. Und dazu zählen neben den Fahrern ebenso manche Funktionäre, Betreuer, Teammanager und <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/" target="_blank">Ärzte</a>. Genau diese Personengruppen sollte man allerdings nicht aus der Verantwortung lassen. Und wenn man neuerdings BDR-Präsident Scharping beobachtet, wie er <a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.sport.volltext.php?kennung=on1taSPOSpoNational39286&amp;zulieferer=ta&amp;kategorie=SPO&amp;rubrik=Sport&amp;region=National&amp;auftritt=TA&amp;dbserver=1" target="_blank">unwillig-mürrisch</a> auf kritische Fragen reagiert, so muß man leider doch daran zweifeln, ob Rudi begriffen hat, in welchem Zustand sich der dahinsiechende &quot;Patient&quot; Radsport mittlerweile befindet. Auch wenn es eine Operation am offenen Herzen sein sollte &#8211; es gibt keine Alternative zu einem rigorosen Antidopingkurs. Und so sollte sich BDR-Chef Scharping dringend überlegen, wem gegenüber er loyal ist: gilt es alte Seilschaften zu decken und weiterhin Treue und Verschwiegenheit zu belohnen oder ist man beim BDR bereit, tatsächlich einen Neuanfang zu wagen, wozu man sich allerdings von eindeutig belasteten Personen trennen müßte. </p>
<p>Aber die Rennsportfamilie ist eine verschworene Gemeinschaft, die sich über die Jahre einen höchst fragwürdigen Ehrenkodex zugelegt hat. Solidarität steht ganz oben auf der Tugendliste. Und wer sein Insiderwissen preisgibt und Verantwortliche benennt, riskiert viel. Als Nestbeschmutzer beschimpft zu werden ist noch das Geringste. Dieses Dilemma kann nur dadurch überwunden werden, daß eine schnelle, umfassende Offenlegung der Strukturen erfolgt. Und das kann nur gelingen, wenn möglichst viele Insider auspacken. All die Verantwortlichen, die seit Jahren den Sportbetrug durch Doping aktiv praktiziert oder auch durch stillschweigende Kenntnisnahme toleriert haben, müssen benannt werden. Problematisch ist freilich, daß geständige Sünder erstens empfindliche finanzielle Einbußen, zweitens lange Sperren, drittens den Ausschluß aus jeder weiteren Betätigung im Radsportumfeld zu befürchten haben. Wer weiß, daß für den Großteil der heute aktiven Fahrergeneration ein späterer Wechsel ins Lager der Betreuer und Manager eine attraktive Option ist, kann verstehen, weshalb sich viele Radprofis nach wie vor scheuen, hier Roß und Reiter zu nennen.</p>
<p><strong>Die Loyalität der verschwiegenen Bruderschaft durchbrechen: Zweite Chance durch Kronzeugenregelung</strong></p>
<p>Den Ausweg verspricht einzig eine offensive Kronzeugenregelung, die mit einer Teilamnestie verknüpft sein müßte. Was hindert etwa den BDR daran, die Aktiven aufzufordern, bis zum Stichtag 31.12.2007 ihr Wissen einem noch zu installierenden Aufarbeitungsgremium oder Untersuchungsausschuß mitzuteilen?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/#footnote_3_64" id="identifier_3_64" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie diese Gremien zu besetzen w&auml;ren, m&uuml;&szlig;te im Einzelnen diskutiert werden. Man denke aber beispielsweise an die sog. Wahrheitskommissionen zur Aufarbeitung der Verbrechen der Apartheid in S&uuml;dafrika. Klar ist: dieses Angebot einer teilweisen Amnestie mu&szlig; zeitlich befristet sein und die kooperativen Sportler oder auch &Auml;rzte, Physiotherapeuten etc. &quot;belohnen&quot;. Wer sich freilich daran nicht beteiligt, sp&auml;ter aber ertappt wird, darf auf kein weiteres Entgegenkommen hoffen. Die Kommission w&uuml;rde Anh&ouml;rungen durchf&uuml;hren, alle Informationen dokumentieren und schlie&szlig;lich einen &ndash; &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen &ndash; Abschlu&szlig;bericht abgeben. Auf dessen Grundlage k&ouml;nnte weiter ermittelt werden bzw. m&uuml;&szlig;ten belastete Personen von ihren Aufgaben umgehend entbunden werden.">4</a> Wer innerhalb dieses Zeitraums umfassend kooperiert und nicht nur halbseidene Andeutungen zu längst verjährten Vorgängen macht, könnte daraufhin in den Genuß einer Kronzeugenregelung kommen. Wer eigenes Fehlverhalten zugibt, würde lediglich mit einer einjährigen Sperre belegt; und – das der zweite und fast wichtigere Teil der Regelung – dürfte nach Ablauf einer gewissen Frist (denkbar wären etwa 5 Jahre) trotz seiner Dopingvergangenheit wieder im Radsport tätig sein.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/#footnote_4_64" id="identifier_4_64" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Allen, die heute die Zeichen der Zeit erkennen, sich nicht l&auml;nger herausreden und umdenken, sollte man die zuk&uuml;nftige Mitarbeit an einem weitgehend dopingfreien Radsport nicht verweigern; und wissen wir nicht aus dem Lukas-Evangelium, da&szlig; auch im Himmel gr&ouml;&szlig;ere Freude &uuml;ber einen reuigen S&uuml;nder herrscht, als &uuml;ber 99 Gerechte? Diese Sichtweise sollte man zum Vorbild nehmen.">5</a> Für alle anderen, die glauben nichts zur Aufklärung beitragen zu können, gilt dieses Entgegenkommen nicht.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/#footnote_5_64" id="identifier_5_64" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leider als durchaus typisch d&uuml;rfen die aktuellen Aussagen von Andreas Kl&ouml;den gewertet werden: Kl&ouml;den ist sich offenbar nicht zu schade, um vollkommen abwegige Verschw&ouml;rungstheorien ins Gespr&auml;ch zu bringen. &quot;Was ist, wenn mir einer etwas Verbotenes &uuml;ber den Salat kippt? Pl&ouml;tzlich bin ich positiv und wandere in den Knast&hellip; (&hellip;) Was ist, wenn manipuliert wird, um alles kaputt zu machen, um dann die Reste zu &uuml;bernehmen?&quot; Selten hat man einen gr&ouml;&szlig;eren Bl&ouml;dsinn gelesen. Derselben Meinung ist u.a. Philipp.">6</a> Wird einem Fahrer nach Ablauf der Beichtfrist (also etwa ab 1.1.2008, der &quot;Stunde Null&quot;) ein Dopingvergehen nachgewiesen, gilt selbstredend die obligatorische Zweijahressperre und zudem wäre für all diejenigen die Rückkehr in die Radsportfamilie verwehrt.</p>
<p>Es ist mehr als traurig, daß bisher nur Jörg Jaksche eine solche Kronzeugenregelung in Anspruch nehmen will; und dies ist auch nur durch den persönlichen Einsatz von Prof. Werner Franke aus Heidelberg möglich geworden, der diese Vorgehensweise mit dem Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Dick Pound vereinbart hat. Ganz offenbar besteht bislang seitens des BDR wenig Interesse daran. Kenner der Szene unken, daß manch hochrangiges Mitglied in den BDR-Führungsgremien einer solchen Kronzeugenregelung aus genau einem Grund wenig Sympathie entgegenbringt: nämlich aus der Befürchtung heraus, selbst als jahrelanger Mitwisser des Systems entlarvt zu werden.</p>
<p>Der zweite Punkt des Maßnahmenpakets betrifft die Dopingtestpraxis. Hier ist zwar durchaus Bewegung in die Szene gekommen, dennoch besteht auch hier noch gehöriger Verbesserungsbedarf. Die chronische Unterfinanzierung der Labors und Antidopingagenturen ist angesichts der bemerkenswerten Summen, die insgesamt im Radsport umgesetzt werden, ohnehin nur schwer verständlich. Und die bloße Intensivierung der Wettkampfkontrollen nutzt nicht viel. Denn wer sich beim Wettkampf selbst erwischen läßt, ist entweder verzweifelt, schlecht medizinisch betreut oder liebt den Nervenkitzel bis zur Öffnung der Probe. Der einzig sinnvolle Weg ist eine Ausweitung der Anzahl der unangemeldeten Trainingskontrollen, denn in der Vorbereitungszeit liegen oftmals die sensiblen Trainingsphasen, in denen sich die Sportler leider häufig zu sicher wähnen. </p>
<p><strong>Doping muß unkalkulierbar werden: C-Probe als Abschreckungsmaßnahme</strong></p>
<p>Darüberhinaus müssen die Dopingproben, die bislang aus getrennt versiegelter A- und B-Probe bestehen, um eine C-Probe ergänzt werden. Prof. Wilhelm Schänzer, der Leiter des nationalen Analytiklabors in Köln, <a href="http://tour.ard.de/tdf/aktuell/kw29/schaenzer_20070717.htm" target="_blank">fordert</a> diese Maßnahme seit langem. Denn man sollte sich nichts vormachen: die Radprofis wissen heute genau, welche Substanzen wie lange im Körper nachweisbar sind und vor allem, welche Mittel überhaupt gesucht und gefunden werden können. Es darf als sicher gelten, daß manche Athleten sich mit Substanzen Vorteile verschaffen, von denen sie wissen können, daß in den Dopinglabors bislang keine geeigneten Nachweismethoden verfügbar sind.</p>
<p>Allerdings – und aus diesem Grund wäre die C-Probe ein so schlagkräftiges Instrument – macht auch die Dopinganalytik Fortschritte. Das heißt aber auch: niemand kann heute wissen, was in der Zukunft nachweisbar sein wird. Man kann sogar sicher davon ausgehen, daß bestimmte physiologische Parameter (die beispielsweise in 5 Jahren über archivierte Blut- oder Urinproben erhoben werden können) Rückschlüsse auf Doping zulassen werden. Die heute entnommene C-Probe würde also aufbewahrt und zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt routinemäßig einer Wiederholungsanalyse unterzogen. Wer auf diese Weise ertappt wird, müßte nicht nur die selbstverständliche Aberkennung all seiner Erfolge befürchten, sondern gleichzeitig empfindliche finanzielle Strafen zahlen. Das Abschreckungspotential einer solchen Erweiterung der Dopinganalysepraxis wäre erheblich.</p>
<p><strong>Zahnloses Gesetzeswerk: Reform des neuen Anti-Doping-Gesetzes tut Not</strong> </p>
<p>Während die C-Probe dezidiert dem Sportler die unkalkulierbaren Folgen des Dopens vor Augen führen könnte, gilt es ein weiteres Werkzeug zu schärfen, das für den Weg in eine weniger dopingkontaminierte Zukunft des Spitzensports notwendig ist. Das im Schnelldurchgang durch die parlamentarischen Instanzen geprügelte Anti-Doping-Gesetz der Bundesregierung ist noch vor seiner endgültigen Verabschiedung durch den Bundesrat, die im September ansteht, verbesserungsbedürftig. Sicher, gemessen daran, daß sich die Sportverbände und allen voran der Deutsche Olympische Sportbund mit ihrem Präsidenten Thomas Bach jahrelang gegen jede staatliche Einmischung gesträubt haben, ist dieses Gesetz ein Fortschritt. Der Besitz von „nicht geringen Mengen“ an Dopingsubstanzen wird zukünftig unter Strafe gestellt. Wieso aber auch hier so halbherzig? Sollte etwa bei der im September stattfindenden Rad-WM in Stuttgart ein Athlet bei einer Polizeikontrolle mit Dopingmitteln auffallen, so bleibt dies – anders als in Frankreich – irrelevant, solange die Menge nicht den Eigenbedarf übersteigt. Zugegeben, das Gesetz formuliert ausdrücklich den Anspruch, den gewerbsmäßigen Handel mit Dopingsubstanzen unter Strafe zu stellen und den einzelnen Sportler nicht zu kriminalisieren, aber dennoch kann man diese unausgegorene Regelung nur amüsiert zur Kenntnis nehmen. </p>
<p>Denn haben die Sportverbände nicht zur Genüge unter Beweis gestellt, daß sie dem Problem nicht gewachsen sind? Wieso kann der mit Steuermillionen finanzierte Sport weiterhin so erfolgreich auf seine Autonomie beharren? Wäre es nicht dringend geboten, die staatlichen Ermittlungsbehörden bei ausreichendem Tatverdacht mit ins Boot zu nehmen? Es wäre also durchaus – sozusagen als flankierende Maßnahme zu Kronzeugenregelung und zur C-Probe – geraten, über eine Erweiterung des Anti-Doping-Gesetzes nachzudenken. Einerseits mit Akzentsetzung auf einen Straftatbestand „Sportbetrug“, andererseits sollte den Staatsanwaltschaften der Weg geebnet werden, um hinsichtlich des Verdachts auf versuchte Körperverletzung tätig zu werden. </p>
<p>Innen- und Sportminister Wolfgang Schäuble hatte bei der Bundestagsdebatte Anfang Juli zwar zutreffenderweise darauf hingewiesen, daß in Deutschland die vorsätzliche Selbstschädigung nicht justiziabel ist. Wer sich also potentiell gesundheitsschädigende Substanzen zuführt, wäre demgemäß nicht anders zu behandeln als ein Raucher. Schäuble vergaß aber, daß die meisten der dopenden Spitzensportler dies unter Aufsicht von Ärzten tun. Und unter dieser Perspektive geht es nicht mehr um Selbstschädigung, hier muß im Zweifelsfall mit aller Konsequenz gegen Ärzte und Betreuer ermittelt werden. </p>
<p>Die andere, ebenfalls massive Selbstbeschädigung geht derzeit nur von einem Radsportsystem und seinen Funktionären aus, das die Kraft zu den genannten Schritten nicht aufbringt. Jan Ullrich mag weiter trotzig schweigen, er macht nur sich selbst lächerlich. An der Demontage des Profiradsports trägt er diesmal keine Schuld. Dieser kann sich nur selbst, am eigenen Schopf aus dem Dopingsumpf ziehen, in den er sich selbst manövriert hat. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen sollte die Operation nicht aussichtlos sein.</p>
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<hr width="60%" size="1" /></p>
<p>Sind die Maßnahmen plausibel und ausreichend? Ist diese skizzierte Vorgehensweise erfolgversprechend? Weshalb bleibt etwa Prof. Schänzers Vorschlag einer C-Probe bislang fast ohne Resonanz? Wieso die Zurückhaltung bzgl. der Kronzeugenregelung? Ist das Paket umsetzbar? Aus welcher Richtung droht Widerstand, welche Probleme können sich ergeben, wo sind Koalitionen denkbar? Genügen also diese Schritte:</p>
<p>+1. Angebot der Kronzeugenregelung bis zu einem bestimmten Stichtag, gekoppelt an eine Teilamnestie für geständige und umfassend kooperative Sportler, </p>
<p>+2. Einführung einer „C-Probe“ mit Abschreckungswirkung, </p>
<p>+3. Schärfung der staatlichen Anti-Doping-Gesetzgebung mit strikterem Vorgehen gegen Ärzte (Stichwort: Medikation ohne Indikation, letzte Konsequenz: Entzug der Approbation) und Einführung eines Straftatbestandes Sportbetrug</p>
<p>Oder ist eine ganz andere Strategie anzuraten? Soll die Kooperation mit anderen Sportverbänden (Schwimmen, Leichtathletik, nordischer Skisport) gesucht werden? Andere Argumente, Einwände oder Zustimmung? Die Diskussion ist eröffnet. ;-) </p>
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<table cellspacing="1" cellpadding="1" border="0" align="center" style="width: 100%;">
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<p><em>[Update: 30.7.2007]</em></p>
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<p>Inzwischen wurde ja Alberto Contador in Paris mit gelben Trikot und stattlichen Preisgeld ausgestattet. Bleibt abzuwarten, ob irgendwann noch aufgeklärt wird, ob und wie er in die Funtesaffäre verwickelt war. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die einen Neuanfang und eine Umkehr für den Radsport fordern. Und auch die UCI steht &#8211; vollkommen zu Recht &#8211; in der Kritik. Rudolf Scharping fährt derweilen einen abenteuerlichen Schlingerkurs, in dem er sich wahlweise als Musterkind innerhalb der internationalen Radszene geriert, andererseits beleidigt mit dem Finger auf diejenigen zeigt, die möglicherweise auch dopen, aber aktuell nicht im Fokus stehen. Wenn sich Scharping nicht bald eines Besseren besinnt, schadet er der Sache mehr als er ihr nützt.</p>
<p>Dafür bin ich durchaus erfreut, was Jörg Jaksche offenbar zur Aufklärung der Strukturen beizutragen hat; außerdem macht er im Gegensatz zu manch anderen immerhin nun eine souveräne Figur. Klöden beispielsweise sollte über eine Karriere als Kabarettist nachdenken: wer munkelt, daß einem irgendwer &quot;etwas über den Salat kippen&quot; könnte und man dann &quot;im Gefängnis landet&quot; stellt nur eines unter Beweis: den Willen die Sportöffentlichkeit für dumm zu verkaufen und die eigene Uneinsichtigkeit. </p>
<p>In einem lesenswerten SZ-Interview kommt Jaksche heute übrigens nochmal auf einige interessante Punkte zu sprechen, bezüglich Contadors Spitzenzeit am Plateau de Beille stellt er fest: </p>
<blockquote>
<p>Die Unterschiede sind frappierend. Dort eineinhalb Minuten schneller zu sein als Armstrong in seinen besten Zeiten &#8211; das sind Welten. Wir reden ja nicht von einem Jaksche, der nochmal anderthalb Minuten langsamer war. Da sag&#8216; ich: Mein lieber Scholli!</p>
</blockquote>
<p>Möge sich also jeder selbst einen Reim darauf machen. Das gesamte Interview findet sich hier:</p>
<ul>
<li>Süddt. Zeitung: &quot;<a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt4m10/sport/weitere/artikel/851/125661/" target="_blank">Ich habe Fuentes Handschrift wiedererkannt</a>&quot;, Interview mit Jörg Jaksche, 30.7.2007&nbsp;</li>
</ul>
<p>Wer sich für die Dokumente der Guardia Civil zur Dopingaffäre Fuentes interessiert, wird bei &quot;interpool.tv&quot; fündig. Die Namen und Medikationsliste von &quot;JAN&quot; findet sich dort genauso wie &quot;J.J.&quot; oder eben ein ominöser &quot;A.C.&quot; &#8211; herunterladen kann man die informativen Berichte (es handelt sich um die Übersetzung für die deutschen Ermittlungsbehörden) hier:</p>
<ul>
<li>www.interpool.tv: <a href="http://www.interpool.tv/service/2/0" target="_blank">Opercion Puerto &#8211; Die Dopingdokumente der Guardia Civil</a></li>
</ul>
<p>Und ganz aktuell erhebt Prof. Werner Franke erneut schwere Vorwürfe an die Adresse Contadors. Er bezieht sich auf oben genannte Dokumente und weitere Aufzeichnungen über eine Hausdurchsuchung, die ihm wohl zugespielt wurden. </p>
<ul>
<li><a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,497236,00.html" target="_blank">Prof. Franke erhebt Vorwürfe gegen Alberto Contador</a>, SpiegelOnline, 30.7.2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="60%" size="1" />
<p><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li>Dobbert, Steffen: <a href="http://images.zeit.de/text/online/2007/31/Kommentar-Doping" target="_blank">Auf, nach Paris!</a>, Die ZEIT, 27.7.2007 </li>
<li>Burkert, Andreas: <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/,tt2m5/sport/weitere/special/329/122165/index.html/sport/weitere/artikel/685/125497/article.html">Die UCI wollte nie eine saubere Tour,</a> Interview mit Tourchef Prudhomme, SZ, 27.7.2007</li>
<li>Schwager, Christian: <a href="http://www.berlinonline.de//berliner-zeitung/blog/tour/2007/07/im_morast.html#more" target="_blank">Das System. </a>[Die UCI-Spitze McQuaid und Verbruggen], Berliner Zeitung, 25.7.2007 &nbsp;</li>
<li>Hollitzer, Jan: <a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.sport.volltext.php?kennung=on1taSPOSpoNational39286&amp;zulieferer=ta&amp;kategorie=SPO&amp;rubrik=Sport&amp;region=National&amp;auftritt=TA&amp;dbserver=1" target="_blank">Radsport: Unglaubwürdig</a>. Thüringer Allgemeine, 25.7.2007&nbsp;</li>
<li>Die ZEIT: <a href="http://www.zeit.de/online/2007/27/jaksche-dokumentation" target="_blank">Das umfassende Geständnis.</a> Jörg Jaksches Beichte, 6.7.2007</li>
<li>Tim Farin/Christian Parth: <a href="http://www.stilsicherheit.com/buero/aktuell_detail.php?text=65" target="_blank">Suspendiert und doch aktiv</a>, [Der Fall Peter Weibel], 6. Juli 2007</li>
<li>Burkert, A. und Kistner, Th.: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/263/121107/" target="_blank">Kronzeuge Jaksche</a>, Süddt. Zeitung, 29.6.2007</li>
<li>Bachner, Frank (2007): <a target="_blank" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/Doping-Doping-Radsport-Erik-Zabel;art2650,2318140">Der Zweifel fährt mit</a>. Der Tagesspiegel, 9.6.2007 </li>
<li>Simeoni, Evi (2007): <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc%7EE79C0B9CE8AA14EF18A7D72274D1CFB58%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Von Medizinmännern und Versuchskaninchen</a>, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3.6.2007, S. 20</li>
<li><em></em>Hürter, Tobias (2007): <a href="http://www.zeit.de/2007/23/M-Doping-Freiburg" target="_blank" >Rezepte für den Sieg</a>. DIE ZEIT, 31.05.2007 Nr. 23</li>
<li>Kistner, Thomas (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/100/115984/" target="_blank" >Das Schweigen der Bruderschaft</a>, Süddeutsche Zeitung, 29.5.2007&nbsp;</li>
<li>Schweitzer, Jan (2007): <a  target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/online/2007/22/doping-mediziner">Verbrecherische Ärzte</a>. Die ZEIT, 26.5.2007</li>
<li>FAZ (2006): Doping: &quot;<a  target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc%7EE440886BEFF3A4C6F87C3F2ED1809A2DF%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Von der vergifteten Sportgeschichte befreien</a>&quot;. Interview mit der ehem. Spitzenathletin Ines Geipel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2006</li>
</ul>
<ul>
<li>Artikelserie der Wissenswerkstatt zu &quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/scheinheiligkeiten-blindheit-und-systemzwaenge-dopingarrangements-im-spitzensport-i/" target="_blank">Dopingarrangements im Spitzensport&quot;</a></li>
<li>Teil 1 des Artikels zur Lösung der Dopingproblematik: &quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/27/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/">Saubermänner, Lügenbarone&#8230;</a>&quot;</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Haug, Tanja (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3939519278?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3939519278">Doping</a>. Dilemma des Leistungssports. </li>
<li>Beune, Andreas (2005): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3936973172?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3936973172">Did Not Finish: Der Radsport und seine Opfer</a>. 20 Himmelsstürmer im Porträt.</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Berendonk, Brigitte (1992): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499186772?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3499186772">Doping</a>. Von der Forschung zum Betrug. Rowohlt: Reinbek.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_64" class="footnote">Das Gedicht beginnt mit den Zeilen: &quot;Nah ist / Und schwer zu fassen der Gott. / Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch. Im Finstern wohnen / Die Adler und furchtlos gehen / Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg / Auf leichtgebaueten Brücken.&quot; Und wem spätestens bei der Passage „.. furchtlos gehen die Söhne der Alpen über den Abgrund“ die Zusammenhänge zur Tour nicht einleuchten wollen, der sei darauf hingewiesen, daß die Alpen nur stellvertretend stehen – Pyrenäen wäre schlicht metrisch nicht geeignet gewesen.</li><li id="footnote_1_64" class="footnote">Daß v.a. die <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de//berliner-zeitung/blog/tour/2007/07/im_morast.html#more">Führungsriege der UCI</a> alles andere als konsequent gegen Doping vorgeht, wurde ebenfalls in den letzten Tagen klar. Die Radsportgemeinde sollte sich dringend Gedanken darüber machen, ob man mit Spitzenrepräsentanten wie Pat McQuaid oder Vizepräsident Hein Verbruggen wirklich glaubhaft den Weg in eine dopingfreie Zukunft antreten kann. Verbruggen bemüht sich derzeit etwa darum das bislang zweitklassige Team „Relax-Gam“ in die ProTour-Liga zu hieven. Bei Relax sind mit Oscar Sevilla, Francisco Mancebo und Angel Vicioso gleich drei Dopingfreunde im Team. Hier stellt sich letztlich wirklich die Frage, wer den Radsport vor solchen Funktionären schützt.</li><li id="footnote_2_64" class="footnote">Mittlerweile ist völlig offen, ob es sich hier nur um eine Falschmeldung gehandelt haben sollte. Bei &quot;<a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2007/07/28/tour-2007-19-cognac-%e2%80%93-angouleme/" target="_blank">allesaußersport</a>&quot; wird man in dieser und anderer Hinsicht aktuell auf dem laufenden gehalten.</li><li id="footnote_3_64" class="footnote">Wie diese Gremien zu besetzen wären, müßte im Einzelnen diskutiert werden. Man denke aber beispielsweise an die sog. <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheits-_und_Vers%C3%B6hnungskommission">Wahrheitskommissionen</a> zur Aufarbeitung der Verbrechen der Apartheid in Südafrika. Klar ist: dieses Angebot einer teilweisen Amnestie muß zeitlich befristet sein und die kooperativen Sportler oder auch Ärzte, Physiotherapeuten etc. &quot;belohnen&quot;. Wer sich freilich daran nicht beteiligt, später aber ertappt wird, darf auf kein weiteres Entgegenkommen hoffen. Die Kommission würde Anhörungen durchführen, alle Informationen dokumentieren und schließlich einen &#8211; öffentlich zugänglichen &#8211; Abschlußbericht abgeben. Auf dessen Grundlage könnte weiter ermittelt werden bzw. müßten belastete Personen von ihren Aufgaben umgehend entbunden werden.</li><li id="footnote_4_64" class="footnote">Allen, die heute die Zeichen der Zeit erkennen, sich nicht länger <a target="_blank" href="http://wirbelwebber.de/wp/2007/07/28/doping-ausreden/">herausreden</a> und umdenken, sollte man die zukünftige Mitarbeit an einem weitgehend dopingfreien Radsport nicht verweigern; und wissen wir nicht aus dem Lukas-Evangelium, daß auch im Himmel größere Freude über einen reuigen Sünder herrscht, als über 99 Gerechte? Diese Sichtweise sollte man zum Vorbild nehmen.</li><li id="footnote_5_64" class="footnote">Leider als durchaus typisch dürfen die <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,497015,00.html" target="_blank">aktuellen Aussagen</a> von Andreas Klöden gewertet werden: Klöden ist sich offenbar nicht zu schade, um vollkommen abwegige Verschwörungstheorien ins Gespräch zu bringen. &quot;Was ist, wenn mir einer etwas Verbotenes über den Salat kippt? Plötzlich bin ich positiv und wandere in den Knast&#8230; (&#8230;) Was ist, wenn manipuliert wird, um alles kaputt zu machen, um dann die Reste zu übernehmen?&quot; Selten hat man einen größeren Blödsinn gelesen. Derselben Meinung ist u.a. <a href="http://liberalinaustria.wordpress.com/2007/07/28/verschworungs-phantasie/" target="_blank">Philipp.</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/">Operation am offenen Herzen » Kronzeugen, C-Probe und die Rettung des Radsports aus den Klauen des Dopingmonsters</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jul 2007 15:12:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diesmal kann Jan Ullrich nichts dafür. Ein Jahr ist vergangen, seitdem das einstige Lieblingskind des deutschen Sports von der Teilnahme an der &#34;Tour de France&#34; ausgeschlossen und von seinem Rennstall &#34;T-Mobile&#34; fristlos gekündigt wurde. Seitdem nähert sich Ullrich Schritt für Schritt jener bemitleidenswürdigen Gestalt an, die Cervantes so einprägsam als &#34;Ritter von der traurigen Gestalt&#34; ... <a title="Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/" aria-label="Mehr Informationen über Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/">Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diesmal kann Jan Ullrich nichts dafür. Ein Jahr ist vergangen, seitdem das einstige Lieblingskind des deutschen Sports von der Teilnahme an der &quot;Tour de France&quot; ausgeschlossen und von seinem Rennstall &quot;T-Mobile&quot; fristlos gekündigt wurde. Seitdem nähert sich Ullrich Schritt für Schritt jener  bemitleidenswürdigen Gestalt an, die <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Miguel_de_Cervantes">Cervantes</a> so einprägsam als &quot;Ritter von der traurigen Gestalt&quot; beschrieb; Ullrichs Metamorphose ist beinahe abgeschlossen: vom strahlenden Helden, der alljährlich für Begeisterungsstürme sorgte, ist er schon längst zu einer Karikatur geworden.</strong> </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/07/Dopingarrangements_03a.jpg" alt="Dopingarrangements_03a.jpg" style="border: 1px solid rgb(102, 102, 102); margin: 8px; padding: 1px;" />Wie einst Don Quichotte kämpft er beharrlich gegen all die bösen Staatsanwälte und Ermittlungsbehörden und hangelt sich vom einen fragwürdigen Dementi zum nächsten. Doch das Netz der Indizien spannt sich immer dichter um den früheren Radhelden und man möchte ihm zurufen, er möge doch einsehen, daß er seinen Kampf gegen die Windmühlen niemals gewinnen kann. Denn die Frage ist längst nicht mehr, ob Ullrich betrogen und gedopt hat. Die einzige Frage ist lediglich noch: wie naiv muß man sein, um sich selbst derart zu beschädigen? </p>
<p>Aber das kommt davon, wenn man nicht begriffen hat, daß gerade die Kapitulation eine unüberschätzbare befreiende Kraft entfalten kann. Dies gilt für gefallene Sportstars genauso wie für den Radsport ingesamt. Dessen Rettung liegt in einem Maßnahmenbündel, in dessen Zentrum die Kapitulation steht. Es wird Zeit, daß der Radsport dies begreift. Es spricht viel dafür, daß es seine letzte Chance ist.
</p>
<p>Während Ullrich noch versucht mit allerlei juristischen Tricks und Finten den endgültigen Zeitpunkt seiner Entzauberung hinauszuschieben, ist das härteste Radrennen der Welt in eine neue, seine 94. Runde gegangen. Nach all den Enthüllungen und Dopingbeichten, weiteren Skandalen und erschreckenden Erkenntnissen über systematisches Doping in früheren Jahren, war allen Beteiligten klar, daß sich nicht zuletzt im Verlauf der diesjährigen Tour würde zeigen müssen, ob der Radsport eine Zukunft haben wird. Die Vorzeichen freilich waren uneinheitlich: auf der einen Seite gab es wiederholt weitere starke Verdachtsmomente gegen einzelne Teams und Fahrer, andererseits durchaus glaubhafte Bemühungen einen sauberen Neuanfang zu wagen. So blieb kaum anderes, als abzuwarten, ob sich die uneinsichtig-alte Garde oder die reuigen Sünder durchsetzen würden. </p>
<p>Der Eklat kam früh: acht Rennställe, die sich einen sauberen Sport auf die Fahnen schreiben wollten, <a target="_blank" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=1180689">formierten sich</a> zu einem neuen Bund. Doch wie sich nun zeigt, ist es ein steiniger Pfad der vom Saulus zum Paulus führt. Ausgerechnet die Fahrer Sinkewitz und Moreni sind nun wegen positiven Dopingbefunden auffällig geworden. Zweimal fand man zuviel Testosteron im Urin, zweimal sind Rennställe der neuen &quot;Bewegung für einen sauberen Radsport&quot; betroffen. Und nun?</p>
<p><strong>Geschwächtes Immunsystem und die langen Schatten der Dopingtradition</strong></p>
<p>
Gut, man könnte nun freilich argumentieren, daß es schließlich doch ein gutes Zeichen ist, wenn ganz offenbar die Tests funktionieren und die Selbstreinigungskräfte des Radsports selbst für die notwendigen Sanktionen sorgen. Man habe begriffen, daß der Sport in seiner tiefsten Krise stecke, so ist seit Wochen allenthalben von den Verantwortlichen des Radsportbusiness zu hören. Das Problem sei erkannt und der neue Tour-Direktor Christian Prudhomme spart nicht mit deutlichen Worten, mit denen er all den betrügerischen Machenschaften den Kampf ansagt. Doch reichen die gebetsmühlenhaft vorgetragenen Anti-Doping-Statements tatsächlich aus, um erfolgreich gegen die universale Dopingkontamination des Radsports anzugehen? Die notwendige Einsicht, daß hier dringend Handlungsbedarf besteht ist da. Aber reicht diese Einsicht aus? Denn, man sollte sich von all den Stimmen, die neuerdings vehement gegen Doping Stellung beziehen, nicht darüber hinwegtäuschen lassen: das Immunsystem des Radsports ist bis heute mehr als geschwächt.&nbsp;
</p>
<p>Das Virus der jahrelang hinter den Kulissen praktizierten und tolerierten Leistungsmanipulation hat tiefe Spuren hinterlassen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß der Däne Michael Rasmussen bis gestern das gelbe Trikot trug, obwohl eindeutige Zweifel hinsichtlich seiner Integrität bestanden. Sicher, auch und gerade für Radsprofis muß die Unschuldsvermutung gelten, aber Rasmussen hatte – wie erst allmählich klar wurde – in eindeutiger Weise gegen die Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur und auch diejenigen seines eigenen Verbandes verstoßen. Dennoch fuhr er tagelang in gelb. Aber erst die Buhrufe und Pfiffe der enttäuschten Fans, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollten, waren am Mittwoch Anlaß für Rasmussens Sponsor Rabobank ihren Teamkapitän aus dem Rennen zu nehmen. Ein <a target="_blank" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/tour_de_france/?em_cnt=1180212">überfälliger Schritt</a>, aber er kam von einem um sein Prestige <a target="_blank" href="http://maol.ch/2007/07/26/tour-de-farce/">besorgten Sponsor</a> und nicht von den Veranstaltern, die hier längst konsequent hätten handeln müssen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/#footnote_0_63" id="identifier_0_63" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unverst&auml;ndnis, Entsetzen und teilweise Belustigung &uuml;ber das traurige Spektakel, &auml;u&szlig;ert sich hier, hier und hier auch in der Blogosph&auml;re. Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn im n&auml;chsten Jahr die Sportfreaks weniger h&auml;ufig so unerfreuliche Vokabeln wie EPO, Blutdoping und Testosteron lesen m&uuml;&szlig;ten.">1</a> &nbsp; </p>
<p><strong>Halbherzigkeit im Kampf gegen Doping</strong>
</p>
<p>Aber wirklich konsequent wird der Kampf gegen das Dopingsystem nicht einmal in Deutschland geführt. Da mag BDR-Präsident Rudolf Scharping noch so oft das Bild von den eisernen Besen bemühen, mit denen er zu kehren gedenke; wenn beispielsweise der einstige Coach von Jan Ullrich und massiv belastete Bundestrainer Peter Weibel zumindest inoffiziell weiterhin Nachwuchsfahrer betreut, so keimen doch Zweifel auf, ob man beim BDR willens und fähig ist, die behauptete Abkehr vom verseuchten Spitzensport in Angriff zu nehmen. Denn wie die Journalisten vom Kölner &quot;<a target="_blank" href="http://www.stilsicherheit.com/buero/aktuell_detail.php?text=65">Büro für Stilsicherheit</a>&quot; Anfang Juli berichteten, war der Ende Mai suspendierte U-23-Nationaltrainer Weibel dennoch weiterhin aktiv. Aber anstatt den Hinweisen nachzugehen, ob dieser nicht vielleicht doch engagierter weiterarbeitet als gedacht, reagierte der BDR trotzig wie ein kleines Kind: man konterte wehleidig mit Vorwürfen an die Adresse der Journalisten, verweigert seitdem die Zusammenarbeit und klammert sich an die Pressemitteilung: Weibel arbeite &quot;nicht am Mann&quot;. Andererseits räumt man sogar offiziell ein, daß Weibel weiterhin den 19-jährigen Nachwuchsnationalfahrer Sascha Weber betreue, dabei handele es sich aber um eine Privatsache.
</p>
<p>Alles in allem: ein Verband, der toleriert, daß eine derart belastete Person weiterhin Nachwuchstalente trainiert und dies als Privatangelegenheit deklariert, hat die Zeichen der Zeit längst nicht erkannt. Wenn der BDR nicht in den Verdacht geraten möchte, die gesamte Antidopingarbeit doch nur höchst halbherzig zu betreiben, sollte man hier dringend umdenken. Die bislang vorgeschlagenen Konzepte sind zwar löblich, greifen aber viel zu kurz. Ein rigoroser Antidopingkurs, mit dessen Umsetzung sich der Radsport aus der selbstverschuldeten Dopingmisere befreien könnte, bestünde aus drei Komponenten: erstens dem zeitlich befristeten Angebot einer Kronzeugenregelung mitsamt einer Teilamnestie, zweitens der Erweiterung der Dopingtestpraxis durch eine sogenannte &quot;C-Probe&quot; und drittens durch eine staatliche Anti-Dopinggesetzgebung, die diesen Namen auch verdient. Die Frage dabei ist nur, ob man in der Riege der Funktionäre für eine solche Roßkur tatsächlich bereit ist. Wie die genannten Maßnahmen im Detail den Weg zu einem Neuanfang im Radsport begleiten können, wie die Münchhausen-Operation gelingen kann, wird an dieser Stelle ab morgen in einem zweiten Teil dargestellt&#8230;</p>
<p>[Update: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/28/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/">Hier wird verraten</a>, wie sich der Radsport aus den Händen des Dopingmonsters befreien könnte.]&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="60%" size="1" />
<p><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li>Tim Farin/Christian Parth: <a href="http://www.stilsicherheit.com/buero/aktuell_detail.php?text=65" target="_blank">Suspendiert und doch aktiv</a>, [Der Fall Peter Weibel], 6. Juli 2007</li>
<li>Bachner, Frank (2007): <a target="_blank" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/Doping-Doping-Radsport-Erik-Zabel;art2650,2318140">Der Zweifel fährt mit</a>. Der Tagesspiegel, 9.6.2007 </li>
<li>Simeoni, Evi (2007): <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc%7EE79C0B9CE8AA14EF18A7D72274D1CFB58%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Von Medizinmännern und Versuchskaninchen</a>, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3.6.2007, S. 20</li>
<li><em></em>Hürter, Tobias (2007): <a href="http://www.zeit.de/2007/23/M-Doping-Freiburg" target="_blank" >Rezepte für den Sieg</a>. DIE ZEIT, 31.05.2007 Nr. 23</li>
<li>Kistner, Thomas (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/100/115984/" target="_blank" >Das Schweigen der Bruderschaft</a>, Süddeutsche Zeitung, 29.5.2007&nbsp;</li>
<li>Schweitzer, Jan (2007): <a  target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/online/2007/22/doping-mediziner">Verbrecherische Ärzte</a>. Die ZEIT, 26.5.2007</li>
<li>Kistner, Thomas und Burkert, Andreas (2006): &quot;<a  target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/91/83008/">Meine Arbeit ist Teamarzt, nicht Dopingkommissar&quot;</a> (Interview), SZ, 18.8.2006</li>
<li>FAZ (2006): Doping: &quot;<a  target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubAEA2EF5995314224B44A0426A77BD700/Doc%7EE440886BEFF3A4C6F87C3F2ED1809A2DF%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Von der vergifteten Sportgeschichte befreien</a>&quot;. Interview mit der ehem. Spitzenathletin Ines Geipel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. April 2006</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Haug, Tanja (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3939519278?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3939519278">Doping</a>. Dilemma des Leistungssports. </li>
<li>Beune, Andreas (2005): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3936973172?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3936973172">Did Not Finish: Der Radsport und seine Opfer</a>. 20 Himmelsstürmer im Porträt.</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Berendonk, Brigitte (1992): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499186772?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3499186772">Doping</a>. Von der Forschung zum Betrug. Rowohlt: Reinbek.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_63" class="footnote">Unverständnis, Entsetzen und teilweise Belustigung über das traurige Spektakel, <a target="_blank" href="http://www.sichelputzer.de/2007/07/25/doping-mit-cofidis-profi-moreni/">äußert</a> sich <a target="_blank" href="http://www.4null4.de/282/wann/">hier</a>, <a target="_blank" href="http://princo.wordpress.com/2007/07/26/michael-rasmussen-gefeuert/">hier</a> und <a target="_blank" href="http://www.mattwagner.de/2007/07/doping-berall.htm">hier </a>auch in der Blogosphäre. Es wäre schön, wenn im nächsten Jahr die <a target="_blank" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2007/07/27/tour-2007-18-cahors-%e2%80%93-angouleme/">Sportfreaks</a> weniger häufig so unerfreuliche Vokabeln wie EPO, Blutdoping und Testosteron lesen müßten.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/">Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne » Dopingarrangements im Spitzensport II</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 13:58:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Agnotologie]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Radsportszene kommt nicht zur Ruhe: erst faßt sich Bert Dietz ein Herz und gewährt bei Reinhold Beckmann Einblicke in die Dopingrealität des Telekom-Rennstalls der späten 90er Jahre. Christian Henn, ebenfalls Mannschaftskollege von Jan Ullrich und Dietz, ist offenbar so angetan von der Plauderstunde am Montagabend, so daß er sich solidarisiert und ebenfalls den Epo-Mißbrauch ... <a title="Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne » Dopingarrangements im Spitzensport II" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/" aria-label="Mehr Informationen über Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne » Dopingarrangements im Spitzensport II">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/">Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne » Dopingarrangements im Spitzensport II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Radsportszene kommt nicht zur Ruhe: erst faßt sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Dietz" target="_blank">Bert Dietz</a> ein Herz und gewährt bei Reinhold Beckmann Einblicke in die Dopingrealität des Telekom-Rennstalls der späten 90er Jahre. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Henn" target="_blank">Christian Henn</a>, ebenfalls Mannschaftskollege von Jan Ullrich und Dietz, ist offenbar so angetan von der Plauderstunde am Montagabend, so daß er sich solidarisiert und ebenfalls den Epo-Mißbrauch in den Jahren 1995-1999 einräumt. So weit, so gut. Spektakuläre Dopingfälle und Geständnisse gab es immer wieder. Nichts Neues also im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peloton" target="_blank" >Peloton</a>. </strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="206" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 5px; padding: 1px;" alt="Dopingarrangments_02c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Dopingarrangments_02c.jpg" />Nun aber kommt <a target="_blank" href="http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2007/05/24/peters-gedanken/das-machen-doch-alle">Bewegung</a> in die Szene. Die bislang so schweigsamen Jungs werden plötzlich <a target="_blank" href="http://ruegenbote.de/wordpress/2007/05/24/erik-zabel-hat-doping-zugegeben/">redselig</a> und die Chronisten der Ereignisse werden vor die Aufgabe gestellt, all die Dopinggeständnisse und Verfehlungen auch genau zu dokumentieren. Am Donnerstagvormittag ist es dann soweit, erst vollzieht die Uniklinik Freiburg den längst überfälligen Schritt und trennt sich von den belasteteten und inzwischen geständigen Ärzten Andreas Schmid und Lothar Heinrich; und kurz vor Mittag steht eine mit Spannung erwartete Pressekonferenz des T-Mobile-Rennstalls an. Was inzwischen schon zu erwarten war, tritt ein: die beiden früheren Radhelden <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aldag">Rolf Aldag</a> und <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Zabel">Erik Zabel</a> räumen teilweise unter Tränen die Einnahme von Epo ein. </p>
<p>Hossa! Wer hätte noch vor Wochenfrist damit gerechnet? Hatte man sich nicht längst damit <a target="_blank" href="http://www.epenis.de/erguss/denkwechsel">abgefunden</a>, daß die Tourheroen ihr Wissen um die leistungsförderlichen Helferlein mit ins Grab nehmen würden?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_0_35" id="identifier_0_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die meisten Beobachter sind inzwischen ohnehin ern&uuml;chtert oder hinl&auml;nglich an Entt&auml;uschungen gew&ouml;hnt. Manche freilich auch &uuml;berrascht und auch pers&ouml;nlich entt&auml;uscht. Und wer kippt als n&auml;chstes um? Bjarne Riis ist ja ein hei&szlig;er Kandidat&hellip; weitere Kandidaten?">1</a> Manche hatten ohnehin vermutet, daß die Stauhitze unter den Fahrradhelmen bei den heißesten Etappen der Tour de France dem Erinnerungsvermögen nicht sehr zuträglich sein kann. Andere hatten eher auf schwere Stürze  getippt, die sowohl sportlichen Ethos, als auch Gedächtnis in Mitleidenschaft gezogen haben könnten. Aber Pustekuchen! Bald der einzige, der weiterhin nicht einsehen will oder kann, daß sein Versteckspiel und die halbseidenen Dementis nur noch lächerlich sind, ist Jan Ullrich. Ob er sich ein Beispiel an seinen früheren Kollegen nimmt, bleibt offen.</p>
<p><strong>Geständniseifer&nbsp;</strong></p>
<p>Weshalb es nun plötzlich alle so eilig haben und ihre früheren Verfehlungen (zumindest teilweise) einräumen, ist bislang dennoch kaum einsichtig. Ist es möglicherweise ein abgestimmter Versuch mit einer kollektiven, inszenierten Beichte, erstens: Einsicht, zweitens: Reue, drittens: Lernfähigkeit zu demonstrieren? Um, Zweck der ganzen Übung, viertens: Absolution zu erhalten?</p>
<p>Auffällig ist, daß die meisten Geständnisse ohnehin nur gewisse Praktiken (den Gebrauch des ohnehin in Rede stehenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erythropoetin" target="_blank" >Epo</a>) einräumen; Rolf Zabel ist <a  target="_blank" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,484676,00.html">offensichtlich</a> der Ansicht, daß ihm bereits das Eingeständnis &quot;einmaliger Epo-Einnahme&quot; die Reinwaschung einbringt. Ganz auszuschließen ist tatsächlich nicht, daß hier bewußt darauf spekuliert wird, durch das zähneknirschende Einräumen bestimmter Tatbestände, allen zukünftigen Fragen nach dem wahren Ausmaß des Fehlverhaltens den Wind aus den Segeln zu nehmen. Frei nach dem Motto: wer bereits einmal tränenreich und im Büßerhemd vor der Nation um Abbitte gefleht hat, dem möge man doch fürderhin alle neugierigen Nachfragen ersparen.</p>
<p><strong>Nachahmungstäter&nbsp;</strong></p>
<p>Bereits mit dem Handwerkszeug der Küchentischpsychologie ist freilich verständlich, daß es deutlich komfortabler ist, wenn man gemeinschaftlich an den Pranger gestellt wird. Bert Dietz gebührt insofern eine gewisse Anerkennung, da er als erster gewagt hat, das Schweigen zu brechen. Die anderen hoffen nun offenbar, in seinem Windschatten die Folgen der medialen Kritik etwas abfedern zu können. Die Schläge, die die Fahrer nun einstecken müssen, ertragen sich nunmal deutlich leichter, wenn sie auf mehrere Rücken niedergehen. Und überhaupt: in ein paar Wochen, wenn wieder andere Themen die Zeitungsspalten dominieren, wird man sich nicht mehr so genau daran erinnern, wer denn nun was gebeichtet hat. Man ist (vorläufig) aus der Schußlinie und äußert glaubhaft die Absicht, nun einen Neuanfang zu starten. Dies ist natürlich auch eine Möglichkeit, um Wissen zu verdecken und Nicht(genau)wissen sicherzustellen. </p>
<p>Wie glaubwürdig sind aber die Erklärungen, die nun von den Verantwortlichen in Sportverbänden und Rennställen abgegeben werden? Ist es plausibel, daß die üblichen Verdächtigen nun tatsächlich die eisernen Besen in die Hand nehmen werden und tatkräftig und effizient gegen jede Form des Dopings vorgehen werden? Sind dies nur Lippenbekenntnisse oder besteht wirklich Hoffnung auf eine Veränderung?</p>
<p>Wenn man anhand verschiedener soziologischer Begrifflichkeiten und Theorieansätze das System Spitzensport analysiert, keimen allerdings durchaus Zweifel hinsichtlich der Erfolgsaussichten eines solchen Vorhabens. Die Dopingarrangements sind &#8211; wie sich zeigen wird &#8211; fester Bestandteil der Strukuren.</p>
<p><strong>Inkohärenz der Blickwinkel: die Inszenierung des ehrlichen Sports als Spiel mit Hinter- und Vorderbühne</strong></p>
<p>Auch für einen kaum argwöhnischen Betrachter wird deutlich, daß die Welt des Sports eine hochgradig inszenierte Oberflächenstruktur aufweist. Die Athleten werden als junge, dynamische, leistungsbereite &#8218;role models&#8216; vorgeführt, die allesamt als Werbeträger für Zeitschriften der Kategorie &quot;fit &amp; fun&quot; taugen. Gesundheit, Körperbewußtsein, Leistungsfähigkeit &#8211; die positiv konnotierte Schlagwortreihe ließe sich leicht weiter fortsetzen. </p>
<p>Der spannende Wettstreit um Zeiten und Weiten tut sein weiteres. Der Sport lebt seinem Wesen nach durch seine klare Struktur, also den (vordergründig) transparenten Spielregeln, denen alle Wettkämpfer gleichermaßen unterworfen sind. Der Modus des Wettbewerbs ist klar definiert und wenn der Startschuß fällt, so fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf den Konkurrenzkampf der Sportler. Sie sind teil einer Wette, als deren Protagonisten sie für die Zuschauer Identifikations- und Partizipationsangebote offerieren: egal ob es sich um Langstreckenläufer, Radfahrer oder Fußballteams handelt; im Vorfeld werden Sympathien verteilt und der Sportzuschauer fiebert mit seinem Favoriten mit, erleidet Niederlagen und erlebt Erfolge.</p>
<p>Das alles, was die Zuschauer und Fans miterleben, bezieht sich auf das Geschehen der &quot;Vorderbühne&quot;. Der Soziologe <a  target="_blank" href="Doping%20hat%20System.%20Wer%20sich%20in%20diesen%20Tagen%20beim%20Lesen%20der%20Berichte%20%FCber%20die%20Dopingbeichten%20gel%E4uterter%20Exradprofis%20dar%FCber%20wundert,%20da%DF%20einige%20der%20allj%E4hrlich%20gefeierten%20Radhelden%20offenbar%20zu%20unterst%FCtzenden%20Mitteln%20gegriffen%20haben,%20hat%20leider%20immer%20noch%20nichts%20verstanden.%20Die%20manipulative,%20leistungssteigernde%20Medikamenteneinnahme%20ist%20wesentlicher%20Bestandteil%20aller%20%28Ausdauer-%29Sportarten.%20Es%20mu%DF%20klar%20sein:%20wenn%20sich%20die%20Nation%20%FCber%20den%20positiven%20Medaillenspiegel%20bei%20Olympischen%20Spielen%20freut,%20dann%20ist%20die%20Erfolgsbilanz%20immer%20auch%20der%20effizienten%20Arbeit%20der%20medizinischen%20Abteilungen%20zu%20danken.%20Doping%20ist%20ein%20System.">Erving Goffmann</a> hat an vielen Beispielen illustriert, wie jede individuelle Interaktion und jedes soziale System, in zwei strukturelle Komponenten zerfällt. Einerseits gibt es den Bereich der &quot;Vorderbühne&quot;, auf der die Akteure gemäß bestimmten Verhaltenserwartungen handeln. Hier läuft ein inszeniertes (Rollen-)Spiel ab. Auf der &quot;Hinterbühne&quot; wird diese Notwendigkeit suspendiert; hier werden von den eingeweihten Personen die internen Bedingungen und Verhaltensweisen untereinander abgestimmt, um das Schauspiel auf der Vorderbühne fortführen zu können. </p>
<p>Auf den Radpsort gewendet wird sichtbar, daß sich auf der Vorderbühne lediglich der (inszenierte) Wettkampf abspielt, der an weitere Inszenierungselemente (Siegerehrung, Interviews, Pressekonferenz etc.) gekoppelt ist. Hier geht es um die Aufrechterhaltung des erwünschten Bildes eines sauberen, fairen Wettstreits. Naiv ist, wer verkennt, daß die infrastrukturellen Bedingungen des Spitzensports durch die Geschehnisse der Hinterbühne geprägt sind. Einblick in die monatelange Trainings- und Vorbereitungsarbeit, Zutritt zu internen Mannschaftsbesprechungen oder in Athleten- und Behandlungszimmer haben nur Eingeweihte. Auf dieser Hinterbühne werden Trainings- und Ernährungspläne und auch der effizienteste Einsatz von Dopingmitteln<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_1_35" id="identifier_1_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die beiden Zielkriterien sind einerseits die Verabreichung von Substanzen, ohne da&szlig; deren Verabreichung bei Dopingkontrollen registriert wird, andererseits mu&szlig; gew&auml;hrleistet bleiben, da&szlig; die Athleten keine gesundheitlichen Folgesch&auml;den davontragen. Dies ist fraglos stets eine schwierige Gratwanderung.">2</a> erörtert. </p>
<p>Zusammenfassend: vor allem die Medien präsentieren die Hochglanzversion des Spitzensports. Die Fassade, die den Glauben an den fairen, sportlichen Wettstreit aufrechterhält. Wenn, wie nun durch die Veröffentlichungen und Stellungnahmen einzelner Dissidenten (<a target="_blank" href="http://www.jurablogs.com/action/?action=gorss&amp;jbid=74672">Jeff d&#8217;Hont</a>, <a target="_blank" href="http://www.sichelputzer.de/2007/05/23/beckmann-mit-kleinem-skandal-auf-sendung/">Bert Diez</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/300484/_t/ft/_b/1271987/default.aspx/index.html" target="_blank">Christian Henn</a>), die Dopingpraxis teilweise publik wird, wird der Vorhang der Vorderbühne ein Stück weit angehoben, und das erstaunte Publikum erahnt, was auf der Hinterbühne tatsächlich abläuft. </p>
<p><strong>Initiationsriten und Aneignung des spitzensportlichen Habitus</strong></p>
<p>Wie leicht nachvollziehbar ist, zerfällt auch jedes Subsystem des Spitzensports in Vorder- und Hinterbühne. Was hinter verschlossenen Türen wenigstens teilweise ausgesprochen werden darf, ist auf der Vorderbühne (zumal wenn Kameras und Mikrofone laufen) tabu. Selbstverständlich müssen deshalb gewisse Zugangsregeln installiert sein, die sicherstellen, daß diese Trennung zwischen vordergründigem hehren Sportethos und hintergründiger Leistungsmanipulation um jeden Preis aufrechterhalten werden kann.</p>
<p>Rekonstruiert man die einzelnen Etappen, bis ein talentierter Nachwuchssportler zum Mitglied eines Profiteams wird, zeigt sich, daß hier bestimmte Sozialisationsmechanismen ablaufen, die Loyalität sichern und den einzelnen Sportler mit habituellen Verhaltensmustern ausstatten. Der Habitusbegriff wurde für die Soziologie v.a. durch <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu">Pierre Bourdieu</a> fruchtbar gemacht.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_2_35" id="identifier_2_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Habitus kann verk&uuml;rzt als Charakteristik der individuellen Pers&ouml;nlichkeitsstruktur verstanden werden. Innerhalb von Sozialisationsprozessen wird ein bestimmter Habitus von den Mitgliedern spezifischer Millieus erworben und inkorporiert; als psychische Disposition pr&auml;gt er Wahrnehmung, Bewertung und Handeln.">3</a>  </p>
<p>Bezogen auf das Sportsystem wird sichtbar, daß die Nachwuchssportler bspw. durch das Vorbild von Leistungsträgern in ihrer Trainingsgruppe vorgeführt bekommen, daß bestimmte Maßnahmen zur Leistungssteigerung selbstverständlicher Bestandteil ihres Sports sind. Bis ein hoffnungsvolles Talent zur Spitzengruppe seiner Disziplin gehört, durchläuft es mehrere Stufen der Anpassung und Gewöhnung an die jeweils vorherrschenden Praktiken.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_3_35" id="identifier_3_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dazu z&auml;hlen keinesfalls nur Formen der illegitimen Leistungssteigerung; s&auml;mtliche Verhaltensweisen, die ein Spitzenathlet f&uuml;r sein Zurechtfinden im Sportumfeld ben&ouml;tigt [angefangen von Essgewohnheiten bis hin zum Umgang mit den Fans], werden sukzessive &quot;erlernt&quot;, adaptiert und als Habitus inkorporiert.">4</a></p>
<p>Und es soll keineswegs zynisch klingen: der Erstkontakt mit Dopingmitteln kommt für jeden hoffnungsvollen Nachwuchsathleten einem Ritterschlag gleich. Denn der Umstand, daß Trainer oder Betreuer an einen herantreten, und die Möglichkeiten der Leistungssteigerung durch pharmakologische Mittelchen ansprechen, bedeutet zwar noch nicht, daß man es bereits zum Spitzensportler geschafft hat, aber zumindest, daß man auf dem besten Wege dazu ist. Wer beginnt, selbst Dopingsubstanzen einzunehmen, hat einen wichtigen Initiationsritus absolviert und gehört fortan zum legitimen Kreis der absoluten Topathleten.</p>
<p>Interessant ist, daß Bourdieu beschreibt, wie ein Habitus auch die Wahrnehmungsmuster prägt. Wer einmal kritisch das Spiel von Spitzensportlern mit Nähe und Distanz im Umgang mit Journalisten erlebt hat, kann erahnen, wie wirkmächtig habituelle Dispositionen sind. Denn: während &quot;erlernt&quot; wurde, daß dem internen Umfeld (Trainer, Ärzte&#8230;) unbedingt zu vertrauen ist, wurde gleichzeitig ein chronisches Mißtrauen gegenüber der Öffentlichkeit und Presse installiert. Das sprunghafte, kaum nachvollziehbare Verhältnis von <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Ullrich">Jan Ullrich</a> zu den Medien<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_4_35" id="identifier_4_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einerseits Liebling, der sich feiern und hofieren l&auml;&szlig;t [der ebenfalls in Verruf geratene Ex-ARD-Sportchef Hagen Bo&szlig;dorf schrieb sogar eine Jan-Ullrich-Biographie], andererseits einsilbige Pressekonferenzen und Argwohn, sobald sich kritische Stimmen erheben.">5</a> läßt sich kaum anders erklären.</p>
<p>Die Sportler haben also, wie hoffentlich plausibel wird, über mehrere Instanzen einen Adaptionsprozeß durchlaufen und sich den Habitus &quot;Spitzensportler&quot; angeeignet. Ein Habitus markiert, wie man von Bourdieu lernen kann, immer auch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, zu einem Millieu. Von zentraler Bedeutung ist dies, wenn und sobald Zugänge zu Eliten organisiert werden müssen. Bei anderen gesellschaftlichen Leistungseliten gehört zum erworbenen Habitus bspw. das Wissen darum, daß braune Lederschuhe zu einem schwarzen Anzug einen Fauxpas darstellen oder die adaptierte Fähigkeit, einen Hummer regelgerecht zu verspeisen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_5_35" id="identifier_5_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und auch andere Leistungseliten haben, wie man wissen kann, ihre Drogenproblematik; denn auch in den Vorstandsetagen von Start-Up-Unternehmen wird der Kokainkonsum des jungen Managers lediglich hinter vorgehaltener Hand, im Schutz der Hinterb&uuml;hne also, thematisiert.">6</a></p>
<p>Die Zugehörigkeit zu einem Millieu erklärt nebenbei auch, weshalb eine Praxis, wie sie das systematische Doping im Leistungssport darstellt, so erfolgreich unter Verschluß gehalten werden kann. Oftmals wird zweifelnd eingewandt, es seien doch so viele unterschiedliche Personen(kreise) in die Vorgänge involviert: da gebe es die Betreuer, die fleißigen Helfer, die das Rad in Schuß halten und dann wieder den Ärztestab. Wenn man genau hinsieht, fällt auf, daß sich all diese Personengruppen fast ausschließlich aus ehemaligen Spitzensportlern rekrutieren. Die Teammanager (Bsp. Aldag, Henn etc.) sind selbst Ex-Radprofis, die Ärzte sind häufig selbst als Spitzensportler sozialisiert worden, bevor sie sich für die Medizin entschieden haben. Allen gemein ist, daß sie den Habitus des Leistungssports verinnerlicht haben. Dies umfasst genauso das Wissen, wie man sich vor Wettkampfhöhepunkten verhält, wie auch die Akzeptanz von Praktiken, die von der naiven Laienöffentlichkeit nicht goutiert werden. Und alle wissen, daß auf frevlerische Nachfragen, ob alles mit rechten Dingen zugehe, mit empörten Dementis zu reagieren ist. </p>
<p><strong>Verhängnisvolle Systemlogiken</strong></p>
<p>Wer glaubt, beim internationalen Spitzensport handele es sich letztlich doch nur um die regelgeleitet-spielerische Suche nach einem Sieger, der irrt. Systemtheoretisch betrachtet wird offenkundig, daß dem &quot;System Spitzensport&quot; lediglich die Orientierung am internen Differenzierungscode Leistung|Nicht-Leistung bleibt. Alle weiteren Aspekte sind, solange es sich um die Sphäre des Spitzensports handelt, nur daraus abgeleitet und sekundär.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_6_35" id="identifier_6_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="F&uuml;r die Bereiche des Breitensports oder insbesondere im Kinder- und Jugendbereich gelten andere Codierungen. Hier ist tats&auml;chlich plausibel, da&szlig; die Freude an der Bewegung, das gemeinschaftliche Wetteifern, Kameradschaft und Fairness die zentralen Elemente sind. Am Beispiel Kinderleichtathletik werden diese sozialen Aspekte etwa [hier] von Fred Eberle skizziert.">7</a> Wenn <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Coubertin">Baron de Coubertin</a> an der Schwelle zum 19. Jahrhundert die Jugend der Welt zum fairen sportlichen Wettstreit zusammenrief, war eines seiner Motive zweifellos die Völkerverständigung. Solche Aspekte, haben aber ebensowenig wie die Begriffe &quot;Moral&quot; oder &quot;Fairness&quot; einen Platz innerhalb der Eigenlogik eines ausschließlich auf Erfolge getrimmten Systems.</p>
<p>Anschlußfähig &#8211; und dies in jedem denkbaren Sinn &#8211; sind allein Leistungen, die den Sieg ermöglichen. Das Lamento darüber, daß beispielsweise bei Olympischen Spielen der Viertplazierte kaum mehr Beachtung finde, er aber doch eine fast ebenso bemerkenswerte Leistung erbracht habe wie diejenigen, die auf dem Treppchen und somit im Rampenlicht stehen, ist innerhalb des Systems Spitzensport unverständlich. Die Leistung des Siegers, dessen Werdegang, sein gestählter Körper, sein Leistungswille, all diese Aspekte interessieren. Sie lassen sich in die Notizblöcke der Reporter diktieren und können letztlich durch lukrative Werbeverträge in monetäre Vorteile transformiert werden. </p>
<p>Das Problem bei all dem ist nur, daß im Feld des Sports unterschiedliche Erwartungshaltungen aufeinanderstoßen, die kaum miteinander kompatibel sind. Das von Journalisten propagierte Bild des Ausnahmeathleten, wie es etwa von Jan Ullrich gezeichnet wurde, kollidiert in dem Moment mit der Realität, wenn publik zu werden droht, daß auch Ullrich die Bergetappen nur deshalb übersteht, weil er mit Hormonpräparaten auf Hochform getrimmt wurde und die Epozufuhr den Sauerstofftransport der roten Blutkörperchen  bis ans Limit optimiert. Für den Sport selbst, der ja eben auf Leistung|Nicht-Leistung fokussiert ist, sind die Strategien, die jeder Sportler auf dem Weg zum Sieg wählt, zunächst nebensächlich.</p>
<p>Das hartnäckige Beschweigen und die Versuche, selbst offenkundige Dopingverstöße unter dem Deckmantel zu halten, sind Anhaltspunke für diese ausschließliche Orientierung an Leistung und Erfolg. Nicht umsonst <a  target="_blank" href="http://www.faz.net/s/Rub906784803A9943C4A3399622FC846D0D/Doc%7EE9170B5095A7648C0A328AF78FF170421%7EATpl%7EEcommon%7ESspezial.html">wehrte</a> sich etwa der Deutsche Sportbund (heute der <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Olympischer_Sportbund">DOSB</a>) unter Vorsitz seines ebenfalls fragwürdig agierenden Präsidenten <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Bach">Thomas Bach</a> jahrelang gegen die Versuche der Bundesregierung, Dopingverstöße durch das Justizsystem ahnden zu lassen und ein Anti-Doping-Gesetz zu verabschieden. Das eben ist der Unterschied: das politische System, das sich am Wählerzuspruch orientiert, wünscht sich (um eben dem unterstellten Wählerwillen zu entsprechen) die Möglichkeit klarer Sanktionen. Das Sportsystem allerdings, dessen Spitzenfunktionäre nicht zufälligerweise (s. die Ausführungen zum Habitusbegriff) ebenfalls zumeist ehemalige Topathleten sind, fürchtet diese staatliche Einflußnahme wie der Teufel das Weihwasser und beharrt auf Autonomie. Ansonsten stünde ein wichtiger Teil des Dopingarrangements in Gefahr.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/#footnote_7_35" id="identifier_7_35" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Umstand, da&szlig; die Sportverb&auml;nde mit einer eigenen Sportgerichtsbarkeit &uuml;ber Regelverst&ouml;&szlig;e befinden, resultiert aus der kaum herstellbaren Anschlu&szlig;f&auml;higkeit zum konventionellen Justizsystem. Die staatliche Justiz folgt der Unterscheidung Recht|Unrecht, die Sportgerichtsbarkeit bleibt der Eigenlogik Erfolg|Mi&szlig;erfolg unterworfen. Anders sind die haarstr&auml;ubenden Entscheidungen der letzten Jahre (siehe etwa den Fall Krabbe/Breuer in der Leichtathletik) kaum zu verstehen.">8</a></p>
<p>Interessant ist ebenfalls, wie das medizinische System (das eigentlich auf die Unterscheidung krank|gesund ausgerichtet ist) damit umgeht, wenn das Sportsystem ihm abverlangt, gesunde junge Menschen mit Medikamenten zu behandeln, die potentiell gesundheitsschädlich sind. Mit der Gratwanderung zwischen maximaler Leistungssteigerung und geringstmöglichem Gesundheitsrisiko, sowie der unseligen Vergangenheit der Freiburger Sportmedizin wird sich der nächste Artikel genauer befassen.</p>
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<li><em><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/24/scheinheiligkeiten-blindheit-und-systemzwaenge-dopingarrangements-im-spitzensport-i/">Scheinheiligkeiten, Blindheit und Systemzwänge</a> » Dopingarrangements im Spitzensport I</em></li>
<li><em>Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne » Dopingarrangements im Spitzensport II</em></li>
<li><em><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin</a> » Dopingarrangements im Spitzensport III</em></li>
<li><em>Kontaminierte Tourhelden und andere strahlende Sieger » Dopingarrangements im Spitzensport IV</em></li>
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<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing, April 2007.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Haug, Tanja (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3939519278?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3939519278">Doping</a>. Dilemma des Leistungssports. </li>
<li>Beune, Andreas (2005): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3936973172?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3936973172">Did Not Finish: Der Radsport und seine Opfer</a>. 20 Himmelsstürmer im Porträt</li>
</ul>
<p><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li>Leyendecker, Hans (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/530/115415/" target="_blank">Eine gewisse Chemie</a>. Das kurze Gedächtnis von Medien und Publikum beim Thema Doping im internationalen Radsport, 23.5.2007</li>
<li>Süddeutsche Zeitung (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/561/115446/" target="_blank" >Freiburger Ärzte gestehen Doping</a>, 23.5.2007</li>
<li>Burkert, Andreas (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/370/115255/" target="_blank" >Freiburg suspendiert Ärzte</a>, SZ, 22.5.2007</li>
<li>Spiegel-Online: Dopingbeichten: <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,484676,00.html">Uni Freiburg trennt sich von Ärzten Schmid und Heinrich</a>. 24.5.2007</li>
<li>Süddeutsche Zeitung: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/227/115112/" target="_blank">Aldag und Zabel gestehen Doping</a>, 24.5.2007</li>
<li>Blog|Morgendlandfahrt: <a href="http://www.morgenlandfahrt.net/leistungssport-druck-auswege/" target="_blank">Leistungssport. Druck. Auswege</a>. 24.5.2007</li>
<li>Franke, Werner (2006): <a target="_blank" href="http://www.welt.de/print-welt/article226396/Das_Doping_der_Anderen.html">Das Doping der Anderen</a>, Die Welt, 30.6.2006 </li>
<li>Hess, Jutta (2002): <a  target="_blank" href="http://www.zeit.de/archiv/2002/11/200211_sport_franke.xml">Sichtung und Wahrheit</a>. Seit über 30 Jahren führen Brigitte Berendonk und Werner Franke den Kampf gegen das Doping. DIE ZEIT, 11/2002 </li>
</ul>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_35" class="footnote">Die <a target="_blank" href="http://www.weinschenker.name/2007-05-24/doping-im-radsport-alles-aus/">meisten</a> <a href="http://log.roskothen.de/radsport-doping-ich-bin-uberrascht-uber-die-uberraschung/" target="_blank">Beobachter</a> sind inzwischen ohnehin <a target="_blank" href="http://olbertz.de/blog/2007/05/24/zum-thema-doping/">ernüchtert</a> oder <a href="http://www.profi1a.de/wordpress/doping-im-radsport/" target="_blank">hinlänglich</a> an Enttäuschungen <a target="_blank" href="http://hith.bloginsel.de/?p=1591">gewöhnt</a>. Manche freilich auch <a target="_blank" href="http://www.web-junkies.de/2007/05/25/dopingsumpf/">überrascht</a> und auch persönlich <a target="_blank" href="http://kristinschn1.twoday.net/stories/3765213/">enttäuscht</a>. Und <a target="_blank" href="http://www.werbeblogger.de/2007/05/25/wann-faellt-t-mobile-aus-dem-sattel/">wer</a> kippt als nächstes um? <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/05/25/bjarne-riis-singt/">Bjarne</a> Riis ist ja ein heißer Kandidat&#8230; weitere <a target="_blank" href="http://sportblog.blogsport.de/2007/05/25/wir-stellen-den-profi-radsport-ein/">Kandidaten</a>?</li><li id="footnote_1_35" class="footnote">Die beiden Zielkriterien sind einerseits die Verabreichung von Substanzen, ohne daß deren Verabreichung bei Dopingkontrollen registriert wird, andererseits muß gewährleistet bleiben, daß die Athleten keine gesundheitlichen Folgeschäden davontragen. Dies ist fraglos stets eine schwierige Gratwanderung.</li><li id="footnote_2_35" class="footnote">Der <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Habitus_%28Soziologie%29&amp;oldid=30619835">Habitus</a> kann verkürzt als Charakteristik der individuellen Persönlichkeitsstruktur verstanden werden. Innerhalb von Sozialisationsprozessen wird ein bestimmter Habitus von den Mitgliedern spezifischer Millieus erworben und inkorporiert; als psychische Disposition prägt er Wahrnehmung, Bewertung und Handeln.</li><li id="footnote_3_35" class="footnote">Dazu zählen keinesfalls nur Formen der illegitimen Leistungssteigerung; sämtliche Verhaltensweisen, die ein Spitzenathlet für sein Zurechtfinden im Sportumfeld benötigt [angefangen von Essgewohnheiten bis hin zum Umgang mit den Fans], werden sukzessive &quot;erlernt&quot;, adaptiert und als Habitus inkorporiert.</li><li id="footnote_4_35" class="footnote">Einerseits Liebling, der sich feiern und hofieren läßt [der ebenfalls in Verruf geratene Ex-ARD-Sportchef <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hagen_Bo%C3%9Fdorf&amp;oldid=31778986">Hagen Boßdorf </a>schrieb sogar eine <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548367836?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3548367836" target="_blank">Jan-Ullrich-Biographie</a>], andererseits einsilbige Pressekonferenzen und Argwohn, sobald sich kritische Stimmen erheben.</li><li id="footnote_5_35" class="footnote">Und auch andere Leistungseliten haben, wie man wissen kann, ihre Drogenproblematik; denn auch in den Vorstandsetagen von Start-Up-Unternehmen wird der Kokainkonsum des jungen Managers lediglich hinter vorgehaltener Hand, im Schutz der Hinterbühne also, thematisiert.</li><li id="footnote_6_35" class="footnote">Für die Bereiche des Breitensports oder insbesondere im Kinder- und Jugendbereich gelten andere Codierungen. Hier ist tatsächlich plausibel, daß die Freude an der Bewegung, das gemeinschaftliche Wetteifern, Kameradschaft und Fairness die zentralen Elemente sind. Am Beispiel Kinderleichtathletik werden diese sozialen Aspekte etwa [<a target="_blank" href="http://blog.leichtathletik-ostalbkreis.de/index.php/2007/02/20/paedagogische-grundzuege-der-leichtathletik/">hier</a>] von Fred Eberle skizziert.</li><li id="footnote_7_35" class="footnote">Der Umstand, daß die Sportverbände mit einer eigenen Sportgerichtsbarkeit über Regelverstöße befinden, resultiert aus der kaum herstellbaren Anschlußfähigkeit zum konventionellen Justizsystem. Die staatliche Justiz folgt der Unterscheidung Recht|Unrecht, die Sportgerichtsbarkeit bleibt der Eigenlogik Erfolg|Mißerfolg unterworfen. Anders sind die haarsträubenden Entscheidungen der letzten Jahre (siehe etwa den Fall Krabbe/Breuer in der Leichtathletik) kaum zu verstehen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/initiationsriten-und-inszenierungen-fuer-die-vorderbuehne-dopingarrangements-im-spitzensport-ii/">Initiationsriten und Inszenierungen für die Vorderbühne » Dopingarrangements im Spitzensport II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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