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	<title>Wissen Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 28 Feb 2019 18:37:03 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Wissen Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Dilemma der Museumspädagogik: Fragen aufwerfen oder beantworten? &#124; Werkstattnotiz XL</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 12:41:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Museen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was erwarten wir uns von einem Museumsbesuch? Gut, ich gestehe, die Frage müßte unbedingt differenziert werden, denn den Weg in eine Kunstgalerie tritt man vermutlich mit einer anderen Motivation an als denjenigen in ein Technikmuseum. Und die Lehrerin einer Schulklasse stellt andere Erwartungen an die Aufbereitung der Exponate als eine Touristengruppe, die vor dem Herbstregen ... <a title="Dilemma der Museumspädagogik: Fragen aufwerfen oder beantworten? &#124; Werkstattnotiz XL" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/" aria-label="Mehr Informationen über Dilemma der Museumspädagogik: Fragen aufwerfen oder beantworten? &#124; Werkstattnotiz XL">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/">Dilemma der Museumspädagogik: Fragen aufwerfen oder beantworten? | Werkstattnotiz XL</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was erwarten wir uns von einem Museumsbesuch? Gut, ich gestehe, die Frage müßte unbedingt differenziert werden, denn den Weg in eine Kunstgalerie tritt man vermutlich mit einer anderen Motivation an als denjenigen in ein Technikmuseum. Und die Lehrerin einer Schulklasse stellt andere Erwartungen an die Aufbereitung der Exponate als eine Touristengruppe, die vor dem Herbstregen geflohen ist und sich stattdessen die Zeit im Museum vertreibt. </strong></p>
<p>Und es soll auch Zeitgenossen geben, die ins Museum gehen, um dort aus den Fenstern zu blicken.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/#footnote_0_143" id="identifier_0_143" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Jedenfalls hatte Max Goldt einst die Frage gestellt: &bdquo;Im Museum gucke ich immer am liebsten aus dem Fenster. Sie auch?&ldquo; ">1</a> ;-) Dennoch ist es eine überaus spannende Frage, was ein Museum leisten kann und soll. Daß die Museen kaum den unterschiedlichen Wünschen der verschiedensten Besuchergruppen gerecht werden können, ist klar. Wie sieht aber eine zeitgemäße Präsentation der Exponate aus?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/#footnote_1_143" id="identifier_1_143" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bj&ouml;rn fordert u.a., da&szlig; sie sich als Re-Pr&auml;sentation darstellen.">2</a></p>
<p>Björn Kröger &#8211; der ja einen Großteil seiner Arbeitszeit in Museen zubringt &#8211; hat vor wenigen Tagen sein Unbehagen an der vorherrschenden Ausstellungspraxis formuliert. Denn bspw. die meisten naturkundlichen Museen &#8211; so Björns Wahrnehmung &#8211; verfolgen dieselbe Strategie, die sich freilich häufig in einer Simulation von Authentizität erschöpft. Konkret: der ausgestopfte Hirsch wird mit einigen Tannenzweigen garniert und vor eine Waldtapete gestellt. Dazu gesellen sich einige Schautafeln, die suggerieren, auf ihnen seien die wesentlichen Informationen nachzulesen.</p>
<p><strong>Museen als Bildungsinstitutionen im Geist der Aufklärung </strong></p>
<h4 class="pullquote">Töten Museumsbesuche die Neugier? Suggeriert die Präsentation der Exponate zu oft, daß alles Wißbare und Wissenswerte bereits dargestellt ist? Ist es nicht der Kardinalfehler die Besucher &#8222;fraglos zu machen&#8220;, anstatt sie voller (neuer) Fragen zu verabschieden?</h4>
<p>Diese Darstellungsweise ist natürlich kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, daß das moderne Museumswesen im 19. Jahrhundert seine Geburtsstunde hatte und von Anfang an als Bildungsinstitution gedacht war. Schon sehr früh (nämlich 1826 im Senckenberg-Museum in Frankfurt) wurde in Museen Unterricht für Schulklassen gegeben. Und für Angehörige des Bürgertums gehören Museumsbesuche seitdem zum guten Ton: man gibt sich bildungsbeflissen.</p>
<p>Die Museumspädagogik zielt fast ausschließlich darauf, Antworten zu geben. Und erfolgreich ist eine Ausstellung dann, wenn sie ihre Besucher mit dem satt-wohligen Gefühl entläßt, etwas gelernt zu haben. Für Björn ist diese Paxis aber höchst unbefriedigend:</p>
<blockquote><p>Es wird mir etwas aufgedrängt, was ich zu sehen habe, und wie ich es zu sehen habe. Ein aufklärerischer Imperativ verkittet die Präparate, die hinten in den Sammlungen voller Geheimnisse stecken.</p></blockquote>
<p>Ich persönlich muß gestehen, daß ich nicht mit den Museumsmachern tauschen möchte. Aber die Frage, welche Anforderungen ein Museum erfüllen soll, ist äußerst spannend. Denn grundsätzlich gibt es wohl zwei Pole: auf der einen Seite den Versuch, die Exponate möglichst so aufzubereiten, daß die Besucher maximal hohe Lerneffekte erzielen können. Hier steht also die Wissensvermittlung im Vordergrund, das Beantworten von Fragen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/#footnote_2_143" id="identifier_2_143" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dies ist eben das g&auml;ngige Programm, wie es immer wieder f&uuml;r die Museumsp&auml;dagogik fomuliert wurde. So etwa hier: Ziel eines Museums soll sein, &bdquo;da&szlig; sich zwischen den ausgestellten Realien &ndash; in Bezug aufeinander &ndash; Bedeutungsr&auml;ume, Bedeutungszusammenh&auml;nge er&ouml;ffnen, in denen die Objekte &ndash; jenseits blo&szlig; formaler oder gattungslogischer Bestimmung [&hellip;] als Lernensembles&ldquo; wirksam werden. vgl. (Hoffmann, Detlef/Knigge, Volkardt: Museumsp&auml;dagogik. In: M&uuml;ller-Rolli, Sebastian (Hg.): Kulturp&auml;dagogik und Kulturarbeit. Weinheim/M&uuml;nchen (Juventa) 1988, S.120) ">3</a> Auf der anderen Seite gibt es die Bemühung transparent zu machen, daß die Darstellung im Museum immer hochartifiziell ist. Konzepte dieser Ausrichtung versuchen stattdessen darauf abzuzielen, bei den Besuchern tiefergehendes Interesse zu wecken. Hier geht es also vorrangig darum, Fragen aufzuwerfen anstatt sie zu beantworten.</p>
<p>Für Björn steht fest, daß er sich Museen der zweiten Gattung wünscht. Eine gelungene Darstellung im Museum solle ihn nicht</p>
<blockquote><p>  &#8230;fraglos und beeindruckt machen, [sondern] neugierig und fragend.</p></blockquote>
<p>Diese Aussage kann ich sehr gut nachvollziehen, denn ein Museum, das seine Besucher in dem Gefühl entläßt, alles Wissenswerte hätte es sich in den letzten 2-3 Stunden angeeignet, hat einen Großteil seiner Möglichkeiten verfehlt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/#footnote_3_143" id="identifier_3_143" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei Bj&ouml;rn dr&uuml;ben hat sich noch eine kleine Diskussion zu diesen Fragen entfaltet.">4</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><em>Linkempfehlungen:</em></p>
<ul>
<li>Kröger, Björn: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/die-haspel/allgemein/2007-11-22/kitsch-reichen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kitsch reichen</a>, Die Haspel [Wissenslogs], 22.11.2007</li>
<li>Grünewald-Steiger, Andreas und von Freymann, Thelma (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3487090341?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3487090341">Am Beispiel erklärt &#8211; Aufgaben und Wege der Museumspädagogik</a>. Olms-Verlag.</li>
<li>Dech, Uwe Chr. (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899421329?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3899421329">Sehenlernen im Museum</a>. Ein Konzept zur Wahrnehmung und Präsentation von Exponaten (Schriften zum Kultur- und Museumsmanagement). transcript-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_143" class="footnote">Jedenfalls hatte Max Goldt einst die Frage gestellt: &#8222;Im Museum gucke ich immer am liebsten aus dem Fenster. Sie auch?&#8220; </li><li id="footnote_1_143" class="footnote">Björn fordert u.a., daß sie sich als Re-Präsentation darstellen.</li><li id="footnote_2_143" class="footnote">Dies ist eben das gängige Programm, wie es immer wieder für die Museumspädagogik fomuliert wurde. So etwa hier: Ziel eines Museums soll sein, &#8222;daß sich zwischen den ausgestellten Realien &#8211; in Bezug aufeinander &#8211; Bedeutungsräume, Bedeutungszusammenhänge eröffnen, in denen die Objekte &#8211; jenseits bloß formaler oder gattungslogischer Bestimmung [&#8230;] als Lernensembles&#8220; wirksam werden. vgl. (Hoffmann, Detlef/Knigge, Volkardt: Museumspädagogik. In: Müller-Rolli, Sebastian (Hg.): Kulturpädagogik und Kulturarbeit. Weinheim/München (Juventa) 1988, S.120) </li><li id="footnote_3_143" class="footnote">Bei Björn drüben hat sich noch eine kleine Diskussion zu diesen Fragen entfaltet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/dilemma-der-museumspaedagogik-fragen-aufwerfen-oder-beantworten-werkstattnotiz-xl/">Dilemma der Museumspädagogik: Fragen aufwerfen oder beantworten? | Werkstattnotiz XL</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Zeitenwende: Der Brockhaus geht, SpiegelWissen kommt » Brauchen wir ein Lexikon der nächsten Generation? &#124; Werkstattnotiz LXV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Feb 2008 17:02:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Lexika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute kann man mit dem Statement: &#34;Wir leben in einer Wissensgesellschaft!&#34;, fast nichts falsch machen. Egal in welcher Situation man diesen Satz fallen läßt, man erntet hochachtungsvolle Reaktionen und hat sich als jemand in Szene gesetzt, der weiß, was Sache ist. Klar: die Industriegesellschaft ist von vorvorgestern, die Dienstleistungen lassen wir vom Fußvolk aus Osteuropa ... <a title="Zeitenwende: Der Brockhaus geht, SpiegelWissen kommt » Brauchen wir ein Lexikon der nächsten Generation? &#124; Werkstattnotiz LXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/" aria-label="Mehr Informationen über Zeitenwende: Der Brockhaus geht, SpiegelWissen kommt » Brauchen wir ein Lexikon der nächsten Generation? &#124; Werkstattnotiz LXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/">Zeitenwende: Der Brockhaus geht, SpiegelWissen kommt » Brauchen wir ein Lexikon der nächsten Generation? | Werkstattnotiz LXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img fetchpriority="high" decoding="async" width="195" height="381" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/02/Buecher_01.jpg" alt="Buecher_01.jpg" style="margin: 8px;" />Heute kann man mit dem Statement: &quot;<em>Wir leben in einer Wissensgesellschaft!</em>&quot;, fast nichts falsch machen. Egal in welcher Situation man diesen Satz fallen läßt, man erntet hochachtungsvolle Reaktionen und hat sich als jemand in Szene gesetzt, der weiß, was Sache ist. Klar: die Industriegesellschaft ist von vorvorgestern, die Dienstleistungen lassen wir vom Fußvolk aus Osteuropa erledigen, was zählt ist das Wissen. </strong></p>
<p><strong>Beweise gefällig? Tja, hat Günther Jauch mit seiner Show nicht seit vielen Jahren riesigen Erfolg? Na also, wenn das kein Indiz ist! Wissen hat Konjunktur, Wissen ist Macht, Wissen macht sexy&#8230; </strong></p>
<p>Wer jetzt darauf wartet, daß ich diesen Standpunkt, dieses wichtigtuerische Wissensproletentum kritisiere, der hat sich geirrt. Wobei: klar, man müßte eigentlich zunächst einmal differenzieren &#8211; denn was verstehen wir denn überhaupt unter dem Begriff &quot;Wissen&quot;? Sind das, was bspw. bei Jauch im Ratesessel abgefragt wird, nicht allenfalls Informationshäppchen? Richtig, aber dieser Unterscheidung zwischen Wissen und Infomation widme ich mich ein anderes Mal.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/#footnote_0_194" id="identifier_0_194" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Photo stammt &uuml;brigens von stockxchng (User: xlucas) ">1</a> </p>
<p>Vorläufig soll mir genügen, daß ich als Information die Kenntnis eines (einzelnen) Sachverhalts bezeichnen möchte, Wissen aber umfassender zu verstehen ist. Wissen ist mehr als die Summe von Informationen. Denn wenn wir von Wissen reden, dann müssen unbedingt die Komponenten &quot;Verstehen&quot; und &quot;Urteilskraft&quot; beinhaltet sein.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Wissen ist viel mehr als die Summe von bloßen Informationen. Und das gilt auch nach dem Ende der Brockhaus-Ära. <br /></h4>
<p>Wieso die lange Vorrede? Weil heute zwei wirklich spannende Meldungen publik wurden, die mit der Wissensgesellschaft nicht wahnsinnig viel, mit den Transformationsprozessen der Informationsgesellschaft allerdings umso mehr zu tun haben. Und die Koinzidenz dieser beiden Nachrichten ist wirklich verblüffend. </p>
<p>Wovon die Rede ist? Heute wird bekannt, daß der Brockhaus-Verlag ab sofort alle Print-Projekte auf Eis legt, sich also aus dem Geschäft der gedruckten Enzyklopädien zurückzieht und stattdessen versucht, auf dem Onlinemarkt Fuß zu fassen. Und gleichzeitig startet der Spiegel-Verlag sein vielversprechendes Spiegel-Wissen-Portal. Wenn das keine Nachrichten sind?&nbsp;</p>
<p><strong>Ende einer Ära: Der Brockhaus verabschiedet sich&#8230;</strong></p>
<p>Kurz der Reihe nach: der Brockhaus ist nicht nur das ledergebundene Statussymbol angegrauter Studienräte, sondern das 24-bändige-Flaggschiff unserer Bildungsgesellschaft. Wer etwas auf sich hält, hat das Lexikon der Brockhaus-Verlags im Regal stehen. Wobei, halt!: man muß richtiger formulieren: wer etwas auf sich <em>hielt</em>. Präteritum! </p>
<h4 class="pullquote"> Der Brockhaus-Verlag hat die Zeichen der (digitalen) Zeit gründlich verschlafen. Und der Spiegel hat seine Chance offensichtlich richtig erkannt.<br /></h4>
<p>Denn, man muß es wohl so hart sagen: der ehrwürdige Verlag, der 1809 das &quot;<em>Conversations-Lexicon oder kurzgefaßtes Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung aus den Wissenschaften und Künsten vorkommenden Gegenstände</em>&quot; in der ersten Auflage publiziert hat, dieser Verlag hat die Zeichen der Zeit gründlich verschlafen. Heute zahlt kein Mensch mehr für Informationen, die er schneller und aktueller aus der Wikipedia beziehen kann.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/#footnote_1_194" id="identifier_1_194" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch andernorts wird die Information &uuml;ber das Brockhaus-Ende kommentiert; so z.B. hier und hier und auch Robert Basic schreibt: &quot;Brockhaus goes online&quot;.">2</a>&nbsp;</p>
<p>Das Handelsblatt <a href="http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=201197&amp;_t=ft&amp;_b=1389337" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meldet heute</a> folgendes:</p>
<blockquote><p>„Die Marktanalysen zeigen eindeutig, dass die Kunden künftig Sachinformationen in erster Linie online nachschlagen werden“, berichtete der Sprecher. „Die 21. Auflage der „Brockhaus Enzyklopädie“ war voraussichtlich die letzte &#8211; ab jetzt findet alles online statt.“ In dem Internet-Angebot sollen neben den erweiterten Inhalten der „Brockhaus Enzyklopädie“ auch zahlreiche weitere Lexika des Verlags abrufbar sein.</p></blockquote>
<p>Im Jahr 2007 hatte man mehrere Millionen in den Sand gesetzt und nun versucht man sich durch ein Onlineprojekt irgendwie am Leben zu erhalten. Spannend: ab 15. April stehen die Brockhaus-Inhalte (so die Ankündigung) kostenlos im Netz.</p>
<p><strong>Spiegel-Wissen geht an den Start</strong></p>
<p>Zur zweiten Meldung des Tages. Der Spiegel startet ein <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/start/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Info-Portal</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/#footnote_2_194" id="identifier_2_194" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&quot;Alle relevanten Informationen mit einem Klick&quot;, so das Versprechen der Website &quot;Spiegel Wissen&quot;.">3</a> Was die Nutzer dort erwartet? Eine Eingabemaske und sonst nicht viel Beiwerk, aber der Datenpool, der durchsucht wird, hat es in sich. Denn anhand des Suchbegriffs werden parallel verschiedene Datenbestände durchsucht, das sind im Einzelnen:</p>
<ol>
<li>Die 115.852-Artikel des sog. Spiegel-Lexikons (bereitgestellt durch die &quot;Wissen Media Group&quot; von Bertelsmann),</li>
<li>für grammatische Fragen und mehr: &quot;Stöhrig Deutsche Rechtschreibung&quot; und &quot;Bertelsmann Deutsches Wörterbuch&quot;,</li>
<li>den aktuellen Bestand der deutschsprachigen Wikipedia mit aktuell 683.795 Begriffen,</li>
<li>das Archiv des (gedruckten) Spiegel, das sind 311.500 Artikel!,</li>
<li>das Archiv von SpiegelOnline mit aktuell 270.374 Texten.</li>
<li>dazu werden noch Bilder, Videoschnipsel und Texte des Managermagazins verlinkt, die ich aber nicht wirklich brauche.</li>
</ol>
<p>Wow! </p>
<h4 class="pullquote"> Eine zentrale Anlaufstelle für (geprüfte) Lexikonartikel, schnelle und aktuelle Wikipediainfos und das Artikelarchiv des Spiegel. Eine Innovation, die den Alltag aller Wissensarbeiter verändern wird&#8230; <br /></h4>
<p>Ich habe eben einen kurzen Versuch gestartet und die Suche funktioniert tadellos. Für den Start ist das alles mehr als respekktabel. Die Suche dauert zwar (noch?) einen kleinen Moment, aber dann werden einem schön übersichtlich die relevanten Lexikon-, Spiegel- und Wikipedia-Artikel angezeigt. Man kann per elegantem Schieberegler noch über die Trefferanzahl vs. Artikellänge entscheiden und das war&#8217;s. Alles in allem eine runde Sache, die der Spiegel in Zusammenarbeit mit der WissenMediaGroup (einer Bertelsmann-Tochter) auf die Beine gestellt hat.</p>
<p>Ich vermute, daß ich zukünftig häufiger genau diese Seite ansteuern werde.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/#footnote_3_194" id="identifier_3_194" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch die bloggenden Kollegen sind angetan: bei turi2 hat die Seite auch den Test &uuml;berstanden und auch im Handelsblatt-Blog liest man positives und ganz aktuell zeigt sich auch die medienlese angetan.">4</a> Denn schon allein der Zugriff auf die Spiegeltexte der letzten Jahrzehnte ist was wert; diese liegen übrigens häufig auch als PDF-Scan vor. </p>
<p>Der Name &quot;SpiegelWissen&quot; ist zwar nicht wirklich treffend, es sind dann doch &quot;<em>nur</em>&quot; Informationen. Dafür wohlsortiert und solide. Und insofern mag ich am Slogan &quot;Das Lexikon der nächsten Generation&quot; nichts aussetzen. Wenn nach diesem Start noch das eine oder andere Feature folgt, dann ist das ein wunderbares Recherche-Instrument.&nbsp; </p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />&nbsp;</p>
<p><em>Link:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/start/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SpiegelWissen-Startseite</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>[Update: 12.2.2008 | 18:45Uhr]</em></p>
<p>Beim weiteren Umherstöbern finde ich noch <a href="http://www.brockhaus.de/presse/detail.php?nid=17&amp;id=537" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diese Mitteilung</a> des Brockhausverlags &#8211; dort steht zwar etwas von einer strategischen Neuausrichtung und es wird der Online-Brockhaus angekündigt, gleichzeitig liest man aber auch folgenden Absatz:</p>
<blockquote>
<p>Brockhaus wird seine Wissensangebote auch künftig für alle Trägermedien – vom Buch bis hin zu mobilen Anwendungen aller Art – anbieten und wird auch weiter die klassischen Buchkunden bedienen. Für die Zukunft rechnet der Verlag aber mit einer noch stärkeren Verlagerung der Kundennutzung in das Internet.</p>
</blockquote>
<p>Das widerspricht sich natürlich ein wenig mit der Aussage des Brockhaus-Sprechers, wie ihn das Handelsblatt (s.o.) zitiert. Man darf also gespannt sein, ob man im Hause Brockhaus wirklich die Druckmaschinen abschafft oder es ein Ausstieg in Raten sein wird. </p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_194" class="footnote">Das Photo stammt übrigens von stockxchng (User: xlucas) </li><li id="footnote_1_194" class="footnote">Auch andernorts wird die Information über das Brockhaus-Ende kommentiert; so z.B. <a href="http://wikipedistik.de/2008/02/12/brockhaus-das-ende-einer-aera/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://www.medien-gerecht.de/2008/02/12/ende-einer-aera-brockhaus-kuenftig-nur-noch-online/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und auch Robert Basic schreibt: &quot;<a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/02/12/brockhaus-goes-online/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brockhaus goes online</a>&quot;.</li><li id="footnote_2_194" class="footnote">&quot;Alle relevanten Informationen mit einem Klick&quot;, so das Versprechen der Website &quot;<a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/start/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Wissen</a>&quot;.</li><li id="footnote_3_194" class="footnote">Auch die bloggenden Kollegen sind angetan: bei <a href="http://turi-2.blog.de/2008/02/12/bookmarks2_wissen_spiegel_de~3716357/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">turi2</a> hat die Seite auch den Test überstanden und auch im <a target="_blank" href="http://blog.handelsblatt.de/adhoc/eintrag.php?id=815" rel="noopener noreferrer">Handelsblatt-Blog </a>liest man positives und ganz aktuell zeigt sich auch die <a href="http://medienlese.com/2008/02/12/multimediales-rechercheportal-spiegel-wills-wissen/">medienlese </a>angetan.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/">Zeitenwende: Der Brockhaus geht, SpiegelWissen kommt » Brauchen wir ein Lexikon der nächsten Generation? | Werkstattnotiz LXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nostradamus reloaded: Der Blick in die Zukunft » 34 Zukunftsprognosen &#124; Werkstattnotiz LXII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 08:26:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsvisionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Mensch ist ein neugieriges Erfahrungstier. Wir haben nichts außer dem Wissen über die Vergangenheit und stehen doch immer vor der Herausforderung, uns für eine ungewisse Zukunft zu präparieren. Zukunftsprognosen sind so alt wie die Menschheit. Egal ob man zu Zeiten der griechischen Antike das Orakel bemühte oder im ausgehenden Mittelalter die Prophezeiungen des Nostradamus ... <a title="Nostradamus reloaded: Der Blick in die Zukunft » 34 Zukunftsprognosen &#124; Werkstattnotiz LXII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/" aria-label="Mehr Informationen über Nostradamus reloaded: Der Blick in die Zukunft » 34 Zukunftsprognosen &#124; Werkstattnotiz LXII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/">Nostradamus reloaded: Der Blick in die Zukunft » 34 Zukunftsprognosen | Werkstattnotiz LXII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" width="220" height="258" align="right" style="margin: 6px;" alt="Nostradamus_01a.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/02/Nostradamus_01a.jpg" />Der Mensch ist ein neugieriges Erfahrungstier. Wir haben nichts außer dem Wissen über die Vergangenheit und stehen doch immer vor der Herausforderung, uns für eine ungewisse Zukunft zu präparieren. Zukunftsprognosen sind so alt wie die Menschheit. Egal ob man zu Zeiten der griechischen Antike das Orakel bemühte oder im ausgehenden Mittelalter die Prophezeiungen des <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nostradamus" rel="noopener noreferrer">Nostradamus</a> gierig in sich aufsog: der Blick in die Zukunft ist ein Faszinosum. </strong></p>
<p>In aufgeklärten Zeiten sind die Auguren und Seher<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/#footnote_0_191" id="identifier_0_191" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Abbildung zeigt den Arzt und Apotheker Michel de Nostredame; Quelle: Wikimedia Commons.">1</a> mit Anzug und Krawatte bekleidet. Zukunfts- und Trendforscher entwerfen Szenarien, wie die Welt in 10, 20 oder 50 Jahren aussehen könnte. Geht es um Entwicklungen im globalen Maßstab, so sind hunderte Wissenschaftler beteiligt, um abzuschätzen, wie sich die Weltwirtschaft oder das Klima verändern wird. Ob die Prognosen zutreffen wird sich aber freilich auch erst in der Zukunft zeigen.</p>
<p>Peter Pesti, Informatik-Doktorand am Georgia Institute of Technology in Atlanta, hat ein <a href="http://www.cc.gatech.edu/%7Epesti/roadmap/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interessantes Projekt </a>gestartet: er hat die Vorhersagen und Prognosen dutzender Bücher, Berichte und wissenschaftlicher Papers zusammengetragen und chronologisch aufgelistet. Und jedes Jahr markiert er, ob die Vorhersage zutreffend oder ein Irrtum war.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/#footnote_1_191" id="identifier_1_191" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auf die Website von Peter Pesti bin ich hier bei Reto Stauss aufmerksam geworden.">2</a></p>
<p>Ein Blick auf seine Liste ist hochspannend. Ich habe einige der Vorhersagen herausgegriffen und kurz kommentiert &#8211; die jeweiligen Quellen sind unten angegeben: </p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2004 &#8211;</font></div>
</p>
<ul>
<li><em>[1]</em> <strong>Medizin:</strong> Die Geburt des ersten menschlichen Klons wird bekannt. | <em>Tja, da irrte der gute Herr Clarke, wir werden es aber bald erleben&#8230; </em>[Arthur C. Clarke, 1999]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2006 &#8211;</font></div>
</p>
<ul>
<li><em>[2]</em> <strong>Energieerzeugung</strong>: Schließung des letzten Kohlebergwerks | <em>Oh, sehr optimistisch, aber das war wohl auch ein Fehlgriff. Wird wohl noch 15-20 Jahre dauern, oder?</em> [Arthur C. Clarke, 1999]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2007 &#8211;</font></div>
</p>
<ul>
<li><em>[3]</em> <strong>Wirtschaft:</strong> Das Bruttoinlandsprodukt Chinas übersteigt dasjenige Deutschlands. | <em>Das prognostizierten die Experten von Goldmann-Sachs zutreffend. Respekt.</em> [Goldmann-Sachs, 2003] </li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2008 &#8211;</font></div>
</p>
<ul>
<li><em>[4] </em><strong>Politik</strong>: Zypern und Malta führen den Euro ein | <em>Gut, das war nicht schwer. Aber in der Wikipedia stand es 2006 und es wurde auch Wirklichkeit.</em> [Wikipedia, 2006] </li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2009 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[5]</em> <strong>Alltag:</strong> Spracherkennungssysteme funktionieren: mehr als 50% der Texte werden nicht mehr getippt, sondern gesprochen. | <em>Abwarten, ich tippe noch&#8230; ;-) </em>[Ray Kurzweil, 1999]</li>
<li><em>[6]</em> <strong>Wirtschaft/Alltag</strong>: Die Mehrheit der wirtschaftlichen Transaktionen (Buchungen, Reservierungen, Käufe) wird zwischen Menschen und virtuellen Akteuren durchgeführt. Es wird zur Ausnahme, daß wir einem menschlichen Gegenüber unsere Wünsche äußern und er uns das Produkt über die Ladentheke schiebt&#8230; | <em>Ja, das wird kommen, keine Frage.</em> [Kurzweil, 1999]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2010 &#8211;  </font></div>
<ul>
<li><em>[7]</em> <strong>Pop:</strong> Die erste Popband, die keine menschlichen Mitglieder sondern synthetische Akteure und Stimmen hat, landet einen Chartserfolg | <em>Ach, das was heute im Radio dudelt wird von echten Menschen gesungen? ;-) Meine Prognose: das dauert nicht mehr bis 2010.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[8]</em> <strong>Gentechnik:</strong> Die Auskreuzung genveränderte Pflanzen auf Nachbarfelder wird zum Problem. | <em>Keine Frage, das Überspringen eingeschleuster Gene auf andere Arten wird kommen. Wie groß die Probleme sein werden, wird sich zeigen&#8230; </em>[BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[9]</em> <strong>Energieerzeugung:</strong> Die Briten entscheiden sich zur Atomenergie zurückzukehren. | <em>Hmm&#8230;? Habt ihr keinen Wind und keine Sonne auf der Insel?</em> [BT Technology Timeline, 2005] </li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2012 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[10] </em><strong>Medizin:</strong> Dank der Stammzellforschung gelingt der Durchbruch bei der Diabetesbehandlung. | <em>2012 halte ich für verfrüht, aber die nächsten 10 Jahre ist das realistisch&#8230;</em> [BT Technology Timeline]</li>
<li><em>[11] </em><strong>Wirtschaft:</strong> &quot;Made in China&quot; wird zum Gütesiegel | <em>Ja, durchaus vorstellbar.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[12] </em><strong>Alltag:</strong> Die Notebookdisplays erreichen eine Qualität, wie wir sie von gedruckten Erzeugnissen (Magazine etc.) kennen. | <em>Ja, klasse. Ich kauf mir dann so ein Ding. :-)</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[13] </em><strong>Medizin:</strong> In Kliniken werden Roboter zu Reinigungs- und Transportzwecken eingesetzt. | <em>Ach, 2012 halte ich für unrealistisch. Aber bis 2020 steht das an.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[14] </em><strong>Politik:</strong> Der erste Krieg um die Ressource Wasser wird geführt. | <em>Vielleicht auch nicht 2012, aber die Gefahr besteht&#8230;&nbsp;</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[15] </em><strong>Wirtschaft: </strong>Die meisten Bücher werden online gekauft. | <em>Auch vorstellbar bzw. sehr realistisch. Mich wundert fast, daß die Herrschaften die Existenz von Büchern überhaupt noch in Erwägung ziehen. ;-)</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2015 &#8211;</font> </div>
<ul>
<li><em>[16] </em><strong>Technik:</strong> Digitalkameras stoßen in Gigapixelbereiche vor.<em> </em>| <em>Sicher? Wozu soll das gut sein?&nbsp;</em> [Brian Wang, 2006]</li>
<li><em>[17] </em><strong>Unterhaltungsindustrie:</strong> 25 % der Fernsehstars sind virtuell. | <em>Ach herrje, ein digitaler Dieter Bohlen? Nichts für mich&#8230;&nbsp;</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[18] </em><strong>Alltag:</strong> Die ersten Häuser werden mit Anti-Lärm-Techniken ausgestattet. |<em> Interessant. Kann ich mir gut vorstellen, ja, plausibel.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[19] </em><strong>Autoverkehr:</strong> Alle Neuwagen sind mit &quot;Black boxes&quot; ausgestattet. | <em>Oh, wieso? Überwachungszwecke? Rekonstruktion von Unfallabläufen?</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2016 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[20] </em><strong>Energieerzeugung:</strong> Der &quot;ITER&quot;-Fusionsreaktor nimmt seinen Betrieb auf. | <em>Das also die Planung, aha. Mal schauen, wieviele Jahre der Bau länger dauert und: wieviele Millionen er mehr kostet als veranschlagt..</em>.&nbsp; [Wikipedia, 2006]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2017 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[21] </em><strong>Medizin:</strong> Die Daten unseres Genoms sind obligatorischer Bestandteil der Krankenakte. | <em>Ja, mit allen Vor- und Nachteilen. Über den Zeitpunkt (ich rechne nicht vor 2020 damit) kann man streiten.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[22] </em><strong>Medizin</strong>: Glatzenbildung ade &#8211; die Gentherapie stimuliert Haarzellen und -wachstum. | <em>Warum nicht. Ja, sicher eine der potentiellen Anwendungsbereiche und sicher hochlukrativ. Die Toupethersteller werden sich ärgern.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[23] </em><strong>Wirtschaft:</strong> Die Volksrepublik China überholt die EU in de Wirtschaftskraft. | <em>So lange haben wir noch die Nase vorn?</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[24] </em><strong>Alltag:</strong> Blindenhunde werden überflüssig &#8211; Roboter übernehmen diese Aufgabe. | <em>Interessante Prognose. Hat sicher Vorteile, aber so einen doofen Roboter kann man nicht streicheln.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2019 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[25] </em><strong>Soziales:</strong> Wir bauen immer stärkere Beziehungen zu automatisierten/virtuellen Akteuren auf. Sie dienen uns als Lehrer, Freunde oder Liebhaber. | <em>Ach herrje, wieso das ausgerechnet 2019 eintreten soll, bleibt wohl das Geheimnis von Ray Kurzweil. Aber wenn ich mir überlege, wie groß der Hype um die Tamagotchis war, dann will ich das Eintreffen der Prognose nicht anzweifeln.</em> [Ray Kurzweil, 1999]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2020 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[26] </em><strong>Politik:</strong> Der erste &quot;Klimabürgerkrieg&quot; beginnt. Auslöser: die Klimaerwärmung führt zu Massenmigrationsbewegungen weg von den Küstenregionen. | <em>Ja, leider nicht unplausibel. Wo das sein wird? Eher nicht in Mitteleuropa, auch wenn die Niederlande in der Nordsee versinken&#8230; </em>[BT Technology Timeline, 2005]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2025 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[27] </em><strong>Raumfahrt:</strong> 10.000 Menschen leben in Raumstationen auf dem Mond. | <em>Ich würde eher 2035 veranschlagen, aber sobald es technisch möglich ist, werden sich genug verrückte und zahlungskräftige Interessenten finden.</em> [Brian Wang, 2006]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2030 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[28] </em><strong>Medizin:</strong> Die genetische Optimierung tritt ihren Siegeszug an &#8211; wir &quot;verbessern&quot; Organismen, Lebewesen und am Ende uns selbst. Das &quot;genetic engineering&quot; erfüllt einen der ältesten Menschheitsträume. | <em>Utopie und Horrorvision. Der Platz ist zu knapp, um hier gehaltvolles dazu zu sagen.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[29] </em><strong>Medizin/Technik:</strong> Die ersten technischen Viren überschreiten die Apparat-Mensch-Grenze. | <em>Klar, wenn wir uns erst mit Chips ausgestattet haben, dann sind auch dort Sabotageakte zu erwarten.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
<li><em>[30] </em><strong>Soziales/Sprache</strong>: Die maschinellen Übersetzungstechniken machen das konventionelle Erlernen von Sprachen überflüssig. | <em>Interessant. Einerseits bedauerlich und ein Verlust, andererseits das Ende der babylonischen Sprachverwirrung.</em> [BT Technology Timeline, 2005]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2035 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[31] </em><strong>Gesellschaft:</strong> 87% aller Menschen unter 25 Jahren lebt in Entwicklungsländern. | <em>Die westlichen Länder bekommen das Demographieproblem offenbar nicht in den Griff.</em> [Ministry of Defence, 2007]</li>
<li><em>[32] </em><strong>Medizin:</strong> Ein sicherer HIV-Impfstoff ist gefunden. | <em>Wer hätte damals vor 20 Jahren gedacht, daß wir rund 50 Jahre brauchen, um diese Seuche zu besiegen?</em> [Ministry of Defence, 2007]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2040 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[32]<strong> </strong></em><strong>Raumfahrt:</strong> Die ersten bemannten Marsmissionen finden statt. | <em>Ja, mag sein. Interessiert mich weniger. </em>[BT Technology Timeline, 2005]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2080 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[33] </em><strong>Ökologie:</strong> Die Arktis ist während des Sommerhalbjahres eisfrei. | <em>Wir werden es nicht mehr erleben, dennoch beunruhigend. </em>[Ministry of Defence, 2007]</li>
</ul>
<p></p>
<div align="center"><font size="3">&#8211; 2099 &#8211;</font></div>
<ul>
<li><em>[34] </em><strong>Soziales/Technik:</strong> Eine Unterscheidung zwischen menschlichen und technischen Spezies ist nicht mehr möglich. | <em>Gut zu wissen: in 100 Jahren regieren Cyborgs die Welt</em>. [Kurzweil, 1999]</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="2" />
<p><em>Quellen:</em></p>
<ol>
<li>[Arthur C. Clarke, 1999] &#8211; Arthur C. Clarke: &quot;Predictions for the 21st Century&quot;, March/June 1999 [<a href="http://www.dimaggio.org/AIG/Newsletters/newslett11.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link</a>]</li>
<li>[Kurzweil] -&gt; Ray Kurzweil: &quot;The Age of Spiritual Machines; Timeline&quot;, 1999 [<a href="http://www.kurzweilai.net/articles/art0274.html?printable=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link</a>]</li>
<li>[Goldmann-Sachs, 2003] -&gt; Goldman Sachs Global Economics Paper No. 99. (Dominic Wilson and Roopa Purushothaman): &quot;Dreaming with BRICs: The Path to 2050&quot;, October 2003 [<a href="http://www2.goldmansachs.com/insight/research/reports/99.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Download</a>]</li>
<li>[BT Technology Timeline, 2005] -&gt; Ian Neild and Ian Pearson: &quot;2005 BT Technology Timeline&quot;, August 2005 [<a href="http://www.btplc.com/Innovation/News/timeline/TechnologyTimeline.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Download</a>]</li>
<li>[Brian Wang, 2006] -&gt; Brian Wang: &quot;Predictions for a Technological Future&quot;, March 2006 [<a href="http://www.nanotech-now.com/products/nanonewsnow/issues/033/033.htm#Wang" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link</a>]</li>
<li>[Ministry of Defence, 2007] -&gt; UK Ministry of Defence DCDC (Development, Concepts and Doctrine Centre): &quot;The DCDC Global Strategic Trends Programme, Third Edition: 2007-2036&quot;, January 2007 [<a href="http://www.mod.uk/NR/rdonlyres/94A1F45E-A830-49DB-B319-DF68C28D561D/0/strat_trends_17mar07.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Download</a>]</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<h4 class="pullquote"> Werden in 20 Jahren Sprachkenntnisse wirklich durch Übersetzungsprogramme überflüssig gemacht? Welche Visionen sind vielversprechend, welche abschreckend? </h4>
<p>So, das sind sie. 34 Thesen zur Zukunft unseres Planeten, unserer Gesellschaft, unseres Lebens. Sicher ist: die meisten dieser Vorhersagen werden nicht eintreffen, jedenfalls nicht dergestalt, wie wir und die Zukunftspropheten dies heute imaginieren. Sicher ist aber auch, daß manche Trends tatsächlich unser Leben prägen werden. </p>
<p>Was verändert sich, wenn wir selbst keine Fremdsprachen mehr beherrschen müssen, da dies alles von Übersetzungsprogrammen übernommen wird [vgl. #30]? Weche Konsequenzen hat es, wenn das Genom zur medizinischen Diagnostik ganz alltäglich herangezogen wird [vgl. #21]? Können wir uns wirklich vorstellen, daß wir einer Gesellschaft von Mensch-Maschine-Artefakten interagieren, ohne zu wissen, ob uns ein humanes oder virtuelles Wesen gegenübersteht?&nbsp;</p>
<p><em>Welche der Prognosen sind vielversprechend und erstrebenswert? Welche Zukunftsvisionen entspringen eher dem Horrorkabinett? Findet Ihr andere Entwicklungen relevanter? Welche?&nbsp;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Pesti, Peter: <a target="_blank" href="http://www.cc.gatech.edu/~pesti/roadmap/" rel="noopener noreferrer">Detailed Roadmap of the 21st Century</a></li>
</ul>
<p><strong>Literaturempfehlungen:&nbsp;</strong></p>
<ul>
<li>Strathern, Oona (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0786719044?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0786719044">A Brief History of the Future: How Visionary Thinkers Changed the World and Tomorrow&#8217;s Trends Are &#8218;Made&#8216; and Marketed</a></li>
<li>Micic, Pero (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3897495945?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3897495945">Das ZukunftsRadar</a>. Die wichtigsten Trends, Technologien und Themen für die Zukunft </li>
<li>Kurzweil, Ray (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0670033847?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0670033847">The Singularity Is Near: When Humans Transcend Biology</a></li>
<li>Hughes, James &amp; Yambert, Karl (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0813341981?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0813341981">Citizen Cyborg: Why Democratic Societies Must Respond to the Redesigned Human of the Future</a></li>
<li>Kurzweil, Ray (1999): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462027417?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462027417">Homo sapiens. Leben im 21. Jahrhundert. Was bleibt vom Menschen?</a> </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_191" class="footnote">Die Abbildung zeigt den Arzt und Apotheker Michel de Nostredame; <em>Quelle: <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nostradamus" rel="noopener noreferrer">Wikimedia Commons</a>.</em></li><li id="footnote_1_191" class="footnote">Auf die Website von Peter Pesti bin ich<a href="http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2008/02/04/fahrplan-fuer-das-21-jahrhundert.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> hier</a> bei Reto Stauss aufmerksam geworden.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/nostradamus-reloaded-der-blick-in-die-zukunft-34-zukunftsprognosen-werkstattnotiz-lxii/">Nostradamus reloaded: Der Blick in die Zukunft » 34 Zukunftsprognosen | Werkstattnotiz LXII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz &#124; Werkstattnotiz LXXXVIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 May 2008 12:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=294</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit heute sitzen sie wieder zusammen: Politiker, Vertreter von Umweltverbänden und die bösen Buben der Industrie. Zwei Wochen lang geht es bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn um Fragen der Biodiversität. Um den Artenschutz also, den Erhalt sensibler Ökosysteme und die nachhaltige und faire Nutzung der biologischen Ressourcen. Und wie bei vielen Veranstaltungen dieser Art lässt ... <a title="Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz &#124; Werkstattnotiz LXXXVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/" aria-label="Mehr Informationen über Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz &#124; Werkstattnotiz LXXXVIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/">Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz | Werkstattnotiz LXXXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit heute sitzen sie wieder zusammen: Politiker, Vertreter von Umweltverbänden und die bösen Buben der Industrie. Zwei Wochen lang geht es bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn um Fragen der Biodiversität. Um den Artenschutz also, den Erhalt sensibler Ökosysteme und die nachhaltige und faire Nutzung der biologischen Ressourcen.</strong></p>
<p>Und wie bei vielen Veranstaltungen dieser Art lässt sich schon heute voraussagen: am Ende werden schöne Absichtserklärungen präsentiert, doch Papier ist geduldig &#8211; denn ungeachtet der allerbesten Absichten werden die angestrebten Ziele (wie die Vergangenheit lehrt) meilenweit verfehlt.</p>
<p>In dieser kurzen Notiz möchte ich ganz kurz auf den heutigen Start der UN-Naturschutzkonferenz eingehen, deren Hintergrunde erläutern und dann abschließend auf eine sehr schöne Website verweisen, die sich der Information über bedrohte Arten widmet.</p>
<p><strong>9. Vertragsstaatenkonferenz zum Abkommen über die biologische Vielfalt</strong></p>
<p>Zur Sache: vom 19.-30. Mai steht Bonn mal wieder im Mittelpunkt der Weltpolitik. Rund 5000 Telnehmer werden zwei Wochen lang darüber beraten, wie die fortschreitende Naturzerstörung und der damit einhergehende Verlust der Artenvielfalt gebremst werden kann. Anlaß ist die &#8222;9. Vertragsstaatenkonferenz  zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt&#8220;,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_0_294" id="identifier_0_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ganz offiziell nennt sich das nat&uuml;rlich: Convention on Biological Diversity (CBD) ">1</a> wie das Treffen offiziell heißt.</p>
<h4 class="pullquote_left">1992 in Rio de Janeiro verständigte sich die Weltgemeinschaft darauf, die Biodiversität als eigenständiges Schutzziel zu formulieren</h4>
<p>Seitdem sich die internationale Staatengemeinschaft 1992 beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro zum Schutz der Biodiversität verpflichtet hat, tritt alle zwei Jahre diese Vertragsstaatenkonferenz zusammen. Die &#8222;Convention on Biological Diversity&#8220; (CBD) ist als Teilabkommen eine von drei Säulen des Protokolls von Rio. Insgesamt 190 Staaten sind mittlerweile beigetreten, so daß diese im Prinzip völkerrechtlich zur Umsetzung der Beschlüsse verpflichtet wären.</p>
<p>Die Einsicht von 1992, daß sich die Vielfalt von Ökosystemen, die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten und die genetische Vielfalt gegenseitig bedingen und Lebensgrundlage auch für die menschliche Zivilisation sind, hat dazu geführt, daß das Schlagwort &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biodiversit%C3%A4t" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Biodiversität</a>&#8220; seitdem hoch im Kurs steht. Im Rahmen des CBD-Abkommens werden diese drei Hauptziele verfolgt:</p>
<ul>
<li>die Erhaltung biologischer Vielfalt,</li>
<li>eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und</li>
<li>die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung biologischer Ressourcen.</li>
</ul>
<h4><span class="pullquote">Mogelpackung: die USA haben die CBD-Konvention nicht ratifiziert, reden aber dennoch mit.</span></h4>
<p>Das liest sich wunderschön, Tatsache ist aber, daß die Zielformulierungen meist soviel Interpretationsspielraum lassen, daß die Vertragsstaaten sich letztlich doch nicht zur Einhaltung gezwungen sehen. Daneben muß angemerkt werden, daß bspw. die USA der CBD-Konvention zwar unterzeichnet, aber nicht endgültig &#8222;ratifiziert&#8220; hat. Völkerrechtlich sind die USA also den Beschlüssen nicht unterworfen.</p>
<p><strong>Die hohen Ziele, die niedrigen Chancen der Umsetzung</strong></p>
<p>Hauptschwerpunkt der aktuellen Konferenz in Bonn liegt im übrigen auf der Umsetzung der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/2010-Ziele" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2010-Ziele</a>. Bei der 6. CBD-Konferenz in Johannesburg im Jahr 2002 hatte man sich darauf geeinigt, den &#8222;verlust an biologischer Vielfalt signifikant (!) zu reduzieren&#8220;. Und die EU-Staaten haben sich sogar dazu verpflichtet, den Prozeß des Artenverlustes ganz zu stoppen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_1_294" id="identifier_1_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vor wenigen Tagen ver&ouml;ffentlichte der WWF den &bdquo;Living Planet Index&ldquo;. Dort sieht man momentan ein leichte Abschw&auml;chung des Trends, insgesamt ist der Verlust der Artenvielfalt &ndash; um fast 1/3 in den letzten 35 Jahren &ndash; jedoch erschreckend.">2</a></p>
<p>An den Erfolg dieser ambitionierten Pläne glaubt heute wohl keiner mehr. Dennoch darf man gespannt sein, wie die Teilnehmer in Bonn diskutieren und auf welche Ziele sie sich letztlich einigen können. Wenn ein paar handfeste Regeln und Umsetzungsmechanismen vereinbart werden könnten, wäre das noch viel mehr Wert.</p>
<div class="links_ticker">Einige Links zur UN-Umweltkonferenz und zu Fragen der Biodiversität:</p>
<ul>
<li>Roth, Wolfgang: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/856/175330/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Vernichtung der Arten</a>, Süddeutsche Zeitung, 19.5.2008</li>
<li><a href="http://www.cbd.int/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website der &#8222;Convention on Biological Diversity&#8220;</a></li>
<li>Deutscher Naturschutzring: <a href="http://www.biodiv-network.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Biodiversitäts-Network</a></li>
</ul>
<p>Update, 19.5. &#8211; 15:30Uhr:</p>
<ul>
<li>Miersch, Michael: <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/03/Dossier-Arten-Fragen?page=all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum das Sumatranashorn schützen?</a>, ZEIT / Wissen, 03/2008</li>
</ul>
</div>
<p>Eine Website bzw. Portal, das sich genau der Darstellung des unglaublichen Artenreichtums verschrieben hat, ist <a href="http://www.edgeofexistence.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EDGE</a>. Das Kürzel steht dabei für &#8222;Evolutionarily Distinct and Globally Endangered&#8220; und die Autoren widmen sich &#8211; nach eigener Beschreibung &#8211; den verrücktesten und zugleich wundervollsten Lebewesen, die leider vom Aussterben bedroht sind.</p>
<p>Dem Projekt, das von der traditionsreichen &#8222;<a href="http://www.zsl.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zoological Society of London</a>&#8220; getragen wird, geht es einerseits darum solche Tierarten zu identifizieren, die in ihrer Einzigartigkeit möglicherweise besonders erhaltenswert sind und andererseits ein Bewußtsein für diese Vielfalt, Buntheit und Extravaganz des Lebens zu schaffen.</p>
<p><img decoding="async" style="margin: 2px 7px; float: right;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Salamander.jpg" alt="Luschan's Salamander, Quelle: Wikimedia" width="200" height="127" /></p>
<p>Dazu gibt es u.a. eine traurige Top-100-Liste der gefährdeten Säuger und Amphibien und viel, viel Anschauungsmaterial.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_2_294" id="identifier_2_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nach Erhebungen der Weltnaturschutzunion sind derzeit rund 16.300 Tierarten als bedroht einzustufen. Mehr Infos in diesem Artikel der S&uuml;ddt. Zeitung.">3</a> Auf Platz 35 der Amphibien-Liste befindet sich etwa der Luschan&#8217;s Salamander, der in Griechenland und der Türkei beheimatet ist, aber akut bedroht ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_3_294" id="identifier_3_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Er z&auml;hlt zur Gattung der Schwanzlurche und wird auch als Lykischer oder Kleinasiatischer Salamander bezeichnet.">4</a></p>
<p>Außerdem gibt es jede Menge weiterer Infos, Videos und &#8211; wenn ich recht sehe &#8211; auch die Möglichkeit, sich etwa das Verbreitungsgebiet verschiedener Tierarten per Google Earth anzusehen.</p>
<p>Die Seite ist auf alle Fälle einen Besuch wert:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.edgeofexistence.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px; vertical-align: middle;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/EDGE_of_Existence.jpg" alt="EDGE of Existence" width="480" height="757" /></a></p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.edgeofexistence.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EDGE &#8211; Evolutionarily Distinct and Globally Endangered</a></li>
</ul>
<p>Weitere spannende Website für Biologie-Freaks:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/27/enzyklopaedie-des-lebens-mit-der-encyclopedia-of-life-startet-ein-faszinierendes-online-lexikon-werkstattnotiz-lxx/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enzyklopädie des Lebens » Mit der “Encyclopedia of Life” startet ein faszinierendes Online-Lexikon</a>, Wissenswerkstatt, 27.2.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Naturschutzkonferenz">Naturschutzkonferenz</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Artenschutz">Artenschutz</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Biodiversitaet">Biodiversität</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_294" class="footnote">Ganz offiziell nennt sich das natürlich: Convention on Biological Diversity (CBD) </li><li id="footnote_1_294" class="footnote">Vor wenigen Tagen <a href="http://www.wwf.de/presse/details/news/wwf_zum_9_un_umweltgipfel_in_bonn_keine_entwarnung_beim_artensterben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlichte der WWF</a> den &#8222;Living Planet Index&#8220;. Dort sieht man momentan ein leichte Abschwächung des Trends, insgesamt ist der Verlust der Artenvielfalt &#8211; um fast 1/3 in den letzten 35 Jahren &#8211; jedoch erschreckend.</li><li id="footnote_2_294" class="footnote">Nach Erhebungen der Weltnaturschutzunion sind derzeit rund 16.300 Tierarten als bedroht einzustufen. Mehr Infos in diesem <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/909/132667/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel der Süddt. Zeitung</a>.</li><li id="footnote_3_294" class="footnote">Er zählt zur Gattung der Schwanzlurche und wird auch als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lykische_Salamander" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lykischer oder Kleinasiatischer Salamander</a> bezeichnet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/">Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz | Werkstattnotiz LXXXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 16:52:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anpfiff! Wenn Roberto Rosetti heute um 18 Uhr in Basel das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien anpfeift, dann beginnt damit nicht nur die von Millionen Fans sehnlichst erwartete Fußball-Europameisterschaft 2008. Denn Rosetti1 gibt damit nicht allein den Startschuß für das dreiwöchige Fußball-Spektakel, sondern zugleich für die Hochzeit der Phrasendrescherei und dünne Expertenweisheiten. Dabei sind ... <a title="Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/" aria-label="Mehr Informationen über Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/">Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt | Werkstattnotiz LXXXXIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="float: right; margin-left: 7px; margin-right: 7px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Fussball_01.jpg" alt="Fussball" width="165" height="248" /><strong>Anpfiff! Wenn Roberto Rosetti heute um 18 Uhr in Basel das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien anpfeift, dann beginnt damit nicht nur die von Millionen Fans sehnlichst erwartete Fußball-Europameisterschaft 2008. Denn Rosetti</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_0_311" id="identifier_0_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei dem man dar&uuml;ber spekulieren darf, ob er seinen Einsatz als Referee im Er&ouml;ffnungsspiel vielleicht seinem wohlklingenden Namen zu verdanken hat. Roberto Rosetti! Das hat doch was. Schiedsrichter-K&uuml;nstlername?">1</a> <strong>gibt damit nicht allein den Startschuß für das dreiwöchige Fußball-Spektakel, sondern zugleich für die Hochzeit der Phrasendrescherei und dünne Expertenweisheiten. Dabei sind einige der fußballerischen Glaubenssätze nicht einmal wahr&#8230;</strong></p>
<p>Seit Wochen steigt die Fieberkurve der (Sport-)Öffentlichkeit kontinuierlich an. Eigentlich muß man schon fast froh sein, daß es heute endlich losgeht, denn all die Spekulationen um die Fitneß einzelner Spieler oder gleich des ganzen Teams, all die Geheimniskrämerei um Mannschaftsaufstellungen und taktische Ausrichtung, haben in den letzten Tagen ein schon bedrohliches Ausmaß angenommen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_1_311" id="identifier_1_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nur in der Blogwelt schl&auml;gt die Begeisterung bislang verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig flaue Wellen.">2</a></p>
<p>Und je dünner die tatsächliche Nachrichtenlage,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_2_311" id="identifier_2_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In Form von Toren, vertanen Chancen, Tabellenst&auml;nden etc.">3</a> desto höher die Gefahr, daß sich Sportjournalisten an Nebensächlichkeiten festbeißen. Und dann wird sogar das Gejammer eines betagten Torhüters, der über den neuen, angeblich allzu flatterhaften EM-Ball lamentiert, zum Megathema hochgeschrieben.</p>
<p><strong>Die Geschichte mit dem Flatterball</strong></p>
<p>Worum geht&#8217;s? Jens Lehmann, bei Arsenal London zuletzt ausrangierter Torwart, der hierzulande immer noch von seinem Heldenbonus 2006<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_3_311" id="identifier_3_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Als er im Elfmeterschie&szlig;en gegen Argentinien die Nation verz&uuml;ckte.">4</a> zehrt, meckert über die Eigenschaften des offiziellen EM-Balls &#8222;Europass&#8220;. Der Ball &#8222;flattere&#8220;, so gab er vor 2 Wochen zu Protokoll und er sei noch schlechter als der WM-Ball des Jahres 2006, der den Namen &#8222;Teamgeist&#8220; trug. Wörtlich:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der Ball ist sehr schwierig für mich. Er fliegt noch unregelmäßiger als sein Vorgänger.&#8220;</p></blockquote>
<p>Kann das sein? Denn Hersteller adidas bewirbt das neue Spielgerät als den &#8222;besten Fußball aller Zeiten.&#8220; Man habe jetzt eine neue Oberflächenstruktur entwickelt. Die Außenhaut des Balls besteht aus einer Microstruktur, an der Regen abperle und &#8211; so die Eigenwerbung von adidas &#8211; wodurch der Ball besonders &#8222;griffig&#8220; werde. Chefdesigner Thomas Weege beschreibt den &#8222;Gänsehaut-Effekt&#8220; das Balles <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Der%20EM%20Ball%20Licht%20Schatten/363772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">folgendermaßen</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das verleiht jedem Spieler mehr Kontrolle über den Ball und macht das Verhalten des Balles auch bei widrigsten Witterungsverhältnissen berechenbar.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was nun? Ist der Ball nun besonders berechenbar oder besonders flatterhaft? Will sich der olle Lehmann nur prophylaktisch gegen etwaige Unsicherheiten absichern, wenn ihm ein müder Schuß durch die Hände rutscht, um dann auf den doch so torhüterunfreundlichen Ball zu verweisen? Kann ein Ball überhaupt &#8222;flattern&#8220;?</p>
<p><strong>Wenn sich &#8222;Wirbel&#8220; überlagern&#8230;</strong></p>
<p>Metin Tolan, der &#8222;Fußballprofessor&#8220; aus Dortmund, hat nun in den Wissenslogs <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/querkraft/statistik/2008-06-02/warum-fu-b-lle-garantiert-nicht-flattern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Sache physikalisch erklärt</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_4_311" id="identifier_4_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch Markus Trapp von &bdquo;Text&amp;Blog&ldquo; hat schon darauf verwiesen.">5</a> Ursache dafür, daß ein beschleunigter Ball<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_5_311" id="identifier_5_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der ja nichts anderes als eine fliegende Kugel ist.">6</a> überhaupt seine Flugbahn ändern kann bzw. daß diese kurvenförmig verläuft, ist der &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Magnus-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magnus-Effekt</a>&#8222;. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, daß die Luft beim Umströmen des Balls (unter der Bedingung, daß dieser mit &#8222;Drall&#8220; geschossen ist) sich nicht &#8222;gleichmäßig&#8220; von der Außenhaut des Balls ablöst, sondern hinter dem Ball kleine Luftwirbel bildet. Und diese &#8222;Wirbelschleppe&#8220; ist (durch die Ballrotation) asymmetrisch.</p>
<p>Oder nochmal anders erklärt: der fliegende und zugleich rotierende Ball erzeugt hinter sich ein Druckungleichgewicht. Das kommt dadurch zustande, daß auf die eine Ballseite gegen die Strömungsrichtung, die andere mit der Luftströumg rotiert. Und durch die (raue) Balloberfläche wird vom Ball selbst ein wenig Luft mitgeführt bzw. mitgerissen, die eben einmal länger am Ball &#8222;haften&#8220; bleibt und auf der anderen Seite schon etwas früher &#8222;abgelöst&#8220; wird. Und dieses Mißverhältnis führt zu den asymmterischen Druckverhältnissen und der Kurvenbahn des Balles.</p>
<p>Im Schaubild sieht das alles so aus:</p>
<p style="text-align: center;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Magnus-Effekt_01.jpg" alt="Magnus-Effekt - Flatterball" width="500" height="400" /></p>
<p>Und legendäre Fußballer, wie etwa der frühere Hamburger <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kaltz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manfred Kaltz</a>, müssen dem &#8222;Magnus-Effekt&#8220; dankbar sein. Denn ohne diesen, gäbe es keine Bananenflanke.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_6_311" id="identifier_6_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Benannt ist der &bdquo;Magnus-Effekt&ldquo; nach dem Berliner Physiker Heinrich Gustav Magnus, der beschrieb, da&szlig; ein rotierender Ball sich auf einer Kurvenbahn bewegt.">7</a></p>
<p>Nun aber zum &#8222;Flatterball&#8220;. Überhaupt ist das Phänomen nur dadurch erklärbar, daß der Ball oberhalb einer bestimmten &#8222;kritischen Geschwindigkeit&#8220; abgeschossen wird. Unter dieser Bedingung (hohe Schußgeschwindigkeit) wirkt nämlich zunächst eine zusätzliche &#8222;laminare Strömung&#8220;, die mit ihren Wirbeln die feine Wirbelschleppe (die oben skizziert ist) überlagert. Also: liegt die Geschwindigkeit oberhalb eines bestimmten kritischen Tempos, so tritt zuerst die &#8222;Inverse Magnus-Kraft&#8220; auf. Wenn der Ball aber wieder langsamer wird, so hört dieser Effekt auf und nur noch die &#8222;einfache&#8220; Magnus-Kraft wirkt. Metin Tolan schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie können wir nun das „Flattern“ des Balles erklären? Man schießt einen Fußball mit einer Geschwindigkeit oberhalb der „kritischen Geschwindigkeit“, wobei der Ball – möglicherweise ungewollt – auch angeschnitten wird und um eine senkrechte Achse in der Luft rotiert. Der Ball wird dann zunächst wegen des inversen Magnus-Effektes, wie oben beschrieben, in eine Richtung abgelenkt. Nun wird der Ball aber auch durch den Luftwiderstand langsamer und erreicht irgendwann eine Geschwindigkeit unterhalb der „kritischen Geschwindigkeit“. Ab jetzt wirkt dann der „normale“ Magnus-Effekt und lenkt den Ball in die entgegengesetzte Richtung ab. Insgesamt hat der Ball sich dann auf seiner Flugstrecke aus Sicht des Torwarts hin-und-her bewegt – er ist „geflattert“.&#8220;</p></blockquote>
<h4><span class="pullquote">Rein physikalisch können die neuen Bälle nicht &#8222;flattern&#8220;. Dazu wäre das Erreichen einer &#8222;kritischen Geschwindigkeit&#8220; notwendig&#8230;</span></h4>
<p>Das Problem: diese Richtungswechsel können im Prinzip nur zustandekommen, wenn ein Ball überhaupt die &#8222;kritische Geschwindigkeit&#8220; erreicht. Diese läßt sich aber &#8211; so Tolan &#8211; sehr einfach bestimmen und wird beim Balldesign berücksichtigt. D.h. die neuen Bälle können diese notwendige Geschwindigkeit, die für ein &#8222;flattern&#8220; notwendig wäre, gar nicht erreichen bzw. es gibt diese Geschwindigkeit für diese Bälle gar nicht:</p>
<blockquote><p>&#8222;Warum kann nun dieses „Flattern“ bei einem Fußball und insbesondere bei dem neuen „Europass“-Fußball nicht auftreten? Ganz einfach: Weil es bei einem solchen Fußball mit hoher Wahrscheinlichkeit gar keine „kritische Geschwindigkeit“ gibt! Der eben beschriebene Effekt kann nur auftreten, wenn die Luftwiderstandskurve nicht monoton mit steigender Geschwindigkeit ansteigt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wem wollen wir nun also glauben? Den Praktikern wie Lehmann oder auch dem <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/EM-2008-Ball;art17482,2545385" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tschechischem Keeper Petr Cech</a>, der ebenfalls über den Ball klagte oder den Gesetzen der Physik? Oder gehört es inzwischen einfach dazu, daß die Torhüterriege im Vorfeld einer solchen Meisterschaft sich über das Spielgerät beschwert? Zumal wenn der offizielle Spielball von adidas hergestellt wird und man selbst &#8211; wie Lehmann &#8211; mit einem anderen Sporthersteller (&#8222;Nike&#8220;) vertraglich liiert ist?</p>
<p>Und was lernen wir daraus? &#8211; Auch für Fußball-Fans kann die Lektüre von Wissenschaftsblogs lehrreich sein. ;-)</p>
<div class="links_kurz">Links:</p>
<ul>
<li>Tolan, Metin: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/querkraft/statistik/2008-06-02/warum-fu-b-lle-garantiert-nicht-flattern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum Fußbälle garantiert nicht flattern</a>, in: Querkraft (Wissenslogs), 02.06.2008</li>
<li>FTD: <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Der%20EM%20Ball%20Licht%20Schatten/363772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der EM-Ball 2008 &#8211; Licht und Schatten</a>, 03.06.2008</li>
</ul>
<p>Literaturtipp:</p>
<ul>
<li>Wesson, John (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3827416655?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3827416655">Fussball &#8211; Wissenschaft mit Kick: Von der Physik fliegender Bälle und der Statistik des Spielausgangs</a>. Spektrum Akad. Verlag.</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Flatterball">Flatterball</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Fußball-EM">Fußball-EM</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Lehmann">Lehmann</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_311" class="footnote">Bei dem man darüber spekulieren darf, ob er seinen Einsatz als Referee im Eröffnungsspiel vielleicht seinem wohlklingenden Namen zu verdanken hat. Roberto Rosetti! Das hat doch was. Schiedsrichter-Künstlername?</li><li id="footnote_1_311" class="footnote">Nur in der Blogwelt schlägt die Begeisterung bislang verhältnismäßig <a href="http://www.spreeblick.com/2008/06/02/em-gruppen-glaskugel-frisch-poliert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flaue Wellen</a>.</li><li id="footnote_2_311" class="footnote">In Form von Toren, vertanen Chancen, Tabellenständen etc.</li><li id="footnote_3_311" class="footnote">Als er im Elfmeterschießen gegen Argentinien die Nation verzückte.</li><li id="footnote_4_311" class="footnote">Auch Markus Trapp von &#8222;Text&amp;Blog&#8220; hat <a href="http://textundblog.de/?p=2191" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schon darauf verwiesen</a>.</li><li id="footnote_5_311" class="footnote">Der ja nichts anderes als eine fliegende Kugel ist.</li><li id="footnote_6_311" class="footnote">Benannt ist der &#8222;Magnus-Effekt&#8220; nach dem Berliner Physiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Gustav_Magnus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heinrich Gustav Magnus</a>, der beschrieb, daß ein rotierender Ball sich auf einer Kurvenbahn bewegt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/">Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt | Werkstattnotiz LXXXXIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Welternährungsgipfel: Der Gipfel kreiste&#8230; ::: US-Marsmission: Kommunikationspannen &#124; Werkstatt-Ticker 33</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jun 2008 12:47:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Mutlose FAO-Gipfelkonferenz Inzwischen ist in Rom der Welternährungsgipfel zu Ende gegangen. Drei Tage lang wurde darüber debattiert, welche Strategien im Kampf gegen den weltweiten Hunger am vielversprechendsten sind. Zur Erinnerung: die Preisexplosion einiger Grundnahrungsmittel hatte in den letzten Monaten teilweise zu gewalttätigen Protesten in Entwicklungs- und Schwellenländern geführt. Über die Gründe (gestiegene Nachfrage, Mißernten, ... <a title="Welternährungsgipfel: Der Gipfel kreiste&#8230; ::: US-Marsmission: Kommunikationspannen &#124; Werkstatt-Ticker 33" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/" aria-label="Mehr Informationen über Welternährungsgipfel: Der Gipfel kreiste&#8230; ::: US-Marsmission: Kommunikationspannen &#124; Werkstatt-Ticker 33">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/">Welternährungsgipfel: Der Gipfel kreiste&#8230; ::: US-Marsmission: Kommunikationspannen | Werkstatt-Ticker 33</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Mutlose FAO-Gipfelkonferenz<br />
</span></span></h4>
<p>Inzwischen ist in Rom der Welternährungsgipfel zu Ende gegangen. Drei Tage lang wurde darüber debattiert, welche Strategien im Kampf gegen den weltweiten Hunger am vielversprechendsten sind. Zur Erinnerung: die Preisexplosion einiger Grundnahrungsmittel hatte in den letzten Monaten teilweise zu gewalttätigen Protesten in Entwicklungs- und Schwellenländern geführt.</p>
<p>Über die Gründe (gestiegene Nachfrage, Mißernten, Protektionismus etc.) wurde genauso gestritten, wie über mögliche Lösungswege. Immerhin wurde am Mittwoch ein Soforthilfepaket in Höhe von 1.2 Milliarden Dollar geschnürt, das den von der aktuellen Krise am stärksten betroffenen Menschen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/#footnote_0_310" id="identifier_0_310" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dazu werden rund 75 Millionen in ca. 60 Staaten gez&auml;hlt.">1</a> helfen soll.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/#footnote_1_310" id="identifier_1_310" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei diese 1.2 Milliarden im Verh&auml;ltnis zu den 1200 Millarden Dollar, die j&auml;hrlich f&uuml;r R&uuml;stungsausgaben anfallen, fast wie ein Witz anmuten.">2</a></p>
<p>Nun ist die FAO-Konferenz zu Ende. Doch zu mehr als dem Entschluß die Handelsbarrieren abzubauen und die Rolle der steigenden Biosprit-Nachfrage näher zu untersuchen, konnte man sich nicht durchringen. Naja, 6.5 Milliarden Dollar wollen die 193 FAO-Mitgliedsstaaten dann auch investieren immerhin.</p>
<p>Ich habe drüben im Neurons-Blog etwas ausführlicher dazu geschrieben. Und u.a. ein 5-Punkte-Maßnahmen-Paket skizziert. Ich erlaube mir, die 5 Punkte hier nochmals anzufügen:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Beendigung des klassischen Agrarprotektionismus der Industrieländer. Der Irrwitz, daß die Industrienationen jährlich 370 Milliarden Dollar aufwenden, um ihre Landwirtschaft vor Agrarexporten aus den Entwicklungs- und Schwellenländern zu schützen, muß aufhören.</li>
<li>Intensivierung der (wissenschaftlichen) Anstrengungen, um ertragreicheres Saatgut zu entwickeln. Zugleich muß das (lukrative) Saatgutgeschäft entzerrt werden &#8211; es hilft nichts, wenn man Forschung und Vermarktung des Saatguts ausschließlich in den Händen von Monsanto und Co. belässt. Daß die Biotechnologie &#8211; jedenfalls in ihrer heutigen (ökonomischen) Spielart &#8211; weniger ein Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist, habe ich bereits <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/24/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/">hier ausgeführt.</a></li>
<li>Stärkung der lokalen, kleinteiligen Landwirtschaft, wie im <a href="http://www.greenfacts.org/en/agriculture-iaastd/index.htm">IASSTD-Bericht </a>gefordert. Kleinbauern und regionale Vertriebswege müssen gestärkt werden.</li>
<li>Entwicklung geeigneter Konzepte, um zu verhindern, daß Lebensmittel und Rohstoffe auf den internationalen Märkten als Spekulationsobjekte strategisch eingesetzt werden. Nahrungsmittelpreise dürfen nicht in dem Maß wie derzeit ein Spielball von ökonomischen (Teil-)Interessen sein.</li>
<li>Sicherstellung, daß Hilfsgelder nicht in dunkle Kanäle versickern. Nicht bei der FAO, nicht in den Empfängerländern.</li>
</ol>
</blockquote>
<div class="links_ticker">Links:</p>
<ul>
<li>Scheloske, Marc: <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/06/welternahrungsgipfel-patentrezept-gegen-den-hunger-gesucht.php">Welternährungsgipfel: Patentrezept gegen den Hunger gesucht</a>, Neurons, 04.06.2008</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/24/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emnid, “Vanity Fair” und die Biotechnologie » Über Amokläufer in der Debatte um die globale Nahrungsmittelkrise</a> | Werkstattnotiz LXXX, 24.4.2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Wenn es mit der Kommunikation hapert&#8230;<br />
</span></span></h4>
<p>Und noch ein Verweis auf einen eigenen kleinen Artikel, den ich an anderer Stelle geschrieben habe. Gegenstand dort: die aktuelle Marsmission der NASA, die ja die Raumsonde &#8222;Phoenix&#8220; vorletzten Montag erfolgreich auf den Mars bugsiert hat.</p>
<p>Und Phoenix hat sich offenbar an einem tollen Plätzchen der Nordpolregion positioniert. Und erfreulich ist auch, daß Phoenix selbst<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/#footnote_2_310" id="identifier_2_310" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das ist keineswegs eine Selbstverst&auml;ndlichkeit &ndash; allein bei der Landung (sehr problematisch!) &ndash; sind Vorg&auml;nger Marssonden schon erheblich besch&auml;digt worden.">3</a> offenbar zu 100% funktionstüchtig ist. Ziel der Unternehmung ist es ja, Bodenproben zu entnehmen und zu analysieren. Man hofft auf Spuren von Wasser oder anderes organisches Material, das auf (früheres) Leben schließen ließe.</p>
<p>Dumm ist nur, daß derzeit kleine Kommunikationspannen verhindern, daß Phoenix richtig mit seinen kleinen Grabungen beginnt: die Raumsonde &#8222;Odysee&#8220;, die um den Mars kreist und die Kommandos der Bodenkontrolle übermitteln sollte, hatte sich einfach so in einen &#8222;safe mode&#8220; geschaltet. Keine Lust? Oder läuft das Ding mit Windows 95?</p>
<p>Egal: erste Photos lassen die Forscher jubeln. Denn an einer Stelle direkt neben Phoenix glitzert eine weiße Stelle im Marssand. Ist das Eis oder Salz? Oder was ganz anderes?</p>
<p>Ein paar Infos mehr dazu in meinem kleinen Artikel oder auch meist bei Florian von <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Astrodicticum Simplex</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/#footnote_3_310" id="identifier_3_310" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der hat neulich etwa beschrieben, weswegen der &bdquo;Marstag&ldquo; als &bdquo;Sol&ldquo; bezeichnet wird und 24 Stunden, 39 Minuten und ein paar Sekunden dauert.">4</a></p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Scheloske, Marc: <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/06/phoenixmission-kommunikationsprobleme-und-erste-erkundungen.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Phoenix-Mission: Kommunikationsprobleme und erste Erkundungen</a>, in: Neurons, 5.6.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Marsmission">Marsmission</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Welternaehrungsgipfel">Welternährungsgipfel</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/NASA">NASA</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_310" class="footnote">Dazu werden rund 75 Millionen in ca. 60 Staaten gezählt.</li><li id="footnote_1_310" class="footnote">Wobei diese 1.2 Milliarden im Verhältnis zu den 1200 Millarden Dollar, die jährlich für Rüstungsausgaben anfallen, fast wie ein Witz anmuten.</li><li id="footnote_2_310" class="footnote">Das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit &#8211; allein bei der Landung (sehr problematisch!) &#8211; sind Vorgänger Marssonden schon erheblich beschädigt worden.</li><li id="footnote_3_310" class="footnote">Der hat <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/06/was-ist-ein-sol.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neulich etwa beschrieben</a>, weswegen der &#8222;Marstag&#8220; als &#8222;Sol&#8220; bezeichnet wird und 24 Stunden, 39 Minuten und ein paar Sekunden dauert.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/welternaehrungsgipfel-der-gipfel-kreiste-us-marsmission-kommunikationspannen-werkstatt-ticker-33/">Welternährungsgipfel: Der Gipfel kreiste&#8230; ::: US-Marsmission: Kommunikationspannen | Werkstatt-Ticker 33</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 19</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-19/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Oct 2007 14:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisches]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zarte, weiße Schneeflocken senken sich gerade über die Stadt und ich überlege, ob ich die Heizung anwerfen soll. Schon erstaunlich, daß binnen weniger Tage das golden-sonnige Herbstwetter von unübersehbarer Winterstimmung abgelöst wurde. Ich habe mich auch gleich von dieser Atmosphäre zum ersten Plätzchenbacken animieren lassen und mir dafür gestern abend das &#34;Rumplätzchen&#34;-Rezept der Hüttenhilfe zurechtgelegt. ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 19" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-19/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 19">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-19/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 19</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="177" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" alt="Fundstuecke_01c.jpg" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" /><strong>Zarte, weiße Schneeflocken senken sich gerade über die Stadt und ich überlege, ob ich die Heizung anwerfen soll. Schon erstaunlich, daß binnen weniger Tage das golden-sonnige Herbstwetter von unübersehbarer Winterstimmung abgelöst wurde. Ich habe mich auch gleich von dieser Atmosphäre zum ersten Plätzchenbacken animieren lassen und mir dafür gestern abend das <a href="http://www.huettenhilfe.de/rezept-rumplatzchen_1308.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Rumplätzchen&quot;-Rezept</a> der Hüttenhilfe zurechtgelegt. Der einzige Einwand von meiner Seite: als Plätzchen würde ich die kleinen Lebkuchenstücke nicht bezeichnen, aber es ist alles wie beschrieben gelungen und wer süßes Rumaroma mag, dem sei das Rezept zur Nachahmung empfohlen. Viele Grüße nach Regensburg an der Stelle. ;-)</strong></p>
<p><span style="font-weight: bold;"></span>Das sind also die Vorteile, wenn es draußen schmuddelig und kalt ist: man kann ohne Gewissensbisse Lebkuchen, Spekulatius und anderen weihnachtlichen Süßkram naschen; für Glühwein ist es nach meinem Dafürhalten aber noch zu früh. Nur gut, daß erst vor zwei Tagen die Temperaturen in den Keller gingen &#8211; letztes Wochenende (fast hätte ich&#8217;s vergessen) wären quasi-arktische Bedingungen wirklich ärgerlich gewesen. </p>
<p>Für mich und v.a. für Martina und Jochen, die am Sonntag beim München-Marathon mitgelaufen sind. Ich war mit anderen Schlachtenbummler(innen) natürlich an der Strecke und habe mich von der Sonne bescheinen lassen. Und war froh, daß ich nicht mitlaufen mußte &#8211; die 3:40:41 Stunden von Jochen bei seiner Marathonpremiere und die sehr beachtlichen 3:52:19 Stunden von Martina<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-19/#footnote_0_105" id="identifier_0_105" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es waren &uuml;brigens nur 336 Frauen schneller als Martina!">1</a> wären ohnehin unerreichbar für mich&#8230;</p>
<p>Nun aber zu den Fundstücken der letzten Tage&#8230;</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Nicht neu, aber diesmal immerhin charmant zeichnend auf den Punkt gebracht: das alte Vorurteil die Berufschancen von Soziologen betreffend&#8230; Zu kryptisch? Fleißige Mitleser wissen, daß diese Zeilen von einem Sozialwissenschaftler getippt werden. Und dieser hat zwar noch nicht als Taxifahrer gejobbt, dafür den Chauffeur für verschiedene Film-, Fernseh- und Talkshowprominente gespielt. Gestreikt habe ich in dieser Funktion allerdings nicht&#8230;</p>
<p>Aufklärung hier:</p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://ahoipolloi.blogger.de/stories/936837/" rel="noopener noreferrer">Ahoi Polloi &#8211; Zeichnung zum 12. Oktober</a></li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font>&nbsp;</font> Eine der Rubriken, die ich bei der wöchentlichen ZEIT-Lektüre regelmäßig zuerst ansteuere ist die &quot;Stimmt&#8217;s?&quot;-Frage von Christoph Drösser. Dort werden Großstadtmythen entzaubert und sonstige naturwissenschaftliche (Alltags-)Fragen beantwortet. Die letzten beiden Wochen hielten einerseits eine Entwarnung, anderseits einen Vorsichtshinweis bereit. Ob man freilich jemals in die skizzierten Situationen kommt?</p>
<p>Für den Fall der Fälle, seien hier die Informationen präsentiert: Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Vollbad in Sekt, Champagner oder anderen Spirituosen zu nehmen, der sollte danach lieber ein Taxi bestellen, um zum nächsten Ort zu gelangen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-19/#footnote_1_105" id="identifier_1_105" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der taxifahrende Soziologe freut sich&hellip;">2</a>. Denn auch ohne am Badewasser zu nippen, wird der Alkohol vom Körper aufgenommen&#8230; und dem Polizeibeamten zu erklären, daß man nichts getrunken habe, lediglich 50-60 Flaschen <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mo%C3%ABt_%26_Chandon&amp;oldid=37213868" rel="noopener noreferrer">Moët </a>entkorkt und darin gebadet habe, dürfte vermutlich Stirnrunzeln hervorrufen.</p>
<blockquote>
<p>[&#8230;] Ethanol, der Alkohol im Sekt, passiert als eher kleines Molekül auch die meisten Membranen ohne Probleme, etwa die Haut. »Magen und Mundraum gehören zur Außenhaut«, sagt Prinzinger, und über die nehmen wir beim Trinken den größten Teil des Alkohols auf. Je dünner die Haut ist, desto besser können die Ethanolmoleküle eindringen.</p>
</blockquote>
<p>Die <a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2007/43/Stimmts-Haie" rel="noopener noreferrer">&quot;gute&quot; Nachricht</a>: wer sich beim Schwimmen in tropischen Gewässern blutende Wunden zuzieht, braucht nicht unbedingt zu fürchten, binnen Minuten von blutrünstigen Haien angefallen zu werden. Zwar ist das Riechorgan von Haien üblicherweise wirklich extrem fein:</p>
<blockquote>
<p>Die Nase des Hais ist tatsächlich erstaunlich fein, sie kann gewisse Substanzen in millionenfacher Verdünnung wahrnehmen, bei Riffhaien ist sogar schon gezeigt worden, dass sie Fischextrakte in einer Verdünnung von 1 zu 10 Milliarden wittern.</p>
</blockquote>
<p>Aber die Verdünnung im Meerwasser ist dann doch so hoch, daß bei einer kleinen Wunde bereits ein in 30-40 Metern vorbeischwimmender Hai keine Kenntnis mehr nehmen sollte. Abgesehen davon gibt es über 400 verschiedene Haiarten, die in dieser Hinsicht unterschiedliche Präferenzen haben. Beruhigt wäre ich persönlich durch dieses Wissen nicht&#8230;</p>
<ul>
<li>Drösser, Christoph: <a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2007/42/Stimmts-Sektbad" rel="noopener noreferrer">Blau in der Wanne</a>, Die ZEIT, 11.10.2007</li>
<li>Drösser, Christoph: <a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2007/43/Stimmts-Haie" rel="noopener noreferrer">Der Reiz des Blutes</a>, Die ZEIT, 18.10.2007</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Eine Meldung, die schon vor 2 Tagen durch die einschlägigen Gesprächskurse kursierte, will ich dennoch nochmals erwähnen: die Max-Planck-Gesellschaft hat bekanntgegeben, den Lizenzvertrag mit dem Springer Verlag nicht über den 31.12.2007 hinaus zu verlängern.</p>
<p>Zur Erinnerung: die wissenschaftlichen Fach- und Großverlage stehen seit einiger Zeit immer stärker in der Kritik, da die Lizenzgebühren für wissenschaftliche Journale viele Bibliotheken und wiss. Einrichtungen in Budgetprobleme bringt. Böse Zungen empfehlen bekanntlich, daß es genau zwei Wege gebe, um sein Geld gewinnbringend und sicher anzulegen: entweder man investiere im internationalen Drogenhandel oder eben in der Branche akademischer Fachzeitschriften.</p>
<p>Die Max-Planck-Gesellschaft <a href="http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2007/pressemitteilung20071018/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">teilt mit</a>:</p>
<blockquote>
<p>Die Verhandlungen sind gescheitert, weil keine Einigung über ein adäquates Verhältnis von Preis und nachhaltigen Leistungen erzielt werden konnte. &quot;Springer ist von überhöhten Forderungen bis zum Schluss nicht abgerückt; deshalb hat die MPG den Vertrag gekündigt&quot;, so Vizepräsident Kurt Mehlhorn. Durch Auswertung der Nutzungsstatistiken und Vergleiche mit anderen wichtigen Verlagen wurde deutlich, dass Springer für die angebotenen Zeitschriften etwa das Doppelte des Preises forderte, den die Max-Planck-Gesellschaft noch für vertretbar erachtet.</p>
</blockquote>
<p>Es bleibt nun abzuwarten, ob diese Entscheidung eine größere Breitenwirkung entfaltet und vielleicht sogar Nachahmer findet. Peter Haber vom histnet <a href="http://weblog.histnet.ch/archives/628" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stellt zutreffend fest</a>:</p>
<blockquote>
<p>Die Nachricht ist nicht ganz ohne Brisanz. Mit der Max-Planck-Gesellschaft hat nun erstmals eine der ganz grossen westeuropäischen Wissenschaftsorganisationen dem modernen Raubrittertum von Springer &amp; Co. die Stirn geboten. Die Kündigung könnte ein wirkungsvolles Zeichen sein für mehr Einsatz von Open Access und den schon lange erwarteten Stein ins Rollen bringen.</p>
</blockquote>
<ul>
<li><a href="http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2007/pressemitteilung20071018/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presseerklärung</a> der MPG</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»4</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Ein genauso spannender, wie unterhaltender Artikel ist mir beim &quot;Bodenseepeter&quot; begegnet. Als Touristikfachmann hatte sich Peter angesehen, welche Kundendaten die verschiedenen Airlines abfragen. Große Unterschiede sollte man hier kaum erwarten, dachte ich. Allerdings wird offensichtlich, daß bereits ein kurzer Blick auf das Datenfeld &quot;Anrede&quot; durchaus tiefgründige Einblicke in die jeweilige nationale Seele erlaubt; mehr als entlarvend, was hier zutage gefördert wird.</p>
<p>Peter stellt augenzwinkernd bereits einige Kategorien bzw. Grundtypen zur Debatte: monarchisch, akademisch, militärisch&#8230;? Interessant, wie groß die Unterschiede in so kleinen und an und für sich nebensächlichen Detailfragen sind.&nbsp;</p>
<p>Alle Einzelheiten und die Screenshots der einzelnen Airline-Abfragen hier:</p>
<ul>
<li>BodenseePeter: <a target="_blank" href="http://www.bodenseepeter.de/2007/09/30/anreden/" rel="noopener noreferrer">Republikanisch, akademisch oder monarchistisch &#8211; wie sehen Airlines ihre Kunden?</a>, 30.9.2007&nbsp;</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_105" class="footnote">Es waren übrigens nur 336 Frauen schneller als Martina!</li><li id="footnote_1_105" class="footnote">Der taxifahrende Soziologe freut sich&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-19/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 19</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Paul Watzlawick » Kommunikationsschleifen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2007 20:23:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Epistemologie]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soeben tickert die Agenturmeldung durch die Onlinejournale, daß am vergangenen Samstag (31.3.2007) Paul Watzlawick in seiner kalifornischen Wahlheimat Palo Alto verstorben ist. Der 1921 im österreichischen Villach geborene Philosoph, Psychologe und Kommunikationstheoretiker ist einem weltweiten Publikum v.a. durch seinen Bestseller Anleitung zum Unglücklichsein ein Begriff geworden. Weitaus spannender als dieser populär-essayistische Band, in dem Watzlawick ... <a title="Paul Watzlawick » Kommunikationsschleifen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/" aria-label="Mehr Informationen über Paul Watzlawick » Kommunikationsschleifen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/">Paul Watzlawick » Kommunikationsschleifen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben tickert die Agenturmeldung durch die <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2829258">Onlinejournale</a>, daß am vergangenen Samstag (31.3.2007) <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Watzlawick">Paul Watzlawick</a> in seiner kalifornischen Wahlheimat Palo Alto verstorben ist. Der 1921 im österreichischen Villach geborene Philosoph, Psychologe und Kommunikationstheoretiker ist einem weltweiten Publikum v.a. durch seinen Bestseller <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3492249388%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3492249388%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anleitung zum Unglücklichsein</a> ein Begriff geworden.</p>
<p>Weitaus spannender als dieser populär-essayistische Band, in dem Watzlawick mit augenzwinkerndem Humor aus seinem Erfahrungsschatz als Psychoanalytiker und Familientherapeut plaudert, sind sein<font color="#333333">e Beiträge zum sog. »<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus">Radikalen Konstruktivismus</a>«. Zusammen</font><font color="#333333"> mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_von_Glasersfeld">Ernst von Glasersfeld</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_von_Foerster">Heinz von Foerster</a> gilt er als dessen Hauptvertreter. Aufbauend auf Thesen von J. Piaget wird innerhalb dieses theoretischen Entwurfs Wirklichkeit als originäre schöpferische Leistung des erkennenden Subjekts aufgefasst. Für eine soziologische Analyse des (wissenschaftlichen) Erkennens sind die sich daraus ergebenden Konsequenzen natürlich hochinteressant: denn wenn jede Behauptung einer (meßbaren?) Realität als Ergebnis eines konstitutiven Akts des erkennenden Subjekts anzusehen ist, dann ist (wissenschaftliche) Realität [=Wirklichkeit] auch je anders möglich.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/#footnote_0_12" id="identifier_0_12" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie auch zu anderen Philosophen, Autoren und Themen der Erkenntnistheorie finden sich viele weitere Informationen zu Paul Watzlawick in Beats Biblionetz.">1</a><br /> </font></p>
<p><font color="#333333">Mit anderen Worten: der radikale Konstruktivismus illustriert die Relativität allen Erkennens und somit auch den kontingenten Charakter von Wissen und Wissenschaft. Auch kann man ohne Zweifel behaupten, daß die Wissenssoziologie ohne die Arbeiten Paul Watzlawicks sicher ärmer wäre, denn obwohl er sich kaum je dezidiert in deren Debatten eingeschaltet hat, so verdanken große Studien, wie bspw. Karin Knorr-Cetinas &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3518285599%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3518285599%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Fabrikation der Erkenntnis</a>&quot;, dem Werk Watzlawicks sicher einige Impulse.  </font></p>
<p><font color="#ffffff"><font color="#000000"><font color="#333333">Und auch für die Analyse des wissenschaftlichen Forschungsprozesses zu Beginn des 21. Jahrhunderts halten die Arbeiten Watzlawicks mit Gewißheit immer noch vielfältige Anregungen bereit:</font><br /></font></font></p>
<blockquote>
<p>Wenn wir nach langem Suchen und peinlicher Ungewissheit uns endlich einen bestimmten Sachverhalt erklären zu können glauben, kann unser darin investierter emotionaler Einsatz so groß sein, dass wir es vorziehen, unleugbare Tatsachen, die unserer Erfahrung widersprechen, für unwahr oder unwirklich zu erklären, statt unsere Erklärung diesen Tatsachen anzupassen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/#footnote_1_12" id="identifier_1_12" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Watzlawick, Paul (1976): Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, T&auml;uschung, Verstehen.S. 66; zitiert bei Beats Biblionetz">2</a>&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Ließe sich die Tendenz, unliebsame Forschungsergebnisse auszublenden oder gar zu leugnen, besser verständlich machen als in diesem knappen Zitat?</p>
<table cellspacing="1" cellpadding="1" border="0" align="right" style="width: 120px;">
<tbody>
<tr>
<td style="width: 100%;"><!--adsense--></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> Und schließlich sei noch ein weiterer<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/#footnote_2_12" id="identifier_2_12" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="und gerade in Zeiten absolut behaupteter Wahrheitsanspr&uuml;che nicht unwesentlicher">3</a> Aspekt genannt, der sich zwingend aus dem Theorieprogramm des radikalen Konstruktivismus ergibt: nämlich die Beobachterabhängigkeit und Relativität von Erkenntnis/Wirklichkeit, die es unmöglich macht, für die eigene Wirklichkeitsinterpretation und Lesart eine höhere Autorität zu reklamieren. Oder wie es Watzlawick selbst formulierte: </p>
<blockquote>
<p>Aus der Idee des Konstruktivismus ergeben sich zwei Konsequenzen. Erstens die Toleranz für die Wirklichkeiten anderer &#8211; denn dann haben die Wirklichkeiten anderer genauso viel Berechtigung wie meine eigene. Zweitens ein Gefühl der absoluten Verantwortlichkeit. Denn wenn ich glaube, daß ich meine eigene Wirklichkeit herstelle, bin ich für diese Wirklichkeit verantwortlich, kann ich sie nicht jemandem anderen in die Schuhe schieben.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/#footnote_3_12" id="identifier_3_12" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Watzlawick, Paul (1982): Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber den Konstruktivismus. M&uuml;nchen, S. 31.">4</a></p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="2" />
<p>Literaturempfehlungen:</p>
<ul>
<li>Watzlawick, P./Beavin, J./Jackson, D. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3456844638?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3456844638">Menschliche Kommunikation</a>. 11. Aufl., Bern, Huber.</li>
<li>Watzlawick, Paul (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492243193?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3492243193">Wie wirklich ist die Wirklichkeit?</a> Wahn, Täuschung, Verstehen. 6. Aufl., Piper.</li>
<li>Watzlawick, Paul (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3456838956?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3456838956">Die Möglichkeit des Andersseins</a>. Zur Technik der therapeutischen Kommunikation. Bern, Huber.</li>
<li>Watzlawick, Paul (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3456835663?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3456835663">Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels</a>. 6. Aufl., Bern, Huber.</li>
<li>Foerster, Heinz v. / Glasersfeld, Ernst v. / Hejl, Peter M. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492211658?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3492211658">Einführung in den Konstruktivismus</a>. 9. Aufl., Piper. </li>
<li>Sautter, C. / Sautter, A. (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3980993612?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3980993612">Wege aus der Zwickmühle</a>. Doublebinds verstehen und lösen. Verlag für Syst. Konzepte.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<p><script type="text/javascript"><!--
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_12" class="footnote">Wie auch zu anderen Philosophen, Autoren und Themen der Erkenntnistheorie finden sich viele weitere Informationen zu Paul Watzlawick in <a href="http://beat.doebe.li/bibliothek/index.html">Beats Biblionetz</a>.</li><li id="footnote_1_12" class="footnote">Watzlawick, Paul (1976): <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3492243193%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3492243193%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen.</a>S. 66; zitiert bei <a href="http://beat.doebe.li/bibliothek/p00016.html">Beats Biblionetz</a></li><li id="footnote_2_12" class="footnote">und gerade in Zeiten absolut behaupteter Wahrheitsansprüche nicht unwesentlicher</li><li id="footnote_3_12" class="footnote">Watzlawick, Paul (1982): <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html%3FASIN=3492207421%26tag=werkstatt-21%26lcode=xm2%26cID=2025%26ccmID=165953%26location=/o/ASIN/3492207421%253FSubscriptionId=1N9AHEAQ2F6SVD97BE02">Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit</a>. Ein Gespräch über den Konstruktivismus. München, S. 31.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/paul-watzlawick-kommunikationsschleifen/">Paul Watzlawick » Kommunikationsschleifen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Kritik der ironiefreien Vernunft » Zum Tod des empfindsamen Philosophen Richard Rorty</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jun 2007 14:35:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Kontingenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle Theorie, alle Praxis ist großartig, wenn sie Schattierungen zuläßt, integriert oder sichtbar macht. Das sklavisch-strikte Festhalten an Kategorien, an schwarz&#124;weiß, an entweder&#124;oder erlaubt zwar Orientierung, verkennt in seiner Ängstlichkeit aber die Vielfalt der tatsächlichen Sachverhalte. Ein Philosoph, in dessen Leben und Werk sichtbar wurde, daß Philosophie nicht praxis- und lebensfern und daß praktisches Handeln ... <a title="Kritik der ironiefreien Vernunft » Zum Tod des empfindsamen Philosophen Richard Rorty" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/" aria-label="Mehr Informationen über Kritik der ironiefreien Vernunft » Zum Tod des empfindsamen Philosophen Richard Rorty">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/">Kritik der ironiefreien Vernunft » Zum Tod des empfindsamen Philosophen Richard Rorty</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle Theorie, alle Praxis ist großartig, wenn sie Schattierungen zuläßt, integriert oder sichtbar macht. Das sklavisch-strikte Festhalten an Kategorien, an schwarz|weiß, an entweder|oder erlaubt zwar Orientierung, verkennt in seiner Ängstlichkeit aber die Vielfalt der tatsächlichen Sachverhalte. Ein Philosoph, in dessen Leben und Werk sichtbar wurde, daß Philosophie nicht praxis- und lebensfern und daß praktisches Handeln nicht denkfeindlich sein muß, war Richard Rorty. Der amerikanische Philosoph und Literaturwissenschaftler verstarb am vergangenen Freitag, den 8. Juni 2007. </strong></p>
<p>Wenn die Rede von einem Querdenker berechtigt ist, dann bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rorty" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Richard Rorty</a>. Rorty erregte Widerspruch und widersprach selbst mit Leidenschaft. Stets getrieben vom Interesse, den kontingenten, zufälligen Grund vermeintlicher Gewißheiten aufzuzeigen. Und immer beseelt vom Wunsch, davon überzeugen zu können, daß nicht die nüchtern, kalkulierende Rationalität die Blüte der zivilisatorischen Kulturentwicklung darstellt, sondern daß es die Steigerung der Mitleidsfähigkeit ist, die uns vor anderen Zeiten oder Kulturen auszeichnet oder zumindest auszeichnen könnte.&nbsp; </p>
<p>Rorty betätigte sich als Wegbereiter, als Wegweiser für eine &quot;Gemeinschaft liberaler Ironikerinnen&quot;, deren Ziel nicht die Erlangung absoluter Wahrheit, sondern die &quot;Vermeidung von Grausamkeit&quot; ist. Darin, so Rortys utopische Überzeugung, erwiese sich ein tatsächlicher Fortschritt. Die zutiefst menschliche Fähigkeit zur Mitleidsempfindung war Rorty Anlaß und Auftrag, um zeitlebens darauf zu insistieren,&nbsp; </p>
<blockquote>
<p>[daß] moralischer Fortschritt im Sinne zunehmender Sensibilität und wachsender Empfänglichkeit für die Bedürfnisse einer immer größeren Vielfalt der Menschen und der Dinge [anzusehen ist].<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/#footnote_0_44" id="identifier_0_44" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rorty, Richard (1994): Hoffnung statt Erkenntnis. Eine Einf&uuml;hrung in die pragmatische Philosophie. S. 79.">1</a> </p>
</blockquote>
<p>Rorty durchlief in seinem Denk- und Lebensweg, wie sollte es anders sein, verschiedene Etappen: ausgehend und gründend in der US-amerikanischen analytischen Philosophie, emanzipierte er sich durch die Rezeption von <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nietzsche" rel="noopener noreferrer">Nietzsche</a>, <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein" rel="noopener noreferrer">Wittgenstein</a>, <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger" rel="noopener noreferrer">Heidegger</a> oder <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Dewey" rel="noopener noreferrer">Dewey</a>. Er war mitverantwortlich für den Erfolg und die Reichweite des &#8218;<a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linguistic_Turn" rel="noopener noreferrer"><em>linguistic turn</em></a>&#8218; und vollzog später selbst einen zusätzlichen &#8218;<em>pragmatic turn</em>&#8218;, weswegen er wohl nicht zu Unrecht als Neo-Pragmatiker bezeichnet wird. </p>
<p>Seine Kritik der vorherrschenden Erkenntnistheorie gründete in der Einsicht, daß Denken immer in sprachliche Kontexte eingelassen ist.  Wahrheitsansprüche sind für Rorty &#8211; hier wird der Einfluß Wittgensteins deutlich &#8211; nichts anderes als ein Metaphernheer, ein Sprachspiel eben, das mehr oder weniger Überzeugungskraft hat. Und so stellte er fest: &quot;Sprache hat die Macht, neue und andere Dinge möglich und wichtig zu machen.&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/#footnote_1_44" id="identifier_1_44" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rorty, Richard (1992): Kontingenz, Ironie und Solidarit&auml;t. Frankfurt, S. 147.">2</a> </p>
<p>Folgerichtig entdeckte Rorty in den Erzähltraditionen und namentlich im Roman die Möglichkeit, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sowie zwischen unterschiedlichen Menschen und Kulturen zu vermitteln. In der Literatur (ganz egal ob in trivialer oder anspruchsvoller Spielart) werde Sensibilität und Empathie geschärft, so seine These. Und &#8211; so konsequent war Rorty &#8211; nachdem für ihn die akademische Philosophie immer mehr fragwürdig geworden war, gab er 1982 seinen Lehrstuhl für Philosophie in Princeton auf und wechselte als Professor für Altphilologie nach Virginia bevor er schließlich Vergleichende Literaturwissenschaften in Stanford lehrte. </p>
<p>Mit seiner&nbsp;Skizze eines Lebensentwurfs für das postmoderne Zeitalter der Unübersichtlichkeit erntete Rorty viel Zuspruch und Sympathie, aber auch heftige Kritik. Die Figur der &#8218;liberalen Ironikerin&#8216; kennzeichnete er selbst folgenderweise:</p>
<blockquote>
<p>&nbsp;&quot;Ironikerin&quot; nenne ich eine Person, die der Tatsache ins Gesicht sieht, daß ihre zentralen Überzeugungen und Bedürfnisse kontingent sind. &quot;Ironikerin&quot; nenne ich jemanden,  der so nominalistisch und historistisch ist, daß er die Vorstellung aufgegeben hat, seine zentralen Überzeugungen und Bedürfnisse bezögen sich zurück auf eine Instanz jenseits des raum-zeitlichen Bereiches. Liberale Ironiker sind Menschen, die zu diesen nicht auf tiefste Gründe rückführbaren Bedürfnissen auch ihre eigenen Hoffnungen rechnen, die Hoffnungen, daß Leiden geringer wird, daß die Demütigung von Menschen durch Menschen vielleicht aufhört.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/#footnote_2_44" id="identifier_2_44" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rorty, Richard (1992): Kontingenz, Ironie und Solidarit&auml;t. S. 14">3</a></p>
</blockquote>
<p>Richard Rorty, dem das Streben nach absoluten Wahrheiten stets suspekt blieb, ist mir persönlich vor allem durch seine Kritik am (szientistischen) Erkenntnismodell und dessen Wahrheitspostulat, sowie durch seinen Verweis auf die Kontingenz all unserer Anschauungen und ihrer sprachlichen Kontextualität sehr sympathisch. Aus diesem Grund wird es in wenigen Tagen in der Wissenswerkstatt eine ausführlichere Skizze des Denkens von Richard Rorty geben. Für heute nur diese kurze, schlaglichtartige Einführung und folgende Link- und Literaturhinweise:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/#footnote_3_44" id="identifier_3_44" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das selbsternannte Online-Leitmedium Spiegel-Online hat bis jetzt nicht einmal einen kurzen Verweis auf den Tod Rortys eingestellt; immerhin einen der wichtigsten Philosophen der zweiten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts. Auch die Blogsph&auml;re nimmt diese Nachricht nur zur&uuml;ckhaltend zur Kenntnis; J&ouml;rg Lau schreibt etwas im Zeit-Blog, hier findet man die Notiz auch und diesem Schweizer Blog verdanke ich den Hinweis auf den NYT-Artikel.">4</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li>Wenzel, Uwe Justus (2007): <a  target="_blank" href="http://www.nzz.ch/2007/06/12/fe/articleF9940.html" rel="noopener noreferrer">Mitfühlender Liberalismus</a>, Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 12.6.2007</li>
<li>Knipphals, Dirk (2007): <a  target="_blank" href="http://www.taz.de/dx/2007/06/12/a0054.1/text" rel="noopener noreferrer">Vom Grübeln zum Handeln</a>, taz, 12.6.2007</li>
<li>Geier, Manfred (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/960/117831/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Philosophie gegen die Lachfeinde</a>, Süddeutsche Zeitung, 11.6.2007</li>
<li>Habermas, Jürgen (2007): <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/953/117824/" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Immer wieder schockiert</a>, Süddeutsche Zeitung, 11.6.2007</li>
<li>Schlüter, Christian (2007): <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?sid=1fa5d2a5854d207f235f080b0956a6bf&amp;em_cnt=1151849" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Misstrauen als erste Bürgerpflicht</a>, Frankfurter Rundschau, 11.6.2007</li>
<li>Cohen, Patricia (2007): <a href="http://www.nytimes.com/2007/06/11/obituaries/11rorty.html" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Richard Rorty, Philosopher, Dies at 75</a>, The New York Times, 11.6.2007</li>
<li>Fetscher, Caroline (2007): <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2318418" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Mitleid kann man lernen</a>, Der Tagesspiegel, 10.6.2007</li>
<li>Rorty, Richard (2004): <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EB7D34EB50CD1428DBA295C40A46AEA1E~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Wissen deutsche Politiker, wozu Universitäten da sind?</a>, FAZ, 31.8.2004</li>
</ul>
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Reese-Schäfer, Walter (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3885066238?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3885066238">Richard Rorty zur Einführung</a>. Junius Verlag. </li>
<li>Rorty, Richard &amp; Vattimo, Gianni (2006): <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518584588?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518584588" rel="noopener noreferrer">Die Zukunft der Religion</a>. Suhrkamp: Frankfurt. </li>
<li>Sandbothe, Mike (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518292919?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518292919">Donald Davidson/Richard Rorty. Wozu Wahrheit?</a> Eine Debatte. Suhrkamp: Frankfurt.</li>
<li>Rorty, Richard (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/351829220X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=351829220X">Wahrheit und Fortschritt. Moralische Vernunft in der Praxis.</a> Suhrkamp: Frankfurt.</li>
<li>Rorty, Richard (2000): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/359614762X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=359614762X">Philosophie und die Zukunft</a>. Essays. Fischer: Frankfurt.</li>
<li>Rorty, Richard (1994): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3851650751?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3851650751">Hoffnung statt Erkenntnis</a>. Eine Einführung in die pragmatische Philosophie. Wien: Passagen.</li>
<li> Rorty, Richard (1992): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518285815?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3518285815">Kontingenz, Ironie und Solidarität</a>. Frankfurt: Suhrkamp.</li>
<li>Rorty, Richard (1987<span class="sans">): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518282867?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518282867">Der Spiegel der Natur: eine Kritik der Philosophie</a>. Frankfurt: Suhrkamp.</span><strong class="sans"><br /></strong></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_44" class="footnote">Rorty, Richard (1994): Hoffnung statt Erkenntnis. Eine Einführung in die pragmatische Philosophie. S. 79.</li><li id="footnote_1_44" class="footnote">Rorty, Richard (1992): Kontingenz, Ironie und Solidarität. Frankfurt, S. 147.</li><li id="footnote_2_44" class="footnote">Rorty, Richard (1992): Kontingenz, Ironie und Solidarität. S. 14</li><li id="footnote_3_44" class="footnote">Das selbsternannte Online-Leitmedium Spiegel-Online hat bis jetzt nicht einmal einen kurzen Verweis auf den Tod Rortys eingestellt; immerhin einen der wichtigsten Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch die Blogsphäre nimmt diese Nachricht nur zurückhaltend zur Kenntnis; Jörg Lau schreibt etwas im <a href="http://blog.zeit.de/joerglau/2007/06/10/richard-rorty-ist-tot_553" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit-Blog</a>, <a href="http://litart.twoday.net/stories/3823870/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> findet man die Notiz auch und diesem Schweizer <a href="http://alpha.blueblog.ch/log/richard-rorty-gestorben.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> verdanke ich den Hinweis auf den NYT-Artikel.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/">Kritik der ironiefreien Vernunft » Zum Tod des empfindsamen Philosophen Richard Rorty</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/kritik-der-ironiefreien-vernunft-zum-tod-des-empfindsamen-philosophen-richard-rorty/feed/</wfw:commentRss>
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		<title>Gendatenbank bei Wikipedia » Einladung zum Mitforschen &#124; kurz&#038;knapp 44</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/gendatenbank-bei-wikipedia-einladung-zum-mitforschen-kurzknapp-44/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 06:51:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Daß die Wikipedia &#8211; wie ich kürzlich schrieb &#8211; auch im wissenschaftlichen Kontext als zitierfähig eingestuft wird, ist die eine Sache. Daß man Wikipedia aber als Arbeitsinstrument einsetzt, eine vollkommen andere. Eine Forschergruppe um den US-Molekularbiologen Andrew Su vom Genomics Institute der &#8222;Novartis Research Foundation&#8220; hat nun ein spannendes Projekt angekündigt, das in der allgemein ... <a title="Gendatenbank bei Wikipedia » Einladung zum Mitforschen &#124; kurz&#038;knapp 44" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/gendatenbank-bei-wikipedia-einladung-zum-mitforschen-kurzknapp-44/" aria-label="Mehr Informationen über Gendatenbank bei Wikipedia » Einladung zum Mitforschen &#124; kurz&#038;knapp 44">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/gendatenbank-bei-wikipedia-einladung-zum-mitforschen-kurzknapp-44/">Gendatenbank bei Wikipedia » Einladung zum Mitforschen | kurz&#038;knapp 44</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daß die Wikipedia &#8211; wie ich kürzlich <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/08/wikipedia-und-wir-zitieren-doch-wissenschaftsblogs-sendung-mit-der-maus-fuer-grosse-werkstatt-ticker-45/">schrieb</a> &#8211; auch im wissenschaftlichen Kontext als zitierfähig eingestuft wird, ist die eine Sache. Daß man Wikipedia aber als Arbeitsinstrument einsetzt, eine vollkommen andere. </strong></p>
<p>Eine Forschergruppe um den US-Molekularbiologen Andrew Su vom <span class="fliesstext">Genomics Institute der &#8222;Novartis Research Foundation&#8220; hat nun ein spannendes Projekt angekündigt, das in der allgemein zugänglichen Wikipedia eine möglichst umfassende Gendatenbank zusammentragen will.</span></p>
<p>Dabei ist das Ziel der Forscher <span class="fliesstext">keineswegs eine Zusammenstellung von allgemeinverständlichen Informationen für Laien, sondern die Sammlung aller vorhandenen Informationen über das menschliche Genom! D.h. in zigtausenden Artikeln soll für die einzelnen Gensequenzen der jeweilige Aufbau, Funktion und Position, sowie deren Wechselwirkungen mit anderen Genen notiert und die relevante Literatur verlinkt werden. </span></p>
<h4><span class="pullquote_left">Beim Genom-Wiki dürfen auch Laien und Studenten mitschreiben!</span></h4>
<p>Am 8. Juli gingen Andrew Su und seine Mitstreiter an die Öffentlichkeit und beschrieben in einem <a href="http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&amp;doi=10.1371/journal.pbio.0060175" target="_blank">Artikel in &#8222;PloS Biology&#8220; </a>ihr Vorhaben. Sie äußerten sich überaus optimistisch, daß <span class="fliesstext">gerade der offene, kollaborative Ansatz der Wikipedia<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/gendatenbank-bei-wikipedia-einladung-zum-mitforschen-kurzknapp-44/#footnote_0_339" id="identifier_0_339" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Denn auch beim Genom-Wiki kann jeder (!) mitschreiben!">1</a> den klassischen, geschlossenen wissenschaftlichen (Genom-)Datenbanken in manchen Belangen überlegen sein wird. </span></p>
<p>Um die Wiki-Genom-Sammlung voranzubringen, hat das Team im Frühjahr rund 7.500 Einträge aus der Fachdatenbank &#8222;Entrez Gene&#8220; in ein &#8222;Notizzettelformat&#8220; konvertiert und in die Wikipedia eingespeist. Nun kann dort wirklich jeder mitarbeiten! Und so sieht dann etwa ein Gen-Datenblatt aus:</p>
<p style="text-align: center;"><a  rel="lightbox" href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Gen-Wiki01a.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Gen-Wiki01b.jpg" alt="Gen-Wiki" width="500" height="381" /></a></p>
<p>Ich selbst bin mir nicht ganz sicher, ob das alles wirklich sinnvoll ist. Denn wer bitteschön hat das Fachwissen und zugleich die Zeit, um sich hier zu betätigen?</p>
<p>Aber egal &#8211; die entstehende Informationssammlung soll ja auch nicht als Alternative zu vorhandenen Datenbank verstanden werden:</p>
<blockquote><p>Importantly, this gene wiki effort is not meant to be a substitute for existing resources. Gene portals and model organism databases will continue to serve as authoritative references with a specific role for data curation and enforcement of data standards. [&#8230;]  Nevertheless, we believe that this gene wiki will be a valuable launch pad for collaboratively summarizing knowledge, and we expect that scientists will synergistically use the gene wiki with traditional gene portals.</p></blockquote>
<p>Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob man in Zukunft noch mehr von diesem Projekt hören wird. Die Tatsache, daß der Leistungsfähigkeit von Wikipedia soviel Vertrauen entgegengebracht wird, finde ich allerdings bemerkenswert und erfreulich.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Huss III JW, Orozco C, Goodale J, Wu C, Batalov S, et al.: <a href="http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&amp;doi=10.1371/journal.pbio.0060175" target="_blank">A Gene Wiki for Community Annotation of Gene Function</a>, PLoS Biology Vol. 6, No. 7, e175 doi:10.1371/journal.pbio.0060175</li>
</ul>
<p>Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>FAZ: <a href="http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E2D65455E7AC14ACFA565D3EE9F1AA0C1~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed" target="_blank">Wikipedia sammelt Daten zum menschlichen Genom</a>, 8.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Gen-Wiki">Gen-Wiki</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wikipedia">Wikipedia</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_339" class="footnote">Denn auch beim Genom-Wiki kann jeder (!) mitschreiben!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/gendatenbank-bei-wikipedia-einladung-zum-mitforschen-kurzknapp-44/">Gendatenbank bei Wikipedia » Einladung zum Mitforschen | kurz&#038;knapp 44</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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