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	<title>Wirtschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Wirtschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien &#124; Werkstattnotiz 124</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2008 11:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Risiken]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bill Gates tut es, Leonardo DiCaprio auch und U2-Frontmann Bono sowieso. Sie engagieren sich für wohltätige Zwecke und öffnen dafür auch ihre Privatschatulle. Klar, wer sich für karitative Ziele oder den Erhalt des Regenwalds einsetzt, der erntet Sympathien. Ob die Stars aus Medien und Wirtschaft sich lediglich betätigen, um ihr Image aufzupolieren oder ob echte ... <a title="Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien &#124; Werkstattnotiz 124" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/10/imagekampagne-oder-wohltaetigkeit-aus-ueberzeugung-google-unterstuetzt-den-kampf-gegen-infektionskrankheiten-und-pandemien-werkstattnotiz-124/" aria-label="Mehr Informationen über Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien &#124; Werkstattnotiz 124">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/10/imagekampagne-oder-wohltaetigkeit-aus-ueberzeugung-google-unterstuetzt-den-kampf-gegen-infektionskrankheiten-und-pandemien-werkstattnotiz-124/">Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien | Werkstattnotiz 124</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bill Gates tut es, Leonardo DiCaprio auch und U2-Frontmann Bono sowieso. Sie engagieren sich für wohltätige Zwecke und öffnen dafür auch ihre Privatschatulle. Klar, wer sich für karitative Ziele oder den Erhalt des Regenwalds einsetzt, der erntet Sympathien. </strong></p>
<p>Ob die Stars aus Medien und Wirtschaft sich lediglich betätigen, um ihr Image aufzupolieren oder ob echte Überzeugung dahintersteckt, darf uns eigentlich fast egal sein. Nun verstärkt auch der Suchmaschinenriese Google sein wohltätiges Engagement: Google.org schreibt sich den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Seuchen auf die Fahnen.</p>
<p><strong>Google.org: Wohltätigkeit und Forschungsförderung</strong></p>
<p>Bereits 2005 wurde der Ableger <a href="http://www.google.org/">Google.org</a> gegründet, der die wohltätigen Aktivitäten des Unternehmens bündeln und koordinieren soll. Schwerpunkte des Engagements sind die Förderung erneuerbarer Energien, die (gesundheitliche) Krisenprävention, der Aufbau von infrastrukturellen Einrichtungen in armen Ländern, sowie die Entwicklung von Hybridantrieben. Rund 85 Millionen US-Dollar sind binnen der letzten 3 Jahre in solche Fördermaßnahmen geflossen.</p>
<p>Heute teilt Google.org mit, daß weitere 14 Millionen US-Dollar in die Abwehr und Früherkennung von Infektionskrankheiten und v.a. von Zoonosen investiert werden sollen. Durch dieses Paket sollen einerseits sog. Hot Spots (hauptsächlich in Südostasien und Afrika) identifiziert werden, wo die Gefahr, daß Viren von Tieren auf den Menschen überspringen, am größten ist. Andererseits sollen Strategien entwickelt werden, um im Ernstfall den Ausbruch einer Pandemie zu verhindern.</p>
<p>Natürlich stehen hier vergangene Fälle wie AIDS, SARS oder die Gefahr durch den Vogelgrippe-Virus H5N1 im Hintergrund. Im Einzelnen geht das Geld nun u.a. an folgende Projekte und Initiativen:</p>
<ul>
<li>2 Millionen US-Dollar erhält das &#8222;<a href="http://www.whrc.org/">Woods Hole Research Center&#8220;</a>. Mit hochauflösenden Satellitenaufnahmen von Regenwaldzonen (wo die Gefahr der Übertragung vom Tier auf den menschen mit am höchsten ist), sollen Risikozonen identifiziert und die Übertragungswege besser verstanden werden.</li>
<li>Rund 5.5 Millionen gehen an die &#8222;<a href="http://gvfi.org/index.html">Global Viral Forecasting Initiative</a>&#8222;, die Blutdatenbanken in sog. &#8222;Hot Spots&#8220; erstellt und analysiert. Dazu zählen Länder wie Kamrun, Kongo, China, Malaysia, Laos oder Madagskar.</li>
<li>Ungefähr 2.5 Millionen sollen die Arbeit der &#8222;<a href="http://cii.columbia.edu/">Columbia University Mailman School of Public Health</a>&#8220; unterstützen. Dort wird versucht, neue Erreger möglichst frühzeitig zu entdecken. Gleichzeitig sollen Maßnahmen entwickelt werden, um vor Ort möglichst schnell und effizient eine Weiterverbreitung zu verhindern.</li>
<li>Ca. 3 Millionen erhält ein Projekt des &#8222;<a href="http://www.childrenshospital.org/">Children’s Hospital</a>&#8222;, das eine globale Infektionskarte und ein Meldesystem für auffällige Krankheitsausbrüche erstellen soll. Außerdem soll über ein System der Austausch zwischen Human-Medizinern, Veterinären und Umweltwissenschaftlern verbessert werden, so daß eine Früherkennung von Krisen besser möglich wird.</li>
</ul>
<h4><span class="pullquote">14 Millionen US-Dollar sind eine nette Summe. Aber hätte Google nicht noch ein wenig mehr drauflegen können? </span></h4>
<p>Larry Brilliant, Geschäftsführer von Google.org ist überzeugt: &#8222;Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir das nächste AIDS oder SARS nicht verhindern.&#8220; Womit er sicher nicht falsch liegt. Ich frage mich nur, ob die Summe von 14 Millionen Dollar wirklich bereits das Limit darstellt, was Google hier leisten kann. Ein milliardenschweres Unternehmen sollte doch eigentlich fast noch eine Null mehr auf den Scheck schreiben können, oder?</p>
<p>Daß die Verhinderung einer neuen Pandemie zumindest Larry Brilliant, dem Chef von Google.org, ein Anliegen ist, kann man übrigens an diesem TED-Vortrag aus dem Jahr 2006 sehen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="youtube"><!--cut and paste--><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="320" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="id" value="VE_Player" /><param name="align" value="middle" /><param name="FlashVars" value="bgColor=FFFFFF&amp;file=http://static.videoegg.com/ted/movies/LARRYBRILLIANT_high.flv&amp;autoPlay=false&amp;fullscreenURL=http://static.videoegg.com/ted/flash/fullscreen.html&amp;forcePlay=false&amp;logo=&amp;allowFullscreen=true" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="scale" value="noscale" /><param name="wmode" value="window" /><param name="src" value="http://static.videoegg.com/ted/flash/loader.swf" /><embed id="VE_Player" type="application/x-shockwave-flash" width="320" height="285" src="http://static.videoegg.com/ted/flash/loader.swf" wmode="window" scale="noscale" bgcolor="#FFFFFF" allowscriptaccess="always" quality="high" flashvars="bgColor=FFFFFF&amp;file=http://static.videoegg.com/ted/movies/LARRYBRILLIANT_high.flv&amp;autoPlay=false&amp;fullscreenURL=http://static.videoegg.com/ted/flash/fullscreen.html&amp;forcePlay=false&amp;logo=&amp;allowFullscreen=true" align="middle"></embed></object></div>
<p>&nbsp;</p>
<div class="links_ticker">
<strong>Mehr:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://blog.wired.com/wiredscience/2008/10/googleorg-offer.html">Google.Org Spends $14 Million to Battle Pandemics | Wired Science</a></li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr width="100%" size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a href="http://www.technorati.com/tag/Google" class="invisible" rel="tag">Google</a><br />
<a href="http://www.technorati.com/tag/Seuchen" class="invisible" rel="tag">Seuchen</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ratiopharm-Akte: Die pharmazeutische Landschaftspflege von Ratiopharm</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 17:30:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Pharmabranche ist ein Geschäft wie jedes andere: man muß seine Produkte an den Mann oder die Frau bringen. Fast egal um welchen Preis. Wer Skrupel hat, der hat das Nachsehen. Moral, Fairness, Transparenz &#8211; das sind eher Fremdworte in Kreisen von Pharmareferenten, die zu Zigtausenden in der Republik unterwegs sind, um bei Ärzten und ... <a title="Ratiopharm-Akte: Die pharmazeutische Landschaftspflege von Ratiopharm" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/" aria-label="Mehr Informationen über Ratiopharm-Akte: Die pharmazeutische Landschaftspflege von Ratiopharm">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/">Ratiopharm-Akte: Die pharmazeutische Landschaftspflege von Ratiopharm</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Gelddose_200.jpg" style="margin-left: 8px; margin-bottom: 4px; border: 0px;" alt="Gelddose_200"  width="200" height="227" class="alignright size-full wp-image-1275" /><strong>Die Pharmabranche ist ein Geschäft wie jedes andere: man muß seine Produkte an den Mann oder die Frau bringen. Fast egal um welchen Preis. Wer Skrupel hat, der hat das Nachsehen. Moral, Fairness, Transparenz &#8211; das sind eher Fremdworte in Kreisen von Pharmareferenten, die zu Zigtausenden in der Republik unterwegs sind, um bei Ärzten und Apothekern für ihre Medikamente zu werben. Nun ist im Internet der Ermittlungsbericht zu den Praktiken von Ratiopharm aufgetaucht, der einen interessanten Einblick in dieses Geschäft gibt.</strong></p>
<p>Es ist eigentlich ganz egal, ob es um den Verkauf von billigen Nachahmerpräparaten (Generika) oder den meist überteuerten Originalmedikamenten geht: die Pharmafirmen sind darauf angewiesen, daß die Ärzte genau ihr Medikament auf den Rezeptblock schreiben. Und dafür muß man die Ärzte bei Laune halten. Das beginnt mit den bekannten Gratis-Medikamenten, geht weiter mit den Einladungen zu Fortbildungskursen, die in besonders exklusiven Hotels stattfinden und reicht bis zu Gutscheinen und Geschenken. </p>
<h4><span class="pullquote">Oberste Pflicht der Außendienstmitarbeiter: Die Ärzte bei Laune halten und zu Verschreibungen &#8222;verpflichten&#8220;.</span></h4>
<p>Der Generika-Platzhirsch Ratiopharm hat sich ab Ende der 90er Jahre besonders intensiv um die niedergelassenen Ärzte bemüht. Das hatte bereits 2005 der stern-Journalist Markus Grill recherchiert. Nun sind die Ermittlungsakten auf der Website von wikileaks einsehbar. Spannende Lektüre für alle, die wissen wollen, wie es in der Szene zugeht. </p>
<p><strong>Erbitterte Konkurrenz unter den Generika-Herstellern</strong></p>
<p>Ratiopharm hat sich mit pfiffig-penetranter Werbung seit langem als Hersteller von preiswerten Medikamenten positioniert. Bei näherem Hinsehen fällt freilich auf, daß die ratiopharm-Pillen gar nicht immer so unschlagbar günstig sind. Stada, Hexal und Co. sind teilweise günstiger. Umso wichtiger, daß die Ärzte und Apotheker dennoch irgendwas von ratiopharm verschreiben oder über die Ladentheke schieben. </p>
<h4><span class="pullquote_left">Die Pharmareferenten stehen selbst unter Druck. Letztlich entscheidet, wer die Ärzte auf raffinierte Weise &#8222;kaufen&#8220; kann..</span></h4>
<p>Um eine möglichst hohe Verschreibungsquote zu erzielen und die Konkurrenz abzuhängen, tingeln die Außendienstmitarbeiter übers Land. Die werden &#8211; wie man in den Akten nachlesen kann &#8211; speziell geschult, um Ärzte zu locken.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/#footnote_0_1267" id="identifier_0_1267" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zum Einstieg sollen die Vertreter etwa mit folgendem Satz beginnen: &bdquo;Was halten Sie davon, wenn ich Ihre Bem&uuml;hungen von Mehrverordnungen honorieren w&uuml;rde.&ldquo; S. 63">1</a> Und sie stehen selbst unter enormem Erfolgsdruck. Sicher kein leichter Job mit diesen &#8222;zickigen&#8220; Ärzten. Sonnenklar ist für die ratiopharm-Leitung offenbar, daß man die Ärzte &#8222;kaufen&#8220; muß:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Aerzte_kaufen_61.jpg" alt="Ratiopharm_Aerzte_kaufen_61"  width="580" height="99" class="aligncenter size-full wp-image-1269" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Aerzte_kaufen_61.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Aerzte_kaufen_61-400x68.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></p>
<p>Und die passenden Argumente für die Mediziner sind ganz offensichtlich idealerweise finanzieller Natur. Wer besonders fleißig ratiopharm-Medikamente verschrieb, wurde mit 2,5% am Verkaufspreis beteiligt. Als man 2004 etwa den Cholesterinsenker &#8222;Pravastatin&#8220; in den Markt drücken wollte, lockte man die Mediziner mit Honorarversprechungen für jede neue Verschreibung. 10 Patienten, die ein Arzt neu auf Pravastatin umstellte, wurden mit 100,- Euro entlohnt. </p>
<p><a href="http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/geld-und-geschenke-fuer-aerzte-413892/">In der Wirtschaftswoche ist zu lesen</a>, daß die Ermittler für die Jahre 2000-2005 davon ausgehen, daß ratiopharm auf diese Weise rund 1,7 Millionen Euro auszahlte.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/#footnote_1_1267" id="identifier_1_1267" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zitat: &bdquo;Nach den Erkenntnissen der Fahnder k&ouml;nnten sich die Zahlungen an die &Auml;rzte in den Jahren 2000 bis 2005 auf rund 1,7 Millionen Euro summieren. Ermittlungen laufen noch.&ldquo;">2</a> </p>
<p>Aber auch gegenüber anderen netten Gesten zeigen sich die Ärzte aufgeschlossen. Espresso-Maschinen eines noblen Schweizer-Herstellers wurden an besonders kooperative Praxen verteilt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/#footnote_2_1267" id="identifier_2_1267" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;Sehr geehrte Damen und Herren, es sind noch 433 St&uuml;ck Espressomaschinen vorhanden. Sie haben nun die M&ouml;glichkeit, maximal drei Espressomaschinen anzufordern. Bitte kn&uuml;pfen Sie die Abgabe der hochwertigen Espressomaschine an ein Verordnungsversprechen! Wir gr&uuml;&szlig;en Sie sehr herzlich aus Ulm.&ldquo; S. 52">3</a></p>
<p><img decoding="async" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Espressomaschinen_52.jpg" alt="Ratiopharm_Espressomaschinen_52"  width="580" height="247" class="aligncenter size-full wp-image-1270" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Espressomaschinen_52.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Espressomaschinen_52-400x170.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></p>
<p>Und Ärzte, die schon eine Espressomaschine haben, die werden kurzerhand mit ihrer gesamten Praxis zum Essen eingeladen. Auf Ratiopharm-Kosten selbstverständlich. Abgerechnet wurden solche Maßnahmen als <em>&#8222;Fortbildungsmaßnahme für Ärzte nebst Personal&#8220;</em>. Ist ja auch kaum gemogelt. </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Praxisessen_51.jpg" alt="Ratiopharm_Praxisessen_51"  width="580" height="121" class="aligncenter size-full wp-image-1271" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Praxisessen_51.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Ratiopharm_Praxisessen_51-400x83.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></p>
<p>Die Ermittlungsakte vermittelt auf 96 Seiten einen hübschen Eindruck, was in der Branche üblich ist. Man sollte sich freilich keine Illusionen machen: auch die Mitbewerber von Ratiopharm dürften mit ähnlichen Mitteln versuchen, das Verschreibungsverhalten der Ärzte zu ihren Gunsten zu beeinflußen. </p>
<div class="links_ticker">
<strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li>Grill, Markus: <a href="http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/ratiopharm-der-pharma-skandal-567258.html">Ratiopharm: Der Pharmaskandal</a>, 8.8.2005, stern</li>
<li>Ermittlungsbericht im ratiopharm-Fall (<a href="http://88.80.16.63/leak/ratiopharm-sta-ulm.pdf">PDF</a>)</li>
</ul>
<p><strong>Literaturempfehlungen:</strong></p>
<ul>
<li>Grill, Markus (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3498025090?ie=UTF8&#038;tag=werkstatt-21&#038;link_code=as3&#038;camp=2514&#038;creative=9386&#038;creativeASIN=3498025090">Kranke Geschäfte. Wie die Pharmaindustrie uns manipuliert</a>. Rowohlt.</li>
<li>Law, Jacky (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3491360013?ie=UTF8&#038;tag=werkstatt-21&#038;link_code=as3&#038;camp=2514&#038;creative=9386&#038;creativeASIN=3491360013">Big Pharma. Das internationale Geschäft mit der Krankheit</a>. Patmos.</li>
<li>Virapen, John (2008): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3000260846?ie=UTF8&#038;tag=wwwleichtathl-21&#038;link_code=as3&#038;camp=2514&#038;creative=9386&#038;creativeASIN=3000260846">Nebenwirkung Tod. Korruption in der Pharma-Industrie</a>. Ein Ex-Manager packt aus.</li>
</ul>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1267" class="footnote">Zum Einstieg sollen die Vertreter etwa mit folgendem Satz beginnen: &#8222;Was halten Sie davon, wenn ich Ihre Bemühungen von Mehrverordnungen honorieren würde.&#8220; S. 63</li><li id="footnote_1_1267" class="footnote">Zitat: &#8222;Nach den Erkenntnissen der Fahnder könnten sich die Zahlungen an die Ärzte in den Jahren 2000 bis 2005 auf rund 1,7 Millionen Euro summieren. Ermittlungen laufen noch.&#8220;</li><li id="footnote_2_1267" class="footnote">&#8222;Sehr geehrte Damen und Herren, es sind noch 433 Stück Espressomaschinen vorhanden. Sie haben nun die Möglichkeit, maximal drei Espressomaschinen anzufordern. Bitte knüpfen Sie die Abgabe der hochwertigen Espressomaschine an ein Verordnungsversprechen! Wir grüßen Sie sehr herzlich aus Ulm.&#8220; S. 52</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/ratiopharm-akte-die-pharmazeutische-landschaftspflege-von-ratiopharm/">Ratiopharm-Akte: Die pharmazeutische Landschaftspflege von Ratiopharm</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verführungen: Wie Süßigkeiten unser Kaufverhalten beeinflußen</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 17:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungsverhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Neuro-Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Daß wir uns allzu leicht durch Süßigkeiten (egal ob durch ein Stückchen Schokolade oder die leckere Torte) verführen lassen, ist keine weltbewegende Erkenntnis. Interessant ist aber, daß unser Urteilsvermögen &#8211; wenn es etwa um die Frage geht, ob Produkte ihren Preis wert sind &#8211; sich schon allein dadurch verändert, ob wir kurz davor &#8222;genascht&#8220; haben. ... <a title="Verführungen: Wie Süßigkeiten unser Kaufverhalten beeinflußen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/" aria-label="Mehr Informationen über Verführungen: Wie Süßigkeiten unser Kaufverhalten beeinflußen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/">Verführungen: Wie Süßigkeiten unser Kaufverhalten beeinflußen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-1159" style="margin-left: 8px; margin-bottom: 4px; border: 0px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/08/Verführung.jpg" alt="Verführung" width="240" height="160" /><strong>Daß wir uns allzu leicht durch Süßigkeiten (egal ob durch ein Stückchen Schokolade oder die leckere Torte) verführen lassen, ist keine weltbewegende Erkenntnis. Interessant ist aber, daß unser Urteilsvermögen &#8211; wenn es etwa um die Frage geht, ob Produkte ihren Preis wert sind &#8211; sich schon allein dadurch verändert, ob wir kurz davor &#8222;genascht&#8220; haben. Eine kleines Experiment von Forschern der Zeppelin-Universität Friedrichshafen illustriert, wie leicht wir uns verführen lassen.<br />
</strong></p>
<p>Wenn wir das nächste Mal zum Einkaufsbummel starten und uns der überfreundliche Ladenbesitzer einen kleinen Schokoriegel oder eine Tasse Kaffee anbietet, dann sollten wir skeptisch sein. Denn vielleicht hat der Geschäftsmann ja von der kleinen Studie erfahren, die Prof. Peter Kenning (<a href="http://www.zeppelin-university.de/frameblast_de.php?url=/deutsch/lehrstuehle/marketing/marketing_team.php">Marketing-Lehrstuhl der Zeppelin-Uni</a>) durchgeführt hat. Deren Ergebnis: unser Preisempfinden korreliert mit der Einnahme von Zucker.</p>
<h4><span class="pullquote">Wenn wir zuvor Süßigkeiten genascht haben, halten wir auch höhere Preise für angemessen.</span></h4>
<p>In ihrer Testreihe haben die Wissenschaftler ihre Probanden Zuckerwaser trinken lassen und sie im Anschluß daran aufgefordert, bestimmte Produktpreise zu bewerten. Die Versuchspersonen sollten angeben, ob sie die Preise als fair oder unfair einstufen. Und im Falle, daß sie die Artikel für überteuert hielten, sollten sie einen angemessenen Preis beziffern.</p>
<p>Der Effekt &#8211; so ist in der Pressemitteilung zu lesen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/#footnote_0_1156" id="identifier_0_1156" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Ergebnisse sind &ndash; soweit ich sehe &ndash; leider noch nicht publiziert.">1</a> &#8211; war mehr als eindeutig: die Gruppe, die das gesüßte Wasser getrunken hatte, stimmte zum einen signifikant öfter dem vorgeschlagenen Preis zu. Und bei den eigenen Preisvorschlägen lag sie durchweg höher als die Vergleichsgruppen. Die Wissenschaftler selbst waren davon überrascht:</p>
<blockquote><p>&#8222;Es war deutlich zu erkennen, dass die Experimentalgruppe die zu bewertenden Produktpreise anders beurteilte als beide Kontrollgruppen – dass wir mit unserer Vermutung hier einen so starken Effekt erzielen konnten, ist auch für uns ein wenig überraschend.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wobei es so wahnsinnig überraschend dann doch nicht ist, daß wir uns durch die Zuckerzufuhr beeinflußen lassen &#8211; bemerkenswert ist wohl eher die Eindeutigkeit des Effekts. </p>
<p>Denn daß unser Gehirn eine verhängnisvolle Beziehung zum Zucker bzw. der Glukose hat, ist bekannt. Unser Denkorgan hat ja geradezu einen Heißhunger nach dem süßen Zeug als Energielieferant.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/#footnote_1_1156" id="identifier_1_1156" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erwachsene Menschen nehmen t&auml;glich etwa 160g Glukose auf, davon verbraucht das Gehirn rund 120g.">2</a> Außerdem wirft der Genuß von Süßigkeiten natürlich das ganze Belohnungssystem an: bereits über die Geschmacksnerven auf der Zunge wird die Bildung von Betaendorphinen angeregt, das Wohlfühlhormon Dopamin wird ebenso ausgeschüttet.</p>
<p>Kurz: wenn wir Süßigkeiten konsumieren, dann fühlen wir uns gut. Das ist kein Geheimnis. Interessant ist eben, daß wir in dieser Stimmung auch weniger preiskritisch sind. Aber die Praktiker unter den Geschäftsleuten haben das vermutlich sowieso schon lange gewußt: Mr. Ikea beispielsweise. Ingvar Kamprad richtete nicht umsonst bereits in den 70er Jahren die Schweden-Shops und Bistros in seinen IKEA-Läden ein und erklärte: <em>„Hungrige Mägen kaufen keine Möbel.“</em><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/#footnote_2_1156" id="identifier_2_1156" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="in: R&uuml;diger Jungbluth: Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolgs, Campus. 2006. S. 192.">3</a>  Er hatte ja ganz offenbar recht damit&#8230;</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li><a href="http://derstandard.at/fs//1246544000574/Unerwuenschte-Nebenwirkung-Vor-Preisverhandlungen-besser-nichts-Suesses-konsumieren">Vor Preisverhandlungen besser nichts Süßes konsumieren</a>, Der Standard, 7.8.2009</li>
</ul>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1156" class="footnote">Die Ergebnisse sind &#8211; soweit ich sehe &#8211; leider noch nicht publiziert.</li><li id="footnote_1_1156" class="footnote">Erwachsene Menschen nehmen täglich etwa 160g Glukose auf, davon verbraucht das Gehirn rund 120g.</li><li id="footnote_2_1156" class="footnote">in: Rüdiger Jungbluth: Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolgs, Campus. 2006. S. 192.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/08/verfuhrungen-wie-susigkeiten-unser-kaufverhalten-beeinflusen/">Verführungen: Wie Süßigkeiten unser Kaufverhalten beeinflußen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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