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	<title>Web 2.0 Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Web 2.0 Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 May 2013 21:50:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe einen Verdacht: Bloggende Wissenschaftler gehören zu einer ganz besonderen Spezies. Klar, sie bloggen. Bereits das unterscheidet sie von ihren &#8222;normalem&#8220; Kollegen. Aber ich habe das Gefühl, daß es weitere Unterschiede gibt. Denn unter den bloggenden Wissenschaftlern, die ich kenne, gibt es ziemlich viele, die darüber hinaus noch jede Menge anderer Talente haben. Zum ... <a title="Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/" aria-label="Mehr Informationen über Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/">Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich habe einen Verdacht: Bloggende Wissenschaftler gehören zu einer ganz besonderen Spezies. Klar, sie bloggen. Bereits das unterscheidet sie von ihren &#8222;normalem&#8220; Kollegen. Aber ich habe das Gefühl, daß es weitere Unterschiede gibt. Denn unter den bloggenden Wissenschaftlern, die ich kenne, gibt es ziemlich viele, die darüber hinaus noch jede Menge anderer Talente haben. Zum Beispiel das Schreiben von Kriminalromanen. Oder das Programmieren von raffinierten Tools, um interessante Fachliteratur zu entdecken. Wie eben Annelie Wendeberg oder Tobias Maier.</strong></p>
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2013/05/recently-2013a.png"><img decoding="async" class="alignright wp-image-2971 size-thumbnail" style="border: 0px none;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2013/05/recently-2013a-180x180.png" alt="Recently - Never miss a relevant paper again" width="180" height="180" /></a></p>
<p class="zwischenueberschrift">Navigation durch den wissenschaftlichen Paper-Dschungel: Recently</p>
<p><span class="initial_klein">T</span>obias Maier kenne ich ja schon seit einigen Jahren als Scienceblogger mit <a  href="http://scienceblogs.de/weitergen">WeiterGen</a> und ich habe Tobias auch einige Male getroffen. Von seinem neuesten Projekt habe ich allerdings auch erst vor wenigen Tagen in seinem Blog erfahren: Tobias hat zusammen mit Thasso Griebel eine App gebastelt, die Wissenschaftlern dabei helfen soll, interessante Paper zu entdecken. <a  href="http://scienceblogs.de/weitergen/2013/05/recently-einfach-mal-den-uberblick-behalten/">Tobias schreibt:</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Die Datenbank Pubmed, in der Veröffentlichungen aus den Lebenswissenschaften archiviert werden, hat aktuell mehr als zwanzig Millionen Publikationen gespeichert. Jeden Tag kommen über 2500 neue Papers dazu. Natürlich ist nur ein Bruchteil davon wirklich relevant für die eigene Forschung.<br />
Nur: Wie finde ich den? Wie verpasse ich keine wichtigen Veröffentlichungen? Und wie werde ich das schlechte Gewissen los, nie genug Papers zu lesen?&#8220;</p></blockquote>
<p>Und genau hier setzt <a  href="http://recentlyapp.com/">Recently</a> an. Die Nutzer können zum Start einige Artikel angeben, die für sie persönlich relevant sind. Und auf dieser Basis schlägt die App weitere thematisch passende Artikel vor. Und die können dann entweder &#8222;geliked&#8220; werden oder auch als irrelevant markiert werden. Die App &#8211; so das Ziel &#8211; lernt dann immer mehr dazu und präsentiert im Verlauf immer bessere, für den Nutzer wertvollere Artikel.</p>
<p>Ich habe Recently selbst noch nicht getestet, da es (zunächst) eben auch auf dem Pubmed-Datensatz aufbaut und ich insofern schlecht beurteilen könnte, ob für mich spannende Artikel vorgeschlagen werden. Was ich aber so aus dem Feedback rauslese, was Tobias z.B. in seinem Blog bekommt, so scheint Recently ziemlich vielversprechend zu sein. Wer also im Feld der Lebenswissenschaften aktiv ist, der sollte Recently dringend ausprobieren.</p>
<p>(Mehr Infos bieten auch die <a  href="http://recentlyapp.com/about/">Recently-FAQs</a> und ein <a  href="http://www.openscienceradio.de/podcast/osr011-mit-recently-keine-papers-mehr-verpassen/">Interview, das Matthias Fromm mit Tobias geführt hat</a>.)</p>
<ul>
<li><a  href="http://scienceblogs.de/weitergen/2013/05/recently-einfach-mal-den-uberblick-behalten/">Artikel mit Hintergrundinfos zum Start von Recently</a> (14.5.2013)</li>
<li><a  href="http://recentlyapp.com/">Recently &#8211; Never miss a relevant paper again</a></li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift">Mein neues Lieblingsblog: Sciencezest</p>
<p><span class="initial_klein">O</span>.k., das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben. &#8222;Lieblingsblog&#8220;&#8230; es gibt so viele gute Wissenschaftsblogs, denen ich natürlich auch weiter die Treue halte, aber ich habe zumindest ein weiteres Blog in meiner Favoritenliste ergänzt. Es ist das Blog von Annelie Wendeberg, die vor wenigen Tagen bei den Scilogs gestartet ist.</p>
<p>Dabei ist Annelie allerdings kein Blog-Neuling. Sie hat schon letztes Jahr in ihrem &#8222;<a  href="http://blog.lvz-online.de/microblog/">Microblog</a>&#8220; wunderbare Texte geschrieben. Nebenbei ist die Umweltbiologin noch Gruppenleiterin am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und schreibt (die Frau ist offensichtlich nicht ausgelastet!) auch noch <a  href="http://www.kronbergcrimes.com/">Kriminalromane.</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/#footnote_0_2960" id="identifier_0_2960" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und Familie samt Haus und Kind hat sie ja auch noch. :-) ">1</a></p>
<p>Für die Krimis habe ich keine Zeit, aber ihr Blog lese ich bestimmt. <a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sciencezest/allgemein/2013-05-23/hilfe-bakterien">Zum Start verrät Annelie etwas über Motivation</a> und bei solchen Sätzen kann ich doch nur 100% zustimmen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Unsere teuer erforschten Erkenntnisse ausschließlich in Fachzeitschriften zu verbreiten ist reine Gehirnmasturbation. Das ist ein hartes Wort. Trotzdem. Wissenschaftliche Publikationen nützen erstmal nur einem selbst &#8211; man wird zitiert, vom Kollegium beweihräuchert, der Chef freut sich. Doch wer außer uns Spezialisten liest das Zeug? (&#8230;) Wir Wissenschaftler schaffen Wissen. Tun wir das nur für den exklusiven Kreis der Bildungselite, haben wir unser Ziel verfehlt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Dem ist wenig hinzuzufügen, oder? Deshalb: lest doch mal bei Annelie rein. :-)</p>
<ul>
<li>Annelie Wendeberg: <a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sciencezest/allgemein/2013-05-23/hilfe-bakterien">Hilfe! Bakterien!</a>, 1. Blogposting bei Sciencezest, 23.5.2013</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2960" class="footnote">Und Familie samt Haus und Kind hat sie ja auch noch. :-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/05/kriminalschriftstellernde-umweltbiologinnen-und-app-bastelnde-molekularbiologen/">Kriminalschriftstellernde Umweltbiologinnen und app-bastelnde Molekularbiologen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 12:33:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wo findet Wissenschaft statt, was sind ihre Themen und wozu ist das alles gut? Wer Antworten auf solche und ähnliche Fragen sucht, dem sei &#8222;DFG Science TV&#8220; empfohlen. Auf diesem neuen Online-Wissenschafts-Portal präsentiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zehn außergewöhnliche Forschungsprojekte, die illustrieren, daß Wissenschaft eine hochspannende Angelegenheit ist. Wenn Wissenschaft bzw. wissenschaftliche Institutionen versuchen, sich ... <a title="Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/" aria-label="Mehr Informationen über Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wo findet Wissenschaft statt, was sind ihre Themen und wozu ist das alles gut? Wer Antworten auf solche und ähnliche Fragen sucht, dem sei &#8222;<a href="http://www.dfg-science-tv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DFG Science TV</a>&#8220; empfohlen. Auf diesem neuen Online-Wissenschafts-Portal präsentiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zehn außergewöhnliche Forschungsprojekte, die illustrieren, daß Wissenschaft eine hochspannende Angelegenheit ist. </strong></p>
<p>Wenn Wissenschaft bzw. wissenschaftliche Institutionen versuchen, sich  und ihre Arbeit gegenüber der interessierten Öffentlichkeit darzustellen, dann wirkt das häufig etwas bemüht und unbeholfen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_0_260" id="identifier_0_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Klar, Wissenschaftler m&uuml;ssen exzellente Forscher sein, das Talent zur &Ouml;ffentlichkeitsarbeit in eigener Sache ist gl&uuml;cklicherweise (noch?) sekund&auml;r.">1</a> Ganz anders im Fall des diese Woche gestarteten Projekts, das auf den Namen &#8222;DFG Science TV&#8220; hört.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_1_260" id="identifier_1_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber den Titel k&ouml;nnte man allerdings streiten. Wirklich pfiffig ist er nicht&hellip;">2</a> Die Website ist ansprechend und professionell gestaltet. An der Übersichtlichkeit und der selbsterklärenden Navigationsstruktur gibt es nichts zu bemängeln.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_2_260" id="identifier_2_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch andere Wissenschaftsblogger haben bereits auf den Start von &bdquo;DFG Science TV&ldquo; hingewiesen. So etwa der Fischblog, Sciblog und Scienceblogs.">3</a></p>
<h4><span class="pullquote_left">&#8222;DFG Science TV&#8220; ist kein weiteres Forscher-Youtube. Die Wissenschaftsstorys sind hochprofessionell gefilmt, in handliche Episoden verpackt und sollen neugierig machen&#8230;</span></h4>
<p>Die Besonderheit an der Sache ist allerdings, daß es sich <em>nicht</em> um ein beliebiges Forschungs-Video-Portal handelt, auf dem Wissenschaftler in kurzen Filmchen ihre Arbeit erklären.</p>
<p>Das DFG-Projekt kann mit einer durchaus raffinierten Idee punkten: die zehn ausgewählten Forscherteams werden nämlich nicht in einem Stück, sondern häppchenweise vorgestellt. Jede Woche gibt es ein dreiminütiges Kurzvideo, das aber jeweils nur einen Teil der ganzen Geschichte darstellt. Woche für Woche gibt es also eine Episode der Wissenschaftsstory zu sehen, die sich dann sukzessive in den nächsten zwölf Wochen entfaltet. Es sollen also ganz bewußt Geschichten erzählt werden und so soll auch sichtbar werden, daß es sich bei Wissenschaft um einen (Erkenntis-)Prozeß handelt.</p>
<p>Mir gefällt diese Idee ehrlicherweise sehr gut und die Umsetzung ist durchaus ansprechend. Wenn man sich einige der Filme ansieht, so merkt man freilich, daß das Angebot v.a. auf Jugendliche zugeschnitten ist. (Aber auch Zeitgenossen jenseits des Teenageralters kommen auf ihre Kosten!)</p>
<p>Und in der Pressemitteilung zum Start steht auch :</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir brauchen das Interesse junger Leute, um den wissenschaftlichen Nachwuchs sicherzustellen&#8220;, erläutert DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner. &#8222;Wir müssen neue Wege gehen, um zu vermitteln: Forschung ist spannend.&#8220;</p></blockquote>
<p>Kein Wunder, daß sich bei dieser Zielsetzung die vertretenen Projekte vornehmlich aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften rekrutieren. Das reicht von <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/beton-light.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftlern der TU Dresden</a>, denen die Kamera dabei zugeschaut hat, wie sie an einem Verbundstoff aus Glasfasern und Beton tüfteln bis zur Arbeit der Teams der <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/bedrohter-bergwald.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschungsstation &#8222;Estación Científica San Francisco&#8220;</a>, die in den tropischen Bergregenwäldern Ecuadors nach Lösungen suchen, wie der Erhalt dieses Ökosystems mit den Bedürfnissen der Bevölkerung in Einklang gebracht werden kann.</p>
<p><strong>Auswahlkriterien: Nutzwert und Exotik?</strong></p>
<p><span class="pullquote">Wann ist Forschung &#8222;filmtauglich&#8220;? Offenbar ist es von Vorteil, wenn eine Portion Abenteuer und Fernweh  mit dabei sind. </span></p>
<p>Es wird schnell deutlich, daß die ausgewählten Projekte eines gemeinsam haben: sie zeichnen sich durch einen konkreten Problemlösungbezug aus und sie repräsentieren Wissenschaft von ihrer abenteuerlichsten, exotischsten Seite. Auf Nachfrage heißt es, daß die &#8222;Filmtauglichkeit&#8220; den Ausschlag dafür gab, welche Projekte präsentiert werden.</p>
<p>Das mag ich gar nicht in Abrede stellen, aber das Kriterium &#8222;filmtauglich&#8220; heißt ganz offenbar, daß Forschung genau dann vorzeigbar ist, wenn sie entweder in fernen Ländern stattfindet oder zumindest hierzulande Lösungen für drängende Probleme verspricht.</p>
<p>Das soll die Wichtigkeit der vertretenen Forschungsprojekte wirklich nicht in Abrede stellen, auffallend ist es dennoch, daß von zehn Wissenschaftlerteams gleich vier Stück im Ausland tätig sind, drei an drängenden gesellschaftlichen Problemen hierzulande arbeiten und zwei weitere Teams sich darum bemühen, wie man Robotern das Gehen oder das Ausräumen der Spülmaschine beibringt.</p>
<p><strong>Sind Kultur- und Geisteswissenschaftler nicht sexy genug?</strong></p>
<h4 class="pullquote">Spiegeln die dargestellten Projekte wirklich die Bandbreite der DFG-Forschung wider? Wissenschaftler, deren Arbeit keinen direkten Nutzwert abwirft, werden mit der Auswahl nicht ganz glücklich sein.</h4>
<p>Ich könnte mir vorstellen, daß innerhalb der DFG diese Auswahl durchaus Kritik findet. Denn ginge es nicht auch darum, tatsächlich die Bandbreite der Forschungslandschaft darzustellen? Ist es für eine filmische Aufbereitung vollkommen undenkbar, wenn sich etwa Historiker auf die Suche nach unseren kulturellen Wurzeln machen? Sind Linguisten, Kultur- und Gesellschaftswissenschaftler weniger sexy?</p>
<p>Daß Wissenschaft sich wünschenswerterweise durch einen handfesten gesellschaftlichen Nutzwert auszeichnet, wird den Zusehern von &#8222;Science TV&#8220; jedenfalls deutlich vermittelt. Die unzähligen Wissenschaftler, die in der Grundlagenforschung tätig sind und diejenigen, deren Arbeit einen weniger offensichtlichen Mehrwert abwirft, werden möglicherweise etwas mit der Auswahl hadern.</p>
<p><strong>Dennoch: spannende, sehenswerte Forschung</strong></p>
<p>Nichtsdestotrotz: die präsentierten Teams machen wirklich faszinierende Arbeit und es lohnt sich auf alle Fälle, die Projektwebsite zu besuchen. Dort kann man die kommenden Wochen dann mitverfolgen, wie etwa das <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/die-5-millionenstadt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projektteam &#8222;Megastädte&#8220; </a>unter der Regie von Prof. Dr. Frauke Kraas<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_3_260" id="identifier_3_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die seit 2000 als Professorin f&uuml;r Stadt- und Sozialgeographie an der Uni K&ouml;ln lehrt.">4</a> sich mit Fragen von Infrastruktur, Müll, Recycling oder den Machtverhältnissen in rasend schnell wachsenden Metropolen beschäftigt. Oder wie es auf der Website heißt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Forscherteam vom Geographischen Institut der Universität zu Köln untersucht in Zusammenarbeit mit KollegInnen weiterer deutscher und ausländischer Universitäten die drei  Megastädte Delhi in Indien, Dhaka in Bangladesh und Pearl River Delta in China. Sie beobachten, kartieren, analysieren und führen Interviews mit den Menschen auf den Straßen und besuchen sie in ihren Häusern und Hütten, um die rasante Entwicklung der Millionenstädte, deren Akteure und Regelhaftigkeiten zu verstehen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Genauso interessant, aber ebenfalls ein Beispiel dafür, welche Projekte ausgewählt wurden, ist das &#8222;German Apsara Conservation Project (GACP)&#8220;. Dahinter verbirgt sich das Team vom Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der FH Köln, das sich seit 1997 um die <a href="http://dfg-science-tv.de/projekte/tempelpflege.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Restaurierungsarbeiten des Weltkulturerbes &#8222;Angkor Wat&#8220;</a> bemüht. Aber auch alle anderen &#8222;Film-Tagebücher&#8220; sind einen Besuch wert.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.dfg-science-tv.de/"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-261" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/dfg-science-tv.jpg" alt="dfg-science-tv" width="500" height="801" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/dfg-science-tv.jpg 550w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/dfg-science-tv-249x400.jpg 249w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a></p>
<p><strong>Und wo bleibt das Web 2.0?</strong></p>
<p>Um es nochmal zu verdeutlichen: die Idee ist klasse, die Umsetzung professionell. Es dürfte auch nicht ganz billig gewesen sein, dieses Projekt zu stemmen. Insofern ein großes Kompliment an die Beteiligten. Zur eigenwilligen Auswahl der Teams, habe ich ja bereits etwas angemerkt und denke, daß in dem Zusammenhang auch DFG-intern Kritik laut werden wird.</p>
<p>Auffallend ist natürlich auch, daß solche Komponenten, die üblicherweise unter dem Etikett &#8222;Web 2.0&#8220; gebündelt werden, fast gänzlich fehlen. Das Format basiert fast vollständig auf der konventionellen Web1.0-Logik. Es gibt ein (gut gemachtes) Angebot und es gibt Rezipienten, die sich günstigstenfalls dafür interessieren. Abgesehen von der Möglichkeit die einzelnen Episodenfilme auf einer Skala von 1-5 zu bewerten, gibt es aber keine Feedback- oder Mitmachmöglichkeit.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_4_260" id="identifier_4_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was ja auch bei anderen Wissenschaftskommunikations-Versuchen, selbst wenn sie &bdquo;Blog&ldquo; hei&szlig;en, nicht selbstverst&auml;ndlich ist.">5</a></p>
<p class="pullquote_left">Schade, daß man der Zielgruppe, den &#8222;digital natives&#8220;, nicht größeres Vertrauen entgegenbringt. Leider basiert das Portal zu 100% auf der Web-1.0-Logik.</p>
<p>Ich bin darüber fast etwas erstaunt, denn die anvisierte Zielgruppe<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_5_260" id="identifier_5_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es wird ja nicht verheimlicht, da&szlig; es u.a. darum geht junge Erwachsene eventuell f&uuml;r ein Studium zu begeistern&hellip;">6</a> sind doch just die &#8222;digital natives&#8220;, für die Blogs, RSS oder das Einbinden von Videos in die eigene Website nicht fremd ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_6_260" id="identifier_6_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gerade die Inhalte und Videos w&uuml;rden sich im Web2.0-Kontext f&uuml;r spannende, qualitativ hochwertige Mash-Ups eignen.">7</a></p>
<p>Auf meine Anfrage, weshalb solche Features nicht berücksichtigt wurden, erhielt ich die Antwort, daß sowohl das zur Verfügung stellen von &#8222;Embedding-Codes&#8220;, als auch RSS aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_7_260" id="identifier_7_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Warum lassen sich solche Portale nicht auch unter einer CC_Lizenz durchf&uuml;hren?">8</a> Außerdem vertritt man offenbar die Ansicht, daß die Inhalte nur im Kontext der Website verständlich und sinnvoll sind. Was zu befürchten gewesen wäre, wenn einige Wissenschaftsblogger solche Videos integriert hätten, weiß ich allerdings nicht&#8230;</p>
<p><strong>Blogs sind vor allem Arbeit?!</strong></p>
<p>Die Tatsache freilich, daß man keine Möglichkeit bietet, auf der Website oder in einzelnen &#8222;Projektblogs&#8220; direkt mit den Forschern in Kontakt zu treten, finde ich ebenso bedauerlich. Die Auskunft, weshalb hier kein Dialog, sondern nur die Einbahnstraße gewählt wurde, lautet:</p>
<blockquote><p>&#8222;Zusätzlich ist der Aufwand schon für die Filme immens [&#8230;] und wir konnten noch nicht absehen, ob Blogs oder ähnliches für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überhaupt zeitlich noch in Frage kommen &#8211; schließlich forschen diese Menschen als Allererstes einmal.&#8220;</p></blockquote>
<p>Diese Antwort<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/#footnote_8_260" id="identifier_8_260" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Besten Dank f&uuml;r die nette Antwort an das Projektteam/&Ouml;ffentlichkeitsarbeit der DFG.">9</a> ist in meinen Augen v.a. eines: sie ist ehrlich. Kurzsichtig und ein wenig unverständlich finde ich es dennoch. Denn man betreibt ja bereits einen enormen Aufwand, finanziell wie personell &#8211; nach Angaben des Tagesspiegel hat man sich das Portal 300.000 Euro kosten lassen. Und dann soll der Zusatzaufwand für &#8222;Projektblogs&#8220;, die ja zunächst mal nur drei Monate laufen sollen, den Rahmen sprengen?</p>
<p><span class="pullquote">Wäre der Aufwand für begleitende Blogs wirklich zu groß? Man investiert doch bereits viel Zeit und Geld&#8230;<br />
</span></p>
<p>Klar: Forscher sollen zuerst mal forschen, dafür werden sie bezahlt. Aber ich behaupte erstens, daß die einzelnen Teams ja bereits jede Menge Ressourcen investiert haben und zweitens, daß sie durch und in Blogs auch jede Menge positives Feedback bekommen könnten.</p>
<p>Einerseits Anerkennung und Dank für ihre Arbeit. Andererseits könnten die Forscher auch erleben, spüren, wahrnehmen, daß ihre Tätigkeit &#8222;ankommt&#8220;.</p>
<p>Schade, daß man in dieser Phase den Forschern (wie ich glaube aus Unkenntnis) die Möglichkeit nicht bietet, mit den interessierten Webpassanten da draußen in Kontakt zu treten. Es wäre für beide Seiten lehrreich. Und daß es (es handelt sich jeweils um Teams mit mehreren Mitarbeitern!) zuviel verlangt wäre, sich einmal am Tag 20 min. um Kommentare zu kümmern, kann mir niemand erzählen. Und dann gibt es ja immer noch die DFG-Redakteure, die hier betreuend, unterstützend, Fragen beantwortend, eingreifen könnten.</p>
<p>Vielleicht, liebe DFG, ja das beim nächsten Mal. Für den Anfang, ist die Website ganz gut, aber es besteht noch Luft, nach oben &#8211; das Web 2.0 bietet noch deutlich mehr Raum für spannende, interaktive Wissenschaftskommunikation.</p>
<hr size="1" />
<p><em>[Update: 16.00 Uhr]</em></p>
<p>Ich lese eben erst die Pressemitteilung zum Start von &#8222;DFG Science TV&#8220; und dort steht bzgl. der Motivation für das Projekt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Internet-Plattformen mit Bewegtbildern und den veränderten Nutzergewohnheiten vor allem junger Menschen entschloss sich die DFG, für das Internet geeignete Kurzfilme aus der Wissenschaft produzieren zu lassen und über eine eigene Plattform verfügbar zu machen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Umso erstaunlicher, daß man (da man offenbar von den &#8222;veränderten Nutzergewohnheiten [&#8230;] junger Menschen&#8220; Kenntnis hat) dennoch etwas halbherzig an die Sache herangeht.</p>
<p>Wie gesagt: ich wünsche dem Portal den nötigen Erfolg und vielleicht gibt es ja im Herbst eine Zweitauflage. Dann aber bitte mit den erwähnten Web2.0-Features. Falls Ihr, liebes DFG-Projektteam, dahingehend Beratung braucht: ich stehe gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. ;-)</p>
<div class="links"><em><strong>Website:</strong></em></p>
<li>Video-Forschungstagebücher: <a href="http://www.dfg-science-tv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DFG Science TV</a></li>
<p><em><strong>Pressemitteilung und Presseartikel:</strong></em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2008/presse_2008_15.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Science TV macht Forschung erlebbar</a>, DFG-Pressemitteilung Nr. 15</li>
<li>Warnecke, Tilmann: <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Science-TV;art304,2513657" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forscher als Fernsehstars</a>, Der Tagesspiegel, 16.4.2008</li>
</ul>
<p><em><strong>Eines der beteiligten Teams hat doch einen Blog:</strong></em></p>
<ul>
<li><a href="http://baublog.tu-dresden.de/index.php/20080415/wissenschaft-wird-ganz-neu-sichtbar-dfg-science-tv-startet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaft wird ganz neu sichtbar: DFG Science TV startet</a>, BauBlog TU Dresden</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Web+2.0">Web 2.0</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftskommunikation">Wissenschaftskommunikation</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/DFG+Science+TV">DFG Science TV</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_260" class="footnote">Klar, Wissenschaftler müssen exzellente Forscher sein, das Talent zur Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache ist glücklicherweise (noch?) sekundär.</li><li id="footnote_1_260" class="footnote">Über den Titel könnte man allerdings streiten. Wirklich pfiffig ist er nicht&#8230;</li><li id="footnote_2_260" class="footnote">Auch andere Wissenschaftsblogger haben bereits auf den Start von &#8222;DFG Science TV&#8220; hingewiesen. So etwa der <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/04/16/angetestet-dfg-science-tv-4053750" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fischblog</a>, <a href="http://www.sciblog.at/stories/25805/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sciblog</a> und <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/04/menschmaschine-auf-dfg-sciencetv.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs</a>.</li><li id="footnote_3_260" class="footnote">Die seit 2000 als Professorin für Stadt- und Sozialgeographie an der Uni Köln lehrt.</li><li id="footnote_4_260" class="footnote">Was ja auch <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/14/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei anderen Wissenschaftskommunikations-Versuchen</a>, selbst wenn sie &#8222;Blog&#8220; heißen, nicht selbstverständlich ist.</li><li id="footnote_5_260" class="footnote">Es wird ja nicht verheimlicht, daß es u.a. darum geht junge Erwachsene eventuell für ein Studium zu begeistern&#8230;</li><li id="footnote_6_260" class="footnote">Gerade die Inhalte und Videos würden sich im Web2.0-Kontext für spannende, qualitativ hochwertige Mash-Ups eignen.</li><li id="footnote_7_260" class="footnote">Warum lassen sich solche Portale nicht auch unter einer CC_Lizenz durchführen?</li><li id="footnote_8_260" class="footnote">Besten Dank für die nette Antwort an das Projektteam/Öffentlichkeitsarbeit der DFG.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/">Geschichten der Wissenschaft » &#8222;DFG Science TV&#8220; gefällt und verkennt doch das dialogische Potential des Web 2.0</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Wissenswerte Bremen: Über die Herausforderungen des Social Web für den Wissenschaftsjournalismus</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 16:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wissenswerte in Bremen dient ja immer auch der Standortbestimmung und Selbstvergewisserung des Wissenschaftsjournalismus. Was tun wir, wie tun wir es und welche Veränderungen zeichnen sich ab? Ganz klar, daß auch im diesjährigen Wissenswerte-Programm das Thema &#8222;Social Media&#8220; nicht fehlen durfte. Zur Podiumsdiskussion rund um die Frage, welche Konsequenzen der Erfolg von Facebook, Blogs, Twitter ... <a title="Wissenswerte Bremen: Über die Herausforderungen des Social Web für den Wissenschaftsjournalismus" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/" aria-label="Mehr Informationen über Wissenswerte Bremen: Über die Herausforderungen des Social Web für den Wissenschaftsjournalismus">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/">Wissenswerte Bremen: Über die Herausforderungen des Social Web für den Wissenschaftsjournalismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die <a href="http://www2.wissenswerte-bremen.de/">Wissenswerte</a> in Bremen dient ja immer auch der Standortbestimmung und Selbstvergewisserung des Wissenschaftsjournalismus. Was tun wir, wie tun wir es und welche Veränderungen zeichnen sich ab? Ganz klar, daß auch im diesjährigen Wissenswerte-Programm das Thema &#8222;Social Media&#8220; nicht fehlen durfte.</strong></p>
<p>Zur Podiumsdiskussion rund um die Frage, welche Konsequenzen der Erfolg von Facebook, Blogs, Twitter &amp; Co. für den Wissenschaftsjournalismus mit sich bringt, war ich netterweise schon irgendwann im Mai eingeladen worden. Meine kleine Einstiegspräsentation habe ich dann aber doch wieder mal sehr, sehr spät zusammengebastelt. Dafür konnte ich dann aber immerhin aktuelle Beispiele und Screenshots zeigen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/#footnote_0_1251" id="identifier_0_1251" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und das Austesten der Powerpoint-Alternative prezi hat sich auch gelohnt, es gab jedenfalls jede Menge positives und neugieriges Feedback.">1</a></p>
<p>Im Kern ging es mir um folgende Punkte:</p>
<p>Es sind in den letzten Jahren neue Akteure im Feld der Wissenschaftskommunikation aufgetreten. Nämlich Wissenschaftler, die sich in ihren Blogs oder mittels anderer Social-Media-Tools selbst zu Wort melden. Und diese bloggenden Forscher sind gekommen, um zu bleiben.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/#footnote_1_1251" id="identifier_1_1251" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Zahl der Journalisten, die glauben, da&szlig; diese &bdquo;Konkurrenz&ldquo; von alleine wieder verschwinden wird, hat inzwischen deutlich abgenommen.">2</a></p>
<p>Die Inhalte, die man allerdings in den Blogs der Wissenschaftler findet<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/#footnote_2_1251" id="identifier_2_1251" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich beziehe mich im wesentlichen auf Blogs, da ich nicht recht einsehe, da&szlig; ein twitternder Wissenschaftler oder ein Forscher mit Facebookprofil im journalistischen Revier &bdquo;wildert&ldquo;. Blogtexte k&ouml;nnen aber sehr wohl in Konkurrenz zu konventionell-journalistischen Angeboten treten.">3</a> sind nicht 1:1 vergleichbar mit dem Angebot, das man üblicherweise von der Wissenschaftsberichterstattung kennt. Ich habe deshalb &#8211; frei nach Max Weber &#8211; drei Idealtypen skizziert.</p>
<ul>
<li>Zunächst gibt es die Forschernotiz. Das sind kurze, wissenschaftliche Fingerübungen, die sich nicht darum scheren, ob der Sachverhalt wirklich einem größeren Publikum auch nur annähernd verständlich wird. Es geht vornehmlich um die Peers, die angesprochen werden.</li>
<li> Dann gibt es zweitens Texte, die ebenso gut in den Wissensressorts der Onlineportale zu lesen sein könnten. Das sind Artikel, bei denen sich die jeweiligen Blogger explizit um eine allgemeinverständliche Darstellung bemühen. Und bei solchen Texten stellt sich natürlich die Frage, weshalb man im Einzelfall noch die Artikel bei Spiegel, ZEIT, FAZ oder SZ lesen sollte, wenn man doch schon einen gut informierten Artikel eines &#8222;Experten&#8220; gelesen hat.</li>
<li>Und drittens gibt es natürlich Artikel, die man möglicherweise unter der Rubrik &#8222;Medienkritik&#8220; subsumieren könnte. Es sind die Blogpostings, in denen Schlampereien und Fehler der &#8222;Profis&#8220; aufgedeckt werden. Zuletzt konnte man das im Fall der Neurodermitis-Salbe &#8222;Regividerm&#8220; beobachten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/#footnote_3_1251" id="identifier_3_1251" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zun&auml;chst war in einer WDR-Doku die Geschichte eine angeblich hocheffektiven Salbe gegen Neurodermitis dargestellt worden, die von der Pharmalobby allerdings ignoriert werde. In Blogs &ndash; u.a. bei der Station&auml;ren Aufnahme &ndash; war man sofort mehr als irritiert und konnte binnen weniger Tage dutzende Ungereimtheiten auflisten. Das beginnt bei der haarstr&auml;ubend d&uuml;nnen Datenlage bzgl. der Wirksamkeit der Salbe und reicht bis zu eindeutigen Indizien f&uuml;r einen von langer Hand eingef&auml;delten PR-Coup.">4</a> Und solche Geschichten tun den Wissenschaftsjournalisten naturgemäß besonders weh. </li>
</ul>
<p>Einige meiner Thesen, die ich aus diesen Beobachtungen ableite, lassen sich in der Präsentation nachlesen. Wichtig ist mir bei allem aber folgender Punkt: es ist schlicht eine Tatsache, daß wissenschaftliche Blogs funktionieren. Sie sind einfach da und werden auch nicht einfach so wieder verschwinden. Allerdings heißt das aber nicht, daß der Wissenschaftsjournalismus damit prinzipiell obsolet würde. Bloggende Wissenschaftler sind eben keine Journalisten! Aber Journalisten sollten Wissenschaftsblogs ernstnehmen. Schon aus wohlverstandenem Eigeninteresse.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/#footnote_4_1251" id="identifier_4_1251" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Egal ob es nun um die Recherche geht oder ob man ggf. auf Kritik angemessen reagieren sollte.">5</a></p>
<p><object id="prezi_zmld4u7whvlz" name="prezi_zmld4u7whvlz" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" width="580" height="460"><param name="movie" value="http://prezi.com/bin/preziloader.swf"/><param name="allowfullscreen" value="true"/><param name="allowscriptaccess" value="always"/><param name="bgcolor" value="#ffffff"/><param name="flashvars" value="prezi_id=zmld4u7whvlz&amp;lock_to_path=1&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no"/><embed id="preziEmbed_zmld4u7whvlz" name="preziEmbed_zmld4u7whvlz" src="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="580" height="460" bgcolor="#ffffff" flashvars="prezi_id=zmld4u7whvlz&amp;lock_to_path=1&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no"></embed></object></p>
<p>Im Panel am Dienstagnachmittag wurde zunächst recht allgemein darüber diskutiert, was sich &#8222;klassische&#8220; Websites und Portale vom Web 2.0 abschauen können. Der Umgang mit Kommentatoren war hier das Hauptthema. <a href="http://medialdigital.de/">Ulrike Langer</a> wies auf die doch recht schleppend ablaufenden Lernprozesse hin und Jochen Wegner kündigte an, daß in naher Zukunft die Kommentarmöglichkeiten bei Focus-Online liberalisiert werden. Dann sollen auch Links in den Comments erlaubt sein. Man höre und staune.</p>
<p>Nachdem kurz das desolate Krisenmanagement von WDR und Co. bei der <a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/regividerm-die-studien-zur-wirksamkeit.php">Regividerm-Geschichte</a> angesprochen wurde, lenkte Annette Leßmöllmann das Gespräch auf Twitter,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/#footnote_5_1251" id="identifier_5_1251" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="F&uuml;r Jochen Wegner z&auml;hlt v.a. die Tatsache, da&szlig; man als Medienmacher im Ernstfall doch ein paar Minuten fr&uuml;her &uuml;ber bestimmte Ereignisse informiert ist. Andere nannten eher die sozialen Aspekte; das Networking per Twitter etc.">6</a> anschließend kam man auf die Blogerfahrungen &#8222;etablierter&#8220; Medienhäuser zu sprechen. Joachim Müller-Jung gab Einblicke in den Umgang der FAZ mit ihren Blogs und verriet, daß die anfängliche Euphorie zwar einer gewissen Ernüchterung gewichen sei, aber er persönlich den <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/planckton/default.aspx">Planckton-Blog</a> durchaus gerne nutze und sich schon dabei ertappt habe, daß er manche Themen im Blog ausführlich dargestellt, für den Printbereich aber &#8222;übersehen&#8220; habe. </p>
<h4><span class="pullquote">Wenn man schon Blogs als Quelle nutzt, dann setzt doch bitte auch einen Link!</h4>
<p></span></p>
<p>Zum Schluß kam man dann noch zu einer Frage, die ich persönlich für sehr spannend und diskussionswürdig halte, nämlich: Wie darf, soll oder muß man wissenschaftliche Blogs als Quelle für eigene Artikel nutzen? In meinen Augen ist es vollkommen klar: natürlich soll das Absurfen von wissenschaftlichen Blogs ein Teil der journalistischen Arbeit sein. Und wenn man dort Material und Anregungen findet, umso besser. Doch &#8211; und das muß noch in die Köpfe der Kollegen rein &#8211; wenn man sich schon auf Blogs als Quelle bezieht, dann gehört es auch dazu, daß man einen Link setzt. </p>
<p>Hier ist zu wünschen, daß sich manche Journalistenkollegen sich ein Vorbild an Joachim Müller-Jung nehmen. Der erklärte zum Schluß, daß er sich ganz selbstverständlich auch auf Statements von Wissenschaftlern in ihren Blogs beziehe; auf Stefan Rahmstorf in seiner &#8222;<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge">Klimalounge</a>&#8220; beispielsweise. So muß es sein. :-)</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1251" class="footnote">Und das Austesten der Powerpoint-Alternative <a href="http://www.prezi.de/">prezi</a> hat sich auch gelohnt, es gab jedenfalls jede Menge positives und neugieriges Feedback.</li><li id="footnote_1_1251" class="footnote">Die Zahl der Journalisten, die glauben, daß diese &#8222;Konkurrenz&#8220; von alleine wieder verschwinden wird, hat inzwischen deutlich abgenommen.</li><li id="footnote_2_1251" class="footnote">Ich beziehe mich im wesentlichen auf Blogs, da ich nicht recht einsehe, daß ein twitternder Wissenschaftler oder ein Forscher mit Facebookprofil im journalistischen Revier &#8222;wildert&#8220;. Blogtexte können aber sehr wohl in Konkurrenz zu konventionell-journalistischen Angeboten treten.</li><li id="footnote_3_1251" class="footnote">Zunächst war in einer WDR-Doku die Geschichte eine angeblich hocheffektiven Salbe gegen Neurodermitis dargestellt worden, die von der Pharmalobby allerdings ignoriert werde. In Blogs &#8211; u.a. <a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/">bei der Stationären Aufnahme</a> &#8211; war man sofort mehr als irritiert und konnte binnen weniger Tage dutzende Ungereimtheiten auflisten. Das beginnt bei der haarsträubend dünnen Datenlage bzgl. der Wirksamkeit der Salbe und reicht bis zu eindeutigen Indizien für einen von langer Hand eingefädelten PR-Coup.</li><li id="footnote_4_1251" class="footnote">Egal ob es nun um die Recherche geht oder ob man ggf. auf Kritik angemessen reagieren sollte.</li><li id="footnote_5_1251" class="footnote">Für Jochen Wegner zählt v.a. die Tatsache, daß man als Medienmacher im Ernstfall doch ein paar Minuten früher über bestimmte Ereignisse informiert ist. Andere nannten eher die sozialen Aspekte; das Networking per Twitter etc.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/wissenswerte-bremen-uber-die-herausforderungen-des-social-web-fur-den-wissenschaftsjournalismus/">Wissenswerte Bremen: Über die Herausforderungen des Social Web für den Wissenschaftsjournalismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wege aus der Nische: Was man von erfolgreichen Wissenschaftsblogs lernen kann</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 15:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Taufe, fromme Wünsche und anregende Beispiele wissenschaftlichen Bloggens. Das war so in etwa das Programm der Tagung “Weblogs in den Geisteswissenschaften”, die am vergangenen Freitag in München stattgefunden hat. Ich selbst habe in einem Vortrag skizziert, wodurch sich außergewöhnlich erfolgreiche und reichweitenstarke Wissenschaftsblogs auszeichnen. Es kann ja an einem solchen Tag nicht schaden, wenn ... <a title="Wege aus der Nische: Was man von erfolgreichen Wissenschaftsblogs lernen kann" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/" aria-label="Mehr Informationen über Wege aus der Nische: Was man von erfolgreichen Wissenschaftsblogs lernen kann">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/">Wege aus der Nische: Was man von erfolgreichen Wissenschaftsblogs lernen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Taufe, fromme Wünsche und anregende Beispiele wissenschaftlichen Bloggens. Das war so in etwa das Programm der <a href="http://redaktionsblog.hypotheses.org/136" >Tagung “Weblogs in den Geisteswissenschaften”</a>, die am vergangenen Freitag in München stattgefunden hat. Ich selbst habe in einem Vortrag skizziert, wodurch sich außergewöhnlich erfolgreiche und reichweitenstarke Wissenschaftsblogs auszeichnen. Es kann ja an einem solchen Tag nicht schaden, wenn man weiß, wie das Kraftfutter für den zarten Sproß angerührt werden könnte.</strong></p>
<p>Doch bevor ich meine zentralen Thesen zu den Geheimnissen des Wissenschaftsbloggens hier nochmal anschlage, noch ein kurzer Rückblick auf die Tagung selbst. Anlaß für die Veranstaltung, zu der mehr als 100 Besucher in die Bayerische Akademie der Wissenschaften gekommen waren, war Zuwachs für die bislang recht kleine Familie der Wissenschaftsblogportale (die bestand ja bis dato lediglich aus <a href="http://www.scienceblogs.de" >Scienceblogs</a> und <a href="http://www.scilogs.de" >SciLogs</a>). Nun also sind es immerhin drei!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_0_2247" id="identifier_0_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich unbedingt der Meinung bin, da&szlig; die Zahl solcher Aggregationsplattformen deutlich wachsen sollte!">1</a></p>
<p class="pullquote_left">Es wurde allerhöchste Zeit! Nun ist zu hoffen, daß de.hypotheses.org neue Impulse für die Wissenschaftsblogosphäre gibt.</p>
<p>Auch wenn man sich fragen muß, weshalb es so lange gedauert hat, bis ein wissenschaftliches Blogportal mit dezidiert geisteswissenschaftlicher Ausrichtung gegründet wurde, ist es doch eine erfreuliche Tatsache: mit <a href="http://de.hypotheses.org/" de.hypotheses.org"">de.hypotheses.org</a> ist nun eine Blogplattform gestartet, die hoffentlich neue Impulse setzt und weiter am Abbau der Zurückhaltung gegenüber unkonventionellen Formen der Wissenschaftskommunikation in den oftmals etwas behäbigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humanities">Humanities</a> arbeitet.</p>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">“Historische” Momente: Ein Blogportal wird getauft</p>
<p>Insofern war es wirklich ein quasi historischer Moment, als Mareike König vom Deutschen Historischen Institut in Paris um die Mittagszeit das Portal offiziell startete. Ich kann nur die Daumen drücken und viel Erfolg dabei wünschen, das in Frankreich offenbar sehr gut funktionierende Portal nun auch in Deutschland mit Blogleben zu füllen. Das Team um Mareike König und ihre Redaktion hat jedenfalls gut vorgearbeitet, Allianzen geschmiedet und um Unterstützung geworben. Im Frühjahr 2013 darf man sicherlich das erste Zwischenfazit ziehen und nachschauen, was sich bei de.hypotheses.org getan hat.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_1_2247" id="identifier_1_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Viele Dinge sind bei de.hypotheses.org sicher auf einem guten Weg. Womit ich ehrlicherweise ein wenig Probleme habe: die Website selbst ist in meinen Augen verflucht un&uuml;bersichtlich. Wo finde ich wirklich die vorhandenen Blogs? Kann ich die schnell thematisch eingrenzen? Wie springe ich von Einzelblogs zur (deutschen) &Uuml;bersichtsseite? Also, wie gesagt, die Navigation ist in meinen Augen deutlich verbesserungsw&uuml;rdig. Ob das umsetzbar ist, wenn man am gro&szlig;en franz&ouml;sischen Bruder h&auml;ngt?">2</a></p>
<p>Am Vormittag hatte es bereits Vorträge von Cornelius Puschmann und Melissa Terras gegeben. Cornelius zeigte kurz, welche unterschiedlichen Spielarten wissenschaftlicher Blogs es überhaupt gibt, welche Grundfunktionen sie haben (können) und inwiefern die Blogakzeptanz und -nutzung in Deutschland deutlich hinter anderen Ländern zurückhinkt (<a href="http://www.slideshare.net/coffee001/was-ist-ein-wissenschaftsblog">hier Cornelius’ Präsentation</a>). Ein guter, sehr wissenschaftlicher Einstieg. Persönlich wurde es dann bei und mit <a href="http://melissaterras.blogspot.com/2012/03/blogging-in-munich.html">Melissa Terras</a>. Sie schilderte wie sie bloggt, wie sich ihre Blognutzung über die Jahre veränderte, welche Highlights es gab und gibt und welcher Schattenseiten man auch gewahr sein sollte.</p>
<p><span class="pullquote">Die Monographie ist (in den Geisteswissenschaften) weiter der &#8222;Goldstandard&#8220; wissenschaftlicher Publikationen. Mit allen Vor- und Nachteilen.</span></p>
<p>Ganz ähnlich (nämlich mit dem Fokus auf seine individuelle Blogbiographie) gestaltete <a  href="http://archiv.twoday.net/stories/75229842/">Klaus Graf von Archivalia</a> seinen nachmittäglichen Vortrag (nicht ohne auf einen Seitenhieb in meine Richtung zu verzichten, wobei er mich &#8211; glaube ich &#8211; absichtlich mißverstehen wollte). Den Schlußpunkt setzte mit Peter Haber vom <a href="http://weblog.hist.net/">weblog.hist.net</a> dann der Doyen der deutschsprachigen Geschichtswissenschaftsblogger. Peter riskierte einen Blick auf die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens, die in seinen Augen eher von hybriden Formen und Formaten geprägt sein wird (Trennschärfe zwischen formellen und informellen Mitteilungen, sowie zwischen fragmentarisch-dynamischen und definierten Publikationen schwindet etc.).</p>
<p>Gleichzeitig verwies Peter Haber (vollkommen zu Recht) auf die Tatsache, daß auch im Jahr 2012 innerhalb der Geisteswissenschaften die Monographie weiterhin der “Goldstandard” wissenschaftlicher Publikationen ist. Reputationsakkumulation läuft darüber, nicht über Blogs. Mögen sie auch noch so engagiert gemacht sein. Daß man in anderen wissenschaftlichen Disziplinen hier schon weiter ist bzw. die Monographie niemals diese dominante Stellung innehatte, darüber wurde in München nicht diskutiert.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2251"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/03/Wege_aus_der_Nische580.jpg" alt="Wege aus der Nische: Was man von erfolgreichen Wissenschaftsblogs lernen kann" width="580" height="130" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/03/Wege_aus_der_Nische580.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/03/Wege_aus_der_Nische580-400x90.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></p>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">Wissenschaftliche Blogs: Wege aus der Nische</p>
<p>Nun aber zu meinem Vortrag. Ich habe den Fokus explizit auf richtig erfolgreiche Wissenschaftsblogs gelegt (wobei ich hier “Erfolg” mit der Reichweite gleichsetze, was keineswegs zwingend ist)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_2_2247" id="identifier_2_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch an dieser Stelle sei nochmals angemerkt: f&uuml;r mich pers&ouml;nlich ist die Reichweite eines Wissenschaftsblogs nur ein Kriterium unter vielen anderen. Ob ein Blog monatlich 500 oder 500.000 Besucher hat, ist mir grunds&auml;tzlich gleichg&uuml;ltig. Das alles ist wie so oft eine Frage der investierten Mittel, der Ziele, die sich der Autor gesetzt hat etc. Auch ein &ldquo;kleines Blog&rdquo; kann erfolgreich sein &ndash; es kommt einfach darauf an, was der Autor f&uuml;r sich als &ldquo;Erfolg&rdquo; definiert!">3</a> und habe versucht darzustellen, was diese Wissenschaftsblogs von anderen unterscheidet.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_3_2247" id="identifier_3_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Meine Fokussierung auf die &bdquo;erfolgreichen&ldquo; Wissenschaftsblogs stie&szlig; bei einigen Zuh&ouml;rern auf Kritik. M&ouml;glicherweise habe ich nicht ausreichend verdeutlicht, da&szlig; f&uuml;r mich die Zahl der Leser per se kein (!) Qualit&auml;tskriterium ist. Prof. Fran&ccedil;ois Bry reklamierte mehrmals &ndash; ich hoffe, da&szlig; ich ihm verdeutlichen konnte, da&szlig; ich andere Varianten, die anders motiviert sind, ebenfalls klasse finde.">4</a> Klar ist, daß man dieses Etikett mit der Aufschrift “Erfolg” hinterfragen kann (und sollte). Es gibt dutzende weitere Kriterien, an denen man Wissenschaftsblogs messen kann. Und doch &#8211; davon bin ich überzeugt &#8211; ist es sinnvoll, wenn man sich vergegenwärtigt, wie sozusagen in der Championsleague gebloggt wird. Nachdem man verstanden hat, nach welchen Spiel- bzw. Blogregeln dort gearbeitet wird, kann man sich immer noch entscheiden andere Wege zu gehen. Aber kurz der Reihe nach&#8230;</p>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">Die Nische und die Bedeutung von Knoten</p>
<p>Die erste Hälfte meines Vortragstitels lautete ja “Wege aus der Nische”. Insofern wollte ich diese Behauptung durchaus kurz belegen bzw. wenigstens illustrieren. Mein Ausgangspunkt: Welche Blogs und welche Disziplinen fallen auf, wenn man sich mit der deutschsprachigen Wissenschaftsblogosphäre beschäftigt? Wer wird wahrgenommen und wer fristet (noch) ein Schattendasein?</p>
<p class="pullquote_left">Die bestehenden Blogportale lenken auch die Aufmerksamkeit. Sie sind Massepunkt der Wissenschaftsblogosphäre.</p>
<p>Bislang dominieren die Naturwissenschaftler das Geschehen. Astronomen, Biologen, Chemiker oder Physiker. Diesem Eindruck wird man kaum widersprechen können. Egal ob man Google bemüht oder ob man auf anderen Pfaden unterwegs ist. Denn die Pfade führen einen unweigerlich auf die großen Portale Scienceblogs und Scilogs. Das sind die zentralen Inseln im Meer der Wissenschaftsblogosphäre. Zwar ist es theoretisch gleichgültig wo ein Blog seine Heimat hat. Praktisch macht es aber doch einen Unterschied. Mehr Sichtbarkeit, mehr Leser, mehr Feedback, mehr Resonanz und somit mehr Spaß gibt’s auf diesen Portalen. Das sind die Knoten im Netz.</p>
<p>Und wenn wir mehr Wissenschaftsblogs wollen, eine lebendigere Kultur und mehr Raum für solche Formate, dann brauchen wir neue Knoten. So einfach ist das. Und deshalb ist es auch klar, daß de.hypotheses.org eine Bereicherung darstellt.</p>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">Rezepte für erfolgreiches Wissenschaftsbloggen</p>
<p>Nun ist es ja so, daß wir immerhin das Jahr 2012 schreiben und wissenschaftliche Blogs keine so schrecklich neue Erfindung sind. Es gibt Erfahrungswerte und das kann man dann auch mal zu Kenntnis nehmen, finde ich. In München habe ich die lukullische Metapher noch ein wenig mehr strapaziert, denn bei Blogs verhält es sich auch nicht so schrecklich anders wie am Herd: wer vernünftig kochen lernen will, der sollte den richtig guten (und eben erfolgreichen) Leuten über die Schulter schauen. Man muß sich später ja selbst keine Michelinsterne erkochen, aber es ist sicher kein Fehler zu wissen, wie die (Koch-)Stars arbeiten.</p>
<p>Und bei Blogs? Genau: auch hier kann man sich bei den Platzhirschen was abschauen. Dazu gleich mehr. Wichtig ist aber freilich zunächst ein Grundverständnis für das Format. Denn nur weil ein Blog zu einem Großteil auch aus Texten besteht, heißt das nicht automatisch, daß beliebige (Fach-)Texte auch blogkompatibel wären.</p>
<p>Denn &#8211; und man sollte sich das immer wieder bewußt machen &#8211; ein (Wissenschafts-)Blog ist vor allem ein Blog. Und das ist keineswegs so trivial, wie es auf den ersten Blick erscheint. Denn diese Feststellung impliziert folgendes:</p>
<blockquote><p>Ein Wissenschaftsblog ist <em>keine</em> (!) Online-Sammlung wissenschaftlicher Essays!</p></blockquote>
<p>Wissenschaftliche Texte, die für andere Zwecke (Fachjournals, Förderanträge, Ausstellungen, Pressemitteilungen, Fachbücher etc.) geschrieben wurden, sind für ein Blogs fast immer ungeeignet. Denn idealerweise<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_4_2247" id="identifier_4_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es gibt nat&uuml;rlich Ausnahmen, aber dann mu&szlig; man sich eben etwas anderes einfallen lassen, wie man die orgin&auml;re Blogcharakteristik ausf&uuml;llt.">5</a> ist ein Wissenschaftsblog das Online-Notizbuch eines Forschers (und dieses Notizbuch kann als Schmierzettel, als Experimentierfeld, als öffentlicher Meckerkasten etc. genutzt werden). Und die Interessen, Expertise, (Be-)Urteilungen und Persönlichkeit des Blogautors machen das Blog zu seinem (!) Blog.</p>
<p>Insofern lässt sich zusammenfassen: Ein Wissenschaftsblog ist dann ein gutes Wissenschaftsblog, wenn der Blogger seinen individuellen Mix aus fachbezogenen Notizen und persönlicher Note gefunden hat.</p>
<p>Und als weitere Definition möchte ich vorschlagen:</p>
<blockquote><p>Ein (Wissenschafts-)Blog, ist die (einzige?) wissenschaftliche Textgattung, in der man “ich” schreiben darf &#8211; und das Geheimnis erfolgreicher Wissenschaftsblogs besteht darin, davon Gebrauch zu machen!</p></blockquote>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">Zutaten (extrem) erfolgreicher Wissenschaftsblogs</p>
<p>Wenn man das einmal verstanden hat. dann ist das auf alle Fälle die halbe Miete. Wobei ich in München dann noch weiter gegangen bin und einfach an einem Beispiel illustrieren wollte, welche zentralen Merkmale ein richtig gut funktionierendes Wissenschaftsblog ausmachen.</p>
<p class="pullquote">Wissenschaftsbloggen heißt: mehr Persönlichkeit und Individualität wagen.</p>
<p>Und richtig gut funktioniert eben “<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/" >Astrodicticum Simplex</a>” von Florian Freistetter. Und deshalb habe ich Florians Blog hergenommen, um zu zeigen, was also die Grundzutaten sind. Es sind nach meinen Erfahrungen genau drei:</p>
<ol>
<li>Persönlichkeit (Ein Blogposting ist keine Doktorarbeit und kein Förderantrag. Das Format bietet die Möglichkeit einerseits einen eigenen Stil, andererseits auch ein (persönlich-menschliches) Profil zu entwickeln. Und das sollte man ausnutzen.)</li>
<li>Fleiß/Frequenz (Auch im Bloggeschäft haben die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt. Regelmäßige Postings sind dafür wichtig. Da geht es um Leserbindung etc. Und wenn man es schafft mehrmals wöchtlich zu bloggen, dann umso besser.)</li>
<li>Dialog (Es geht um Kommunikation. Nicht als Einbahnstraße, sondern als Dialog. Und zwar auf Augenhöhe. Zwischen Blogautor und anderen (Wissenschafts-)Bloggern. Zwischen Blogautor und den Kommentatoren. Auch ein Wissenschaftsblogger ist nicht unfehlbar.)</li>
</ol>
<p class="zwischenueberschrift_mit_linie">Ontologie des Wissenschaftsbloggens</p>
<p>Was zeichnet nun also Blogs aus? Was unterscheidet sie von anderen Formaten und Kanälen?</p>
<ol>
<li>Blogs sind Ich-Medien. Das heißt: Gute Wissenschaftsblogs sind Wissenschaftlerblogs.</li>
<li>Blogs sind Kommunikations- und Dialogmedien.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_5_2247" id="identifier_5_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich habe fr&uuml;her auch schon davon geschrieben, da&szlig; Blogs Mensch-Verbindungsmaschinen seien.">6</a> Das heißt: Ein Blogposting ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer Diskussion. Blogpostings sind der Einstieg in einen Dialog (der in den Kommentaren geführt wird).</li>
</ol>
<p>Worauf es mir noch ankommt: Ein Blogposting muss nicht alle Aspekte eines Themas erschöpfend (und abschließend) behandeln. In München war einige Male von der “Kultur des Fragments” die Rede. So ist es. Wissenschaftsblogs bieten den Rahmen dafür.</p>
<p>Und daß wissenschaftliche Blogs in ganz unterschiedlichen Spielarten daherkommen können und sollen, steht sowieso außer Frage. Ich habe an andere Stelle so oft betont, daß Blogs den Raum für Experimente bieten und das sehe ich auch heute kein bißchen anders. Und ich habe auch in München explizit betont, daß ein Blog auch mit 15 regelmäßigen Lesern “erfolgreich” sein kann bzw. legitim<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/#footnote_6_2247" id="identifier_6_2247" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Legitimiert i.S. einer Rechtfertigung des investierten Aufwands und des Ertrags. Was ich von meinem Blog &ldquo;erwarte&rdquo;, ob es viele Leser sind, ob es anregende Diskussionen sind oder 1x pro Jahr ein inspirierendes Feedback, das ist jedem Blogger selbst &uuml;berlassen.">7</a> sein kann, wenn es die “richtigen” Leser sind.</p>
<p>Ich wünsche de.hypotheses.org jedenfalls nun erstmal einen guten Start. Und viele Blogs. Und zwar solche mit vielen und mit wenigen Lesern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier meine Präsentation (unten gibt es noch Lese- und Linktipps):</p>
<div class="prezi-player"><object id="prezi_nb6uuik26a1t" width="580" height="415" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="flashvars" value="prezi_id=nb6uuik26a1t&amp;lock_to_path=1&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no&amp;autohide_ctrls=0" /><param name="src" value="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" /><embed id="prezi_nb6uuik26a1t" width="580" height="415" type="application/x-shockwave-flash" src="http://prezi.com/bin/preziloader.swf" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" flashvars="prezi_id=nb6uuik26a1t&amp;lock_to_path=1&amp;color=ffffff&amp;autoplay=no&amp;autohide_ctrls=0" /></object></div>
<div class="werkstattlinks"><strong></p>
<p>Lese- und Linktipps:</p>
<p></strong></p>
<p>Wenn es um das Potential wissenschaftlicher Blogs geht, dann verweise ich gerne auf folgende Artikelserie (aus dem Jahr 2008):</p>
<ul>
<li><a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/">Die Wissenschaft und die Blogosphäre</a></li>
<li><a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/12/was-sollen-was-koennen-wissenschaftsblogs-leisten-blogs-als-instrument-der-internen-wissenschaftskommunikation/">Was sollen, was können Wissenschaftsblogs leisten?</a></li>
<li><a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/14/demokratisierung-der-wissenschaftskommunikation-durch-wissenschaftliche-blogs-wege-in-eine-wissenschaftsmuendige-gesellschaft/">Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation durch wissenschaftliche Blogs</a></li>
</ul>
<p>Zur Tagung &#8222;Weblogs in den Geisteswissenschaften&#8220; wurde auch anderswo gebloggt:</p>
<ul>
<li>Adresscomptoir: <a  href="http://adresscomptoir.twoday.net/stories/75228723/">Rückblick Tagung &#8222;Weblogs in den Geisteswissenschaften&#8220;</a></li>
<li>iliou melathron: <a  href="http://blog.iliou-melathron.de/index.php/2012/03/weblogs-in-den-geisteswissenschaften-nachlese/">Weblogs in den Geisteswissenschaften: über Goldstandards, digitale Gräben und neue Hypothesen</a></li>
<li>Digiwis: <a  href="http://digiwis.de/blog/2012/03/12/tagung-weblogs-in-den-geisteswissenschaften-wir-stehen-erst-am-anfang/">Tagung “Weblogs in den Geisteswissenschaften”: wir stehen erst am Anfang!</a></li>
</ul>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2247" class="footnote">Wobei ich unbedingt der Meinung bin, daß die Zahl solcher Aggregationsplattformen deutlich wachsen sollte!</li><li id="footnote_1_2247" class="footnote">Viele Dinge sind bei de.hypotheses.org sicher auf einem guten Weg. Womit ich ehrlicherweise ein wenig Probleme habe: die Website selbst ist in meinen Augen verflucht unübersichtlich. Wo finde ich wirklich die vorhandenen Blogs? Kann ich die schnell thematisch eingrenzen? Wie springe ich von Einzelblogs zur (deutschen) Übersichtsseite? Also, wie gesagt, die Navigation ist in meinen Augen deutlich verbesserungswürdig. Ob das umsetzbar ist, wenn man am großen französischen Bruder hängt?</li><li id="footnote_2_2247" class="footnote">Auch an dieser Stelle sei nochmals angemerkt: für mich persönlich ist die Reichweite eines Wissenschaftsblogs nur ein Kriterium unter vielen anderen. Ob ein Blog monatlich 500 oder 500.000 Besucher hat, ist mir grundsätzlich gleichgültig. Das alles ist wie so oft eine Frage der investierten Mittel, der Ziele, die sich der Autor gesetzt hat etc. Auch ein “kleines Blog” kann erfolgreich sein &#8211; es kommt einfach darauf an, was der Autor für sich als “Erfolg” definiert!</li><li id="footnote_3_2247" class="footnote">Meine Fokussierung auf die &#8222;erfolgreichen&#8220; Wissenschaftsblogs stieß bei einigen Zuhörern auf Kritik. Möglicherweise habe ich nicht ausreichend verdeutlicht, daß für mich die Zahl der Leser per se kein (!) Qualitätskriterium ist. Prof. François Bry reklamierte mehrmals &#8211; ich hoffe, daß ich ihm verdeutlichen konnte, daß ich andere Varianten, die anders motiviert sind, ebenfalls klasse finde.</li><li id="footnote_4_2247" class="footnote">Es gibt natürlich Ausnahmen, aber dann muß man sich eben etwas anderes einfallen lassen, wie man die orginäre Blogcharakteristik ausfüllt.</li><li id="footnote_5_2247" class="footnote">Ich habe früher auch schon davon geschrieben, daß Blogs Mensch-Verbindungsmaschinen seien.</li><li id="footnote_6_2247" class="footnote">Legitimiert i.S. einer Rechtfertigung des investierten Aufwands und des Ertrags. Was ich von meinem Blog “erwarte”, ob es viele Leser sind, ob es anregende Diskussionen sind oder 1x pro Jahr ein inspirierendes Feedback, das ist jedem Blogger selbst überlassen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/03/wege-aus-der-nische-was-man-von-erfolgreichen-wissenschaftsblogs-lernen-kann/">Wege aus der Nische: Was man von erfolgreichen Wissenschaftsblogs lernen kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>»Free Burma« &#8211; oder: Die universale Verstrickung und das Ende der Gleichgültigkeit » Brecht revisited &#124; Werkstattnotiz XIII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 21:56:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/03/free-burma-oder-die-universale-verstrickung-und-das-ende-der-gleichgueltigkeit-brecht-revisited-werkstattnotiz-xiii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der UN-Sonderermittler Gambari ist aus Burma abgereist und schon erreichen uns wieder neue Meldungen, die bei jedem Zeitungsleser und jedem Nachrichtenkonsumenten vermutlich Zorn, Frustration und Wut hervorrufen. Den Medienberichten zufolge rollt derzeit eine Welle von Massenverhaftungen durch das südostasiatische Land. Die Stoßrichtung dieser Strategie scheint klar: einerseits gilt es, die bekannten Kritiker und Oppositionellen mundtot ... <a title="»Free Burma« &#8211; oder: Die universale Verstrickung und das Ende der Gleichgültigkeit » Brecht revisited &#124; Werkstattnotiz XIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-oder-die-universale-verstrickung-und-das-ende-der-gleichgueltigkeit-brecht-revisited-werkstattnotiz-xiii/" aria-label="Mehr Informationen über »Free Burma« &#8211; oder: Die universale Verstrickung und das Ende der Gleichgültigkeit » Brecht revisited &#124; Werkstattnotiz XIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-oder-die-universale-verstrickung-und-das-ende-der-gleichgueltigkeit-brecht-revisited-werkstattnotiz-xiii/">»Free Burma« &#8211; oder: Die universale Verstrickung und das Ende der Gleichgültigkeit » Brecht revisited | Werkstattnotiz XIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der UN-Sonderermittler Gambari ist aus Burma abgereist und schon erreichen uns wieder <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Birma-Proteste;art123,2392351" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue Meldungen</a>, die bei jedem Zeitungsleser und jedem Nachrichtenkonsumenten vermutlich Zorn, Frustration und Wut hervorrufen. Den Medienberichten zufolge rollt derzeit eine Welle von Massenverhaftungen durch das südostasiatische Land.</strong> </p>
<p>Die Stoßrichtung dieser Strategie scheint klar: einerseits gilt es, die bekannten Kritiker und Oppositionellen mundtot zu machen und zumindest vorläufig in Gewahrsam zu nehmen, andererseits wird der großen Zahl der Sympathisanten verdeutlicht: wer Regimekritik übt oder gar lautstark und öffentlichkeitswirksam Menschenrechte einfordert, der hat dafür mit allen Konsequenzen einzustehen. Einschüchterung und Abschreckung nennt man diese leider allzu bewährte Methode, um aufkeimende Unruhen zu ersticken. </p>
<p><strong>Die unterschätzte Macht freier Rede und unkontrollierbarer Kommunikation</strong></p>
<p>Hier in Europa kann man wohl kaum ermessen, wie zermürbend ein solches Klima der Angst sein kann, das nicht umsonst gezielt von der Militärjunta hergestellt wird. Es wäre zu schön gewesen, wenn nach der Eskalation von letzter Woche wenigstens zarte Zeichen der Entspannung sichtbar geworden wären. Allem Anschein nach setzen die Militärs in Rangun auf die erprobte Strategie, wie so viele Unrechtsregime vor ihnen. Und leider beweisen sie damit, daß die Machtverhältnisse zunächst leider wie zementiert scheinen.</p>
<p>Allerdings sträubt sich in mir etwas, wenn es gilt anzuerkennen, daß alle Macht der Welt aus den Gewehrläufen kommt. Haben wir nicht gerade den 17. Tag der Deutschen Einheit hinter uns? Und ist dieser Tag nicht der beste Beweis dafür, daß es möglich ist, ein restriktives System mit friedlichen Mitteln aus den Angeln zu heben?</p>
<p><strong>Internationale Blogaktion »Free Burma« als Aufstand der Anständigen?</strong></p>
<p>Es bleibt also dabei: es gilt den Aufstand der Anständigen zu unterstützen. Das Blogprojekt »Free Burma« könnte dafür ein Anfang sein. Denn klar ist: mit einem einzelnen Blogartikel wird sich kaum etwas nachhaltig in der Welt verändern. Es ist ein Signal, nicht mehr, nicht weniger. Aber es ist die Natur von Signalen, daß sie &quot;<em>verstanden</em>&quot; werden können und in der Lage sind, etwas &quot;<em>anzustoßen&quot;</em>. In uns, in anderen.&nbsp; </p>
<h4 class="pullquote">Die Blogaktion ist ein Signal: ein Zeichen dafür, daß es nicht egal ist, unter welchen Bedingungen Menschen heute leben. Gleichgültigkeit ist immer unausgesprochenes Einverständnis mit den Unterdrückern! <br /></h4>
<p>Wahr ist freilich, daß an so unzählig vielen Stellen dieser Welt die grundlegendsten Menschen- und Bürgerrechte nicht in vollem Umfang verwirklicht sind. Ich habe versucht <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/02/internationale-blog-aktion-free-burma-die-schwachen-argumente-der-skeptiker-werkstattnotiz-xi/" rel="noopener noreferrer">darzulegen</a>, daß das jeweilige Engagement nicht dadurch diskreditierbar ist, daß es möglicherweise das erste Mal ist, daß man in diesem Sinne seine Stimme erhebt. Die <a target="_blank" href="http://www.free-burma.org" rel="noopener noreferrer">Beteiligung am Blogprojekt</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-oder-die-universale-verstrickung-und-das-ende-der-gleichgueltigkeit-brecht-revisited-werkstattnotiz-xiii/#footnote_0_93" id="identifier_0_93" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das inzwischen an einigen Orten bereits begonnen hat. Wie hier bei Robert mitverfolgt werden kann&hellip;">1</a> ist nicht verwerflich oder illegitim, weil man hier etwa die burmesische Bewegung bevorzugen würde und andere Mißstände (in Darfur und anderswo) somit ausblende oder gar leugne. </p>
<p>Das Gegenteil ist der Fall: Wer heute erklärt, daß er sich mit der Demokratiebewegung in Burma solidarisch erklärt, zeigt sich gleichzeitig auch solidarisch mit all den zigtausend anderen Unterdrückten an all den anderen Orten dieser Erde. Denn es ist wahr, wie schon Bertolt Brecht feststellt: Wir leben in finsteren Zeiten. Aber genau deshalb gibt es keinen Grund zu Schweigen!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-oder-die-universale-verstrickung-und-das-ende-der-gleichgueltigkeit-brecht-revisited-werkstattnotiz-xiii/#footnote_1_93" id="identifier_1_93" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vielmehr gilt es weiterzumachen: die eigene Sensibilit&auml;t f&uuml;r Menschenrechtsverletzungen noch weiter zu sch&auml;rfen und dann ggf. auch konkreter zu handeln. Die M&ouml;glichkeiten sind vielf&auml;ltig, die Blog-Aktion k&ouml;nnte ja ein erster Schritt sein. Weitere Denkanst&ouml;&szlig;e und Links im n&auml;chsten Blogposting.">2</a> </p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Bertolt Brecht&nbsp;</em> </p>
<p><strong>An die Nachgeborenen&nbsp;</strong></p>
<p>Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!<br />
          <br />
          Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn. <br />
          Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende <br />
          Hat die furchtbare Nachricht <br />
          Nur noch nicht empfangen.
        </p>
<p>Was sind das für Zeiten, wo <br />
          Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist. <br />
          Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!<br />
          <br />
          Der dort ruhig über die Straße geht <br />
          Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde <br />
          Die in Not sind?
        </p>
<p>Es ist wahr: Ich verdiene noch meinen Unterhalt. <br />
          Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts <br />
          Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.<br />
          Zufällig bin ich verschont.<br />
          Man sagt mir: iß und trink du! Sei froh, daß du hast!
        </p>
<p>Aber wie kann ich essen und trinken, wenn<br />
          ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und<br />
          Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?<br />
          Und doch esse und trinke ich.
        </p>
<p>Ich wäre gern auch weise.<br />
          In den alten Büchern steht, was weise ist:<br />
          Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit<br />
          Ohne Furcht verbringen.
        </p>
<p>Auch ohne Gewalt auskommen<br />
          Böses mit Gutem vergelten<br />
          Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen<br />
          Gilt für weise.<br />
          Alles das kann ich nicht:<br />
          Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
      </p>
<hr width="100%" size="1" /><em></em></p>
<p>Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/free-burma">free-burma</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_93" class="footnote">Das inzwischen an einigen Orten bereits begonnen hat. Wie <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/10/03/action-free-burma-campaign-started-new-caledonia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier bei Robert</a> mitverfolgt werden kann&#8230;</li><li id="footnote_1_93" class="footnote">Vielmehr gilt es weiterzumachen: die eigene Sensibilität für Menschenrechtsverletzungen noch weiter zu schärfen und dann ggf. auch konkreter zu handeln. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Blog-Aktion könnte ja ein erster Schritt sein. Weitere Denkanstöße und Links im nächsten Blogposting.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-oder-die-universale-verstrickung-und-das-ende-der-gleichgueltigkeit-brecht-revisited-werkstattnotiz-xiii/">»Free Burma« &#8211; oder: Die universale Verstrickung und das Ende der Gleichgültigkeit » Brecht revisited | Werkstattnotiz XIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Umweltschutz, Kampf gegen Armut, Menschenrechte&#8230; » Strategien der Mobilisierung und die Inflation medialer Good-Will-Kampagnen &#124; Werkstattnotiz XVII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 21:59:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/17/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kein Tag vergeht, ohne daß einem von irgendeiner Seite abverlangt wird, sich mit drängenden Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Und es ist schließlich unabweisbar: die klimaschädlichen Emissionen steigen, Menschenrechte werden weiter nationalen oder egoistischen Interessen geopfert und die Schere zwischen den reichen und armen Regionen öffnet sich. Grund genug also, um auf diese Mißstände hinzuweisen. Grund ... <a title="Umweltschutz, Kampf gegen Armut, Menschenrechte&#8230; » Strategien der Mobilisierung und die Inflation medialer Good-Will-Kampagnen &#124; Werkstattnotiz XVII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/" aria-label="Mehr Informationen über Umweltschutz, Kampf gegen Armut, Menschenrechte&#8230; » Strategien der Mobilisierung und die Inflation medialer Good-Will-Kampagnen &#124; Werkstattnotiz XVII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/">Umweltschutz, Kampf gegen Armut, Menschenrechte&#8230; » Strategien der Mobilisierung und die Inflation medialer Good-Will-Kampagnen | Werkstattnotiz XVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kein Tag vergeht, ohne daß einem von irgendeiner Seite abverlangt wird, sich mit drängenden Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Und es ist schließlich unabweisbar: die klimaschädlichen Emissionen steigen, Menschenrechte werden weiter nationalen oder egoistischen Interessen geopfert und die Schere zwischen den reichen und armen Regionen öffnet sich.</strong></p>
<p>Grund genug also, um auf diese Mißstände hinzuweisen. Grund genug, um für Solidaritäts- und Informationskampagnen die Werbetrommel zu rühren. Wenigstens ein Stückchen Aufmerksamkeit für die in Not geratenen Menschen, nur ein wenig mehr Bewußtsein für die prekäre ökologische Situation, in die wir (industriellen) Nationen uns hineinmanövriert haben. Wer sollte daran etwas auszusetzen haben? Geht uns die Lage der Welt und ihrer Bewohner nicht alle an? </p>
<h4 class="pullquote">Gibt es die <em>guten</em> und die <em>bösen</em> Blogger?</h4>
<p>Die Argumente, die so oder ähnlich lauten, haben eines gemeinsam: sie haben gewaltiges moralisches Gewicht. Heißt das aber gleichzeitig, daß man als Zeitungsleser auch die Pflicht hat, an den anstehenden Spendenaktionen zur Weihnachtszeit teilzunehmen? Heißt das folglich auch, daß man die Blogcommunity in zwei Lager einteilen kann? Die &#8222;Guten&#8220;, die sich an den Blogaktionen à la &#8222;Free Burma&#8220; brav beteiligen und in die &#8222;Bösen&#8220;, die weiterhin nur ihr eigenes Süppchen kochen?</p>
<p>Ist es überhaupt sinnvoll, selbst an solchen Aktionen teilzunehmen? Wie stehen die Chancen für das jeweilige Anliegen Mitstreiter zu finden? Welche Strategien verfolgen die Organisatoren, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen?</p>
<p>Einigen dieser Fragen möchte ich im folgenden etwas nachspüren. Ich hatte bereits einige grundsätzliche Überlegungen bzgl. der Schwierigkeit die Blogszene zur Teilnahme an solchen events zu motivieren angestellt <em>[vgl. &#8222;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/15/die-launen-der-blogdiva-selbstreferentialitaet-oder-das-schwierige-geschaeft-die-blogosphaere-zu-mobilisieren-werkstattnotiz-xv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Launen der Blogdiva</a>&#8230;&#8220;]</em> und gestern einen Vergleich der Reichweite der beiden Blogaktionen &#8222;Free Burma&#8220; und &#8222;Blog Action Day&#8220; vorgenommen <em>[vgl. &#8222;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/16/wir-sind-viele-oder-die-blogosphaere-gibt-es-nicht-werkstattnotiz-xvi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir sind viele</a>&#8230;]</em>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_0_104" id="identifier_0_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Thomas Pleil hat sich ebenfalls an einem Vergleich der beiden Aktionen versucht&hellip; nachzulesen hier.">1</a> Als vorläufiges Fazit ist festzustellen: Blogger haben ein sehr feines Sensorium ausgebildet, wenn es darum geht, sie zu einem bestimmten (weil erwünschten) Verhalten zu animieren. Hier ist eher mit trotziger Skepsis, als mit blinder Gefolgschaft zu rechnen. Zweitens zeigt sich anhand solcher Aktionen: die globale Blogosphäre weist deutliche Sprachgrenzen auf. </p>
<p>In diesem dritten Teil werde ich kurz die begleitenden (Online-)Kampagnen der diese Woche stattfindenden Aktionen &#8222;<em>Blog Action Day</em>&#8220; und &#8222;<em>Deine Stimme gegen Armut</em>&#8220; bewerten und kommentieren. </p>
<p><strong>&#8222;Blog Action Day&#8220; &#8211; Hürden der weltweiten Kommunikation</strong></p>
<p>Wie ich bereits <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/16/wir-sind-viele-oder-die-blogosphaere-gibt-es-nicht-werkstattnotiz-xvi/" rel="noopener noreferrer">hier</a> ausgeführt habe, ging die Idee zum &#8222;<a target="_blank" href="http://www.blogactionday.org/" rel="noopener noreferrer">Blog Action Day</a>&#8220; von drei australischen Bloggern aus. Diese nutzten einerseits ihre durchaus renommierten Blogs, um ab Anfang August für den Aktionstag am 15.10.2007 zu werben. Andererseits stand sehr schnell eine sehr professionelle Kampagnenseite im Netz. Dort ist in allen wichtigen internationalen Sprachen das Anliegen des Aktionstages beschrieben:</p>
<blockquote>
<p>Am 15. Oktober werden sich Blogger überall im Internet zusammentun, um die Öffentlichkeit auf ein ausgewähltes Thema aufmerksam zu machen. Das Thema für den Blog Action Day 2007 ist die Umwelt. Jeder teilnehmende Blogger wird sich auf seine ganz persönliche Weise eines von ihm selbst ausgewählten Umweltthemas annehmen.</p>
</blockquote>
<p>Die Beiträge an diesem Tag sollten sich also um das Thema &#8222;Umwelt&#8220; (&#8222;Environment&#8220;) drehen; dabei wurden die Blogger aufgefordert, einen individuellen Artikel zu schreiben und die Frage aus ihrer jeweiligen Sicht zu beleuchten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_1_104" id="identifier_1_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber die verschiedenen Varianten der Beteiligung gibt u.a. Marie Naumann hier in der ReadersEdition.">2</a>  </p>
<p>Unter anderem stand auf der Website folgendes Youtube-Video zur Verfügung, das die Idee nochmal einprägsam transportieren sollte:</p>
<p><object height="350" width="425"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WfO8mGjXoe8"><param name="wmode" value="transparent"><embed src="http://www.youtube.com/v/WfO8mGjXoe8" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="350" width="425"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auffallend ist: die Resonanz in Deutschland blieb weit hinter dem Potential zurück. Einige Vermutungen dazu habe ich im letzten Beitrag bereits angestellt. Die Kommunikation über Sprachgrenzen hinaus ist offenbar immer noch problematisch. Außerdem wird sichtbar, daß es von essentieller Bedeutung ist, sog. A-Blogger mit im Boot zu haben. In Deutschland ist das nicht gelungen bzw. nicht versucht worden.</p>
<p> Am griffigen Slogan &#8222;<em>One day. One issue. Thousands of voices</em>.&#8220; kann es m.E. nicht gelegen haben. Dennoch ist die <a href="http://www.charmingquark.de/?p=2826" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feststellung von Liisa</a> ohne Einschränkungen zutreffend:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_2_104" id="identifier_2_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die kaum verwunderliche Kritik an der Aktion ist ebenfalls in Liisas Blog gut nachzulesen; hier &auml;u&szlig;ert sich &bdquo;creezy&ldquo; folgenderweise: &bdquo;Ehrlich gesagt packen mich solche Aktionen genau nicht, weil sie rein gar nichts bewirken. Mitmachen kann jeder, der Spa&szlig; daran hat. Nichtmitmachen kann jeder, der darin wenig Sinn sieht. Warum soll ich ausgerechnet zum 15.10. zum Thema Umwelt bloggen? Nur weil mich einer zum Schaf einer ganzen Herde machen will?&ldquo;">3</a></p>
<blockquote>
<p>Schaut man sich die Liste der an dem Tag teilnehmenden Weblogs an, fällt ebenfalls auf, dass Weblogs aus Deutschland mit der Lupe gesucht werden müssen. Und ich frage mich mal wieder, woran das liegt? Mir ist das schon bei anderen länderübergreifenden Blogaktionen aufgefallen, dass sich die deutschen Blogger da gerne sehr zurückhalten.</p>
<p>Ist das schlicht blankes Desinteresse? Bekommen sie solche Aktionen gar nicht mit, weil die »maßgeblichen« Blogs in Deutschland (sog. A-Blogger) sich kaum darum kümmern und es darum nicht »interessant genug« ist&#8230;</p>
</blockquote>
<p>Mein persönliches Resümee: Der &#8222;Blog Action Day&#8220; wurde professionell aufgezogen und die Herangehensweise ist vielversprechend. Nächstes Jahr soll ebenfalls am 15. Oktober die zweite Auflage folgen. Es wird erforderlich sein, daß zumindest in den &#8222;<em>großen</em>&#8220; Blognationen ebenfalls Mitstreiter und Bloginsider gefunden werden, die hier für Aufmerksamkeit sorgen. Wenn man es nicht schafft 1-2 Blogger der Topkategorie zu begeistern, dann wird auch nächstes Jahr kein größerer Erfolg drin sein.</p>
<p><strong>&#8222;Deine Stimme gegen Armut&#8220; &#8211; Großer Aufwand und Mißachtung der Blogszene&nbsp;</strong></p>
<p>Nun noch ein kurzer Seitenblick auf die heute stattfindende Aktion &#8222;Deine Stimme gegen Armut&#8220; resp. &#8222;<a target="_blank" href="http://www.standagainstpoverty.org/" rel="noopener noreferrer">Stand against poverty</a>&#8222;. Bevor später die Reklamationen kommen und mir vorwerfen, daß ich hier Äpfel mit Birnen vergleiche. Ja, diese internationale Kampagne &#8211; für die sich eine Vielzahl prominenter Künstler engagiert &#8211; ist <em>keine</em> originäre Online-Aktion. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Aktionen, die heute weltweit in verschiedenen Städten organisiert werden, häufig in Verbindung mit (kleinen) Konzerten. Getragen ist das alles von der symbolischen Idee: &#8222;<em>Stand up and speak out!</em>&#8222;. So das <a href="http://stell-dich-gegen-armut.de/v2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heutige Motto</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_3_104" id="identifier_3_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der heutige Aktionstag fand im Rahmen der &uuml;bergreifenden &bdquo;Milleniumsaktion&ldquo; der UN statt.">4</a>  </p>
<p>Allerdings ist den Veranstaltern und Verantwortlichen (federführend die Entwicklungshilfeabteilung der Vereinten Nationen) freilich daran gelegen, möglichst viele Teilnehmer zum Mitmachen zu bewegen. Wenn die Konzertbühne aufgebaut ist und davor verlieren sich ein paar dutzend Besucher, gibt das auch kein überzeugendes Bild ab. Ziel ist es, primär ein Zeichen zu setzen und Bewußtsein für die weltweite Armut zu erzeugen. Der Aufruf zur Beteiligung liest sich wie folgt:</p>
<blockquote>
<p>Am 17. Oktober 2007 findet der weltweite Aktionstag gegen Armut (&#8222;White Band Day&#8220;) statt. Millionen Menschen auf der ganzen Welt werden an diesem Tag darauf aufmerksam machen.<br />Gemeinsam werden die Staats- und Regierungschefs daran erinnert, ihre Versprechen einzuhalten und die UN-Entwicklungsziele (MDGs) bis 2015 umzusetzen.</p>
</blockquote>
<p>Daran gekoppelt ist ein Weltrekordversuch:</p>
<blockquote>
<p>&#8222;Deine Stimme gegen Armut&#8220; ruft dazu auf, am 17. Oktober aktiv am &#8222;Stand up &amp; Speak out&#8220;-Weltrekordversuch teilzunehmen.<br />Ziel dieser globalen Aktion ist es, dass binnen 24 Stunden möglichst viele Menschen gemeinsam Aufstehen und ihre Stimme gegen Armut erheben. </p>
</blockquote>
<p>Dafür wurden Kino- und Fernsehwerbespots gedreht, PDF-Flyer zum Download angeboten und auch ein <a href="http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/blog.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog eingerichtet</a>. Wenn man das Webangebot allerdings näher betrachtet, so kann kaum verwundern, daß die Aktion zumindest in der Blogszene kaum Widerhall gefunden hat. Zwar ist die Website natürlich von Profis gestaltet, allerdings ist offenbar niemand darunter, der ein wenig Blogerfahrung besitzt. </p>
<p>Das aufwendig gestaltete Video ist bspw. nirgendwo in einer YouTube-Version verlinkt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_4_104" id="identifier_4_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dar&uuml;berhinaus lie&szlig;e sich auch fragen, ob man f&uuml;r den aktuellen Aktionstag nicht den Verweis auf den G8-Gipfel h&auml;tte rausschneiden k&ouml;nnen.">5</a> Zwar findet man es dort auch, aber wer sich auf der Aktionsseite informieren und mit Material versorgen will, wird enttäuscht. Denn in Erinnerung bleibt dieses Video sicher dem einen oder anderen:</p>
<p><object height="350" width="425"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_ebikWrpyno"><param name="wmode" value="transparent"><embed src="http://www.youtube.com/v/_ebikWrpyno" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="350" width="425"></object><br />&nbsp;</p>
<p>Eine verpasste Möglichkeit unter vielen. Denn anstatt die Möglichkeiten eines Weblogs zu nutzen, werden nur sporadisch kleine Artikel eingestellt, aktuelle Informationen über den Fortschritt der Planungen finden sich so gut wie gar nicht und etwas mehr Hintergrundinformationen hätten meiner Einschätzung nach auch nicht geschadet. Bedenkt man, daß es auch in Deutschland eine Vielzahl von Blogs mit politisch-sozialkritischer Ausrichtung gibt und das Thema &#8222;Armut&#8220; durchaus Anlaß für Diskussionen und Engagement bietet, kann man nur den Kopf darüber schütteln, wenn man sieht, daß in den letzten Wochen (!) nur 2-3 Kommentare im Aktionsblog aufliefen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_5_104" id="identifier_5_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und auch am heutigen Aktionstag sind Blogposts, die sich mit der Kampagne befassen oder zum Mitmachen aufrufen, so gut wie nicht zu finden. Ausnahmen sind hier und hier nachzulesen. Und ein kritischer Kommentar steht hier.">6</a> </p>
<h4 class="pullquote">Man hätte es auch jemanden machen lassen können, der sich damit auskennt. <br /></h4>
<p>Als kleine Randbemerkung sei noch der Hinweis erlaubt, daß die &#8222;Pflege&#8220; bzw. &#8222;Betreung&#8220; des Blogs offenbar auch nur sehr nachlässig erfolgt: Kommentare bzw. Trackbacks werden nur mit erheblicher Zeitverzögerung freigeschaltet. Wer zum Dialog und Mitmachen anregen will, sollte hier gewissenhafter sein. Zumindest was den Kampagnenblog betrifft erlaube ich mir das Urteil: man hätte die Sache jemanden machen lassen, der sich damit auskennt. </p>
<p>Auch hier gilt: schade, daß es eine durchaus unterstützungswürdige Aktion durch kleine Fehler und Unkenntnis der Blogszene versäumt, eine stärkere Aufmerksamkeit und Onlinepräsenz zu erzeugen. Und wenn man bedenkt, daß ein Teil der heutigen Aktion eigentlich darauf abzielte, daß auf möglichst vielen Websites die jeweiligen Betreiber ein Photo von sich mit dem Slogan &#8222;Ich zeige Gesicht gegen Armut!&#8220; zu sehen ist, dann kommt man aus dem Kopfschütteln kam mehr heraus. Wußte bei den Organisatoren hier in Deutschland niemand, daß auch Blogs im weiteren Sinne &#8222;Webseiten&#8220; sind und auch Leser haben? </p>
<p>Abschließend läßt sich sagen, daß es durchaus handwerkliche Fehler gibt, die der Mobilisierung für die beiden genannten &#8222;Good Will&#8220;-Kampagnen nicht dienlich waren. Wer sich schon die Mühe macht und einen Blog aufsetzt, der sollte auch bereit sein, sich in die Szene hineinzudenken oder jemanden fragen, der hier Insiderkenntnisse hat. Vielleicht lernen die Organisatoren ja noch dazu?</p>
<p>Generell stellt sich allerdings die Frage, ob man &#8211; wenn sich derlei Aktionstage häufen &#8211; nicht verstärkt Abstumpfungseffekte heraufbeschwört. Ich habe hierauf auch keine Antwort. Allerdings läuft man &#8211; so meine Vermutung &#8211; durchaus Gefahr, daß sich interessierte und potentiell engagierte Leser, Blogger, Bürger ermüdet abwenden, wenn solche Kampagnen allzu inflationär werden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/#footnote_6_104" id="identifier_6_104" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Aber es w&auml;re vermutlich einmal zuviel um die Ecke gedacht, wenn man die These aufstellt, da&szlig; das offensichtlich dilettantische Vorgehen dadurch zu verstehen ist, da&szlig; man die Blogszene eben nicht &bdquo;bel&auml;stigen&ldquo; wollte?">7</a> </p>
<p>In diesem Sinne kann man vermutlich nur daran erinnern: es gibt auch ein zuviel des Guten. Aber wenn man &#8222;das Gute&#8220; erreichen will, darauf aufmerksam machen will, daß es Unrecht, Armut, <em>Hunger gibt, dann sollte man das auch möglichst &#8222;gut&#8220; tun. Die Aktion heute war davon &#8211; was die Blogosphäre angeht &#8211; noch ein gutes Stückchen entfernt.</em></p>
<p><em>&nbsp;</em></p>
<p><em>Die beiden vorgehenden Artikel zur selben Frage:</em></p>
<ul>
<li>Werkstattnotiz: <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/15/die-launen-der-blogdiva-selbstreferentialitaet-oder-das-schwierige-geschaeft-die-blogosphaere-zu-mobilisieren-werkstattnotiz-xv/" rel="noopener noreferrer">Die Launen der Blogdiva, Selbstreferentialität oder: Das schwierige Geschäft die Blogosphäre zu mobilisieren</a> </li>
<li>Werkstattnotiz: <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/16/wir-sind-viele-oder-die-blogosphaere-gibt-es-nicht-werkstattnotiz-xvi/" rel="noopener noreferrer">»Wir sind viele«, oder: Die Blogosphäre gibt es nicht </a>&nbsp;</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_104" class="footnote">Thomas Pleil hat sich ebenfalls an einem Vergleich der beiden Aktionen versucht&#8230; nachzulesen <a href="http://thomaspleil.wordpress.com/2007/10/15/blog-action-day/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_1_104" class="footnote">Einen guten Überblick über die verschiedenen Varianten der Beteiligung gibt u.a. Marie Naumann <a target="_blank" href="http://www.readers-edition.de/2007/10/16/tausend-stimmen-zur-umwelt-buergerjournalismus-weltweit/" rel="noopener noreferrer">hier</a> in der ReadersEdition.</li><li id="footnote_2_104" class="footnote">Die kaum verwunderliche Kritik an der Aktion ist ebenfalls in Liisas Blog gut nachzulesen; hier äußert sich &#8222;creezy&#8220; <a href="http://www.charmingquark.de/?p=2826#comment-5148" target="_blank" rel="noopener noreferrer">folgenderweise:</a> &#8222;Ehrlich gesagt packen mich solche Aktionen genau nicht, weil sie rein gar nichts bewirken. Mitmachen kann jeder, der Spaß daran hat. Nichtmitmachen kann jeder, der darin wenig Sinn sieht. Warum soll ich ausgerechnet zum 15.10. zum Thema Umwelt bloggen? Nur weil mich einer zum Schaf einer ganzen Herde machen will?&#8220;</li><li id="footnote_3_104" class="footnote">Der heutige Aktionstag fand im Rahmen der übergreifenden &#8222;<a href="http://un-kampagne.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Milleniumsaktion</a>&#8220; der UN statt.</li><li id="footnote_4_104" class="footnote">Darüberhinaus ließe sich auch fragen, ob man für den aktuellen Aktionstag nicht den Verweis auf den G8-Gipfel hätte rausschneiden können.</li><li id="footnote_5_104" class="footnote">Und auch am heutigen Aktionstag sind Blogposts, die sich mit der Kampagne befassen oder zum Mitmachen aufrufen, so gut wie nicht zu finden. Ausnahmen sind <a target="_blank" href="http://mitgeloggt.de/2007/10/17/gegen-armut/" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://greenfilm.wordpress.com/2007/10/15/gegen-hunger-und-armut/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> nachzulesen. Und ein kritischer Kommentar steht <a href="http://sozionaut.blogspot.com/2007/10/deine-stimme-gegen-wohlstandszynismus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_6_104" class="footnote">Aber es wäre vermutlich einmal zuviel um die Ecke gedacht, wenn man die These aufstellt, daß das offensichtlich dilettantische Vorgehen dadurch zu verstehen ist, daß man die Blogszene eben nicht &#8222;belästigen&#8220; wollte?</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/umweltschutz-kampf-gegen-armut-menschenrechte-strategien-der-mobilisierung-und-die-inflation-medialer-good-will-kampagnen-werkstattnotiz-xvii/">Umweltschutz, Kampf gegen Armut, Menschenrechte&#8230; » Strategien der Mobilisierung und die Inflation medialer Good-Will-Kampagnen | Werkstattnotiz XVII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 01:31:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/29/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit wenigen Stunden ist es soweit: Das neue Portal der WAZ-Mediengruppe &#34;Der Westen&#34; ist online und bündelt die Nachrichtenseiten der einzelnen Regionalzeitungen zu einem Web-2.0-Paket. Der Startschuß zu diesem durchaus ambitionierten Projekt hatte sich mehrmals verzögert und war zuletzt umso gespannter erwartet worden. Von Medienprofis, die sehen wollten, wie die WAZ (immerhin ein Schwergewicht in ... <a title="Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/" aria-label="Mehr Informationen über Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/">Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start | Werkstattnotiz XVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit wenigen Stunden ist es soweit: Das neue Portal der WAZ-Mediengruppe &quot;<a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/" rel="noopener noreferrer">Der Westen</a>&quot; ist online und bündelt die Nachrichtenseiten der einzelnen Regionalzeitungen zu einem Web-2.0-Paket. Der Startschuß zu diesem durchaus ambitionierten Projekt hatte sich mehrmals verzögert und war zuletzt umso gespannter erwartet worden. Von Medienprofis, die sehen wollten, wie die WAZ (immerhin ein Schwergewicht in der Zeitungs- und Medienbranche) den Modernisierungssprung schaffen will und ebenso gespannt von vielen Bloggern, die sehen wollen, wie sich Katharina Borchert die letzten Monate geschlagen hat.</strong></p>
<p>Zur Aufklärung: die WAZ (Westdt. Allgemeine Zeitung) erreicht mit derzeit 28 Regionalzeitungen, die vorrangig im Ruhrgebiet und Westfalen erscheinen eine Auflage von 580.000 Exemplaren. Im Internet gab es bislang aber kein einheitliches Erscheinungsbild, sondern mehrere, unkoordinierte Zeitungsportale. Im letzten Jahr wurde Katharina Borchert, die sich als <a target="_blank" href="http://www.lyssas-lounge.de/" rel="noopener noreferrer">Lyssa</a> in der Blogszene einen Namen gemacht hatte und ganz nebenbei (und vermutlich nicht karriereschädigend) Tochter des ehemaligen Landwirtschaftsministers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Borchert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jochen Borchert</a> ist, von der WAZ damit beauftragt das einheitliche Portal &quot;Der Westen&quot; zu gestalten. </p>
<h4 class="pullquote">Hält das vollmundig angekündigte Medienportal &quot;Der Westen&quot;, was versprochen wurde? Sicher ist: das Projekt an den Start zu bringen, war eine beinahe herkulische Aufgabe. <br /></h4>
<p>Damit stand Borchert zugegeben vor einer durchaus respektablen Aufgabe. Selbst wenn man das nette Etikett einer &quot;WAZ-Online-Chefin&quot; trägt, dürfte es nicht leicht fallen, so viele Wünsche, Erwartungen und Forderungen zu koordinieren und zu erfüllen. Insgesamt sind es über 800 Journalisten, die von heute an ihre Texte nicht nur wie gewohnt bei der Redaktion abliefern oder eben konventionell in das (Print-)Redaktionssystem einschleusen, sondern selbst den Internetauftritt mitgestalten. Zumindest ein bißchen.</p>
<p>Thomas Knüwer, der indiskrete Handelsblattblogger, war schon <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1555" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vor Wochenfrist</a> in den Redaktionsräumen in <del>Dortmund</del><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_0_109" id="identifier_0_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich hatte mich u.a. durch diesen Wiki-Text etwas irreleiten lassen und war f&auml;lschlicherweise der Ansicht, die Onlineredaktion bef&auml;nde sich in Dortmund. Dem ist aber nicht so, wie Andreas in den Kommentaren bemerkt. In Dortmund selbst ist nur der WAZ-Ableger &quot;Westf&auml;lische Rundschau&quot; beheimatet, die aber mit immerhin 200 Journalisten auch an &quot;Der Westen&quot; beteiligt ist&hellip;">1</a> Essen (wo u.a. 20 Onlineredakteure den Feinschliff und die Verantwortung übernehmen) und Thomas war durchaus angetan.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_1_109" id="identifier_1_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und mit seiner Einsch&auml;tzung liegt er nach meiner  Einsch&auml;tzung goldrichtig: &quot;Denn angesichts der himmelhohen Erwartungen wird sie beim Start richtig Pr&uuml;gel in der Blog-Szene kassieren. Ob der Westen aber ein Erfolg wird &ndash; das zeigt sich erst nach fr&uuml;hestens einem Jahr. Die Grundlagen, dass dem so sein wird, sind aber gelegt.&quot;">2</a> Die taz <a target="_blank" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wissen-fuer-wessis/?src=MT&amp;cHash=986cf373d9" rel="noopener noreferrer">warf ebenfalls vorab</a> einen Blick auf das Projekt und wußte allerdings auch von Journalisten, die schon im Vorfeld leise  rebellierten:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Wir recherchieren, gehen auf Termine, fotografieren, schreiben, erledigen Layout und Korrektur &#8211; und jetzt sollen wir auch noch das Internet bestücken?&quot;, fragt eine Lokalredakteurin. Und ein Kollege sagt: &quot;Wir machen bereits die Zeitung an der Leistungsgrenze.&quot; Die Online-Arbeit komme noch oben drauf. &quot;Ich wehre mich nicht gegen das Internet&quot;, sagt die Redakteurin, &quot;aber die Art und Weise, ohne Personalaufstockung, ohne zusätzliches Honorar, dagegen habe ich etwas.&quot; </p>
</blockquote>
<p>Jetzt kann man sich selbst ein Bild machen und, nun ja, wer hatte auch erwartet, daß<del> das Rad</del> die Zeitung neu erfunden würde? Gut, es sind bislang nur wenig Artikel online<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_2_109" id="identifier_2_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Artikel zum SPD-Parteitag liest sich so...">3</a> und man sieht sicher erst in 2-3 Tagen, wie das neue Angebot überhaupt angenommen wird. Aber das Erscheinungsbild kommt doch recht brav daher. Übersichtlich zwar und aufgeräumt, aber doch auch ein wenig bieder.</p>
<p>In einem <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Interview mit der FAZ</a>, das heute erscheint, betont Katharina Borchert (die eben frischgebackene Chefredakteurin ist), daß es v.a. auch um ein Umdenken im eigenen Haus gehe; die eigenen Mitarbeiter müßten an die Online-Darstellung herangeführt werden:</p>
<blockquote>
<p>Wir wollen sie daran gewöhnen, nicht ausschließlich an Print, sondern immer auch an Online zu denken. Einige werden bald auch eine Videokamera zu den Terminen oder zumindest zu Interviews mitnehmen; </p>
</blockquote>
<p>Eine andere &#8211; eher unausgesprochene &#8211; Hoffnung ist sicherlich, daß über die Einbindung und Aktivierung von Communities auch Inhalte nach dem AAL-Prinzip<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_3_109" id="identifier_3_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="AAL=Andere arbeiten lassen">4</a> generiert werden; wenn engagierte User selbst Beiträge schreiben und Informationen liefern, dann wird die journalistische Arbeit durchaus erleichtert bzw. kann daran anknüpfen. Und Inhalte (<em>neudeutsch: content</em>) werden auf alle Fälle her- und bereitgestellt. </p>
<p>Im <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">FAZ-Interview</a> wird diesbezüglich die richtige Frage gestellt:</p>
<blockquote>
<p>Trotzdem weichen Sie die Grenzen zwischen professionellem Journalismus und Amateur-Berichterstattung auf.</p>
</blockquote>
<p>Und Katharina Borchert gibt eine beinahe unverantwortliche Antwort, die einerseits ausweichend-naiv, andererseits respektlos und herablassend daherkommt:</p>
<blockquote>
<p>Das sehe ich nicht so. Die Arbeit eines professionellen Journalisten wird im Idealfall durch eine andere Qualität zu erkennen sein. Er hat ganz andere Ressourcen, Erfahrungen und Kontakte. Und, notabene, eine andere Sprache. Aber Blogs können eine durchaus spannende Ergänzung sein. Im Übrigen kennzeichnen wir die Unterschiede auch optisch auf unserer Seite.</p>
</blockquote>
<p>Aha, wieder etwas dazugelernt: der Journalist verfügt &#8211; <em>notabene! </em>&#8211; über eine ganz andere Sprache, als der gemeine Blogger. Also ich für meinen Teil spreche und schreibe ja Deutsch und Journalisten, die ich schätze, bedienen sich meist ebenfalls dieser Sprache. ;-)</p>
<p>Naja, genug gemäkelt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_4_109" id="identifier_4_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Immerhin gesteht Katharina Borchert auch zu, da&szlig; selbst Journalisten nicht fehlerfrei sind. Wenngleich ihr Premierenartikel sprachlich etwas unbeholfen daherkommt, so halte ich die Idee, den Lesern die M&ouml;glichkeit zu geben, auf Fehler durch Blogkommentare hinzuweisen, durchaus f&uuml;r sinnvoll.">5</a> Alles was sich zu dieser Stunde sagen läßt: der große Wurf ist es nicht und es ist ebenfalls durchaus fraglich, ob die Aufhübschung durch Web-2.0-Features genügt. </p>
<p>&nbsp; </p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em></em></p>
<p><em>Lesenswerte Artikel und Interviews:</em></p>
<ul>
<li>FAZ: <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Wir mußten etwas tun</a>; Interview mit K. Borchert, FAZ, 29.10.2007</li>
<li>Stabe, Martin: <a target="_blank" href="http://blogs.pressgazette.co.uk/fleetstreet/2007/10/28/new-german-regional-newspaper-site-is-well-worth-watching/" rel="noopener noreferrer">New German regional newspaper site is well worth watching</a>, PressGazette.co.uk, 28.10.2007 </li>
<li>WAZ-Portal: <a href="http://www.derwesten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Westen</a></li>
</ul>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_109" class="footnote">Ich hatte mich u.a. durch <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Westdeutsche_Allgemeine_Zeitung" rel="noopener noreferrer">diesen Wiki-Text</a> etwas irreleiten lassen und war fälschlicherweise der Ansicht, die Onlineredaktion befände sich in Dortmund. Dem ist aber nicht so, wie Andreas in den Kommentaren bemerkt. In Dortmund selbst ist nur der WAZ-Ableger &quot;Westfälische Rundschau&quot; beheimatet, die aber mit immerhin 200 Journalisten auch an &quot;Der Westen&quot; beteiligt ist&#8230;</li><li id="footnote_1_109" class="footnote">Und mit seiner Einschätzung liegt er nach meiner  Einschätzung goldrichtig: &quot;Denn angesichts der himmelhohen Erwartungen wird sie beim Start richtig Prügel in der Blog-Szene kassieren. Ob der Westen aber ein Erfolg wird &#8211; das zeigt sich erst nach frühestens einem Jahr. Die Grundlagen, dass dem so sein wird, sind aber gelegt.&quot;</li><li id="footnote_2_109" class="footnote">Der Artikel zum SPD-Parteitag <a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/nachrichten/2007/10/28/news-1253544/detail.html" rel="noopener noreferrer">liest sich so.</a>..</li><li id="footnote_3_109" class="footnote">AAL=Andere arbeiten lassen</li><li id="footnote_4_109" class="footnote">Immerhin <a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/blogs/korrektur/stories/57/" rel="noopener noreferrer">gesteht Katharina Borchert auch zu</a>, daß selbst Journalisten nicht fehlerfrei sind. Wenngleich ihr Premierenartikel sprachlich etwas unbeholfen daherkommt, so halte ich die Idee, den Lesern die Möglichkeit zu geben, auf Fehler durch Blogkommentare hinzuweisen, durchaus für sinnvoll.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/">Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start | Werkstattnotiz XVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Wo bleibt die Welle? » Der Wettbewerb &#8222;Best of Blogs&#8220; findet kaum Beachtung &#124; Werkstattnotiz XXII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2007 10:52:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/31/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#34;Wie tickt die Blogosphäre?&#34; &#8211; Es ist noch nicht lange her, daß ich einige Überlegungen zu dieser Frage angestellt habe und letztlich zum Ergebnis kam, daß das (glücklicherweise?) oftmals unkalkulierbare Verhalten der Blogger dem Gebaren einer verwöhnten Diva gleicht. Hofiert, gehätschelt und bewundert will sie zwar werden, sie setzt sich gern in Szene, aber sich ... <a title="Wo bleibt die Welle? » Der Wettbewerb &#8222;Best of Blogs&#8220; findet kaum Beachtung &#124; Werkstattnotiz XXII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/" aria-label="Mehr Informationen über Wo bleibt die Welle? » Der Wettbewerb &#8222;Best of Blogs&#8220; findet kaum Beachtung &#124; Werkstattnotiz XXII">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&quot;<em>Wie tickt die Blogosphäre?</em>&quot; &#8211; Es ist noch nicht lange her, daß ich <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/15/die-launen-der-blogdiva-selbstreferentialitaet-oder-das-schwierige-geschaeft-die-blogosphaere-zu-mobilisieren-werkstattnotiz-xv/" rel="noopener noreferrer">einige Überlegungen</a> zu dieser Frage angestellt habe und letztlich zum Ergebnis kam, daß das (glücklicherweise?) oftmals unkalkulierbare Verhalten der Blogger dem Gebaren einer verwöhnten Diva gleicht. Hofiert, gehätschelt und bewundert will sie zwar werden, sie setzt sich gern in Szene, aber sich selbst in Szene setzen lassen? Über das Stöckchen, das wohlmeinend hingehalten wird auch noch springen?</strong> </p>
<p>Nun ja, ein weiters Indiz für diese Beobachtung ist der aktuell stattfindende BoB-Award. &quot;Der Bob-Award&quot;? Ich gestehe: bis gestern ist dieser Wettbewerb, den die Deutsche Welle durchführt, mir selbst auch kein Begriff gewesen. Vielleicht zu recht? Vielleicht hat dieser Wettbewerb, der &#8211; so die Selbstauskunft &#8211; &quot;<em>einzige Wettbewerb, der einen sprachenübergreifenden Blick über die rasant wachsende Weblog-Szene bietet</em>&quot; es einfach nicht besser verdient? </p>
<h4 class="pullquote">Bietet dieser Award wirklich einen angemessenen Überblick über die Weblog-Szene? <br /></h4>
<p>Aber der Reihe nach: wie offenbar schon im Jahr 2006 hat die <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Welle" rel="noopener noreferrer">Deutsche Welle</a> (DW)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/#footnote_0_114" id="identifier_0_114" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Immerhin gut finanziertes Kind der ARD-Familie, das eben die Aufgabe hat, Fernseh- und Radioformate und inzwischen auch Internetangebote f&uuml;r das Ausland zu produzieren.">1</a> zum Wettbewerb um den oder die &quot;<em>besten Weblogs</em>&quot; aufgerufen. In der Bewerbungsphase wurden über 7.000 Blogs vorgeschlagen, aus denen dann durch eine als &quot;<em>Fach- und Expertenjury</em>&quot; betiteltes Gremium 150 Kandidaten ausgewählt wurden. </p>
<p>Auf der Bob-Website liest sich das so:</p>
<blockquote>
<p>Die Jury der BOBs-Awards hat ihre Vor-Auswahl getroffen. In der Zeit vom 22. Oktober bis 15. November stellen sich die 150 Nominierten in insgesamt 15 Kategorien dem Votum der User. </p>
<p>In jeder Kategorie sind nun 10 Kandidaten nominiert. Über das User-Voting haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre Favoriten zu bestimmen und so über die Publikumspreise zu entscheiden.</p>
</blockquote>
<p>Schön und gut, möchte man meinen &#8211; wo aber liegt das Problem? Nun gut, &quot;Problem&quot; würde ich es nicht nennen, aber ich bin mal wieder etwas irritiert, daß mir &#8211; einem regelmäßien Flaneur durch die hiesige Bloglandschaft &#8211; dieser Wettbewerb quasi verborgen blieb. Erst durch <a href="http://www.readers-edition.de/2007/10/30/chinesische-nominierte-fuer-die-bobs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesen gestrigen Artikel</a> in der ReadersEdition bin ich darauf aufmerksam geworden. </p>
<h4 class="pullquote">Warum hat man wieder einmal versäumt, dieses Projekt in der Blogosphäre bekannt zu machen? Keine Lust? Pure Unfähigkeit? <br /></h4>
<p>Ich habe nun kurz etwas recherchiert und gewinne nur noch stärker den Eindruck, als läge die Ursache in einem allzu bekannten Phänomen: denn kann es sein, daß hier mal wieder mit nicht unerheblichem Aufwand ein Projekt gestemmt wird, man aber vergessen hat, dieses Event auch in der betreffenden Szene bekannt zu machen? </p>
<p>Gewiß, die Deutsche Welle ist kein Mainstream-Medium und soll v.a. im Ausland wahrgenommen werden. Aber die Preisverleihung findet letztlich doch in Berlin statt (am 15.11. um genau zu sein) und ich sollte mich doch arg täuschen, wenn im Anschluß daran nicht auch in Print- und anderen Medien über die Preisträger und den Abend berichtet werden würde. </p>
<h4 class="pullquote">Die Ergebnisse des Bob-Awards werden ein Stück weit das öffentliche Bild der Blogszene prägen. Aber ist dieses Bild nicht zwangsläufig eine Karikatur? <br /></h4>
<p>Das heißt aber auch: die Ergebnisse dieses Wettbewerbs beeinflußen die Wahrnehmung der Blogosphäre durch außen! Wenn schon Spreeblick, basicthinking, nerdcore und Co. nicht in der Ankündigung des Awards beteiligt wurden, warum hat man es dann nicht durch &quot;virales Marketing&quot; versucht?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/#footnote_1_114" id="identifier_1_114" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einzig bei Th. Kn&uuml;wer las ich einen kurzen Hinweis &ndash; dies allerdings, als er selbst von seiner Nominierung erfuhr.">2</a> Oder &#8211; man verzeihe mir den fast schon überstrapazierten Satz &#8211; &quot;<a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/22/vielleicht-fragen-sie-das-naechste-mal-jemanden-der-sich-damit-auskennt-die-sueddeutsche-zeitung-steht-immer-noch-auf-kriegsfuss-mit-dem-web-20/" rel="noopener noreferrer">Warum hat man nicht jemanden gefragt, der sich damit auskennt?</a>&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/#footnote_2_114" id="identifier_2_114" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Tatsache, da&szlig; die Beteiligung am Abstimmungsproze&szlig; bislang recht schleppend verl&auml;uft, kann insofern kaum verwundern.">3</a></p>
<p>Denn das Bild, das letztlich durch diesen Wettbewerb von der nationalen und internationalen Blogszene gezeichnet wird, kann nur schief sein. Die Preisverleihung wird jedenfalls so angekündigt:</p>
<blockquote><p>An diesem Abend wird die Jury &#8211; 15 bekannte Blogger und Experten aus 10 Ländern &#8211; nicht nur die Gewinner verkünden, sondern auch einen Einblick in Tendenzen und Besonderheiten ihrer jeweiligen Blogwelten geben.</p></blockquote>
<p>Und die von der Jury für den Preis des &quot;Besten deutschen Blogs&quot; nominierten Kandidaten (für die abgestimmt werden kann und soll) sind:&nbsp;</p>
<ol>
<li><a target="_blank" href="http://kid37.blogger.de/stories/947532/" rel="noopener noreferrer">Das hermetische Café</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://www.bahn-spass.de/2007/10/30/the-bobs-best-of-the-blogs-awards/" rel="noopener noreferrer">Spaß mit der Deutschen Bahn</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://www.bestatterweblog.de/deutsche-welle-nominiert-bestatterweblog/630/" rel="noopener noreferrer">Bestatterweblog</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/" rel="noopener noreferrer">Indiskretion Ehrensache</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://www.zwarwald.de/" rel="noopener noreferrer">Zwarwald</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://auguststrasse-berlin-mitte.de/" rel="noopener noreferrer">AUGUSTSTRASSE</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://www.behindertenparkplatz.de/cl/2007/10/26/856/" rel="noopener noreferrer">Behindertenparkplatz</a></li>
<li><a href="http://www.charmingquark.de/?p=2908" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Charming Quark</a></li>
<li><a href="http://www.allesaussersport.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alles ausser sport</a></li>
<li><a target="_blank" href="http://www.krusenstern.ch" rel="noopener noreferrer">Krusenstern * Крузенштерн</a></li>
</ol>
<p>Nichts gegen die Nominierten, es sind einige lesenswerte Blogs darunter, aber im Ernst: sind das die Blogs, die tatsächlich als irgendwie repräsentativ und &quot;preiswürdig&quot; gelten? </p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Wer &quot;Schadensminimierung&quot; betreiben will, gelangt hier zur Website:</p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.thebobs.com/index.php" rel="noopener noreferrer">The BoBs &#8211; Best of the Blogs</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em><strong>[Update &#8211; 16.11.2007]</strong></em></p>
<p>Am gestrigen Abend wurden nun die Preise &#8211; oder wie es trendgemäß heißt &#8211; &quot;Awards&quot; verliehen. In den letzten Tagen wurde in der Blogosphäre ja immerhin ein wenig über den Wettbewerb und dessen leider wenig kenntnisreiche Organisation getratscht. Denn die Abstimmung bzw. Abgabe der Votes für die Publikumspreise war mehr als obskur, unübersichtlich und wurde letztlich noch Opfer eines kleinen Hackerangriffs. Was es nicht alles gibt.</p>
<p>Mit Blogs kennen sich die bei der &quot;Deutschen Welle&quot; augenscheinlich nicht aus &#8211; die Preisverleihung selbst scheint aber ganz nett gewesen zu sein. </p>
<p>Bestes deutsches Blog wurde (und damit kann ich mich anfreunden) der <a href="http://www.behindertenparkplatz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Behindertenparkplatz</a>. Glückwunsch dazu. Ob es tatsächlich der &quot;beste Blog&quot; aus über 200.00 deutschen Weblogs ist (<a href="http://blog.blogcensus.de/2007/11/16/blogcensus-report-november-2007-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diese Zahlen präsentieren</a> heute Dirk Olbertz und Jens Schröder) ist, sei mal dahingestellt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/#footnote_3_114" id="identifier_3_114" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und diese Frage ist ja ohnehin nicht beantwortbar.">4</a></p>
<p><em>Rückblicke auf die Preisverleihung, die Sieger in den einzelnen Kategorien und den Wettbewerb gibt es hier zu lesen:</em></p>
<ul>
<li>Readers Edition: <a href="http://www.readers-edition.de/2007/11/16/die-besten-blogs-der-welt-the-bobs-2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die besten Blogs der Welt &#8211; “The BOBs 2007″</a>, 16.11.2007</li>
<li>Spreeblick: <a href="http://www.spreeblick.com/2007/11/16/nachlese-bobs-2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachlese: BOBs 2007</a>, 16.11.2007</li>
</ul>
<p>Und Thomas Knüwer zieht nochmals ein <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1589" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisches Fazit</a> zum BOB-Award.</p>
<p>Zu wünschen bleibt, daß man aus den Pannen für das nächste Jahr etwas lernt&#8230;&nbsp; allerdings bin ich skeptisch, ob man dazu bei der &quot;Deutschen Welle&quot; bereit und in der Lage ist. ;-( </p>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_114" class="footnote">Immerhin gut finanziertes Kind der ARD-Familie, das eben die Aufgabe hat, Fernseh- und Radioformate und inzwischen auch Internetangebote für das Ausland zu produzieren.</li><li id="footnote_1_114" class="footnote">Einzig bei Th. Knüwer las ich einen <a target="_blank" href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1560" rel="noopener noreferrer">kurzen Hinweis </a>&#8211; dies allerdings, als er selbst von seiner Nominierung erfuhr.</li><li id="footnote_2_114" class="footnote">Die Tatsache, daß die Beteiligung am Abstimmungsprozeß bislang recht schleppend verläuft, kann insofern kaum verwundern.</li><li id="footnote_3_114" class="footnote">Und diese Frage ist ja ohnehin nicht beantwortbar.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/wo-bleibt-die-welle-der-wettbewerb-best-of-blogs-findet-kaum-beachtung-werkstattnotiz-xxii/">Wo bleibt die Welle? » Der Wettbewerb &#8222;Best of Blogs&#8220; findet kaum Beachtung | Werkstattnotiz XXII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Die Wissenschaft vom neuen Netz » Forschungsfragen, Methodologie und Diskussionen &#124; Werkstattnotiz IX</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/die-wissenschaft-vom-neuen-netz-forschungsfragen-methodologie-und-diskussionen-werkstattnotiz-ix/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 18:04:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zurück aus Bamberg, zurück in den grauen Alltag. Der Münchner Nieselregen weckt fast schon sehnsuchtsvolle Erinnerungen an die zurückliegenden spannenden, sonnigen Tage. Die Organisation und somit die Rand- und Rahmenbedingungen des Workshops &#34;Das neue Netz? Bestandsaufnahmen und Perspektiven&#34; waren geradezu ideal: Jan Schmidt, Florian L. Mayer und ihre Hiwi-Mannschaft hatten alles notwendige vorbereitet, die offene ... <a title="Die Wissenschaft vom neuen Netz » Forschungsfragen, Methodologie und Diskussionen &#124; Werkstattnotiz IX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/die-wissenschaft-vom-neuen-netz-forschungsfragen-methodologie-und-diskussionen-werkstattnotiz-ix/" aria-label="Mehr Informationen über Die Wissenschaft vom neuen Netz » Forschungsfragen, Methodologie und Diskussionen &#124; Werkstattnotiz IX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/die-wissenschaft-vom-neuen-netz-forschungsfragen-methodologie-und-diskussionen-werkstattnotiz-ix/">Die Wissenschaft vom neuen Netz » Forschungsfragen, Methodologie und Diskussionen | Werkstattnotiz IX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zurück aus Bamberg, zurück in den grauen Alltag. Der Münchner Nieselregen weckt fast schon sehnsuchtsvolle Erinnerungen an die zurückliegenden spannenden, sonnigen Tage. Die Organisation und somit die Rand- und Rahmenbedingungen des Workshops &quot;<a target="_blank" href="http://www.dasneuenetz.de/" rel="noopener noreferrer">Das neue Netz</a>? Bestandsaufnahmen und Perspektiven&quot; waren geradezu ideal: Jan Schmidt, Florian L. Mayer und ihre Hiwi-Mannschaft hatten alles notwendige vorbereitet, die offene Workshopstruktur bot ausreichend Raum für interessante Diskussionen und die Auswahl der Locations für Mittag- und Abendessen, erwies sich ebenfalls als Volltreffer.</strong> </p>
<p>Was aber bleibt, jenseits der Erkenntnis, daß es sich bei einem fränkischen Bier vortrefflich mit anderen (Sozial-)Wissenschaftlern diskutieren läßt? Was bleibt hängen, außer der Information, daß auf dem Bamberger Domplatz einst die Stelle markiert war, an dem sich der &quot;<em>Nabel der Welt</em>&quot; befinden sollte?&nbsp;</p>
<p>Zunächst: Menschen, die sich mit wissenschaftlichem Anspruch mit der Blogosphäre, ihren verschiedenen Teilaspekten und Verschränkungen zwischen virtueller und realer Identität beschäftigen, sind freundliche Zeitgenossen. Auffallend war, daß bei allen Präsentationen und allen sich anschließenden Debatten zwar kritisch nachgefragt und debattiert wurde, allerdings an keiner Stelle Profilierungssucht und Geltungsdrang zum Vorschein kam. Wichigtuerei, Konkurrenzdenken gar, scheint den Vermessern der Blogsphäre offenbar fremd zu sein. </p>
<p><strong>Wohin treibt das Netz? Wohin treiben wir? &#8211; Forschungsfragen zum Web 2.0</strong> </p>
<p>Einer der Aspekte, der das meiste Interesse auf sich zog, war die Frage nach dem Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit im Web 2.0. Es gab durchaus interessante Präsentationen zu dieser Frage, die allerdings teilweise daran krankten, daß die Datenbasis unzureichend und die durch die Clusteranalyse gewonnen Gruppen nicht unbedingt aussagekräftig waren. So skizzierte <a href="http://www.dasneuenetz.de/2007/09/21/37/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leonhard Reinecke</a> in seinem Vortrag &quot;Privatsphäre 2.0&quot; zwar sehr anschaulich die Ergebnisse seines Projekts, allerdings ist es eben doch bedauerlich, wenn es letztlich doch nur möglich ist, zwischen Web2.0-Produzenten, Web2.0-Rezipienten und schließlich den Abstinenzlern zu differenzieren. Denn &#8211; wie wir in der anschließenden Diskussion auch feststellten: zwischen Blogbetreibern und denjenigen, die ggf. Comments posten besteht vermutlich durchaus ein großer Unterschied; beide Gruppen zählen aber &#8211; genauso wie die Wikipedianer &#8211; zur Gruppe der Web2.0-Produzenten. </p>
<p>Insofern darf man Leonard evtl. die Daumen drücken, daß er ein Anschlußprojekt bewilligt bekommt, wo er dann differenzieren kann und möglicherweise auch eine spannende Querschnittsuntersuchung anschließen kann. Denn &#8211; so mein Verdacht &#8211; möglicherweise verändert sich die Sensibilität des Umgangs mit privaten Daten (resp. das Konzept &#8217;self-disclosure&#8216;) auch mit der Zeit der Zugehörigkeit bzw. Verweildauer im Web 2.0. Stichwort: Gewöhnungseffekte&#8230;</p>
<h4 class="pullquote">Foucault hätte sich wohl kaum träumen lassen, welche Blüten die Kontrollgesellschaft einstmals treiben würde.</h4>
<p>Recht vielversprechend fand ich persönlich Lars Alberths <a target="_blank" href="http://bucklicht-maennlein.de/blog1/?p=374" rel="noopener noreferrer">kurze Vorstellung</a>, in welchen Formen der Körper bzw. Leiblichkeit im Web2.0 dargestellt und thematisiert wird. Ich könnte mir vorstellen, daß es sich lohnen könnte, den Fokus gezielt darauf zu richten, welche Facetten der Selbstdisziplinierung hier vorzufinden sind. Die bisherigen Indizien, die Lars bereits gesammelt hat &#8211; nämlich daß hier das Medium Web2.0 eine neue Spielweise für spannende Formen der Körper-Gouvernementalität bietet &#8211; sind jedenfalls spannend. Die Techniken des Selbst werden hier anschaulich sichtbar. Foucault hätte sich wohl kaum träumen lassen, welche Blüten die Kontrollgesellschaft einstmals treiben würde.</p>
<p>Bevor ich nun aber beginne, alle Präsentationen zu kommentieren (und dabei Gefahr laufe, Kurzschlüsse zu produzieren), möchte ich abschließend noch auf eine interessante Diskussion zu sprechen kommen, die sich am Freitagabend ergab. Wobei &#8211; halt: zuvor muß ich noch anmerken, daß Klaus Steins <a target="_blank" href="http://www.dasneuenetz.de/2007/09/24/slot-3/" rel="noopener noreferrer">Ausführungen</a> zu neueren Versuchen, die an sich unterkomplexen Suchalgorithmen durch Vertrauens- und Bewertungsfeatures zu erweitern, ungemein charmant und anschaulich waren. Hier konnte man wieder einmal ablesen, daß Interdisziplinarität bzw. der Blick über den disziplinären Tellerrand sehr befruchtend sein kann. Genauso bemerkenswert war freilich der Vortrag von <a target="_blank" href="http://christianpentzold.de" rel="noopener noreferrer">Christian Pentzold</a>, der mit riesiger Begeisterung die ersten Schritte und Ergebnisse seiner Doktorarbeit zu Fragen der Machtstrukturen und -spiele in Wikis vorstellte. </p>
<p><strong>Neugier, Distanz und der methodologische Standpunkt</strong></p>
<p>Nun aber zur erwähnten Diskussion, die Kaya und mich auch noch auf dem Nachhauseweg beschäftigt hat. Ausgangspunkt war die Schilderung Steffen Blaschkes, daß offenbar Diplomanden im Fach Medienwissenschaft die einschlägigen Softwareinstrumente häufig nicht nutzen, sondern bspw. digital vorliegendes Datenmaterial erst ausdrucken, um dann umständlich und zeitaufwendig von Hand die einzelnen Auswertungsschritte vorzunehmen.  Die erste Frage lautete also, ob man es etwa einer Diplomarbeit zu ihrem Nachteil anrechnen darf, daß die Ergebnisse nicht mit den avancierten, zeitgemäßen Techniken erarbeitet wurden. </p>
<p>Relativ schnell wurden wir uns dann mit Lars Alberth einig, daß es einen Königsweg nicht gibt und geben darf. Wer es präferiert, seine Texte von Hand zu schreiben oder Opas Olivetti-Schreibmaschine bemüht, sorgt zwar für Irritationen, die wissenschaftliche Arbeit muß aber selbstverständlich ungeachtet dessen bewertet werden. Das ist freilich einigermaßen unstrittig, allerdings ergab sich später eine zweite, spannendere Frage. Und zwar die nach dem angemessenen Beobachterstandpunkt, wenn es um die wissenschaftliche Analyse von Praktiken des Web 2.0 geht. </p>
<h4 class="pullquote">Muß ich selbst einen Blog betreiben, um über die Blogosphäre forschen zu können? Wieviele Wikiartikel muß ich geschrieben haben, um zu diesem Thema wissenschaftlich zu arbeiten? <br /></h4>
<p>Oder anders formuliert: Muß ich selbst einen Blog betreiben, um seriös und glaubhaft über die Blogosphäre zu schreiben? Wieviele Wikipedia-Artikel muß ich selbst editiert haben, in wievielen Edit-Wars muß ich als Sieger vom Platz gegangen sein, um mich als Wikipediaforscher bezeichnen zu dürfen? </p>
<p>Zugegeben: wenn ich die Fragen auf diese Weise stelle, so liegt die Antwort nahe, daß man eben nicht notwendigerweise selbst diese Praktiken (das Bloggen, das Schreiben von Wikiartikeln etc.) erprobt haben muß, um hier wissenschaftlich fundierte Aussagen treffen zu können. Interessant ist die Frage aber allemal, da garantiert andere Standpunkte anzutreffen sind. Wie ist es denn mit der Frage nach Nähe und (objektiver) Distanz? In anderen Fällen ist die aus der Ethnologie entlehnte Methode der &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmende_Beobachtung" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">teilnehmenden Beobachtung</a>&quot; eine vielversprechende Perspektive. Was ist aber, wenn ich mich als arrivierter Blogger selbst längst inmitten des Feldes positioniert habe, über das ich nun verallgemeinerbare Aussagen treffen will? Gibt es nicht auch so etwas wie eine &quot;Betriebsblindheit&quot;, wenn ich allzu stark mit meinem Forschungsgegenstand verwoben bin? </p>
<h4 class="pullquote">Luhmann wußte: &quot;Botaniker sind keine Bäume!&quot; Wie schön haben es also die Naturwissenschaftler?</h4>
<p>Das sind alles keine neuen Fragen, allerdings sind es gerade was die Wissenschaft des Web 2.0 angeht durchaus Punkte, die beantwortet oder zumindest reflektiert werden sollten. Am Ende ist diese Problematik freilich dem seit je ambivalenten Gegenstandsbezug der Sozialwissenschaften geschuldet, die ja immer schon Teil der Gesellschaft sind, die sie zu analysieren beanspruchen. </p>
<p>Wie gut und komfortabel haben es<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/die-wissenschaft-vom-neuen-netz-forschungsfragen-methodologie-und-diskussionen-werkstattnotiz-ix/#footnote_0_87" id="identifier_0_87" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenigstens auf den ersten Blick, auf den zweiten offenbaren sich auch hier vielf&auml;ltige Schwierigkeiten.">1</a> da doch die Naturwissenschaften. Wie sagte Luhmann in einer meiner Lieblingsformulierungen noch so schön? Genau! &quot;<em>Botaniker sind keine Bäume!</em>&quot; Blogwissenschaftler sind aber häufig genug Blogger &#8211; und sie sollten sich dessen bewußt sein. Nicht mehr, nicht weniger. Aber soviel methodologische Reflektiertheit sollte schon sein.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Weitere Anmerkungen zum Workshop gibt es u.a. bei <a target="_blank" href="http://www.sozlog.de/?p=584" rel="noopener noreferrer">Tina</a>, <a target="_blank" href="http://bucklicht-maennlein.de/blog1/?p=389" rel="noopener noreferrer">Lars</a>, <a target="_blank" href="http://geloggd.alexander-filipovic.de/2007/09/24/tagungsruckblick-das-neue-netz/" rel="noopener noreferrer">Alexander</a> und <a target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/2007/09/25/neue-netze/" rel="noopener noreferrer">Kaya</a>. </p>
<p>Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/dnn2007">dnn2007</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Offene Fragen zur Methodik? Mehr Infos u.a. hier:</em></p>
<ul>
<li>Strübing/Schnettler (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3825225135?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3825225135">Methodologie interpretativer Sozialforschung</a>. Klassische Grundlagentexte. UTB.</li>
<li>Opp, Karl-Dieter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531527592?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531527592">Methodologie der Sozialwissenschaften</a>. Vs-Verlag. </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_87" class="footnote">Wenigstens auf den ersten Blick, auf den zweiten offenbaren sich auch hier vielfältige Schwierigkeiten.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/die-wissenschaft-vom-neuen-netz-forschungsfragen-methodologie-und-diskussionen-werkstattnotiz-ix/">Die Wissenschaft vom neuen Netz » Forschungsfragen, Methodologie und Diskussionen | Werkstattnotiz IX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird &#124; Werkstattnotiz LXXVI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 08:19:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bloggen macht Spaß. Und für die meisten Blogger ist ihr Hobby ein wunderbarer Zeitvertreib. Für andere bedeutet bloggen aber auch Stress. Manchmal sogar Stress, der tödlich enden kann. Fest steht: wenn die Jagd nach heißen News zum Dauerzustand wird, dann kann das Blog- und Nachrichtenfieber gesundheitliche Folgen haben. Risiken und Nebenwirkungen des Bloghypes. Schöne neue ... <a title="Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird &#124; Werkstattnotiz LXXVI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/" aria-label="Mehr Informationen über Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird &#124; Werkstattnotiz LXXVI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/">Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird | Werkstattnotiz LXXVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 7px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/04/Wir_nennen_es_Arbeit_01a.jpg" alt="Wir_nennen_es_Arbeit_01a.jpg" width="280" height="187" align="right" />Bloggen macht Spaß. Und für die meisten Blogger ist ihr Hobby ein wunderbarer Zeitvertreib. Für andere bedeutet bloggen aber auch Stress. Manchmal sogar Stress, der tödlich enden kann.</strong></p>
<p><strong> Fest steht: wenn die Jagd nach heißen News zum Dauerzustand wird, dann kann das Blog- und Nachrichtenfieber gesundheitliche Folgen haben. Risiken und Nebenwirkungen des Bloghypes.</strong></p>
<p>Schöne neue Welt des Web 2.0: nie war Kommunikation schneller und leichter. Die Zeiten, in denen es einer exklusiven Journalistenklasse vorbehalten war, ihre Meinung medial zu verbreiten, sind lange vorbei. Heute ist es prinzipiell jedem Internetnutzer möglich, sich der Welt da draußen mitzuteilen.</p>
<p>Dabei ist es nebensächlich, ob man seine Webnotizen nur für eine handvoll Leute schreibt oder ob die Artikel zehntausende Leser finden. Die Attraktivität von Weblogs kennzeichnet sich zunächst durch ihre &#8211; fast grenzenlose<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_0_228" id="identifier_0_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Grunde sind es lediglich rechtliche Beschr&auml;nkungen die limitierend wirken.">1</a> &#8211; Autonomie. Wie, wann, wo und wie oft man schreibt &#8211; das alles bestimmt der Blogger selbst. Kein Wunder, daß diese neue Form der webbasierten Kommunikation ein riesiges Verführungspotential hat.</p>
<p><strong>Faszination Blog: Schreiben wann, wo und wie man will</strong></p>
<p>Und so sind es zunächst die Schokoladenseiten des Bloggeschäfts, die die Sache so faszinierend und attraktiv machen. Denn welcher Journalist hat nicht schon seinen Chefredakteur zum Teufel gewünscht oder die stetig tickende Uhr verflucht, wenn der Redaktionsschluß nahte? Als Blogger kann man über solche Zwänge nur schmunzeln. Der süße Duft von Freiheit und Flexibilität durchweht die Blogosphäre.</p>
<h4 class="pullquote_left">Das verführerische Versprechen für News-Junkies: man kann mit Blogs reich werden.</h4>
<p>Es gibt keine Vorgesetzten. Stattdessen die Chance mit frecher Schreibe und dem richtigen Riecher für spannende Themen sogar echtes Geld zu verdienen. In den USA gibt es inzwischen tausende Blogger, die ihren Lebensunterhalt auf diese Weise bestreiten.</p>
<p>Es sind News-Junkies, die vor wenigen Jahren von den verlockenden Möglichkeiten des alternativen Online-Journalismus angelockt worden sind. Auch in der Online-Welt des Web 2.0 herrscht bisweilen Goldgräberstimmung und viele Blogfreaks träumen den amerikanischen Traum: vom abgebrannten Blogneuling zum dollarschweren Blog-Guru.</p>
<p>Wirklichkeit wird diese Web 2.0-Variante des klassischen &#8222;Vom Tellerwäscher zum Millionär&#8220;-Traums aber nur für die allerwenigsten. Die Erfolgstory eines Michael Arrington, der als Gründer des Erfolgsblogs &#8222;<a href="http://www.techcrunch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Techcrunch</a>&#8220; binnen zwei Jahren zum Großverdiener aufstieg, ist ein Webmythos &#8211; und ein Einzelfall. Die Zahl derjenigen, die schweißgebadet aus ihren privaten Blogträumen erwachen, ist um ein Vielfaches höher. Und manche überschreiten im Wettlauf um Insiderinfos und populäre Storys auch die Grenzen ihrer physischen Leistungsfähigkeit. Wer Bloggen zum Geschäft macht, steigt in eine Branche mit riesigem Konkurrenzdruck ein.</p>
<p>Denn jenseits der meist lockeren Konversations- und Diskussionskultur in den Blogs des sogenannten &#8222;Long Tail&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_1_228" id="identifier_1_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Mit diesem Begriff wird die Masse derjenigen Blogs bezeichnet, die nur eine begrenzte Leserzahl finden, dennoch aber &ndash; in ihrer Summe &ndash; relevant sind bzw. sein k&ouml;nnen.">2</a>, ist die Blogszene ein knallhartes Geschäft. Hier regiert der Wettbewerb. Und Schnelligkeit ist &#8211; zumindest in den USA<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_2_228" id="identifier_2_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Robert Basic, der hierzulande am ehesten mit den Stars der US-Szene vergleichbar ist, weist darauf hin, da&szlig; Schnelligkeit nicht alles ist. Damit liegt er sicher richtig. Aber die Konkurrenz im internationalen Blog-News-Gesch&auml;ft ist dann doch nicht mit der vergleichsweise entspannten Situation in Deutschland vergleichbar. Es wird u.U. nicht ausbleiben, da&szlig; auch hierzulande der Druck steigen wird&hellip; Und nur ein kleines Beispiel: dieser Beitrag ist seit gestern nachmittag (fast!) fertig. Mich hatte der nette Fischblogger auf den NYT-Artikel hingewiesen, bevor ich aber den Text komplett hatte, begann mein Notebook mit kleinen Zicken und so stelle ich den Artikel erst heute Vormittag ein. Inzwischen haben bereits andere deutsche Blogs (eben u.a. Robert) sich des Themas kurz angenommen. W&auml;re die Werkstatt ein kommerzielles Projekt, w&auml;re das eine schmerzhafte Traffic-Einbu&szlig;e&hellip;">3</a> &#8211; einer der wichtigsten Faktoren.</p>
<p><strong>Der Wettlauf um Top-Storys und der Raubbau am eigenen Körper</strong></p>
<p>Beim Versuch, die Topmeldungen unbedingt zuerst zu präsentieren, steigern sich Blogger nicht selten in ein gefährliches Newsfieber hinein. Matt Marshall, früherer Journalist des &#8222;Wall Street Journal&#8220;, der in seinem Blog &#8222;<a href="http://venturebeat.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Venture Beat</a>&#8220; den neusten Nachrichten aus der High-Tech-Branche nachjagt, sagte dem Magazin &#8222;brand eins&#8220;: <em>&#8222;Eigentlich ist das ein ziemlich miserables Leben, und ich habe nie zuvor härter gearbeitet.&#8220;</em></p>
<h4 class="pullquote">Todesfälle schrecken die dynamische Blogszene auf</h4>
<p>Daß der enorme Druck, der ständige Stress, der aufgepushte Adrenalinpegel und viel zu wenig Schlaf nicht folgenlos bleiben, mußte die Szene in jüngster Zeit erst lernen. Es begann im Dezember als Marc Orchant, Strippenzieher von &#8222;<a href="http://www.techcrunch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blognation</a>&#8222;, einem Herzinfarkt erlag. Kurz darauf erlitt Om Malik, gerade einmal 41 Jahre alt, ebenfalls einen Infarkt. Er überlebte knapp und mußte dem Treiben in seinem TechBlog &#8222;<a href="http://gigaom.com/2008/04/06/relax-chill-and-maybe-blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GigaOm</a>&#8220; einige Zeit vom Krankenbett aus zusehen.</p>
<p>Vor wenigen Wochen starb mit Russell Shaw ein weiterer prominenter Blogger an den Folgen eines Infarkts. Shaw &#8211; Journalist und <a href="http://blogs.zdnet.com/ip-telephony/?p=3379" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VOIP-Blogger für ZDnet</a> &#8211; starb in seinem Hotelzimmer in San Jose, von wo er über eine Technologiekonferenz berichtete.</p>
<h4 class="pullquote_left">Die Schattenseiten des Blog-Business werden meist übersehen. Der Konkurrenz- und Aktualitätsdruck ist aber grenzenlos.</h4>
<p><strong>Adrenalin, Stress, Schlaflosigkeit: Top-Blogger kennen keine Pause</strong></p>
<p>Nun sollte man aus diesen Einzelfällen keine pauschalen Schlüsse ziehen. Shaw war bereits 60 Jahre alt und Marc Orchant, mit dem er befreundet war, knapp über 50. Auch Angehörige anderer Berufsgruppen sind von koronaren Erkrankungen betroffen.</p>
<p>Dennoch ist der ständige Stress, unter dem Top-Blogger stehen, ein Problem, vor dem die junge Blogcommunity lange Zeit die Augen verschlossen hat. Und die Belastung ist sicher mit derjenigen von Wertpapierhändlern an den Aktienbörsen vergleichbar.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_3_228" id="identifier_3_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Finden wir in naher Zukunft warnende Hinweise auf den Webseiten von Bloganbietern und -hostern? Botschaften &agrave; la &bdquo;Achtung: Bloggen kann Ihre Gesundheit sch&auml;digen!&ldquo; oder &bdquo;&Uuml;berm&auml;&szlig;iges Bloggen gef&auml;hrdet ihr Sozialleben&hellip; ihre Fitness&hellip; die Aktivit&auml;t ihrer Spermatozoen!&ldquo; Welche weiteren Warnhinweise w&auml;ren dringend notwendig?">4</a></p>
<p>&#8222;<em>Es gibt keinen Moment, auch nicht dann, wenn Du schläfst, in dem Du keine Angst hast, eine Geschichte zu verpassen</em>&#8222;, erzählte Michael Arrington jetzt einem Reporter der New York Times. Und er ergänzte, daß er es großartig fände, wenn man eine Auszeit in der Hatz nach News und Storys nehmen könne. Doch er fügte sofort einschränkend hinzu, daß dies wohl niemals eintreten wird.</p>
<h4 class="pullquote">Das Dilemma des Bloggeschäfts: der Autor &#8211; dessen individuelle Handschrift ja den Erfolg ausmacht &#8211; kann sich kaum eine Pause gönnen</h4>
<p><strong>Erfolgsmodell ohne Exit-Option?</strong></p>
<p>Dabei hat Michael Arrington, der acht Mitarbeiter beschäftigt und mit &#8222;Techcrunch&#8220; mittlerweile fast eine Million Leser pro Monat erreicht, die eigentliche Tragik der erfolgreichen Blogs noch gar nicht überschaut. Denn eines der wesentlichen Erfolgsrezepte von Blogs ist ihre authentische Handschrift, die eben einen Blog vor anderen Medien auszeichnet. Die individuelle Tonlage, die besondere Perspektive des Blogautors ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal. Und damit Segen und Fluch zugleich.</p>
<p>Der persönliche Stil ist für den Erfolg häufig so entscheidend, daß sich Om Malik nach seinem Infarkt während der Weihnachtstage dennoch keine wirkliche Auszeit gönnen wollte. Zwar beschäftigt er einige Mitarbeiter, aber um die Leser bei der Stange zu halten, griff er fast sofort wieder zur Tastatur. Noch vom Krankenzimmer aus.</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li>Richtel, Matt: <a href="http://www.nytimes.com/2008/04/06/technology/06sweat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In Web World of 24/7 Stress, Writers Blog Till They Drop</a><a href="http://www.nytimes.com/2008/04/06/technology/06sweat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">,</a> The New York Times, 6.4.2008</li>
<li>Heuer, Steffan: <a href="http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2625&amp;MenuID=130&amp;MagID=99&amp;sid=su129187191646542101&amp;umenuid=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bloggen, bis der Arzt kommt</a>, brandeins, 03/2008</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/NYT" rel="tag">NYT</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Herzinfarkt" rel="tag">Herzinfarkt</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Stress" rel="tag">Stress</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_228" class="footnote">Im Grunde sind es lediglich rechtliche Beschränkungen die limitierend wirken.</li><li id="footnote_1_228" class="footnote">Mit diesem Begriff wird die Masse derjenigen Blogs bezeichnet, die nur eine begrenzte Leserzahl finden, dennoch aber &#8211; in ihrer Summe &#8211; relevant sind bzw. sein können.</li><li id="footnote_2_228" class="footnote">Robert Basic, der hierzulande am ehesten mit den Stars der US-Szene vergleichbar ist, <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/04/07/die-blog-hamster/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weist darauf hin</a>, daß Schnelligkeit nicht alles ist. Damit liegt er sicher richtig. Aber die Konkurrenz im internationalen Blog-News-Geschäft ist dann doch nicht mit der vergleichsweise entspannten Situation in Deutschland vergleichbar. Es wird u.U. nicht ausbleiben, daß auch hierzulande der Druck steigen wird&#8230; Und nur ein kleines Beispiel: dieser Beitrag ist seit gestern nachmittag (fast!) fertig. Mich hatte der nette <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fischblogger</a> auf den NYT-Artikel hingewiesen, bevor ich aber den Text komplett hatte, begann mein Notebook mit kleinen Zicken und so stelle ich den Artikel erst heute Vormittag ein. Inzwischen haben bereits andere deutsche Blogs (eben u.a. Robert) sich des Themas kurz angenommen. Wäre die Werkstatt ein kommerzielles Projekt, wäre das eine schmerzhafte Traffic-Einbuße&#8230;</li><li id="footnote_3_228" class="footnote">Finden wir in naher Zukunft warnende Hinweise auf den Webseiten von Bloganbietern und -hostern? Botschaften à la &#8222;Achtung: Bloggen kann Ihre Gesundheit schädigen!&#8220; oder &#8222;Übermäßiges Bloggen gefährdet ihr Sozialleben&#8230; ihre Fitness&#8230; die Aktivität ihrer Spermatozoen!&#8220; Welche weiteren Warnhinweise wären dringend notwendig?</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/">Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird | Werkstattnotiz LXXVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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