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	<title>Umwelt Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Umwelt Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Krötenrennen » Einmal Galapagos und zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2007 11:35:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, keine Sorge, hier geht es nicht um die Krötenwanderung, die hiesige Autofahrer nicht selten vor die Aufgabe stellt, ihr Vehikel im Slalom um die hüpfenden Amphibien zu manövrieren. Zwar ist die einheimische Erdkröte (bufo bufo) auch derzeit wieder von ihrem Winterquartier zu ihren Laichplätzen unterwegs, allerdings bin ich bei Sciblog über diesen Beitrag gestolpert, ... <a title="Krötenrennen » Einmal Galapagos und zurück" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/kroetenrennen-einmal-galapagos-und-zurueck/" aria-label="Mehr Informationen über Krötenrennen » Einmal Galapagos und zurück">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/kroetenrennen-einmal-galapagos-und-zurueck/">Krötenrennen » Einmal Galapagos und zurück</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, keine Sorge, hier geht es nicht um die Krötenwanderung, die hiesige Autofahrer nicht selten vor die Aufgabe stellt, ihr Vehikel im Slalom um die hüpfenden Amphibien zu manövrieren. Zwar ist die einheimische <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Erdkr%C3%B6te&amp;oldid=29844226" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erdkröte (<em>bufo bufo</em>)</a> auch derzeit wieder von ihrem Winterquartier zu ihren Laichplätzen unterwegs, allerdings bin ich bei Sciblog über diesen <a href="http://www.sciblog.at/stories/8053/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag</a> gestolpert, der sich mit der Wanderungsbewegung einer etwas größeren (und leider auch selteneren) Spezies beschäftigt. Anlaß ist [deshalb die kurze Info dazu] ein Projekt, das auf ausgesprochen charmante und unkonventionelle Weise, wissenschaftliche Forschung und ökologisches Anliegen verbindet!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" width="283" height="200" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/04/turtle_race01.jpg" alt="turtle_race01.jpg" style="border-style: solid; border-width: 0px; margin: 10px;" />Es handelt sich dabei konkret um elf <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lederschildkr%C3%B6te&amp;oldid=29082259">Lederschildkröten (<em>Dermochelys coriacea</em>)</a>, die von einem internationalen Wissenschaftler- und Artenschutzteam mit Peilsendern ausgestattet wurden. Seit gestern sind die elf Schildkröten unterwegs, um die Galapagos-Inseln zu erreichen; Start war die Westküste Costa Ricas. Der aktuelle Aufenthaltsort, Entfernung zum Ziel, Reiseroute und viele weitere Informationen können auf der Seite des &#8218;<a href="http://greatturtlerace.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Great Turtle Race</a>&#8218; ständig verfolgt werden. </p>
<p>Das Anliegen der Forscher beschreibt Dr. Jim Spotila, einer der Initiatoren, folgendermaßen:</p>
<blockquote>
<p>We saw this Race as a way to get the word out to the public about the<br />
turtles, how magnificent they are, where they go in the ocean and their<br />
plight on the beach. We want to inform and energize the public around<br />
the world to protect the park and the turtles! (Quelle: <a href="http://www.drexel.edu/bioscience/drturtle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>) </p>
</blockquote>
<p>Ein hehres Motiv also, denn die Lederschildkröten<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/kroetenrennen-einmal-galapagos-und-zurueck/#footnote_0_18" id="identifier_0_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Mit ihrem Gewicht von bis zu 700kg und einer Panzergr&ouml;&szlig;e von &uuml;ber 2 Metern, ist die Lederschildkr&ouml;te/Leatherback turtle die gr&ouml;&szlig;te lebende Schildkr&ouml;te.">1</a> sind in ihrem Bestand stark gefährdet.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/kroetenrennen-einmal-galapagos-und-zurueck/#footnote_1_18" id="identifier_1_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die beiden gr&ouml;&szlig;ten Gefahrenquellen sind erstens die Netze der Hochseefischer, in denen sich die Schildkr&ouml;ten verfangen und zweitens im Wasser umhertreibende Plastikt&uuml;ten, die die Schildkr&ouml;ten in der Annahme, es handle sich um Quallen [eines ihrer Hauptnahrungsmittel] verzehren.">2</a> Durch diese publicityträchtige Aktion soll einerseits das Bewußtsein der Öffentlichkeit geschärft werden und natürlich hoffen die Verantwortlichen auf reichlich Spendengelder, um ihre Arbeit fortzusetzen. Zugleich dient das Projekt der weiteren Erforschung der Wanderbewegungen dieser Tierart, über die bislang nur wenig bekannt ist. Insgesamt ein spannendes und öffentlichkeitswirksames Projekt. </p>
<p><em>Ach, &#8230; wenn die Darstellung von (wissenschaftlicher) Forschung in anderen Disziplinen doch auch nur solche Möglichkeiten böte&#8230; ;-)</em></p>
<p>Für Interessierte hier noch einige sehenswerte Aufnahmen von diesen imposanten Lebewesen: </p>
<p></p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/cO_TBZgm1zY" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/cO_TBZgm1zY" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" /></object></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_18" class="footnote">Mit ihrem Gewicht von bis zu 700kg und einer Panzergröße von über 2 Metern, ist die Lederschildkröte/Leatherback turtle die größte lebende Schildkröte.</li><li id="footnote_1_18" class="footnote">Die beiden größten Gefahrenquellen sind erstens die Netze der Hochseefischer, in denen sich die Schildkröten verfangen und zweitens im Wasser umhertreibende Plastiktüten, die die Schildkröten in der Annahme, es handle sich um Quallen [eines ihrer Hauptnahrungsmittel] verzehren.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/04/kroetenrennen-einmal-galapagos-und-zurueck/">Krötenrennen » Einmal Galapagos und zurück</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Wie es Euch gefällt&#8230; » Argumentative Pirouetten und die Frage nach dem Tempolimit auf Autobahnen &#124; Werkstattnotiz XXVI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Nov 2007 12:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Genau vor einer Woche stimmte die Mehrheit der Delegierten beim Hamburger SPD-Parteitag für die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Sie widersetzten sich damit der Empfehlung der Parteiführung und leiteten damit eine neue Runde in der nun schon über 30 Jahre andauernden Diskussion um Geschwindigkeitsbegrenzungen ein.&#160; Die Argumente zwischen den verschiedenen Interessensgruppen sind schon längst ... <a title="Wie es Euch gefällt&#8230; » Argumentative Pirouetten und die Frage nach dem Tempolimit auf Autobahnen &#124; Werkstattnotiz XXVI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/" aria-label="Mehr Informationen über Wie es Euch gefällt&#8230; » Argumentative Pirouetten und die Frage nach dem Tempolimit auf Autobahnen &#124; Werkstattnotiz XXVI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/">Wie es Euch gefällt&#8230; » Argumentative Pirouetten und die Frage nach dem Tempolimit auf Autobahnen | Werkstattnotiz XXVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Genau vor einer Woche stimmte die Mehrheit der Delegierten beim Hamburger SPD-Parteitag für die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Sie widersetzten sich damit der Empfehlung der Parteiführung und leiteten damit eine neue Runde in der nun schon über 30 Jahre andauernden Diskussion um Geschwindigkeitsbegrenzungen ein.&nbsp;</strong></p>
<p>Die Argumente zwischen den verschiedenen Interessensgruppen sind schon längst ausgetauscht. Und ebenso klar ist: der Umstand, daß auf über 50% Prozent des deutschen Autobahn-Wegenetzes kein Tempolimit einzuhalten ist, ist europaweit quasi einzigartig.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/#footnote_0_119" id="identifier_0_119" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Lediglich in Island und auf der Isle of Man gibt es ebenfalls keine Geschwindigkeitsbegrenzungen.">1</a> Seitdem freilich das Thema Klimaschutz auf der politischen Agenda an prominenter Stelle steht und die Reduktion der CO2-Emissionen ein wichtiges Anliegen jeder Regierung sein muß, haben die Befürworter des alten Slogans &quot;<em>Freie Fahrt für freie Bürger</em>&quot; noch schlechtere argumentative Karten.&nbsp;</p>
<p>Da werden dann bisweilen haarsträubende argumentative Pirouetten gedreht, um letztlich doch an der bisherigen Linie festzuhalten. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla meldet sich kaum überraschend mit Sätzen wie diesem zu Wort:</p>
<blockquote>
<p>„Der Nutzen eines allgemeinen Tempolimits steht in keinem Verhältnis zu den Einschränkungen für die Autofahrer. Mit der CDU sind solche Gängeleien nicht zu machen.“ <em>[Quelle: <a target="_blank" href="http://www.welt.de/politik/article1305874/Koalitionsstreit_ueber_Forderung_nach_Tempolimit.html" rel="noopener noreferrer">Welt</a>]</em></p>
</blockquote>
<p>Die Erklärung, weshalb eine Geschwindigkeitsobergrenze allerdings eine Gängelung darstellt, bleibt er freilich schuldig. Schließlich ist der Straßenverkehr an allen Ecken und Enden reglementiert, wieso nicht was die Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen angeht?</p>
<p><strong>Politisches Argumentationskabarett</strong></p>
<p>Die obskursten Argumente, die immer wieder bemüht werden, lauten dann u.a. so:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Auf geraden Straßen besteht bei Tempo 130 die Gefahr einzuschlafen.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Nur seltsam, daß unter solchen Umständen überhaupt Kraftfahrzeuge zugelassen sind, die dieses offenbar prekäre Limit nur kaum oder nicht überschreiten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/#footnote_1_119" id="identifier_1_119" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schw&auml;cher motorisierte PKWs &auml;lterer Baujahre erreichen h&ouml;chstens auf absch&uuml;ssiger Strecke 140km/h oder mehr..">2</a> Und sollte man &#8211; wenn diese Einschlafgefahr so triftig ist &#8211; nicht viel eher sogar eine Mindestgeschwindigkeit einführen? Also eine Verpflichtung mindestens 130km/h zu fahren? ;-) &nbsp;</p>
<blockquote>
<p>&quot;Das Tempolimit würde vermutlich unzureichend befolgt, die Polizei wäre mit der Kontrolle überfordert.&quot;&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Naja, diese Argumentationslogik ist ähnlich gewagt. Interessante Vorstellung, wenn alle Verhaltensweisen, die nur schwer kontrollierbar sind, plötzlich freigegeben werden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/#footnote_2_119" id="identifier_2_119" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie sieht es hier mit der Legalisierung weicher Drogen aus? Lehrt nicht die Erfahrung ebenso, da&szlig; die Polizei kaum alle kiffenden Jugendlichen kontrollieren kann? ;-) ">3</a></p>
<p><strong>Es nützt ja nur ein bißchen&#8230;&nbsp;</strong></p>
<p>Eine der aktuellen Diskussionen kreist um die Frage, wieviele CO2 durch ein Tempolimit eingespart werden könnte. Die Berechnungen gehen hier etwas auseinander, aber auch Skeptiker räumen ein, daß wohl wenigstens 2,5 Millionen Tonnen CO2 durch diese Maßnahme eingespart werden könnten. Jedoch sei das ja gerade &#8211; so das Lamento &#8211; mal ein knappes Prozent des Gesamtvolumens, das die Bundesrepublik ingesamt gemäß der Klimaschutzabkommen einsparen will bzw. muß. Insofern seien diese 2,5 Millionen Tonnen ja kaum der Rede wert&#8230;</p>
<p>Auch eine interessante Logik &#8211; schließlich lassen sich auf diese Weise auch fast alle andere Klimaschutzmaßnahmen (Energiesparlampen, Stand-By-Schaltung, Nutzung des ÖPNV&nbsp; etc.) als überflüssig delegitimieren. </p>
<h4 class="pullquote">Keine Argumente pro Tempolimit? Was zählt die Reduktion der CO2-Emissionen? Was zählen weniger Verkehrstote pro Jahr? <br /></h4>
<p>Nach diesem Muster könnte man noch weitere &quot;<em>Argumente</em>&quot; der Autofahrerlobby zerpflücken. Die zu erwartende Anzahl der Verkehrstoten, die sich vermindern ließe, gehört ebenfalls dazu. Der ADAC sieht hier freilich (entgegen allen Erfahrungen aus den Nachbarländern oder den Expertenmeinungen von Verkehrswissenschaftlern) keine Vorteile, die sich aus einem Tempolimit ergeben&#8230;</p>
<p>Kurz und prägnant nimmt Gregor Honsel auf dem Technoloy Review-Blog <a href="http://www.heise.de/tr/blog/artikel/98346/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dazu Stellung</a>: </p>
<blockquote><p>„Es gibt kein einziges sachliches Argument, das ein Tempolimit rechtfertigt“, meint CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzender Volker Kauder. Bitte sehr, hier sind welche: Die kinetische Energie nimmt im Quadrat zur Geschwindigkeit zu. Zwischen rechter und linker Spur herrscht heute manchmal eine Geschwindigkeitsdifferenz von mehr als hundert Stundenkilometer. Haben diese beiden Fakten einen Einfluss auf die Sicherheit? Definitiv.</p></blockquote>
<p>Übrig bleibt dann nur noch die Frage, ob ein Tempolimit auf Akzeptanz bei der Bevölkerung stieße. Die volkskundigen Herrschaften von ADAC oder CDU glauben zu wissen, daß <em>der</em> Autofahrer &#8211; womit wohl auch alle anderen Bürger/innen eingeschlossen sind &#8211; keine Beschränkung wolle. Bestätigt wird diese Haltung durch Umfragen, wie diejenige von FORSA (durchgeführt diese Woche). ntv vermeldet dann auch prompt &quot;<a href="http://www.n-tv.de/873816.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Tempolimit 130 unpopulär</em></a>&quot;. </p>
<h4 class="pullquote">&quot;Die Menschen wollen kein Tempolimit!&quot; &#8211; Ach, wirklich? <br /></h4>
<p> Die aktuellen Zahlen weisen dann aber bei genauem Hinsehen lediglich 54% der Befragten aus, die kein Limit wollen, gegen 46%, die sich ein Tempolimit wünschen. Und, zur Erinnerung: im Frühjahr ergab dieselbe Frage (ebenfalls von FORSA durchgeführt, nachlesbar: <a href="http://www.stern.de/presse/vorab/582023.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>) genau das gegenteilige Ergebnis: 60% wollten damals die Einführung von Tempobegrenzungen. Will also nochmals ernsthaft jemand behaupten, man stelle sich mit einem Tempolimit <em>gegen</em> die Bevölkerung?</p>
<p>Und abgesehen davon: seit wann ist die &quot;<em>Meinung</em>&quot; der Bevölkerung  die Richtschnur für Entscheidungen der Bundesregierung &#8211; wurde bei den HartzIV-Gesetzen, der Erhöhung der Mehrwertsteuer etc. auch zur Bedingung gemacht, daß eine 2/3-Mehrheit diesen Schritten im Vorfeld zustimmt? </p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>&nbsp;Links:</em></p>
<ul>
<li>ntv: <a href="http://www.n-tv.de/873816.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tempolimit 130 unpopulär</a>, 1.11.2007</li>
</ul>
<ul>
<li>Umweltbundesamt (2003): CO2-Minderung im Verkehr, Studie, [<a href="http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2606.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF</a>] </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_119" class="footnote">Lediglich in Island und auf der Isle of Man gibt es ebenfalls keine Geschwindigkeitsbegrenzungen.</li><li id="footnote_1_119" class="footnote">Schwächer motorisierte PKWs älterer Baujahre erreichen höchstens auf abschüssiger Strecke 140km/h oder mehr..</li><li id="footnote_2_119" class="footnote">Wie sieht es hier mit der Legalisierung weicher Drogen aus? Lehrt nicht die Erfahrung ebenso, daß die Polizei kaum alle kiffenden Jugendlichen kontrollieren kann? ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wie-es-euch-gefaellt-argumentative-pirouetten-und-die-frage-nach-dem-tempolimit-auf-autobahnen-werkstattnotiz-xxvi/">Wie es Euch gefällt&#8230; » Argumentative Pirouetten und die Frage nach dem Tempolimit auf Autobahnen | Werkstattnotiz XXVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz &#124; Werkstattnotiz LXXXVIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 May 2008 12:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit heute sitzen sie wieder zusammen: Politiker, Vertreter von Umweltverbänden und die bösen Buben der Industrie. Zwei Wochen lang geht es bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn um Fragen der Biodiversität. Um den Artenschutz also, den Erhalt sensibler Ökosysteme und die nachhaltige und faire Nutzung der biologischen Ressourcen. Und wie bei vielen Veranstaltungen dieser Art lässt ... <a title="Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz &#124; Werkstattnotiz LXXXVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/" aria-label="Mehr Informationen über Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz &#124; Werkstattnotiz LXXXVIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/">Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz | Werkstattnotiz LXXXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit heute sitzen sie wieder zusammen: Politiker, Vertreter von Umweltverbänden und die bösen Buben der Industrie. Zwei Wochen lang geht es bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn um Fragen der Biodiversität. Um den Artenschutz also, den Erhalt sensibler Ökosysteme und die nachhaltige und faire Nutzung der biologischen Ressourcen.</strong></p>
<p>Und wie bei vielen Veranstaltungen dieser Art lässt sich schon heute voraussagen: am Ende werden schöne Absichtserklärungen präsentiert, doch Papier ist geduldig &#8211; denn ungeachtet der allerbesten Absichten werden die angestrebten Ziele (wie die Vergangenheit lehrt) meilenweit verfehlt.</p>
<p>In dieser kurzen Notiz möchte ich ganz kurz auf den heutigen Start der UN-Naturschutzkonferenz eingehen, deren Hintergrunde erläutern und dann abschließend auf eine sehr schöne Website verweisen, die sich der Information über bedrohte Arten widmet.</p>
<p><strong>9. Vertragsstaatenkonferenz zum Abkommen über die biologische Vielfalt</strong></p>
<p>Zur Sache: vom 19.-30. Mai steht Bonn mal wieder im Mittelpunkt der Weltpolitik. Rund 5000 Telnehmer werden zwei Wochen lang darüber beraten, wie die fortschreitende Naturzerstörung und der damit einhergehende Verlust der Artenvielfalt gebremst werden kann. Anlaß ist die &#8222;9. Vertragsstaatenkonferenz  zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt&#8220;,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_0_294" id="identifier_0_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ganz offiziell nennt sich das nat&uuml;rlich: Convention on Biological Diversity (CBD) ">1</a> wie das Treffen offiziell heißt.</p>
<h4 class="pullquote_left">1992 in Rio de Janeiro verständigte sich die Weltgemeinschaft darauf, die Biodiversität als eigenständiges Schutzziel zu formulieren</h4>
<p>Seitdem sich die internationale Staatengemeinschaft 1992 beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro zum Schutz der Biodiversität verpflichtet hat, tritt alle zwei Jahre diese Vertragsstaatenkonferenz zusammen. Die &#8222;Convention on Biological Diversity&#8220; (CBD) ist als Teilabkommen eine von drei Säulen des Protokolls von Rio. Insgesamt 190 Staaten sind mittlerweile beigetreten, so daß diese im Prinzip völkerrechtlich zur Umsetzung der Beschlüsse verpflichtet wären.</p>
<p>Die Einsicht von 1992, daß sich die Vielfalt von Ökosystemen, die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten und die genetische Vielfalt gegenseitig bedingen und Lebensgrundlage auch für die menschliche Zivilisation sind, hat dazu geführt, daß das Schlagwort &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biodiversit%C3%A4t" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Biodiversität</a>&#8220; seitdem hoch im Kurs steht. Im Rahmen des CBD-Abkommens werden diese drei Hauptziele verfolgt:</p>
<ul>
<li>die Erhaltung biologischer Vielfalt,</li>
<li>eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und</li>
<li>die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung biologischer Ressourcen.</li>
</ul>
<h4><span class="pullquote">Mogelpackung: die USA haben die CBD-Konvention nicht ratifiziert, reden aber dennoch mit.</span></h4>
<p>Das liest sich wunderschön, Tatsache ist aber, daß die Zielformulierungen meist soviel Interpretationsspielraum lassen, daß die Vertragsstaaten sich letztlich doch nicht zur Einhaltung gezwungen sehen. Daneben muß angemerkt werden, daß bspw. die USA der CBD-Konvention zwar unterzeichnet, aber nicht endgültig &#8222;ratifiziert&#8220; hat. Völkerrechtlich sind die USA also den Beschlüssen nicht unterworfen.</p>
<p><strong>Die hohen Ziele, die niedrigen Chancen der Umsetzung</strong></p>
<p>Hauptschwerpunkt der aktuellen Konferenz in Bonn liegt im übrigen auf der Umsetzung der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/2010-Ziele" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2010-Ziele</a>. Bei der 6. CBD-Konferenz in Johannesburg im Jahr 2002 hatte man sich darauf geeinigt, den &#8222;verlust an biologischer Vielfalt signifikant (!) zu reduzieren&#8220;. Und die EU-Staaten haben sich sogar dazu verpflichtet, den Prozeß des Artenverlustes ganz zu stoppen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_1_294" id="identifier_1_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vor wenigen Tagen ver&ouml;ffentlichte der WWF den &bdquo;Living Planet Index&ldquo;. Dort sieht man momentan ein leichte Abschw&auml;chung des Trends, insgesamt ist der Verlust der Artenvielfalt &ndash; um fast 1/3 in den letzten 35 Jahren &ndash; jedoch erschreckend.">2</a></p>
<p>An den Erfolg dieser ambitionierten Pläne glaubt heute wohl keiner mehr. Dennoch darf man gespannt sein, wie die Teilnehmer in Bonn diskutieren und auf welche Ziele sie sich letztlich einigen können. Wenn ein paar handfeste Regeln und Umsetzungsmechanismen vereinbart werden könnten, wäre das noch viel mehr Wert.</p>
<div class="links_ticker">Einige Links zur UN-Umweltkonferenz und zu Fragen der Biodiversität:</p>
<ul>
<li>Roth, Wolfgang: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/856/175330/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Vernichtung der Arten</a>, Süddeutsche Zeitung, 19.5.2008</li>
<li><a href="http://www.cbd.int/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website der &#8222;Convention on Biological Diversity&#8220;</a></li>
<li>Deutscher Naturschutzring: <a href="http://www.biodiv-network.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Biodiversitäts-Network</a></li>
</ul>
<p>Update, 19.5. &#8211; 15:30Uhr:</p>
<ul>
<li>Miersch, Michael: <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/03/Dossier-Arten-Fragen?page=all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum das Sumatranashorn schützen?</a>, ZEIT / Wissen, 03/2008</li>
</ul>
</div>
<p>Eine Website bzw. Portal, das sich genau der Darstellung des unglaublichen Artenreichtums verschrieben hat, ist <a href="http://www.edgeofexistence.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EDGE</a>. Das Kürzel steht dabei für &#8222;Evolutionarily Distinct and Globally Endangered&#8220; und die Autoren widmen sich &#8211; nach eigener Beschreibung &#8211; den verrücktesten und zugleich wundervollsten Lebewesen, die leider vom Aussterben bedroht sind.</p>
<p>Dem Projekt, das von der traditionsreichen &#8222;<a href="http://www.zsl.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zoological Society of London</a>&#8220; getragen wird, geht es einerseits darum solche Tierarten zu identifizieren, die in ihrer Einzigartigkeit möglicherweise besonders erhaltenswert sind und andererseits ein Bewußtsein für diese Vielfalt, Buntheit und Extravaganz des Lebens zu schaffen.</p>
<p><img decoding="async" style="margin: 2px 7px; float: right;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Salamander.jpg" alt="Luschan's Salamander, Quelle: Wikimedia" width="200" height="127" /></p>
<p>Dazu gibt es u.a. eine traurige Top-100-Liste der gefährdeten Säuger und Amphibien und viel, viel Anschauungsmaterial.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_2_294" id="identifier_2_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nach Erhebungen der Weltnaturschutzunion sind derzeit rund 16.300 Tierarten als bedroht einzustufen. Mehr Infos in diesem Artikel der S&uuml;ddt. Zeitung.">3</a> Auf Platz 35 der Amphibien-Liste befindet sich etwa der Luschan&#8217;s Salamander, der in Griechenland und der Türkei beheimatet ist, aber akut bedroht ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/#footnote_3_294" id="identifier_3_294" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Er z&auml;hlt zur Gattung der Schwanzlurche und wird auch als Lykischer oder Kleinasiatischer Salamander bezeichnet.">4</a></p>
<p>Außerdem gibt es jede Menge weiterer Infos, Videos und &#8211; wenn ich recht sehe &#8211; auch die Möglichkeit, sich etwa das Verbreitungsgebiet verschiedener Tierarten per Google Earth anzusehen.</p>
<p>Die Seite ist auf alle Fälle einen Besuch wert:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.edgeofexistence.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="aligncenter" style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px; vertical-align: middle;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/EDGE_of_Existence.jpg" alt="EDGE of Existence" width="480" height="757" /></a></p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.edgeofexistence.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EDGE &#8211; Evolutionarily Distinct and Globally Endangered</a></li>
</ul>
<p>Weitere spannende Website für Biologie-Freaks:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/27/enzyklopaedie-des-lebens-mit-der-encyclopedia-of-life-startet-ein-faszinierendes-online-lexikon-werkstattnotiz-lxx/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enzyklopädie des Lebens » Mit der “Encyclopedia of Life” startet ein faszinierendes Online-Lexikon</a>, Wissenswerkstatt, 27.2.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Naturschutzkonferenz">Naturschutzkonferenz</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Artenschutz">Artenschutz</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Biodiversitaet">Biodiversität</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_294" class="footnote">Ganz offiziell nennt sich das natürlich: Convention on Biological Diversity (CBD) </li><li id="footnote_1_294" class="footnote">Vor wenigen Tagen <a href="http://www.wwf.de/presse/details/news/wwf_zum_9_un_umweltgipfel_in_bonn_keine_entwarnung_beim_artensterben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlichte der WWF</a> den &#8222;Living Planet Index&#8220;. Dort sieht man momentan ein leichte Abschwächung des Trends, insgesamt ist der Verlust der Artenvielfalt &#8211; um fast 1/3 in den letzten 35 Jahren &#8211; jedoch erschreckend.</li><li id="footnote_2_294" class="footnote">Nach Erhebungen der Weltnaturschutzunion sind derzeit rund 16.300 Tierarten als bedroht einzustufen. Mehr Infos in diesem <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/909/132667/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel der Süddt. Zeitung</a>.</li><li id="footnote_3_294" class="footnote">Er zählt zur Gattung der Schwanzlurche und wird auch als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lykische_Salamander" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lykischer oder Kleinasiatischer Salamander</a> bezeichnet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/die-unverbindlichkeit-von-un-umweltkonferenzen-das-informative-webportal-edge-zum-artenschutz-werkstattnotiz-lxxxviii/">Die Unverbindlichkeit von UN-Umweltkonferenzen » Das informative Webportal &#8222;Edge&#8220; zum Artenschutz | Werkstattnotiz LXXXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere &#124; Werkstatt-Ticker 08</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 06:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Auch Verlage feiern Geburtstag. Mit dem Rowohlt-Verlag begeht dieses Jahr einer der renommiertesten und wichtigsten deutschen Literaturverlage sein einhundertjähriges Jubiläum. Es gibt wohl keinen Wissenschaftler oder gar Literaturfreund, der kein Buch im Regal stehen hat, auf dessen Rücken das Kürzel &#34;rororo&#34; prangt. Im 1908 in Leipzig gegründeten Verlag, der seit langem in Reinbek bei Hamburg ... <a title="Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere &#124; Werkstatt-Ticker 08" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/" aria-label="Mehr Informationen über Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere &#124; Werkstatt-Ticker 08">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/">Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere | Werkstatt-Ticker 08</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" width="180" height="121" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Ticker_02a.jpg" alt="Ticker_02a.jpg" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 6px; padding: 1px;" /></a><font color="#696969"><strong><font size="7">»</font></strong></font>Auch Verlage feiern Geburtstag. Mit dem Rowohlt-Verlag begeht dieses Jahr einer der renommiertesten und wichtigsten deutschen Literaturverlage sein einhundertjähriges Jubiläum. Es gibt wohl keinen Wissenschaftler oder gar Literaturfreund, der kein Buch im Regal stehen hat, auf dessen Rücken das Kürzel &quot;rororo&quot; prangt. </p>
<p>Im 1908 in Leipzig gegründeten Verlag, der seit langem in Reinbek bei Hamburg residiert, hatten so illustre Literaten wie Franz Kafka, Robert Musil oder Vladimir Nabokov ihre Heimat. Von Camus und Sartre ganz zu Schweigen. </p>
<p>Die Sprachspielerin hat einige <a href="http://www.sprachspielerin.de/2008/04/07/rowohlt-liebe-zum-100/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">persönliche Anmerkungen</a> zum Rowohlt-Geburtstag verfasst:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Rowohlt hat dieses gewisse Etwas, ein aufregendes, ein bisschen anrüchiges, anstößiges, erotisches, modernes und avantgardistisches Etwas, finde ich. Also gehen hiermit die herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag von mir an meinen Lieblingsverlag!&quot;</p>
</blockquote>
<p>Und sie verweist auf einige weitere lesenswerte Artikel und Links. Und auch einen<a target="_blank" href="http://www.hierschreibenwir.de/wordpress/?p=11" rel="noopener noreferrer"> Jubiläumsblog</a> gibt es. Ob der auch wirklich mit Leben gefüllt wird, muß sich erst noch zeigen. </p>
<ul>
<li>Die Sprachspielerin: <a target="_blank" href="http://www.sprachspielerin.de/2008/04/07/rowohlt-liebe-zum-100/" rel="noopener noreferrer">Rowohlt-Liebe zum 100.</a>, 7.4.2008</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.hierschreibenwir.de/wordpress/index.php" rel="noopener noreferrer">Rowohlt-Jubliläumsblog</a>. Rowohlt-Autoren hautnah.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><font color="#696969"><strong><font size="7">»</font></strong></font> Erst gestern habe ich auf &quot;Rivva&quot; hingewiesen, den Nachrichten-Dienst, der versucht die zentralen Diskursbewegungen der Blogwelt nachzuvollziehen. Wer in der linken Seitenleiste auf den Link &quot;Rivva-Newskontext&quot; klickt, der findet Artikel, auf die ich verweise, all die Blogposts, die evtl. auf mich verweisen und dazu noch thematisch verwandte Quellen.&nbsp;</p>
<p>Auf 1000ff. ist ein interessantes Interview mit Frank Westphal, dem Macher von Rivva erschienen. Dort gibt er Auskunft zu seiner Intention, weiteren Plänen und dem alltäglichen Kampf, den Dienst funktionsfähig zu halten und weiter zu optimieren.</p>
<blockquote>
<p>&quot;Ich versuche, die dumme Maschine genau so zu programmieren, dass sie automatisch das erledigt, was auch ein Mensch machen würde, der nix besseres zu tun hätte, als rund um die Uhr tausende von Blog- und Nachrichtenfeeds nach den interessantesten Geschichten zu durchforsten.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Zu seiner Idee sagt er:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Na klar, einen Teil des Wertes eines Dienstes wie Rivva besteht in der Echtzeitfähigkeit, die hoffentlich wesentlichsten Konversationsstränge im Netz quasi live mitverfolgen zu können.&quot;&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Und er übt auch Kritik an der mangelhaften Verlinkungs-Praxis.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/#footnote_0_230" id="identifier_0_230" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Interview habe ich bei Rivva selbst gefunden&hellip;">1</a> Manche Blogger nehmen es offenbar nicht mehr so genau und verschweigen, woher sie eine Information hatten:&nbsp; </p>
<blockquote>
<p>&quot;Die Sphäre kanibalisiert sich eigentlich relativ stark selbst, muss ich sagen. Dass Quellen richtig genannt/verlinkt werden, war einmal eine großgeschriebene Tugend unter Bloggern und ein Mangel, den man eher den Massenmedien vorgehalten hat. Aus Rivva-Sicht lässt sich der “Content-Diebstahl der anderen Art” allerdings ständig beobachten. Keine Credits zu geben, wo Credits fällig wären, ist und bleibt nicht-cool.&quot;</p>
</blockquote>
<ul>
<li>1000ff.: <a href="http://1000ff.de/interview-mit-frank-westphal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Die Sphäre kanibalisiert sich eigentlich selbst” — Interview mit Frank Westphal</a>, 4.4.2008</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><font color="#696969"><strong><font size="7">»</font></strong></font> Ein hochinteressanter Artikel<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/#footnote_1_230" id="identifier_1_230" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Den Link verdanke ich Reto Stauss.">2</a> zur Frage, welche negativen Faktoren dem Zustand der Weltmeere am massivsten zusetzen, war vor wenigen Tagen in der NZZ zu lesen. Meeresökologen debattieren seit Jahren über den Anteil verschiedener Einflüsse auf die zukünftige Entwicklung der Meere. Dabei reicht die Palette vom Schiffsverkehr<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/#footnote_2_230" id="identifier_2_230" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und hier w&auml;ren die Containerschiffe von den F&auml;hren und die wiederum von den &Ouml;ltankern zu unterscheiden&hellip;">3</a> über die damit zusammenhängende Einschleppung fremder Meeresorganismen in sensible Zonen bis zum Temperaturanstieg infolge des Klimawandels oder den Stickstoff- und Phosphoreintrag, der über die Flüsse der Anrainer erfolgt. </p>
<p>Das sind nur einige der Faktoren, die beachtet werden wollen. Immer dabei &#8211; und eben auch in der öffentlichen Diskussion zuerst genannt &#8211; ist die Fischereiwirtschaft. Der Artikel erläutert, daß hier oftmals eine verzerrte Wahrnehmung stattfinde. Der Autor Gregor Klaus zitiert Christopher Zimmermann vom Institut für Ostseefischer, wonach </p>
<blockquote>
<p>&quot;Global gesehen, sei die Fischerei angesichts der Schadstoffeinleitungen, der Überdüngung, der Öl- und Gasextraktionen, der Versauerung der Meere und der Ausbreitung invasiver Arten sicher nicht der dominante menschliche Faktor.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Es sind &#8211; jedenfalls für mich &#8211; einige interessante Gedanken dabei und der Feststellung, daß die pauschale These der Überfischung der Weltmeere nicht haltbar ist, kann man wohl getrost zustimmen. Wie erläutert wird, fehlen für eine solche Behauptung schlicht die Daten. </p>
<p> Nicht ganz sicher bin ich mir, ob der Autor den (lobbyistischen?) Argumenten der Fischereisympathisanten nicht zu viel Platz einräumt und hier zu unkritisch ist. Man sollte aber wohl wirklich skeptisch sein, wenn wieder einmal dicke Schlagzeilen den Kollaps der Fischbestände und das nahe Ende des &quot;Ökosystems Meer&quot; verkünden. </p>
<ul>
<li>Klaus, Gregor: <a target="_blank" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/der_mythos_von_den_leergefischten_meeren_1.699041.html" rel="noopener noreferrer">Der Mythos von den leergefischten Meeren</a>, Neue Zürcher Zeitung, 2.4.2008</li>
</ul>
<p></p>
<div class="invisible">
<hr width="100%" size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a rel="tag" class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Rowohlt">Rowohlt</a><br />
<a rel="tag" class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Rivva">Rivva</a><br />
<a rel="tag" class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/%D6kosystem+Meer">Ökosystem Meer</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_230" class="footnote">Das Interview habe ich bei Rivva selbst gefunden&#8230;</li><li id="footnote_1_230" class="footnote">Den Link verdanke ich <a href="http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2008/04/05/ueber-den-gartenzaun-w0814.html">Reto Stauss</a>.</li><li id="footnote_2_230" class="footnote">Und hier wären die Containerschiffe von den Fähren und die wiederum von den Öltankern zu unterscheiden&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/rowohlt-hat-geburtstag-interview-mit-frank-westphal-der-mythos-leergefischter-meere-werkstatt-ticker-08/">Rowohlt hat Geburtstag ::: Interview mit Frank Westphal ::: Der Mythos leergefischter Meere | Werkstatt-Ticker 08</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Darum nie genug konkrete Utopie!&#8220; » Das Portal &#8222;Utopia&#8220; verspricht die Symbiose von Nachhaltigkeit &#038; Konsumentenautonomie &#124; Werkstattnotiz XXXIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/darum-nie-genug-konkrete-utopie-das-portal-utopia-verspricht-die-symbiose-von-nachhaltigkeit-konsumentenautonomie-werkstattnotiz-xxxiii/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/darum-nie-genug-konkrete-utopie-das-portal-utopia-verspricht-die-symbiose-von-nachhaltigkeit-konsumentenautonomie-werkstattnotiz-xxxiii/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 14:04:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diskussionen finden häufig ein unerfreuliches Ende, wenn plötzlich der Utopie-Vorwurf im Raum steht. Sobald die eine Partei der anderen vorwirft, sie argumentiere nicht mehr sachlich, habe längst den Realitätsbezug verloren, dann folgt meist noch ein abschätziges und jede weitere Diskussion beendendes: &#34;Ach, Du redest doch von einer Utopie!&#34;&#160; Konkrete Utopien sind real, aber noch nicht ... <a title="&#8222;Darum nie genug konkrete Utopie!&#8220; » Das Portal &#8222;Utopia&#8220; verspricht die Symbiose von Nachhaltigkeit &#038; Konsumentenautonomie &#124; Werkstattnotiz XXXIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/darum-nie-genug-konkrete-utopie-das-portal-utopia-verspricht-die-symbiose-von-nachhaltigkeit-konsumentenautonomie-werkstattnotiz-xxxiii/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Darum nie genug konkrete Utopie!&#8220; » Das Portal &#8222;Utopia&#8220; verspricht die Symbiose von Nachhaltigkeit &#038; Konsumentenautonomie &#124; Werkstattnotiz XXXIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/darum-nie-genug-konkrete-utopie-das-portal-utopia-verspricht-die-symbiose-von-nachhaltigkeit-konsumentenautonomie-werkstattnotiz-xxxiii/">&#8222;Darum nie genug konkrete Utopie!&#8220; » Das Portal &#8222;Utopia&#8220; verspricht die Symbiose von Nachhaltigkeit &#038; Konsumentenautonomie | Werkstattnotiz XXXIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diskussionen finden häufig ein unerfreuliches Ende, wenn plötzlich der Utopie-Vorwurf im Raum steht. Sobald die eine Partei der anderen vorwirft, sie argumentiere nicht mehr sachlich, habe längst den Realitätsbezug verloren, dann folgt meist noch ein abschätziges und jede weitere Diskussion beendendes: &quot;Ach, Du redest doch von einer Utopie!&quot;&nbsp; </strong></p>
<h4 class="pullquote_left">Konkrete Utopien sind real, aber noch nicht verwirklicht. Es sind denkbare Zukünfte, deren Möglichkeitsbedingungen bereits vorliegen. <br /></h4>
<p>Der Gegenseite eine utopisches Position vorzuwerfen, ist eines der perfidesten Totschlagargumente. Denn wer will schon ernsthaft als Träumer und Architekt von Wolkenkuckucksheimen abgestempelt werden? Vor einigen Jahren habe ich in solchen Situationen bisweilen mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ernst Bloch</a> gekontert. Denn Bloch hatte die konventionelle Perspektive, die in Utopien bloß wünschbare Zukunftsentwürfe und somit Utopie im Grunde lediglich als traumhaft-irreales (und damit müßiges) Konzept verstand, in einem wichtigen Punkt ergänzt und korrigiert: Bloch verweist mit seinem Begriff der &quot;konkreten Utopie&quot; nämlich darauf, daß bestimmte Zukunftsentwürfe zwar noch nicht verwirklicht, aber dennoch denkbar sind. Und genau diese Konzepte, deren (Verwirklichungs-)Bedingungen vorhanden sind und bei denen lediglich die Realisierung noch aussteht, bezeichnet Bloch als &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konkrete_Utopie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">konkrete Utopie</a>&quot;. </p>
<p>Und in diesem Sinne ist der Begriff &quot;Utopie&quot; eben nicht negativ, sondern ausdrücklich positiv konnotiert; und folglich fordert Ernst Bloch: &quot;Darum nie genug konkrete Utopie!&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/darum-nie-genug-konkrete-utopie-das-portal-utopia-verspricht-die-symbiose-von-nachhaltigkeit-konsumentenautonomie-werkstattnotiz-xxxiii/#footnote_0_130" id="identifier_0_130" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="in: &quot;Abschied von der Utopie&quot;, in: Abschied von der Utopie? Vortr&auml;ge, herausgegeben von Hanna Gekle, Frankfurt am Main 1980, S. 82.">1</a></p>
<p><strong>Das Web-Portal &quot;Utopia&quot; richtet sich an selbstbewußte Konsumenten</strong></p>
<p>Ein spannendes und uneingeschränkt begrüßenswertes Web-Portal ist nun vergangene Woche unter genau diesem Etikett an den Start gegangen: <a href="http://www.utopia.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Utopia</strong></a>, so nennt sich selbstbewußt dieses superprofessionell gestaltete Informations-Konsumentenportal, das mündige, ökologisch bewußte Bürger/innen mit allerlei Informationen ausstatten will. Erreicht werden soll dies durch die Integration von Web2.0-Features innerhalb einer klassischen Info-Website. Redaktionell bereitgestellte Inhalte sollen also durch zusätzliche Informationen ergänzt werden, die durch die Website-User (&quot;die Utopisten&quot;) geliefert werden. Die Idee ist nicht neu, aber vielversprechend und für das Segment des nachhaltigen Lebensstils noch nirgendwo umgesetzt.</p>
<p>In der Selbstbeschreibung liest sich das Konzept so:</p>
<blockquote>
<p>Utopia ist das Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil. Inhaltsgetrieben, informativ, praktisch, realitätsnah und serviceorientiert.</p>
</blockquote>
<p>Und das faszinierende Moment der Website, die als Anlaufselle für eine wachsende Community dienen soll, liegt definitiv an den Optionen, die die Mitglieder selbst generieren und mit den anderen teilen: </p>
<blockquote>
<p>&quot;Jeder ist herzlich eingeladen, mitzumachen. Registrierte Utopisten erfahren hier, welche Produkte und Dienstleistungen man heute mit gutem Gefühl kaufen kann. Schnell, einfach und lebensnah finden Sie Tipps und Ideen, Rat und Tat, Fakten und Empfehlungen für ein neues, bewussteres Leben.&quot;</p>
<p>&quot;Utopisten bewerten Produkte, Marken und Unternehmen, tauschen ihre Erfahrungen aus, posten Beiträge und kommentieren. Die Utopia-Redaktion versorgt Sie mit den neuesten Infos, den wichtigsten Hintergründen und den heißesten nachhaltigen Produktentwicklungen. Zu den Mitgliedern der Community gehören auch ausgewiesene Experten aus allen Bereichen der Nachhaltigkeit, die Ihr Fachwissen beisteuern.&quot;</p>
</blockquote>
<p><strong>Jeder Kaufakt ist (auch) politisch: werden Sie zum strategischen Konsumenten!</strong></p>
<p>Da mich die Idee und die Umsetzung überzeugt, will ich auch gar nicht mehr viele Anmerkungen hinzufügen, sondern vielleicht noch erwähnen, daß einer der kooperierenden Partner das Freiburger Öko-Institut ist, das ich als wissenschaftlichen Think-Tank sehr schätze. Schön, daß hier etwas entsteht, das endlich die Entscheidungsfreiheit von nachhaltigkeitsbewußten Konsumenten Ernst nimmt und diese unterstützt. </p>
<blockquote>
<p>&quot;Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Worüber wollen Sie mehr erfahren? Wo sind Sie bereits Experte? Was wirkt, was schmeckt, was nervt? Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit für Utopia. Es lohnt sich. Schließlich geht es um nicht weniger als um das Ganze.&quot;</p>
<p>&quot;Ein Ziel von Utopia ist es, dazu beitragen, dass Millionen von Verbrauchern ihr Konsumverhalten ändern. Dass sie bewusster entscheiden und so mit jedem Kauf umweltfreundliche Unternehmen und faire Arbeitsbedingungen in aller Welt unterstützen.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Ich glaube, Ernst Bloch wäre durchaus positiv von diesem Modell angetan gewesen. In diesem Sinne: &quot;<em>Nie genug konkrete Utopie!</em>&quot; &#8211; liebe Werkstattbesucher, klicken sie rüber und begutachten das Angebot. Es war noch nie so leicht, <em>Utopist</em> zu werden&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Hier geht&#8217;s zur Website:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.utopia.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.utopia.de</a></li>
</ul>
<p><em>Aufmerksam geworden bin ich auf Utopia bei Reto:</em></p>
<ul>
<li>Stauss, Reto: <a href="http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2007/11/13/oeko-geht-web-2-0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Öko goes Web 2.0</a>, nachhaltigBeobachtet, 13.11.2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_130" class="footnote">in: &quot;Abschied von der Utopie&quot;, in: Abschied von der Utopie? Vorträge, herausgegeben von Hanna Gekle, Frankfurt am Main 1980, S. 82.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/darum-nie-genug-konkrete-utopie-das-portal-utopia-verspricht-die-symbiose-von-nachhaltigkeit-konsumentenautonomie-werkstattnotiz-xxxiii/">&#8222;Darum nie genug konkrete Utopie!&#8220; » Das Portal &#8222;Utopia&#8220; verspricht die Symbiose von Nachhaltigkeit &#038; Konsumentenautonomie | Werkstattnotiz XXXIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Welt hat Fieber, das arktische Eis schmilzt » Klimazeitreise auf NASA-Website zum globalen Klimawandel &#124; Werkstattnotiz C</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 18:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftliche Themen im Onlinebereich aufzubereiten, ist eine riesige Herausforderung. Erst recht, wenn es um Streitthemen, wie etwa die Debatte um die anthropogenen Faktoren des Klimawandels geht. Ein Infoportal der NASA zum globalen Klimawandel zeigt, wie man es richtig macht. Die Website &#8222;Global Climate Change&#8220;1 versammelt Indizien, wissenschaftliche Modelle und Hintergründe zum Klimawandel. Und diese werden ... <a title="Die Welt hat Fieber, das arktische Eis schmilzt » Klimazeitreise auf NASA-Website zum globalen Klimawandel &#124; Werkstattnotiz C" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/" aria-label="Mehr Informationen über Die Welt hat Fieber, das arktische Eis schmilzt » Klimazeitreise auf NASA-Website zum globalen Klimawandel &#124; Werkstattnotiz C">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/">Die Welt hat Fieber, das arktische Eis schmilzt » Klimazeitreise auf NASA-Website zum globalen Klimawandel | Werkstattnotiz C</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wissenschaftliche Themen im Onlinebereich aufzubereiten, ist eine riesige Herausforderung. Erst recht, wenn es um Streitthemen, wie etwa die Debatte um die anthropogenen Faktoren des Klimawandels geht. Ein Infoportal der NASA zum globalen Klimawandel zeigt, wie man es richtig macht.</strong></p>
<p>Die Website &#8222;<a href="http://climate.jpl.nasa.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Global Climate Change</a>&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/#footnote_0_330" id="identifier_0_330" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auf die ich zuerst hier bei Christian aufmerksam wurde.">1</a> versammelt Indizien, wissenschaftliche Modelle und Hintergründe zum Klimawandel. Und diese werden wunderbar aufbereitet und dargestellt. Klar, Schaubilder, die den Anstieg der Temperaturkurve zeigen, kennt man inzwischen (<em>Das Anklicken der Bilder öffnet jeweils eine etwas größere Version</em>):</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Global_Average_Temperature_01.jpg" rel="lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Global_Average_Temperature_01b.jpg" alt="Die Welt hat Fieber, das arktische Eis schmilzt » Klimazeitreise auf NASA-Website zum globalen Klimawandel | Werkstattnotiz C" width="500" height="232" /></a></p>
<p>Dennoch sind natürlich die aktuellen Daten bzw. Links, die man auf der Website findet, wertvoll.</p>
<h3><span class="pullquote">Mit dem Schieberegler den Klimawandel nachvollziehen.</span></h3>
<p><strong>Klimazeitreise, die nachdenklich macht</strong></p>
<p>Am faszinierendsten ist sicherlich eine Art &#8222;Klimazeitreise&#8220;, die auf eindrückliche Weise darstellt, wie stark sich einzelne Aspekte in den letzten Jahrzehnten verändert haben.</p>
<p>Das Ansteigen des Meeresspiegels, die globale Temperaturentwicklung oder der weiter wachsende Ausstoß von CO<sub>2</sub>, diese Kenndaten lassen sich mit einem Schieberegler visualisieren. Und die Tatsache, daß sich binnen weniger Jahre starke Veränderungen vollzogen haben und immer noch vollziehen, werden hier informativ und nachvollziehbar dargestellt. Ein Screenshot der &#8222;Zeitreise&#8220; zeigt die größten CO<sub>2</sub>-Produzenten:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/ClimateChange_CO2_a.jpg" rel="lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/ClimateChange_CO2_b.jpg" alt="Klimawandel" width="500" height="435" /></a></p>
<p><strong>Nordpol in wenigen Wochen eisfrei?</strong></p>
<p>Und so kann man auch eine aktuelle Meldung, die vorgestern <a href="http://www.independent.co.uk/environment/climate-change/exclusive-no-ice-at-the-north-pole-855406.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">durch die Nachrichten lief</a>, ebenfalls mittels Schieberegler nachvollziehen: nämlich das Abschmelzen des arktischen Eispanzers, das immer schneller voranschreitet. Noch letztes Jahr lauteten die Prognosen, daß wohl frühestens in 20 Jahren damit zu rechnen sei, daß die riesige Eisdecke des Nordpolarmeers vorübergehend verschwunden sein könnte.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Die Chancen, daß das arktische Eis am Nordpol noch dieses Jahr vollständig abschmilzt liegen bei 50:50. </span></h4>
<p>Nun schrecken wissenschaftliche Wortmeldungen auf, die die Wahrscheinlichkeit mit 50:50 angeben, daß bereits diesen August oder September das Eis ganz abgetaut sein könnte. Der Hintergrund: <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,522976,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vergangenes Jahr </a>war auf einer Fläche von rund 1 Million Quadratkilometer die Eisdecke abgeschmolzen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/#footnote_1_330" id="identifier_1_330" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In den Vorjahren lag die Fl&auml;che, die &uuml;ber den Sommer abschmolz durchschnittlich bei &bdquo;nur&ldquo; 100.000 Quadratkilometern.">2</a> &#8211; soviel wie niemals zuvor.</p>
<p>Und auf dieser Fläche befindet sich nun nur relativ dünnes, einjähriges Eis, das sich über die Wintermonate gebildet hatte, allerdings auch besonder schnell wieder wegtaut.</p>
<p>Wir müssen also noch ein paar Wochen abwarten, ob die Prognosen zutreffen &#8211; sollte die Vorhersage richtig sein, dann dürfte dies jedenfalls wieder für ein erhebliches Medienecho sorgen. Bis dahin kann man sich die Entwicklung der arktischen Eisfläche auf der NASA-Klimawandel-Website ansehen:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/ClimateChange_Arctic_Sea_Ice_a.jpg" rel="lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-top: 8px; margin-bottom: 8px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/ClimateChange_Arctic_Sea_Ice_b.jpg" alt="Arktisches Eis" width="500" height="356" /></a></p>
<p>Der Besuch der Website lohnt auf alle Fälle. Denn neben den dargestellten Indizien und Ursachen für die Klimaerwärmung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/#footnote_2_330" id="identifier_2_330" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die auf Grundlage der Experteneinsch&auml;tzung des letzten IPCC-Berichts (Weltklimarat) dargestellt werden.">3</a>, werden auch Lösungsansätze präsentiert und auch die Schwächen bzw. Unsicherheiten des derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstandes werden nicht verschwiegen.</p>
<p><strong>Dreist, ignorant oder hilflos? Die US-Regierung kämpft gegen die Anerkennung von Fakten</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Ein Expertenbericht des US-Umweltministeriums, der Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen anmahnte, wurde von der Bush-Regierung viele Monate lang ignoriert.</span></h4>
<p>Und vielleicht sollte man auch den Mitarbeitern der Bush-Administration den Link zur Website vorbeischicken. Denn wie in der New York Times vergangene Woche <a href="http://www.nytimes.com/2008/06/25/washington/25epa.html?_r=1&amp;adxnnl=1&amp;oref=slogin&amp;adxnnlx=1214847464-5Qt6Dc9lHCD1cMhY+0FfYw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu lesen war</a>,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/#footnote_3_330" id="identifier_3_330" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Aufgest&ouml;bert hat diesen Fall J&uuml;rgen Sch&ouml;nstein.">4</a> hatte man im Weißen Haus eine Mail des US-Umweltministeriums samt beigefügten Expertenbericht über 6 Monate ignoriert bzw. dessen Annahme verweigert.</p>
<p>Das Problem, das Bushs Leute hatten: im Bericht wurde festgestellt, daß die Emmision von Treibhausgasen dringend reguliert werden muß und daß der &#8222;Clean Air Act&#8220; dazu geeignet sei &#8211; George W. Bush hatte allerdings stets darauf bestanden, daß dieses Gesetz nutzlos und schädlich sei.</p>
<blockquote><p>&#8222;Both documents, as prepared by the E.P.A., “showed that the Clean Air Act can work for certain sectors of the economy, to reduce greenhouse gases,” one of the senior E.P.A. officials said. “That’s not what the administration wants to show. They want to show that the Clean Air Act can’t work.”</p></blockquote>
<p>Man kann nur froh sein, daß die Amtszeit des Realitätsverweigerers und ökologischen Ignoranten Bush demnächst endet. Und sein Nachfolger im Amt wird hoffentlich solche Seiten, wie diejenige der NASA genau studieren &#8211; und vielleicht selbst den Schieberegler für die Zeitreise betätigen. ;-)</p>
<div class="links_kurz">
<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://climate.jpl.nasa.gov/index.cfm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Global Climate Change</a> &#8211; NASA&#8217;s Eyes on the EarthWebsitze</li>
<li>New York Times: <a href="http://www.nytimes.com/2008/06/25/washington/25epa.html?_r=1&amp;adxnnl=1&amp;oref=slogin&amp;adxnnlx=1214847464-5Qt6Dc9lHCD1cMhY+0FfYw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">White House Refused to Open Pollutants E-Mail</a>, 25.6.2008</li>
<li>Schönstein, Jürgen: <a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/06/weisses-haus-ignoriert-eigenes-umweltministerium.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weißes Haus ignoriert Umweltministerium</a>, GeoGraffitico, 25.6.2008</li>
<li>Connor, Steve: <a href="http://www.independent.co.uk/environment/climate-change/exclusive-no-ice-at-the-north-pole-855406.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Exclusive: No ice at the North Pole</a>, The Independent, 27.6.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />
<p>Technorati-Tags:</p>
</div>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Umweltpolitik" rel="tag">Umweltpolitik</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Global+Climate+Change" rel="tag">Global Climate Change</a><br />
<a href="http://www.technorati.com/tag/Klimawandel class=" rel="tag">Klimawandel</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_330" class="footnote">Auf die ich zuerst <a href="http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2008/06/neue-nasawebseite-zum-klimawandel.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> bei Christian aufmerksam wurde.</li><li id="footnote_1_330" class="footnote">In den Vorjahren lag die Fläche, die über den Sommer abschmolz durchschnittlich bei &#8222;nur&#8220; 100.000 Quadratkilometern.</li><li id="footnote_2_330" class="footnote">Die auf Grundlage der Experteneinschätzung des letzten IPCC-Berichts (Weltklimarat) dargestellt werden.</li><li id="footnote_3_330" class="footnote"><a href="http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2008/06/weisses-haus-ignoriert-eigenes-umweltministerium.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufgestöbert</a> hat diesen Fall Jürgen Schönstein.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-welt-hat-fieber-das-arktische-eis-schmilzt-klimazeitreise-auf-nasa-website-zum-globalen-klimawandel-werkstattnotiz-c/">Die Welt hat Fieber, das arktische Eis schmilzt » Klimazeitreise auf NASA-Website zum globalen Klimawandel | Werkstattnotiz C</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Einstein hätte geflucht » Bienensterben, Insektizid-Lobbyismus und die Ignoranz deutscher Behörden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 May 2008 16:22:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Risiko]]></category>
		<category><![CDATA[Risikogesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist es wieder soweit: dicke Schlagzeilen über rätselhaftes Bienensterben sorgen bei der morgendlichen Zeitungslektüre für Mißstimmung. Werden sich die Honigfreunde bald an steigende Preise gewöhnen müssen, wenn die Nektarproduzenten millionenfach dahingerafft werden? Aber kommen uns solche Meldungen nicht allzu bekannt vor? War nicht unlängst sogar von Bienen-AIDS die Rede? Und was ist schon der ... <a title="Einstein hätte geflucht » Bienensterben, Insektizid-Lobbyismus und die Ignoranz deutscher Behörden" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/" aria-label="Mehr Informationen über Einstein hätte geflucht » Bienensterben, Insektizid-Lobbyismus und die Ignoranz deutscher Behörden">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/">Einstein hätte geflucht » Bienensterben, Insektizid-Lobbyismus und die Ignoranz deutscher Behörden</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 1px none #dcdcdc; margin-left: 7px; margin-right: 7px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Biene.jpg" alt="Biene, Quelle: Stock.xchng, User: robertt" width="200" height="163" /><strong>Nun ist es wieder soweit: dicke Schlagzeilen über rätselhaftes Bienensterben sorgen bei der morgendlichen Zeitungslektüre für Mißstimmung. Werden sich die Honigfreunde bald an steigende Preise gewöhnen müssen, wenn die Nektarproduzenten millionenfach dahingerafft werden?</strong></p>
<p>Aber kommen uns solche Meldungen nicht allzu bekannt vor? War nicht unlängst sogar von Bienen-AIDS die Rede? Und was ist schon der Verlust von 7000 Bienenvölkern, der derzeit von Imkern im Rheintal beklagt wird, wenn wir uns an die Horrormeldungen vom Vorjahr erinnern? Der aktuelle Fall ist sicher kein Grund zur Beunruhigung, aber wieder ein hochinteressantes Lehrstück über die Kollision wirtschaftlicher und ökologischer Interessen und die uneindeutig-unglückliche Rolle hiesiger Umwelt- und Risikoregulierungsinstanzen.</p>
<h4 class="pullquote_left">Im Rheintal beklagen Imker den Verlust tausender Bienenvölker</h4>
<p>Aber der Reihe nach: während vergangenes Jahr v.a. Imker aus den USA über den Verlust von bis zu 80% ihrer Bienenvölker berichtet haben, befindet sich das Zentrum des aktuellen Bienen-Massensterbens direkt vor unserer Haustür. Im Rheintal und vereinzelt auch in bayerischen Gegenden (etwa rund um Passau) sind in den letzten Wochen massenhaft tote Bienen vorgefunden worden.</p>
<p>Anders als in den USA, wo die Bienen 2007 einfach spurlos verschwanden und man dieses Phänomen auf den Namen &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colony_Collapse_Disorder" target="_blank">Colony Collapse Disorder (CCD)</a>&#8220; taufte<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_0_290" id="identifier_0_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde besteht immer noch keine Klarheit. Denn die Bienenv&ouml;lker hatten ihre St&ouml;cke zur&uuml;ckgelassen, obwohl ihre Brut und Pollen dort eingelagert waren. In Frage kommen verschiedene Krankheitserreger, etwa die Varroa-Milbe, aber auch Pestizide und andere Umweltgifte. Experten gehen von einer multifaktoriellen Verursachung aus. Insofern k&ouml;nnte man den &bdquo;Bienenvolk-Kollaps&ldquo; auch als Stressymptom lesen.">1</a>, sind dieses Mal die &#8222;Opfer&#8220; immerhin verfügbar und können analysiert werden.</p>
<p><strong>Was steckt dahinter?</strong></p>
<p>Die möglichen Ursachen, die für das Kollabieren der Völker in Frage kommen, sind vielfältig: Bakterien, Viren, Pilze. Oder war es doch die berüchtigte <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Varroamilbe" target="_blank">Varroa-Milbe</a>, die einst aus Asien eingeschleppt wurde?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_1_290" id="identifier_1_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;brigens waren es vermutlich deutsche Forscher (des Bieneninstituts Oberursel), die zu Untersuchungszwecken asiatische Bienen eingef&uuml;hrt hatten und die Milbe nach Europa brachten. W&auml;hrend asiatische Bienen allerdings die Sch&auml;den durch die Varroamilbe begrenzen k&ouml;nnen, haben ihre europ&auml;ischen Verwandten keinen geeigneten Mechanismus entwickelt, um mit diesem Parasiten umzugehen.">2</a> Der obligatorische Völkerverlust über den Winter hatte allerdings nur rund 10% betragen. Diese Verlustquote gilt als Standard.</p>
<p>Weshalb aber nun der massenhafte Exitus, der zudem regional begrenzt auftritt? Und wieso ausgerechnet Ende April? Nun könnte man es &#8211; rein hypothetisch &#8211; mit einer neuen Seuche zu tun haben, für die bislang niemand eine Erklärung hat, aber gleichzeitig auch niemand eine Verantwortung trägt.</p>
<p>Nach allem, was man heute über das jüngste Bienensterben in Baden-Württemberg weiß, ist aber genau das Gegenteil der Fall: denn erstens hat man &#8211; mit großer Wahrscheinlichkeit &#8211; die Ursache identifiziert und zweitens hätte man das alles durchaus vorher wissen können. Die große Frage ist nur: weshalb hat man Warnhinweise nicht rechtzeitig ernstgenommen, weshalb hat man die Erfahrungen aus anderen Ländern ignoriert?</p>
<p><strong>Konnte oder <em>wollte</em> man es nicht früher wissen?</strong></p>
<p>Zur Erklärung: in den Proben verendeter Bienen wurden Rückstände des Insektengifts <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clothianidin" target="_blank">Clothianidin</a> gefunden. Clothianidin ist ein systemisch wirkendes Insektizid, das u.a. auch zur Behandlung von Saatgut eingesetzt wird. Und nachdem 2007 in Teilen Baden-Württembergs und Bayerns erstmals das Auftreten des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maiswurzelbohrer" target="_blank">Maiswurzelbohrers</a> festgestellt wurde, wurde dieses Jahr &#8222;gebeiztes&#8220; Mais-Saatgut ausgebracht. Nun muß man möglicherweise nur noch 1+1 zusammenzählen, wenn man weiß, daß das Bienensterben kurz nach Ausbringen der Maissaat begann, oder?</p>
<p>Am gestrigen Freitag war es dann auch soweit, daß das Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) in Berlin die Zulassung von allen Saatgut-Behandlungsmitteln, die diesen Wirkstoff enthalten, auf Eis legte. Die Stellungnahmen der Forscher des Julius-Kühn-Instituts in Braunschweig, die die Bienen untersucht hatten, waren eindeutig. Dabei war man sich offenbar bis dato recht sicher:</p>
<blockquote><p>&#8222;Weil es als Beizmittel eingesetzt und nicht großflächig versprüht wird, galt das Insektengift als unschädlich für Bienen.&#8220; [SZ, 16.5.2008]</p></blockquote>
<p>Nun ist man angeblich schlauer: bei der maschinellen Ausbringung des gebeizten Saatguts könne eine feine Clothianidin-Wolke entstehen, die auf benachbarte Wiesen und Blüten abdrifte und dort von den Bienen aufgenommen werde. So die vorläufige Erklärung.</p>
<h4 class="pullquote">Der Übeltäter steht fest: des Insektizid Clothiandin landete bei der Mais-Aussaat nicht nur im Boden, sondern auch in der Luft</h4>
<p>Aber kam das Bienensterben wirklich überraschend? Tatsache ist, daß Umweltverbände und hochrangige Imker seit Jahren das Verbot genau dieser Insektizide fordern.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_2_290" id="identifier_2_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Manfred Hederer, Pr&auml;sident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbunds, beklagte: &bdquo;In allen 15 bisher untersuchten Proben verendeter Bienen ist Clothianidin gefunden worden.&ldquo; Schon im Juli 2006 hatte Hederer in einem Brief an das Bundesamt f&uuml;r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit scharfe Kritik an der Zulassung des Pestizids ge&auml;u&szlig;ert und vorausgesagt, &bdquo;dass Clothianidin f&uuml;r unsere Bienen zu einer gro&szlig;en Gefahr werden wird&ldquo;. Quelle: Presseerkl&auml;rung des cbgnetwork">3</a> Clothianidin ist &#8211; seiner Bestimmung nach &#8211; ein hochtoxisches Fraß- und Kontaktgift und zählt ebenso, wie das Insektizid Imidacloprid zur Gruppe der  <span class="new">Neonicotinoide.</span></p>
<p><strong>Seit Jahren wird gewarnt</strong></p>
<p><span class="new">Sowohl Clothianidin (Handelsname &#8222;Poncho Pro&#8220;), als auch </span>Imidacloprid (erhältlich als &#8222;Goncho&#8220;) werden von Bayer CropScience hergestellt und vertrieben. Und sie gehören, wen wundert&#8217;s, zu deren Top-Produkten. Imidacloprid zählte 2004 mit einem Umsatz von mehr als einer halben Millarde Euro jährlich (!) zu den wichtigsten Bayer-Produkten, seit 2004 ist das Nachfolgeprodukt mit dem Wirkstoff Clothianidin am Markt positioniert.</p>
<h4 class="pullquote_left">Die Insektizide bringen Bayer CropScience fetten Umsatz. Und nun negative Schlagzeilen&#8230;</h4>
<p><strong>Hinweise aus Frankreich oder Italien interessierten nicht</strong></p>
<p>In Frankreich wurde interessanterweise bereits im Mai 2004 die Zulassung von Imidacloprid als Saatgutbeizmittel aufgehoben.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_3_290" id="identifier_3_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ebenfalls 2004 forderte die franz&ouml;sische Umweltministerin Roselyne Bachelot die deutschen Beh&ouml;rden dazu auf, das Bayer-Insektizid &bdquo;Gaucho&ldquo; zu verbieten. Hintergrund: das staatliche Forschungsinstitut &bdquo;Comit&eacute; Scientifique et Technique&ldquo; hatte die Saatgutbehandlung als &bdquo;signifikantes Risiko f&uuml;r Bienen&ldquo; bezeichnet.">4</a> Und auch eine Warnung der    französischen Veterinärämter zu Frühjahrsbeginn 2008, interessierte die deutschen Behörden offensichtlich nicht: die Franzosen warnten ihre Imker    eindringlich, mit ihren Bienenvölkern die Gebiete, in welchen das Gift    eingesetzt werde, zu meiden.</p>
<p>Aber im BVL in Berlin scheint man nicht nur blind zu sein, was die Expertise der französischen Fachleute angeht. Auch für den Fall, daß aus Italien irritierende Stellungnahmen zu vernehmen sind, hat man offenbar Scheuklappen oder Ohrstöpsel bereitgelegt.</p>
<p>Denn das auffällige Bienensterben entlang des Rheins kam für Insider mit einer Vorankündigung: in Italien waren vor einigen Wochen ebenfalls massenhaft Völker gestorben. Ebenfalls im direkten Zusammenhang mit der Ausbringung von Mais-Saatgut<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_4_290" id="identifier_4_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Aussaat findet in Italien aber eben einige Wochen fr&uuml;her statt.">5</a> &#8211; und die italienischen Behörden hatten ebenfalls Clothianidin in den Bienen gefunden.</p>
<h4 class="pullquote">In Frankreich wurde die Zulassung zurückgezogen und erst vor wenigen Wochen fand in Italien ebenfalls ein Massensterben von Bienen statt &#8211; Ursache damals: Rückstände von Clothianidin</h4>
<p>Weshalb aber wartet man in Deutschland erstmal ab, bevor man hier die Zulassung aussetzt? Gab es eine Güterabwägung, ob man lieber ein Bienensterben in Kauf nehmen wollte oder die Ausbreitung des Maiswurzelbohrers bekämpfen? Oder war einfach die Lobbyarbeit und Beschwichtigung seitens Bayer CropScience so effektiv?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_5_290" id="identifier_5_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Befremdlich ist etwa, da&szlig; Bayer auf seiner Website eine Halbwertzeit von Clothianidin von 120 Tagen angibt &ndash; die US-Beh&ouml;rden gehen aber bspw. von ca. 3 Jahren aus. Ebenso seltsam mutet es allen Bienenkennern an, da&szlig; Bayer zum Nachweis der Unbedenklichkeit lediglich eine Studie &uuml;ber 3 Wochen durchf&uuml;hrte und das nicht zur Hauptbl&uuml;tezeit, sondern erst im sp&auml;teren Sommer. Die Imkerverb&auml;nde nennen weitere Indizien, wie sich Bayer u.a. Ausnahmeregelungen erstritten hat, um die Zulassung zu erhalten.">6</a></p>
<p>Wie gesagt: mit den Insektiziden verdient Bayer viel Geld. Allein mit den beiden nun ins Schußfeld geratenen Wirkstoffen kommt man derzeit ca. auf 800 Millionen Euro Umsatz.</p>
<p>Da kann man Warnhinweise durchaus einmal ignorieren. Erst recht, wenn die Kritik von Dauernörglern wie Greenpeace kommt<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_6_290" id="identifier_6_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie mich Eric Zeissloff per Mail informiert, so waren die deutschen Imker-Spitzenverb&auml;nde auch lange Zeit zur&uuml;ckhaltend, was die Kritik anging. Hier scheint es innerhalb der Fachorganisation unterschiedliche Standpunkte gegeben zu haben. Nun haben freilich die Kritiker &ndash; Eric Zeissloff geh&ouml;rt dazu &ndash; Recht bekommen. Erg&auml;nzender Link: Zeissloff, E. (2003): Schadet Imidacloprid den Bienen?, in: beekeeping.com">7</a> &#8211; diese hatten übrigens Anfang Februar Clothianidin auf ihre &#8222;<a href="http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/die_schwarze_liste_der_pestizide/" target="_blank">Schwarze Liste der Pestizide</a>&#8220; gesetzt. Und dort steht es offensichtlich vollkommen zu Recht.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/#footnote_7_290" id="identifier_7_290" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zur Aufkl&auml;rung bzgl. der &Uuml;berschrift &ndash; gelegentlich wird Albert Einstein folgendes Zitat zugeschrieben: &raquo;Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.&laquo; Belege f&uuml;r diesen Ausspruch liegen allerdings nicht vor, dennoch ist die These einigerma&szlig;en bedenkenswert.">8</a></p>
<div class="links_kurz">Weiterführende Artikel zum aktuellen Fall:</p>
<ul>
<li>Charisius, Hanno: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/633/175109/" target="_blank">Tod im Maisfeld</a>, SZ, 16.5.2008</li>
<li>Jacobasch, Stefan: <a href="http://www.scienceblogs.de/mahlzeit/2008/05/honigsammler-unter-druck.php" target="_blank">Honigsammler unter Druck</a>, Mahlzeit-Blog, 15.5.2008</li>
</ul>
<p>Weitere Links:</p>
<ul>
<li>Greenpeace: <a href="http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/die_schwarze_liste_der_pestizide/" target="_blank">Die Schwarze Liste der Pestizide</a>, 7.2.2008</li>
<li>Schuh, Hans: <a href="http://www.zeit.de/2007/22/Bienen?page=all" target="_blank">Die Biene, das Geld und der Tod</a>, Die ZEIT, 24.5.2007</li>
<li>Steinberger, Petra: <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt5m3/wissen/artikel/352/105247/" target="_blank">Das spurlose Sterben</a>, Süddt. Zeitung, 12.03.2007</li>
</ul>
</div>
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<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Ökologie">Ökologie</a><br />
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_290" class="footnote">Und über die Hintergründe besteht immer noch keine Klarheit. Denn die Bienenvölker hatten ihre Stöcke zurückgelassen, obwohl ihre Brut und Pollen dort eingelagert waren. In Frage kommen verschiedene Krankheitserreger, etwa die Varroa-Milbe, aber auch Pestizide und andere Umweltgifte. Experten gehen von einer multifaktoriellen Verursachung aus. Insofern könnte man den &#8222;Bienenvolk-Kollaps&#8220; auch als Stressymptom lesen.</li><li id="footnote_1_290" class="footnote">Übrigens waren es vermutlich deutsche Forscher (des Bieneninstituts Oberursel), die zu Untersuchungszwecken asiatische Bienen eingeführt hatten und die Milbe nach Europa brachten. Während asiatische Bienen allerdings die Schäden durch die Varroamilbe begrenzen können, haben ihre europäischen Verwandten keinen geeigneten Mechanismus entwickelt, um mit diesem Parasiten umzugehen.</li><li id="footnote_2_290" class="footnote">Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbunds, beklagte: &#8222;In allen 15 bisher untersuchten Proben verendeter Bienen ist Clothianidin gefunden worden.&#8220; Schon im Juli 2006 hatte Hederer in einem Brief an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit scharfe Kritik an der Zulassung des Pestizids geäußert und vorausgesagt, &#8222;dass Clothianidin für unsere Bienen zu einer großen Gefahr werden wird&#8220;. Quelle: <a href="http://www.cbgnetwork.org/2510.html" target="_blank">Presseerklärung des cbgnetwork</a></li><li id="footnote_3_290" class="footnote">Und ebenfalls 2004 forderte die französische Umweltministerin <span class="texteinf">Roselyne Bachelot die deutschen Behörden dazu auf, das Bayer-Insektizid &#8222;Gaucho&#8220; zu verbieten. Hintergrund: das staatliche Forschungsinstitut </span>&#8222;Comité Scientifique et Technique&#8220; hatte die Saatgutbehandlung als &#8222;signifikantes Risiko für Bienen&#8220; bezeichnet.</li><li id="footnote_4_290" class="footnote">Die Aussaat findet in Italien aber eben einige Wochen früher statt.</li><li id="footnote_5_290" class="footnote">Befremdlich ist etwa, daß Bayer auf seiner Website eine Halbwertzeit von Clothianidin von 120 Tagen angibt &#8211; die US-Behörden gehen aber bspw. von ca. 3 Jahren aus. Ebenso seltsam mutet es allen Bienenkennern an, daß Bayer zum Nachweis der Unbedenklichkeit lediglich eine Studie über 3 Wochen durchführte und das nicht zur Hauptblütezeit, sondern erst im späteren Sommer. Die Imkerverbände nennen weitere Indizien, wie sich Bayer u.a. Ausnahmeregelungen erstritten hat, um die Zulassung zu erhalten.</li><li id="footnote_6_290" class="footnote">Wie mich Eric Zeissloff per Mail informiert, so waren die deutschen Imker-Spitzenverbände auch lange Zeit zurückhaltend, was die Kritik anging. Hier scheint es innerhalb der Fachorganisation unterschiedliche Standpunkte gegeben zu haben. Nun haben freilich die Kritiker &#8211; Eric Zeissloff gehört dazu &#8211; Recht bekommen. Ergänzender Link: Zeissloff, E. (2003): <a href="http://www.beekeeping.com/artikel/imidacloprid_1.htm" target="_blank">Schadet Imidacloprid den Bienen?</a>, in: beekeeping.com</li><li id="footnote_7_290" class="footnote">Zur Aufklärung bzgl. der Überschrift &#8211; gelegentlich wird Albert Einstein folgendes Zitat zugeschrieben: »Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.« Belege für diesen Ausspruch liegen allerdings nicht vor, dennoch ist die These einigermaßen bedenkenswert.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/einstein-haette-geflucht-bienensterben-insektizid-lobbyismus-und-die-ignoranz-deutscher-behoerden/">Einstein hätte geflucht » Bienensterben, Insektizid-Lobbyismus und die Ignoranz deutscher Behörden</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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