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	<title>Theorie Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Theorie Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 11:15:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Sozial- und Geisteswissenschaften unterscheiden sich ja in mehrfacher Hinsicht von den Naturwissenschaften. Dies u.a. durch den Umstand, daß die wissenschaftliche Arbeit in den Humanities durch eine starke Bezogenheit auf vorbildliche Meisterdenker, Denkschulen und Theorien geprägt ist, wohingegen in den Naturwissenschaften eine andere Arbeitslogik und Zyklen dominieren, die für Klassiker kaum Platz lassen. Befinden sich ... <a title="Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/" aria-label="Mehr Informationen über Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/">Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-2343" style="border: 0pt none;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecher_180.jpg" alt="Klassiker-Bücherstapel" width="180" height="170" /><strong>Die Sozial- und Geisteswissenschaften unterscheiden sich ja in mehrfacher Hinsicht von den Naturwissenschaften. Dies u.a. durch den Umstand, daß die wissenschaftliche Arbeit in den Humanities durch eine starke Bezogenheit auf vorbildliche Meisterdenker, Denkschulen und Theorien geprägt ist, wohingegen in den Naturwissenschaften eine andere Arbeitslogik und Zyklen dominieren, die für Klassiker kaum Platz lassen. Befinden sich also die Sozialwissenschaften in der Krise, wenn &#8211; wie es den Anschein hat &#8211; die weit ausstrahlenden und möglicherweise neue Perspektiven eröffnenden Werke fehlen?</strong></p>
<p><span class="initial">I</span>n den Sozialwissenschaften gibt es nach wie vor die Orientierung an „großen Erzählungen“: Auf welche (theoretischen) Positionen beziehe ich mich? Mit welcher Methodik rücke ich meinem Untersuchungsgegenstand zu Leibe? Arbeite ich quantitativ oder qualitativ? Und welche Fragestellung (vor welchem Kontext) interessiert mich überhaupt? Das sind einige der Fragen, deren Beantwortung immer auch davon abhängt, an welcher Stelle im Bücherschrank z.B. die Werke von <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu">Pierre Bourdieu</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas">Jürgen Habermas</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault">Michel Foucault</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niklas_Luhmann">Niklas Luhmann</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Sennett">Richard Sennett</a>, <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Beck">Ulrich Beck</a> oder <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erving_Goffman">Erving Goffmann</a> einsortiert sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/#footnote_0_2336" id="identifier_0_2336" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und wenn die Arbeiten von einem der vorgenannten Klassiker fehlen, dann beeinflu&szlig;t das die Arbeit nat&uuml;rlich ebenso.">1</a></p>
<p>Kurz: in Soziologie, Psychologie oder den Geschichtswissenschaften prägen die Klassiker des jeweiligen Fachs die aktuelle Forschung. Dabei fällt auf, daß solchermaßen wirkmächtige Arbeiten vornehmlich aus den 1960er, 1970er, teilweise noch aus den 1980er Jahren stammen. In den vergangenen zwanzig Jahren scheint die Klassikerproduktion jedoch etwas in die Krise geraten zu sein.<br />
<span class="pullquote">Woran liegt es, daß anscheinend immer weniger fachwissenschaftliche Klassiker &#8222;produziert&#8220; werden?</span><br />
<span class="zwischenueberschrift">Fehlt uns etwas, wenn uns (wissenschaftliche) Klassiker und Bezugsgrößen fehlen?</span></p>
<p>Ist das der immer weiter fortschreitenden Ausdifferenzierung der praktischen Forschungsarbeit (sowohl inhaltlich, als auch methodisch) geschuldet? Oder ist schlicht die Zeit der „großen Erzählungen“ vorbei? Oder sind es die veränderten Rezeptions- und Arbeitsbedingungen in der (Sozial-)Wissenschaft, die es unwahrscheinlich oder vielleicht ganz unmöglich machen, daß potentiell prägende, weithin ausstrahlende Arbeiten ihre Wirkung entfalten? Werden also auch heute im Jahr 2012 vergleichbare „Klassiker“ produziert, die allein nicht „identifiziert“ werden? (Verhindert durch die akademische Kurzatmigkeit, atemlos japsend zwischen Antragstellungen, Begutachtungen, Ergebnispräsentationen, universitärer Selbstverwaltung, Kommissionskürlauf, Tagungssmalltalk, Publikationsdruck etc.)</p>
<p>Ebenso möglich ist freilich, daß schlicht die Qualität der Texte (und der darin formulierten Gedanken) nicht mehr hinreicht. Wer will sich schon mit der Behauptung lächerlich machen, seine neueste Arbeit markiere eine Wegmarke (oder gar ein neues Paradigma?) nicht nur für das eigene Fach, sondern auch darüberhinaus?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/#footnote_1_2336" id="identifier_1_2336" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vorhersehbar l&auml;cherlich wird so ein Statement, wenn es sich beim fraglichen &bdquo;Werk&ldquo; um die eiligst zusammengeschriebenen Ergebnisse einer drittmittelfinanzierten Studie mit einer Laufzeit von 2-3 Jahren handelt. Und was gibt es sonst noch anderes?">2</a></p>
<figure id="attachment_2341" aria-describedby="caption-attachment-2341" style="width: 570px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-2341"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecherregal580.jpg" alt="Unentbehrlich?: Ein Bücherregal voller Klassiker" width="580" height="146" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecherregal580.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/04/Buecherregal580-400x101.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /><figcaption id="caption-attachment-2341" class="wp-caption-text">Inzwischen entbehrlich?: Ein Bücherregal voller Klassiker</figcaption></figure>
<p><span class="zwischenueberschrift">Falsche oder angemessene Bescheidenheit?</span></p>
<p><span class="initial">O</span>der ist das augenscheinliche Ausbleiben der großen, prägenden Werke, die das Zeug zum Fachklassiker hätten, die Folge der fortschreitenden Konkretisierung und Ausdifferenzierung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit? Denn je spezialisierter Forschung agiert (und das ist unbestreitbar auch in den Sozialwissenschaften der Fall), desto überschaubarer ist die Zahl der Personen, die wirklich „mitreden“ können. Und desto unwahrscheinlicher ist es, daß die Ergebnisse solcher Forschung zunächst gelesen und danach überhaupt über den engen Kreis weniger Dutzend Peers hinaus rezipiert werden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/#footnote_2_2336" id="identifier_2_2336" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieser Umstand hat mit der Zersplitterung der fachlichen Diskursr&auml;ume zu tun. Postmoderne eben, egal ob man den Begriff mag oder nicht.">3</a></p>
<p>Zu diesem Thema – dem Ausbleiben neuer „Klassiker“ in den Sozial- und Geisteswissenschaften – hat sich vor einigen Wochen Jürgen Kaube in der FAZ sehr, sehr lesenswerte Gedanken gemacht. Er kommt zum Schluß, daß man</p>
<blockquote><p>„vom allmählichen Ende einer Epoche sprechen [könnte], in der noch vorstellbar war, dass Denken zu Ruhm führt.“</p></blockquote>
<p>Die Frage freilich ist: Fehlt uns, fehlt den betroffenen Disziplinen etwas, wenn die erwähnten Klassiker (also mögliche Bezugs- und Orientierungsmarken) fehlen? Ist das Phänomen (wenn die Beobachtung zutrifft) Ursache oder Folge der Zersplitterung der fachwissenschaftlichen Diskurse?</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="werkstattlinks"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Kaube, Jürgen (2012): <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/ueber-das-wissenschaftliche-sachbuch-denken-zwischen-muelltrennung-und-notaufnahme-11675841.html">Denken zwischen Mülltrennung und Notaufnahme</a>, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.3.2012</li>
</ul>
</div>
<p><small>Bildquelle: stock.xchng; Bücherregal &#8211; User: EmZed; Bücherstapel &#8211; User: verdrie</small></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2336" class="footnote">Und wenn die Arbeiten von einem der vorgenannten Klassiker fehlen, dann beeinflußt das die Arbeit natürlich ebenso.</li><li id="footnote_1_2336" class="footnote">Vorhersehbar lächerlich wird so ein Statement, wenn es sich beim fraglichen „Werk“ um die eiligst zusammengeschriebenen Ergebnisse einer drittmittelfinanzierten Studie mit einer Laufzeit von 2-3 Jahren handelt. Und was gibt es sonst noch anderes?</li><li id="footnote_2_2336" class="footnote">Dieser Umstand hat mit der Zersplitterung der fachlichen Diskursräume zu tun. Postmoderne eben, egal ob man den Begriff mag oder nicht.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/04/keine-klassiker-mehr-ende-der-grossen-erzaehlungen-in-den-geistes-und-sozialwissenschaften/">Keine Klassiker mehr: Ende der großen Erzählungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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