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	<title>Sport Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Sport Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 15:38:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Doping]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Dopinggeschichten Gestern gab es in Brest den Startschuß für die 95. Ausgabe der Tour-de-France. Das Schauspiel um die radelnden Ausdauermaschinen, die in der fränzösischen Sommerhitze die Landstaßen entlangfegen und sich dann die Bergpässe hinaufquälen, ist wie jedes Jahr ein Lehrstück in Sachen Scheinheiligkeit. Jeder weiß, daß auch dieses Jahr im Feld zahlreiche Fahrer und ... <a title="Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/" aria-label="Mehr Informationen über Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung &#124; Werkstatt-Ticker 43">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/">Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung | Werkstatt-Ticker 43</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span class="ticker_titel"><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Dopinggeschichten<br />
</span></span></span></h2>
<p>Gestern gab es in Brest den Startschuß für die 95. Ausgabe der Tour-de-France. Das Schauspiel um die radelnden Ausdauermaschinen, die in der fränzösischen Sommerhitze die Landstaßen entlangfegen und sich dann die Bergpässe hinaufquälen, ist wie jedes Jahr ein Lehrstück in Sachen Scheinheiligkeit.</p>
<p>Jeder weiß, daß auch dieses Jahr im Feld zahlreiche Fahrer und Teams mit dabei sind, die massiv unter Dopingverdacht stehen. Gegen einen der Favoriten &#8211; Alejandro Valverde &#8211; ermittelt derzeit die italienische Staatsanwaltschaft. Er steht ganz oben auf einer Liste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes, der für Valverde Blutbeutel aufbewahrte&#8230; Und doch werden Sportjournalisten und die Zuschauer diesem und anderen &#8222;Helden&#8220; zujubeln. Seltsam.</p>
<p>Ich empfehle zur Immunisierung gegen Tour-de-France-Begeisterung das aktuelle Interview mit Jörg Jaksche im SZ-Magazin:</p>
<blockquote><p>Jeder weiß doch inzwischen, was beim T-Mobile-Team ablief. Vor einer Reinwaschung Klödens sollte man deshalb die Ergebnisse aus Freiburg abwarten und schauen, wie sich Klöden als Zeuge vor der Justiz verhalten würde. Falls die Freiburger Uni-Ärzte angeklagt werden, müsste er ja dort erscheinen. Aber dem BDR geht es wohl vor allem um Geld: Wie kriegen wir Medaillen – und Fördergelder? Es geht nicht darum, ob du sauberen Sport machst, sondern ob du erfolgreich bist.</p></blockquote>
<div class="links_ticker"><strong>Linktipps:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/25344" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Man vergibt mir nicht &#8211; Interview mit Jörg Jaksche</a>, SZ-Magazin, 04.07.2008</li>
<li>Pfeiffer, Frieder: <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,563304,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping 2008 &#8211; Cortison, Fruchtbarkeitsmittel, Genversuche</a>, SpiegelOnline</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Wisskomm-Wochenschau<br />
</span></span></span></h2>
<p>Am vergangenen Mittwoch war ich zum <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> nach Dieburg eingeladen, wo ich einen Vortrag zur Wissenschaftskommunikation 2.0 gehalten habe und mich insbesondere mit der Frage auseinandergesetzt habe, ob wissenschaftliche Blogs eine Alternative zum klassischen Wissenschaftsjournalismus darstellen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/#footnote_0_334" id="identifier_0_334" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einen etwas ausf&uuml;hrlichen R&uuml;ckblick auf diese Veranstaltung gibt es demn&auml;chst hier in der Wissenswerkstatt zu lesen.">1</a></p>
<p>Im Anschluß daran hat mich Volker Lange von Wisskomm zu einem kleinen Interview gebeten. Ein kurzes Statement von mir ist nun in der aktuellen Ausgabe der Wisskomm-Wochenschau zu sehen. Ich bin ja der Meinung, daß man mir durchaus ansieht, daß ich die beiden Nächte zuvor nur jeweils so 3<sup>1</sup>/<sub>2</sub> &#8211; 4h geschlafen habe &#8211; aber wer sich einen übermüdeten und nicht ganz fitten Werkstattbetreiber ansehen möchte, der kann das hier tun:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/#footnote_1_334" id="identifier_1_334" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich es ehrlicherweise klasse finde, da&szlig; beim Standbild der Wisskomm-Schau ich im Hintergrund zu sehen bin und gerade die Folie eingeblendet ist, worauf zu lesen ist: &bdquo;Nur &uuml;ber Wissenschaft, die kommuniziert, wird gesprochen.&ldquo;">2</a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="id" value="showplayer" /><param name="quality" value="best" /><param name="src" value="http://blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?enablejs=true&amp;feedurl=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash&amp;file=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash%3Freferrer%3Dhttp%3A%2F%2Fwww%2Ewisskommtv%2Ede%2F%26source%3D3&amp;brandlink=http%3A%2F%2Fwww%2Ewisskomm%2Etv&amp;brandname=wisskomm%20TV&amp;showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip%2Etv%2Fscripts%2Fflash%2Fshowplayer%2Eswf" /><embed id="showplayer" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="255" src="http://blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?enablejs=true&amp;feedurl=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash&amp;file=http%3A%2F%2Fwisskomm%2Eblip%2Etv%2Frss%2Fflash%3Freferrer%3Dhttp%3A%2F%2Fwww%2Ewisskommtv%2Ede%2F%26source%3D3&amp;brandlink=http%3A%2F%2Fwww%2Ewisskomm%2Etv&amp;brandname=wisskomm%20TV&amp;showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip%2Etv%2Fscripts%2Fflash%2Fshowplayer%2Eswf" quality="best"></embed></object></p>
<p>Die anderen Themen diese Woche sind:</p>
<p>Der <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftssommer</a> in Leipzig und die Ergebnisse des Wettbewerbs &#8222;<a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/preis-wissenschaft-interaktiv.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaft Interaktiv</a>&#8220; &#8211; Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg mit <a href="http://www.wj-tag.de/?page_id=11&amp;paged=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Blog</a> &#8211; Blog und Videos zur Nobelpreisträgertagung bei <a href="http://www.scienceblogs.de/lindaunobel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scienceblogs.de</a> &#8211; Das <a href="http://www.phyletisches-museum.uni-jena.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">phyletische Museum</a> in Jena &#8211; Das wissenschaftliche Newsportal <a href="http://esciencenews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">e! Science News</a> &#8211; Viele Klima-Kampagnen sind viel zu negativ, meint die britische Organisation <a href="http://www.nesta.org.uk/nesta-report-says-miserable-climate-change-campaigns-won-t-work-time-for-a-new-approach/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Nesta&#8220;</a> &#8211; „PowerON und PowerOFF = Medienkompetenz?&#8220; bei <a href="http://www.podcampus.de/node/1232" target="_blank" rel="noopener noreferrer">podcampus.de</a>.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.wisskommtv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wisskomm-TV</a></li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Fragen Sie besser nicht Ihren Apotheker<br />
</span></span></span></h2>
<p>Wie heißt der Satz noch gleich, der zum Abschluß jeder Medikamentenwerbung in Rekordtempo aufgesagt wird? Genau: <em>Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker&#8230;</em></p>
<p>Daß man letzteres, nämlich das Befragen des Apothekers, auch getrost bleiben lassen kann, ergab eine kleine Erhebung von Stiftung Warentest: von 20 Berliner Apotheken schnitt nur eine einzige Apotheke wirklich gut ab, was die Beratung und Informationskompetenz angeht. Liegt es in der mangelnden Ausbildung, am Zeitdruck oder, oder, oder&#8230;?</p>
<p>Das Fazit der Stiftung Warentest <a href="http://www.test.de/presse/pressemitteilungen/-Apotheken/1690601/1690601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist ernüchternd:</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Beim Einreichen eines Rezeptes wurde die Herstellung des verschriebenen Mittels in vier Apotheken mit der Begründung abgelehnt, dass sich die Bestellung der Substanzen nicht „lohne“ oder dass diese angeblich nicht erhältlich seien. Bei der Beratung zu Medikamenten wurden nur in einer Apotheke alle drei Testfälle vollständig und richtig erläutert. Keine Apotheke überzeugte beim Blutdruckmessen, und schlechten Rat bekamen auch Testerinnen, die in der Apotheke wissen wollten, was man gegen die Konzentrationsschwierigkeiten des Sohnes unternehmen könne. Auch die Beratung zu Sonnenschutzmitteln und Lichtschutzfaktor war zum Teil falsch.&#8220;</p></blockquote>
<p>Traurig. Konsultieren Sie also bei Fragen besser das medizinische Fachblog Ihres Vertrauens. Ich hatte ja hier mal medizinische Blogs gelistet. Und ganz aktuell möchte ich das lesenswerte Blog des Medizinjournalisten Bert Ehgartner auf Scienceblogs empfehlen.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li>Blog von Bert Ehgartner: <a href="http://www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lob der Krankheit</a></li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/05/hippokrates-20-die-szene-der-medizin-und-arztblogs-werkstattnotiz-lxi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hippokrates 2.0 » Die Szene der Medizin- und Arztblogs</a>, 5.2.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Tour+de+France">Tour de France</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Apotheken">Apotheken</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_334" class="footnote">Einen etwas ausführlichen Rückblick auf diese Veranstaltung gibt es demnächst hier in der Wissenswerkstatt zu lesen.</li><li id="footnote_1_334" class="footnote">Wobei ich es ehrlicherweise klasse finde, daß beim Standbild der Wisskomm-Schau ich im Hintergrund zu sehen bin und gerade die Folie eingeblendet ist, worauf zu lesen ist: &#8222;Nur über Wissenschaft, die kommuniziert, wird gesprochen.&#8220;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/heuchler-auf-dem-rad-interview-mit-wisskomm-schlechte-apothekenberatung-werkstatt-ticker-43/">Heuchler auf dem Rad ::: Interview mit Wisskomm ::: Schlechte Apothekenberatung | Werkstatt-Ticker 43</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bayern hat wieder einen König » Franck Ribéry herrscht über den Odeonsplatz &#124; Werkstattnotiz III</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/bayern-hat-wieder-einen-koenig-franck-ribery-herrscht-ueber-den-odeonsplatz-werkstattnotiz-iii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Aug 2007 14:23:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Bayern hat einen neuen König. Und München vorübergehend eine neue Touristenattraktion. Seit einigen Tagen befindet sich nämlich am Gerüst der &#34;Katholischen Stiftskirche St. Kajetan&#34;, die unter dem Namen Theatinerkirche bekannt ist, ein überdimensionales Werbeplakat, das für einiges Aufsehen sorgt. Es ist selten, daß mehr Photoapparate auf das Kirchenportal als auf die Feldherrnhalle gerichtet sind, ... <a title="Bayern hat wieder einen König » Franck Ribéry herrscht über den Odeonsplatz &#124; Werkstattnotiz III" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/bayern-hat-wieder-einen-koenig-franck-ribery-herrscht-ueber-den-odeonsplatz-werkstattnotiz-iii/" aria-label="Mehr Informationen über Bayern hat wieder einen König » Franck Ribéry herrscht über den Odeonsplatz &#124; Werkstattnotiz III">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/bayern-hat-wieder-einen-koenig-franck-ribery-herrscht-ueber-den-odeonsplatz-werkstattnotiz-iii/">Bayern hat wieder einen König » Franck Ribéry herrscht über den Odeonsplatz | Werkstattnotiz III</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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</script></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bayern hat einen neuen König. Und München vorübergehend eine neue Touristenattraktion. Seit einigen Tagen befindet sich nämlich am Gerüst der &quot;Katholischen Stiftskirche St. Kajetan&quot;, die unter dem Namen <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theatinerkirche_%28M%C3%BCnchen%29" rel="noopener noreferrer">Theatinerkirche</a> bekannt ist, ein überdimensionales Werbeplakat, das für einiges Aufsehen sorgt.</strong> </p>
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/Wissenswerkstatt_Ribery_Theatinerkirche_DSCF3449b.jpg" rel="lightbox"><img decoding="async" width="180" height="226" align="right" style="border: 1px solid rgb(102, 102, 102); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Wissenswerkstatt_Ribery_Theatinerkirche_DSCF3449c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/Wissenswerkstatt_Ribery_Theatinerkirche_DSCF3449c.jpg" /></a>Es ist selten, daß mehr Photoapparate auf das Kirchenportal als auf die <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Feldherrnhalle" rel="noopener noreferrer">Feldherrnhalle</a> gerichtet sind, die die andere Seite des <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Odeonsplatz" rel="noopener noreferrer">Odeonsplatzes</a> begrenzt. Um den Lesern der Wissenswerkstatt einen Eindruck zu vermitteln, bin ich losgezogen und habe das Plakat photographiert. </p>
<p>Es zeigt den neuen Star des FC Bayern, <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Franck_Rib%C3%A9ry&amp;oldid=35640080" rel="noopener noreferrer">Franck Ribéry</a>, der sich &#8211; da inzwischen bekennender Muslim &#8211; Bilal nennt. Und dieser sei &#8211; so die Botschaft &#8211; neuer König der Bayern. Ich selbst bin etwas unschlüssig, ob ich diese Form der PR gutheißen soll. Allerdings finde ich gewisse Konnotationen, die hier mitschwingen, gar nicht so unsympathisch. Das beginnt damit, daß es durchaus für die Münchner und die Bayern spricht, wenn offenbar kein Sturm des Protestes durch das Land fegt, wenn einem augenzwinkernd ein Franzose als neuer Herrscher vorgesetzt wird. </p>
<p>Abgesehen davon finde ich es ebenso löblich, daß ganz offensichtlich die katholische Kirchengemeinde nichts dagegen einzuwenden hat, daß eben &#8211; wie erwähnt &#8211; an ihrem Portal ein Angehöriger einer anderen Glaubensrichtung abgebildet ist. Und Bilal selbst scheint auch nichts dagegen zu haben. Immerhin hier scheint eine friedliche Koexistenz der Religionen ohne allzuviel Argwohn möglich zu sein. Gemäkelt wurde allerdings von Bernd Graff in der Süddeutschen Zeitung &#8211; <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/meinung/347/128138/" rel="noopener noreferrer">seine Kritik</a> setzt mit der fehlenden Krone ein.</p>
<blockquote>
<p>Man hat ihm stattdessen einen achtstrahligen, silbernen Ordensstern um den Hals gehängt, der sich wie der &quot;Hohe Orden vom Schwarzen Adler&quot; ausnimmt. Das ist ein von 1701 bis zum Ende des deutschen Kaiserreichs insgesamt 407 mal verliehener höchster Orden. Und wer hat den verliehen? Ausgerechnet Preußen! Und zwar an alle, nur nie an die Bayern. (&#8230;)</p>
<p>Was also will uns diese Gemengelage aus wirren Zeichen, diese gehängte Endmoräne willkürlich dahergerollter Anspielungen, sagen?</p>
</blockquote>
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/Wissenswerkstatt_Ludwig_IIa.jpg" rel="lightbox"><img decoding="async" width="100" height="150" align="left" style="border: 1px solid rgb(102, 102, 102); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Wissenswerkstatt_Ludwig_IIb.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/Wissenswerkstatt_Ludwig_IIb.jpg" /></a>Falls Bernd Graff wider Erwarten mitliest: er irrt sich, wenn er sich an dem angeblichen &quot;Hohen Orden vom Schwarzen Adler&quot; festbeißt und hier den Werbetreibenden eine Art Geschichtsklitterung vorwirft. Denn, wie man eindeutig feststellen kann: Franck Ribéry wurde an die Stelle des Märchenkönigs <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ludwig_II._%28Bayern%29&amp;oldid=35522857" rel="noopener noreferrer">Ludwig II.</a> gesetzt; augenzwinkernd das Monumentalgemälde von Gabriel Schachinger aus dem Jahr 1887 zitierend. Und den möglicherweise märchenhaft aufspielenden Fußballer Ribéry an die Stelle des legendären Märchenkönigs Ludwig II. zu setzen, hat durchaus Charme.  </p>
<p>Das Gemälde Schachingers &#8211; das hier als Blaupause dient &#8211; zeigt Ludwig II. als Großmeister des Hausritterordens vom Heiligen Georg &#8211; und genau diesen hermelinbesetzten Mantel der Georgsritter trägt auch Ribéry. Und während Ludwig in seiner rechten Hand das Schwert Christophs des Starken hält, ist es bei Ribery die Eckfahne. Der freche Slogan &quot;Bayern hat wieder einen König&quot; ist also vor diesem Hintergrund durchaus berechtigt. </p>
<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/Wissenswerkstatt_Ribery_Theatinerkirche_DSCF3448b.jpg" rel="lightbox"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="183" align="right" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/Wissenswerkstatt_Ribery_Theatinerkirche_DSCF3448c.jpg" alt="Wissenswerkstatt_Ribery_Theatinerkirche_DSCF3448c.jpg" style="border: 1px solid rgb(102, 102, 102); margin: 8px; padding: 1px;" /></a>Die einzige Frage, die sich ernsthaft stellt, ist diejenige, ob sich ein Volk, das doch bereits einem Fußballkaiser die Ehre erweist, auch noch einem Fußballkönig gegenüber treu sein kann.  Ob hier nicht Solidaritätskonflikte vorprogrammiert sind? ;-) </p>
<p>Ansonsten bin ich etwas verwundert, daß in der hiesigen Blogsphäre bislang niemand auf diese auffällige Veränderung des Stadtbildes reagiert hat.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/bayern-hat-wieder-einen-koenig-franck-ribery-herrscht-ueber-den-odeonsplatz-werkstattnotiz-iii/#footnote_0_78" id="identifier_0_78" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Edit &ndash; 17.8.2007 | 23:00Uhr: Wie ich durch verschiedene Kommentare erfahren habe, ist Technorati z.Z. reichlich unzuverl&auml;ssig. Es hatte mir nur 2-3 franz&ouml;sische Blogpostings ausgespuckt. Tats&auml;chlich haben sich aber u.a. schon Alex [hier] und der &quot;Taugenichts&quot; [hier] kurz damit befa&szlig;t.">1</a>&nbsp; Interessanterweise war das Thema in französischen Fuball-Blogs durchaus schon Thema, so wie hier: &quot;<a href="http://www.kickandblog.com/index.php?post/2007/08/13/Franck-Ribery-nouveau-roi-de-la-Baviere" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franck Ribery nouveau roi de la Bavière</a>&quot;. </p>
<p>Ich jedenfalls habe schon plattere Werbeplakate gesehen&#8230;</p>
<p><em>[Anmerkung: Das Anklicken der Photos öffnet jeweils eine größere Version.]&nbsp;</em></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><strong><font color="#ee7600"><em><font size="2"><font color="#333333">Wenn Sie sich für</font> Franck Ribéry <font color="#333333">und den</font> FC Bayern München <font color="#333333">interessieren, dann sind diese Bücher und DVDs evtl. ebenfalls interessant für Sie:</font></font></em></font></strong></p>
<p><strong>DVD:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000K9L5DW?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000K9L5DW">Mein Herz schlägt Rot &#8211; Die Geschichte des FC-Bayern München</a> </li>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000UKW3LE?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000UKW3LE">Frei:Gespielt &#8211; Mehmet Scholl: Über das Spiel hinaus</a> </li>
</ul>
<p><strong>Bücher:</strong></p>
<ul>
<li>Schulze-Marmeling, Dietrich: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3895335347?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3895335347">Die Bayern. Die Geschichte des deutschen Rekordmeisters</a></li>
<li>Jockenhoefer, Rafael: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3980461130?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3980461130">100 Jahre FC Bayern München&#8230; und ein paar Titel mehr</a></li>
<li>Hüetlin, Thomas: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896672541?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896672541">Gute Freunde. Die wahre Geschichte des FC Bayern München</a></li>
</ul>
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<p>Allen, die sich für München, die Wittelsbacher oder den Märchenkönig Ludwig II. interessieren, seien folgende Links empfohlen:</p>
<ul>
<li>Krense, Timo (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3929826038?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3929826038">münchenleben &#8211; das buch zur stadt</a>. Verlag Thomas Mayer.</li>
<li>Müller, Wolfgang (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492244866?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3492244866">Wittelsbacher Schicksale</a>. Ludwig II., Otto I. und Sisi . Piper Verlag.</li>
<li>Dinzinger, Gertraud (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000088T2E?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=B000088T2E">Neuschwanstein und die Bergwelt des Märchenkönigs</a>. BR. DVD. </li>
<li>Hordych, Harald (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3897053330?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3897053330">München für Zugereiste</a>. Emmons-Verlag.</li>
<li>Schmid, Gregor M. (2000): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3485008656?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3485008656">Königsträume. Die Schlösser König Ludwigs II</a>. Nymphenburger Verlag.</li>
</ul>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_78" class="footnote">Edit &#8211; 17.8.2007 | 23:00Uhr: Wie ich durch verschiedene Kommentare erfahren habe, ist Technorati z.Z. reichlich unzuverlässig. Es hatte mir nur 2-3 französische Blogpostings ausgespuckt. Tatsächlich haben sich aber u.a. schon Alex [<a target="_blank" href="http://www.liveh8.de/?p=2312" rel="noopener noreferrer">hier</a>] und der &quot;Taugenichts&quot; [<a target="_blank" href="http://gentle-rocker.blog.de/2007/08/13/der_neue_konig_von_bayern~2802582" rel="noopener noreferrer">hier</a>] kurz damit befaßt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/bayern-hat-wieder-einen-koenig-franck-ribery-herrscht-ueber-den-odeonsplatz-werkstattnotiz-iii/">Bayern hat wieder einen König » Franck Ribéry herrscht über den Odeonsplatz | Werkstattnotiz III</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 16:52:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Physik]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anpfiff! Wenn Roberto Rosetti heute um 18 Uhr in Basel das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien anpfeift, dann beginnt damit nicht nur die von Millionen Fans sehnlichst erwartete Fußball-Europameisterschaft 2008. Denn Rosetti1 gibt damit nicht allein den Startschuß für das dreiwöchige Fußball-Spektakel, sondern zugleich für die Hochzeit der Phrasendrescherei und dünne Expertenweisheiten. Dabei sind ... <a title="Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/" aria-label="Mehr Informationen über Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/">Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt | Werkstattnotiz LXXXXIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="float: right; margin-left: 7px; margin-right: 7px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Fussball_01.jpg" alt="Fussball" width="165" height="248" /><strong>Anpfiff! Wenn Roberto Rosetti heute um 18 Uhr in Basel das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien anpfeift, dann beginnt damit nicht nur die von Millionen Fans sehnlichst erwartete Fußball-Europameisterschaft 2008. Denn Rosetti</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_0_311" id="identifier_0_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei dem man dar&uuml;ber spekulieren darf, ob er seinen Einsatz als Referee im Er&ouml;ffnungsspiel vielleicht seinem wohlklingenden Namen zu verdanken hat. Roberto Rosetti! Das hat doch was. Schiedsrichter-K&uuml;nstlername?">1</a> <strong>gibt damit nicht allein den Startschuß für das dreiwöchige Fußball-Spektakel, sondern zugleich für die Hochzeit der Phrasendrescherei und dünne Expertenweisheiten. Dabei sind einige der fußballerischen Glaubenssätze nicht einmal wahr&#8230;</strong></p>
<p>Seit Wochen steigt die Fieberkurve der (Sport-)Öffentlichkeit kontinuierlich an. Eigentlich muß man schon fast froh sein, daß es heute endlich losgeht, denn all die Spekulationen um die Fitneß einzelner Spieler oder gleich des ganzen Teams, all die Geheimniskrämerei um Mannschaftsaufstellungen und taktische Ausrichtung, haben in den letzten Tagen ein schon bedrohliches Ausmaß angenommen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_1_311" id="identifier_1_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nur in der Blogwelt schl&auml;gt die Begeisterung bislang verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig flaue Wellen.">2</a></p>
<p>Und je dünner die tatsächliche Nachrichtenlage,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_2_311" id="identifier_2_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In Form von Toren, vertanen Chancen, Tabellenst&auml;nden etc.">3</a> desto höher die Gefahr, daß sich Sportjournalisten an Nebensächlichkeiten festbeißen. Und dann wird sogar das Gejammer eines betagten Torhüters, der über den neuen, angeblich allzu flatterhaften EM-Ball lamentiert, zum Megathema hochgeschrieben.</p>
<p><strong>Die Geschichte mit dem Flatterball</strong></p>
<p>Worum geht&#8217;s? Jens Lehmann, bei Arsenal London zuletzt ausrangierter Torwart, der hierzulande immer noch von seinem Heldenbonus 2006<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_3_311" id="identifier_3_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Als er im Elfmeterschie&szlig;en gegen Argentinien die Nation verz&uuml;ckte.">4</a> zehrt, meckert über die Eigenschaften des offiziellen EM-Balls &#8222;Europass&#8220;. Der Ball &#8222;flattere&#8220;, so gab er vor 2 Wochen zu Protokoll und er sei noch schlechter als der WM-Ball des Jahres 2006, der den Namen &#8222;Teamgeist&#8220; trug. Wörtlich:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der Ball ist sehr schwierig für mich. Er fliegt noch unregelmäßiger als sein Vorgänger.&#8220;</p></blockquote>
<p>Kann das sein? Denn Hersteller adidas bewirbt das neue Spielgerät als den &#8222;besten Fußball aller Zeiten.&#8220; Man habe jetzt eine neue Oberflächenstruktur entwickelt. Die Außenhaut des Balls besteht aus einer Microstruktur, an der Regen abperle und &#8211; so die Eigenwerbung von adidas &#8211; wodurch der Ball besonders &#8222;griffig&#8220; werde. Chefdesigner Thomas Weege beschreibt den &#8222;Gänsehaut-Effekt&#8220; das Balles <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Der%20EM%20Ball%20Licht%20Schatten/363772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">folgendermaßen</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das verleiht jedem Spieler mehr Kontrolle über den Ball und macht das Verhalten des Balles auch bei widrigsten Witterungsverhältnissen berechenbar.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was nun? Ist der Ball nun besonders berechenbar oder besonders flatterhaft? Will sich der olle Lehmann nur prophylaktisch gegen etwaige Unsicherheiten absichern, wenn ihm ein müder Schuß durch die Hände rutscht, um dann auf den doch so torhüterunfreundlichen Ball zu verweisen? Kann ein Ball überhaupt &#8222;flattern&#8220;?</p>
<p><strong>Wenn sich &#8222;Wirbel&#8220; überlagern&#8230;</strong></p>
<p>Metin Tolan, der &#8222;Fußballprofessor&#8220; aus Dortmund, hat nun in den Wissenslogs <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/querkraft/statistik/2008-06-02/warum-fu-b-lle-garantiert-nicht-flattern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Sache physikalisch erklärt</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_4_311" id="identifier_4_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch Markus Trapp von &bdquo;Text&amp;Blog&ldquo; hat schon darauf verwiesen.">5</a> Ursache dafür, daß ein beschleunigter Ball<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_5_311" id="identifier_5_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der ja nichts anderes als eine fliegende Kugel ist.">6</a> überhaupt seine Flugbahn ändern kann bzw. daß diese kurvenförmig verläuft, ist der &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Magnus-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magnus-Effekt</a>&#8222;. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, daß die Luft beim Umströmen des Balls (unter der Bedingung, daß dieser mit &#8222;Drall&#8220; geschossen ist) sich nicht &#8222;gleichmäßig&#8220; von der Außenhaut des Balls ablöst, sondern hinter dem Ball kleine Luftwirbel bildet. Und diese &#8222;Wirbelschleppe&#8220; ist (durch die Ballrotation) asymmetrisch.</p>
<p>Oder nochmal anders erklärt: der fliegende und zugleich rotierende Ball erzeugt hinter sich ein Druckungleichgewicht. Das kommt dadurch zustande, daß auf die eine Ballseite gegen die Strömungsrichtung, die andere mit der Luftströumg rotiert. Und durch die (raue) Balloberfläche wird vom Ball selbst ein wenig Luft mitgeführt bzw. mitgerissen, die eben einmal länger am Ball &#8222;haften&#8220; bleibt und auf der anderen Seite schon etwas früher &#8222;abgelöst&#8220; wird. Und dieses Mißverhältnis führt zu den asymmterischen Druckverhältnissen und der Kurvenbahn des Balles.</p>
<p>Im Schaubild sieht das alles so aus:</p>
<p style="text-align: center;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Magnus-Effekt_01.jpg" alt="Magnus-Effekt - Flatterball" width="500" height="400" /></p>
<p>Und legendäre Fußballer, wie etwa der frühere Hamburger <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kaltz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manfred Kaltz</a>, müssen dem &#8222;Magnus-Effekt&#8220; dankbar sein. Denn ohne diesen, gäbe es keine Bananenflanke.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_6_311" id="identifier_6_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Benannt ist der &bdquo;Magnus-Effekt&ldquo; nach dem Berliner Physiker Heinrich Gustav Magnus, der beschrieb, da&szlig; ein rotierender Ball sich auf einer Kurvenbahn bewegt.">7</a></p>
<p>Nun aber zum &#8222;Flatterball&#8220;. Überhaupt ist das Phänomen nur dadurch erklärbar, daß der Ball oberhalb einer bestimmten &#8222;kritischen Geschwindigkeit&#8220; abgeschossen wird. Unter dieser Bedingung (hohe Schußgeschwindigkeit) wirkt nämlich zunächst eine zusätzliche &#8222;laminare Strömung&#8220;, die mit ihren Wirbeln die feine Wirbelschleppe (die oben skizziert ist) überlagert. Also: liegt die Geschwindigkeit oberhalb eines bestimmten kritischen Tempos, so tritt zuerst die &#8222;Inverse Magnus-Kraft&#8220; auf. Wenn der Ball aber wieder langsamer wird, so hört dieser Effekt auf und nur noch die &#8222;einfache&#8220; Magnus-Kraft wirkt. Metin Tolan schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie können wir nun das „Flattern“ des Balles erklären? Man schießt einen Fußball mit einer Geschwindigkeit oberhalb der „kritischen Geschwindigkeit“, wobei der Ball – möglicherweise ungewollt – auch angeschnitten wird und um eine senkrechte Achse in der Luft rotiert. Der Ball wird dann zunächst wegen des inversen Magnus-Effektes, wie oben beschrieben, in eine Richtung abgelenkt. Nun wird der Ball aber auch durch den Luftwiderstand langsamer und erreicht irgendwann eine Geschwindigkeit unterhalb der „kritischen Geschwindigkeit“. Ab jetzt wirkt dann der „normale“ Magnus-Effekt und lenkt den Ball in die entgegengesetzte Richtung ab. Insgesamt hat der Ball sich dann auf seiner Flugstrecke aus Sicht des Torwarts hin-und-her bewegt – er ist „geflattert“.&#8220;</p></blockquote>
<h4><span class="pullquote">Rein physikalisch können die neuen Bälle nicht &#8222;flattern&#8220;. Dazu wäre das Erreichen einer &#8222;kritischen Geschwindigkeit&#8220; notwendig&#8230;</span></h4>
<p>Das Problem: diese Richtungswechsel können im Prinzip nur zustandekommen, wenn ein Ball überhaupt die &#8222;kritische Geschwindigkeit&#8220; erreicht. Diese läßt sich aber &#8211; so Tolan &#8211; sehr einfach bestimmen und wird beim Balldesign berücksichtigt. D.h. die neuen Bälle können diese notwendige Geschwindigkeit, die für ein &#8222;flattern&#8220; notwendig wäre, gar nicht erreichen bzw. es gibt diese Geschwindigkeit für diese Bälle gar nicht:</p>
<blockquote><p>&#8222;Warum kann nun dieses „Flattern“ bei einem Fußball und insbesondere bei dem neuen „Europass“-Fußball nicht auftreten? Ganz einfach: Weil es bei einem solchen Fußball mit hoher Wahrscheinlichkeit gar keine „kritische Geschwindigkeit“ gibt! Der eben beschriebene Effekt kann nur auftreten, wenn die Luftwiderstandskurve nicht monoton mit steigender Geschwindigkeit ansteigt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wem wollen wir nun also glauben? Den Praktikern wie Lehmann oder auch dem <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/EM-2008-Ball;art17482,2545385" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tschechischem Keeper Petr Cech</a>, der ebenfalls über den Ball klagte oder den Gesetzen der Physik? Oder gehört es inzwischen einfach dazu, daß die Torhüterriege im Vorfeld einer solchen Meisterschaft sich über das Spielgerät beschwert? Zumal wenn der offizielle Spielball von adidas hergestellt wird und man selbst &#8211; wie Lehmann &#8211; mit einem anderen Sporthersteller (&#8222;Nike&#8220;) vertraglich liiert ist?</p>
<p>Und was lernen wir daraus? &#8211; Auch für Fußball-Fans kann die Lektüre von Wissenschaftsblogs lehrreich sein. ;-)</p>
<div class="links_kurz">Links:</p>
<ul>
<li>Tolan, Metin: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/querkraft/statistik/2008-06-02/warum-fu-b-lle-garantiert-nicht-flattern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum Fußbälle garantiert nicht flattern</a>, in: Querkraft (Wissenslogs), 02.06.2008</li>
<li>FTD: <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Der%20EM%20Ball%20Licht%20Schatten/363772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der EM-Ball 2008 &#8211; Licht und Schatten</a>, 03.06.2008</li>
</ul>
<p>Literaturtipp:</p>
<ul>
<li>Wesson, John (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3827416655?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3827416655">Fussball &#8211; Wissenschaft mit Kick: Von der Physik fliegender Bälle und der Statistik des Spielausgangs</a>. Spektrum Akad. Verlag.</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Flatterball">Flatterball</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Fußball-EM">Fußball-EM</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Lehmann">Lehmann</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_311" class="footnote">Bei dem man darüber spekulieren darf, ob er seinen Einsatz als Referee im Eröffnungsspiel vielleicht seinem wohlklingenden Namen zu verdanken hat. Roberto Rosetti! Das hat doch was. Schiedsrichter-Künstlername?</li><li id="footnote_1_311" class="footnote">Nur in der Blogwelt schlägt die Begeisterung bislang verhältnismäßig <a href="http://www.spreeblick.com/2008/06/02/em-gruppen-glaskugel-frisch-poliert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flaue Wellen</a>.</li><li id="footnote_2_311" class="footnote">In Form von Toren, vertanen Chancen, Tabellenständen etc.</li><li id="footnote_3_311" class="footnote">Als er im Elfmeterschießen gegen Argentinien die Nation verzückte.</li><li id="footnote_4_311" class="footnote">Auch Markus Trapp von &#8222;Text&amp;Blog&#8220; hat <a href="http://textundblog.de/?p=2191" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schon darauf verwiesen</a>.</li><li id="footnote_5_311" class="footnote">Der ja nichts anderes als eine fliegende Kugel ist.</li><li id="footnote_6_311" class="footnote">Benannt ist der &#8222;Magnus-Effekt&#8220; nach dem Berliner Physiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Gustav_Magnus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heinrich Gustav Magnus</a>, der beschrieb, daß ein rotierender Ball sich auf einer Kurvenbahn bewegt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/">Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt | Werkstattnotiz LXXXXIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt &#124; Werkstattnotiz 107</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 13:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssoziologie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=391</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Grunde ist die Sache so einfach, wie tragisch: am 5. September 1972 dringen palästinensische Terroristen in die Unterkunft der isrealischen Mannschaft im olympischen Dorf in der Münchner Conollystraße ein. Sie erschießen zwei Athleten und nehmen weitere neun Geiseln. Und sie verlangen die Freilassung von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, sowie die Entlassung von über ... <a title="Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt &#124; Werkstattnotiz 107" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/" aria-label="Mehr Informationen über Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt &#124; Werkstattnotiz 107">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/">Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt | Werkstattnotiz 107</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin: 3px 8px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/08/Muenchen_01.jpg" alt="München" />Im Grunde ist die Sache so einfach, wie tragisch: am 5. September 1972 dringen palästinensische Terroristen in die Unterkunft der isrealischen Mannschaft im olympischen Dorf in der Münchner Conollystraße ein. Sie erschießen zwei Athleten und nehmen weitere neun Geiseln. Und sie verlangen die Freilassung von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, sowie die Entlassung von über 200 palästinensischen Terrorverdächtigen aus isrealischer Haft.</p>
<p>Nach komplizierten Verhandlungen endet die Geiselnahme in einem deströs scheiternden Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck. Die Einsatzkräfte sind heillos überfordert, die Attentäter zünden eine Handgranate &#8211; am Ende sind alle israelischen Sportler, ein Polizist und fünf Terroristen tot. Und der IOC-Präsident Avery Brundage verkündet mit den Worten <em>&#8222;The games must go on&#8220;</em>, daß die Münchner Spiele weitergehen, wenngleich die Heiterkeit nicht mehr zurückkehren wird.</p>
<p><strong>&#8222;The games must go on&#8220;: Die Olympische Idee und die Politik</strong></p>
<p>Wie gesagt: die Sache ist zwar kompliziert in ihren Abläufen und (welt-)politischen Zusammenhängen, aber hinsichtlich der Bedeutung des Olympia-Attentats sollte es eigentlich kaum Zweifel geben. Die Geiselnahme war ein dramatischer Anschlag auf den internationalen Sport und die ermodeten Sportler die traurigen Opfer eines irrwitzigen Terrorkommandos.</p>
<p>Umso erstaunlicher, daß 36 Jahre nach diesem Gewaltakt der Göttinger Sportwissenschaftler Arnd Krüger sich in unglücklichster Manier über das Münchner Attentat äußert, eine absurde Verschwörungstheorie bastelt und die isrealischen Sportler fast zu Komplizen der Attentäter macht. Was ist vorgefallen?</p>
<p><strong>Über die Schwierigkeit über die Zeitgeschichte des Sports zu sprechen</strong></p>
<p>Vom 19.-21. Juni 2008 fand in Göttingen eine Konferenz unter dem Titel &#8222;Sportgeschichte erforschen und vermitteln&#8220; statt. Prof. Dr. Arnd Krüger ist Direktor des Sportinstituts  an der Universität Göttingen und hielt während  dieser Tagung einen Vortrag mit dem Titel &#8222;Hebron und München. Wie vermitteln  wir die Zeitgeschichte des Sports, ohne uns in den Fallstricken des Antisemitismus  zu verhaspeln?&#8220;.</p>
<p>Aber anstatt sich selbst an der Mahnung seines Vortragstitels zu orientieren &#8211; sich nämlich der Fallstricke des Antisemitismus bewußt zu sein &#8211; , stolperte und verhaspelte sich Krüger in geradezu grotesker Weise, wenn man den Zuhörern des Vortrags glauben darf.</p>
<p><strong>Sporthistoriker Krüger: Isrealische Athleten sind bewußt für die jüdische Sache gestorben</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Steile These: Haben die isrealischen Opfer des Münchner Terroranschlags von ihrem Schicksal gewußt?</span></h4>
<p>Krüger stellte nämlich die These auf, die elf Sportler hätten von dem bevorstehenden Attentat gewußt und seien bewußt in den Tod gegangen, um damit der israelischen Sache zu dienen. Die Olympioniken David Mark Berger, Ze&#8217;ev Friedman, Joseph Gottfreund, Eliezer Halfin, Joseph Romano, André Spitzer, Amitsur Schapira, Kahat Schor, Mark Slavin, Jaakov Springer und Moshe Weinberg, die gemeinhin als tragische Opfer gesehen werden, sind &#8211; so darf man wohl Krügers Darstellung deuten &#8211; weniger als passive Opfer, sondern vielmehr als Akteure innerhalb des Geschehens zu betrachten, die sich aktiv &#8222;opferten&#8220;.</p>
<p>In einem <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/06/22/dlf_20080622_1945_1e4f9d55.mp3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radiobeitrag des Deutschlandfunks</a> (MP3)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/#footnote_0_391" id="identifier_0_391" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;Verh&ouml;hnung j&uuml;discher Opfer &ndash; Skandal bei den Sporthistorikern&ldquo;, Autor: Michael Barsuhn.">1</a> ist ein Mitarbeiter der Uni Gießen mit folgendem Statement zu hören:</p>
<blockquote><p><em>&#8222;Naja, er hat gesagt, die jüdischen Sportler hätten  gewußt, dass es ein Attentat geben werde, sie seien freiwillig in den Tod  gegangen für eine größere jüdische Sache und das ist eine  These, die, wie gesagt, durch keinerlei Quellen zu belegen und die schlichtweg absurd  ist und letzendlich ist das für mich eine Verhöhnung der Opfer&#8220;. </em></p></blockquote>
<p>Kaum verwunderlich, daß sich sowohl die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft, als auch <a href="http://www.dosb.de/de/organisation/verbands-news/detail/news/dosb_fordert_professor_krueger_zur_ruecknahme_seiner_thesen_auf/8583/cHash/4ca8a45815/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der DOSB</a> von Krügers Behauptungen distanzierten und ihn zu einer Entschuldigung aufforderten. Und auch der Zentralrat der Juden machte seine Empörung deutlich.</p>
<p><strong>Seltsame Rechtfertigungsversuche</strong></p>
<p>Das ist alles erwartbar. Interessant ist aber, daß sich Krüger mehrmals damit rechtfertigte, daß er einige Mitglieder der olympischen Mannschaft Isreals persönlich gekannt habe und er das Attentat selbstverständlich tief bedauere und verurteile. Von seiner Position rückt er allerdings kaum ab. Und &#8211; wie ich hier auf <a href="http://www.goest.de/krueger.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">den Seiten der &#8222;Göttinger Stadtinfo&#8220;</a> lese &#8211; hat Krüger einige Tage vor seinem unseligen Vortrag der Studentenzeitschrift ein Interview gegeben. Und dort ist folgenden Passage zu lesen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich war 1971 Betreuer der israelischen Leichtathleten bei den Vorolympischen Spielen.  Vor allem zwei der Leichtathletinnen, die in meinem Verein in Leverkusen für  einige Zeit mittrainierten, kannte ich gut. Man hatte mir vorher gesagt: &#8222;Die  kommen und wir sind gar nicht mehr da&#8220;. Ich verstand erst später richtig,  worum es ging. Als die Attentäter in das Olympische Dorf eindrangen, flüchtete  einer der Geher als letzter aus dem israelischen Quartier über den Balkon.</p>
<p>Er hatte zentimeterdicke Brillengläser, d.h. er war praktisch blind ohne  Brille, Und wenn jemand wie er flüchten konnte, hätte jeder flüchten  können. Aber die Anderen wollten nicht. Sie hatten sich freiweillig gemeldet  und wussten, dass die Palästinenser kommen würden. Nicht wann &#8211; aber  dass. In der israelischen Presse war die unsichere Lage schon Wochen vorher diskutiert  worden. Daher hatte man die gesamte Frauenmannschaft in München privat untergebracht.  Nicht mehr als eine Person pro Wohnung, um kein Risiko einzugehen, Von den männlichen  Mitgliedern des israelischen Teams waren nur Geheimdienstler, Reserveoffiziere  und Freiwillige da. ..&#8220;</p></blockquote>
<p>Was bezweckt ein renommierter Sporthistoriker mit solchen Aussagen? Kann er nicht ahnen, daß er damit einen Sturm der Entrüstung provoziert? Denn, wohlgemerkt: außer anekdotischen Verweisen, hat Krüger keine Belege parat! Es sind kaum mehr als Spekulationen &#8211; aber Krüger spricht als Wissenschaftler.</p>
<p><strong>Wenn Spekulationen historische Belege verdrängen&#8230;</strong></p>
<p>Eigentlich ein Fall für eine Prüfungskommission, die von der Uni Göttingen auch installiert wurde &#8211; allerdings mit recht zweifelhaftem Ergebnis. In der Süddeutschen Zeitung <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/580/303575/text/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mußte man lesen</a>:</p>
<blockquote><p>[Krüger] &#8222;&#8230; hatte auf einer wissenschaftlichen Tagung im Juni die These aufgestellt, dass die israelischen Sportler freiwillig in den Tod gegangen seien, um, so Krüger, &#8222;der Sache Israels als ganzer zu nutzen&#8220;, und eine abstruse Verbindungslinie gezogen zu einem angeblich andersartigen Körperbild, das in Israel vorherrsche.</p>
<p>Krüger hatte in seinem Vortrag behauptet, dass die Abtreibungsrate in Israel bis zu zehn Mal höher sei als in anderen westlichen Industrienationen, eine fatale Fehleinschätzung, wie amtliche Statistiken belegen. Eine von der Universitätsleitung vor drei Wochen eingesetzte Ombudskommission sieht die so genannten &#8222;Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis&#8220; im Fall Krüger dennoch als nicht verletzt an und verzichtet auf jede Kritik an Krüger, obwohl dieser für seine Behauptungen bis heute keine Belege präsentierte.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Wie halten wir es mit Verfehlungen im akademischen Betrieb?</strong></p>
<p>Hier stellt sich wieder einmal die Frage, welche Standards an die sogenannte &#8222;gute wissenschaftliche Praxis&#8220; angelegt werden. Und es zeigt sich auch wieder, daß die Freiheit der Forschung leicht als Beliebigkeit mißverstanden werden kann. Aber wen wundert eine solche laxe Handhabung wissenschaftlicher Grundregeln,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/#footnote_1_391" id="identifier_1_391" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Denn da&szlig; man f&uuml;r seine Behauptungen auch Belege bereithalten sollte, gilt gemeinhin als selbstverst&auml;ndlich.">2</a> wenn auch in den vorgeblich so &#8222;harten&#8220; Naturwissenschaften allerlei Fehlverhalten kaum Konsequenzen nach sich zieht.</p>
<p>Wie Florian drüben bei den Scienceblogs <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/08/karriere-nach-dem-betrug.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">illustriert</a>, sind in vielen Fällen auch handfeste Betrugsfälle nicht immer ein Ausschlußgrund aus dem akademischen Betrieb.</p>
<p>Dennoch: in diesem Fall hat sich die Göttinger Prüfungskommission als zahnlos erwiesen &#8211; eine Rüge hätte dieser sporthistorische Amoklauf längst verdient gehabt.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li>Süddt. Zeitung: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/580/303575/text/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streit um Göttinger Professor: Skandalöser Freispruch</a>, 25.7.2008</li>
<li>Göttinger Stadtinfo: <a href="http://www.goest.de/krueger.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Skandal um Prof. Arnd Krüger</a></li>
<li>Freistetter, Florian: <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/08/karriere-nach-dem-betrug.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karriere nach dem Betrug</a>, in: Astrodicticum Simplex, 9.8.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Olympia">Olympia</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/München">München</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_391" class="footnote">&#8222;Verhöhnung jüdischer Opfer &#8211; Skandal bei den Sporthistorikern&#8220;, Autor: Michael Barsuhn.</li><li id="footnote_1_391" class="footnote">Denn daß man für seine Behauptungen auch Belege bereithalten sollte, gilt gemeinhin als selbstverständlich.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/">Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt | Werkstattnotiz 107</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? &#124; Werkstattnotiz 108</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 10:35:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir schreiben den dritten Tag der olympischen Schwimmwettkämpfe von Peking und notieren den zehnten Weltrekord. Nun könnte man sich natürlich über all diese phänomenalen Leistungen freuen, man könnte entzückt sein über dieses Rekordfeuerwerk. Man kann aber auch Fragen stellen. Etwa die Frage, wie und ob diese erstaunlichen Leistungssprünge möglich sind. Halten wir fest: Schwimmen ist ... <a title="Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? &#124; Werkstattnotiz 108" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/" aria-label="Mehr Informationen über Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? &#124; Werkstattnotiz 108">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" style="float: right; margin-left: 8px; margin-right: 8px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/08/Doping03a.jpg" alt="Doping" width="220" height="187" /><strong>Wir schreiben den dritten Tag der olympischen Schwimmwettkämpfe von Peking und notieren den zehnten Weltrekord. Nun könnte man sich natürlich über all diese phänomenalen Leistungen freuen, man könnte entzückt sein über dieses Rekordfeuerwerk. Man kann aber auch Fragen stellen. Etwa die Frage, wie und ob diese erstaunlichen Leistungssprünge möglich sind.</strong></p>
<p>Halten wir fest: Schwimmen ist eine der traditionellen olympischen Sportarten, die Disziplinen, die zur Austragung kommen, sind seit vielen Jahrzehnten im Wettkampfprogramm verankert. Und: überall auf der Welt wird geschwommen. Soll heißen: anders als in anderen, exotischeren Sportarten, zeichnet sich der Schwimmsport durch einen enorm großen Talentepool aus.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/#footnote_0_401" id="identifier_0_401" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der den Faktor Zufall in Bezug auf die Auswahl der Athleten bzw. deren konditionelle F&auml;higkeiten enorm minimiert.">1</a></p>
<h4><span class="pullquote_left">Heute gibt es keine größeren Schwimmtalente, als vor 30 Jahren!</span></h4>
<p><strong>Unerklärliche Leistungsexplosion</strong></p>
<p>Was schlußfolgern wir daraus? Ganz einfach: wir dürfen für mindestens die letzten 40 Jahre davon ausgehen, daß sich jede neue Generation von Spitzenschwimmern aus den jeweils talentiertesten und konditionell befähigsten Schwimmtalenten rekrutiert hat.</p>
<p>Und nachdem die Evolution der Spezies Homo Sapiens dann doch einigermaßen träge abläuft<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/#footnote_1_401" id="identifier_1_401" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zumindest im Vergleich zur rasanten Entwicklung der Rekorde.">2</a> und wir bislang keine Berichte über Schwimmer mit Schwimmhäuten haben, so dürfen wir davon ausgehen, daß bspw. in den 70er Jahren eine Schwimmergeneration an den Start ging, die von ihren physischen und psychischen Ausgangsbedingungen durchaus mit der heutigen Generation rund um Michael Phelps und Co. vergleichbar ist.</p>
<p><strong>Welches Geheimnis hat die Schwimmgeneration von 2008?</strong></p>
<p>Weshalb aber, so meine Frage, schwimmen der US-Schwimmheld Phelps und unzählige andere, die derzeit im Pekinger Aquatic Center ins Becken hüpfen, viele, viele Sekunden schneller, als die Sportler früherer Zeiten?  Wie ist diese beinahe unglaubliche Leistungsexplosion, die wir derzeit erleben, zu erklären? Allein im Jahr 2008 gab es weit über 50 neue Weltrekorde!</p>
<p>Ich habe mir in diesem Zusammenhang in einem<a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/08/leistungs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> ausführlichen Beitrag im Neurons-Blog</a> detailliertere Gedanken gemacht.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/#footnote_2_401" id="identifier_2_401" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es wird ein weiterer Beitrag zur Rekordentwicklung folgen!">3</a> Als leistungsdeterminierende Faktoren, kommen m.E. die Physis, die Psyche und die Technik in Betracht. In welchem Bereich &#8211; so meine Frage &#8211; gab es binnen der vergangenen 2-3 Jahre diese Revolution, die die momentante Leistungsentwicklung erklärt?</p>
<p>Meine erste These:</p>
<blockquote><p>Die Grundprinzipien des Schwimmsports sind identisch geblieben und auch <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/hilfsmittel-im-schwimmsport.php">die vielbeschworenen Schwimmanzüge</a> rechtfertigen die Leistungssprünge nicht &#8211; zumal etwa Phelps bei seinem gestrigen Rekord mit blankem Oberkörper zu Gange war. Er benötigte also offensichtlich die tollen Eigenschaften der &#8222;aquadynamischen&#8220; Anzüge erst gar nicht.</p></blockquote>
<p>Wenn also die ominösen Schwimmanzüge nicht als Erklärung taugen, was steckt dann hinter diesen irrsinnigen Rekorden? Hat die Schwimmgeneration des Jahres 2008 doch eine leistungsfördernde Substanz entdeckt, die bislang der Dopinganalytik verborgen bleibt?</p>
<h4><span class="pullquote">Sind die Fabelzeiten von Phelps und Co. anders als durch den Griff in die Apotheke zu erklären?</span></h4>
<p>Um ehrlich zu sein: ich kann mir die Fabelzeiten von Phelps, der heute bereits seinen dritten Weltrekord in nur 3 Tagen aufstellte, kaum anders erklären, als durch die Zuhilfenahme pharmakologischer Substanzen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren und bin insofern mehr als begeistert, über die <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/wie-man-ganz-legal-neue-schwimmrekorde-produziert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">informative Skizze</a> von Ludmila Carone, die die technischen Neuerungen innerhalb des Schwimmsports skizziert, die theoretisch eine Erklärung liefern könnten.</p>
<p>Sie schreibt zusammenfassend:</p>
<blockquote><p>Der Schwimmstil, den Mark Spitz und Michael Groß verwendeten, unterscheidet sich deutlich von dem, was heute Michael Phelps schwimmt und deswegen sind auch die Rekorde nicht wirklich miteinander vergleichbar, weil die Bewegungsabläufe im Grunde genommen inzwischen ganz andere sind.</p></blockquote>
<p>Das will mir (teilweise) einleuchten. Allerdings stellen sich für mich dennoch zwei weitere Fragen:</p>
<p>1. Weshalb sind ganz offenbar dutzende Athleten zielgenau zum Wettkampfhöhepunkt in Peking so topfit, daß sie die Rekorde nur so pulverisieren? Die technischen Modifikationen und biomechanischen Erkenntnisfortschritte datieren doch nicht auf den Juni 2008, oder?</p>
<p>2. Es wird argumentiert, daß sich die &#8222;Philosophie&#8220; des Schwimmens gewandelt habe. Es wird weniger &#8222;gegleitet&#8220;, sondern deutlich kraftorientierter geschwommen. Gut, nur: wie kann dieser kraftraubende Schwimmstil über diese langen Distanzen aufrechterhalten werden und v.a. wie erklärt man, daß Phelps mit minimalsten Erholungsintervallen dennoch seine absolut phänomenalen Rekordwerte nochmals unterbietet. Eigentlich solllte so etwas doch nur in ausgeruhtem Zustand möglich sein.</p>
<p><strong>Spannende Erläuterungen in Wissenschaftsblogs</strong></p>
<p>Wie auch immer &#8211; ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung und bin erfreut, daß ich ausgerechnet in einem Wissenschaftsblog eine <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/wie-man-ganz-legal-neue-schwimmrekorde-produziert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so schöne Darstellung</a> über die Veränderungen des Reglements und der Schwimmtechniken lesen kann. Und die Diskussionen, die sich im Anschluß an meinen Beitrag bei ScienceBlogs ergeben, sind auch sehr lesenswert!</p>
<p><em>p.s.: Bei ScienceBlogs läuft ein <a href="http://www.scienceblogs.de/2008/08/scienceblogsspezial-olympische-spiele.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SB-Spezial zum Thema &#8222;Olympische Spiele&#8220; </a>&#8211; dort werden laufend interessante Artikel rund um die Spiele in Peking eingestellt, die sicher auch lesenswert sind.</em></p>
<div class="links_ticker"><strong>Empfehlenswerte Artikel:</strong></p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/08/leistungs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael Phelps &amp; Co.: Wie man Rekorde jagt und Glaubwürdigkeit zerstört</a>, Neurons, 11.8.2008</li>
<li>Ludmila Carone: <a href="http://www.scienceblogs.de/planeten/2008/08/wie-man-ganz-legal-neue-schwimmrekorde-produziert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pimp my Schwimmstil</a>, Hinterm Mond gleich links, 12.8.2008</li>
<li> Lars Fischer: <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/08/10/rekorde-rekorde-a-8211-alles-nur-zufall-4568697" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rekorde, Rekorde &#8211; alles nur Zufall?</a>, Fischblog, 10.8.2008</li>
<li>Bachner, Frank: <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/olympia2008/art17786,2590637" target="_blank" rel="noopener noreferrer">So viele Schwimmrekorde &#8211; Wie kann das gehen?</a>, tagesspiegel, 11.8.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="links_kurz"><strong>Weitere Artikel zur Dopingproblematik in der Wissenswerkstatt:</strong></p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/"> » Dopingarrangements im Spitzensport III</a>, 31.5.2007</li>
</ul>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Geipel, Ines (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3887471601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3887471601">Verlorene Spiele</a>. Journal eines Doping-Prozesses. Transcript-Verlag.</li>
</ul>
</div>
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<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Peking">Peking</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Doping">Doping</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Phelps">Phelps</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_401" class="footnote">Der den Faktor Zufall in Bezug auf die Auswahl der Athleten bzw. deren konditionelle Fähigkeiten enorm minimiert.</li><li id="footnote_1_401" class="footnote">Zumindest im Vergleich zur rasanten Entwicklung der Rekorde.</li><li id="footnote_2_401" class="footnote">Es wird ein weiterer Beitrag zur Rekordentwicklung folgen!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/das-weltrekordfeuerwerk-von-peking-michael-phelps-schwimmheld-oder-gedopter-heuchler-werkstattnotiz-108/">Das Weltrekordfeuerwerk von Peking » Michael Phelps: Schwimmheld oder gedopter Heuchler? | Werkstattnotiz 108</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; &#124; Werkstatt-Ticker 40</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 12:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Nanotechnologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Risiko]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Nano-Partikel-Screening Nanomaterialien &#8211; Wissenswerkstatt wissen das längst &#8211; sind keineswegs per se unverdächtig. Gerade über die gesundheitlichen Effekte von Nanopartikeln in Kosmetikprodukten oder im Bereich der Lebensmittelindustrie, weiß man derzeit recht wenig. Zuletzt sorgte eine Studie für Aufsehen, die für längere Nanoröhren eine ähnliche kanzerogene Wirkung wie für Asbest feststellte. Bei Technology Review lese ... <a title="Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; &#124; Werkstatt-Ticker 40" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/" aria-label="Mehr Informationen über Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; &#124; Werkstatt-Ticker 40">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/">Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; | Werkstatt-Ticker 40</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Nano-Partikel-Screening</span><br />
</span></span></h2>
<p>Nanomaterialien &#8211; Wissenswerkstatt wissen das längst &#8211; sind keineswegs per se unverdächtig. Gerade über die gesundheitlichen Effekte von Nanopartikeln in Kosmetikprodukten oder im Bereich der Lebensmittelindustrie, weiß man derzeit recht wenig. <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/15/kein-persilschein-fuer-die-nanotechnologie-religion-als-intelligenzvernichtungsmaschine-werkstatt-ticker-35/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zuletzt</a> sorgte eine Studie für Aufsehen, die für längere Nanoröhren eine ähnliche kanzerogene Wirkung wie für Asbest feststellte.</p>
<p>Bei <a href="http://www.heise.de/tr/Ein-Robotersystem-fuer-die-Nanotoxikologie--/artikel/109659" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Technology Review</a> lese ich nun, daß Forscher vom Massachusetts General Hospital, der Harvard University und dem MIT nun ein halbautomatisiertes Verfahren entwickelt haben, mit dem sie die Risikoabschätzung für Nanopartikel stark beschleunigen. Die Wissenschaftler testeten bislang 50 Substanzen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Diese 50 Substanzen wurden nun jeweils in vitro an vier verschiedenen Zellarten getestet: Immunzellen von Mäusen, zwei Arten von menschlichen Gewebezellen in Blutgefäßen und menschlichen Leberzellen. Dabei wurden sie jeweils in vier verschiedenen Dosierungen untersucht. Um sämtliche möglichen Kombinationen von Testbedingungen effizient zu bewerkstelligen, wurden die Partikel mit einem Robotersystem, wie es beim Medikamenten-Screening eingesetzt wird, in Hunderten von kleinen Mulden mit den jeweiligen Zellkulturen auf einer Arbeitsplattform deponiert.&#8220;</p></blockquote>
<p>Anschließend wird untersucht, ob die Partikel Änderungen im Stoffwechsel der Zellen auslösen.</p>
<p>Sicher ein spannender Ansatz. Allerdings ist &#8211; wie im Artikel auch anklingt &#8211; auch hier Vorsicht geboten: denn die Zahl der falsch negativen Befunde<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/#footnote_0_326" id="identifier_0_326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Also der F&auml;lle, in denen das &bdquo;System&ldquo; nicht anschl&auml;gt, aber dennoch ein hohes toxikologisches Potential gegeben ist.">1</a> dürfte nicht unerheblich sein. Allein schon deshalb, weil lediglich vier Zelltypen recht wenig sind. Zellen aus Lungengewebe fehlen beispielsweise. Dennoch sind die Analysen begrüßenswert &#8211; das Risikowissen bzgl. der Toxikologie von Nanomaterialien steckt noch in den Kinderschuhen.</p>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/tr/Ein-Robotersystem-fuer-die-Nanotoxikologie--/artikel/109659" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Robotersystem für die Nanotoxikologie?</a>, Technology Review, 24.6.2008</li>
</ul>
<p>Auch Claudia Kaiser von den Wissenslogs hat darüber geschrieben:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/exciting-molecules/forschung-aktuell/2008-06-24/ans-tze-zur-klassifizierung-des-gefahrenpotentials-von-nano-partikeln" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ansätze zur Klassifizierung des Gefahrenpotentials von Nano-Partikeln</a>, Exiting Molecules, 24.6.2008.2008</li>
</ul>
</div>
<h2><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Freiheit oder Perfektion</span><br />
</span></span></h2>
<p>Für Schiller war der Mensch bekanntlich &#8222;nur da ganz Mensch, wo er spielt.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/#footnote_1_326" id="identifier_1_326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So in Schillers Briefen &bdquo;&Uuml;ber die &auml;sthetische Erziehung des Menschen&bdquo;">2</a> Insofern erleben wir derzeit &#8211; während der Fußball-Europameisterschaft &#8211; in gewissem Sinne die Reinform der menschlichen Existenz. ;-)</p>
<p>Gut, Schiller schwebte freilich weniger das sportliche, eher das ästhetisch-künstlerische Spiel vor. Allerdings: die spielerische Betätigung war für Schiller ein Bereich der Freiheit. Und frei ist für ihn eben der &#8222;homo ludens&#8220;. Ganz ähnlich argumentiert der Harvard-Philosoph <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Sandel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael J. Sandel</a>. Sandel war Ende der 80er Jahre durch seine Kritik an der liberalen Theorie von John Rawls bekannt geworden.</p>
<p>Nun hat er &#8211; wie ich durch die Rezension in der Frankfurter Rundschau erfahre &#8211; ein spannendes Buch über die menschliche Freiheit, die Moral und unser Unbehagen über die Allmachtsphantasien der Genetiker geschrieben. Nach Sandel bestehe die menschliche Freiheit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/#footnote_2_326" id="identifier_2_326" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und man k&ouml;nnte Freiheit wohl ohne weiteres durch &bdquo;W&uuml;rde&ldquo; ersetzen.">3</a> gerade in und durch seine Imperfektion. Just unsere Unzulänglichkeiten, unsere Schwächen zeichnen uns aus.</p>
<blockquote><p>&#8222;Optimiert wird mittlerweile alles, unsere Kinder, deren Größe, Geschlecht und Charakter, unsere Launen und Stimmungen, unsere Gesundheit, unser Gedächtnis, unsere Haustiere… Dass eine gentechnologisch beschleunigte TotalEugenisierung des Gesellschaftskörpers zudem besonders einträgliche Geschäfte verspricht, versteht sich von selbst. Die eugenische Zurichtung erscheint heute nicht mehr als Zwang, sondern als verlockendes Angebot, das anzunehmen jedem frei steht.<br />
Was wir hier verlieren, nennt Michael J. Sandel die &#8222;Demut für das Leben als Gabe&#8220; und die &#8222;Wertschätzung der geschenkten Natur menschlicher Fähigkeiten und Erfolge&#8220;.&#8220;</p></blockquote>
<p>Spannend und sicher auch kontrovers.</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Michael J. Sandel: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940432148?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3940432148">Plädoyer gegen die Perfektion. Ethik im Zeitalter der genetischen Technik.</a> A. d. Engl. v. Rudolf Teuwsen, Berlin University Press, Berlin 2008</li>
<li>Schlüter, Christoph: <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?sid=d4a8278e2f5160de48ef05821ddd426e&amp;em_cnt=1355798" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Moralischer Schwindel, Rezension zu Sandels Buch</a>, FR, 23.6.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Nanotechnologie">Nanotechnologie</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Michael+Sandel">Michael Sandel</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_326" class="footnote">Also der Fälle, in denen das &#8222;System&#8220; nicht anschlägt, aber dennoch ein hohes toxikologisches Potential gegeben ist.</li><li id="footnote_1_326" class="footnote">So in Schillers Briefen &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_die_%C3%A4sthetische_Erziehung_des_Menschen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Über die ästhetische Erziehung des Menschen</a>&#8222;</li><li id="footnote_2_326" class="footnote">Und man könnte Freiheit wohl ohne weiteres durch &#8222;Würde&#8220; ersetzen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/automatisierte-risikoabschaetzung-fuer-die-nanotechnologie-michael-sandels-plaedoyer-gegen-die-perfektion-werkstatt-ticker-40/">Automatisierte Risikoabschätzung für die Nanotechnologie ::: Michael Sandels &#8222;Plädoyer gegen die Perfektion&#8220; | Werkstatt-Ticker 40</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung &#124; Werkstatt-Ticker 47</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Jul 2008 16:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=338</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie suchen Informationen zum aktuellen Dopingfall des Springreiters Christian Ahlmann? Möglicherweise sind folgende Artikel für Sie interessant: Marc Scheloske: &#8222;Cöster&#8220; liebt es scharf: Springreiter Christian Ahlmann nach Capsaicin-Befund von Olympia suspendiert, Neurons &#124; Scienceblogs, 21.8.2008 Marc Scheloske: Die wunderbare Schärfe der Chilis » Capsaicin als Antwort auf die konzertierten Attacken von Insekten und Pilzen &#124; ... <a title="Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung &#124; Werkstatt-Ticker 47" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/" aria-label="Mehr Informationen über Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung &#124; Werkstatt-Ticker 47">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/">Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung | Werkstatt-Ticker 47</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="links_ticker"><em>Sie suchen Informationen zum aktuellen Dopingfall des Springreiters Christian Ahlmann? </em></p>
<p><em>Möglicherweise sind folgende Artikel für Sie interessant:</em></p>
<ul>
<li>Marc Scheloske: <strong><a href="http://www.scienceblogs.de/neurons/2008/08/coster-liebt-es-scharf-springreiter-christian-ahlemann-nach-capsaicin-befund-von-olympia-suspendiert.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Cöster&#8220; liebt es scharf: Springreiter Christian Ahlmann nach Capsaicin-Befund von Olympia suspendiert</a>, </strong>Neurons | Scienceblogs, 21.8.2008</li>
<li>Marc Scheloske: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/20/die-wunderbare-schaerfe-der-chilis-capsaicin-als-antwort-auf-die-konzertierten-attacken-von-insekten-und-pilzen-werkstattnotiz-111/">Die wunderbare Schärfe der Chilis » Capsaicin als Antwort auf die konzertierten Attacken von Insekten und Pilzen</a> | Werkstattnotiz 111, Wissenswerkstatt, 20.8.2008</li>
</ul>
</div>
<h2><em><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a></em><span style="font-size: xx-large; color: #808080;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Sauberer Radsport und andere Märchen</span><br />
</span></span></h2>
<p>Ehrlicherweise war ich die letzten Tage fast überrascht, daß die erste Woche der &#8222;Tour de France&#8220; fast schon den Eindruck eines ganz normalen Sportereignisses machte. Die siegreichen Radhelden wurden am Ende der täglichen Etappen bejubelt, auf ein Siegerpodest gebeten und dort von jungen Damen küssenderweise beglückwünscht.</p>
<p>Sollte im Radzirkus wirklich ein Umdenken stattgefunden haben, was die Zuhilfenahme unerlaubter Substanzen zur Leistungsteigerung angeht? Oder sind die Dopingkontrolleure müde geworden und haben keine Lust? Egal &#8211; seit gestern bestimmen wieder die bekannten Themen <a href="http://www.focus.de/sport/mehrsport/tour-de-france-beltran-von-polizei-abgefuehrt_aid_317471.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Schlagzeilen</a>. Der spanische Radprofi Manuel Beltran war bereits vor der 1. Etappe von Brest nach Plumelec in der Bretagne <span class="bld url-c1">positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden</span>.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Gedopte Radstars: The same procedere as every year&#8230; </span></h4>
<p>Alles andere &#8211; eine Tour ohne Dopingbegleiterscheinungen &#8211; hätte mich auch überrascht. Und insofern bin ich nachhaltig entzückt darüber, wie uns Thilo Kuessner in einem wunderbaren Blogbeitrag vor Augen führt, welches unglaubliche Spektakel alljährlich dort stattfindet. Denn, wie Thilo ganz nüchtern skizziert: die Tour wird immer länger, immer schwieriger (=mehr Bergetappen) und dennoch steigt die Durchschnittsgeschwindigkeit immer weiter an.</p>
<p>Nochmal: Jahr für Jahr begeben sich die leistungsstärksten Radprofis auf die viele tausend Kilometer lange Radrundreise. Und jeder hat das Ziel, als Erster in Paris auf den Champs-Élysées anzukommen. Bei steigender Schwierigkeit der Strecke, fahren die Radstars aber immer schneller! Woran mag das wohl liegen? Tollere Energydrinks? Energiereichere Müsliriegel? Oder&#8230;</p>
<p>Tja, wer es genauer weiß, der möge Thilos Frage beantworten:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie wahrscheinlich ist es, daß solche Leistungssteigerungen <strong>ohne Doping</strong> möglich sind?&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Kuessner, Thilo: <a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/07/rechenaufgaben-zur-tour-de-france.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rechenaufgaben zur Tour de France</a>, mathlog, 11.7.2008</li>
</ul>
<p>Mehr zum Dauerthema Doping in der Wissenswerkstatt:</p>
<ul>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/27/saubermaenner-luegenbarone-und-die-rettende-kapitulation-wie-sich-der-radsport-aus-dem-dopingsumpf-ziehen-koennte-wenn-er-denn-wollte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saubermänner, Lügenbarone und die rettende Kapitulation » Wie sich der Radsport aus dem Dopingsumpf ziehen könnte, wenn er denn wollte</a>, 27.7.2007</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/05/31/aerzte-im-schafspelz-die-freiburger-sportmedizin-dopingarrangements-im-spitzensport-iii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ärzte im Schafspelz. Die Freiburger Sportmedizin » Dopingarrangements im Spitzensport</a>, 31.5.2008<strong><br />
</strong></li>
</ul>
</div>
<h2><span style="font-size: xx-large; color: #808080;"><span class="ticker_titel"><strong>»</strong> </span><span style="font-size: large;"><span class="ticker_titel">Wer profitiert von der Hormontherapie bei Prostatakrebs?</span><br />
</span></span></h2>
<p>Einem ganz anderen Thema widmete sich Bert Ehgartner vor einigen Tagen in seinem medizinischen Blog. Es geht in seinem Artikel um die unterschiedlichen Therapieansätze bei Prostatakrebs. Wenn ein solches Karzinom diagnostiziert ist, stehen nämlich ganz unterschiedliche Maßnahmen zur Debatte: Bestrahlung, Operation, Hormontherapie oder das sogenannte &#8222;watchful waiting&#8220; (also die regelmäßige Überprüfung des Wachstums).</p>
<h4><span class="pullquote">Paradox: Die Therapie erhöht die Sterblichkeitsrate! </span></h4>
<p>Es ist dabei umstritten, welches therapeutische Konzept für welchen Patienten empfehlenswert ist. Da der Altersdurchschnitt der betroffenen Männer sehr hoch ist und man weiß, daß in sehr vielen Fällen das Prostatakarzinom gar nicht mehr relevant wird, da die Patienten zuvor an anderen Erkrankungen sterben, ist Abwarten gar nicht immer die schlechteste Lösung.</p>
<p>Allerdings werden Bestrahlungen durchaus häufig angewandt und auch eine Hormonbehandlung wird als &#8222;sanfte&#8220; Alternative zur OP propagiert. Eine aktuelle Studie, die letzte Woche in JAMA publiziert wurde,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/#footnote_0_338" id="identifier_0_338" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Grace L. Lu-Yao; Peter C. Albertsen; Dirk F. Moore; Weichung Shih; Yong Lin; Robert S. DiPaola; Siu-Long Yao: Survival Following Primary Androgen Deprivation Therapy Among Men With Localized Prostate Cancer, in: JAMA. 2008;300(2):173-181.">1</a> zeigt allerdings eindeutig, daß die rund 20.000 Männer, die in die Studie involviert waren, gar nicht von der vorsorglichen Hormonbehandlung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/#footnote_1_338" id="identifier_1_338" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die mit einigen Nebenwirkungen einhergeht">2</a> profitierten. Wie Bert schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Hormontherapie galt [&#8230;] als sichere und halbwegs sanfte Alternative. In den USA boomten diese Medikamente in der Folge und stellten mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar pro Jahr den zweit größen Ausgabeposten der Krankenkassen. Völlig unnütz, wie die aktuelle Studie zeigt. Denn in der Hormongruppe war die Sterblichkeit an Prostatakrebs sogar um statistisch signifikante 17 Prozent höher. Die allgemeine Sterblichkeit unterschied sich nicht.&#8220;</p></blockquote>
<p>In Deutschland wird aber (u.a. von Selbsthilfegruppen) die Hormonbehandlung bisher noch fleißig beworben. Ich frage mich nur: wie kann man nur flächendeckend ein therapeutisches Konzept anwenden (das den Pharmakonzernen mehr als 1 Milliarde US-Dollar Umsatz bringt und die Sozialkassen genauso belastet), dessen Nutzen gar nicht wirklich belegt ist.</p>
<p>Ob diese neue, ernüchternde Studie schnell an der Verschreibungs- und Behandlungspraxis etwas ändert, wird sich zeigen. Sicher bin ich mir nicht. Die Pharmariesen werden durchaus weitere Studien ausbuddeln, die doch einen Nutzen belegen (sollen)&#8230;</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Ehgartner, Bert: <a href="http://www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/2008/07/chemische-kastration-ist-keine-gute-option-bei-lokalisiertem-prostatakrebs.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemische Kastration ist keine gute Option bei lokalisiertem Prostatakrebs</a>, Lob der Krankheit, 9.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Doping">Doping</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Tour+de+France">Tour de France</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Krebs">Krebs</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_338" class="footnote">vgl. Grace L. Lu-Yao; Peter C. Albertsen; Dirk F. Moore; Weichung Shih; Yong Lin; Robert S. DiPaola; Siu-Long Yao: <a href="http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/300/2/173?etoc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Survival Following Primary Androgen Deprivation Therapy Among Men With Localized Prostate Cancer</a>, in: JAMA. 2008;300(2):173-181.</li><li id="footnote_1_338" class="footnote">Die mit einigen Nebenwirkungen einhergeht</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/sportlogik-doping-pharmalogik-gewinnmaximierung-werkstatt-ticker-47/">Sportlogik: Doping ::: Pharmalogik: Gewinnmaximierung | Werkstatt-Ticker 47</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 13</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2007 10:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Tonspuren]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rockmusik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vollkommen unbeabsichtigt ist eine Woche Blogabstinenz vorübergegangen; die beiden Gründe: zunächst die Leichtathletik-WM, die einen Großteil meiner Zeit absorbiert hat und dann eine lästige Bindehautentzündung. Und mit einer Conjunctivitis setzt man sich nicht freiwillig vor den Laptop. Passiert ist in der Blogosphäre dennoch etwas, deshalb hier die&#160; überfälligen Querverweise. Vorab aber noch zwei Gedanken zu ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 13" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 13">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 13</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" align="right" height="177" width="240"><strong>Vollkommen unbeabsichtigt ist eine Woche Blogabstinenz vorübergegangen; die beiden Gründe: zunächst die Leichtathletik-WM, die einen Großteil meiner Zeit absorbiert hat und dann eine lästige Bindehautentzündung. Und mit einer <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konjunktivitis" rel="noopener noreferrer">Conjunctivitis</a> setzt man sich nicht freiwillig vor den Laptop. Passiert ist in der Blogosphäre dennoch etwas, deshalb hier die&nbsp; überfälligen Querverweise.<br /></strong></p>
<p>Vorab aber noch zwei Gedanken zu den Leichtathletikweltmeisterschaften in Osaka. Wer mich kennt, ist wohl kaum verwundert, daß dieses Sportgroßereignis das Einzige ist, dem ich größere Aufmerksamkeit widme. Daß ich damit allerdings einer Randgruppe angehöre, ist mir dieses Jahr aber zum ersten Mal aufgefallen. Zwar hatte ich <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/06/27/unter-ferner-liefen-ueber-die-fortschreitende-invisibilisierung-der-leichtathletik-im-sportjournalismus/" rel="noopener noreferrer">hier</a> bereits einige Überlegungen zur abnehmenden Medienrelevanz der Leichtathletik angestellt, aber dennoch hat es mich überrascht, welch geringe Resonanz die weltbesten Sprinter, Springer und Werfer zumindest in den deutschen Medien hervorrufen.</p>
<p>ARD und ZDF berichten zwar brav viele stundenlang, inspiriert ist das aber alles nicht. Wenigstens hielten sich fehlerhafte Moderatorenkommentare diesmal in Grenzen. Man bemüht sich. Wenn man sich aber die Darstellung etwa im führenden Onlinemedium &#8222;SpiegelOnline&#8220; ansieht, so zeigt sich einmal mehr: die Leichtathletik ist das ungeliebte Stiefkind des Sportjournalismus geworden. Wenn ein Athlet bzw. eine Athletin eine Goldmedaille erringt, dann wird dies für 2-3 Stunden in den Rang einer Meldung erhoben, dann ist aber auch wieder gut. Alles andere, selbst die Entscheidung im 100-m-Lauf findet in den Fußnoten statt. Sehr erstaunlich. </p>
<p>Zweite Anmerkung: Obwohl ich ja die These vertrete, daß die Leichtathletik eine ehrliche und transparente Sportart ist,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/#footnote_0_80" id="identifier_0_80" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Da die Leistungen schlicht eindeutig feststellbar sind und auch im Verh&auml;ltnis zu fr&uuml;heren (m&ouml;glicherweise unter anderen Bedingungen erzielten) Rekorden eingeordnet werden k&ouml;nnen.">1</a> wurde in erschreckender Weise deutlich, daß auch in der Leichtathletik leider die Maxime gilt: solange das Eingeständnis von Dopingfällen nicht unvermeidlich ist, wird das Problem weggelächelt. </p>
<p>Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln: noch bei der WM vor 2 Jahren wurden die Dopingproben für bestimmte Zeit aufbewahrt, um ggf. eine Nachprüfung (unter Nutzung verbesserter Analystik) vorzunehmen. Dieses Jahr, im Jahr 2007 der großen Dopingdiskussion, werden zwar über 1.000 Tests durchgeführt,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/#footnote_1_80" id="identifier_1_80" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei man auch hier nicht oft genug darauf hinweisen kann, da&szlig; es v.a. auf unangemeldete Trainingskontrollen im Vorfeld der Saisonh&ouml;hepunkte ankommt. Aber das interessiert bei den Verantwortlichen fast niemanden.">2</a> aber die Proben werden nach der ersten Analyse vernichtet, anstatt in 2-3 oder mehr Jahren auf Wachstumshormone etc. zu testen. Die Liste der scheinheiligen Manöver der IAAF und ihrer Dopinginstanzen ließe sich weiter fortsetzen. Es bleibt nur zu hoffen, daß etwa der Deutsche Leichtathletikverband, der sich in dieser Frage seit einiger Zeit einigermaßen löblich verhält, weiterhin auf einen harten Kurs insistiert. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben, daß das Problembewußtsein selbst bei altgedienten IAAF-Funktionären nicht doch noch irgendwann aufkeimen könnte. </p>
<p>Nun aber zu den Links&#8230;. </p>
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<hr size="1" width="100%">
<p><font color="#888888" size="5">»</font><font size="5"><font color="#888888" size="5">1.</font> </font>Schon gut zehn Tage alt, aber dennoch noch lesenswert, ist ein Interview, das Thees Uhlmann für den Blog &#8222;<a href="http://www.jackpotbaby.de/?p=1600" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jackpot Baby!</a>&#8220; gegeben hat. Sicher keines der großen Interviews, aber so viel Neues habe zumindest ich nicht von Thees und Tomte gehört. Und so erfährt man nebenbei, daß man auch als Indierockstar mittlerer Prominenz das Hotelzimmer besser nicht im Stil von Keith Richards demoliert. Die Minibar wird &#8211; so ist zu lesen &#8211; nicht aus dem Fenster geworfen. </p>
<blockquote><p>Ich glaube, wenn so was passiert ist das ein Zeichen von Schwäche. Das ist nicht mein Style. Ich quäle die Leute lieber psychisch. Für so ein „Oh, ich hab grade vor 50.000 Menschen gespielt, ich trink jetzt mal Wodka-Redbull und fang an meinen Backstage-Raum zu zerlegen!“, dafür ist für mich ein Festivalauftritt einfach zu sehr ein Privileg und zu viel positive Energie im Spiel. Diese 80er-Jahre Möetly Crue Rock’n’Roll-Mythen interessieren mich auch einfach nicht. Natürlich ist das geil wenn fünf nackte Frauen vor dir liegen und was von dir wollen. Aber andere Sachen finde ich wesentlich radikaler und wesentlich nachhaltiger, es ist halt eine andere Welt geworden.</p></blockquote>
<ul>
<li>JackpotBaby!: <a href="http://www.jackpotbaby.de/?p=1600" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit Thees Uhlmann</a>, 22.8.2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%">
<p><font color="#888888" size="5">»</font><font size="5"><font color="#888888" size="5">2.</font>&nbsp;</font> Ganz aktuell gibt es einen spannenden Artikel bei <a target="_blank" href="http://www.spreeblick.com/2007/09/02/der-linke-neoliberalismus-versuch-einer-konkretisierung/" rel="noopener noreferrer">Spreeblick</a> zu lesen, der sich der Beantwortung der Frage annähert, ob ein &#8222;linker Neoliberalismus&#8220; denkbar wäre. Anlaß ist offenbar ein Essay von Mercedes Bunz, die sich mit dieser Thematik beschäftigt. Einerseits stellt sich freilich die Frage, was die gute Frau Bunz neben ihrem Tagesspiegel-Engagement noch so alles bewerkstelligt, andererseits, ob sich die beiden Begriffe nicht doch ausschließen. Wobei: es liegt &#8211; jedenfalls meinem ersten Verdacht zufolge &#8211; am Präfix &#8222;Neo-&#8222;; denn: &#8222;links&#8220; und &#8222;liberal&#8220; gehen sehr wohl zusammen. </p>
<p>Malte skizziert seine Überlegungen in der Sache allerdings sehr kurzweilig und treffend; so erfährt man en passant einiges über die heutige Abiturientengeneration:</p>
<blockquote>
<p>&#8230;ich habe einmal einer Abiturientin Nachhilfe gegeben in Geschichte. Kurz vor ihrer Prüfung schaute sie zu mir auf und fragte, aufrichtig auf eine kurze und klare Antwort hoffend: Ist Kommunismus gut oder schlecht?</p>
</blockquote>
<p>Entwaffenend, entlarvend und ehrlich. Hübsch. Es werden von Malte aber auch die richtigen Fragen gestellt, so etwa:</p>
<blockquote>
<p>War Jesus Christus ein Linker oder ein mitfühlender Konservativer? Sind die Taliban links? Stalin? Mao? Der iranische Präsident mit dem langen Namen? Gerhard Schroeder? Die Jakobiner?</p>
</blockquote>
<p>Und seine Antwort lautet? Das verrät Malte zwar nicht explizit, seine Forderung ist aber auf alle Fälle bedenkenswert:</p>
<blockquote>
<p>Es gab einmal einen Wert, der genauso wichtig war wie Sicherheit. Karl May hat ihn erfunden: Er hieß Freiheit. Diesen Begriff gilt es zurück zu erobern aus den Händen von Guido Westerwelle. (&#8230;)</p>
<p>Der freie, zum selbständigen Denken angeleitete Geist ist Menschenrecht. Diesen Geist kann man nicht per Dekret verfügen. Diesen Geist muss man atmen lassen. Konkret heißt das für Deutschland: Schulpolitik soll Bundessache sein, der Wähler soll wissen, wer verantwortlich ist. Die lernende Gesellschaft muss sich dadurch manifestieren, dass Lehrer besser bezahlt, Klassen verkleinert und die Schulen von Begehrlichkeiten der Wirtschaft frei gehalten werden.</p>
</blockquote>
<ul>
<li>Spreeblick: <a href="http://www.spreeblick.com/2007/09/02/der-linke-neoliberalismus-versuch-einer-konkretisierung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der linke Neoliberalismus</a> &#8211; Versuch einer Konkretisierung, 2.9.2007</li>
<li>Mercedes Bunz: Linker Neoliberalismus &#8211; Was könnte das sein? Und warum eigentlich? Spinnen die? [<a target="_blank" href="http://www.mercedes-bunz.de/wp-content/uploads/2007/08/neoliberalismus.pdf" rel="noopener noreferrer">Download</a> als PDF]&nbsp;</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%">
<p><font color="#888888" size="5">»3</font><font size="5"><font color="#888888" size="5">.</font> </font>Trotz gewisser Handicaps, konnte ich es auch letzte Woche nicht lassen, ein wenig durch die Blogosphäre zu stöbern. Dabei bin ich auf eine <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/08/28/media-in-transition-bloggertreffen-in-muenchen/" rel="noopener noreferrer">kurze Notiz</a> von Robert Basic gestoßen, der ein spontanes Bloggertreffen in München anregte. Am kommenden Mittwoch und Donnerstag, 5.+6.9.2007, findet in der bayerischen Landeshauptstadt die Medienkonferenz &#8222;<a target="_blank" href="http://www.mediaintransition.com/" rel="noopener noreferrer">Media in Transition</a>&#8220; statt. </p>
<p>Als Konferenzausklang ließe sich da &#8211; so Roberts Idee &#8211; ein wenig Blogtratsch und -austausch gut einbauen. In einem Anflug jugendlichen Leichtsinns habe ich mich kurzerhand bereiterklärt, meine Kneipen- und Barkenntnisse mit in die Organisation einzubringen. Maßgabe: <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/08/28/bloggertreffen-in-muenchen-0609-1930/" rel="noopener noreferrer">Blog-Small-Talk-taugliche Location</a>. Inzwischen haben sich ca. 35 Personen angemeldet. Mein WG-Wohnzimmer als Ausweichquartier herzunehmen, fällt dann wohl flach. ;-)</p>
<p>Kleinere Bars fallen somit auch weg. Und von mir präferierte Clubs wie die Favoritbar oder etwa das nette &#8222;Für Freunde&#8220; kommen auch nicht in Frage. Aber ich habe meine Fühler natürlich schon ausgestreckt; wobei es nicht ganz einfach ist, denn es soll &#8211; so Roberts Wunsch &#8211; ein wenig münchnerisch und nicht schickeriamäßig sein. Mit letzterem täte ich mich ohnehin schwer. Aber nicht wenige originär münchnerisch-bayerische Lokale mißfallen mir persönlich, da dort oftmals ein derber Umgangston des Personals gepflegt wird. Wenn man sich nicht sicher sein kann, ob man nun Gast ist oder doch eher als störend und lästig empfunden wird, so ist das nicht der Ort meiner Wahl. </p>
<p>Aber es gibt ja auch Ausnahmen&#8230; näheres folgt wohl in wenigen Stunden. Und <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/08/30/bloggertreffen-in-muenchen/" rel="noopener noreferrer">Beginn des Blogtreffens</a> ist am Donnerstag, 6.9. &#8211; ab 19.30 Uhr. </p>
<p></p>
<hr size="1" width="100%">
<p><font color="#888888" size="5">»</font><font size="5"><font color="#888888" size="5">4.</font> </font>Abschließend, ohne viel Kommentare, hier ein kleiner Vorgeschmack auf die&nbsp; DVD &#8222;Heima&#8220; der isländischem Postrockband &#8222;<a target="_blank" href="http://www.sigur-ros.co.uk/" rel="noopener noreferrer">Sigur Rós</a>&#8222;. Die DVD ist noch nicht erschienen, aber Klänge und Bilder sind &#8211; wie zu erwarten war<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/#footnote_2_80" id="identifier_2_80" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und hier und hier auch bemerkt wurde.">3</a> &#8211; mehr als vielversprechend: </p>
<p><object height="350" width="425"><param value="http://www.youtube.com/v/ZfEhgoGYGRw" name="movie"><param value="transparent" name="wmode"><embed wmode="transparent" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/ZfEhgoGYGRw" height="350" width="425"></object></p>
<p>&nbsp;<object height="350" width="425"><param value="transparent" name="wmode"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr size="1" width="100%">
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_80" class="footnote">Da die Leistungen schlicht eindeutig feststellbar sind und auch im Verhältnis zu früheren (möglicherweise unter anderen Bedingungen erzielten) Rekorden eingeordnet werden können.</li><li id="footnote_1_80" class="footnote">Wobei man auch hier nicht oft genug darauf hinweisen kann, daß es v.a. auf <strong>unangemeldete</strong> Trainingskontrollen im Vorfeld der Saisonhöhepunkte ankommt. Aber das interessiert bei den Verantwortlichen fast niemanden.</li><li id="footnote_2_80" class="footnote">Und <a target="_blank" href="http://www.spreeblick.com/2007/08/24/sigur-ros-heima/" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a target="_blank" href="http://www.blognroll.com/entry.php?id=01864" rel="noopener noreferrer">hier</a> auch bemerkt wurde.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-13/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 13</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2007 19:32:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Tocotronic]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweden ist ein bezauberndes Land. Die Menschen zeichnen sich durch höfliche Umgangsformen aus und wissen sich gemäß aktueller Modetrends zu kleiden. IKEA ist &#8211; ungeachtet seiner kleinlichen Rechtsabteilung1 &#8211; der sympathischste aller global agierenden Konzerne und Stockholm hat zweifellos mehr zu bieten als Knäckebrot und Vasa-Museum.2 Um ehrlich zu sein, würde ich jederzeit wieder nach ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" width="240" height="177" align="right" style="border: 1px solid rgb(136, 136, 136); margin: 6px; padding: 1px;" alt="Fundstuecke_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" /><strong>Schweden ist ein bezauberndes Land. Die Menschen zeichnen sich durch höfliche Umgangsformen aus und wissen sich gemäß aktueller Modetrends zu kleiden. IKEA ist &#8211; ungeachtet seiner kleinlichen Rechtsabteilung</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_0_76" id="identifier_0_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Blog &quot;IKEAHacker.de&quot; wurde freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, da&szlig; man mit den auf der Seite unterbreiteten Vorschl&auml;gen nicht einverstanden sei. Einer der Gr&uuml;nde: Haftungsfragen. Sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, aber nicht unbedingt zwingend&hellip; Mehr Details dazu hier, hier und hier.">1</a> <strong>&#8211; der sympathischste aller global agierenden Konzerne und Stockholm hat zweifellos mehr zu bieten als Knäckebrot und Vasa-Museum.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_1_76" id="identifier_1_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei das &quot;Vasa-Museet&quot; unbedingt einen Besuch lohnt! Das 1628 bei seiner Jungfernfahrt gekenterte Kriegsschiff ist tats&auml;chlich mehr als imposant.">2</a> </p>
<p>Um ehrlich zu sein, würde ich jederzeit wieder nach Schweden reisen und dies nicht nur, um stundenlang die überwältigende Auswahl in den Lebensmittelabteilungen zu bestaunen. Im Vergleich zu Angebot und der Präsentation eines gehobenen Stockholmer Supermarkts, versprüht die hierzulande gepriesene Feinschmeckerabteilung des Berliner KaDeWe den Charme eines abgewirtschafteten Kiosk inmitten einer Stadtrandplattenbausiedlung. </p>
<p>Mit einem Wort: Schweden ist klasse.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_2_76" id="identifier_2_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieser Meinung sind auch viele andere, die j&uuml;ngst Schweden bereist haben&hellip; etwa hier oder auch Sophie. Im Schwedenblog findet man ohnehin viel positives &uuml;ber das Land im Norden.">3</a> Man sollte allerdings nicht den Fehler machen, im Juli oder August eine Trekkingtour in den Nationalparks Lapplands zu unternehmen. Wenn man zufälligerweise nicht gerade im Sprühregen steht oder stundenlang durch dichte Nebelbänke spaziert, dann wird man von Heerscharen skandinavischer Stechmücken geradezu aufgefressen. Im Prinzip könnte man sich an Tagen, an denen der Regen die Mücken nicht vertreibt, die Mitnahme von Proviant auch gleich vollständig sparen: ab und an mit weit geöffnetem Mund zu marschieren stellt die notwendige Proteinzufuhr ebenso sicher. Und merke: die Mücken, die man verschluckt, können einen nicht gleichzeitig stechen. </p>
<p>Woher ich das alles weiß? Von Martina und Jochen, die waren nämlich dort. Beileidsbekundungen und Tipps für Trekkingtouren ohne stechende Quälgeister bitte also an deren Adresse.</p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">1.</font> </font>Wenn ich in der Verlegenheit bin und in der Nähe der Münchner Uni ein Lokal aufsuchen will oder muß, so führt mich mein Weg nicht selten in den &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simpl_(M%C3%BCnchen)" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Alten Simpl</a>&quot; in der Türkenstraße. Das liegt einerseits daran, daß man dort irisches Bier trinken kann, andererseits schätze ich den geschichtsträchtigen Ort. Der &quot;Simpl&quot; wurde nämlich bereits 1903 von der Wirtin Kathi Kobus gegründet und war lange Jahre Gravitationszentrum und Treffpunkt der &quot;Schwabinger Bohème&quot;. <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Wedekind" rel="noopener noreferrer">Frank Wedekind</a>, Ludwig Thoma und auch Joachim Ringelnatz verkehrten hier. Der Name verwies freilich nicht umsonst auf die 1896 gegründete satirische Wochenzeitschrift &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simplicissimus" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Simplicissimus</a>&quot;.&nbsp;</p>
<p>Im &quot;Simplicissimus&quot; veröffentlichten so namhafte Autoren wie George Grosz, Hugo von Hofmannsthal oder Thomas und Heinrich Mann. Und selbstverständlich steuerten auch Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/F._Gr%C3%A4fin_zu_Reventlow" rel="noopener noreferrer">Franziska zu Reventlow</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_3_76" id="identifier_3_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wer sich f&uuml;r Leben und Werk von Fanny zu Reventlow interessiert, wird alsbald hier in der Wissenswerkstatt eine spannende Arbeit finden. Mit dem Versprechen, da&szlig; v.a. Reventlows kurzer Roman &quot;Von Paul zu Pedro&quot; aus interessanter Perspektive beleuchtet wird, seien die interessierten Leser noch einige Tage vertr&ouml;stet.">4</a> Texte bei. Das Erscheinungsbild des &quot;Simplicissimus&quot; war geprägt durch die rote Bulldogge, die der Zeitschriftengründer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Theodor_Heine" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Thomas Theodor Heine</a> gezeichnet hatte. Und genau diese Bulldogge, allerdings eine Sektflasche öffnend, bildet heute noch das Logo der Kneipe &quot;Alter Simpl&quot;.</p>
<p>Wer sich übrigens die Originalausgaben des &quot;Simplicissimus&quot; als PDF-Faksimiles anschauen will, hat seit einigen Monaten nun dazu Gelegenheit. Unter der Adresse &quot;www.simplicissimus.com&quot; können die vollständigen Digitalisierungen der Jahrgänge 1896-1944 eingesehen werden. Dafür hat man der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, der RWTH Aachen und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach zu danken. Ich selbst danke für die Hinweise [<a href="http://www.thueringerblogzentrale.de/2007/08/16/alle-nummern-des-simplicissimus-frei-im-netz-verfugbar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://blog.beetlebum.de/2007/08/16/simplicissimus-reloaded/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>].</p>
<ul>
<li>Simplicissimus-Faksimiles als PDF: <a href="http://www.simplicissimus.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.simplicissimus.com</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">2.</font>&nbsp;</font> Von der Avantgarde der vorigen Jahrhundertwende zu einer der stilprägendsten Bands Deutschlands. Tocotronic haben &#8211; wie auch in der Wissenswerkstatt <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/06/kapitulation-weshalb-schwaeche-nicht-schwaeche-sondern-triumph-ist-tocotronic-fuehren-ihre-jugendbewegung-in-neues-licht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">festgestellt wurde</a> &#8211; mit ihrem diesjährigen Album &quot;Kapitulation&quot; ein zeitlos schönes Popkunstwerk geschaffen. Seit dem Erscheinen des Albums sind nun gut zwei Monate vergangen und nun läßt sich sagen, daß sich die Songs keinesfalls abnutzen, sondern mit etwas Abstand noch heller strahlen. </p>
<p>Wenn man den begeisterten Notizen glauben darf, die von aktuellen OpenAir-Auftritten<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/#footnote_4_76" id="identifier_4_76" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Begeistert zeigen sich u.a. Popxapank und Meinzuhause.">5</a> berichten, so ist von der Clubtour im Herbst einiges zu erwarten. Die Zeit bis dahin kann man sich mit der zweiten Singleauskopplung, der &#8211; so die Selbstauskunft der Band &#8211; musikalischen Hubert-Fichte-Huldigung &quot;Imitationen&quot; vertreiben. Das Video zur Single ist ab heute zu besichtigen. Leider ist es noch nicht möglich, das Video direkt hier einzubinden. Alle, die es nicht erwarten können, sind eingeladen <a href="http://www.tocotronic.de/kapitulation/exklusiv/imitationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier zu klicken</a>.</p>
<p>Als kleiner Ersatz sei an dieser Stelle ein kleiner Soundcheck-Schnipsel eingestellt &#8211; es muß wohl eine Tour von vor 2-3 Jahren sein, in der Dirk von Lowtzow den &quot;Right Said Fred&quot;-Hit &quot;Your&#8217;re my mate&quot; anstimmte. Zart und schön &#8211; aber sehen und hören sie selbst:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/XRtIov3ZzsE" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/XRtIov3ZzsE" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" /></object></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»3</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">.</font> </font>Nachdem ich inzwischen schon Mails von Unternehmen bekomme, die sich im weiten Feld von Medizin und Pharmazie betätigen und um Kooperationen anfragen, will ich diesen mühsam erarbeiteten Ruf als medizinisches Fachblog weiter festigen. </p>
<p>Auf eine interessante Entwicklung weist Kathrin Zinkant im <a href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesundheitsblog</a> der ZEIT hin: die Werbeausgaben der global agierenden Pharmaunternehmen steigen überdurchschnittlich an &#8211; aus rein marktwirtschaftlicher Sicht mag Kritik daran verboten sein. Schließlich liegt es im Ermessen der jeweiligen Unternehmen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Wenn man glaubt, mehr PR-Fachleute einstellen zu müßen, dann ist es eine Entscheidung, die sich am Markt bewähren muß. Zumal man ja der Ansicht sein könnte, daß Ärzte ohnehin nüchtern über das jeweils taugliche Medikament entscheiden, das verschrieben wird. Und für rezeptpflichtige Medikamente gibt es in Deutschland bislang noch ein Werbeverbot:</p>
<blockquote>
<p>In Deutschland dürfen rezeptpflichtige Medikamente nicht beworben werden. Noch nicht. Aber erstens wird die Reklame für Blutdrucksenker und Co. auch irgendwann in unserer schönen Reklamewelt ihr Plätzchen kriegen. Die Pharamalobby arbeitet hart daran, erste Erfolge hat sie bereits zu verzeichnen. Und zweitens haben wir offenbar schon ein eher schleichendes Werbeproblem&#8230; <em>[Quelle: ZEIT]</em></p>
</blockquote>
<p>Die Frage ist natürlich, ob durch das offizielle Werbeverbot nicht stillschweigend subtilere Marketingstrategien provoziert werden; und diese können schwerer überwacht werden.</p>
<p>Eine aktuelle Studie im New England Journal of Medicine förderte übrigens spannende Ergebnisse zutage: </p>
<blockquote>
<p>Total spending on pharmaceutical promotion grew from $11.4 billion in 1996 to $29.9 billion in 2005. Although during that time spending on direct-to-consumer advertising increased by 330%, it made up only 14% of total promotional expenditures in 2005. <em>[New England Journal of Medicine]</em></p>
</blockquote>
<p>Das sind Summen: knapp 30 Billionen US-Dollar wurden 2005 jährlich für Marketing verpulvert. Innerhalb weniger Jahre verdreifachten sich die Ausgaben. Und wie zu lesen ist, sind es offenbar Ärzte, Kliniken, Apotheker, die mit über 80% des Budgets bearbeitet werden. Es gibt aber einige Medikamente, die hier eine Ausnahme bilden&#8230;&nbsp;</p>
<p>Fast allen voran &#8211; Erythropoietin-Medikamente. Landläufig unter EPO bekannt &#8211; hier wurden nicht 14%, sondern stattliche 31% für die Werbung ausgegeben, die sich direkt an die Konsumenten richtet. Durchaus erstaunlich, denn ein Medikament, das im Grunde nur bei Nierenerkrankungen indiziert ist, bedürfte eigentlich keines Direktmarketings&#8230; aber so kann nur denken, wer die Heerscharen leistungshungriger Profi- und Hobbysportler außer Acht läßt.</p>
<ul>
<li>Donohue, Julie M.; Cevasco, Marisa et. al. (2007): <a target="_blank" href="http://content.nejm.org/cgi/content/full/357/7/673" rel="noopener noreferrer">A Decade of Direct-to-Consumer Advertising of Prescription Drugs</a>. The New England Journal of Medicine, Volume 357: pp. 673-681.</li>
<li>ZEIT-Gesundheitsblog: <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/19/pharmareklame-auf-dem-vormarsch_20" rel="noopener noreferrer">Pharmareklame auf dem Vormarsch</a>, 19.8.2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Über den Verkaufsschlager EPO und die fragwürdige Haltung der Pharmaunternehmen hatte vor wenigen Wochen auch Mirjam Fischer berichtet &#8211; allein die Top-3 der Unternehmen (Johnson&amp;Johnson, Amgen, Roche) in diesem Segment erzielen mit EPO-Präparaten ca. 8 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Insofern ist eine scheinheilige Aussage wie diese kaum verwunderlich:</p>
<blockquote>
<p>(&#8230;) Bei Roche fühlt man sich nicht für die missbräuchliche Verwendung der eigenen Produkte zuständig. &quot;Wir verkaufen unser Epo wie jedes andere Medikament an den Großhandel &#8211; was danach passiert, interessiert uns nicht&quot;, sagt Roche-Kommunikationsdirektor Hans-Ulrich Jelitto&#8230;&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Fischer, Mirjam (2007): <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,492365,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Epo &#8211; der Topseller</a>, SpiegelOnline, 10.7.2007</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><font size="5" color="#888888">»</font><font size="5"><font size="5" color="#888888">4.</font> </font>Einer der profiliertesten Sportwissenschaftler hierzulande ist Prof. Helmut Digel. Der Soziologe, der an der Universität Tübingen lehrt und lange Jahre Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes und Mitglied in Spitzenverbänden des Sports war, weist in einem Zwischenruf in SpiegelOnline auf die Tragweite der Dopingproblematik hin. Wie vor wenigen Wochen in diesem Blog gefordert wurde [etwa: <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/28/operation-am-offenen-herzen-kronzeugen-c-probe-und-die-rettung-des-radsports-aus-den-klauen-des-dopingmonsters/" rel="noopener noreferrer">hier</a>], so argumentiert auch Helmut Digel, daß die seit Jahren beschworenen Selbstheilungs- und Selbstregulationskräfte des Sports zu schwach seien.&nbsp;</p>
<p>Wer nach wie vor darauf beharrt, daß der Sport lernfähig sei und Regelverstöße selbst ahnden könne, der signalisiert nur, daß ihm die Sportautonomie mehr wert ist, als ein tatsächlich sauberer Sport. </p>
<blockquote>
<p>Der Sport sollte sich mit seiner Sportgerichtsbarkeit um seine eigenen Belange kümmern. Der Staat hingegen sollte mit seinem Machtmonopol all jene bedrohen, die den Sport gefährden: Die Ärzte, die Trainer, die Manipulateure, die Drogendealer, die Athleten, die Funktionäre. All jene müssen bedroht werden, die glauben, dass man sich über Sportbetrug bereichern kann. Dabei müsste es zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass Sportverbände die Staatsanwaltschaft über positive Doping-Proben sofort und unmittelbar informieren, was die Möglichkeit einer wirkungsvolleren Ermittlung zur Folge hätte. In der heutigen Praxis besteht für beschuldigte Sportler zu viel Zeit, um jegliche Verbindungen zu möglichen Hintermännern und weitere belastende Indizien verschwinden zu lassen. Nicht weniger konsequent müssen überführte Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Auch das kann nur ein Anti-Doping-Gesetz mit Straftatbestand gewährleisten.</p>
</blockquote>
<p>Ob Digel mit diesem Standpunkt tatsächlich Gehör findet oder ob die beschwichtigenden Stimmen, die dann einwenden, man dürfe Sportler nicht kriminalisieren, Oberhand behalten, wird die Zukunft zeigen. Bis dahin finden sich zahlreiche Argumente unter den folgenden Links:</p>
<ul>
<li> Digel, Helmut: <a target="_blank" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,499617,00.html" rel="noopener noreferrer">Dopingrepublik Deutschland</a>, SpiegelOnline, 20.8.2007</li>
</ul>
<p></p>
<p><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<ul>
<li>Meutgens, Ralf (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3768852458?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3768852458" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Radsport</a>. Delius Klasing.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899425375?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3899425375" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dopingfalle</a>. Soziologische Betrachtungen. Transcript Verlag.</li>
<li>Knörzer, W.; Spitzer, G.; Treutlein, G. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898991962?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3898991962">Dopingprävention in Europa</a>. 1. Internationales Expertengespräch 2005 in Heidelberg. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
<li>Bette, K.-H., Schimank, U. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518119575?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518119575" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping im Hochleistungssport</a>. Anpassung durch Abweichung. Suhrkamp: Frankfurt</li>
<li>Haug, Tanja (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3939519278?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3939519278" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping</a>. Dilemma des Leistungssports. </li>
<li>Beune, Andreas (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3936973172?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3936973172" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Did Not Finish: Der Radsport und seine Opfer</a>. 20 Himmelsstürmer im Porträt.</li>
<li>Digel, Helmut (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3893083693?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3893083693">Nachdenken über Olympia</a>. Über Sinn und Zukunft der Olympischen Spiele. Attempto-Verlag.</li>
<li>Feiden, Karl &amp; Blasius, Helga (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3804719198?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3804719198">Doping im Sport. Wer &#8211; womit &#8211; warum</a>. Wiss. Verlagsgesellschaft.</li>
<li>Singler, A. &amp; Treutlein, G. (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389124665X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389124665X" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doping &#8211; von der Analyse zur Prävention</a>. Meyer &amp; Meyer-Verlag.</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_76" class="footnote">Der Blog &quot;IKEAHacker.de&quot; wurde freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, daß man mit den auf der Seite unterbreiteten Vorschlägen nicht einverstanden sei. Einer der Gründe: Haftungsfragen. Sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, aber nicht unbedingt zwingend&#8230; Mehr Details dazu <a target="_blank" href="http://www.kriegs-recht.de/ikea-und-die-hacker-neues-vom-pressesprecher/" rel="noopener noreferrer">hier</a>, <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/08/09/schwedenhacker/" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a target="_blank" href="http://textundblog.de/?p=1754" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li><li id="footnote_1_76" class="footnote">Wobei das &quot;Vasa-Museet&quot; unbedingt einen Besuch lohnt! Das 1628 bei seiner Jungfernfahrt gekenterte Kriegsschiff ist tatsächlich mehr als imposant.</li><li id="footnote_2_76" class="footnote">Dieser Meinung sind auch viele andere, die jüngst Schweden bereist haben&#8230; etwa <a target="_blank" href="http://www.zeichenschatz.net/blog/?p=266" rel="noopener noreferrer">hier</a> oder auch <a target="_blank" href="http://soffimoffi.blogg.de/eintrag.php?id=188" rel="noopener noreferrer">Sophie</a>. Im Schwedenblog findet man ohnehin <a target="_blank" href="http://www.fiket.de/2007/08/13/in-den-hohen-norden/" rel="noopener noreferrer">viel positives </a>über das Land im Norden.</li><li id="footnote_3_76" class="footnote">Wer sich für Leben und Werk von Fanny zu Reventlow interessiert, wird alsbald hier in der Wissenswerkstatt eine spannende Arbeit finden. Mit dem Versprechen, daß v.a. Reventlows kurzer Roman &quot;Von Paul zu Pedro&quot; aus interessanter Perspektive beleuchtet wird, seien die interessierten Leser noch einige Tage vertröstet.</li><li id="footnote_4_76" class="footnote">Begeistert zeigen sich u.a. <a href="http://popxapank.myblog.de/popxapank/art/197496188" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Popxapank</a> und <a href="http://meinzuhausemeinblog.blogspot.com/2007/08/tocotronic-hohenfelden-170807.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinzuhause</a>.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-11/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 11</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 05</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 22:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich noch nicht in seinen Sommerurlaub verabschiedet hat, könnte bei der Zeitungslektüre zur Ansicht gelangen, es laufe derzeit ein Wettbewerb des Leugnens und Vertuschens. Ist es anders erklärbar, daß die Schlagzeilen momentan von Meldungen dominiert sind, denen meist postwendend ein Dementi der Beschuldigten oder Verdächtigten folgt, wenige Zeit später sich just der kolportierte Verdacht ... <a title="Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 05" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-05/" aria-label="Mehr Informationen über Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 05">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-05/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 05</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" style="border: 1px solid #888888; margin: 6px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/05/Fundstuecke_01c.jpg" alt="Fundstuecke_01c.jpg" width="240" height="177" align="right" />Wer sich noch nicht in seinen Sommerurlaub verabschiedet hat, könnte bei der Zeitungslektüre zur Ansicht gelangen, es laufe derzeit ein Wettbewerb des Leugnens und Vertuschens. Ist es anders erklärbar, daß die Schlagzeilen momentan von Meldungen dominiert sind, denen meist postwendend ein Dementi der Beschuldigten oder Verdächtigten folgt, wenige Zeit später sich just der kolportierte Verdacht bestätigt und, was ebenso charakteristisch ist, zusätzlich noch durch weitere Enthüllungen übertroffen wird.</p>
<p>Welches obskure Gremium diesen Wettbewerb der subtilen Informationsblockade ausgerufen hat, ist logischerweise nicht in Erfahrung zu bringen. Auch hier gilt: es gewinnt derjenige, der am längsten und dreistesten auf seinem Schweigerecht beharrt. Immerhin ist zu beobachten, welche Branchen aktuell führend sind: der Zweikampf hat sich ganz offensichtlich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Radsport und der Atomindustrie entwickelt. Im Vorfeld hätte ich persönlich ja durchaus auf die radelnden Ausdauerathleten gesetzt; in meinen Augen hatten sie v.a. in den Kategorien Scheinheiligkeit und Naivität unbedingt die Favoritenrolle inne. Und die laufende &#8222;Tour de France&#8220; sollte noch genügend Indizien für substanzielle Zweifel an der Redlichkeit ihrer Protagonisten liefern.</p>
<p>Überraschend hat freilich die bundesdeutsche Atomindustrie zum Sprint an die Spitze des Feldes angesetzt. Zwar sind ihre Trumpfkarten Brunsbüttel, Krümmel und Co. bereits ausgespielt, aber erstaunlicherweise gelingt es den Informations(verweigerungs)strategen weiterhin, daß neue Pannen und Mängel publik werden, die bislang verheimlicht wurden. Man darf gespannt sein, wer das Rennen macht. Insgeheim setzte ich doch noch auf den Radsport: denn von ihrem Joker Jan Ullrich &#8211; dem ungekrönten Meister des Dementis wider besseren Wissens und entgegen der erdrückenden Indizienlast &#8211; darf man noch einiges erwarten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-05/#footnote_0_59" id="identifier_0_59" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie nachzulesen ist, hat sich Jan Ullrich w&auml;hrend der heutigen SAT1-Tour-&Uuml;bertragung per Telefon live ins Studio schalten lassen, und dort eine Paradevorstellung in Sachen naives Unschuldslamm gegeben. Das Gespr&auml;ch ist hier bei Stefan Niggemeier dokumentiert. Und die Dopingdebatten gleichen ohnehin &ndash; wie Ullrich wu&szlig;te &ndash; eher einer Hysterie und sind ma&szlig;los &uuml;bertrieben. Er mu&szlig; es ja wissen.">1</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><span style="color: #888888; font-size: x-large;">»</span><span style="font-size: x-large;"><span style="color: #888888; font-size: x-large;">1.</span> </span>Themawechsel: Vollkommen ohne Zuhilfenahme pharmakologischer oder anderweitiger aufputschender Substanzen wird vom 20.-22. September 2007 an der Universität Bamberg ein Workshop unter dem Titel &#8222;<a href="http://www.dasneuenetz.de/2007/07/23/programm-und-anmeldung-online/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das neue Netz? Bestandsaufnahme und Perspektiven</a>&#8220; stattfinden. Seit heute ist das recht vielversprechende Programm verfügbar und am Samstagvormittag (22.9.) werde ich dort selbst einige Gedanken zur Wissenschaft im Post-Gutenberg-Zeitalter präsentieren.</p>
<p>Im Kern wird sich mein Vortrag mit der Frage befassen, welche Bedingungen eine Wissenschaft 2.0 erfüllen müßte und welche Vorteile eine solche Transformation bieten würde. Natürlich werde ich auch versuchen, die Barrieren, die bislang einer Dynamisierung der wissenschaftlichen Publikationsformen entgegenstehen, herauszuarbeiten. Weitere Informationen zu meinem Vortrag unter dem Arbeitstitel &#8222;<em>Kränkungen, Blindheit und Traditionen im Zeitalter der digitalisierten Wissenschaft – Der schwierige Weg zur Wissenschaft 2.0</em>&#8220; werde ich zu gegebener Zeit hier vorstellen. Wer Ende September Zeit hat und in Bamberg vorbeischauen möchte, kann sich auf der<a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Workshophomepage</a> natürlich das Programm ansehen und sich auch online anmelden.</p>
<p>Insgesamt sind wirklich spannende Themen dabei; es geht genauso um politische Akzente in der Blogsphäre und darum, wie sich hier (Gegen-?)Öffentlichkeiten konstituieren, wie etwa (sehr spannend!) darum, wie innerhalb virtueller Netzwerke mit Vertrauen umgegangen wird und dieses als Schmiermittel fungiert. Dazu gibt es noch einige andere vielversprechende Vorträge und ich persönlich bin auch gespannt, einige Personen, die mir in der Blogsphäre bekannt sind, nun auch persönlich kennenzulernen.<br />
&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><span style="color: #888888; font-size: x-large;">»</span><span style="font-size: x-large;"><span style="color: #888888; font-size: x-large;">2.</span> </span>Aus interessanter Richtung nähert sich Reinhard Kahl in der ZEIT dem bundesdeutschen Unterrichts- und Schulalltag. Das Selbstverständnis des Lehrpersonals und das Verhältnis der Lehrer zu den ihnen anvertrauten Schülern steht im Mittelpunkt des ersten Teils seines unbedingt lesenswerten <a href="http://images.zeit.de/text/online/2007/28/bildung-fehler" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Essays</a>. Gut, die Diagnose ist nicht neu, daß Lehrer oftmals eine latente Schülerphobie entwickeln, wenn sie nicht ohnehin schon beim Eintritt in den Schuldienst insgeheim davon überzeugt waren, daß es sich bei den Schülern eher um eine lästige Begleiterscheinung ihres Berufsalltags handelt. Dennoch ist die Feststellung auch in ihrer Wiederholung zutreffend, daß gemäß ihres Selbstverständnisses leider allzu viele Lehrer schlicht nur bestimmte Fächer unterrichten. Wenn sie Schüler unterrichteten und sich dessen bewußt wären, wäre es einem wohler.</p>
<p>Eine der Folgen dieses grundlegenden Mißverständnisses seitens der Lehrer ist die gespiegelt-distanzierte Haltung der meisten Schüler, die zu jeder (Lern-)Anstrengung lediglich durch die Androhung bzw. Durchführung von Tests/Klausuren genötigt werden können. An der Sache, den möglicherweise wissenswerten Inhalten, liegt den allermeisten Schülern wenig und diejenigen, die sich aus freien Stücken, also intrinsisch motiviert, mit dem dargebotenen Stoff beschäftigen, werden als Streber diffamiert:</p>
<blockquote><p>Daran zeigt sich, wie wenig das Lernen hierzulande von den Schülern als ihre eigene Sache angesehen wird, sondern immer noch als eine im Grunde fremde, von außen kommende Anforderung.</p></blockquote>
<p>Im zweiten Teil widmet sich Reinhard Kahl der rückständigen Fehlerkultur im Schulwesen.</p>
<blockquote><p>In dieser lernfeindlichen Konstellation interessieren sich Lehrer besonders für die Fehler der Schüler. Aber nicht, damit diese daraus lernen, sondern um sie ihnen anzukreiden. Warum? Am Verhältnis zum Fehler wird der geistige Zustand einer Institution deutlich. Wie hält man es mit der Unvollkommenheit der Menschen und mit ihrer sich daraus ergebenden Verschiedenheit? Am Verhältnis zum Fehler wird auch deutlich, wo ein Wandel zu einer menschenfreundlicheren Haltung in unsere Gesellschaft in Gang gekommen ist. Man kann diese große Veränderung manchmal am besten an kleinen Unterschieden in der Betonung erkennen.</p></blockquote>
<p>Das mag in manchen Ohren utopisch klingen, entspringt aber der grundlegenden Einsicht in den Umstand, daß die bloße Kopie des Perfekten, des Richtigen doch nur stupide Wiederholung ist. Aneignung von wirklich Wißbarem kann nur geschehen, wenn dies auf individuelle, potentiell fehlerhafte Weise geschehen darf. Freilich geht es nicht darum, daß zu jeder Zeit sämtliche Dumm- und Torheiten wiederholt und gelobt werden; es geht also nicht darum, &#8222;<em>dumme</em>&#8220; Fehler zu machen, sondern vorwiegend &#8222;<em>intelligente</em>&#8220; Fehler, für die man Strategien entwickelt, sie zu identifizieren und sie in Lernfortschritte umzumünzen. Das setzte freilich einen Paradigmenwechsel voraus:</p>
<blockquote><p>Der Fehler gilt nicht mehr als Sünde, sondern als Vorsprung im Lernprozess. Am Fehlversuch geben sich Grenzgänger zu erkennen. Wer Neuland betritt, macht Fehler, unweigerlich. Das ist die Quintessenz lernender Organisationen: Der Fehler ist das Salz des Lernens, ja, des Lebens.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: der Artikel von Reinhard Kahl sei allen bildungsinteressierten Zeitgenossen empfohlen. Und es wird wieder deutlich, daß es oftmals die Querdenker sind, diejenigen, die provozieren und irritieren, die den Anstoß für Erneuerung geben können.</p>
<ul>
<li>Kahl, Reinhard: <a href="http://images.zeit.de/text/online/2007/28/bildung-fehler" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrer als Feinde</a>, Die ZEIT, 10.7.2007</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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<hr size="1" width="100%" />
<p><span style="color: #888888; font-size: x-large;">»3</span><span style="font-size: x-large;"><span style="color: #888888; font-size: x-large;">.</span> </span>Nicht erst anläßlich der positiven A-Probe von T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz hat die &#8222;Berliner Zeitung&#8220; ihre Berichterstattung zur diesjährigen &#8222;Tour de France&#8220; umgestellt. Bereits seit dem ersten Tourtag begleitet der versierte Sportjournalist Christian Schwager das Geschehen und resümiert täglich die Vorkommnisse in einem stets lesenswerten Essay. Allerdings sind es nicht die Dramen in der sengenden Hitze, die Ausreißversuche und Aufholjagden, die Schwager interessieren. Er beteiligt sich nicht am Stricken der großen Heldenepen.</p>
<p>Freilich gehört nach all den Dopingbeichten und der beinahe gekippten Stimmung unter den Sportfans weniger Mut dazu, sich dem allgemeinen Jubel über die radelnden Ausnahmekönner nicht anzuschließen. Dennoch gebührt der Berliner Zeitung Applaus dafür, daß sie von Schwager täglich die Schattenseiten des finanziell lukrativen und ganz offensichtlich noch längst nicht manipulationsfreien Radzirkus beleuchten lässt.</p>
<p>Christian Schwager stellt die richtigen Fragen und läßt sich von den Antworten der Pressechefs der Rennställe nicht an der Nase herumführen. Und <a href="http://www.berlinonline.de//berliner-zeitung/blog/tour/2007/07/notoperation.html#more" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so erfährt</a> der interessierte Leser bspw., daß der derzeitige Zweitplazierte Contador den gestrigen Anstieg zum &#8222;Plateau de Beille&#8220; immerhin 1 1/2 Minuten schneller bewältigte als seinerzeit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lance_Armstrong" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lance Armstrong</a>. Diese Information mag jeder Sportfan für sich selbst interpretieren.</p>
<p><em>Lesenswert:</em></p>
<ul>
<li>Schwager, Christian: <a href="http://www.berlinonline.de//berliner-zeitung/blog/tour/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tägliche Essays zur Tour de France,</a> Berliner Zeitung</li>
</ul>
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<p><span style="color: #888888; font-size: x-large;">»</span><span style="font-size: x-large;"><span style="color: #888888; font-size: x-large;">4.</span> </span>Ebenfalls dem Konsum von Drogen und Aufputschmitteln, ebenfalls Heldengeschichten widmet sich Christoph Koch in der ZEIT. Doch geht es in seiner Dopingliste zur Abwechslung nicht um Sport. Künstler, Politiker, Musiker, Philosophen&#8230; unzählige Personen, mit deren Werk und Wirken große Leistungen verknüpft sind, hatten auch ihr jeweiliges Drogen- und Inspirationsproblem.</p>
<p>Koch listet 50 Personen auf, deren literarische, künstlerische oder politische Leistung uns heute noch ein Begriff ist, die sich aber entweder bewußt berauschten oder ihr Werk im Rausch nicht mehr weiterführen konnten. Klar, daß hier Ernst Jünger, der mit dem LSD-Entdecker Albert Hoffmann, die Wirkung des Halluzinogens testete, nicht fehlen darf. Die Popularität des kokainhaltigen Getränks &#8222;Vin Mariani&#8220; (Henrik Ibsen, Thomas A. Edison, Jules Verne, Alexandre Dumas) war mir allerdings zuvor unbekannt.</p>
<p>Hier gilt wohl der abschließende Rat: nachlesen ja, nachmachen eher nein.</p>
<ul>
<li>Koch, Christoph: <a href="http://images.zeit.de/text/2007/29/Dopingliste" target="_blank" rel="noopener noreferrer">50 Werke der Dopingkultur</a>, Die ZEIT, 12.7.2007</li>
</ul>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_59" class="footnote">Wie <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wen-sat1-mit-der-tour-gluecklich-macht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nachzulesen</a> <a href="http://www.franztoo.de/?p=381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist</a>, hat sich Jan Ullrich während der heutigen SAT1-Tour-Übertragung per Telefon <a href="http://blog.zeit.de/tourdefrance/2007/07/23/mit-ullrich-auf-sendung_32" target="_blank" rel="noopener noreferrer">live ins Studio</a> schalten lassen, und dort eine Paradevorstellung in Sachen <a href="http://cynq.wordpress.com/2007/07/23/jan-ullrich-und-die-tour-ii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">naives Unschuldslamm</a> gegeben. Das Gespräch ist hier bei <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/sat1-ist-reif-fuer-jan-ullrich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Niggemeier dokumentiert</a>. Und die Dopingdebatten gleichen ohnehin &#8211; wie Ullrich wußte &#8211; eher einer Hysterie und sind maßlos übertrieben. Er muß es ja wissen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/07/querverweise-fundstuecke-lesenswertes-links-05/">Querverweise » Fundstücke, Lesenswertes &#038; Links &#8211; 05</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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