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	<title>Publikationswesen Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Publikationswesen Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Berechenbarer Erfolg: Wie schreibe ich den optimalen Fachartikel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 15:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationswesen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Kern gilt dieser Grundsatz für alle Formen der Wissenschaftskommunikation: Wer schreibt, der will gelesen werden. Und zwar von einem möglichst großen Publikum. Darum geht es bei der Popularisierung von Wissenschaft und Forschung (wie sie klassisch im Wissenschaftsjournalismus, neuerdings u.a. in Blogs stattfindet) und darum geht es auch bei der Kommunikation innerhalb der (Fach-)Wissenschaften. Deshalb ... <a title="Berechenbarer Erfolg: Wie schreibe ich den optimalen Fachartikel?" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2010/04/berechenbarer-erfolg-wie-schreibe-ich-den-optimalen-fachartikel/" aria-label="Mehr Informationen über Berechenbarer Erfolg: Wie schreibe ich den optimalen Fachartikel?">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2010/04/berechenbarer-erfolg-wie-schreibe-ich-den-optimalen-fachartikel/">Berechenbarer Erfolg: Wie schreibe ich den optimalen Fachartikel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2010/04/Journals.jpg"><img decoding="async" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2010/04/Journals.jpg" alt="Lesestoff; Bildquelle: stock.xchng, User: picabell"  width="175" height="259" class="alignright size-full wp-image-1341" /></a><strong>Im Kern gilt dieser Grundsatz für alle Formen der Wissenschaftskommunikation: Wer schreibt, der will gelesen werden. Und zwar von einem möglichst großen Publikum. Darum geht es bei der Popularisierung von Wissenschaft und Forschung (wie sie klassisch im Wissenschaftsjournalismus, neuerdings u.a. in Blogs stattfindet) und darum geht es auch bei der Kommunikation innerhalb der (Fach-)Wissenschaften. Deshalb ist es für jeden Forscher wichtig, daß seine Fachartikel in den richtigen Journals publiziert werden. Denn wer in den renommierten Zeitschriften veröffentlicht, dessen Artikel werden &#8211; höchstwahrscheinlich &#8211; häufiger gelesen und häufiger zitiert. Das ist jedenfalls die Hoffnung. Und welche Artikel besonders häufig zitiert werden, kann man sogar berechnen. </strong></p>
<p>Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, der muß v.a. mit seiner Publikationsliste punkten. Ausreichend lang muß sie sein. Und es sollten ausreichend Artikel in renommierten Fachjournals enthalten sein. Der Impact Factor spielt hier zumindest in den Naturwissenschaften und der Medizin die Richtschnur. Aber auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2010/04/berechenbarer-erfolg-wie-schreibe-ich-den-optimalen-fachartikel/#footnote_0_1338" id="identifier_0_1338" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wo der Impact Factor meist eine nur untergeordnete Rolle spielt.">1</a> gilt die Regel: je mehr Prestige das Journal hat, desto größer sind die Chancen darauf, daß der eigene Artikel von den Fachkollegen rezipiert wird. Und das schlägt sich idealerweise darin nieder, daß man in den Folgejahren selbst zitiert wird. </p>
<p><strong>Nach welchen Kriterien werden Fachartikel in Fachzeitschriften akzeptiert?</strong></p>
<p>Und die Zitationsrate schlägt sich ja eben dann wieder als aktualisierter Impact Factor für die jeweilige Zeitschrift nieder. Insofern kann es durchaus passieren, daß ein fachlich tadelloser Artikel von den Gutachtern und/oder den Herausgebern eines Journals abgelehnt wird, weil diese mit eher wenig Zitaten für diesen Artikel rechnen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2010/04/berechenbarer-erfolg-wie-schreibe-ich-den-optimalen-fachartikel/#footnote_1_1338" id="identifier_1_1338" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Daf&uuml;r kann u.a. schon ausreichen, da&szlig; die Thematik voraussichtlich nur f&uuml;r eine kleine Gruppe von Forschern spannend ist, so da&szlig; die Anzahl der zu erwartenden Zitate minimal bleiben wird.">2</a> Hier entscheidet meist die Erfahrung bzw. das Bauchgefühl. Ein Paper, das kleine Mängel hat, aber voraussichtlich ziemlich viele Zitate generiert, hat sicher größere Chancen auf Veröffentlichung, als eine absolut unanfechtbare Arbeit, die aber weniger sexy erscheint. </p>
<p><strong>Vorhersage der Zitationshäufigkeit: Der Algorithmus kann es besser</strong></p>
<p>Eine interessante Studie zeigt, daß man künftig vielleicht gar nicht mehr so sehr auf das Bauchgefühl, sondern auf harte Zahlen zurückgreifen kann, wenn man die Zitationsrate prognostizieren möchte. Alfonso Ibanez, Pedro Larranaga and Concha Bielza haben sich die Artikel der Jahre 2005-2007 vorgenommen, die im Fachjournal Bioinformatics erschienen sind. </p>
<p>Und sie haben herausgefunden, daß es ausreicht bestimmte Informationen aus dem Abstract zu berücksichtigen und in ein geeignetes Abschätzungsmodell zu übertragen. So konnten die Autoren mit einer Treffergenauigkeit von etwa 90% vorhersagen, wie häufig ein Artikel in den Jahren nach seiner Veröffentlichung zitiert werden wird. Sie schreiben:</p>
<blockquote><p>We found that the appearance of certain words in the paper abstracts can influence the number of citations received.</p></blockquote>
<p>Einerseits eine faszinierende Möglichkeit, andererseits irgendwie ernüchternd. Wenn bloße Algorithmen ausreichen, um sofort (und das auf der Basis des Abstracts!) beziffern zu können, welche Resonanz ein bestimmter Artikel in der Fachcommunity hervorrufen wird. </p>
<p>Wie lange wird es dauern, daß sich hier ein neues Berufsbild etabliert? Lange kann es nicht mehr dauern, bis es den diplomierten Fachjournal-Optimierer gibt, der das Abstract auf das maximale Zitationspotential hin ausrichtet und natürlich auch mit den <a href="http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2010/03/wie-sinnvoll-ist-die-optimierung-wissenschaftlicher-artikel-fur-google-scholar-co.php">üblichen SEO-Methoden</a> dafür sorgt, daß der Artikel bei den wissenschaftlichen Suchmaschinen ganz oben landet.</p>
<div class="links_ticker">
Studie:</p>
<ul>
<li>Alfonso Ibanez, Pedro Larranaga and Concha Bielza: <a href="http://bioinformatics.oxfordjournals.org/cgi/content/short/25/24/3303">Predicting citation count of Bioinformatics papers within four years of publication</a>, Bioinformatics. 2009 Dec 15;25(24):3303-9. Epub 2009 Oct 9.</li>
</ul>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1338" class="footnote">Wo der Impact Factor meist eine nur untergeordnete Rolle spielt.</li><li id="footnote_1_1338" class="footnote">Dafür kann u.a. schon ausreichen, daß die Thematik voraussichtlich nur für eine kleine Gruppe von Forschern spannend ist, so daß die Anzahl der zu erwartenden Zitate minimal bleiben wird.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2010/04/berechenbarer-erfolg-wie-schreibe-ich-den-optimalen-fachartikel/">Berechenbarer Erfolg: Wie schreibe ich den optimalen Fachartikel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Dilemma alternativer wissenschaftlicher Publikationsformate</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Oct 2012 11:15:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Forscher nutzen Blogs ganz selbstverständlich als digitales Notizheft, ihre Ergebnisse publizieren sie in überall verfügbaren Open-Access-Zeitschriften und die unheilvolle Macht von Elsevier &#38; Co. ist gebrochen. Das ist die schöne, neue Welt der wissenschaftlichen Publikationskultur 2.0. Doch die Realität sieht anders aus. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 2 Milliarden Euro &#8211; so das Ergebnis ... <a title="Das Dilemma alternativer wissenschaftlicher Publikationsformate" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/" aria-label="Mehr Informationen über Das Dilemma alternativer wissenschaftlicher Publikationsformate">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/">Das Dilemma alternativer wissenschaftlicher Publikationsformate</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright  wp-image-2484" style="border: 0px none;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/10/Buchstaben-273x300.jpg" alt="Schreibmaschinen-Buchstaben" width="218" height="240" /><span class="initial">F</span>orscher nutzen Blogs ganz selbstverständlich als digitales Notizheft, ihre Ergebnisse publizieren sie in überall verfügbaren Open-Access-Zeitschriften und die unheilvolle Macht von Elsevier &amp; Co. ist gebrochen. Das ist die schöne, neue Welt der wissenschaftlichen Publikationskultur 2.0.</strong></p>
<p><strong>Doch die Realität sieht anders aus. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 2 Milliarden Euro &#8211; so das Ergebnis 2011 &#8211; läuft das Geschäft der &#8218;<a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/sonstiges/2011-10-26/wissenschaftliche-verlage-die-blutsauger-des-wissenschaftsbetriebs">Blutsauger</a>&#8218; von Elsevier ganz prächtig. Und Wissenschaftsblogs gelten immer noch als exotisch, verdächtig oder allenfalls als zeitaufwändige Liebhaberei. Und dafür gibt es Gründe&#8230;</strong></p>
<p>Vorgestern hat Lilian Landes, die als Redakteurin die Rezensionsplattform <a  href="http://www.recensio.net/">recensio.net</a> betreut, <a  href="http://rkb.hypotheses.org/267">in einem Blogpost darüber gemeckert</a>, daß für Wissenschaftsblogs immer wieder mit dem Argument geworben werde, daß dort auch unfertige Gedanken niedergeschrieben und das Blog ganz generell als Schreibtraining genutzt werden könne.</p>
<p><span class="pullquote_left">Taugen Blogs nur als Sammelplatz von unausgereiften Gedanken und fachlich kaum relevanten Notizen? Wie können Akzeptanz und Prestige erhöht werden?<br />
</span></p>
<p>Insofern dürfe man sich auch nicht darüber wundern, daß Blogs weiterhin als minderwertig und für den akademischen Diskurs als weitgehend irrelevant gelten. In der Wahrnehmung (zu) vieler Wissenschaftler seien Blogs allenfalls Abladeplatz, <em>&#8222;für all jene Texte, die nicht ausgereift und nicht fundiert genug sind, um es auf Papier zu schaffen.&#8220;</em></p>
<p class="zwischenueberschrift">Warum sollten Wissenschaftsblogs ernstgenommen werden?</p>
<p>So sehr ich in der Diagnose mit Lilian übereinstimme, so wenig teile ich ihre Schlußfolgerung. Sie fordert nämlich, doch bitte damit aufzuhören, Wissenschaftsblogs als Schreibtraining darzustellen. Diese Argumentation sei nur Wasser auf die Mühlen der skeptischen Fraktion.</p>
<p>Da ich selbst regelmäßig in Gesprächen und <a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/seminar-workshop-social-media-in-der-wissenschaftskommunikation/">Seminaren</a> die vielen Vorteile des wissenschaftlichen Bloggens herausstelle und dabei auch immer wieder das Schreibtraining erwähne, gehöre ich also wohl auch zu denjenigen, die verhindern, daß Blogs endlich in der Wissenschaft &#8222;ankommen&#8220;. Daß Blogposts ganz selbstverständlich akzeptiert werden, man gar in Berufungsverfahren mit dem Blog punkten kann etc.</p>
<figure id="attachment_2483" aria-describedby="caption-attachment-2483" style="width: 570px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/10/Wissenschaftliches-Schreiben.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-2483 "  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/10/Wissenschaftliches-Schreiben.jpg" alt="Wissenschaftliches-Schreiben" width="580" height="226" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/10/Wissenschaftliches-Schreiben.jpg 580w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2012/10/Wissenschaftliches-Schreiben-400x156.jpg 400w" sizes="(max-width: 580px) 100vw, 580px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2483" class="wp-caption-text">Häufig noch ein traditionelles Geschäft: Wissenschaftliches Schreiben</figcaption></figure>
<p>Doch ich fürchte, daß ich den Vorschlag von Lilian Landes nicht beherzigen werde &#8211; denn 1. wird das richtige Argument nicht falsch dadurch, daß es Leute, die sowieso keine Ahnung haben in ihren Vorurteilen bestärkt, und 2. gibt es zunächst andere Faktoren, die es verhindern, daß Wissenschaftsblogs (oder auch neue Online-Zeitschriften-Formate) wirklich Erfolg haben. Ein Beispiel&#8230;</p>
<p class="zwischenueberschrift">Schizophrene Protagonisten der Wissenschaftspublikationskultur 2.0</p>
<p><span class="initial">D</span>ie Fans des Wissenschaftsbloggens sind alle ein bißchen wie Julia Schramm:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/#footnote_0_2479" id="identifier_0_2479" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auf den Fall der Piratenpolitikerin Julia Schramm, die vor zwei Wochen ihr (schlechtes) Buch in einem ordin&auml;ren Verlag publiziert und daf&uuml;r dem Vernehmen nach einen ordentlichen Vorschu&szlig; eingeheimst hat und auf diese Weise die Ernsthaftig- und Glaubw&uuml;rdigkeit der Piratenforderung nach alternativen Gesch&auml;ftsmodellen konterkariert hat, bin ich damals nicht eingegangen. Irgendwie war mir dieses &uuml;bersch&auml;tzte Buch samt seiner Autorin zu anstrengend. Vielleicht verstehe ich Julia Schramm auch nicht, aber mir ist das zuviel Kindergeburtstag eines verw&ouml;hnten Teenagers. Lesenswert: Malte Welding und Alexandra Tobor.">1</a> da wird lamentiert, daß die akademische Publikationskultur nicht mehr zeitgemäß sei und auf das großartige Potential alternativer Formen (i.e. Open Access, Blogs etc.) hingewiesen. Doch wenn man selbst an der Reihe ist, dann veröffentlicht man seinen Aufsatz natürlich auch in den etablierten, im Zweifel auf Papier gedruckten Fachjournals.</p>
<p>Ich kann das auch verstehen. Jedem jungen Wissenschaftler ist klar, daß er seine Forschungsergebnisse bestmöglich &#8222;platzieren&#8220; muß. Es geht um akademisches Prestige und um Karrierechancen. Das nächste Bewerbungsgespräch kommt bestimmt. Und wie blöd wäre man, wenn man dann hochkarätige Forschungsergebnisse in zwar sympathischen, aber im Fach bislang wenig respektierten Online-Journals veröffentlichen würde.</p>
<p><span class="zwischenueberschrift">Über die Angst, den Anfang zu machen</span></p>
<p>Aber genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn wenn auch diejenigen, die es gut meinen (und von der Idee des Open Access oder den noch deutlich unkonventionelleren Wissenschaftsblogs überzeugt sind), also wenn selbst die Protagonisten der wissenschaftlichen Publikation 2.0 ihre wirklich wichtigen Inhalte in die &#8222;alten&#8220; Kanäle einspeisen, dann wird sich mittelfristig an deren Dominanz auch nichts ändern.</p>
<p class="pullquote">Wo sind die Wissenschaftsblogger, die mit &#8218;gutem Beispiel&#8216; vorangehen und ihre Ergebnisse im Blog publizieren?</p>
<p><span class="initial">E</span>s wäre allerhöchste Zeit, daß sich hier etwas bewegt. Klar ist, daß hier v.a. Wissenschaftler gefragt sind, die sich bereits einen gewissen Status in ihrer Community gesichert haben. Wenn irgendein Nachwuchsforscher interessante Ergebnisse in seinem Blog publiziert, dann ändert das nicht wirklich viel.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/#footnote_1_2479" id="identifier_1_2479" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ist individuell gesehen &ndash; weil Nachteile in der weiteren wissenschaftlichen Laufbahn vorhersehbar sind &ndash; reichlich naiv.">2</a> Wenn freilich gestandene Professoren, Fachvertreter auf deren Forschungsergebnisse andere Peers gespannt warten, wenn also etablierte Wissenschaftler die akademischen Konventionen ignorieren und statt in Journals mit tollem Impact Factor in ihren (privaten) Blogs publizieren würden, dann würde das etwas ändern.</p>
<p>Wer macht den Anfang?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/#footnote_2_2479" id="identifier_2_2479" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich selbst w&uuml;rde ja, aber geh&ouml;re ja mittlerweile nicht einmal mehr zur Fraktion der ziemlich irrelevanten Nachwuchswissenschaftler. Allerdings &uuml;berlege ich derzeit, wo und wie ich die Ergebnisse meiner Twitterstudie publizieren werde. Hier in der Werkstatt auf alle F&auml;lle, aber auch woanders&hellip;.?">3</a></p>
<p>&#8212;</p>
<p><small>Photos/Bildquellen: Jeweils stock.xchng, Buchstaben: User &#8218;typofi&#8216;, Füller: User &#8218;hisks&#8216;</small></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_2479" class="footnote">Auf den Fall der Piratenpolitikerin Julia Schramm, die vor zwei Wochen ihr (schlechtes) Buch in einem ordinären Verlag publiziert und dafür dem Vernehmen nach einen ordentlichen Vorschuß eingeheimst hat und auf diese Weise die Ernsthaftig- und Glaubwürdigkeit der Piratenforderung nach alternativen Geschäftsmodellen konterkariert hat, bin ich damals nicht eingegangen. Irgendwie war mir dieses überschätzte Buch samt seiner Autorin zu anstrengend. Vielleicht verstehe ich Julia Schramm auch nicht, aber mir ist das zuviel Kindergeburtstag eines verwöhnten Teenagers. Lesenswert: <a  href="http://www.malte-welding.com/2012/09/21/schon-wie-guttenberg-warum-julia-schramm-zurucktreten-muss/">Malte Welding</a> und <a  href="http://silenttiffy.de/2012/09/der-ekel-oder-wie-das-buch-von-julia-schramm-mich-beruhrte/">Alexandra Tobor</a>.</li><li id="footnote_1_2479" class="footnote">Und ist individuell gesehen &#8211; weil Nachteile in der weiteren wissenschaftlichen Laufbahn vorhersehbar sind &#8211; reichlich naiv.</li><li id="footnote_2_2479" class="footnote">Ich selbst würde ja, aber gehöre ja mittlerweile nicht einmal mehr zur Fraktion der ziemlich irrelevanten Nachwuchswissenschaftler. Allerdings überlege ich derzeit, wo und wie ich die Ergebnisse meiner Twitterstudie publizieren werde. Hier in der Werkstatt auf alle Fälle, aber auch woanders&#8230;.?</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2012/10/das-dilemma-alternativer-wissenschaftlicher-publikationsformate/">Das Dilemma alternativer wissenschaftlicher Publikationsformate</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton &#124; Werkstattnotiz LXXI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 16:32:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor drei Wochen gab die geisteswissenschaftliche Fakultät der Harvard Universität bekannt, daß man einen zentralen Publikationsserver einrichten werde, der alle Artikel der Wissenschaftler gemäß des Open-Access-Prinzips bereitstellen wird. Diese Nachricht wurde von Sympathisanten der Open-Access-Bewegung erfreut zu Kenntnis genommen. Denn der Symbolwert dieser Entscheidung ist nicht zu unterschätzen. Nun äußert sich Robert Darnton, der Harvard-Bibliotheksdirektor, ... <a title="&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton &#124; Werkstattnotiz LXXI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton &#124; Werkstattnotiz LXXI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/">&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton | Werkstattnotiz LXXI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor drei Wochen gab die geisteswissenschaftliche Fakultät der Harvard Universität bekannt, daß man einen zentralen Publikationsserver einrichten werde, der alle Artikel der Wissenschaftler gemäß des Open-Access-Prinzips bereitstellen wird. <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/19/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/" rel="noopener noreferrer">Diese Nachricht</a> wurde von Sympathisanten der Open-Access-Bewegung erfreut zu Kenntnis genommen. Denn der Symbolwert dieser Entscheidung ist nicht zu unterschätzen. Nun äußert sich Robert Darnton, der Harvard-Bibliotheksdirektor, zu den Hintergründen.</strong> </p>
<h4 class="pullquote_left"> Das Interview mit dem Harvard-Bibliotheks-Chef Darnton ist informativ und irritierend zugleich: ist der Mann wirklich so wankelmütig oder hat man bei der Übersetzung den Interviewtext verhunzt? <br /></h4>
<p>Das heute in der FAZ erschienene Interview mit dem Buchhistoriker und Bibliothekschef Darnton ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Einerseits werden einige wichtige Aspekte und Fehlentwicklungen des akademischen Publikationskultur angesprochen, andererseits sind Präsentation und einige Aussagen des Interviews etwas fragwürdig. </p>
<p>Denn anstatt zu differenzieren und für mehr Aufklärung zu sorgen, werden Äpfel fröhlich mit Birnen vermischt und bei einigen Passagen bin ich mir nicht sicher, ob Jordan Mejias &#8211; der das Gespräch führte &#8211; alles richtig verstanden hat oder ob es &quot;nur&quot; Übersetzungsfehler sind. </p>
<p>Aber der Reihe nach &#8211; wie gesagt: am 12. Februar gab die &quot;Faculty of Arts und Science der Harvard University&quot; bekannt, daß künftig alle Artikel ihrer Mitarbeiter obligatorisch auf einem sog. &quot;Institutional Repository&quot; zugänglich gemacht werden. Sollte ein Wissenschaftler bereits anderweitig Vereinbarungen mit Verlagen getroffen haben, so muß er dies dem Dekan der Fakultät anzeigen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/#footnote_0_203" id="identifier_0_203" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Modell funktioniert also nach einem sog. &quot;Opt-Out-Prinzip&quot;. Wer nicht teilnehmen will, mu&szlig; dies aktiv mitteilen.">1</a> Es ist also zu erwarten, daß ein überragender Teil aller Fachartikel der Fakultätsmitglieder künftig weltweit und unentgeltlich verfügbar ist. </p>
<p>In der New York Times wurde Darnton vor drei Wochen <a target="_blank" href="http://www.nytimes.com/2008/02/12/books/12publ.html?_r=1&amp;oref=slogin" rel="noopener noreferrer">folgendermaßen zitiert</a>:&nbsp;</p>
<blockquote><p>“In place of a closed, privileged and costly system, it will help open up the world of learning to everyone who wants to learn,” said Robert Darnton, director of the university library. “It will be a first step toward freeing scholarship from the stranglehold of commercial publishers by making it freely available on our own university repository.”</p></blockquote>
<p>Soweit ich sehe nimmt das heutige FAZ-Interview ebenfalls v.a. auf diese Entscheidung und die Open-Access-Initiative Bezug. Allerdings lautet der einführende Absatz folgendermaßen:</p>
<blockquote><p>Die Bibliothek der Harvard University will ihre Bücher und Zeitschriften fast unbegrenzt im Internet zugänglich machen.</p></blockquote>
<p>Das ist leider ziemlich irreführend. Denn es geht aktuell vorrangig um die Etablierung eines Open-Access-Servers, der <u>alle neu erscheinenden Fachartikel</u> der Harvard-Wissenschaftler enthält und verfügbar macht. Der Bücher und Zeitschriftenbestand ist davon grundsätzlich zu unterscheiden. Zwar kooperiert Harvard mit Google, das einem bestimmten Teil der Bibliothek digitalisiert, aber dabei handelt es sich meines Wissens um gerade 40.000 Titel, die &#8211; was ebenfalls logisch ist &#8211; älteren Datums sind und somit keine bestehenden Urheberrechte mehr verletzen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/#footnote_1_203" id="identifier_1_203" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In einem der letzten Abs&auml;tze kommt das Gespr&auml;ch auch kurz darauf und Darnton erw&auml;hnt, da&szlig; man eben Titel digitalisiere, deren Urheberreche nicht mehr problematisch seien&hellip;">2</a></p>
<p><strong>Mehr Klarheit bitte!</strong> </p>
<p>Ich habe mich kurz nochmal schlau gemacht, aber soweit ich sehe, gibt es keine neuen Initiativen, die eine Digitalisierung der gesamten Harvard-Bibliothek vorsehen. Insofern finde ich es etwas rätselhaft, wieso die FAZ diesen Aspekt als &quot;Aufmacher&quot; hernimmt. </p>
<p>Nochmal zur Klarheit: es gibt einerseits den Bestand der Harvard-Bibliothek, also alle Bücher und Zeitschriften, die diese über Jahrzehnte angeschafft und archiviert hat. Davon werden manche Titel digitalisiert und somit online verfügbar gemacht. Andererseits gibt es die Entscheidung einer (!) Fakultät, daß künftig die jeweiligen Artikel der eigenen (!) Wissenschaftler primär gemäß des Open-Access-Prinzips publiziert werden. Das eine hat, liebe FAZ, mit dem anderen so gut wie nichts zu tun! </p>
<p>Im Interview geht es dann &#8211; was kaum verwundert &#8211; um die jüngste Entscheidung, die eben das Open-Access-Modell weiter populär macht. Robert Darnton erläutert:</p>
<blockquote><p>Denn genau wie eine große Universitätsbibliothek ihre Bestände dem Rest der Welt durch Digitalisierung zugänglich machen sollte, woran wir zurzeit hart arbeiten, sollten auch Forschungsergebnisse frei verfügbar sein. Diese Richtung hat auch zum Ziel, Harvard zu ermuntern, weniger nach innen als nach außen zu blicken. Wir wollen unseren intellektuellen Reichtum mit allen teilen.</p></blockquote>
<p>Das ist schön gesagt und man kann ihm nur zustimmen. Für Stirnrunzeln sorgt bei mir dann aber folgende Passage &#8211; es geht darum, daß die Wissenschaftler ja nicht verpflichtet werden, auf dem Fakultätsserver zu publizieren, es also immer noch eine freiwillige Entscheidung ist: </p>
<blockquote><p>Den Hintergrund dafür bilden die eskalierenden Preise akademischer Zeitschriften, was eine Bedrohung für das Wesen der Forschung darstellt. Es wäre falsch, unseren Gang ins Internet als Deklaration gegen die Verlage zu verstehen, die teure Zeitschriften herausgeben. Sie werden ihre Verfahrensweise nicht ändern, nur weil Harvard jetzt ein „Open access“-Depot hat.</p></blockquote>
<p>Was jetzt? Darnton kritisiert einerseits die &quot;<em>eskalierenden Preise akademischer Zeitschriften</em>&quot;, redet im Interview mit der New York Times (s.o.) gar vom &quot;Würgegriff&quot; der Verlage, möchte aber die Initiative dennoch nicht als Kritik an der Verlagspolitik verstanden wissen? Wieso ist der Junge so unentschieden? Denn kurz darauf gibt er zu Protokoll: </p>
<blockquote><p>Wir wollen nicht die Zeitschriftenpreise unter Druck setzen, wir wollen die Natur des Kommunikationssystems in der Welt des Lernens verändern. Einige hier in Harvard haben nun gesagt: Vielleicht sind die Zeitschriften von Elsevier und Springer und Wiley ja wirklich zu teuer, aber wie steht es um die kleinen Forschungsjournale und die Organisationen, die sie herausgeben? Müssten die nicht Abonnenten verlieren, wenn Harvard Artikel frei zum Herunterladen anbietet?</p></blockquote>
<p>Tja, wirklich schlau werde ich aus diesen Ausführungen nicht. Einerseits will man &quot;<em>die Natur des Kommunikationssystems in der Welt des Lernens verändern</em>&quot; (dafür erhält er von meiner Seite aus Applaus), aber er dementiert, daß man die die Zeitschriftenpreise damit unter Druck setzen wolle, obwohl er zwei Absätze zuvor noch sagte, daß diese eine &quot;<em>Bedrohung für das Wesen der Forschung</em>&quot; darstellen? So ganz kann ich es nicht glauben, daß Herr Darnton so verwirrtes Zeug erzählt. Denn kurz darauf wird er wieder zum Visionär &#8211; zumindest fast:</p>
<blockquote><p>In zehn Jahren könnten, nach dem Vorbild von Harvard, alle wichtigen Forschungsbibliotheken „Open access“-Depots haben. Damit hätten wir eine völlig andere Lage. Für die kleinen Zeitschriften wäre das höchst gefährlich. Aber bis dahin wird sich die gesamte Forschungslandschaft verändern, werden neue wissenschaftliche Komplikationen auftreten. Es ist wenig ergiebig, über eine Zukunft nachzudenken, die wir uns nur schwer vorstellen können.</p></blockquote>
<p>Der Aspekt mit den kleineren Verlagen ist bedenkenswert, aber den letzten Satz finde ich ja köstlich, denn er redet über eine Zeitspanne von 10 Jahren und weigert sich darüber nachzudenken, wie dann das Publikationswesen strukturiert sein könnte? Seltsam. Ansonsten erzählt er noch vernünftige Sachen und weist darauf hin, daß uns vermutlich eher eine Koexistenz von gedruckten und Online-Texten bevorsteht und das Ende der Gutenberg-Kultur also noch auf sich warten läßt. </p>
<blockquote><p>Altes und Neues koexistieren oft in einer Art Äquilibrium, die immerfort im Wandel ist. Ich könnte mir vorstellen, dass elektronische und gedruckte Veröffentlichungen gut miteinander auskommen, ja einander stärken, dass der revolutionäre Wandel also nicht zur Vernichtung einer bewährten Technik führen muss. </p></blockquote>
<p>Tja, insgesamt ein lesenswertes Interview, wenn auch einige Ungereimtheiten bestehen bleiben. Wer mag sich bei der FAZ erkundigen, ob sie das Gespräch durch den Redaktionspraktikanten haben übersetzen lassen? ;-)&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />&nbsp;</p>
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EE3C97B805E8F455699394FC307B81D71~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Wir wollen unseren geistigen Reichtum teilen</a>, Interview mit Robert Darnton, FAZ, 3.3.2008</li>
<li>Patricia Cohen: <a target="_blank" href="http://www.nytimes.com/2008/02/12/books/12publ.html?_r=1&amp;oref=slogin" rel="noopener noreferrer">At Harvard, a Proposal to Publish Free on Web</a>, New York Times, 12.2.2008</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/19/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/" rel="noopener noreferrer">Ein kleiner Schritt für Harvard, ein großer Schritt für die freie Wissenschaft</a> » Eine Harvard-Fakultät stellt Publikationen auf einem Open-Access-Server zur Verfügung | Werkstattnotiz LXVIII, 19.2.2008</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_203" class="footnote">Das Modell funktioniert also nach einem sog. &quot;Opt-Out-Prinzip&quot;. Wer nicht teilnehmen will, muß dies aktiv mitteilen.</li><li id="footnote_1_203" class="footnote">In einem der letzten Absätze kommt das Gespräch auch kurz darauf und Darnton erwähnt, daß man eben Titel digitalisiere, deren Urheberreche nicht mehr problematisch seien&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/">&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton | Werkstattnotiz LXXI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? &#124; Werkstattnotiz 105</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 10:35:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Jahren durchläuft das wissenschaftliche Publikationssystem eine kleine Revolution. All die Fachartikel, die über viele Forschergenerationen ganz selbstverständlich auf Papier gedruckt wurden, werden inzwischen (auch) online publiziert. Und diese digitale Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Artikeln verändert selbstverständlich auch die Art und Weise des Umgangs mit ihnen. Die Effekte der Allzeit-Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen Doch ... <a title="Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? &#124; Werkstattnotiz 105" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/" aria-label="Mehr Informationen über Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? &#124; Werkstattnotiz 105">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/">Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? | Werkstattnotiz 105</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin: 5px 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Professor.jpg" alt="Professor" /><strong>In den letzten Jahren durchläuft das wissenschaftliche Publikationssystem eine kleine Revolution. All die Fachartikel, die über viele Forschergenerationen ganz selbstverständlich auf Papier gedruckt wurden, werden inzwischen (auch) online publiziert. </strong></p>
<p>Und diese digitale Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Artikeln verändert selbstverständlich auch die Art und Weise des Umgangs mit ihnen.</p>
<p><strong>Die Effekte der Allzeit-Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen</strong></p>
<p>Doch wie verändert sich die wissenschaftliche Arbeits- und Publikationspraxis, wenn man online in sekundenschnelle in riesigen Datenbanken recherchieren kann, anstatt mühsam in Bibliotheken nach den gewünschten Quellen zu suchen? Klar ist, daß inzwischen Online-Artikel mit einer höheren Wahrscheinlichkeit rechnen dürfen zitiert zu werden, als Artikel, die nicht digital verfügbar sind.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Befinden wir uns auf dem Weg hin zu einer Schmalspurwissenschaft?</span></h4>
<p>Aber welche Effekte bringt diese digitale Publikationskultur außerdem mit sich? Der Wissenschaftssoziologe James A. Evans hat in der letzten Ausgabe von Science die spannenden Ergebnisse einer Untersuchung präsentiert, die den Veränderungen der akademischen Zitierkultur nachspürt.</p>
<p>Und sein Fazit ist erstaunlich:</p>
<blockquote><p>Searching online is more efficient and following hyperlinks quickly puts researchers in touch with prevailing opinion, but<sup> </sup>this may accelerate consensus and narrow the range of findings and ideas built upon.</p></blockquote>
<p>Führt die verführerische Allzeitverfügbarkeit von Onlinequellen, die Volltextsuche und das Springen von Link zu Link, tatsächlich dazu, daß immer weniger Artikel rezipiert und zitiert werden? Wie ist es &#8211; sollte Evans rechthaben &#8211; zu erklären, daß Autoren noch stärker als in früheren Tagen dazu neigen, sich auf immer dieselben Quellen zu beziehen? Wäre es nicht erstaunlich, daß ausgerechnet das angeblich so egalitäre Medium Internet durch die Hintertür doch nur wieder neue Autoritäten und gegenseitige Verstärkungseffekte nach sich zöge?</p>
<p><strong>Über die Frage, wer, wen, wann zitiert</strong></p>
<p>Alle, die diese Frage für nebensächlich halten, seien daran erinnert, daß die Publikations- und Zitierkultur für die Wissenschaft absolut maßgeblich ist. Denn schließlich ist die Rezeption eines wissenschaftlichen Beitrags ein wesentliches Qualitätsmoment der jeweiligen Fachdisziplin. Und die Rezeption ist am Citationsindex ablesbar &#8211; der neben dem Peer-Review-Verfahren insofern tatsächlich zur Absicherung von Standards dient.</p>
<h4><span class="pullquote">Führt die elektronische Verfügbarkeit von Publikationen dazu, daß immer nur dieselben Artikel rezipiert werden?</span></h4>
<p>Wenn aber allein die Tatsache, daß immer mehr Publikationen online verfügbar sind, dazu führt, daß wir die oben skizzierten Verzerrungseffekte haben, ist das sicher eine Entwicklung, die nicht unbedingt wünschenswert ist.</p>
<p>Denn gerade in Disziplinen, in denen die &#8222;Halbwertzeit&#8220; von Publikationen recht gering ist und schon nach kurzer Frist der einzelnen Publikation kaum mehr Beachtung geschenkt wird, sinkt die &#8222;Chance&#8220; von spannenden Publikationen überhaupt wahrgenommen zu werden, noch stärker. Wenn alle nur noch dieselben Artikel lesen und zitieren, ist das jedenfalls nicht im Sinne einer vielfältigen und v.a. innovativen wissenschaftlichen Kultur.</p>
<p><strong>Dem Herdentrieb entgegenwirken?</strong></p>
<p>Wie gesagt: die Ergebnisse von Evans sind irritierend &#8211; wenn sie zutreffen, sollte man sich ernsthaft überlegen, ob man hier geeignete Strategien ergreifen kann, um diesem &#8222;Herdentrieb&#8220; entgegenzuwirken.</p>
<p>Bei Markus von &#8222;Relativ einfach&#8220; und Bora Zivkovic von &#8222;Blog around the clock&#8220; wird auch über diese Fragen diskutiert:</p>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Zivkovic, Bora: <a href="http://scienceblogs.com/clock/2008/07/electronic_publication_and_the.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electronic Publication and the Narrowing of Science and Scholarship.  Really?,</a> Blog around the clock, 19.7.2008</li>
<li>Pössel, Markus: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/relativ-einfach/wissenschaft-und-internet/2008-07-21/wissenschaftliches-zitieren-elektronischer-herdentrieb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftliches Zitieren: Elektronischer Herdentrieb</a>, Relativ einfach, 21.7.2008</li>
<li>James A. Evans: <a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/321/5887/395" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electronic Publication and the Narrowing of Science and Scholarship,</a> Science 18 July 2008, Vol. 321. no. 5887, pp. 395 &#8211; 399, DOI: 10.1126/science.1150473</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Open+Access">Open Access</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Publikationen">Publikationen</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Citations">Citations</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/">Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? | Werkstattnotiz 105</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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