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	<title>Open Access Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Open Access Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton &#124; Werkstattnotiz LXXI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2008 16:32:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor drei Wochen gab die geisteswissenschaftliche Fakultät der Harvard Universität bekannt, daß man einen zentralen Publikationsserver einrichten werde, der alle Artikel der Wissenschaftler gemäß des Open-Access-Prinzips bereitstellen wird. Diese Nachricht wurde von Sympathisanten der Open-Access-Bewegung erfreut zu Kenntnis genommen. Denn der Symbolwert dieser Entscheidung ist nicht zu unterschätzen. Nun äußert sich Robert Darnton, der Harvard-Bibliotheksdirektor, ... <a title="&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton &#124; Werkstattnotiz LXXI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton &#124; Werkstattnotiz LXXI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/">&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton | Werkstattnotiz LXXI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor drei Wochen gab die geisteswissenschaftliche Fakultät der Harvard Universität bekannt, daß man einen zentralen Publikationsserver einrichten werde, der alle Artikel der Wissenschaftler gemäß des Open-Access-Prinzips bereitstellen wird. <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/19/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/" rel="noopener noreferrer">Diese Nachricht</a> wurde von Sympathisanten der Open-Access-Bewegung erfreut zu Kenntnis genommen. Denn der Symbolwert dieser Entscheidung ist nicht zu unterschätzen. Nun äußert sich Robert Darnton, der Harvard-Bibliotheksdirektor, zu den Hintergründen.</strong> </p>
<h4 class="pullquote_left"> Das Interview mit dem Harvard-Bibliotheks-Chef Darnton ist informativ und irritierend zugleich: ist der Mann wirklich so wankelmütig oder hat man bei der Übersetzung den Interviewtext verhunzt? <br /></h4>
<p>Das heute in der FAZ erschienene Interview mit dem Buchhistoriker und Bibliothekschef Darnton ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Einerseits werden einige wichtige Aspekte und Fehlentwicklungen des akademischen Publikationskultur angesprochen, andererseits sind Präsentation und einige Aussagen des Interviews etwas fragwürdig. </p>
<p>Denn anstatt zu differenzieren und für mehr Aufklärung zu sorgen, werden Äpfel fröhlich mit Birnen vermischt und bei einigen Passagen bin ich mir nicht sicher, ob Jordan Mejias &#8211; der das Gespräch führte &#8211; alles richtig verstanden hat oder ob es &quot;nur&quot; Übersetzungsfehler sind. </p>
<p>Aber der Reihe nach &#8211; wie gesagt: am 12. Februar gab die &quot;Faculty of Arts und Science der Harvard University&quot; bekannt, daß künftig alle Artikel ihrer Mitarbeiter obligatorisch auf einem sog. &quot;Institutional Repository&quot; zugänglich gemacht werden. Sollte ein Wissenschaftler bereits anderweitig Vereinbarungen mit Verlagen getroffen haben, so muß er dies dem Dekan der Fakultät anzeigen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/#footnote_0_203" id="identifier_0_203" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Modell funktioniert also nach einem sog. &quot;Opt-Out-Prinzip&quot;. Wer nicht teilnehmen will, mu&szlig; dies aktiv mitteilen.">1</a> Es ist also zu erwarten, daß ein überragender Teil aller Fachartikel der Fakultätsmitglieder künftig weltweit und unentgeltlich verfügbar ist. </p>
<p>In der New York Times wurde Darnton vor drei Wochen <a target="_blank" href="http://www.nytimes.com/2008/02/12/books/12publ.html?_r=1&amp;oref=slogin" rel="noopener noreferrer">folgendermaßen zitiert</a>:&nbsp;</p>
<blockquote><p>“In place of a closed, privileged and costly system, it will help open up the world of learning to everyone who wants to learn,” said Robert Darnton, director of the university library. “It will be a first step toward freeing scholarship from the stranglehold of commercial publishers by making it freely available on our own university repository.”</p></blockquote>
<p>Soweit ich sehe nimmt das heutige FAZ-Interview ebenfalls v.a. auf diese Entscheidung und die Open-Access-Initiative Bezug. Allerdings lautet der einführende Absatz folgendermaßen:</p>
<blockquote><p>Die Bibliothek der Harvard University will ihre Bücher und Zeitschriften fast unbegrenzt im Internet zugänglich machen.</p></blockquote>
<p>Das ist leider ziemlich irreführend. Denn es geht aktuell vorrangig um die Etablierung eines Open-Access-Servers, der <u>alle neu erscheinenden Fachartikel</u> der Harvard-Wissenschaftler enthält und verfügbar macht. Der Bücher und Zeitschriftenbestand ist davon grundsätzlich zu unterscheiden. Zwar kooperiert Harvard mit Google, das einem bestimmten Teil der Bibliothek digitalisiert, aber dabei handelt es sich meines Wissens um gerade 40.000 Titel, die &#8211; was ebenfalls logisch ist &#8211; älteren Datums sind und somit keine bestehenden Urheberrechte mehr verletzen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/#footnote_1_203" id="identifier_1_203" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In einem der letzten Abs&auml;tze kommt das Gespr&auml;ch auch kurz darauf und Darnton erw&auml;hnt, da&szlig; man eben Titel digitalisiere, deren Urheberreche nicht mehr problematisch seien&hellip;">2</a></p>
<p><strong>Mehr Klarheit bitte!</strong> </p>
<p>Ich habe mich kurz nochmal schlau gemacht, aber soweit ich sehe, gibt es keine neuen Initiativen, die eine Digitalisierung der gesamten Harvard-Bibliothek vorsehen. Insofern finde ich es etwas rätselhaft, wieso die FAZ diesen Aspekt als &quot;Aufmacher&quot; hernimmt. </p>
<p>Nochmal zur Klarheit: es gibt einerseits den Bestand der Harvard-Bibliothek, also alle Bücher und Zeitschriften, die diese über Jahrzehnte angeschafft und archiviert hat. Davon werden manche Titel digitalisiert und somit online verfügbar gemacht. Andererseits gibt es die Entscheidung einer (!) Fakultät, daß künftig die jeweiligen Artikel der eigenen (!) Wissenschaftler primär gemäß des Open-Access-Prinzips publiziert werden. Das eine hat, liebe FAZ, mit dem anderen so gut wie nichts zu tun! </p>
<p>Im Interview geht es dann &#8211; was kaum verwundert &#8211; um die jüngste Entscheidung, die eben das Open-Access-Modell weiter populär macht. Robert Darnton erläutert:</p>
<blockquote><p>Denn genau wie eine große Universitätsbibliothek ihre Bestände dem Rest der Welt durch Digitalisierung zugänglich machen sollte, woran wir zurzeit hart arbeiten, sollten auch Forschungsergebnisse frei verfügbar sein. Diese Richtung hat auch zum Ziel, Harvard zu ermuntern, weniger nach innen als nach außen zu blicken. Wir wollen unseren intellektuellen Reichtum mit allen teilen.</p></blockquote>
<p>Das ist schön gesagt und man kann ihm nur zustimmen. Für Stirnrunzeln sorgt bei mir dann aber folgende Passage &#8211; es geht darum, daß die Wissenschaftler ja nicht verpflichtet werden, auf dem Fakultätsserver zu publizieren, es also immer noch eine freiwillige Entscheidung ist: </p>
<blockquote><p>Den Hintergrund dafür bilden die eskalierenden Preise akademischer Zeitschriften, was eine Bedrohung für das Wesen der Forschung darstellt. Es wäre falsch, unseren Gang ins Internet als Deklaration gegen die Verlage zu verstehen, die teure Zeitschriften herausgeben. Sie werden ihre Verfahrensweise nicht ändern, nur weil Harvard jetzt ein „Open access“-Depot hat.</p></blockquote>
<p>Was jetzt? Darnton kritisiert einerseits die &quot;<em>eskalierenden Preise akademischer Zeitschriften</em>&quot;, redet im Interview mit der New York Times (s.o.) gar vom &quot;Würgegriff&quot; der Verlage, möchte aber die Initiative dennoch nicht als Kritik an der Verlagspolitik verstanden wissen? Wieso ist der Junge so unentschieden? Denn kurz darauf gibt er zu Protokoll: </p>
<blockquote><p>Wir wollen nicht die Zeitschriftenpreise unter Druck setzen, wir wollen die Natur des Kommunikationssystems in der Welt des Lernens verändern. Einige hier in Harvard haben nun gesagt: Vielleicht sind die Zeitschriften von Elsevier und Springer und Wiley ja wirklich zu teuer, aber wie steht es um die kleinen Forschungsjournale und die Organisationen, die sie herausgeben? Müssten die nicht Abonnenten verlieren, wenn Harvard Artikel frei zum Herunterladen anbietet?</p></blockquote>
<p>Tja, wirklich schlau werde ich aus diesen Ausführungen nicht. Einerseits will man &quot;<em>die Natur des Kommunikationssystems in der Welt des Lernens verändern</em>&quot; (dafür erhält er von meiner Seite aus Applaus), aber er dementiert, daß man die die Zeitschriftenpreise damit unter Druck setzen wolle, obwohl er zwei Absätze zuvor noch sagte, daß diese eine &quot;<em>Bedrohung für das Wesen der Forschung</em>&quot; darstellen? So ganz kann ich es nicht glauben, daß Herr Darnton so verwirrtes Zeug erzählt. Denn kurz darauf wird er wieder zum Visionär &#8211; zumindest fast:</p>
<blockquote><p>In zehn Jahren könnten, nach dem Vorbild von Harvard, alle wichtigen Forschungsbibliotheken „Open access“-Depots haben. Damit hätten wir eine völlig andere Lage. Für die kleinen Zeitschriften wäre das höchst gefährlich. Aber bis dahin wird sich die gesamte Forschungslandschaft verändern, werden neue wissenschaftliche Komplikationen auftreten. Es ist wenig ergiebig, über eine Zukunft nachzudenken, die wir uns nur schwer vorstellen können.</p></blockquote>
<p>Der Aspekt mit den kleineren Verlagen ist bedenkenswert, aber den letzten Satz finde ich ja köstlich, denn er redet über eine Zeitspanne von 10 Jahren und weigert sich darüber nachzudenken, wie dann das Publikationswesen strukturiert sein könnte? Seltsam. Ansonsten erzählt er noch vernünftige Sachen und weist darauf hin, daß uns vermutlich eher eine Koexistenz von gedruckten und Online-Texten bevorsteht und das Ende der Gutenberg-Kultur also noch auf sich warten läßt. </p>
<blockquote><p>Altes und Neues koexistieren oft in einer Art Äquilibrium, die immerfort im Wandel ist. Ich könnte mir vorstellen, dass elektronische und gedruckte Veröffentlichungen gut miteinander auskommen, ja einander stärken, dass der revolutionäre Wandel also nicht zur Vernichtung einer bewährten Technik führen muss. </p></blockquote>
<p>Tja, insgesamt ein lesenswertes Interview, wenn auch einige Ungereimtheiten bestehen bleiben. Wer mag sich bei der FAZ erkundigen, ob sie das Gespräch durch den Redaktionspraktikanten haben übersetzen lassen? ;-)&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />&nbsp;</p>
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EE3C97B805E8F455699394FC307B81D71~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Wir wollen unseren geistigen Reichtum teilen</a>, Interview mit Robert Darnton, FAZ, 3.3.2008</li>
<li>Patricia Cohen: <a target="_blank" href="http://www.nytimes.com/2008/02/12/books/12publ.html?_r=1&amp;oref=slogin" rel="noopener noreferrer">At Harvard, a Proposal to Publish Free on Web</a>, New York Times, 12.2.2008</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/19/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/" rel="noopener noreferrer">Ein kleiner Schritt für Harvard, ein großer Schritt für die freie Wissenschaft</a> » Eine Harvard-Fakultät stellt Publikationen auf einem Open-Access-Server zur Verfügung | Werkstattnotiz LXVIII, 19.2.2008</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_203" class="footnote">Das Modell funktioniert also nach einem sog. &quot;Opt-Out-Prinzip&quot;. Wer nicht teilnehmen will, muß dies aktiv mitteilen.</li><li id="footnote_1_203" class="footnote">In einem der letzten Absätze kommt das Gespräch auch kurz darauf und Darnton erwähnt, daß man eben Titel digitalisiere, deren Urheberreche nicht mehr problematisch seien&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/den-intellektuellen-reichtum-teilen-die-zukunft-des-open-access-modells-und-die-mutlosigkeit-von-robert-darnton-werkstattnotiz-lxxi/">&#8222;Den intellektuellen Reichtum teilen&#8220; &#8211; Die Zukunft des Open-Access-Modells und die Mutlosigkeit von Robert Darnton | Werkstattnotiz LXXI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? &#124; Werkstattnotiz 105</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 10:35:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Jahren durchläuft das wissenschaftliche Publikationssystem eine kleine Revolution. All die Fachartikel, die über viele Forschergenerationen ganz selbstverständlich auf Papier gedruckt wurden, werden inzwischen (auch) online publiziert. Und diese digitale Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Artikeln verändert selbstverständlich auch die Art und Weise des Umgangs mit ihnen. Die Effekte der Allzeit-Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen Doch ... <a title="Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? &#124; Werkstattnotiz 105" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/" aria-label="Mehr Informationen über Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? &#124; Werkstattnotiz 105">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/">Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? | Werkstattnotiz 105</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin: 5px 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Professor.jpg" alt="Professor" /><strong>In den letzten Jahren durchläuft das wissenschaftliche Publikationssystem eine kleine Revolution. All die Fachartikel, die über viele Forschergenerationen ganz selbstverständlich auf Papier gedruckt wurden, werden inzwischen (auch) online publiziert. </strong></p>
<p>Und diese digitale Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Artikeln verändert selbstverständlich auch die Art und Weise des Umgangs mit ihnen.</p>
<p><strong>Die Effekte der Allzeit-Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen</strong></p>
<p>Doch wie verändert sich die wissenschaftliche Arbeits- und Publikationspraxis, wenn man online in sekundenschnelle in riesigen Datenbanken recherchieren kann, anstatt mühsam in Bibliotheken nach den gewünschten Quellen zu suchen? Klar ist, daß inzwischen Online-Artikel mit einer höheren Wahrscheinlichkeit rechnen dürfen zitiert zu werden, als Artikel, die nicht digital verfügbar sind.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Befinden wir uns auf dem Weg hin zu einer Schmalspurwissenschaft?</span></h4>
<p>Aber welche Effekte bringt diese digitale Publikationskultur außerdem mit sich? Der Wissenschaftssoziologe James A. Evans hat in der letzten Ausgabe von Science die spannenden Ergebnisse einer Untersuchung präsentiert, die den Veränderungen der akademischen Zitierkultur nachspürt.</p>
<p>Und sein Fazit ist erstaunlich:</p>
<blockquote><p>Searching online is more efficient and following hyperlinks quickly puts researchers in touch with prevailing opinion, but<sup> </sup>this may accelerate consensus and narrow the range of findings and ideas built upon.</p></blockquote>
<p>Führt die verführerische Allzeitverfügbarkeit von Onlinequellen, die Volltextsuche und das Springen von Link zu Link, tatsächlich dazu, daß immer weniger Artikel rezipiert und zitiert werden? Wie ist es &#8211; sollte Evans rechthaben &#8211; zu erklären, daß Autoren noch stärker als in früheren Tagen dazu neigen, sich auf immer dieselben Quellen zu beziehen? Wäre es nicht erstaunlich, daß ausgerechnet das angeblich so egalitäre Medium Internet durch die Hintertür doch nur wieder neue Autoritäten und gegenseitige Verstärkungseffekte nach sich zöge?</p>
<p><strong>Über die Frage, wer, wen, wann zitiert</strong></p>
<p>Alle, die diese Frage für nebensächlich halten, seien daran erinnert, daß die Publikations- und Zitierkultur für die Wissenschaft absolut maßgeblich ist. Denn schließlich ist die Rezeption eines wissenschaftlichen Beitrags ein wesentliches Qualitätsmoment der jeweiligen Fachdisziplin. Und die Rezeption ist am Citationsindex ablesbar &#8211; der neben dem Peer-Review-Verfahren insofern tatsächlich zur Absicherung von Standards dient.</p>
<h4><span class="pullquote">Führt die elektronische Verfügbarkeit von Publikationen dazu, daß immer nur dieselben Artikel rezipiert werden?</span></h4>
<p>Wenn aber allein die Tatsache, daß immer mehr Publikationen online verfügbar sind, dazu führt, daß wir die oben skizzierten Verzerrungseffekte haben, ist das sicher eine Entwicklung, die nicht unbedingt wünschenswert ist.</p>
<p>Denn gerade in Disziplinen, in denen die &#8222;Halbwertzeit&#8220; von Publikationen recht gering ist und schon nach kurzer Frist der einzelnen Publikation kaum mehr Beachtung geschenkt wird, sinkt die &#8222;Chance&#8220; von spannenden Publikationen überhaupt wahrgenommen zu werden, noch stärker. Wenn alle nur noch dieselben Artikel lesen und zitieren, ist das jedenfalls nicht im Sinne einer vielfältigen und v.a. innovativen wissenschaftlichen Kultur.</p>
<p><strong>Dem Herdentrieb entgegenwirken?</strong></p>
<p>Wie gesagt: die Ergebnisse von Evans sind irritierend &#8211; wenn sie zutreffen, sollte man sich ernsthaft überlegen, ob man hier geeignete Strategien ergreifen kann, um diesem &#8222;Herdentrieb&#8220; entgegenzuwirken.</p>
<p>Bei Markus von &#8222;Relativ einfach&#8220; und Bora Zivkovic von &#8222;Blog around the clock&#8220; wird auch über diese Fragen diskutiert:</p>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Zivkovic, Bora: <a href="http://scienceblogs.com/clock/2008/07/electronic_publication_and_the.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electronic Publication and the Narrowing of Science and Scholarship.  Really?,</a> Blog around the clock, 19.7.2008</li>
<li>Pössel, Markus: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/relativ-einfach/wissenschaft-und-internet/2008-07-21/wissenschaftliches-zitieren-elektronischer-herdentrieb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftliches Zitieren: Elektronischer Herdentrieb</a>, Relativ einfach, 21.7.2008</li>
<li>James A. Evans: <a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/321/5887/395" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electronic Publication and the Narrowing of Science and Scholarship,</a> Science 18 July 2008, Vol. 321. no. 5887, pp. 395 &#8211; 399, DOI: 10.1126/science.1150473</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Open+Access">Open Access</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Publikationen">Publikationen</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Citations">Citations</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/elektronische-publikationen-als-totengraeber-akademischer-vielfalt-werkstattnotiz-105/">Elektronische Publikationen als Totengräber akademischer Vielfalt? | Werkstattnotiz 105</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der weite Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung » Hürden auf dem Weg zu Open Access &#124; Werkstattnotiz XLI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Nov 2007 11:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/30/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und meist überaus skeptisch gegenüber Neuem. Und  diese allgegenwärtige Trägheit und Risikoaversion, das bisweilen panische Festhalten an erprobten Lösungen ist selbstverständlich in fast allen Milieus anzutreffen, hier macht die Wissenschaft keine Ausnahme. Besonders deutlich wird die Zurückhaltung, wenn es um Innovationen im akademischen Betrieb geht, so etwa bei der Frage ... <a title="Der weite Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung » Hürden auf dem Weg zu Open Access &#124; Werkstattnotiz XLI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/" aria-label="Mehr Informationen über Der weite Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung » Hürden auf dem Weg zu Open Access &#124; Werkstattnotiz XLI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/">Der weite Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung » Hürden auf dem Weg zu Open Access | Werkstattnotiz XLI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und meist überaus skeptisch gegenüber Neuem. Und  diese allgegenwärtige Trägheit und Risikoaversion, das bisweilen panische Festhalten an erprobten Lösungen ist selbstverständlich in fast allen Milieus anzutreffen, hier macht die Wissenschaft keine Ausnahme. Besonders deutlich wird die Zurückhaltung, wenn es um Innovationen im akademischen Betrieb geht, so etwa bei der Frage der wissenschaftlichen Publikationspraxen.</strong></p>
<p>Denn die Art und Weise, wie und wo Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse publizieren, ist beileibe nicht zufällig und beliebig, sondern das Ergebnis einer langen Entwicklung. Über viele Wissenschaftlergenerationen hinweg hat man sich daran gewöhnt, daß es einerseits Monographien gibt, die meist als wissenschaftliche Qualifikationsschriften entstehen und daß andererseits das Tagesgeschäft über wissenschaftliche Fachartikel abgewickelt wird.</p>
<h4 class="pullquote_left">Alles wie immer: wer etwas in der Wissenschaft gelten will, muß in den renommierten Journals mit hohen Impact-Faktoren publizieren.</h4>
<p>Und so stellen die Artikel in (möglichst renommierten) Fachzeitschriften das zentrale Medium dar. Sie sind erstens Medium für die Selbstverständigung der Wissenschaft: wer am Fachdiskurs teilnehmen will, hat sich auf die aktuellen Beiträge in den relevanten Journals zu beziehen. Und zweitens Medium und zentrale Währung für den Reputationserwerb: wer es in der Wissenschaft zu etwas bringen will, kommt nicht umhin, die Länge und Qualität seiner Publikationsliste zu optimieren.</p>
<p><strong>Festgefahrene Strukturen, Macht der traditionellen Verlage </strong></p>
<p>Diese traditionellen Publikationsgepflogenheiten haben sich freilich auch (infra-)strukturell verfestigt: die wissenschaftlichen (Fach-)Verlage haben längst eine solch dominante Marktposition, so daß sie ihre Journals zu teilweise horrenden Preisen an die (wissenschaftlichen) Bibliotheken verkaufen können. Kein Wunder, daß die Inhaber dieser Gelddruckmaschinen höchst mißtrauisch alle Tendenzen beäugen, die eine Stärkung der Open-Access-Bewegung fördern.</p>
<h4 class="pullquote">Idealistische Open-Access-Pioniere werden bestraft: wer sich als Wegbereiter der Bewegung betätigt, geht Karriererisiken ein.</h4>
<p>Open-Access &#8211; also der freie, unentgeltliche Online-Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen &#8211; ist ein faszinierendes Konzept. Allein die Beharrungskräfte des wissenschaftlichen Publikationssystems und die Trägheit jedes einzelnen Wissenschaftlers stehen einem durchgreifenden Erfolg entgegen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/#footnote_0_145" id="identifier_0_145" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Lobbyarbeit der Wissenschaftsverlage ist zwar machtvoll, w&auml;re aber zu vernachl&auml;ssigen, wenn die Mehrheit der Forscher sich einig w&auml;re und fortan in OA-Journals (bspw. mit Open-Peer-Review) ver&ouml;ffentlichte.">1</a> Aber hier gilt wie anderswo: Pioniergeist wird selten belohnt.</p>
<p>Denn das schlagkräftigste und perfideste Argument gegen Open Access sind die bestehenden Strukturen. Und diese Strukturen belohnen derzeit eben eine &#8222;konservative&#8220; Publikationsstrategie, die gewinnmaximierend auf die etablierten Journals setzt. Kein Wunder: schließlich stabilisieren sich diese Strukturen wesentlich durch die Reputation konkreter Personen/Institutionen, die diese just über Veröffentlichung in den fraglichen Journals mit hohen <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Impact_Factor" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Impact-Faktoren </a>erworben haben. In Kurzform: man kann jedem Wissenschaftler nur raten, in den maximal hoch bewerten Zeitschriften zu publizieren und dazu gehören bislang eben kaum Open-Access-Zeitschriften. Und dies wird sich erst ändern, wenn ausreichend viele OA-Journals mit attraktiven ImpactFactoren glänzen könnten, die sie wiederum erst erreichen, wenn auch die relevanten Arbeiten dort erscheinen, was allerdings erst der Fall sein wird, wenn&#8230;</p>
<p><strong>Eine Idee für gut befinden, heißt noch nicht, daß man sich auch für sie einsetzt </strong></p>
<p>Und so kann es kaum überraschen, daß man bei der Befragung einzelner Wissenschaftler zu ihrem Publikationverhalten feststellt, daß hier Einstellung und Verhalten nur sehr schwach miteinander korrelieren. D.h. konkret: auch wenn Forscher die Open-Access-Idee gutheißen, so bedeutet das keineswegs, daß sie selbst in Open-Access-Zeitschriften publizieren. Hier ist jedem einzelnen Wissenschaftler das Hemd näher als der Rock.</p>
<h4 class="pullquote">2/3 der Wissenschaftler ist die Möglichkeit der Open-Access-Publikation zwar bewußt, genutzt wird sie allerdings nur von einem Bruchteil.</h4>
<p>Eine Studie der University of California<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/#footnote_1_145" id="identifier_1_145" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dazu wurden die Publikationsgewohnheiten von &uuml;ber 1.100 wissenschaftlichen Mitarbeitern der UC an 10 verschiedenen Standorten abgefragt. Befragungszeitraum Ende 2006, Ver&ouml;ffentlichung der Ergebnisse August 2007. Link zur Website s. Linkempfehlung.">2</a> hat diese mißliche Situation nun wieder einmal bestätigt: denn während sich fast 2/3 der befragten Wissenschaftler zwar grundsätzlich offen für alternative Publikationsformen und Open-Access-Modelle zeigten, waren es nur rund 1/5, die bereits einmal in solchen Zeitschriften publiziert haben.</p>
<blockquote><p>Faculty see their own and their peers’ publishing as the critical currency of scholarship and academic success, and in so doing overwhelmingly rely on traditional forms of publishing, such as peer-reviewed journals and monographs. Faculty also tend to believe in traditional measures such as citations and impact factor as proxies for the value of research. They also believe in peer review as an effective mechanism for maintaining the quality of published scholarship.  There is limited but significant use of alternative forms of scholarship, with 21% of faculty having published in open-access journals, and 14% having posted peer-reviewed articles in institutional repositories or disciplinary repositories.</p></blockquote>
<p>Die grundsätzliche Bereitschaft bzw. die Einsicht, daß man alternativ in Open-Access-Journals veröffentlichen könnte, reicht alleine also noch lange nicht aus. Die Verhaltensänderung ist von weiteren Faktoren abhängig. Eines der Hauptargumente, das in diesem Zusammenhang leider immer wieder bemüht wird, ist das der angeblich geringeren Qualität von Online- bzw. OA-Journals. Und gar die Furcht vor einer Publikations-Inflation und einem Qualitätsverlust macht offenbar die Runde:</p>
<blockquote><p>Consistently throughout the survey’s free-form comments, faculty indicated that they want to preserve the quality of published works, regardless of the form or venue.  Many respondents voiced concerns that new forms of scholarly communication, such as open-access journals or repositories, might produce a flood of low-quality output.   Faculty showed broad and strong loyalty to the current peer-review system as the primary means of ensuring the quality of published works now and in the future, regardless of form or venue.</p></blockquote>
<p>Genug Arbeit also für die Verfechter des OA-Modells, um hier aufzuklären. Denn daß Open-Access und Peer-Review durchaus zusammengehen, sollte man Wissenschaftlern doch plausibel machen können, oder? ;-)</p>
<p>Solange das nicht gelingt, wird Open Access weiterhin eine randständige Rolle spielen. Und insofern ist der Schlußfolgerung der US-Studie für den jetzigen Zeitpunkt auch vorbehaltlos zuzustimmen:</p>
<blockquote><p>Such publishing appears to be seen as supplementing rather than substituting for traditional forms of publication.</p></blockquote>
<p>Es wäre dennoch schön, wenn Open Access in wenigen Jahren nicht nur ergänzend gesehen würde, sondern wirklich eine Alternative darstellt. Die Möglichkeiten dazu sind gegeben. Nun gilt es, nur noch die Vorbehalte auszuräumen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><em>Link zur Studie:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://osc.universityofcalifornia.edu/responses/activities.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Faculty Attitudes and Behaviors Regarding Scholarly Communication</a>: Survey Findings from the University Of California <em>[auf der Website können der gesamte Bericht, sowie ein PDF-Summary heruntergeladen werden]</em></li>
</ul>
<p><em>Viele weitere Infos zu Open Access:</em></p>
<ul>
<li>Open Access-Informationsplattform: <a href="http://openaccess-germany.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.openaccess-germany.de</a></li>
</ul>
<p><em>Aufsatzempfehlung:</em></p>
<ul>
<li>Mruck, Katja, Gradmann, Stefan &amp; Mey, Günter (2004, April). <a href="http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-04/2-04mrucketal-d.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Access: Wissenschaft als Öffentliches Gu</a>t [32 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [Online Journal], 5(2), Art. 14.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_145" class="footnote">Die Lobbyarbeit der Wissenschaftsverlage ist zwar machtvoll, wäre aber zu vernachlässigen, wenn die Mehrheit der Forscher sich einig wäre und fortan in OA-Journals (bspw. mit Open-Peer-Review) veröffentlichte.</li><li id="footnote_1_145" class="footnote">Dazu wurden die Publikationsgewohnheiten von über 1.100 wissenschaftlichen Mitarbeitern der UC an 10 verschiedenen Standorten abgefragt. Befragungszeitraum Ende 2006, Veröffentlichung der Ergebnisse August 2007. Link zur Website s. Linkempfehlung.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/">Der weite Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung » Hürden auf dem Weg zu Open Access | Werkstattnotiz XLI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Ein kleiner Schritt für Harvard, ein großer Schritt für die freie Wissenschaft » Eine Harvard-Fakultät stellt Publikationen auf einem Open-Access-Server zur Verfügung &#124; Werkstattnotiz LXVIII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 21:55:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Wissenschaft bahnt sich eine kleine Revolution an: die Fakultät &#34;Arts and Sciences&#34; der Harvard University wird künftig die Artikel ihrer Mitarbeiter zur freien Verfügung im Internet bereitstellen. Das ist ein wichtiger Etappensieg der Open-Access-Bewegung. Und die wissenschaftlichen Großverlage fürchten um ihre Pfründe. Ist das der Anfang vom Ende der traditionsreichen Wissenschaftsverlage? Haben Springer, ... <a title="Ein kleiner Schritt für Harvard, ein großer Schritt für die freie Wissenschaft » Eine Harvard-Fakultät stellt Publikationen auf einem Open-Access-Server zur Verfügung &#124; Werkstattnotiz LXVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/" aria-label="Mehr Informationen über Ein kleiner Schritt für Harvard, ein großer Schritt für die freie Wissenschaft » Eine Harvard-Fakultät stellt Publikationen auf einem Open-Access-Server zur Verfügung &#124; Werkstattnotiz LXVIII">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Wissenschaft bahnt sich eine kleine Revolution an: die Fakultät &quot;Arts and Sciences&quot; der Harvard University wird künftig die Artikel ihrer Mitarbeiter zur freien Verfügung im Internet bereitstellen. Das ist ein wichtiger Etappensieg der Open-Access-Bewegung. Und die wissenschaftlichen Großverlage fürchten um ihre Pfründe.</strong> </p>
<h4 class="pullquote"> Ist das der Anfang vom Ende der traditionsreichen Wissenschaftsverlage? Haben Springer, Elsevier, Wiley und Co. das Spiel überreizt? <br /></h4>
<p> Die Meldung ist tatsächlich sehr bemerkenswert: denn ab April sollen alle Fakultäts-Mitglieder der Geisteswissenschaften<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/#footnote_0_199" id="identifier_0_199" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diese Fakult&auml;t macht den Anfang. Dem Vernehmen nach sollen weitere Fakult&auml;ten folgen.">1</a> ihre wissenschaftlichen Arbeiten sofort nach Fertigstellung einem Open-Access Universitäts-Repositorium übergeben. Sollten einzelne Autoren mit dieser Praxis nicht einverstanden sein, müssen sie dies dem Dekan der Fakultät mitteilen. </p>
<p>Im Regelfall werden also die Publikationen sofort unentgeltlich und weltweit als PDF abrufbar sein. Genauso, wie es die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Access" target="_blank" >Open-Access-Initiative</a> seit vielen Jahren fordert. </p>
<p>Die Fakultät <a href="http://www.fas.harvard.edu/home/news_and_events/releases/scholarly_02122008.html" target="_blank">teilte vor wenigen Tagen mit</a>:</p>
<blockquote><p>In a move to disseminate faculty research and scholarship more broadly, the Harvard University Faculty of Arts and Sciences voted today to give the University a worldwide license to make each faculty member&#8217;s scholarly articles available and to exercise the copyright in the articles, provided that the articles are not sold for a profit.</p></blockquote>
<p>Die Befürworter einer offenen, digitalisierten Wissenschaftskultur dürften frohlocken. Endlich macht ein relevanter Akteur im Wissenschaftsbetrieb den Schritt in die richtige Richtung. Die Presseerklärung von Harvard lautet weiter: </p>
<blockquote><p>&quot;This is a large and very important step for scholars throughout the country. It should be a very powerful message to the academic community that we want and should have more control over how our work is used and disseminated,&quot; added Shieber, James O. Welch, Jr. and Virginia B. Welch Professor of Computer Science.</p></blockquote>
<p>Genau dieser Gedanke, daß die Wissenschaftler bzw. die Universitäten endlich die Autonomie über ihre eigenen Texte und Forschungsergebnisse zurückgewinnen, ist von zentraler Bedeutung. Wirklich schön! Denn die letzten Jahre haben gezeigt, daß das Verlagssystem stark dazu neigt, seine Machtposition recht einseitig in ökonomischer Richtung auszunutzen. Will sagen: die Tatsache, daß bestimmte Journals sich über die Jahre die höchsten Impact-Faktoren erarbeitet haben, führte dazu, daß die Abonnentenpreise dieser Journals teilweise in astronomische Höhen stiegen. </p>
<p><strong>Befreiung aus dem Würgegriff der großen akademischen Fachverlage</strong></p>
<p>Das führte zur paradoxen Situation, daß wissenschaftliche Erkenntnisse, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden, unter das Copyright von privaten Fachverlagen fielen. Und diese verkauften die Nutzungslizenzen zu hohen Gebühren an die wiederrum öffentlich finanzierten Bibliotheken zurück.</p>
<p>Kein Wunder, daß sich nach der Ankündigung von Harvard sofort Widerspruch seitens der Verlage regte. Deren Argument: erst der Peer-Review-Prozeß werte die Arbeiten der einzelnen Autoren auf, so daß diese prominent plaziert und wahrgenommen werden könnten. Wie Alex Rühle heute in der Süddeutschen Zeitung schreibt, werden nun beiderseits scharfe argumentative Geschütze aufgefahren:</p>
<blockquote><p>Ian Russel, Chef der Oxforder Association of Learned and Professional Society Publishers etwa, sprach von einem &quot;unüberlegten Schritt&quot;, fehlerhaften Texten sei damit Tür und Tor geöffnet. Nicht umsonst gebe es in den Verlagen filigrane Lektoratsarbeit, wissenschaftliche Texte seien vor der Bearbeitung oftmals nicht mehr als &quot;Rohmaterial&quot;.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/#footnote_1_199" id="identifier_1_199" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leider nur in der Printausgabe &ndash; R&uuml;hle, Alex: Harvard online, SZ, 19.2.2008, S. 13">2</a></p></blockquote>
<p>Es wird also spannend, ob dieser Schritt Nachahmer finden wird. Ganz von der Hand zu weisen, ist der Einwand, daß ohne Peer-Review und ohne Lektorat die Qualität nicht gewährleistet werden kann, sicher nicht. Dafür gäbe es m.E. aber andere Möglichkeiten. Stichwort: Open-Peer-Review. Die wissenschaftlichen Standards und Qualität kann auch auf andere Weise aufrechterhalten werden. Dazu aber bei anderer Gelegenheit mehr.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />&nbsp;</p>
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>Pressemitteilung: <a href="http://www.fas.harvard.edu/home/news_and_events/releases/scholarly_02122008.html" target="_blank">Harvard To Collect, Disseminate Scholarly Articles For Faculty</a></li>
<li>Dt. Ärzteblatt: <a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=31408" target="_blank">Offener Zugang zu Studienergebnissen an Harvard-Universität</a>, 18.2.2008</li>
<li>Heise news: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/103723/" target="_blank">Harvard-Fakultät schafft offenen Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten</a>, 19.2.2008 </li>
</ul>
<p><strong><em>Verwandter Wissenswerkstattartikel:</em></strong></p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/30/der-weite-weg-von-der-einstellungs-zur-verhaltensaenderung-huerden-auf-dem-weg-zu-open-access-werkstattnotiz-xli/">Der weite Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung</a> » Hürden auf dem Weg zu Open Access | Werkstattnotiz XLI, 30.11.2007 </li>
</ul>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_199" class="footnote">Diese Fakultät macht den Anfang. Dem Vernehmen nach sollen weitere Fakultäten folgen.</li><li id="footnote_1_199" class="footnote">Leider nur in der Printausgabe &#8211; Rühle, Alex: Harvard online, SZ, 19.2.2008, S. 13</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/ein-kleiner-schritt-fuer-harvard-ein-grosser-schritt-fuer-die-freie-wissenschaft-eine-harvard-fakultaet-stellt-publikationen-auf-einem-open-access-server-zur-verfuegung-werkstattnotiz-lxviii/">Ein kleiner Schritt für Harvard, ein großer Schritt für die freie Wissenschaft » Eine Harvard-Fakultät stellt Publikationen auf einem Open-Access-Server zur Verfügung | Werkstattnotiz LXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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