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	<title>Mediengesellschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 28 Feb 2019 18:37:02 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Mediengesellschaft Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2008 10:39:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftliche Blogs haben in den letzten Monaten einen deutlichen Aufmerksamkeitszuwachs erzielt. Das ist einerseits am Anstieg der Besucherzahlen, andererseits an der stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Blogs abzulesen. Die Zeiten, in denen Wissenschaftsblogger in der Blogosphäre als Exoten galten, sind vorbei. 1 Und auch der Wissenschaftsjournalismus entdeckt allmählich, daß sich Wissenschaftskommunikation in und durch das Web ... <a title="Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/" aria-label="Mehr Informationen über Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/">Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px; float: right;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Werkstatt_01.jpg" alt="Werkstatt" width="185" height="179" /><strong>Wissenschaftliche Blogs haben in den letzten Monaten einen deutlichen Aufmerksamkeitszuwachs erzielt. Das ist einerseits am Anstieg der Besucherzahlen, andererseits an der stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Blogs abzulesen. Die Zeiten, in denen Wissenschaftsblogger in der Blogosphäre als Exoten galten, sind vorbei. </strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_0_258" id="identifier_0_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was sicher auch damit zu tun hat, da&szlig; mit den beiden Blogportalen Scilogs und Scienceblogs, sowie dem Wissenschafts-Caf&eacute; inzwischen drei zentrale Anlaufstellen bzw. Gravitationszentren entstanden sind. Und auch die steigende Technorati-Werte &ndash; vgl. die aktuellen Charts &ndash; sind ein Indiz hierf&uuml;r.">1</a></p>
<p>Und auch der Wissenschaftsjournalismus entdeckt allmählich, daß sich Wissenschaftskommunikation in und durch das Web 2.0 verändert. Von einem eher konventionellen (wissenschafts-)journalistischen Standpunkt aus, ist es sicher gewöhnungsbedürftig, daß Wissenschaftler u.a. in ihren Blogs direkt und offensiv den Kontakt zum interessierten Publikum suchen. Allerdings wird auch erkannt, daß hier sowohl für den Journalismus, als auch für die Wissenschaftler spannende Chancen verborgen sind.</p>
<p>Am 2. Juli 2008 findet in Darmstadt ein &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220; statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen und Themensuche für die Podiumsdiskussionen und Vorträge. In diesem Zusammenhang haben mir die Studenten des <a href="http://www.wj.h-da.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studiengangs Wissenschaftsjournalismus</a> einige spannende Fragen gestellt.</p>
<p>Hier also das &#8222;Interview&#8220; mit meinen <strong>Antworten rund um wissenschaftliches Bloggen</strong>, die Motivation und die anvisierte Zielgruppe. Außerdem geht es um die Klärung, ob möglicherweise die journalistische Ressortaufteilung antiquiert ist, <strong>weshalb Wissenschaftsblogs eine Zumutung sind</strong>, aber dennoch immer noch besser als ein Wissenschaftsjournalismus, der am Agenturtropf hängt:</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span><strong>Wer sind die Nutzer Ihrer Internetseiten, bzw. von Blogs im Allgemeinen?</strong></em></span></p>
<p>Gute Frage, wenn ich das nur wüßte. ;-) Die bloßen Statistiken über die Anzahl der Besucher, die angeklickten Seiten etc. geben ja keine Auskunft darüber, wer das eigentlich ist. Ich kann nur indirekt aus den Statistiken ableiten, daß es (zum Glück) einen<strong> festen Kern an Besuchern</strong> gibt, <strong>die fast täglich</strong> oder wenigstens 2-3x pro Woche <strong>vorbeikommen </strong>und somit vermutlich (fast) alle Artikel lesen bzw. davon Kenntnis nehmen.</p>
<p>Das sind für die Wissenswerkstatt derzeit schätzungsweise rund 300-400 Personen. Dazu zählen einerseits die Feedabonnenten und zusätzlich einige Stammgäste, die eigentlich täglich &#8222;persönlich&#8220; vorbeikommen. Daneben gibt es natürlich das Publikum, das über Suchmaschinen (hauptsächlich Google) vorbeigeschwemmt wird. Das sind rund 1/3 aller Besucher. Die meisten Besucher, die über Google bei mir landen, interessieren sich offenbar für wissenschaftspolitische Fragen, Besoldungsstufen, Bildungspolitik und die Sorgen und Nöte des wissenschaftlichen Nachwuchses.</p>
<h4><span class="pullquote">Was suchen Google-Nutzer hier? Hauptsächlich Wissenschafts- und Bildungspolitik. Genauso werden Gesundheitsthemen stark nachgefragt.</span></h4>
<p>Außerdem kommen auch täglich Besucher, die Fragen zu Nahrungs- und Lebensmittelrisiken haben oder sich bzgl. der Gesundheitsrisiken von bestimmten Medikamenten oder bspw. dem Risiko von Röntgenuntersuchungen informieren wollen.</p>
<p>Wie gesagt: das sind meine Rückschlüsse aus den Suchanfragen und den Besucherstatistiken. Generell kann ich sagen, daß ich durchaus sehr zufrieden bin, was die Besucher meiner Werkstatt angeht. Sie sind höflich, kommunikativ und argumentieren meist kritisch, aber immer fair.</p>
<p>Wenn ich &#8211; frei nach Max Weber &#8211; einige &#8222;idealtypische&#8220; Besucher skizzieren müßte, sähe das so aus:</p>
<p><strong>Als Stammgäste:</strong></p>
<ol>
<li>Andere Wissenschaftsblogger und Wissenschaftsjournalisten mit Web-2.0-Affinität. Unabhängig von der jeweiligen thematischen, disziplinären Ausrichtung.</li>
<li>Studenten, Doktoranden und einzelne Wissenschaftler, die den Themenmix<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_1_258" id="identifier_1_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gelegentliche Notizen zu Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung, dazu Anmerkungen zu neuen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation, abgeschmeckt mit ein wenig Medienkritik und Blogosph&auml;ren-Small-Talk.">2</a> hier offenbar lesenswert finden. Darunter sind wohl, wie ich aus Kommentaren und Zuschriften weiß, recht viele Sozial- und Medienwissenschaftler.</li>
<li>Internetnutzer, die eher zufällig auf meine Werkstatt aufmerksam geworden sind, aber sich dennoch den RSS-Feed abonniert und ein Lesezeichen erstellt haben.</li>
</ol>
<p><strong>Als Passanten:</strong></p>
<ol>
<li>Blogger und Blogleser, die bei ihren Streifzügen durch das Web 2.0 auf einen Link stoßen, der in die Werkstatt führt oder auf anderen verschlungenen Pfaden hierher finden. Wenn diesen mein Stil oder die thematische Ausrichtung nicht gefällt, kommen die auch nicht wieder.</li>
<li>Die oben erwähnten Gäste, die durch Suchmaschinen hierher gespült werden. Hier gibt es ja eine konkrete Frage und möglicherweise wird diese durch meine Artikel beantwortet oder vielleicht ist auch ein weiterführender Link dabei. Aber auch hier werden wohl die wenigsten ein weiteres Mal meine Werkstatt beehren.</li>
</ol>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Wen sprechen Sie mit Ihren Seiten an, wen möchten Sie erreichen?</strong></em></span></p>
<p>Wie oben erwähnt, bin ich im Grunde recht zufrieden. Wenn andere Blogger mit wissenschaftlichem Schwerpunkt hier mitlesen, ist das klasse. Ebenso toll ist es, wenn sich hier <strong>im Anschluß an manche Artikel sehr gute, ertragreiche Diskussionen</strong> entfalten. Das ist natürlich ein wesentlicher Aspekt, der das Blogdasein ausmacht.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wer seine Kommentatoren nicht als Bereicherung betrachtet, kann das bloggen auch bleiben lassen.</h4>
<p><span style="font-family: Verdana;">Wer Kommentare nicht erst nimmt, kann das bloggen bleiben lassen. Meine Kommentatoren tragen sehr viel zur Wissenswerkstatt bei, denn oftmals <strong>weisen Kommentatoren auf einen zusätzlichen Aspekt hin</strong>, den ich im Artikel selbst vergessen habe oder ergänzen den Artikel durch zusätzliche Links. Und ich schalte mich ja selbst meistens wieder im Kommentarverlauf ein und nehme darauf Bezug. Das ist natürlich spannend, lehrreich und bietet m.E. auch für die Leser einen handfesten Mehrwert.</span></p>
<p>Aber nochmal zurück zur Frage, denn mein &#8222;Zielpublikum&#8220; besteht natürlich keineswegs ausschließlich aus anderen Bloggern oder Kommentatoren. Denn grundsätzlich möchte ich allen Interessierten solche Informationen und Artikel bieten, die sie eben andernorts eher nicht finden. Das Alleinstellungsmerkmal (das gilt generell ja eben wieder für alle Wissenschaftsblogs) kann der individuelle Stil sein<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_2_258" id="identifier_2_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das f&uuml;hrt bspw. Lars Fischer wunderbar vor, denn solide recherchierte Texte zu (natur-)wissenschaftlichen Themen, die mit einer Prise Humor gew&uuml;rzt sind, findet man ja sonst (fast?) nirgendwo.">3</a> oder eben der <strong>Luxus</strong>, daß man in Blogs die <strong>Themen nur kurz anreißen</strong> kann und <strong>später ausbauen</strong> oder gleich sehr umfassend, mit vielen informativen Links arbeitet etc.</p>
<h4><span class="pullquote">Ein Alleinstellungsmerkmal wissenschaftlicher Blogs sind die Kommentare: dort findet man oft weitere Infos, Links und spannende Diskussionen. </span></h4>
<p>Und ein anderes Pfund, mit dem wissenschaftliche Blogger wuchern können, ergibt sich aus dem Web2.0-Kontext. Es sind schlicht die Kommentare und Trackbacks. Denn wer bei mir mitliest, der kann sofort nachfragen oder findet evtl. bereits durch andere Kommentatoren die Fragen beantwortet, die er noch hatte. Ebenso laden eben Trackbacks zum weitersurfen ein. All das findet man in dieser engen Kopplung in klassischen Online-Medien nicht.</p>
<p>Also ganz kurz beantwortet: mein Publikum sind alle Leser, die sich für meine Themen interessieren und eben den <strong>Web2.0-Mehrwert</strong> zu schätzen wissen.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Die Wissenswerkstatt schafft  ja auch eine Verbindung zwischen Sozial- und Naturwissenschaften. Kann man dieses Zusammenführen als einen neuen Trend betrachten?</strong></em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Das ist natürlich eine hochspannende Frage, wobei ich in der Hinsicht denke, daß ich hier <strong>nicht als Vorbild bzw. Trendsetter zu gebrauchen </strong>bin. Es ist ja schlicht so, daß ich Sozialwissenschaftler bin, aber mich seit Jahren schwerpunktmäßig mit wissenschafts- und techniksoziologischen Fragen befasse. D.h. also, daß ich eben aus diesem Grund ein Grenzgänger bin.</span></p>
<p>Ich habe kein naturwissenschaftliches Fach studiert und bin hier also letztlich auch nur interessierter Laie. Zwar war Biologie zu Schulzeiten eines meiner besseren Fächer, aber andere Blogger oder Journalisten sind mir natürlich was Physik, Chemie u.ä. angeht, weit überlegen. Wenn ich doch über naturwissenschaftliche oder medizinische Themen schreibe, dann versuche ich das so gut wie möglich zu recherchieren. Man hat ja dann einen gewissen Erfahrungsschatz, aber <strong>fachlich kann ich die Qualität von naturwissenschaftlicher Forschung</strong> natürlich<strong> nicht beurteilen.</strong></p>
<h4 class="pullquote_left">Bei mir steht nur ein sozialwissenschaftliches Studium im Hintergrund, auch wenn ich mich mit Technik und Wissenschaft befasse.</h4>
<p>Insofern liegt bei meinen Artikeln meist der Schwerpunkt auf den gesellschaftlichen Facetten und Effekten (natur-)wissenschaftlicher Forschung. Denn einerseits findet man natürlich unter den Forschern selbst eine gewisse Betriebsblindheit, die ich als Außenstehender thematisieren kann, andererseits gibt es ja fast immer Konsumenten, Anwohner, Verbraucher, die möglicherweise betroffen sind und deren Perspektive ich dann stärker betone. Das ist aber tatsächlich meiner Herkunft als Soziologe geschuldet, der sich als Gegenstand u.a. die Wissenschaft (die ja eben Teil der Gesellschaft ist) herausgesucht hat.</p>
<p>Verallgemeinern kann man den Brückenschlag zwischen Natur- und Sozialwissenschaften vermutlich also nicht, wenn man das an einzelnen Bloggern festmacht. Allerdings ist es so, daß Blogs insgesamt dazu beitragen, daß die Scheuklappen der einzelnen Blogger bzw. Wissenschaftler minimiert werden.<strong> Ich erlaube mir etwa </strong><strong>in Blogs von Molekularbiologen</strong> oder von Chemikern<strong> zu kommentieren &#8211; und diese müssen sich </strong>in bestimmter Weise <strong>zu meinem Kommentar verhalten.</strong> Sie können irritiert sein, sie können sich ärgern oder den Kommentar als Anregung nehmen. <strong>Ignorieren können sie ihn nicht.</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Bloggen steigert die Sensibilität für die eigene disziplinäre Beschränktheit. Blogs sind Medizin gegen disziplinäre Scheuklappen und gegen die Verabsolutierung des eigenen Standpunkts.</span></h4>
<p>Was ich damit illustrieren will: durch das Bloggen wächst die Sensibilität für die eigene disziplinäre Beschränktheit und gleichzeitig nimmt man wahr, wie andere Wissenschaftler &#8222;ticken&#8220;, die nicht Fachkollegen sind.</p>
<p>Man entdeckt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Und im Ergebnis lernt man durchaus voneinander, das ist zumindest meine Erfahrung. <strong>Wissenschaftliche Blogs fördern also interdisziplinäres Denken</strong> und sind ein Instrument gegen die Verabsolutierung des eigenen Standpunkts.</p>
<p>Für wissenschaftliche Blogger könnte man also vermutlich durchaus konstatieren, daß sie eher wahrnehmen, was außerhalb ihres eigenen Fachgebiets passiert.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Ist gar die konventionelle journalistische Unterteilung in Ressorts antiquiert?</strong></em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Für die Einteilung in die klassischen Ressorts wie Politik, Sport, Kultur oder eben Wissenschaft, sprechen natürlich gute Gründe. Ich persönlich lege bspw. den Sportteil fast immer beiseite, Ressorts dienen eben der Orientierung und erleichtern die Mediennutzung angesichts knapper Zeitressourcen. Wenn man &#8211; auch online &#8211; diese Einteilung aufweicht, so muß man sich andere Orientierungsmarkierungen überlegen, wie die Leser schnell zu den Informationen navigieren können.</span></p>
<h4><span class="pullquote_left">Welche Orientierungsmarken füllen das Vakuum, wenn man die Ressorts aufgibt?</span></h4>
<p>Gleichzeitig ist &#8211; neben der Rezipientenseite &#8211; natürlich auch die Redaktionsstruktur an den Ressorts aufgehängt. <strong>Daß der Sportjournalist einen Kommentar zur neuen Gentechnikgesetzgebung schreibt, sollte man in der Regel weder ihm, noch den Lesern zumuten.</strong> Ich halte also Ressorts für sinnvoll, wenngleich deren Bedeutung sinken wird. Blogs tragen durch ihre Personalisierung dazu bei. Ich schreibe hier ja auch zu Politik, zu Wissenschaft, zu kulturellen Themen und manchmal bespreche ich auch Rockbands. Wer hier also regelmäßig mitliest, muß da durch oder klickt eben die Texte, die ihn nicht interessieren wieder weg.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Blogs sind</strong> insofern durchaus <strong>eine Zumutung</strong>: sie verlangen von ihrem Publikum, daß es sich auch auf Texte einläßt, die nicht so glatt und gefällig sind, wie man es von den journalistischen Profis gewohnt ist und <strong>der Leser muß</strong> auch die <strong>Irritation aushalten</strong>, daß er direkt im Anschluß an einen Artikel über neue Entwicklungen der Hirnforschung etwas über das schlechte Abschneiden des Hamburger Sportclubs beim letzten Spieltag findet.</p>
<h4 class="pullquote">Wissenschaftliche Blogs sind nicht perfekt, nicht glatt, meist etwas eigenwillig. Aber sie haben Profil und Charakter. Qualitäten, die der Online-Wissenschaftsjournalismus nie besessen hat.</h4>
<p>Wenn der Blogger eben Fußballfan ist, zumal unglückseligerweise HSV-Anhänger, so ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß man plötzlich die Sportberichterstattung mitgeliefert bekommt.  Dafür sind Blogs in der Regel eben deutlich authentischer und haben immerhin ein eigenes Profil, was man vom Online-Wissenschaftsjournalismus nicht behaupten kann.</p>
<p>Das Wiederkäuertum, die <strong>Aufbereitung der immergleichen Agenturmeldungen</strong> ist in meinen Augen das <strong>Hauptärgernis an einem solchen Wissenschaftsjournalismus</strong>. Weshalb finde ich täglich auf allen deutschen Online-Wissenschafts-Kanälen fast immer die identischen Themen? In Blogs lese ich stattdessen auch Neuigkeiten und Kommentare zu Meldungen, die spannend sind, aber sonst durchs Raster gefallen wären. Hier liegt eindeutig die Stärke bei Blogs. Die sind indivdueller, haben ein klareres Profil und sind eben glücklicherweise nicht so stark an Tickermeldungen orientiert.</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;">&#8211; fin &#8211;</span></p>
<p style="text-align: left;">So, abschließend muß ich mich bei Dorothee Schulte bedanken, die mir diese Fragen im Auftrag ihrer Kommilitonen gestellt hat. Ich wünsche eine erfolgreiche Vorbereitung und bin natürlich gespannt, was in ziemlich genau zwei Monaten (genau am 2.7.2008) in Darmstadt bei den Podiumsdiskussionen  besprochen und diskutiert wird.</p>
<div class="links_kurz">Wer sich für weitere Einschätzungen zu Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaftsblogs interessiert, sei auf diese Artikelserie der Wissenswerkstatt verwiesen:</p>
<ul>
<li>Teil I: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Wissenschaft und die Blogosphäre » Liebesheirat oder Zweckgemeinschaft? Annäherungen an eine fruchtbare Liaison</a>. 11.03.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsjournalismus">Wissenschaftsjournalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_258" class="footnote">Was sicher auch damit zu tun hat, daß mit den beiden Blogportalen Scilogs und Scienceblogs, sowie dem Wissenschafts-Café inzwischen drei zentrale Anlaufstellen bzw. Gravitationszentren entstanden sind. Und auch die steigende Technorati-Werte &#8211; vgl. <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/02/wissenschaftsblog-charts-052008-kulinarik-twitter-werkstatt-ticker-16/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die aktuellen Charts</a> &#8211; sind ein Indiz hierfür.</li><li id="footnote_1_258" class="footnote">Gelegentliche Notizen zu Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung, dazu Anmerkungen zu neuen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation, abgeschmeckt mit ein wenig Medienkritik und Blogosphären-Small-Talk.</li><li id="footnote_2_258" class="footnote">Das führt bspw. <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lars Fischer</a> wunderbar vor, denn solide recherchierte Texte zu (natur-)wissenschaftlichen Themen, die mit einer Prise Humor gewürzt sind, findet man ja sonst (fast?) nirgendwo.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/">Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Stürmische Zeiten: Die &#8222;Medienlese&#8220; erleidet Schiffbruch und wird (fast) gerettet</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 07:45:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sind stürmische Zeiten. Im letzten Herbst, als die Nachrichten von den weltweiten Finanzmärkten immer düsterer wurden und sich das globale Ausmaß der Wirtschaftskrise allmählich am Horizont abzeichnete, damals konnte ich mir kaum vorstellen, wie sich diese Krise auf unser Leben, oder ehrlicher: mein Leben auswirken würde. Inzwischen1 weiß ich es. Wir leben in Zeiten ... <a title="Stürmische Zeiten: Die &#8222;Medienlese&#8220; erleidet Schiffbruch und wird (fast) gerettet" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/" aria-label="Mehr Informationen über Stürmische Zeiten: Die &#8222;Medienlese&#8220; erleidet Schiffbruch und wird (fast) gerettet">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/">Stürmische Zeiten: Die &#8222;Medienlese&#8220; erleidet Schiffbruch und wird (fast) gerettet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es sind stürmische Zeiten. Im letzten Herbst, als die Nachrichten von den weltweiten Finanzmärkten immer düsterer wurden und sich das globale Ausmaß der Wirtschaftskrise allmählich am Horizont abzeichnete, damals konnte ich mir kaum vorstellen, wie sich diese Krise auf unser Leben, oder ehrlicher: <em>mein </em>Leben auswirken würde. Inzwischen</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/#footnote_0_1057" id="identifier_0_1057" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie sollte es anders sein, als jemand, der &bdquo;mit Medien&ldquo; sein Geld verdient?">1</a> <strong>weiß ich es.</strong></p>
<p>Wir leben in Zeiten einer handfesten Medienkrise, die den Strukturwandel der Medienlandschaft, der längst im Gange war, zusätzlich beschleunigt. Die Verlage, die inzwischen schmerzlich begriffen hatten, daß ihr einstiges auf Zeitungen und Zeitschriften fokussiertes Geschäftsmodell nicht mehr zukunftsfähig ist, versuchen krampfhaft irgendwo festen Halt zu finden und erinnern in ihrem aktionistisch-orientierungslosen Krisenmanagement doch stark an den verschnarchten Familienhund, dem man seinen Freßnapf weggenommen hat.</p>
<p><strong>Die Medienkrise ist eine <em>Medien</em>krise</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Die Medienkrise ist inklusiv und gerecht: auch im Onlinebereich sucht man mit Angstschweiß auf der Stirn nach einer Antwort auf die Frage, wie journalistischer Aufwand finanziert werden kann. </span></h4>
<p>Doch &#8211; so ehrlich sollte man sein &#8211; die Krise betrifft nicht nur das klassische (Print-)Segment. Als Medienkrise ist sie inklusiv und gerecht: auch im Onlinebereich sucht man mit Angstschweiß auf der Stirn nach einer Antwort auf die Frage, wie journalistischer Aufwand (der sich möglicherweise als &#8222;Qualität&#8220; bemerkbar macht) finanziert werden kann.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/#footnote_1_1057" id="identifier_1_1057" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Grunds&auml;tzlich ist zu beobachten, da&szlig; es hier zwei Beantwortungs- bzw. L&ouml;sungsstrategien gibt: 1.) Oberste Richtschnur ist die Qualit&auml;t der Inhalte, die als Schl&uuml;ssel angesehen wird, um k&uuml;nftig ein hinreichend gro&szlig;es und f&uuml;r die werbetreibende Industrie interessantes Publikum an sich binden zu k&ouml;nnen (Bsp. &bdquo;Die ZEIT&ldquo;), 2.) Leitprinzip ist die Maximierung der Reichweite bei Minimierung der Kosten, um mit &bdquo;schlanken&ldquo; Gesch&auml;ftsmodellen ein maximal gro&szlig;es (aber beliebiges?) Publikum zu erreichen.">2</a></p>
<p>Die Tatsache, daß die Krise keine Unterschiede zwischen vermeintlichen Auslaufmodellen und Avantgarde-Projekten macht, wurde vergangenen Freitag deutlich: Peter Hogenkamp, oberster Blogwerker, mußte eingestehen, daß die &#8222;<a href="http://medienlese.com">Medienlese</a>&#8220; nur noch bis Ende April fortgeführt werden kann. Seit knapp 3 Jahren wurden auf &#8222;Medienlese&#8220; in hochkompetenter Weise genau die Entwicklungen und Umbrüche der Medienlandschaft kommentiert und analysiert, die ich oben skizziert habe. Und doch <a href="http://medienlese.com/2009/04/24/in-eigener-sache-wir-stellen-medienlesecom-ein/">mußte man am Freitag lesen:</a></p>
<blockquote><p>Wir haben immer gewusst, dass medienlese.com zu einem guten Teil ein Prestigeobjekt ist, und dass man mit einem Medienblog, das kein Branchendienst sein konnte und wollte, nicht viel Geld verdienen konnte. Wir haben es uns trotzdem gern geleistet. Leider geht das nun nicht mehr. Die wirtschaftliche Lage zwingt uns zu Einschnitten&#8230;</p></blockquote>
<p>Ist das ein ironisch-tragischer Seitenhieb der Web2.0-Mediengeschichte, daß ausgerechnet eines der Blogprojekte die Segel streichen muß, das unzweifelhaft höchste Qualität geboten hat? Denn angefangen von den spitzzüngigen Essays von Klaus Jarchow (zuletzt etwa <a href="http://medienlese.com/2009/04/20/medienkrise-der-leser-merkts-schon-nicht/">hier</a>) bis zu den Analysen von Peter Sennheiser (ganz aktuell seine &#8222;<a href="http://medienlese.com/2009/04/27/medienkrise-fuenf-thesen-zum-umbruch/">5 Thesen zum Umbruch&#8220;</a>), das war schlicht und einfach ein gutes und v.a. gut informiertes Medienmagazin. </p>
<p>Leider &#8211; und da hilft kein Jammern und Wehklagen &#8211; läßt sich das ganz offenbar derzeit kaum finanzieren. Oder, wie man vielleicht anmerken muß: so etwas läßt sich nur finanzieren, wenn man so frech und offensiv ist, wie es ein Peter Turi<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/#footnote_2_1057" id="identifier_2_1057" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der mit turi2 weiterhin sehr erfolgreich agiert.">3</a> oder Georg Altrogge<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/#footnote_3_1057" id="identifier_3_1057" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der binnen weniger Monate &bdquo;Meedia&ldquo; als ernstzunehmendes Projekt etabliert hat.">4</a> sind. </p>
<p><strong>Bloggersolidarität: &#8222;6vor9&#8220; darf nicht sterben&#8230;</strong></p>
<p>Und doch gibt es doch auch eine gute Nachricht in diesem Zusammenhang. Das Ende der Medienlese hat sehr schnell zu vielen (enttäuschten) Reaktionen geführt. Und ebenso schnell wurde klar, daß eine Rubrik besonders viele Fans hat: die tägliche Linksammlung &#8222;<a href="http://medienlese.com/category/6-vor-9/">6vor9</a>&#8222;, die von Ronnie Grob betreut wird.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/#footnote_4_1057" id="identifier_4_1057" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und 6vor9 hat mich &uuml;brigens vor einigen Monaten zu meiner eigenen Linksammlung f&uuml;r den Wissenschaftsjournalismus unter dem Titel 3vor10 inspiriert.">5</a> Sachar Kriwoj von &#8222;Massenpublikum&#8220; hat die Initative ergriffen, sich von Peter Hogenkamp die Zusage eingeholt, daß 6vor9 weitergeführt wird, wenn wenigstens 2.000,- Euro an Spenden zusammenkommen. </p>
<p>Natürlich habe ich mich auch als Sponsor beteiligt. Natürlich weil ich die Rubrik gut finde, natürlich auch, weil ich Peter Hogenkamp und andere Blogwerk-Akteure kenne und auch weil ich Ronnie Grob als netten Kerl kennengelernt habe. Und daß in nur 3 Tagen die fragliche Summe von 2.000,- zusammengekommen ist, freut mich natürlich. Bis Oktober wird es also auch weiterhin die 6vor9 geben. <a href="http://medienlese.com/2009/04/28/die-macht-der-leser-6vor9-wird-weitergefuehrt/">Peter Hogenkamp schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Nachdem die 2000 Euro in weniger als drei Tagen (inklusive Wochenende) zusammengekommen sind, legen wir den Rest drauf und sorgen dafür, das Ronnie Grob seine sechs morgendlichen Lese-Empfehlungen mindestens bis Oktober weiter publizieren kann.</p></blockquote>
<p>Fein. Und die Medienlese hat nun sogar ein neues, aktualisiertes Logo: :-)</p>
<p><a href="http://http://medienlese.com/"> <img decoding="async" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/04/medienlese.jpg" alt="medienlese"  width="560" height="67" class="aligncenter size-full wp-image-1062" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/04/medienlese.jpg 560w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/04/medienlese-400x48.jpg 400w" sizes="(max-width: 560px) 100vw, 560px" /></a></p>
<p>Die Bloggersolidarität &#8211; so wurde deutlich &#8211; gibt es doch. Jedenfalls wenn es um den Fortbestand einer guten Sache geht&#8230;</p>
<div class="links_ticker">Links:</p>
<ul>
<li>Upload-Magazin: <a href="http://upload-magazin.de/blog/2907-was-man-aus-6-vor-9-lernen-kann/">Was man aus &#8222;6vor9&#8220; lernen kann</a>, 26.4.2009</li>
<li>Medienlese: <a href="http://medienlese.com/2009/04/28/die-macht-der-leser-6vor9-wird-weitergefuehrt/">Erfolgreiche Spendenaktion: «6 vor 9» wird weitergeführt,</a> 28.4.2009</li>
<li>Medienlese: <a href="http://medienlese.com/2009/04/24/in-eigener-sache-wir-stellen-medienlesecom-ein/">Wir stellen Medienlese ein</a>, 24.4.2009</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr width="100%" size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a href="http://www.technorati.com/tag/blogwerk" class="invisible" rel="tag">Blogwerk</a><br />
<a href="http://www.technorati.com/tag/medienlese" class="invisible" rel="tag">medienlese</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1057" class="footnote">Wie sollte es anders sein, als jemand, der &#8222;mit Medien&#8220; sein Geld verdient?</li><li id="footnote_1_1057" class="footnote">Grundsätzlich ist zu beobachten, daß es hier zwei Beantwortungs- bzw. Lösungsstrategien gibt: 1.) Oberste Richtschnur ist die Qualität der Inhalte, die als Schlüssel angesehen wird, um künftig ein hinreichend großes und für die werbetreibende Industrie interessantes Publikum an sich binden zu können (Bsp. &#8222;Die ZEIT&#8220;), 2.) Leitprinzip ist die Maximierung der Reichweite bei Minimierung der Kosten, um mit &#8222;schlanken&#8220; Geschäftsmodellen ein maximal großes (aber beliebiges?) Publikum zu erreichen.</li><li id="footnote_2_1057" class="footnote">Der mit <a href="http://turi-2.blog.de/">turi2</a> weiterhin sehr erfolgreich agiert.</li><li id="footnote_3_1057" class="footnote">Der binnen weniger Monate &#8222;<a href="http://www.meedia.de/">Meedia</a>&#8220; als ernstzunehmendes Projekt etabliert hat.</li><li id="footnote_4_1057" class="footnote">Und 6vor9 hat mich übrigens vor einigen Monaten zu meiner eigenen Linksammlung für den Wissenschaftsjournalismus unter dem Titel <a href="http://www.scienceblogs.de/3vor10/">3vor10</a> inspiriert.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/04/sturmische-zeiten-die-medienlese-erleidet-schiffbruch-und-wird-fast-gerettet/">Stürmische Zeiten: Die &#8222;Medienlese&#8220; erleidet Schiffbruch und wird (fast) gerettet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Meedia » Den Mediendiensten das Fürchten lehren &#124; Werkstattnotiz 102</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/meedia-den-mediendiensten-das-fuerchten-lehren-werkstattnotiz-102/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 07:29:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=340</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Medienbranche ist ein hoffnungslos selbstreflexiver (um nicht zu sagen: selbstverliebter) Zirkus. Kein Wunder, daß bei Journalisten und anderen Medienmachern sogenannte Medienmagazine hoch im Kurs stehen. Hier kommt die narzistische Disposition der Protagonisten sehr schön zum Vorschein und wer liest nicht gerne ein wenig Tratsch&#38;Klatsch? Zumal, wenn es um die sinkende Auflage des Konkurrenzblattes geht? ... <a title="Meedia » Den Mediendiensten das Fürchten lehren &#124; Werkstattnotiz 102" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/meedia-den-mediendiensten-das-fuerchten-lehren-werkstattnotiz-102/" aria-label="Mehr Informationen über Meedia » Den Mediendiensten das Fürchten lehren &#124; Werkstattnotiz 102">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/meedia-den-mediendiensten-das-fuerchten-lehren-werkstattnotiz-102/">Meedia » Den Mediendiensten das Fürchten lehren | Werkstattnotiz 102</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Medienbranche ist ein hoffnungslos selbstreflexiver (um nicht zu sagen: selbstverliebter) Zirkus. Kein Wunder, daß bei Journalisten und anderen Medienmachern sogenannte Medienmagazine hoch im Kurs stehen. Hier kommt die narzistische Disposition der Protagonisten sehr schön zum Vorschein und wer liest nicht gerne ein wenig Tratsch&amp;Klatsch? Zumal, wenn es um die sinkende Auflage des Konkurrenzblattes geht?</strong></p>
<h4 class="pullquote">In der latent narzistischen Medienbranche sind Mediendienste seit jeher beliebt.</h4>
<p>So oder so ähnlich mögen die Gedankengänge von Dirk Manthey gewesen sein, dem verlegerischen Paradiesvogel, der vor Jahren in der Szene für Furore sorgte und zwischenzeitlich in der Versenkung verschwand. Nun hat sich Manthey vorgestern mit dem Medienportal &#8222;<a href="http://meedia.de/menu/home/" target="_blank">Meedia</a>&#8220; wieder zurückgemeldet. Und das Geschnatter <a href="http://www.neunetz.com/2008/07/13/meedia-startet-mit-fehler-reigen/" target="_blank">ist</a> <a href="http://www.medienrauschen.de/archiv/meedia-online/" target="_blank">dementsprechend</a> <a href="http://www.massenpublikum.de/blog/?p=505" target="_blank">hoch</a> &#8211; und ich selbst freue mich, denn das Wissenschafts-Café wurde bei den Medienprofis für erwähnenswert gehalten.</p>
<p><strong>Medienportal für Nachrichten- und Zahlenjunkies</strong></p>
<p>Kurz der Reihe nach: seit Sonntagabend ist mit Meedia ein hochambitioniertes Onlineportal am Start, das den etablierten Projekten wie <a href="http://www.kress.de/cont/home.php" target="_blank">Kress</a> oder <a href="http://turi-2.blog.de/2008/07/14/heute2-meedia-de-prosieben-coupaeacute-4444626" target="_blank">turi2</a> gehörig Konkurrenz macht. Es geht um Neuigkeiten aus der Medien- und Verlagsszene und allgemein um die aktuellsten Nachrichten, Videos und Songs. Und ein Schwerpunkt liegt sicherlich auf der Bereitstellung von Zahlen und Trends &#8211; Verkaufszahlen, PageViews, Einschaltquoten und vieles mehr ist schnell und übersichtlich abrufbar und teilweise in Rankings gruppiert.</p>
<p>Das Webdesign der Startseite ist für meinen Geschmack recht durchschnittlich ausgefallen und an der Navigation sollte man m.E. noch arbeiten &#8211; aber wenn man sich ein wenig durchklickt, dann gefällt Meedia durchaus mit einer ansprechenden Informationsfülle.</p>
<p style="text-align: center;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Meedia_01.jpg" alt="Meedia" width="500" height="218" /></p>
<p>Nach meiner Meinung könnte sich Meedia durchaus in kurzer Frist als Platzhirsch im Segment der Media-Informationsdienste positionieren. Vor allem scheint mir der Fokus auf die Web2.0- und Blogwelt ganz gut gesetzt. Es gibt eine Serie, in der täglich neue Blogs bzw. Websites vorgestellt werden (<a href="http://meedia.de/menu/background/best-of-web/uebersicht/" target="_blank">Best of Web</a>) und als &#8222;<a href="http://meedia.de/menu/background/meedia-blogs/mr-analyzer/mr-analyzer-post/archive/2008/may/article/startschuss/1426/" target="_blank">Mr. Analyzer</a>&#8220; haut Jens Schröder (= Mr. Blogstatistik) in die Tasten. Und im <a href="http://meedia.de/menu/tools/meedia-browser/deutschland/" target="_blank">Media-Browser</a> kann man sich auf einer Seite die aktuellen Artikel von dutzenden Nachrichtenseiten und Blogs ansehen.</p>
<p>Und was ich in meiner ersten Durchsicht gelesen habe, erweckt den Eindruck, als habe man durchaus fähige Autoren an Bord.</p>
<p><strong>Wissenschafts-Café wurde bei den Web-Newcomern präsentiert</strong></p>
<p>Das gilt auch für die Rubrik &#8222;Neue Sites&#8220;. Und dort wurde (noch während der für die Öffentlichkeit unzugänglichen Pre-Beta-Phase) auch das Wissenschafts-Café vorgestellt. Und <a href="http://meedia.de/menu/background/neue-sites/detailansicht/artikel/neuesites/deu/wissenschafts-cafe/" target="_blank">so sieht</a> das dann aus:</p>
<p style="text-align: center;"><a rel="lightbox" href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Meedia_Wissenschafts-Cafe01a.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Meedia_Wissenschafts-Cafe01b.jpg" alt="Wissenschafts-Cafe" width="500" height="308" /></a></p>
<p>Mich ehrt es natürlich, daß mein Nebenbei-Projekt in so illustrer Gesellschaft zu finden ist. Denn sonst werden dort fast nur kommerzielle Web-Startups vorgestellt oder gleich die Onlineprojekte der großen Verlagshäuser. Und, wie oben schon erwähnt: was dort zu den einzelnen Blogs/Websites zu lesen ist, hat Hand und Fuß. Zum Wissenschafts-Café ist folgendes zu lesen:</p>
<blockquote><p>Blog-Portale zu Wissenschaftsthemen gehören zu den Trends des Herbstes. Gerade ging Wissenslogs online, Burda plant für Dezember den Deutschland-Start seines US-Netzwerkes ScienceBlogs, und auch der Münchner Marc Scheloske startete sein Wissenschafts-Café. Sein Angebot will die Vielzahl interessanter Forscher-Journale stärker ins öffentliche Interesse rücken. &#8222;Dass überhaupt wissenschaftliche Themen in der Blogszene eine Rolle spielen und es gar nicht so wenige Blogs gibt, deren Artikel von Wissenschaftlern geschrieben werden, ist bis heute kaum bekannt&#8220;, schreibt Gründer Marc Scheloske zum Start seines Portals.</p>
<p>Das Wissenschafts-Café arbeitet nicht als Blog-Hoster, sondern sammelt lediglich interessante Journale, fasst sie thematisch in elf Kategorien zusammen und bindet ihre RSS-Feeds so ein, dass alle neuen Einträge auf einen Blick zu sehen sind.</p></blockquote>
<p>Alles richtig, toll. Und insofern &#8222;verzeihe&#8220; ich auch, daß etwas am unübersichtlichen Webdesign gemäkelt wird.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/meedia-den-mediendiensten-das-fuerchten-lehren-werkstattnotiz-102/#footnote_0_340" id="identifier_0_340" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was ich auch nicht ganz abstreiten will. Relaunch des Caf&eacute;s steht aber auch mittelfristig an&hellip;">1</a> Und über das Fazit muß ich dann fast schmunzeln:</p>
<blockquote><p><em>Das Portal will Treffpunkt der akademische Blog-Szene werden. Ob das gegen die Konkurrenz von Burda &amp; Co gelingt, ist fraglich.</em></p></blockquote>
<p>Naja, um ehrlich zu sein, sehe ich mich bzw. das Café ja eben auch nicht als Konkurrenz. Eher als Alternative, oder richtiger: als Ergänzung. Wobei sich die Wissenschaftsblog-Szene gerne im Café treffen darf, um sich dann in die umliegenden Nischen zu verteilen. ;-)</p>
<p>Und mein Fazit zu Meedia: Ein Besuch auf der neuen Website lohnt sicher. Hier stimme ich eher mit dem <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1840" target="_blank">positiven Urteil von Thomas Knüwer</a> überein, als mit der <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/07/14/meediade/" target="_blank">Skepsis von Robert</a>.</p>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Meedia &#8211; Neue Sites: <a href="http://meedia.de/menu/background/neue-sites/detailansicht/artikel/neuesites/deu/wissenschafts-cafe/" target="_blank">Wissenschafts-Café &#8211; Netzwerk für Scienceblogs</a></li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Meedia">Meedia</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_340" class="footnote">Was ich auch nicht ganz abstreiten will. Relaunch des Cafés steht aber auch mittelfristig an&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/meedia-den-mediendiensten-das-fuerchten-lehren-werkstattnotiz-102/">Meedia » Den Mediendiensten das Fürchten lehren | Werkstattnotiz 102</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Prägende Sätze » Die wichtigsten Statements &#124; Ranglisten des Jahres 2007 &#8211; I</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 20:29:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/14/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jahresrückblicke gehören mittlerweile zum Kerngeschäft der etablierten Medien. Im Fernsehen moderieren sich wahlweise Jauch, Kerner, Pilawa oder Christiansen durch ein paar Fundstücke, Promi-Nachrichten und sentimentalen Quatsch. Und jedes Magazin, das etwas auf sich hält, stattet seine Leser zum Jahresende mit einer Hochglanzsondernummer aus. Einen etwas anderen Zugang wählte nun das TIME-Magazin für eine Rückschau auf ... <a title="Prägende Sätze » Die wichtigsten Statements &#124; Ranglisten des Jahres 2007 &#8211; I" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/" aria-label="Mehr Informationen über Prägende Sätze » Die wichtigsten Statements &#124; Ranglisten des Jahres 2007 &#8211; I">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/">Prägende Sätze » Die wichtigsten Statements | Ranglisten des Jahres 2007 &#8211; I</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jahresrückblicke gehören mittlerweile zum Kerngeschäft der etablierten Medien. Im Fernsehen moderieren sich wahlweise Jauch, Kerner, Pilawa oder Christiansen durch ein paar Fundstücke, Promi-Nachrichten und sentimentalen Quatsch. Und jedes Magazin, das etwas auf sich hält, stattet seine Leser zum Jahresende mit einer Hochglanzsondernummer aus.</strong> </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="107" height="144" align="right" style="margin: 7px;" alt="Top-Ten-2007.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Top-Ten-2007.jpg" />Einen etwas anderen Zugang wählte nun das TIME-Magazin für eine <a target="_blank" href="http://www.time.com/time/specials/2007/top10/0,30576,1686204,00.html">Rückschau</a> auf das Jahr 2007. Die bemerkenswertesten Ereignisse sind in 50 (!) Top-Ten-Listen zusammengefaßt. In diesen fünfzig Top-Listen sind erinnerungswürdige Nachrichtenthemen genauso versammelt, wie wissenschaftliche Ereignisse oder solche aus Sport und Popkultur. </p>
<p>Einige der Top-10-Listen werde ich in den nächsten Tagen in der Wissenswerkstatt einstellen und kommentieren. Es wird dabei deutlich, daß die Mediendiskurse und damit das öffentliche Bewußtsein darüber, was relevant und wichtig ist, noch immer stark national fokussiert sind. Denn manche der Themen, die das TIME-Magazine für erinnerungswürdig erachtet, hatten &#8211; jedenfalls nach meiner Wahrnehmung &#8211; in Deutschland kaum oder gar keine Rolle gespielt. Aber der Reihe nach &#8211; es beginnt mit den <a target="_blank" href="http://www.time.com/time/specials/2007/top10/article/0,30583,1686204_1686303_1690822,00.html">wichtigsten Zitaten</a>, die ich jeweils kommentiert habe.</p>
<p>Die wichtigsten Zitate des Jahres 2007 waren &#8211;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><strong>Topliste der Zitate</strong></div>
<blockquote><p><font size="4">+1.</font> »I really am not the kind of guy that sits here and says, &quot;Oh gosh, I&#8217;m worried about my legacy.&quot;«</p></blockquote>
<p><em><img loading="lazy" decoding="async" width="210" height="158" align="left" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 8px; padding: 1px;" alt="George_W_Bush_01a.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/George_W_Bush_01a.jpg" />So antwortete <strong>George W. Bush</strong> am 14. Januar 2007 in einem CBS-Interview auf eine Frage nach seiner sinkenden Popularität und der wachsenden Kritik am Irakkrieg.</em></p>
<p><em> Bislang war ich ja davon ausgegangen, daß </em><em>der künftige Ex-Präsident der USA </em><em>&#8211; ganz wie es sich für einen alten Cowboy gehört &#8211; vermutlich John Wayne als Vorbild nennen würde. Aber ganz offensichtlich sind seine politischen Maximen eher von Konrad Adenauer inspiriert, der ja bekanntlich zu Protokoll gab: &quot;Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?&quot;</em></p>
<p><em>Ich persönlich präferiere demgegenüber ja Politiker, die wenigstens ein Stück weit erkennen lassen, daß sie für Folgen ihrer Entscheidungen geradestehen und ihnen letztlich doch daran gelegen ist, ihren Nachfolgern im Amt kein allzu großes Schlamassel zu hinterlassen. </em></p>
<p><em></em></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+2.</font> »In Iran, we don&#8217;t have homosexuals, like in your country.«</p></blockquote>
<p><em>So die vielsagende Antwort von Irans Präsident <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mahmud_Ahmadinedschad" target="_blank" ><strong>Mahmud Ahmadinedschad</strong></a>, als er am 24. September bei einem Besuch der Columbia University in New York gefragt wurde, wie Schwule und Lesben im Iran behandelt würden. Natürlich traurig, daß per Präsidentendekret sogar solche intimen Lebensvollzüge für illegitim bzw. richtiger: für nicht existent erklärt werden.</em></p>
<p><em></em></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+3.</font> »This record is not tainted at all. At all. Period.«</p></blockquote>
<p><em>So sicher und zuversichtlich äußerte sich der Baseball-Star <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barry_Bonds" target="_blank" ><strong>Barry Bonds</strong></a>, als er am 7. August mit seinem 756. Homerun einen neuen Rekord für die Major League aufstellte. Das Großmaul Bonds übertraf damit zwar den 31 Jahre alten Rekord von Hank Aaron, wurde aber im November im Zusammenhang mit langjährigen Dopingermittlungen wegen Meineids und Behinderung der Justiz angeklagt. Es war seit langem spekuliert worden, daß Bonds sich mit Wachstumshormonen und Testosteron dopt. </em></p>
<p><em>Es spricht vieles dafür, daß der Spieler der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/San_Francisco_Giants" target="_blank" >San Francisco Giants</a> bald endgülitg als Lügner und Dopingbetrüger entlarvt wird. Ich für meinen Teil sähe einen Rekord durch diese Randbedingungen tatsächlich &quot;beschmutzt&quot; &#8211; wenn man freilich den Standpunkt vertritt, es würden ohnehin alle zu unerlaubten Mitteln greifen, dann wäre das allerdings auch wieder egal. Tja, man zeige mir eine Sportart, in der Doping kein Problem darstellt&#8230; </em></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+4. </font>»If you didn&#8217;t like Darfur, you&#8217;re going to hate Baghdad.«</p></blockquote>
<p><em>Mit diesen Worten warnte General <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_H._Petraeus" target="_blank" >David H. Petraeus</a></strong> am 14. August 2007 vor einem vorzeitigen Truppenrückzug aus dem Irak. Petraeus, der bereits Stabs-Chef der SFOR-Kontingente in Bosnien-Herzegowina war, ist Kommandeur der &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Multi-National_Force_Iraq" target="_blank" >multinationalen Streitkräfte im Irak</a>&quot;. Nachdem die Situation weiterhin so nachhaltig instabil ist, ist diese Einschätzung wohl leider zutreffend.</em></p>
</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+5.</font> »This is it. This is where it all ends. End of the road. What a life it was. Some life.«</p></blockquote>
<p><em>Das waren die letzten des Amokläufers <strong>Cho Seung-Hui</strong>, der am 16. April 2007 an der <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Amoklauf_an_der_Virginia_Tech&amp;oldid=40601139" target="_blank" >Virginia Tech in Blacksburg</a> 32 Menschen erschoß und weitere 29 Personen verletzte.</em></p>
<p><em></em></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+6. </font>»I don&#8217;t think they&#8217;re piling on because I&#8217;m a woman. I think they&#8217;re piling on because I&#8217;m winning.«</p></blockquote>
<p><em>So optimistisch gab sich <strong>Hillary Rodham Clinton</strong> am 2. November 2007. Aktuell ist das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zwischen ihr und Barack Obama ja wieder offen. Wenngleich ich doch der Ansicht bin, daß sie &#8211; sollte sie am Ende die Nase vorn haben &#8211; ihren Erfolg letztlich doch einem Frauenbonus zu verdanken hat.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/#footnote_0_173" id="identifier_0_173" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gut, man k&ouml;nnte auch sagen, da&szlig; Obama in manchen W&auml;hlermilieus aufgrund seiner Hautfarbe einen Sympathiebonus habe, dieser Effekt d&uuml;rfte aber durch Vorbehalte in anderen W&auml;hlergruppen wieder ausgeglichen werden&hellip;">1</a></em> </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<blockquote><p><font size="4">+7.</font> »The planet is in distress and all of the attention is on Paris Hilton. We have to ask ourselves what is going on here?«</p></blockquote>
<p><em>Das sagte ein wütender <strong>Al Gore </strong>in einem Interview mit der britischen &quot;Sun&quot; am 18. Juni 2007. Und er hat verdammt Recht damit.</em></p>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+8.</font> »I spent the better part of the past three months enduring criticism that is normally leveled at some kind of genocidal tyrant.« </p></blockquote>
<p><em>Das die Reaktion des konservativen Medienunternehmers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rupert_Murdoch" target="_blank" ><strong>Rupert Murdoch</strong></a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/#footnote_1_173" id="identifier_1_173" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die lautklangliche N&auml;he des Names Murdochs zu &quot;Mordor&quot;, aus Tolkiens &quot;Herr der Ringe&quot; ist sicher rein zuf&auml;llig. ;-) ">2</a> auf die Kritik an der Übernahme des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wall_Street_Journal" target="_blank" >Wall Street Journals</a>. </em></p>
<p><em>Als publik wurde, daß Murdochs News Corp. mit den Eigentümern des Dow-Jones-Verlages Verhandlungen führt, wurde heftige Empörung laut. Am 28. Juni 2007 erschienen fast 1/4 der Redakteure des Wall Street Journals aus Protest nicht zur Arbeit. Genutzt hat es nichts: am 1. August wurde beschlossen, daß der Verlag zu einem Kaufpreis von 5 Milliarden Dollar von nun an zum Medienimperium Murdochs gehört.</em></p>
</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4"><img loading="lazy" decoding="async" width="280" height="183" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 8px; padding: 1px;" alt="Terrorismus_2007b.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Terrorismus_2007b.jpg" />+9.</font> »Hello, Condoleezza Rice? You have me to deal with now.«</p></blockquote>
<p><em>So scherzte am 15. Juli 2007 ein maskierter Hamas-Kämpfer am Telefon des Palästinenserpräsidenten Abbas, nachdem die Kämpfer die Regierungsgebäude der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4stinensische_Autonomiebeh%C3%B6rde" target="_blank" >Autonomiebehörde</a> besetzt hatten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/#footnote_2_173" id="identifier_2_173" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Photo stammt von Suhaib Salem/Reuters">3</a><br /> </em></p>
<p><em>Deren Präsident <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mahmud_Abbas&amp;oldid=40640182" target="_blank" >Mahmud Abbas</a> hatte im April Gespräche über die Zukunft Palästinas mit Israels Premier Ehud Olmert aufgenommen. Daraufhin lieferten sich Anhänger von Hamas und Fatah im Gazastreifen blutige Gefechte. Nach <a href="http://www.nytimes.com/2007/07/15/magazine/15HAMAS-t.html" target="_blank">bürgerkriegsähnlichen Zuständen</a> löste Abbas am 14.7. die Regierung auf und rief den Notstand aus. </em></p>
<p><em></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><font size="4">+10. </font>»Why don&#8217;t you just shut up?« </p></blockquote>
<p><em>Diese &#8211; nicht unbedingt der königlichen Würde entsprechende &#8211; Empfehlung richtete König <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juan_Carlos" target="_blank" ><strong>Juan Carlos</strong></a> von Spanien an die Adresse des venezuelanischen Präsidenten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ch%C3%A1vez" target="_blank" >Hugo Chávez</a>. Hintergrund: Chávez hatte zuvor bei einem Gipfelgespräch in Chile den früheren spanischen Ministerpräsidenten <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jos%C3%A9_Mar%C3%ADa_Aznar&amp;oldid=40863391" target="_blank" >José María Aznar</a> als Faschisten bezeichnet.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/#footnote_3_173" id="identifier_3_173" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zwar ist der Faschismus-Vorwurf sicher heftig, allerdings mu&szlig; der Vollst&auml;ndigkeit halber gesagt werden, da&szlig; Aznar in den 70er Jahren innerhalb einer Studentenverbindungen aktiv war, die neo-faschistisches Gedankengut propagierte. Das war aber vermutlich zu Franco-Zeiten nicht so au&szlig;ergew&ouml;hnlich&hellip;">4</a><br /></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und? Welches Zitat ist am bemerkenswertesten? Welche Rückschlüsse auf die Seelenlage der USA erlaubt diese Auswahl? Welches Licht wirft die Zusammenstellung der Liste auf das Jahr 2007? Was lehren uns die Zitate über uns selbst?  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Empfehlungen für Listenliebhaber:</em></p>
<ul>
<li>Schott, Ben (2008): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3827007518?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3827007518">Schotts Sammelsurium 2008</a>. Bloomsbury.</li>
<li>Ankowitwsch, Christian (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442153816?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3442153816">Dr. Ankowitschs Kleines Konversations-Lexikon</a>. Goldmann. </li>
<li>Wallechinsky, David &amp; Wallace, Amy (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548368913?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3548368913">Das große Buch der Listen</a>. Wissenswertes, Kurioses und Überflüssiges. Ullstein.</li>
<li>Schott, Ben (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3827006074?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3827006074">Schotts Sammelsurium Essen &amp; Trinken</a>. Bloomsbury.</li>
</ul>
<p></p>
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_173" class="footnote">Gut, man könnte auch sagen, daß Obama in manchen Wählermilieus aufgrund seiner Hautfarbe einen Sympathiebonus habe, dieser Effekt dürfte aber durch Vorbehalte in anderen Wählergruppen wieder ausgeglichen werden&#8230;</li><li id="footnote_1_173" class="footnote">Die lautklangliche Nähe des Names Murdochs zu &quot;Mordor&quot;, aus Tolkiens &quot;Herr der Ringe&quot; ist sicher rein zufällig. ;-) </li><li id="footnote_2_173" class="footnote">Das Photo stammt von Suhaib Salem/Reuters</li><li id="footnote_3_173" class="footnote">Zwar ist der Faschismus-Vorwurf sicher heftig, allerdings muß der Vollständigkeit halber gesagt werden, daß Aznar in den 70er Jahren innerhalb einer Studentenverbindungen aktiv war, die neo-faschistisches Gedankengut propagierte. Das war aber vermutlich zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_Franco" target="_blank" >Franco</a>-Zeiten nicht so außergewöhnlich&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/praegende-saetze-die-wichtigsten-statements-ranglisten-des-jahres-2007-i/">Prägende Sätze » Die wichtigsten Statements | Ranglisten des Jahres 2007 &#8211; I</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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