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	<title>Medien Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 28 Feb 2019 18:37:03 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Medien Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2008 10:02:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche Wissenschaftler und welche Forschungsinstitute in den einzelnen Disziplinen den größten Einfluß oder zumindest das größte Renommee haben, ist für Außenstehende schwer einzuschätzen. Möglicherweise hat man den einen oder anderen Fachvertreter in einem Zeitungsinterview oder gar mit einem 30-Sekunden-Statement im Fernsehen gesehen, aber ist damit wirklich mehr gesagt, als daß dieser Wissenschaftler eben hinreichend TV-kompatibel ... <a title="Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/" aria-label="Mehr Informationen über Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/">Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen | Werkstattnotiz LXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignnone" style="margin: 5px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Interview_01a.jpg" alt="Interview_01a.jpg" width="245" height="164" align="right" />Welche Wissenschaftler und welche Forschungsinstitute in den einzelnen Disziplinen den größten Einfluß oder zumindest das größte Renommee haben, ist für Außenstehende schwer einzuschätzen.</strong></p>
<p><strong> Möglicherweise hat man den einen oder anderen Fachvertreter in einem Zeitungsinterview oder gar mit einem 30-Sekunden-Statement im Fernsehen gesehen, aber ist damit wirklich mehr gesagt, als daß dieser Wissenschaftler eben hinreichend TV-kompatibel ist, sich offensichtlich kurz zu fassen weiß und zum gewünschten Interviewtermin abkömmlich war?</strong></p>
<p>Daß die forschungsstärksten Wissenschaftler nicht notwendigerweise auch diejenigen mit der höchsten Medienpräsenz sind, ist leicht einzusehen. Die Fähigkeit (und manchmal auch das Glück) die spannendsten Studien durchzuführen und dafür in Fachkreisen Anerkennung zu finden, korreliert nicht unbedingt mit der Fähigkeit weitgehend unfallfrei Sätze in Kameras und Mikrofone zu sprechen. Und daß die ganze Angelegenheit &#8211; wer also rein wissenschaftlich gesehen die höchste Reputation aufweist &#8211; kompliziert ist, kann kaum verwundern.</p>
<h4 class="pullquote_left">Welche Wissenschaftler werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Diejenigen, die in ihrem Fach die Maßstäbe setzen? Oder doch nur die, die unfallfrei einige nette Sätze in die Kamera sprechen können?</h4>
<p>Nicht umsonst widmen sich ganze Institute der Frage, wie man Forschungsleistungen mißt und vergleichbar macht. Und darüber, welche Kriterien herausragende Forschung auszeichnen und wie sich wissenschaftliche Reputation erklärt, streiten die Gelehrten vermutlich bis ans Ende der Zeit&#8230;</p>
<p><strong>Die internationale Liga der Klimaforscher</strong></p>
<p>Einen hochinteressanten Einblick in das Feld der Klimaforschung, der Stars und Sternchen in seinem Fach, gibt Stefan Rahmstorf <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-03-28/bundesliga-der-klimaforschung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Beitrag</a> in seiner &#8222;Klimalounge&#8220;. Dort listet er u.a. diejenigen Forscher auf, deren Studien international am häufigsten zitiert wurden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_0_220" id="identifier_0_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es ist nat&uuml;rlich klar, da&szlig; die Zitationsrate auch nicht das ausschlie&szlig;liche Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz ist. So werden bspw. &Uuml;bersichtsartikel h&auml;ufiger zitiert als eigenst&auml;ndige Studien. Zugleich h&auml;ngt die Quote auch davon ab, ob man zu einer Frage arbeitet und publiziert, die potentiell ein gro&szlig;es Fachpublikum hat oder ob es nur wenige Forscher gibt, die dazu arbeiten. Insofern ist die Zitationsrate eher als &bdquo;Wissenschafts-Technorati&ldquo; einzusch&auml;tzen. ;-) ">1</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Werfen wir also einen Blick auf die Publikationen zum Thema „climate“ [&#8230;] mit deutscher Beteiligung aus den vergangenen zehn Jahren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und er stellt dabei auch die Frage:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie steht die deutsche Klimaforschung dabei qualitativ im internationalen Vergleich da?&#8220;</p></blockquote>
<p>Dabei stellt Stefan Rahmstorf fest, daß die deutschen Klimaforscher durchaus in der Champions-League mitspielen. Wenn man die Zitationswerte zugrundelegt,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_1_220" id="identifier_1_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Stefan Rahmstorf hat dazu im &bdquo;Web of Science&ldquo; die Publikationen gesichtet und dabei die 1000 meistzitierten Studien herausgenommen. Unter diesen h&auml;ufig rezipierten (um unter diese Top-1000 zu kommen mu&szlig; eine Arbeit mindestens 82-mal zitiert werden) sind insgesamt 127 Arbeiten mit deutscher Beteiligung.">2</a> dann rangieren deutsche Wissenschaftler immerhin auf Platz 3. Rund 70% der Top-Studien stammen aus den USA, dahinter stehen die Briten und dann (mit 13% der Studien) die deutschen Wissenschaftler.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Exzellenz und Medienpräsenz sind nicht identisch</strong></p>
<p>Liest man die Namen der Autoren der deutschen Top-Studien, ist man allerdings erstaunt. Wenn man etwa die beiden international am häufigsten zitierten Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biosphäre heranzieht, dann stellt man fest:</p>
<blockquote><p>Mit Gian-Reto Walther (Institut für Geobotanik der Uni Hannover), Annette Menzel (TU München), Franz Bairlein (Vogelwarte Helgoland) und Elisabeth Huber-Sanwald (seinerzeit TU München) &#8211; um nur einige der Autoren dieser beiden Artikel zu nennen &#8211; haben wir in Deutschland also eine Reihe von hervorragenden Experten zu diesem Thema. Dabei fällt mir auf: ich habe noch nie ein Interview dazu mit einem dieser Experten in großen Zeitungen gelesen.</p></blockquote>
<p>Das ist doch ein interessanter Befund: denn offensichtlich stehen andere Wissenschaftler häufiger im Blickpunkt der Medien, obwohl sie möglicherweise fachwissenschaftlich weniger Erfolge auf ihrer Habenseite verbuchen können. Stattdessen finden<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_2_220" id="identifier_2_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was nat&uuml;rlich der Logik von Medien geschuldet ist.">3</a> andere Thesen (also provokantere und eventuell auch schlicht unseriöse Aussagen) durchaus den Weg in Zeitungen und Fernsehen. Und so lamentiert Stefan Rahmstorf:</p>
<blockquote><p>&#8222;Überall (von Focus über Spiegel bis zu taz und Deutschlandfunk) gibt es dafür Interviews mit Josef Reichholf, der zwar zu diesem Thema laut Web of Science noch nie eine Forschungsarbeit publiziert hat, aber dafür behauptet, &#8222;dass die Erwärmung förderlich ist für die Artenvielfalt&#8220;. Genau das Gegenteil dessen also, was die zu diesem Thema forschenden Wissenschaftler herausfinden.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was lernen wir aus dieser interessanten Beobachtung? Einerseits also, daß sich die deutschen Klimatologen im internationalen Vergleich nicht verstecken brauchen. Das ist erfreulich. Gleich mit mehreren Studien (mehr als 5 Nennungen seit 1998) sind etwa Colin Prentice, Andrey Ganopolski, Stefan Rahmstorf, Paul Crutzen oder Helmut Erlenkeuser in der Rangliste vertreten. Anderseits sieht man deutlich, daß wissenschaftliche Produktivität und Exzellenz nicht mit der Medienpräsenz zusammenhängen.</p>
<p>Natürlich: Stefan Rahmstorf selbst ist ein begabter Kommunikator, was auch sein hervorragender Blog beweist. Auch Paul Crutzen ist mir perönlich ein Begriff oder auch Hans-Joachim Schellnhuber (Chef des PIK in Potsdam) wird häufig in Zeitungsberichten zitiert. Und dann gibt es noch Mojib Latif, der auch mediale Qualitäten und eine entsprechende Präsenz aufweist. Aber andere Forscher aus der Liste tauchen in &#8222;den Medien&#8220; kaum auf.</p>
<p><strong>Das &#8222;Falter-Phänomen&#8220;: Wie Medien nach Interviewpartnern suchen</strong></p>
<p>Insofern wirft der Artikel ein bezeichnendes Licht auf die Art und Weise, wie Medien &#8222;ticken&#8220;. Ich möchte deren interne Logik, die selektive Recherche nach Gesprächspartnern als &#8222;Falter-Phänomen&#8220; bezeichnen. Als Falter-Phänomen deshalb, weil der Politikwissenschaftler und Parteienforscher <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=J%C3%BCrgen_W._Falter&amp;oldid=43848170" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen W. Falter</a> mit seiner medialen Omnipräsenz ein Paradebeispiel dafür ist, welche Qualitäten hier gefragt sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_3_220" id="identifier_3_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das sind u.a. auch die F&auml;higkeit das Fachjargon auf ein Mindestma&szlig; zu reduzieren, ohne dabei Einbu&szlig;en im Hinblick auf den Expertenstatus hinnehmen zu m&uuml;ssen. Kurz und knackig, gerne pointiert &ndash; so m&ouml;chten es die Journalisten. Selbstdarstellungsqualit&auml;ten sind nat&uuml;rlich auch gefragt.">4</a></p>
<h4 class="pullquote">Auch der &#8222;Wissenschaftler&#8220; ist ein medienspezifisches Konstrukt. Die Medienpräsenz hängt nicht zwangsläufig von der Reputation ab.</h4>
<p>Es gab Zeiten, in denen man sich nicht sicher sein konnte, ob Sonntagabends in der ARD wirklich noch die Talkshow von Sabine Christiansen oder vielleicht doch die Jürgen W. Falter-Show lief. So häufig war der Mainzer Parteienforscher dort zu Gast, daß er vermutlich alle Mitarbeiter der Talkshow (vom Beleuchter bis zur Garderobenfrau) mit Namen kannte.</p>
<p>Mit diesen Feststellung soll im übrigen nicht zum Ausdruck gebracht werden, es sei nicht wünschenswert, daß Wissenschaftler kompetent und verständlich Auskunft geben. Im Gegenteil: ich halte es sogar für ärgerlich, daß manche Forscher im Kollegenkreis belächelt werden, wenn sie in Interviews Rede und Antwort stehen.</p>
<p>Es ging mir lediglich um die Feststellung, daß es oftmals ein recht kleiner, exklusiver Personenkreis ist, der für das jeweilige Fach &#8222;spricht&#8220;. Und auch hier gilt das Matthäus-Prinzip &#8211; sichtbare Forscher werden mit noch größerer Sichtbarkeit ausgestattet. Im <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleinen</a> <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/109" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rahmen</a> erlebte das dieser Tage auch der &#8222;bloggende Blogforscher&#8220; Jan Schmidt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_4_220" id="identifier_4_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich in Jans Fall ausdr&uuml;cklich darauf hinweisen mu&szlig;, da&szlig; er im Bezug auf die Interviewanfragen der letzten Tage ohne Zweifel die allererste Wahl als Gespr&auml;chspartner ist. Interessant ist hier ja nur, wie sich solche Anfragen h&auml;ufen und fast multiplizieren&hellip;">5</a></p>
<p>Das Fazit: Die Wissenschaftler, die wir in den Medien lesen, sehen und erleben, sind schlicht die Wissenschaftler, die wir in den Medien sehen. Ob es gleichzeitig diejenigen sind, die auch fachintern Maßstäbe setzen, ist eine andere Frage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>Rahmstorf, Stefan: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-03-28/bundesliga-der-klimaforschung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Bundesliga der Klimaforschung</a>, Wissenslogs &#8211; Klimalounge, 28.3.2008</li>
<li>Zeit-online: <a href="http://www.zeit.de/online/2005/50/quotenkoenige_wissen?1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Sendungsbewussten</a>, Bildergalerie, 8.12.2005</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/18/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena</a>, 18.3.2008</li>
</ul>
<p><em><strong><br />
Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Essays zum Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.</li>
<li>Rahmstorf, Stefan und Schellnhuber, Hans-Joachim (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406508669?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406508669">Der Klimawandel</a>. Beck-Verlag.</li>
<li>Müller, Michael et.a al. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462039601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462039601">Der UN-Weltklimareport</a>. KiWi-Taschenbuch.</li>
<li>Dow, Kirsten und Downing, Thomas E. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3434506101?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3434506101">Weltatlas des Klimawandels &#8211; Karten und Fakten zur globalen Erwärmung</a>. Europ. Verlagsanstalt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_220" class="footnote">Es ist natürlich klar, daß die Zitationsrate auch nicht das ausschließliche Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz ist. So werden bspw. Übersichtsartikel häufiger zitiert als eigenständige Studien. Zugleich hängt die Quote auch davon ab, ob man zu einer Frage arbeitet und publiziert, die potentiell ein großes Fachpublikum hat oder ob es nur wenige Forscher gibt, die dazu arbeiten. Insofern ist die Zitationsrate eher als &#8222;Wissenschafts-Technorati&#8220; einzuschätzen. ;-) </li><li id="footnote_1_220" class="footnote">Stefan Rahmstorf hat dazu im &#8222;Web of Science&#8220; die Publikationen gesichtet und dabei die 1000 meistzitierten Studien herausgenommen. Unter diesen häufig rezipierten (um unter diese Top-1000 zu kommen muß eine Arbeit mindestens 82-mal zitiert werden) sind insgesamt 127 Arbeiten mit deutscher Beteiligung.</li><li id="footnote_2_220" class="footnote">Was natürlich der Logik von Medien geschuldet ist.</li><li id="footnote_3_220" class="footnote">Das sind u.a. auch die Fähigkeit das Fachjargon auf ein Mindestmaß zu reduzieren, ohne dabei Einbußen im Hinblick auf den Expertenstatus hinnehmen zu müssen. Kurz und knackig, gerne pointiert &#8211; so möchten es die Journalisten. Selbstdarstellungsqualitäten sind natürlich auch gefragt.</li><li id="footnote_4_220" class="footnote">Wobei ich in Jans Fall ausdrücklich darauf hinweisen muß, daß er im Bezug auf die Interviewanfragen der letzten Tage ohne Zweifel die allererste Wahl als Gesprächspartner ist. Interessant ist hier ja nur, wie sich solche Anfragen häufen und fast multiplizieren&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/">Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen | Werkstattnotiz LXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse &#124; kurz&#038;knapp 27</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 06:50:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wissenschaft &#8211; diese Entwicklung ist offensichtlich &#8211; produziert in immer kürzeren Zyklen, immer mehr Ergebnisse. Zwar sind es naturgemäß nur selten die großen, bahnbrechenden Erkenntnisse, aber wenn man lediglich den &#8222;Output&#8220; der Forschung betrachtet, so agiert das &#8222;System Wissenschaft&#8220; effizienter als je zuvor. In einem überaus anregenden Artikel in der Wiener Zeitung skizziert der ... <a title="Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse &#124; kurz&#038;knapp 27" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/" aria-label="Mehr Informationen über Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse &#124; kurz&#038;knapp 27">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/">Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse | kurz&#038;knapp 27</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-247" style="margin: 5px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/news_01.jpg" alt="Nachrichten" width="200" height="133" /><strong>Die Wissenschaft &#8211; diese Entwicklung ist offensichtlich &#8211; produziert in immer kürzeren Zyklen, immer mehr Ergebnisse. Zwar sind es naturgemäß nur selten die großen, bahnbrechenden Erkenntnisse, aber wenn man lediglich den &#8222;Output&#8220; der Forschung betrachtet, so agiert das &#8222;System Wissenschaft&#8220; effizienter als je zuvor.</strong></p>
<p>In einem überaus anregenden <a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&amp;Alias=wzo&amp;cob=339312&amp;currentpage=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel </a>in der Wiener Zeitung skizziert der aktuell in Wien lehrende Wissenschaftstheoretiker und Biologe <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_M._Wuketits" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franz M. Wuketits</a> die Herausforderungen, die sich aus diesem Sachverhalt ergeben. Denn sowohl die Wissenschaft selbst, als auch die Medien<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/#footnote_0_246" id="identifier_0_246" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Deren Aufgabe es sein sollte, die &Ouml;ffentlichkeit wenigstens in groben Z&uuml;gen &uuml;ber den Stand der Forschung zu orientieren.">1</a> haben &#8211; so die Beobachtung von Wuketits &#8211; bislang keinen geeigneten Modus gefunden, um mit diesem drohenden Forschungs-Info-Overkill umzugehen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Den Tageszeitungen kann man regelmäßig interessante und mitunter verblüffende Meldungen darüber entnehmen, was an vorderster Front der Forschung passiert. [&#8230;] Das Erfreuliche dabei: Die Leser gewinnen den (richtigen!) Eindruck, dass in den Wissenschaften Wesentliches geschieht. Das weniger Erfreuliche: Man darf nicht jede Meldung ernst nehmen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und Wuketits kritisiert weiter:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Einzelerkenntnisse, die derzeit in so ungeheurer Fülle gewonnen werden, stehen meist für sich allein da. Da Bildung zusehends auf Ausbildung reduziert wird, verlernen die Menschen allmählich nicht nur das Denken in Zusammenhängen, sondern auch das Erkennen von Widersprüchen&#8230;&#8220;</p></blockquote>
<p>Den Text möchte ich allen Werkstattbesuchern dringend empfehlen (und bedanke mich beim Sciblog für <a href="http://www.sciblog.at/stories/25732/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">den Tipp</a>). Zwar sind es durchaus keine neuen Einsichten, die Wuketits unterbreitet, aber er faßt einige Probleme unserer Wissenschaftsgesellschaft sehr verständlich und pointiert zusammen. So etwa, wenn er  darauf hinweist, daß die Informationsgewinnung durch wissenschaftliche Forschung nur die eine Seite der Medaille darstelle, der Umgang, die gesellschaftliche Verarbeitung mit neugewonnem Wissen allerdings die andere Seite, die mitunter größere Anstrengungen erfordere.</p>
<p>Genauso muß man dem Wiener Wissenschaftsphilosophen zustimmen, wenn er &#8211; mit leicht sarkastischem Unterton &#8211; notiert, daß leider allzu häufig durch falsch verstandene und/oder übereifrige<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/#footnote_1_246" id="identifier_1_246" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Oder sensationsheischende, schlagzeilengeile&hellip; die Liste lie&szlig;e sich verl&auml;ngern. ;-) ">2</a>  Wissenschaftskommunikation ein atemloser Alarmismus entstehe. Das nämlich, wenn etwa Befunde über tatsächliche oder vermeintliche Gesundheitsgefährdungen zu Horrormeldungen aufgebauscht werden. Da geht es mir häufig genauso wie Wuketits und ich frage mich:</p>
<blockquote><p>&#8222;Manchmal muss man sich ja fast wundern, dass es überhaupt noch Menschen gibt. Man sollte einmal ein groß angelegtes Forschungsprojekt anregen, um endlich herauszufinden, warum so viele Menschen in unserer gefährlichen Welt steinalt werden.&#8220;</p></blockquote>
<p><em><strong>Links:</strong></em></p>
<ul>
<li>Wuketits, Franz M.: <a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&amp;Alias=wzo&amp;cob=339312&amp;currentpage=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Wissen als Erkenntnis</a>, Wiener Zeitung, 11.4.2008</li>
<li>Die <a href="http://www.kli.ac.at/institute-b.html?personal/wuketits" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> von Franz M. Wuketits an der Uni Wien</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Wuketits, Franz M. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3777615099?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3777615099">Der freie Wille. Die Evolution einer Illusion</a>. Hirzel.</li>
<li>Wuketits, Franz M. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406541577?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406541577">Bioethik. Eine kritische Einführung</a>. C. H. Beck.</li>
</ul>
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<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Forschung">Forschung</a><br />
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<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft">Wissenschaft</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_246" class="footnote">Deren Aufgabe es sein sollte, die Öffentlichkeit wenigstens in groben Zügen über den Stand der Forschung zu orientieren.</li><li id="footnote_1_246" class="footnote">Oder sensationsheischende, schlagzeilengeile&#8230; die Liste ließe sich verlängern. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/">Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse | kurz&#038;knapp 27</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 11:26:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen Scharmützel zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen. Beim Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg,1 habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept ... <a title="Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/" aria-label="Mehr Informationen über Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/boxhandschuhe01.jpg" alt="Boxhandschuhe, Quelle: stock.xchng, User: verdrie" width="200" height="146" /><strong>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/12/getrennt-marschieren-vereint-schlagen-die-faz-leistet-der-sueddeutschen-zeitung-schuetzenhilfe-bei-der-web20-polemik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scharmützel</a> zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen.</strong></p>
<p>Beim <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> in Dieburg,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/#footnote_0_342" id="identifier_0_342" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der &uuml;brigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Gro&szlig;es Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Le&szlig;m&ouml;llmann und Thomas Pleil.">1</a> habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept einer gegenseitigen Bereicherung zu ersetzen.</p>
<p><strong>Vortrag beim &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220;</strong></p>
<p>Es ist schon zwei Wochen her, daß ich der netten Einladung der Studenten des Studiengangs Wissenschaftjournalismus der Hochschule Darmstadt gefolgt bin. Aber wenn ich versuchen soll, die Hauptthesen meiner Präsentation zusammenzufassen, die ich unter die Überschrift &#8222;<em>Einladungen zum Denken. Wissenschaftliche Blogs und der Weg in eine “wissenschaftsmündige” Gesellschaft. Über Chancen und Zumutungen der Wissenschaftskommunikation 2.0&#8243;</em> gestellt habe, dann sind es wohl die beiden folgenden Grundgedanken, die ich den Zuhörern vermitteln wollte.</p>
<ol>
<li>Wissenschaft ist schon immer ein riesengroßes Gespräch. Sie lebt vom argumentativen Dialog. Und Wissenschaft und Wissenschaftler tun gut daran, die Möglichkeit der bloggenden Wissenschaftskommunikation zu erproben, einzuüben und herauszufinden, ob Blogs nicht ein ideales Instrument des wissenschaftlichen Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagements sein können.</li>
<li> Der Wissenschaftsjournalismus tut gut daran, die wissenschaftliche Blogszene ernstzunehmen. Nicht weil ihm von dort derzeit ernsthaft Konkurrenz drohte &#8211; noch ist die Zahl der Wissenschaftsblogger zu gering, noch sind die Kräfteverhältnisse zu asymmetrisch. Journalisten sollten (wissenschaftliche) Blogs ernstnehmen, weil dort teilweise illustriert wird, wie spannende, authentische Wissenschaftskommunikation aussehen könnte. Und weil wissenschaftliche Blogger regelmäßig die Schwächen des behäbigen und recherchefaulen Journalismus entlarven. Insofern dienen (wissenschaftliche) Blogs als Korrektiv zur satten journalistischen Alltagsroutine.</li>
</ol>
<p>Und alle, die sich nochmal durch meine Präsentation klicken wollen, die können es nun hier tun:</p>
<div class="youtube">
<div id="__ss_512955" style="width: 425px; text-align: left;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;"><a href="http://www.slideshare.net/?src=embed"><img decoding="async" style="border:0px none;margin-bottom:-5px" src="http://static.slideshare.net/swf/logo_embd.png" alt="SlideShare" /></a> | <a  href="http://www.slideshare.net/werkstatt/wissenschaftliche-blogs-und-der-weg-in-eine-wissenschaftsmndige-gesellschaft?src=embed">View</a> | <a href="http://www.slideshare.net/upload?src=embed">Upload your own</a></div>
</div>
</div>
<p>Lars Fischer hatte übrigens in wunderbarer Weise meinen Vortrag live-bloggend begleitet (Einstiege u.a. <a href="http://www.wj-tag.de/?p=66" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://www.wj-tag.de/?p=58" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und auch <a href="http://danyo-is-an-oj.blogspot.com/2008/07/wissenschaftsjournalismus-tag-2008-live.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an dieser Stelle</a> wurde sehr gut live über meinen Vortrag gebloggt!).</p>
<p>Lars <a href="http://www.wj-tag.de/?p=67" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Nun stellt Marc seine zentrale These vor, die auch Wissenschaftsjournalisten freuen wird: Blogs existieren komplementär zu anderen Medien und erweitern sie, statt sie einzuschränken oder gar zu ersetzen. Blogs sind direkt, aktuell und authentisch. Im Zweifel können Blogs nicht nur schneller sein als der Online-Jounalismus, sondern eben vor allem auch die Stimmen von Experten zu Gehör bringen und Feinheiten von Themen präsentieren, die dem Wissenschaftsjournalisten als Generalisten nicht in dem Maße zugänglich sind.&#8220;</p></blockquote>
<p>Danke! Besser hätte ich es auch nicht sagen können. ;-)</p>
<p>Worauf es mir ankommt:</p>
<p>Die Behauptung, daß wissenschaftliche Blogs derzeit eine Alternative zum etablierten Wissenschaftsjournalismus darstellen, ist vermessen. So schlecht sind die &#8222;gelernten&#8220; Wissenschaftsredakteure überhaupt nicht und: die Ressourcen (Zeit, Geld, Recherchetools), die den Profis zur Verfügung stehen, sind einfach auch etwas wert und schlagen sich (meist) in der Qualität der Artikel nieder.</p>
<p><strong>Stachel im Fleisch des behäbigen Wissenschaftsjournalismus</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Wissenschaftsblogs sind keine bessere, sondern eine &#8222;andere&#8220; Form der Wissenschaftskommunikation!</span></h4>
<p>Aber: wissenschaftliche Blogs führen immer wieder vor Augen, daß die konventionelle &#8222;Berichterstattung&#8220; über wissenschaftliche Themen teilweise zu behäbig, zu brav und manchmal auch zu schlecht informiert ist. Das können manche Wissenschaftler besser.</p>
<p>Insofern sollten die journalistischen Profis die neuen, frechen Akteure auf dem Spielfeld der Wissenschaftskommunikation nicht als Konkurrenz ansehen, sondern als Motivation. Jetzt gilt es, zu beweisen, daß Ihr die Vermittlung wissenschaftlicher Themen doch besser beherrscht! Jetzt gilt es, die Herausforderung durch die Blogger anzunehmen!</p>
<p>Wäre es nicht ein toller Erfolg, wenn wir &#8211; da sich die Jungs und Mädels in den Redaktionen mehr anstrengen! &#8211; in Zukunft seltener mißlungene und schlecht informierte Artikel in SZ, FAZ, Welt oder Spiegel lesen müssten? ;-)</p>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
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<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Journalismus">Journalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_342" class="footnote">Der übrigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Großes Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Leßmöllmann und Thomas Pleil.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 01:31:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/29/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit wenigen Stunden ist es soweit: Das neue Portal der WAZ-Mediengruppe &#34;Der Westen&#34; ist online und bündelt die Nachrichtenseiten der einzelnen Regionalzeitungen zu einem Web-2.0-Paket. Der Startschuß zu diesem durchaus ambitionierten Projekt hatte sich mehrmals verzögert und war zuletzt umso gespannter erwartet worden. Von Medienprofis, die sehen wollten, wie die WAZ (immerhin ein Schwergewicht in ... <a title="Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/" aria-label="Mehr Informationen über Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/">Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start | Werkstattnotiz XVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit wenigen Stunden ist es soweit: Das neue Portal der WAZ-Mediengruppe &quot;<a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/" rel="noopener noreferrer">Der Westen</a>&quot; ist online und bündelt die Nachrichtenseiten der einzelnen Regionalzeitungen zu einem Web-2.0-Paket. Der Startschuß zu diesem durchaus ambitionierten Projekt hatte sich mehrmals verzögert und war zuletzt umso gespannter erwartet worden. Von Medienprofis, die sehen wollten, wie die WAZ (immerhin ein Schwergewicht in der Zeitungs- und Medienbranche) den Modernisierungssprung schaffen will und ebenso gespannt von vielen Bloggern, die sehen wollen, wie sich Katharina Borchert die letzten Monate geschlagen hat.</strong></p>
<p>Zur Aufklärung: die WAZ (Westdt. Allgemeine Zeitung) erreicht mit derzeit 28 Regionalzeitungen, die vorrangig im Ruhrgebiet und Westfalen erscheinen eine Auflage von 580.000 Exemplaren. Im Internet gab es bislang aber kein einheitliches Erscheinungsbild, sondern mehrere, unkoordinierte Zeitungsportale. Im letzten Jahr wurde Katharina Borchert, die sich als <a target="_blank" href="http://www.lyssas-lounge.de/" rel="noopener noreferrer">Lyssa</a> in der Blogszene einen Namen gemacht hatte und ganz nebenbei (und vermutlich nicht karriereschädigend) Tochter des ehemaligen Landwirtschaftsministers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Borchert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jochen Borchert</a> ist, von der WAZ damit beauftragt das einheitliche Portal &quot;Der Westen&quot; zu gestalten. </p>
<h4 class="pullquote">Hält das vollmundig angekündigte Medienportal &quot;Der Westen&quot;, was versprochen wurde? Sicher ist: das Projekt an den Start zu bringen, war eine beinahe herkulische Aufgabe. <br /></h4>
<p>Damit stand Borchert zugegeben vor einer durchaus respektablen Aufgabe. Selbst wenn man das nette Etikett einer &quot;WAZ-Online-Chefin&quot; trägt, dürfte es nicht leicht fallen, so viele Wünsche, Erwartungen und Forderungen zu koordinieren und zu erfüllen. Insgesamt sind es über 800 Journalisten, die von heute an ihre Texte nicht nur wie gewohnt bei der Redaktion abliefern oder eben konventionell in das (Print-)Redaktionssystem einschleusen, sondern selbst den Internetauftritt mitgestalten. Zumindest ein bißchen.</p>
<p>Thomas Knüwer, der indiskrete Handelsblattblogger, war schon <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1555" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vor Wochenfrist</a> in den Redaktionsräumen in <del>Dortmund</del><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_0_109" id="identifier_0_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich hatte mich u.a. durch diesen Wiki-Text etwas irreleiten lassen und war f&auml;lschlicherweise der Ansicht, die Onlineredaktion bef&auml;nde sich in Dortmund. Dem ist aber nicht so, wie Andreas in den Kommentaren bemerkt. In Dortmund selbst ist nur der WAZ-Ableger &quot;Westf&auml;lische Rundschau&quot; beheimatet, die aber mit immerhin 200 Journalisten auch an &quot;Der Westen&quot; beteiligt ist&hellip;">1</a> Essen (wo u.a. 20 Onlineredakteure den Feinschliff und die Verantwortung übernehmen) und Thomas war durchaus angetan.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_1_109" id="identifier_1_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und mit seiner Einsch&auml;tzung liegt er nach meiner  Einsch&auml;tzung goldrichtig: &quot;Denn angesichts der himmelhohen Erwartungen wird sie beim Start richtig Pr&uuml;gel in der Blog-Szene kassieren. Ob der Westen aber ein Erfolg wird &ndash; das zeigt sich erst nach fr&uuml;hestens einem Jahr. Die Grundlagen, dass dem so sein wird, sind aber gelegt.&quot;">2</a> Die taz <a target="_blank" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wissen-fuer-wessis/?src=MT&amp;cHash=986cf373d9" rel="noopener noreferrer">warf ebenfalls vorab</a> einen Blick auf das Projekt und wußte allerdings auch von Journalisten, die schon im Vorfeld leise  rebellierten:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Wir recherchieren, gehen auf Termine, fotografieren, schreiben, erledigen Layout und Korrektur &#8211; und jetzt sollen wir auch noch das Internet bestücken?&quot;, fragt eine Lokalredakteurin. Und ein Kollege sagt: &quot;Wir machen bereits die Zeitung an der Leistungsgrenze.&quot; Die Online-Arbeit komme noch oben drauf. &quot;Ich wehre mich nicht gegen das Internet&quot;, sagt die Redakteurin, &quot;aber die Art und Weise, ohne Personalaufstockung, ohne zusätzliches Honorar, dagegen habe ich etwas.&quot; </p>
</blockquote>
<p>Jetzt kann man sich selbst ein Bild machen und, nun ja, wer hatte auch erwartet, daß<del> das Rad</del> die Zeitung neu erfunden würde? Gut, es sind bislang nur wenig Artikel online<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_2_109" id="identifier_2_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Artikel zum SPD-Parteitag liest sich so...">3</a> und man sieht sicher erst in 2-3 Tagen, wie das neue Angebot überhaupt angenommen wird. Aber das Erscheinungsbild kommt doch recht brav daher. Übersichtlich zwar und aufgeräumt, aber doch auch ein wenig bieder.</p>
<p>In einem <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Interview mit der FAZ</a>, das heute erscheint, betont Katharina Borchert (die eben frischgebackene Chefredakteurin ist), daß es v.a. auch um ein Umdenken im eigenen Haus gehe; die eigenen Mitarbeiter müßten an die Online-Darstellung herangeführt werden:</p>
<blockquote>
<p>Wir wollen sie daran gewöhnen, nicht ausschließlich an Print, sondern immer auch an Online zu denken. Einige werden bald auch eine Videokamera zu den Terminen oder zumindest zu Interviews mitnehmen; </p>
</blockquote>
<p>Eine andere &#8211; eher unausgesprochene &#8211; Hoffnung ist sicherlich, daß über die Einbindung und Aktivierung von Communities auch Inhalte nach dem AAL-Prinzip<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_3_109" id="identifier_3_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="AAL=Andere arbeiten lassen">4</a> generiert werden; wenn engagierte User selbst Beiträge schreiben und Informationen liefern, dann wird die journalistische Arbeit durchaus erleichtert bzw. kann daran anknüpfen. Und Inhalte (<em>neudeutsch: content</em>) werden auf alle Fälle her- und bereitgestellt. </p>
<p>Im <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">FAZ-Interview</a> wird diesbezüglich die richtige Frage gestellt:</p>
<blockquote>
<p>Trotzdem weichen Sie die Grenzen zwischen professionellem Journalismus und Amateur-Berichterstattung auf.</p>
</blockquote>
<p>Und Katharina Borchert gibt eine beinahe unverantwortliche Antwort, die einerseits ausweichend-naiv, andererseits respektlos und herablassend daherkommt:</p>
<blockquote>
<p>Das sehe ich nicht so. Die Arbeit eines professionellen Journalisten wird im Idealfall durch eine andere Qualität zu erkennen sein. Er hat ganz andere Ressourcen, Erfahrungen und Kontakte. Und, notabene, eine andere Sprache. Aber Blogs können eine durchaus spannende Ergänzung sein. Im Übrigen kennzeichnen wir die Unterschiede auch optisch auf unserer Seite.</p>
</blockquote>
<p>Aha, wieder etwas dazugelernt: der Journalist verfügt &#8211; <em>notabene! </em>&#8211; über eine ganz andere Sprache, als der gemeine Blogger. Also ich für meinen Teil spreche und schreibe ja Deutsch und Journalisten, die ich schätze, bedienen sich meist ebenfalls dieser Sprache. ;-)</p>
<p>Naja, genug gemäkelt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_4_109" id="identifier_4_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Immerhin gesteht Katharina Borchert auch zu, da&szlig; selbst Journalisten nicht fehlerfrei sind. Wenngleich ihr Premierenartikel sprachlich etwas unbeholfen daherkommt, so halte ich die Idee, den Lesern die M&ouml;glichkeit zu geben, auf Fehler durch Blogkommentare hinzuweisen, durchaus f&uuml;r sinnvoll.">5</a> Alles was sich zu dieser Stunde sagen läßt: der große Wurf ist es nicht und es ist ebenfalls durchaus fraglich, ob die Aufhübschung durch Web-2.0-Features genügt. </p>
<p>&nbsp; </p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em></em></p>
<p><em>Lesenswerte Artikel und Interviews:</em></p>
<ul>
<li>FAZ: <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Wir mußten etwas tun</a>; Interview mit K. Borchert, FAZ, 29.10.2007</li>
<li>Stabe, Martin: <a target="_blank" href="http://blogs.pressgazette.co.uk/fleetstreet/2007/10/28/new-german-regional-newspaper-site-is-well-worth-watching/" rel="noopener noreferrer">New German regional newspaper site is well worth watching</a>, PressGazette.co.uk, 28.10.2007 </li>
<li>WAZ-Portal: <a href="http://www.derwesten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Westen</a></li>
</ul>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_109" class="footnote">Ich hatte mich u.a. durch <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Westdeutsche_Allgemeine_Zeitung" rel="noopener noreferrer">diesen Wiki-Text</a> etwas irreleiten lassen und war fälschlicherweise der Ansicht, die Onlineredaktion befände sich in Dortmund. Dem ist aber nicht so, wie Andreas in den Kommentaren bemerkt. In Dortmund selbst ist nur der WAZ-Ableger &quot;Westfälische Rundschau&quot; beheimatet, die aber mit immerhin 200 Journalisten auch an &quot;Der Westen&quot; beteiligt ist&#8230;</li><li id="footnote_1_109" class="footnote">Und mit seiner Einschätzung liegt er nach meiner  Einschätzung goldrichtig: &quot;Denn angesichts der himmelhohen Erwartungen wird sie beim Start richtig Prügel in der Blog-Szene kassieren. Ob der Westen aber ein Erfolg wird &#8211; das zeigt sich erst nach frühestens einem Jahr. Die Grundlagen, dass dem so sein wird, sind aber gelegt.&quot;</li><li id="footnote_2_109" class="footnote">Der Artikel zum SPD-Parteitag <a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/nachrichten/2007/10/28/news-1253544/detail.html" rel="noopener noreferrer">liest sich so.</a>..</li><li id="footnote_3_109" class="footnote">AAL=Andere arbeiten lassen</li><li id="footnote_4_109" class="footnote">Immerhin <a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/blogs/korrektur/stories/57/" rel="noopener noreferrer">gesteht Katharina Borchert auch zu</a>, daß selbst Journalisten nicht fehlerfrei sind. Wenngleich ihr Premierenartikel sprachlich etwas unbeholfen daherkommt, so halte ich die Idee, den Lesern die Möglichkeit zu geben, auf Fehler durch Blogkommentare hinzuweisen, durchaus für sinnvoll.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/">Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start | Werkstattnotiz XVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus &#124; Werkstattnotiz XX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 22:48:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/29/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ist das Selbstironie, Naivität, Resignation oder Fatalismus? Wieviel Schmerztoleranz muß man aufweisen, daß man sich in aller Öffentlichkeit die eigenen Unzulänglichkeiten vorrechnen läßt? Hat man bei der Süddeutschen Zeitung &#8211; zumindest in deren Online-Redaktion &#8211; inzwischen die Lust am eigenen Siechtum entdeckt? Viele Fragen, kaum plausible Antworten. Was ist geschehen? Die Süddeutsche Zeitung druckt heute ... <a title="Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus &#124; Werkstattnotiz XX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/" aria-label="Mehr Informationen über Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus &#124; Werkstattnotiz XX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/">Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus | Werkstattnotiz XX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ist das Selbstironie, Naivität, Resignation oder Fatalismus? Wieviel Schmerztoleranz muß man aufweisen, daß man sich in aller Öffentlichkeit die eigenen Unzulänglichkeiten vorrechnen läßt? Hat man bei der Süddeutschen Zeitung &#8211; zumindest in deren Online-Redaktion &#8211; inzwischen die Lust am eigenen Siechtum entdeckt?</strong> </p>
<p>Viele Fragen, kaum plausible Antworten. Was ist geschehen? </p>
<p>Die Süddeutsche Zeitung <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/533/140237/" rel="noopener noreferrer">druckt heute</a> längere Passagen der Dankesrede von Frank Schirrmacher<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_0_111" id="identifier_0_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ja, genau der, seines Zeichens Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung">1</a> ab, die dieser am Samstag anläßlich der Verleihung des Jacob-Grimm-Preises &quot;Deutsche Sprache&quot; 2007 in Kassel gehalten hat.</p>
<p>
Es ist ja nicht ungewöhnlich, daß Dankesreden illustrer Zeitgenossen &#8211; zumal, wenn die Rede sich nicht in bloßer Danksagung erschöpft, sondern auch Bedenkenswertes enthält &#8211; in den folgenden Tagen in den sogenannten Qualitätszeitungen dokumentiert werden. Insofern schätze ich es, daß ich heute als Leser der Süddeutschen Zeitung längere Passagen der Rede Schirrmachers präsentiert bekomme.
</p>
<p>Gut, ich gestehe, ich bin kein Freund Schirrmachers, was aber ohnehin kaum erstaunen dürfte, denn andernfalls wäre ich konsequenterweise Abonnent seines offiziellen Verlautbarungsorgans FAZ. Und auch die typisch schirrmachersche Untugend des Kassandrarufens &#8211; wir erinnern uns an das &quot;Methusalem-Komplott&quot; &#8211; trifft bei mir auf wenig Gegenliebe. Was Schirrmacher allerdings vorgestern in Kassel zu sagen wußte, finde ich in weiten Teilen mehr als bedenkenswert.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_1_111" id="identifier_1_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und unterscheide mich damit von weiten Teilen der benachbarten Blogosph&auml;re. Genau die einleitenden Abs&auml;tze, die die Ver&auml;nderungen durch die Internetnutzung thematisieren werden nat&uuml;rlich mehr als kritisch beantwortet. So etwa hier bei &quot;netzpolitik&quot; und &quot;text &amp; blog&quot;.">2</a></p>
<h4 class="pullquote">So respektabel sich die Süddeutsche Zeitung in ihrer täglichen Printausgabe präsentiert, so erbärmlich ist ihr Onlineangebot. <br /></h4>
<p>Nur: Woher nimmt die Süddeutsche Zeitung die Chuzpe diese Rede abzudrucken? Wer hat diesen Text ins Blatt gehievt und v.a.: wer besaß die Tolldreistigkeit diesen Text auch im Internet abzustellen? Denn machen wir uns nichts vor: so respektabel sich die Süddeutsche Zeitung in ihrer täglichen Printausgabe präsentiert, so erbärmlich ist das SZ-Onlineangebot. Und das traurige: es wird immer schlechter.&nbsp;</p>
<p><strong>Wie schlecht muß es um einen stehen, wenn man Ratschläge von der eigenen Konkurrenz nötig hat?</strong></p>
<p>Und so allmählich gewinne ich den Eindruck, daß man es bei der SZ <em>nicht</em> nicht besser machen <em>kann</em>, sondern nicht besser machen <em>will</em>. Denn spätestens seit heute kann man sich ja nicht mehr damit herausreden, man habe es nicht anders gewußt. Um nachzulesen, auf welche Weise und mit welcher Haltung man ein Onlineportal einer deutschen Qualitätszeitung gestalten muß, braucht man zukünftig schließlich nur noch den hauseigenen Schirrmacher-Artikel anklicken. </p>
<p>Denn dort ist &#8211; nach einigen Absätzen, in denen sich Schirrmacher den kulturpessimistischen Tonfall nicht ganz verkneifen kann<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_2_111" id="identifier_2_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Genau dieses etwas &uuml;berzogene Gejammer wird Schirrmacher von verschiedenen Seiten auch vorgeworfen. Wie ich jetzt [nach Ver&ouml;ffentlichung] sehe, hat nun auch SpOn [St&ouml;cker, Chr.: Das Internet ist an allem schuld.] eine Replik eingestellt, ebenfalls gegen die internetkritischen Argumente bezieht De:Bug Stellung. Leider werden so die anderen Passagen, die ich f&uuml;r bedenkenswert halte, &uuml;bersehen.">3</a> &#8211; eindeutig zu lesen:</p>
<blockquote>
<p>Es gibt keine schönere Herausforderung als diese: Nicht nur das Internet zu erobern, sondern auch gegenzuhalten und Optionen anzubieten.</p>
</blockquote>
<p>Und mit &quot;<em>Optionen anbieten</em>&quot; meint Schirrmacher, liebe Freunde von der SZ, bestimmt nicht, daß man noch mehr Energie für dummdreiste Bilderserien verschleudern soll! Es ist kaum zu fassen: anstatt mit journalistischem und gestalterischem Ehrgeiz ein modernes Web-Nachrichten-Portal aufzuziehen, nervt die SZ zunehmend mit billig und lustlos produziertem Content. Blinkende Werbebanner und der grassierende Artikelserien-Fetisch tun ihr weiteres.&nbsp; </p>
<h4 class="pullquote">Haben wir es beim SZ-Online-Auftritt mit einem besonders perfiden Fall von innerbetrieblicher Sabotage zu tun? <br /></h4>
<p>Liegt es vielleicht daran, daß die SZ ausgerechnet diejenigen Mitarbeiter am Onlineauftritt werkeln läßt, die eigentlich gerne etwas zur Printausgabe beitragen würden und nicht dürfen? Haben wir es also mit einem besonders perfiden Fall von innerbetrieblicher Sabotage zu tun? </p>
<p>Denn die Tatsache, daß die Mitarbeit an einer Zeitung wie der SZ ein Privileg ist, ist durchaus nachvollziehbar. </p>
<blockquote>
<p>Die Zeitung liefert eine Haltbarkeit von mindestens 24 Stunden, und in ihren Kommentaren, Rezensionen und Kritiken will sie sogar vor der Nachwelt bestehen. Im Vergleich zum Internet ist sie das verzögernde Moment in der gesellschaftlichen Kommunikation. Deshalb wird sie immer unverzichtbar sein.</p>
</blockquote>
<p>Allerdings, zu früh frohlockt, liebe SZ-Onlinefreunde: die Zukunft liegt genau in der durchdachten Verzahnung von Print- und Onlineangebot. Das eine gegen das andere ausspielen zu wollen, wird nicht funktionieren! Und nach einigen relativ unverdächtigen Gemeinplätzen beginnt Schirrmachers Rede etwas an Fahrt aufzunehmen:</p>
<blockquote><p>Wer glaubt, dass sich, wie in Amerika gesehen, Redaktionen von Zeitungen einzig nach Rendite rechnen sollten &#8211; womöglich einer Rendite, durch die ein Kaufpreis kompensiert werden soll &#8211; wird erleben, dass die Zeitung ihr Denken, ihre Kreativität und Marktstellung verliert. Das kann &#8211; das sei jenen gesagt, die in ihre Kalkulation schon den Qualitätsabbau einplanen &#8211; sehr schnell gehen. </p></blockquote>
<h4 class="pullquote">Warum gibt man sich bei der Gestaltung des Onlineangebots nicht dieselbe Mühe, wie mit der Printausgabe? <br /></h4>
<p>Bemerkte spätestens an dieser Stelle niemand, daß dies wenig anderes als ätzende Kritik am derzeitigen Kurs der SZ ist? </p>
<p>Auch wenn es etwas verklausuliert daherkommt: Schirrmachers Rede ist eine dringende Mahnung, die journalistischen Prinzipien nicht marktwirtschaftlichem Kalkül unterzuordnen. Und das meint eben auch: das Onlineangebot mit demselben Qualitätsanspruch zu gestalten und d.h. auch für dieselbe Zielgruppe, wie die Printausgabe. Denn: liberal-intellektuell auf der einen Seite (Print), seicht-anbiedernd und respektlos auf der anderen Seite (Online) paßt nicht zusammen. </p>
<blockquote>
<p>Eine Zeitung, die einmal aus dem Taktschlag gerät, deren Temperament gebremst und deren geistige Risikobereitschaft entmutigt wird, eine Qualitätszeitung, deren Besitzer einmal die Drehschrauben ansetzen, um zu sehen, wie weit man drehen kann &#8211; diese Zeitung verliert auf Dauer ihre Seele.</p>
<p>Die großen, anerkannten Zeitungen haben, was alle anderen wollen: Autorität. Und wenn sie beherzt das Internet als Ergänzung begreifen, gewinnen sie die Zukunft, die die Pessimisten ihnen ausreden wollen.</p>
</blockquote>
<p>Kann man es einem noch deutlicher ins Stammbuch schreiben? Die Zukunft kann nur gewonnen werden, wenn man &quot;<em>beherzt das Internet als Ergänzung</em>&quot; begreift! <em>Als Ergänzung</em>, liebe SZ! Das ist genau das Gegenteil von &quot;Ablehnung&quot; oder der zur Schau gestellten Unlust, die Ihr an den Tag legt!</p>
<h4 class="pullquote">Das Internet muß als Ergänzung des klassischen Printjournalismus begriffen werden. Muß man der SZ-Redaktion erst erklären, was mit &quot;Ergänzung&quot; gemeint ist? <br /></h4>
<p>Noch wäre Zeit umzusteuern. Ob man noch länger den vorhandenen Kredit verspielen sollte, weiß ich nicht. Und wenn einem schon einmal so gescheite Gedanken auf dem Silbertablett präsentiert werden, sollte man diese vermutlich nicht allzu leichtfertig ignorieren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_3_111" id="identifier_3_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und diesmal kommen die Gedanken ja nicht von einem per se verd&auml;chtigen Web 2.0-Apologeten, sondern aus dem eigenen Lager.">4</a> </p>
<p>Denn prinzipiell haben Medien wie SZ oder FAZ sicher den Vorteil ihres jahrelang erarbeiteten Renommees; und potentiell wäre das auch eine gute Ausgangsbasis für die journalistische Arbeit in der Zukunft: </p>
<blockquote>
<p>Das hat damit zu tun, dass in einem kommunikativen Chaos die verlässlichen Stimmen besser durchdringen. (&#8230;) Die, die sich nicht anstecken lassen, die ihre Qualität, also ihre Inhalte, unverändert lassen, werden sein, was diese Gesellschaft dringender benötigt denn je: der geometrische Ort, an dem die Summe des Tages und der Zeit gezogen wird.</p>
</blockquote>
<p>Man sollte diesen Text den Verantwortlichen bei der SZ zur regelmäßigen Pflichtlektüre machen. Auch wenn es weh tut zu merken, was man in den letzten Jahren im Onlinebereich alles verkehrt angepackt hat&#8230; </p>
<p>Nun steht es ja ohnehin im eigenen Blatt. Schmerzhaft, aber vielleicht notwendig?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<ul>
<li>Schirrmacher, Frank: <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/533/140237/" rel="noopener noreferrer">Wir brauchen eine Debatte</a>, Auszüge aus der Rede zur Verleihung des &quot;Jacob-Grimm-Preises Deutsche Sprache 2007&quot;, Kassel. abgedruckt in: Süddeutsche Zeitung, 29.10.2007, S. 21&nbsp;</li>
</ul>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_111" class="footnote">Ja, genau der, seines Zeichens Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung</li><li id="footnote_1_111" class="footnote">Und unterscheide mich damit von weiten Teilen der benachbarten Blogosphäre. Genau die einleitenden Absätze, die die Veränderungen durch die Internetnutzung thematisieren werden natürlich mehr als kritisch beantwortet. So etwa hier bei &quot;<a href="http://netzpolitik.org/2007/der-untergang-des-abendlandes-durch-das-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik</a>&quot; und &quot;<a href="http://textundblog.de/?p=1880" target="_blank" rel="noopener noreferrer">text &amp; blog</a>&quot;.</li><li id="footnote_2_111" class="footnote">Genau dieses etwas überzogene Gejammer wird Schirrmacher von verschiedenen Seiten auch vorgeworfen. Wie ich jetzt [nach Veröffentlichung] sehe, hat nun auch SpOn [Stöcker, Chr.: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,514107,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet ist an allem schuld</a>.] eine Replik eingestellt, ebenfalls gegen die internetkritischen Argumente bezieht <a href="http://www.de-bug.de/blog/archives/das-internet-ist-doch-nicht-bose.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">De:Bug</a> Stellung. Leider werden so die anderen Passagen, die ich für bedenkenswert halte, übersehen.</li><li id="footnote_3_111" class="footnote">Und diesmal kommen die Gedanken ja nicht von einem per se verdächtigen Web 2.0-Apologeten, sondern aus dem eigenen Lager.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/">Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus | Werkstattnotiz XX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Klick mich! Die todsichere Strategie den Traffic zu erhöhen » Ende der Bildergalerien? &#124; Werkstattnotiz XXXV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2007 07:15:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wieviele Online-Redakteure wohl &#252;ber der Frage br&#252;ten, wie sich m&#246;glichst hohe Klickzahlen generieren lassen? Demjenigen, der hierf&#252;r eine innovative Strategie entwickelt, winkt mit Sicherheit eine stattliche Belohnung und vermutlich umgehend die Bef&#246;rderung zum Chefredakteur. Denn machen wir uns nichts vor: die Qualit&#228;t der Texte und die Aktualit&#228;t der Informationen sind im heutigen Online-Nachrichtengesch&#228;ft nur von ... <a title="Klick mich! Die todsichere Strategie den Traffic zu erhöhen » Ende der Bildergalerien? &#124; Werkstattnotiz XXXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/klick-mich-die-todsichere-strategie-den-traffic-zu-erhoehen-ende-der-bildergalerien-werkstattnotiz-xxxv/" aria-label="Mehr Informationen über Klick mich! Die todsichere Strategie den Traffic zu erhöhen » Ende der Bildergalerien? &#124; Werkstattnotiz XXXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/klick-mich-die-todsichere-strategie-den-traffic-zu-erhoehen-ende-der-bildergalerien-werkstattnotiz-xxxv/">Klick mich! Die todsichere Strategie den Traffic zu erhöhen » Ende der Bildergalerien? | Werkstattnotiz XXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wieviele Online-Redakteure wohl &uuml;ber der Frage br&uuml;ten, wie sich m&ouml;glichst hohe Klickzahlen generieren lassen? Demjenigen, der hierf&uuml;r eine innovative Strategie entwickelt, winkt mit Sicherheit eine stattliche Belohnung und vermutlich umgehend die Bef&ouml;rderung zum Chefredakteur. </strong></p>
<p>Denn machen wir uns nichts vor: die Qualit&auml;t der Texte und die Aktualit&auml;t der Informationen sind im heutigen Online-Nachrichtengesch&auml;ft nur von nachgeordneter Bedeutung. Was z&auml;hlt, ist der Traffic, der auf der Website zusammenl&auml;uft; was z&auml;hlt, ist die Anzahl der aufgerufenen Seiten und sei deren Informationswert noch so gering. Entscheidend sind die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Page_Impression">Page-Impressions</a>, also die Summe der Klicks, die eine Website erzielt. Und um diesen (f&uuml;r die Werbeerl&ouml;se ausschlaggebenden) Wert zu erh&ouml;hen, ist leider fast jedes Mittel recht.</p>
<h4 class="pullquote"> Das einzige Kriterium ist die Zahl der Seitenzugriffe. Wie diese zustande kommen, ist nebens&auml;chlich. Unsinnige Bildergalerien sind leider das Mittel der Wahl.<br /></h4>
<p>Und deshalb sind ganze Heerscharen von Volont&auml;ren und Praktikanten damit besch&auml;ftigt, auf m&ouml;glichst elegante Weise die Leser dazu zu verleiten, nicht nur den einen Artikel zu lesen, weswegen sie den Weg auf die Seite von FAZ, SZ, ZEIT oder SpiegelOnline gefunden haben, sondern nebenbei noch vier, f&uuml;nf oder besser: zwanzig weitere Seiten anzuklicken. Was der User davon hat, ist nebens&auml;chlich. Die Seitenstatistik wird in die H&ouml;he getrieben und die kaufm&auml;nnische Abteilung freut sich. Das Mittel der Wahl sind derzeit Bildergalerien.&nbsp; Zu jedem Thema, das sich anbietet (und ja, ich gestehe: auch leider zu jedem Thema, zu dem es sich <em>nicht </em>anbietet), werden flugs ein paar Photos rausgesucht, die man sich als neugieriger Zeitgenosse ansehen soll. Klick um Klick. </p>
<p>Da&szlig; man die Leser in den allermeisten F&auml;llen f&uuml;r dumm verkauft und sie insgeheim wohl auch daf&uuml;r h&auml;lt, ist leider offensichtlich. Und ebenso bedauerlich ist, da&szlig; die seri&ouml;seren Online-Angebote (eben das der S&uuml;ddeutschen Zeitung oder von SpiegelOnline und Co.) es in ihren marktschreierischen Methoden mit den boulevardesken Portalen locker aufnehmen k&ouml;nnen. Stefan Niggemeier hat wiederholt darauf hingewiesen, wie etwa <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bildergalerien-bingo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SZ</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-fiesen-typen-von-n-tvde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">n-tv</a> ihre Seiten zu Klickmaschinen umbauen.</p>
<p><strong>Der Ausweg: wenn schon Dada, dann richtig</strong></p>
<p>Um ehrlich zu sein, bin ich selbst mehr als genervt von diesen peinlich-anbiedernden Versuchen, mich zum Durchklicken durch diese Nonsense-Galerien zu bewegen. Gibt es keine andere L&ouml;sung, um m&ouml;glichst viele User auf die Seite zu locken? Vielleicht k&ouml;nnte man ja anstelle der Photo-Galerien vor&uuml;bergehend folgendes &quot;<em>Feature</em>&quot; einbauen: f&uuml;r WordPress gibt es neuerdings n&auml;mlich ein kleines Plugin, das aus dem Bloginhalt kleine Zufalls-Miniaturgedichte erstellt. </p>
<p>Die Sprachspielerin nebenan hat es in ihrem Blog eingebaut und <a href="http://www.sprachspielerin.de/2007/11/04/dada/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erste Ergebnisse des Dada-Generators ver&ouml;ffentlicht</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/klick-mich-die-todsichere-strategie-den-traffic-zu-erhoehen-ende-der-bildergalerien-werkstattnotiz-xxxv/#footnote_0_134" id="identifier_0_134" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gehen Sie also r&uuml;ber und probieren Ihr Gl&uuml;ck, ob Ihnen vielleicht ein interessanter lyrischer Wurf gelingt!">1</a> Mit jedem Neuaufruf der Website generiert das Plugin neue lyrische Versuchsballons. Auf den ersten Blick ist das Ergebnis meistens purer Nonsense &#8211; und unterscheidet sich damit&nbsp; nicht von der seitherigen Bildergalerie-Unkultur. Bei mehreren Versuchen und bei genauem Hinsehen findet man aber immer wieder nette Miniaturen &#8211; ausprobieren [<em>hier oder <a href="http://www.sprachspielerin.de/2007/11/04/dada/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei der Sprachspielerin</a></em>] lohnt sich. Und Ergebnisse d&uuml;rfen nat&uuml;rlich gerne auch in den Kommentaren dokumentiert werden&#8230; ;-)</p>
<li><em>Hier findet man das Plugin</em>: <a href="http://www.italyisfalling.com/wordpress-cabaret/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;The WordPress Cabaret&quot;</a>
</li>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Und hier ist ein erster Zufalls-Gedicht-Entwurf [beim erneuten Laden der Seite wird auch jeweils das Gedicht neu erstellt]:</em></p>
<p></p>
<blockquote><p><em><?php make_post_poetry();?></em></p></blockquote>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_134" class="footnote">Gehen Sie also <a href="http://www.sprachspielerin.de/2007/11/04/dada/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">r&uuml;ber</a> und probieren Ihr Gl&uuml;ck, ob Ihnen vielleicht ein interessanter lyrischer Wurf gelingt!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/klick-mich-die-todsichere-strategie-den-traffic-zu-erhoehen-ende-der-bildergalerien-werkstattnotiz-xxxv/">Klick mich! Die todsichere Strategie den Traffic zu erhöhen » Ende der Bildergalerien? | Werkstattnotiz XXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues &#124; Werkstattnotiz 104</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 22:18:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Sonntag schwappt eine mittelgroße Welle der Blogosphären-Metareflexion durch das deutschsprachige Internet. Seit drei SPIEGEL-Autoren sich über die Irrelevanz und v.a. den geringen Politisierungsgrad der deutschen Blogszene mokiert haben, wird heftigst darüber debattiert, ob Blogs möglicherweise ihren Zenit bereits überschritten haben, bevor sie überhaupt nennenswert in Erscheinung getreten sind. In Deutschland gibt es keinen Bedarf ... <a title="Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues &#124; Werkstattnotiz 104" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/" aria-label="Mehr Informationen über Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues &#124; Werkstattnotiz 104">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/">Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues | Werkstattnotiz 104</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Sonntag schwappt eine mittelgroße Welle der Blogosphären-Metareflexion durch das deutschsprachige Internet. Seit drei SPIEGEL-Autoren sich über die Irrelevanz und v.a. den geringen Politisierungsgrad der deutschen Blogszene mokiert haben, wird heftigst darüber debattiert, ob Blogs möglicherweise ihren Zenit bereits überschritten haben, bevor sie überhaupt nennenswert in Erscheinung getreten sind.</strong></p>
<h4><span class="pullquote">In Deutschland gibt es keinen Bedarf an kritischer (Gegen-)Öffentlichkeit?</span></h4>
<p>In meinen Augen ist das <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleine Amüsierstückchen</a> der Jungs von der Brandstwiete nur eine weitere, recht marginale Folge im Grabenkrieg zwischen alten Medien und Web 2.0. Und ob die Kritik substantiell haltbar ist, wird sich in den nächsten 1-2 Jahren zeigen. Ich selbst habe mir eine Replik auf die &#8222;Beta-Blogger&#8220; verkniffen.</p>
<p>Denn grundsätzlich gibt es m.E. an der Kernthese (&#8222;Die deutsche Blogszene ist im Vergleich zur USA weniger politisch und erreicht ein kleineres Publikum.&#8220;) wenig zu rütteln. Und um die marginalen Schlampigkeiten im Spiegel-Artikel haben sich <a href="http://medienlese.com/2008/07/20/blogs-in-deutschland-man-spricht-nicht-darueber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schon</a> <a href="http://www.coffeeandtv.de/2008/07/20/selbstbezogen-und-unprofessionell/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">andere gekümmert</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#footnote_0_344" id="identifier_0_344" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Spiegelfechter etwa, der selbst portr&auml;tiert oder Jan Schmidt, der als Experte zitiert wurde.">1</a><br />
<strong><br />
Weblogs werden dringend gebraucht</strong></p>
<p>Ich für meinen Teil würde dem Spiegel-Essay gerne den &#8222;Fall Bankhofer&#8220; entgegenstellen und damit illustrieren, daß eben auch hierzulande Blogs eine ganz wichtige Rolle spielen (können) &#8211; zwar bislang kaum mit massenmedialer Resonanz, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Um was es geht? Um Prof.  Hademar Bankhofer! &#8211; Was? Sie kennen den Grand Seigneur des Wohlfühl-Medizinjournalismus nicht?</p>
<h4><span class="pullquote">Wäre nicht früher Skepsis angebracht gewesen? Ist es nicht auffällig, wenn Journalisten ihren &#8222;geschenkten&#8220; Professorentitel wie eine Monstranz vor sich hertragen?</span></h4>
<p>Ich kann alle Leser beruhigen, sie haben wenig verpaßt. Der österreichische Journalist Hademar Bankhofer hat sich seit rund 30 Jahren einerseits als Sachbuchautor, andererseits als TV-Gesundheitsexperte einen Namen gemacht. Aber genausowenig, wie Bankhofer einen &#8222;echten&#8220; akademischen Professorentitel innehat,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#footnote_1_344" id="identifier_1_344" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der wurde ihm 199,1 von der in solchen Fragen recht freigiebigen &ouml;sterreichischen Regierung, ehrenhalber verliehen. Bankhofer selbst hat niemals Medizin studiert.">2</a> genausowenig ist er als (kritischer) Journalist erwähnenswert.</p>
<p><strong>Bankhofer &#8211; Der Staubsaugervertreter unter den Gesundheitsjournalisten</strong></p>
<p>Bankhofer, stets gut gelaunt und ebenso frisiert, ist eher der Staubsaugervertreter unter den Gesundheitsjournalisten. Er lächelt nett, versteht es ausgezeichnet, die Rolle des verständnisvollen, abgeklärten &#8222;Experten&#8220; zu spielen und informiert die Fernsehzuschauer über allerlei Kräuterchen, Tees und Hausmittel, die der Gesunderhaltung dienen sollen. Stefan Niggemeier ließ sich jetzt fast zu einer Liebeserklärung hinreißen, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hademar-bankhofer-der-melissa-mann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">als er schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich mag Professor Hademar Bankhofer. Es hat immer so etwas beruhigendes und aufmunterndes, ihm zuzusehen, wenn er mit seinem freundlichen Lächeln, seinem weichen österreichischen Dialekt und seinen bunten Einstecktüchern im Fernsehen steht (und er steht ungefähr immer gerade irgendwo im Fernsehen) und mit einer ansteckenden Euphorie von Wasser, Körnern, Bewegung oder Kräutern schwärmt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und eigentlich ist es ja durchaus lobenswert, wenn den interessierten Zusehern erklärt wird, daß Wechselduschen den Kreislauf anregen oder man einem Bronchialkatarrh auch mit geeigneten Tees und dem Inhalieren von irgendwelchen aufgebrühten Kräutern zuleibe rücken kann. Solcherart sind häufig die Tipps, die Bankhofer (so etwas wie der Jean Pütz der Medizin) auch in seinen unzähligen Büchern gibt.</p>
<p><strong>Böses Wort: Schleichwerbung</strong></p>
<p>Das Problem ist nur: der auf den ersten Blick so seriöse &#8222;Professor&#8220; beschränkt sich nicht nur darauf, reichlich profanes Allerweltswissen zu verkünden. Bisweilen gibt er handfeste Tipps und Ratschläge, die große Zweifel an seiner Unabhängigkeit aufkommen lassen. So scheint Bankhofer beispielsweise  durchaus Sympathien für die &#8222;Maria Clementine Martin Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH&#8220; zu hegen. Jedenfalls wird er nicht müde, deren &#8222;Klostermelisse&#8220; über den grünen Klee zu loben. Und auch die Cholesterinsenker der Firma Pfizer findet der gute Hademar ganz offensichtlich ganz exzellent.</p>
<h4><span class="pullquote">Zufall oder Interessensverquickung? Glaubt Bankhofer den Quatsch, den er vor der Kamera erzählt?</span></h4>
<p>Wäre man böswillig, so ließe sich beinahe Schleichwerbung hinter so geschicktem Productplacement vermuten. Wie nun der verdienstvolle Hockeystick vom Blog &#8222;<a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stationäre Aufnahme</a>&#8220; in einem unbedingt sehenswerten Video zusammengefasst hat,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#footnote_2_344" id="identifier_2_344" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einzig die etwas penetrante Hintergrundmusik st&ouml;rt etwas, ansonsten ein toll gemachtes Beispiel f&uuml;r youtube-Investigationsjournalismus!">3</a> scheint es fast ein Hobby von Professor Bankhofer zu sein, die Werbetrommel für allerlei (Pharma-)Unternehmen zu rühren.</p>
<p>Und diese Story, die Entzauberung des &#8222;Mr. Schleichwerbung&#8220;, ist eben eine Geschichte, die m.E. aufzeigt, worin die große Stärke von Blogs liegt bzw. liegen könnte.</p>
<p>Also: liebe Spiegel-Redakteure, liebe Skeptiker der Weblog-Relevanz: schaut Euch dieses Video an und dann sagt mir, ob es nicht gut ist, daß jemand auch solche Fälle dokumentiert und darüber spricht.</p>
<div class="abstand">
<div class="youtube">
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/yy46vwuSoAg&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/yy46vwuSoAg&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
</div>
</div>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mr. Schleichwerbung</a>, in: Stationäre Aufnahme, 21.7.2008</li>
<li>BooCompany enthüllt: <a href="http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15488" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuer Schleichwerbeskandal in der ARD</a>, 21.7.2008</li>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/blogger-bezichtigen-bankhofer-der-schleichwerbung.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger werfen Bankhofer Schleichwerbung vor</a>, Plazeboalarm, 22.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Spiegel">Spiegel</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Bankhofer">Bankhofer</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Schleichwerbung">Schleichwerbung</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_344" class="footnote">Der <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/374/beta-journalisten-und-beta-blogger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegelfechter</a> etwa, der selbst porträtiert oder <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/169/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan Schmidt</a>, der als Experte zitiert wurde.</li><li id="footnote_1_344" class="footnote">Der wurde ihm 199,1 von der in solchen Fragen recht freigiebigen österreichischen Regierung, ehrenhalber verliehen. Bankhofer selbst hat niemals Medizin studiert.</li><li id="footnote_2_344" class="footnote">Einzig die etwas penetrante Hintergrundmusik stört etwas, ansonsten ein toll gemachtes Beispiel für youtube-Investigationsjournalismus!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/">Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues | Werkstattnotiz 104</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? &#124; Werkstattnotiz 106</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 16:18:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist nett, gut frisiert und sein charmanter österreichischer Akzent war sicher auch nicht von Nachteil, um sich einen Stammplatz als TV-Gesundheitsexperte zu sichern. Nun scheint die Bilderbuchkarriere des Hademar Bankhofer allerdings beendet zu sein. Der WDR stoppt die Zusammenarbeit mit Bankhofer, nachdem in Blogs massive Vorwürfe in Sachen Schleichwerbung formuliert wurden. Der Journalist, der ... <a title="Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? &#124; Werkstattnotiz 106" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/" aria-label="Mehr Informationen über Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? &#124; Werkstattnotiz 106">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/">Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? | Werkstattnotiz 106</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="margin: 8px 10px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Bankhofer_Stern01.jpg" alt="Artikel im Stern" width="200" height="248" /><strong>Er ist nett, gut frisiert und sein charmanter österreichischer Akzent war sicher auch nicht von Nachteil, um sich einen Stammplatz als TV-Gesundheitsexperte zu sichern. Nun scheint die Bilderbuchkarriere des Hademar Bankhofer allerdings beendet zu sein. Der WDR stoppt die Zusammenarbeit mit Bankhofer, nachdem in Blogs massive Vorwürfe in Sachen Schleichwerbung formuliert wurden.</strong></p>
<p>Der Journalist, der sich selbst gerne als &#8222;Mr. Gesundheit&#8220; bezeichnete, stolpert nun offensichtlich über die unlautere Verquickung von werblicher Tätigkeit und seinen Pflichten als Journalist. Schon seit längerem hatten Insider gemunkelt, daß der Saubermann des Gesundheitsjournalismus nicht gar so unabhängig ist, wie er sich gerne gibt.</p>
<p><strong>Wenn Insider bloggen&#8230;</strong></p>
<h4></h4>
<p>Recherchen der Blogger der &#8222;<a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stationären Aufnahme</a>&#8220; und der &#8222;<a href="http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15488/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BooCompany</a>&#8220; haben nun weitere Verdachtsmomente geliefert, wonach Bankhofer recht unverhohlen für Produkte von &#8222;Klosterfrau Melissengeist&#8220; Werbung macht,  u.a. in Sendungen des ARD-Morgenmagazins.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/#footnote_0_345" id="identifier_0_345" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich habe in diesem Beitrag etwas ausf&uuml;hrlicher dar&uuml;ber geschrieben.">1</a></p>
<h4><span class="pullquote">Unheilvolle Mixtur von Gesundheitsjournalismus und PR</span></h4>
<p>Es fällt auf, daß Bankhofer ausdrücklich und wiederholt die &#8222;Klostermelisse&#8220; oder die &#8222;Königsartischocke&#8220; empfiehlt. Das mögen beides wirksame Produkte sein, der Haken an der Sache ist freilich, daß es die Klostermelisse nur als Bestandteil von &#8222;Klosterfrei Melissengeist&#8220; gibt.</p>
<p>Und wer in der Apotheke nach der &#8222;Königsartischocke&#8220; fragt, der bekommt (wie eine <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/herr-bankhofer-und-die-klostermelisse.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kurze Recherche von Marcus Anhäuser</a> ergab) sofort das Präparat &#8222;Hepar SL forte&#8220; über den Ladentisch gereicht. Und auch &#8222;Hepar SL forte&#8220; befindet sich &#8211; wer hätte das gedacht &#8211; im Sortiment der Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH.</p>
<p><strong>Unglaubwürdige Dementis</strong></p>
<p>Gestern dementierte Bankhofer die Vorwürfe &#8211; die Nennung sei zufällig, außerdem gäbe es andere Präparate, die Klostermelisse enthielten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/#footnote_1_345" id="identifier_1_345" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Wort Klostermelisse sei &bdquo;doch mit keinem Produkt erkennbar verbunden.&ldquo; So versuchte sich Bankhofer herauszureden.">2</a> Hier scheint der nette Professor wider besseres Wissen zu mogeln. Zu dieser Ansicht gelangte nun auch der WDR. Wie Thomas Knüwer für <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/wdr-feuert-hademar-bankhofer;2015391" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Handelsblatt schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Jeder kennt den netten grauhaarigen Herrn mit den vielen Kräutern aus dem ARD-Morgenmagazin: Hademar Bankhofer ist wohl Deutschlands bekanntester Ernährungsberater. Nun aber trennt sich der WDR als Produzent des Frühstücksfernsehens von ihm. Grund: Der Verdacht, Bankhofer habe PR für Klosterfrau Melissengeist gemacht. Ausgelöst wurde die Affäre durch die Recherche von Weblogs.</p></blockquote>
<p>Und in der Süddeutschen Zeitung erfährt das <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/339/187743/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Publikum</a>:</p>
<blockquote><p>Ausschlaggebend für den Rausschmiss von Bankhofer war offenbar eine Erklärung des Hauses Klosterfrau, wonach Bankhofer &#8222;seit geraumer Zeit beratend für unser Haus tätig&#8220; sei.</p></blockquote>
<p>Das ist dann doch ein nicht unwesentlicher Widerspruch zur Darstellung von Bankhofer &#8211; und offensichtlich konnte er gegenüber dem WDR keine plausible Erklärung für die subtilen Werbestatements liefern.</p>
<p>So ist das also. Und in meinen Augen ist dabei nicht ganz nebensächlich, wer den Stein ins Rollen gebracht hat. ;-)</p>
<p><strong>Wieviele Relevanzbeweise wollt ihr noch?</strong></p>
<p>Und da Rede mir noch einer davon, daß Blogs irrelevant und selbstbezüglich seien &#8211; der &#8222;Fall Bankhofer&#8220; ist vielleicht nicht mit dem Fall von Andrea Kiewel zu vergleichen, die unlängst für ihre Weight-Watchers-PR abgestraft wurde.</p>
<p>Aber der aktuelle Fall illustriert, daß Weblogs auch in Deutschland als kritische Instanz funktionieren können.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/#footnote_2_345" id="identifier_2_345" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie auch bereits andernorts, etwa bei Don Dahlmann oder Stefan Niggemeier, registriert wird.">3</a></p>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mr. Schleichwerbung</a>, in: Stationäre Aufnahme, 21.7.2008</li>
<li><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1860" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Affäre Bankhofer</a>, Indiskretion Ehrensache, 23.7.2008</li>
<li>BooCompany enthüllt: <a href="http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15488" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuer Schleichwerbeskandal in der ARD</a>, 21.7.2008</li>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/blogger-bezichtigen-bankhofer-der-schleichwerbung.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger werfen Bankhofer Schleichwerbung vor</a>, Plazeboalarm, 22.7.2008</li>
<li>Thomas Knüwer: <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/wdr-feuert-hademar-bankhofer;2015391" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WDR feuert Hademar Bankhofer</a>, Handelsblatt-Online, 24.7.2008</li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/339/187743/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WDR feuert TV-Star Bankhofer</a>, Süddt. Zeitung, 24.7.2008</li>
</ul>
<p>Update (25.7.):</p>
<ul>
<li>Marcus Anhäuser: <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/bankhofers-printerviews.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herr Bankhofers PR-Interviews</a>, 24.7.2008</li>
<li>Die ZEIT: <a href="http://www.zeit.de/online/2008/31/blogs-stuerzen-bankhofer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger stürzen ARD-Gesundheitsguru</a>, 25.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klostermelisse">Klostermelisse</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Bankhofer">Bankhofer</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Schleichwerbung">Schleichwerbung</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_345" class="footnote">Ich habe <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/23/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in diesem Beitrag</a> etwas ausführlicher darüber geschrieben.</li><li id="footnote_1_345" class="footnote">Das Wort Klostermelisse sei &#8222;doch mit keinem Produkt erkennbar verbunden.&#8220; So versuchte sich Bankhofer herauszureden.</li><li id="footnote_2_345" class="footnote">Wie auch bereits andernorts, etwa bei <a href="http://don.antville.org/stories/1819404/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Don Dahlmann</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hademar-bankhofer-der-melissa-mann-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Niggemeier</a>, registriert wird.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/">Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? | Werkstattnotiz 106</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Emnid, &#8222;Vanity Fair&#8220; und die Biotechnologie » Über Amokläufer in der Debatte um die globale Nahrungsmittelkrise &#124; Werkstattnotiz LXXX</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 11:13:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Marktforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=268</guid>

					<description><![CDATA[<p>In meinem Regal steht ein Buch, dessen Titel &#8222;Alles Leben ist Problemlösen&#8220; lautet. In diesem schmalen Band hat der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Karl R. Popper die zentralen Leitlinien seines Denkens zusammengefaßt. Und wer wollte Popper widersprechen? Sind wir nicht täglich mit neuen Problemen konfrontiert? Kleine Probleme, für die wir Lösungen parat haben, sind zumeist eine ... <a title="Emnid, &#8222;Vanity Fair&#8220; und die Biotechnologie » Über Amokläufer in der Debatte um die globale Nahrungsmittelkrise &#124; Werkstattnotiz LXXX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/" aria-label="Mehr Informationen über Emnid, &#8222;Vanity Fair&#8220; und die Biotechnologie » Über Amokläufer in der Debatte um die globale Nahrungsmittelkrise &#124; Werkstattnotiz LXXX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/">Emnid, &#8222;Vanity Fair&#8220; und die Biotechnologie » Über Amokläufer in der Debatte um die globale Nahrungsmittelkrise | Werkstattnotiz LXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-269" style="margin: 6px 8px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/getreide.jpg" alt="Getreide" width="170" height="211" /><strong>In meinem Regal steht ein Buch, dessen Titel &#8222;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492223001?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3492223001">Alles Leben ist Problemlösen</a>&#8220; lautet. In diesem schmalen Band hat der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Karl R. Popper die zentralen Leitlinien seines Denkens zusammengefaßt. Und wer wollte Popper widersprechen? Sind wir nicht täglich mit neuen Problemen konfrontiert?</strong></p>
<p>Kleine Probleme, für die wir Lösungen parat haben, sind zumeist eine sportliche Herausforderung. Aber es gibt selbstverständlich auch große Probleme, richtig große oder richtiger: globale Probleme, zu deren Bewältigung uns häufig weder die Mittel, noch das notwendige Wissen zur Verfügung stehen. Die Herausforderung, die Lebensmittelversorgung für die wachsende Weltbevölkerung sicherzustellen, wäre ein solches Problem globalen Maßstabs. Umso erstaunlicher, daß dabei immer wieder recht simple, technologische Lösungen propagiert werden&#8230;</p>
<h4><span class="pullquote_left">Bilder von Protesten gegen den Preisanstieg, Politikerwarnungen vor Hungerunruhen: &#8222;Horrorszenario Preisexplosion&#8220;.</span></h4>
<p><strong>Nachrichtendominoeffekt </strong></p>
<p>Seit einigen Tagen kann man beobachten, mit welcher seltsamen Eigendynamik und oft verqueren Logik ein Thema in und durch Medien behandelt wird. Ob es zuerst die Nachrichten von stark ansteigenden Lebensmittelpreisen waren oder gleich die Warnung von IWF-Chef Strauss-Kahn vor weltweiten Hungerunruhen, läßt sich kaum mehr genau sagen.</p>
<p>Plötzlich kamen die Bilder von Unruhen in Haiti, Ägypten, der Elfenbeinküste oder Kamerun dazu, die überdeutlich vor Augen führten, daß die Frage nach den Lebensmittelpreisen auch eine soziale Sprengkraft in sich birgt &#8211; die Tatsache, daß es seit Monaten in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern Aufstände u.a. wegen steigender Reispreise gab und gibt, ist nichts weiter als eine Marginalie.</p>
<p>Wir haben also Meldungen über den Anstieg der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt, lesen alarmierende Politikerstimmen, sehen Bilder, die die Problematik illustrieren und schon gesellen sich weitere Diskurselemente hinzu: rasend schnell ist ein Übeltäter identifiziert &#8211; der Biosprit, den die ökologisch verblendeten Industrienationen zur Entlastung ihres Gewissens nachfragen und der dazu führe, daß Soja und Mais zu Treibstoff, anstatt zu Nahrungsmitteln weiterverarbeitet werden.</p>
<p><strong>Ist das Tanken von Biosprit ein &#8222;Verbrechen gegen die Menschheit&#8220;?</strong></p>
<p>Die Debatte kocht hoch. Der UN-Sondergesandte Jean Ziegler bezeichnet Biotreibstoffe als &#8222;Verbrechen gegen die Menschheit&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_0_268" id="identifier_0_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So wird er in der New York Times zitiert. vgl. Erlanger, S.: U.N. Panel Urges Changes to Feed Poor While Saving Environment, NYT, 16.4.2008">1</a> und mitunter erweckt es den Eindruck, als seien Klimaschutz und der Kampf gegen den Welthunger gänzlich unvereinbare Ziele.</p>
<p>Könnte man die Akteure der Debatte vielleicht daran erinnern, daß man mit weniger Adrenalin im Blut besser, kühler, nüchterner denken kann? Denn weder die Ursachen, noch die Lösungen für dieses komplexe sozial-ökologische Problemfeld werden in hitzigen Auseinandersetzungen klarer. Könnte man den voreiligen Schreihälsen bitte mal das oben genannte Buch von Popper zur Lektüre geben? Denn auf Seite 138 steht dort:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir wissen nichts &#8211; das ist das Erste. Deshalb sollen wir sehr bescheiden sein &#8211; das ist das Zweite. Das wir nicht behaupten zu wissen, wenn wir nicht wissen, das ist das Dritte.&#8220;</p></blockquote>
<p>Sobald das alle begriffen haben, könnte man dazu übergehen, die Probleme tatsächlich zu diskutieren. Eine gute Basis wäre der ausführliche Bericht des &#8222;Weltagrar-Rates&#8220; (<a href="http://www.agassessment.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IAASTD</a>)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_1_268" id="identifier_1_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hinter dem K&uuml;rzel IAASTD verbirgt sich: &bdquo;International Assessment of Agricultural Science and Technology for Development&ldquo;">2</a>, der seit vergangener Woche vorliegt. An diesem Bericht haben im Auftrag der UNESCO rund 400 Agrarexperten, Ökologen, Biologen, Wirtschaftsfachleute und Politiker mitgearbeitet. Und die Schlußfolgerungen der Experten sind bedenkenswert.</p>
<p><strong>Zurück zur Problemanalyse: Der IAASTD-Bericht klärt auf </strong></p>
<p>Sie stellen unmißverständlich fest, daß sich die intensive, auf industrielle Monokulturen fixierte Landwirtschaft in eine Sackgasse manövriert hat bzw. zumindest dem Nachhaltigkeitsgebot zuwiderläuft. Oder wie es die <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/718/169226/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SZ formulierte</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der industrielle Intensivanbau in Monokulturen und mit gentechnisch veränderten Pflanzen habe zwar die Produktion gesteigert, schreiben die Experten. <em>&#8222;Aber einfache Bauern, Arbeiter, ländliche Gemeinden und die Umwelt müssen den Preis bezahlen.&#8220;</em> Der Weltlandwirtschaftsrat fordert deswegen die Umstellung auf eine &#8222;multifunktionale&#8220; Landwirtschaft, die den Erhalt und die Erneuerung der natürlichen Ressourcen wie Wasser, Böden, Wälder und Artenvielfalt in den Mittelpunkt rückt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Mir geht es gar nicht um eine detaillierte Analyse der Empfehlungen des IAASTD<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_2_268" id="identifier_2_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Ergebnisse k&ouml;nnen im Einzelnen auf der oben verlinkten Website nachgelesen werden.">3</a>, sondern um die ziemlich unmißverständliche Feststellung, daß regionale, kleinteilige Anbaumethoden der Schlüssel zu einer Sicherstellung der Ernährungsgrundlagen in Entwicklungsländern sind und (ein entscheidender Punkt!), daß die &#8222;grüne&#8220; Gentechnologie im Zweifel eher Teil des Problems<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_3_268" id="identifier_3_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Stichworte: Monopol der Saatgutproduzenten, wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit der Kleinbauern etc.">4</a> und nicht seine Lösung darstellt. Oder wie Stefan Jacobasch<a href="http://www.scienceblogs.de/mahlzeit/2008/04/warum-hungert-die-welt-wirklich.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das IAASTD empfiehlt, lokale Bedingungen für die Landwirtschaft stärker zu berücksichtigen, Kleinbauern und regionale Vertriebswege zu stärken, großflächige Monokulturen zu vermeiden und natürliche Ressourcen zu schützen. Der Biotechnologie und der Gentechnik wird zwar keine eindeutige Absage erteilt, aber das IAASTD sieht in der Technik keine Lösung für das Hungerproblem.&#8220;</p></blockquote>
<p>Es kann also nur darum gehen, die vielfältigen Faktoren sorgfältig auseinanderzuhalten und eindimensionale Schuldzuweisungen zu vermeiden. Es ist weder der Bioethanol, der alleine für die steigenden Preise verantwortlich wäre, noch sind es geldgierige Spekulanten, die alleine die Preise in die Höhe trieben. Genauso müßte man das rasante Wirtschaftswachstum in China oder Indien, das dort zu mehr Wohlstand und gestiegener Fleisch-Nachfrage führt und weitere Faktoren mitberücksichtigen. Hier wären bspw. die Biotechkonzerne Monsanto oder Syngenta zu nennen, die den &#8222;Schwarzen Peter&#8220; aber auch nicht alleine verdient haben.</p>
<h4 class="pullquote">Die Schuldfrage ist nicht eindimensional zu beantworten. Weder der Biosprit, noch Monsanto und Syngenta sind alleinverantwortlich&#8230; Fest steht: Biotechnologie ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems!</h4>
<p>Festzuhalten bleibt jedoch: die grüne Biotechnik ist keinesfalls das Instrument, mit dem der Welthunger bekämpft werden könnte und sollte.</p>
<p>Man braucht die Biotechnologie nicht zu verteufeln, ihr gesundheitliches Risikopotential ist sehr gut untersucht, das Monitoring bei Freisetzungsversuchen hat keine relevanten ökologischen Gefährdungen ergeben, aber: gentechnisch verändertes Saatgut ist kein Allheilmittel, schon gar nicht im Kampf gegen den Hunger.</p>
<p>Und wie die IAASTD-Expertise klarstellt, sind eben &#8222;multifunktionale&#8220;, nicht biotechnologisch-industrielle Landwirtschaftsformen notwendig.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_4_268" id="identifier_4_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es kommt insofern nicht von ungef&auml;hr, da&szlig; viele Industrievertreter kurz vor Ver&ouml;ffentlichung des Berichts den IAASTD verlassen haben. Nachdem sich abzeichnete, da&szlig; die Saatgutgersteller und das Potential der Biotechnik sehr kritisch beurteilt werden w&uuml;rden, &bdquo;schmollten&ldquo; viele Vertreter der Industrieseite.">5</a></p>
<p><strong>Was zum Teufel tut Emnid?</strong></p>
<p>Umso mehr erstaunt mich die Meldung zu einer EMNID-Umfrage, die gestern durch die Agenturen tickerte. Ihr Titel: <strong>&#8222;Akzeptanz von Gentechnik wächst wegen Nahrungsmittelkrise.&#8220;</strong> So eine Feststellung läßt natürlich aufhorchen. Und im Text<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_5_268" id="identifier_5_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So etwa hier in der Agenturaufbereitung des &Auml;rzteblatts.">6</a> heißt es weiter:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_6_268" id="identifier_6_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leider finden sich auf der Emnid-Website keine n&auml;heren Infos.">7</a></p>
<blockquote><p>&#8222;In einer am Mittwoch veröffentlichten Emnid-Umfrage sagten 56 Prozent der Befragten, sie würden genmanipulierte Nahrung essen, wenn so die Hungerkatastrophe abgeschwächt würde.&#8220;</p></blockquote>
<p>Es gibt Tage, da können sich die Urheber solch groben Unfugs glücklich schätzen, daß sie mir nicht im Dunkeln begegnen. Was bitte habt Ihr, liebes Marktforschungsinstitut Emnid und lieber Auftraggeber &#8222;Vanity Fair&#8220;, bei dieser &#8222;Umfrage&#8220; gedacht?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_7_268" id="identifier_7_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es geht jetzt gar nicht darum, da&szlig; die Skepsis der Konsumenten in Bezug auf gentechnologisch ver&auml;nderte Nahrungsmittel m&ouml;glicherweise unangemessen hoch ist, es geht ausschlie&szlig;lich um die suggestive, die j&uuml;ngsten Expertenberichte ignorierende Art der Frage.">8</a> Würdet Ihr mir bitte den genauen Wortlaut Eurer Frage durchgeben, mit der Ihr so entzückende Ergebnisse zu Tage fördert?</p>
<blockquote><p>&#8222;Von den 14- bis 49-Jährigen sagten 67 Prozent, sie würden genveränderte Lebensmittel essen, sollte dies im Kampf gegen die Nahrungsmittelkrise helfen.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Wie realitätsfern können Meinungsumfragen eigentlich sein?</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Die Umfrage suggeriert, die Biotechnologie diene dem Kampf gegen den Welthunger. Die Tatsache, daß die UNESCO-Agrarexperten vor wenigen Tagen genau das Gegenteil betont haben, stört Emnid offenbar gar nicht.</span></h4>
<p>Findet bei Euch überhaupt eine Art Plausibilitäts-Check statt? Wird vorher nicht überprüft, ob die Frage sinnvoll ist? Es ist &#8211; falls ihr das nicht bemerkt habt &#8211; nämlich so, daß allein durch die Art und Weise Eurer Fragestellung ein Zusammenhang zwischen &#8222;grüner&#8220; Gentechnologie und dem Kampf gegen den Welthunger hergestellt wird.</p>
<p>Es wird &#8211; vollkommen ungeachtet der Faktenlage! &#8211; suggeriert, hier bestehe ein positiver Zusammenhang. Und die Frage und eben auch die Veröffentlichung der Umfrage-Ergebnisse erweckt den Eindruck, als sei die Gentechnologie ein probates Mittel, um &#8211; wie ihr schreibt &#8211; &#8222;die Hungerkatastrophe abzuschwächen&#8220;.</p>
<p>Wie bescheuert können Fragestellungen denn noch sein? Darf ich nächste Woche mit demoskopischen Infos dazu rechnen, wieviele Bundesbürger die neuerliche Meisterschaft des FC Bayern München gutheißen, wenn dadurch die Renten gesichert werden?</p>
<p>Bitte, denkt doch das nächste Mal zuerst darüber nach, bevor ihr tausend Bundesbürger befragt und danach solche Nonsensebefunde in die Welt hinauspustet.</p>
<div class="links_kurz"><em><strong>Links:</strong></em></p>
<ul>
<li>Klas, Gerhard: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27766/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teure Nahrungsmittel</a>, telepolis, 23.4.2008</li>
<li>Arbia, Ali: <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/04/ein-paar-gedanken-zum-anstieg-der-nahrungsmittelpreise.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein paar Gedanken zum Anstieg der Nahrungsmittelpreise</a>, zoon politikon, 23.4.2008</li>
<li>Jacobasch, Stefan: <a href="http://www.scienceblogs.de/mahlzeit/2008/04/warum-hungert-die-welt-wirklich.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum hungert die Welt wirklich?</a>, Mahlzeit, 14.4.2008</li>
<li>Süddeutsche Zeitung: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/718/169226/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">54 Staaten wollen radikale Agrarreform</a>, 15.4.2008</li>
</ul>
<p>Die Ergebnisse des IAASTD-Berichts &#8211; in vorbildlicher Aufbereitung:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/#footnote_8_268" id="identifier_8_268" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Diesen Link verdanke ich Stefan Jacobasch, vgl. seinen Blogartikel">9</a></p>
<ul>
<li><a href="http://www.greenfacts.org/en/agriculture-iaastd/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scientific Facts on Agriculture &amp; Development</a>, greenfacts.org</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_268" class="footnote">So wird er in der New York Times zitiert. vgl. Erlanger, S.: <a href="http://www.nytimes.com/2008/04/16/world/europe/16food.html?_r=1&amp;ref=todayspaper" target="_blank" rel="noopener noreferrer">U.N. Panel Urges Changes to Feed Poor While Saving Environment</a>, NYT, 16.4.2008</li><li id="footnote_1_268" class="footnote">Hinter dem Kürzel IAASTD verbirgt sich: &#8222;International Assessment of Agricultural Science and Technology for Development&#8220;</li><li id="footnote_2_268" class="footnote">Die Ergebnisse können im Einzelnen auf der oben verlinkten Website nachgelesen werden.</li><li id="footnote_3_268" class="footnote">Stichworte: Monopol der Saatgutproduzenten, wirtschaftliche Abhängigkeit der Kleinbauern etc.</li><li id="footnote_4_268" class="footnote">Es kommt insofern nicht von ungefähr, daß viele Industrievertreter kurz vor Veröffentlichung des Berichts den IAASTD verlassen haben. Nachdem sich abzeichnete, daß die Saatgutgersteller und das Potential der Biotechnik sehr kritisch beurteilt werden würden, &#8222;schmollten&#8220; viele Vertreter der Industrieseite.</li><li id="footnote_5_268" class="footnote">So etwa <a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32146" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> in der Agenturaufbereitung des Ärzteblatts.</li><li id="footnote_6_268" class="footnote">Leider finden sich auf der Emnid-Website keine näheren Infos.</li><li id="footnote_7_268" class="footnote">Es geht jetzt gar nicht darum, daß die Skepsis der Konsumenten in Bezug auf gentechnologisch veränderte Nahrungsmittel möglicherweise unangemessen hoch ist, es geht ausschließlich um die suggestive, die jüngsten Expertenberichte ignorierende Art der Frage.</li><li id="footnote_8_268" class="footnote">Diesen Link verdanke ich Stefan Jacobasch, vgl. seinen Blogartikel</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/emnid-vanity-fair-und-die-biotechnologie-ueber-amoklaeufer-in-der-debatte-um-die-globale-nahrungsmittelkrise-werkstattnotiz-lxxx/">Emnid, &#8222;Vanity Fair&#8220; und die Biotechnologie » Über Amokläufer in der Debatte um die globale Nahrungsmittelkrise | Werkstattnotiz LXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Viel Feind, viel Ehr&#8216;? » Die Zahl der inhaftierten Blogger steigt an &#124; Werkstattnotiz LXXXXVIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/viel-feind-viel-ehr-die-zahl-der-inhaftierten-blogger-steigt-an-werkstattnotiz-lxxxxviii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2008 13:33:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Polit-Aktivismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um die Relevanz eines Mediums zu beurteilen, bieten sich verschiedene Kenngrößen an: man kann die Reichweite messen, also Auflagenzahl oder Trafficvolumen. Oder man kann versuchen die Nutzungsweisen zu analysieren, um zu klären, welche tatsächliche Auswirkung und Bedeutung die Mediennutzung hat. Man kann freilich bei der Analyse anstatt direkt bei den Rezipienten auch bei den Produzenten ... <a title="Viel Feind, viel Ehr&#8216;? » Die Zahl der inhaftierten Blogger steigt an &#124; Werkstattnotiz LXXXXVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/viel-feind-viel-ehr-die-zahl-der-inhaftierten-blogger-steigt-an-werkstattnotiz-lxxxxviii/" aria-label="Mehr Informationen über Viel Feind, viel Ehr&#8216;? » Die Zahl der inhaftierten Blogger steigt an &#124; Werkstattnotiz LXXXXVIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/viel-feind-viel-ehr-die-zahl-der-inhaftierten-blogger-steigt-an-werkstattnotiz-lxxxxviii/">Viel Feind, viel Ehr&#8216;? » Die Zahl der inhaftierten Blogger steigt an | Werkstattnotiz LXXXXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Um die Relevanz eines Mediums zu beurteilen, bieten sich verschiedene Kenngrößen an: man kann die Reichweite messen, also Auflagenzahl oder Trafficvolumen. Oder man kann versuchen die Nutzungsweisen zu analysieren, um zu klären, welche tatsächliche Auswirkung und Bedeutung die Mediennutzung hat.</strong></p>
<p>Man kann freilich bei der Analyse anstatt direkt bei den Rezipienten auch bei den Produzenten ansetzen &#8211; und die Repressalien, die die jeweiligen Produzenten der Medieninhalte erdulden müssen, wären dann ein Anhaltspunkt, um die tatsächliche Relevanz des Mediums einzuschätzen.</p>
<p><strong>Je mehr Repressalien, desto größer die Bedeutung</strong></p>
<p>Ich gebe zu, daß dies eine etwas perfide Logik ist. Doch wenn man die aktuellen Zahlen aus dem <a href="http://www.wiareport.org/index.php/56/blogger-arrests" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;World Information Access&#8220;-Report</a> der University of Washington heranzieht, so muß man daraus schlußfolgern, daß die Blogosphäre an Bedeutung gewinnt. Im WIA-Report wurde untersucht, wieviele Blogger aufgrund ihrer Blogtätigkeit inhaftiert wurden. Grundlage für die Untersuchung ist eine Auswertung von einschlägigen Medienberichten.</p>
<p>Insgesamt wurden dem WIA-Report zufolge seit 2003 insgesamt 64 Blogger inhaftiert. Die durchschnittliche Haftzeit betrug 15 Monate &#8211; die meisten Fälle werden aus Südostasien und dem Mittleren Osten berichtet. Wie heise aktuell schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ägypten, Iran und China sind die gefährlichsten Orte, um über das politische Leben zu bloggen&#8220;, erläutert der Forschungsleiter, Phil Howard, die Ergebnisse der Medienanalyse. Die Regierungen und Behörden dieser drei Länder seien für die Hälfte der Verhaftungen verantwortlich, &#8222;seit das Bloggen eine große Sache geworden ist&#8220;, weiß der Kommunikationsprofessor.</p></blockquote>
<p>Die Entwicklung sieht so aus (Anklicken öffnet größere Variante):</p>
<p style="text-align: center;"><a  rel="lightbox" href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Blogger_arrested01.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" style="margin: 10px 4px; vertical-align: middle;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Blogger_arrested01a.jpg" alt="Schaubild der inhaftierten Blogger" width="500" height="559" /></a></p>
<p>Ein Schaubild, das einerseits betroffen macht: denn es macht uns bewußt, welchen unglaublichen Luxus es darstellt, daß wir hierzulande das Privileg einer freien Meinungsäußerung genießen dürfen. Wir sollten uns dieses Privilegs wohl noch stärker bewußt sein.</p>
<h2><span class="pullquote">Die traurigen Zahlen illustrieren, daß Blogs als relevantes Medium akzeptiert sind. Leider haben das auch die Despoten begriffen. </span></h2>
<p>Anderseits illustriert die Entwicklung auch, daß (siehe oben) die Blogosphäre inzwischen als relevantes Medium akzeptiert ist. Leider haben das auch Unrechtsregime, Militärdiktaturen und anti-liberale Staaten begriffen.</p>
<p>Hoffen wir also darauf, daß die politischen Aktivisten in Ägypten, Iran, China, Burma und an vielen weiteren Orten auf der Welt mit ihren Nachrichten und Botschaften möglichst viele Leser erreichen und möglichst wenig Repressalien erdulden müssen.</p>
<div class="links_ticker">Links:</p>
<ul>
<li>heise-news: <a href="http://www.heise.de/newsticker/Internet-Zensur-Gefaengnis-fuer-immer-mehr-Blogger--/meldung/109522" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Zensur: Gefängnis für immer mehr Blogger</a>, 16.6.2008</li>
<li>zoon politikon: <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/06/blogger-im-gefangnis.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger im Gefängnis</a>, 17.6.2008</li>
<li>WIA-Report: <a href="http://www.wiareport.org/index.php/56/blogger-arrests" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger Arrests</a>, 10.6.2008 (mit weiteren Daten und Einzelheiten)</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Inhaftierte+Blogger">Inhaftierte Blogger</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/viel-feind-viel-ehr-die-zahl-der-inhaftierten-blogger-steigt-an-werkstattnotiz-lxxxxviii/">Viel Feind, viel Ehr&#8216;? » Die Zahl der inhaftierten Blogger steigt an | Werkstattnotiz LXXXXVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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