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	<title>Linguistik Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Linguistik Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik &#124; Werkstatt-Ticker 15</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 11:39:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Blogs, Politik und Journalismus Die Diskussion, ob Blogs überhaupt als Alternative zum herkömmlichen Journalismus anzusehen sind, darüber, ob Blogger überhaupt journalistische Motive haben und ob Blogs nicht doch nur ein kurzlebiger Hype sind, wird uns noch eine Weile begleiten.1 Immer wieder kreist die Debatte um die Frage, welche bedeutung Blogs heute schon für die ... <a title="Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik &#124; Werkstatt-Ticker 15" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/" aria-label="Mehr Informationen über Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik &#124; Werkstatt-Ticker 15">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/">Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik | Werkstatt-Ticker 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Blogs, Politik und Journalismus<br />
</span></span></h4>
<p>Die Diskussion, ob Blogs überhaupt als Alternative zum herkömmlichen Journalismus anzusehen sind, darüber, ob Blogger überhaupt journalistische Motive haben und ob Blogs nicht doch nur ein kurzlebiger Hype sind, wird uns noch eine Weile begleiten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_0_256" id="identifier_0_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenigstens so lange es Blogs gibt und der letzte Server-Administrator noch nicht den Stecker gezogen hat.">1</a> Immer wieder kreist die Debatte um die Frage, welche bedeutung Blogs heute schon für die journalistische Arbeit, als Recherche- und Inspirationsquelle haben.</p>
<p>Solchen und ähnlichen Fragen ist Peter Bihr in seiner Magisterarbeit nachgegangen. <a href="http://www.thewavingcat.com/weblogs-und-politikjournalisten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Er schreibt selbst dazu</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Doch welche Bedeutung haben Weblogs für die tägliche Arbeit von Politikjournalisten in Deutschland? Im Rahmen dieser Arbeit wurden Politikjournalisten aus den Redaktionen deutscher Tageszeitungen (Print und Online) und von Nachrichtenagenturen dazu befragt, welche Bedeutung Weblogs für ihre Arbeit haben.</p>
<p>Die befragten Politikjournalisten bescheinigten Weblogs mehrheitlich eine geringe Bedeutung für ihre tägliche Arbeit. Für die Auslandsberichterstattung wurde Weblogs eine größere Bedeutung zugeschrieben als für die innenpolitische Berichterstattung.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und Peter stellt seine Arbeit (die man übrigens auch als Buch käuflich erwerben kann) unter der CC-Lizenz zum Download bereit:</p>
<div class="links_kurz">Download:</p>
<ul>
<li>Bihr, Peter (2007): <a  href="http://www.thewavingcat.com/wp-content/uploads/2007/12/peter-bihr-weblogs-und-politische-journalisten-cc-version.pdf">Die Bedeutung von Weblogs für die Arbeit von Politikjournalisten</a></li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Ich twittere, Du twitterst, wir twittern&#8230;</span></span></span></h4>
<p>Zumindest in der hiesigen Blogosphäre ist das Twitter-Paralleluniversum inzwischen akzeptiert und wird immer stärker respektiert. Was sich nicht zuletzt daran ablesen läßt, daß Rivva seit wenigen Tagen auch einen <a href="http://rivva.de/twitter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-News-Channel </a>eingerichtet hat.</p>
<p>Twitter, das für diejenigen, die mit diesem Begriff (noch?!) nichts anfangen können, wird manchmal als ein Micro-Blogging-Dienst beschrieben, was gar nicht so verkehrt ist.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_1_256" id="identifier_1_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und alle Wissenschaftsblogger seien getr&ouml;stet: die Zukunft liegt nicht im Wissenschaftstwittern. 140 Zeichen sind da wohl doch zu limitiert&hellip;">2</a></p>
<p>Was sich dahinter verbirgt? In 140 Zeichen können Twitternutzer kurze Nachrichten, Kommentare oder Links verschicken, die irgendwo in der großen Twittersphäre gelesen werden und in den großen Nachrichtenstrom einfließen. Meine eigenen Twitternachrichten findet man ja links unten hier in der Werkstatt oder auch einfach hier: <a href="http://twitter.com/Werkstatt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter/Werkstatt</a>.</p>
<p>Weshalb ich aber heute darüber schreibe? Vor wenigen Tagen haben der verehrte <a href="http://www.boschblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herr Bosch</a>, der Twitterfreak <a href="http://mymspro.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mspro</a>, Herr Grau und einige Mitstreiter einen hochspannenden Twitter-Meta-Kritik-Blog ins Leben gerufen. Dort werden einerseits besondere Perlen herausgepickt, ausgestellt, vorgestellt und einer quasi-literaturwissenschaftlichen Kritik unterzogen. Andererseits werden einzelne, besonders prominente und/oder originelle<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_2_256" id="identifier_2_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Besteht da eine Korrelation?">3</a> Twitterer vorgestellt.</p>
<p>Und was dort bislang zu lesen war, ist &#8211; egal ob man selbst twittert oder nicht &#8211; eine wahre Freude. Alle Literatur- und Textfreunde, die auch kurzen Sentenzen etwas abgewinnen können, finden dort sehr, sehr lesenswerte Notizen.</p>
<p>Der A- und Promi-Blogger <a href="http://www.twitter.com/kosmar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@kosmar</a> wurde etwa u.a. mit folgendem &#8222;Tweet&#8220; <a href="http://www.twitkrit.de/2008/04/27/kosmar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgestellt</a>; kosmar schrieb am 7. Februar:</p>
<blockquote><p>&#8222;Dann geh ich mal aus mir raus.&#8220;</p></blockquote>
<p>Die Exegese von Twitkrit lautete:</p>
<blockquote><p>&#8222;Seine eigenen Tätigkeiten dagegen beschreibt er zuweilen mit einer philosophischen Tiefe, die selbst Heidegger ehrfürchtig zusammenzucken ließe. Kosmar sein, heißt außer sich sein. Die Sprache, das Haus des Seins, wird bei Kosmar zum Exil&#8230;&#8220;</p></blockquote>
<p>Die Menschen von Twitkrit sind auf dem besten Wege die kritische Begleitung der mikro-literarischen Szene zu revolutionieren. Tweets, also Twitternachrichten, sind bisweilen Gedankendestillate. Schräg, treffend, humorvoll. Manchmall etwas Dada, aber schön. Fast noch schöner ist das, was die Twitkritiker daraus machen.</p>
<div class="links_kurz">Lesen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.twitkrit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitkrit &#8211; Twitterkritik-Blog</a></li>
<li>Blogpiloten: <a href="http://www.blogpiloten.de/2008/04/28/interview-twitkrit-die-twitteraturkritiker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview &#8211; Twitkrit,</a> Gespräch mit Bosch und MSpro. 28.04.2008</li>
</ul>
<p>Und wer twittertechnisch auf dem Laufenden bleiben will, findet hier bei kosmar<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/#footnote_3_256" id="identifier_3_256" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wem sonst?">4</a> viele Twittertools, Tipps und Tricks:</p>
<ul>
<li>kosmar: <a href="http://kosmar.de/archives/2008/04/28/twittertools/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Top-Tipps</a>, 28.4.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Twitter">Twitter</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Twitkrit">Twitkkrit</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Journalismus">Journalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_256" class="footnote">Wenigstens so lange es Blogs gibt und der letzte Server-Administrator noch nicht den Stecker gezogen hat.</li><li id="footnote_1_256" class="footnote">Und alle Wissenschaftsblogger seien getröstet: die Zukunft liegt nicht im Wissenschaftstwittern. 140 Zeichen sind da wohl doch zu limitiert&#8230;</li><li id="footnote_2_256" class="footnote">Besteht da eine Korrelation?</li><li id="footnote_3_256" class="footnote">Wem sonst?</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/weblogs-und-journalismus-twitteraturkritik-werkstatt-ticker-15/">Weblogs und Journalismus ::: Twitteraturkritik | Werkstatt-Ticker 15</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Mehr Mathematikunterricht für Meeresbewohner! » Über zählende Fische und die Bedeutung der Sprache für unser Zahl- und Weltverständnis</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mehr-mathematikunterricht-fuer-meeresbewohner-ueber-zaehlende-fische-und-die-bedeutung-der-sprache-fuer-unser-zahl-und-weltverstaendnis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Feb 2008 18:29:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fische]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich weiß nicht, ob Fische ficken &#8211; auch wenn viele Cineasten diese Frage vermutlich mit &#34;Ja&#34; beantworten würden. Ich weiß aber, daß Fische zählen können. Und das, obwohl ihnen natürlich keine Sprache zur Verfügung steht, um Zahlen- und Mengenverhältnisse zu verbalisieren. Wenn es darum geht, zu zählen und Gegenstände zu erfassen, sind Fische&#160; &#8211; wie ... <a title="Mehr Mathematikunterricht für Meeresbewohner! » Über zählende Fische und die Bedeutung der Sprache für unser Zahl- und Weltverständnis" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mehr-mathematikunterricht-fuer-meeresbewohner-ueber-zaehlende-fische-und-die-bedeutung-der-sprache-fuer-unser-zahl-und-weltverstaendnis/" aria-label="Mehr Informationen über Mehr Mathematikunterricht für Meeresbewohner! » Über zählende Fische und die Bedeutung der Sprache für unser Zahl- und Weltverständnis">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mehr-mathematikunterricht-fuer-meeresbewohner-ueber-zaehlende-fische-und-die-bedeutung-der-sprache-fuer-unser-zahl-und-weltverstaendnis/">Mehr Mathematikunterricht für Meeresbewohner! » Über zählende Fische und die Bedeutung der Sprache für unser Zahl- und Weltverständnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" width="290" height="127" align="right" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); margin: 7px; padding: 1px;" alt="Mosquitofish_01a.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/02/Mosquitofish_01a.jpg" />Ich weiß nicht, ob <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fickende_Fische" target="_blank" >Fische ficken</a> &#8211; auch wenn viele Cineasten diese Frage vermutlich mit &quot;Ja&quot; beantworten würden. Ich weiß aber, daß Fische zählen können. Und das, obwohl ihnen natürlich keine Sprache zur Verfügung steht, um Zahlen- und Mengenverhältnisse zu verbalisieren.</strong></p>
<p><strong> Wenn es darum geht, zu zählen und Gegenstände zu erfassen, sind Fische&nbsp; &#8211; wie jüngste Studien zeigen &#8211; dem Menschen durchaus ebenbürtig, stünde diesem die Sprache nicht zur Verfügung.</strong></p>
<p>Zählen ist doch ein Kinderspiel. Sobald ein kleines Kind seine Welt und die vielen spannenden Gegenstände, die darin vorkommen, entdeckt, beginnt es auch deren Anzahl zu beziffern. Ob ein, zwei oder drei Äpfel auf dem Tisch liegen &#8211; auch sehr kleine Kinder können bald die Mengen und Größenverhältnisse abschätzen. Wenn die Zahl der zu erfassenden Gegenstände aber größer als vier wird, dann stößt die Fähigkeit sich zu orientieren schnell an seine Grenzen. Aktuelle Studien zeigen, daß es erst die Sprache und deren Zahlwörter ermöglicht, daß wir uns den Zahlenraum jenseits der Zahl drei erschließen können.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Zählen ist kein Kinderspiel: für Mengen größer als vier, brauchen wir unbedingt die Sprache<br /></h4>
<p><strong>Die Bedeutung numerischen Vokabulars</strong></p>
<p>Fehlt die Sprache vollständig oder mangelt es dem Wortschatz an Zahlwörtern, dann können auch erwachsene Menschen kaum größere Summen beziffern, bewerten und einschätzen. Im Jahr 2004 berichtete Peter Gordon von Angehörigen der Pirahã in Brasilien. Der Stamm der Pirahã umfaßt nur 200-300 Personen und bevölkert das Amazonasgebiet nahe des Maici-Flußes. Und &#8211; diese Besonderheit macht die Pirahã für Linguisten so spannend &#8211; die Sprache der Pirahã kennt, abgesehen von den Begriffen &quot;eins&quot;, &quot;zwei&quot; und &quot;viele&quot;, keine Zahlwörter. </p>
<blockquote><p>&quot;Die Pirahã sind keineswegs &quot;zurückgeblieben&quot;. Ihre Sprachkenntnis, ihr räumliches Vorstellungsvermögen und ihr Umgang beim Fischen und Jagen sind bemerkenswert. Die Zuordnung zu Zahlen spielt für diese Menschen offenbar keine Rolle. Die Fische, die gefangen werden, sind entweder wenige oder viele. Bei der Jagd wird nur ein Tier, bestenfalls zwei Tiere erlegt. Im Krieg sind die Feinde ein, zwei oder viele Angreifer. Dass Zahlen für den Bewohner des tropischen Regenwaldes keine Bedeutung haben, liegt in den natürlichen Lebensbedingungen begründet.&quot;</p></blockquote>
<p>So die plausible Erklärung, die Herbert Hasenbein <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18153/1.html" target="_blank">in telepolis</a> gab.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mehr-mathematikunterricht-fuer-meeresbewohner-ueber-zaehlende-fische-und-die-bedeutung-der-sprache-fuer-unser-zahl-und-weltverstaendnis/#footnote_0_202" id="identifier_0_202" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl.: Hasenbein, Herbert (2004): Eine Welt ohne Zahlen und ohne Farben, telepolis, 21.8.2004">1</a> Nun ließe sich dieser Befund durchaus im Sinne der <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese">Sapir-Whorf-Hypothese</a> interpretieren. Diese besagt in ihrer ursprünglichen Fassung, daß unsere Muttersprache die Struktur und Inhalte unseres Wahrnehmens und Denkens beeinflußt. Wem also &#8211; so die naheliegende Erklärung &#8211; in seiner Sprache die Zahlbegriffe fehlen, der wird mit größeren Mengen nicht umgehen können. </p>
<h4 class="pullquote"> Wittgenstein hatte Recht: &quot;Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.&quot; &#8212; Und ist die Sapir-Whorf-Hypothese damit bestätigt? <br /></h4>
<p> Allerdings könnte man einwenden, daß es ja eben für die Pirahã keine Notwendigkeit gäbe, größere Mengen zu bezeichnen und sie auch schlicht ungeübt darin seien. Wenn man genug &quot;Training&quot; habe, dann sei die Prägung der Sprache zu vernachlässigen&#8230; </p>
<p>Daß dieser Einwand nicht haltbar ist, zeigen nun aktuelle Untersuchungen von Elizabet Spaepen. Die Linguistin der University von Chicago hatte eine spezielle Gruppe gehörloser Menschen beobachtet, die aus bestimmten Gründen keine Gebärdensprache gelernt haben und sich nur durch selbsterlernte Zeichen verständigen. Diese Personen leben aber &#8211; im Gegensatz zu den Pirahã &#8211; in einer Umwelt, in der der Umgang mit größeren Zahlenwerten durchaus üblich und notwendig ist. Und Spaepen stellte fest, daß diese sog. &quot;Home-Signers&quot; sich auf einem vergleichbaren Zähl-Kompetenzlevel bewegen, wie die Pirahãs. Selbst wenn die gebärdensprachfrei aufgewachsenen Gehörlosen ihre Finger zu Hilfe nahmen, waren alle Mengen größer als vier ein Problem. </p>
<p>Spaepen schlußfolgert, daß es eine notwendige Bedingung darstellt über numerische Begriffe zu verfügen, um sich in komplexeren Zahlenräumen zu orientieren. Die Sapir-Whorf-Hypothese und damit der linguistische Relativismus ist um ein Indiz reicher.</p>
<p><strong>Die mathematischen Talente der Moskitofische</strong></p>
<p>Zu diesen Befunden paßt eine Studie, die der italienische Experimentalpsychologe Christian Agrillo von der Universität Padua durchgeführt hat.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mehr-mathematikunterricht-fuer-meeresbewohner-ueber-zaehlende-fische-und-die-bedeutung-der-sprache-fuer-unser-zahl-und-weltverstaendnis/#footnote_1_202" id="identifier_1_202" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Den Hinweis verdanke ich Tobias Maier vom Blog &quot;Weitergen&quot;.">2</a> Die Forscher machten sich das Verhalten weiblicher Mosquito-Fische zu nutze, die sich bei Angriffen durch Männchen dem nächstgrößeren Fischschwarm anschließen, um darin &quot;unterzuschlüpfen&quot;.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Im Zahlenraum bis einschließlich &quot;vier&quot; orientieren sich Fische ebenso sicher wie Menschen. Wenn es darum geht, die Größe von Fischschwärmen zu taxieren, dann &quot;zählen&quot; die Mosquitofische sehr genau&#8230; <br /></h4>
<p>Die Wissenschaftler stellten fest, daß die weiblichen Fische sehr zielsicher genau den größten Schwarm wählten: wenn ein kleiner Schwarm mit drei und einer mit nur zwei Fischen vorbeikam, dann wählten sie den größeren. Auch bei anderen Konstellationen waren sie treffsicher. Erst wenn die&nbsp; Fischschwärme größer wurden, war die Entscheidung nicht mehr so leicht. Bei Schwärmen bestehend aus mehr als vier unterscheiden die Fische aber dennoch die Anzahl &#8211; wenigstens dann, wenn sich die Größenverhältnisse um den Faktor 2 unterscheiden. Ein Schwarm mit 16 Fischen wurde bspw. als größer identifiziert, als einer mit nur acht Mitgliedern. </p>
<p>Christian Agrillo sagte: </p>
<blockquote><p>&quot;We have provided the first evidence that fish exhibit rudimentary mathematical abilities.&quot;</p></blockquote>
<p>Was lernen wir daraus? Fische weisen ein mathematisches Verständnis auf, das mit demjenigen von Menschen vergleichbar ist, wenn diese keine Zahlbegriffe in ihrer Muttersprache besitzen. Ist diese Erkenntnis nun ernüchternd oder ein weiteres Indiz dafür, was für ein faszinierendes Instrument Sprache ist? Sind wir anderes als ein &quot;sprachbenutzendes&quot; Tier?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Links:</strong></em></p>
<ul>
<li>Christian Agrillo, Marco Dadda, Giovanna Serena, Angelo Bisazza (2008): Do fish count? Spontaneous discrimination of quantity in female mosquitofish. in: Animal Cognition, 2008, Feb 5. [<a href="http://lib.bioinfo.pl/pmid:18247068" target="_blank">Abstract</a>]</li>
<li>Clover, Charles (2008): <a href="http://www.telegraph.co.uk/earth/main.jhtml?xml=/earth/2008/02/26/eafish126.xml" target="_blank">Fish can count to four &#8211; but no higher,</a> telegraph, 26.2.2008</li>
<li>Coppola, Marie / Spaepen, Elizabeth / Kontovas, Nicholas (2006): Number signs in adult homesign gesture systems. In: Quadros, Ronice M. de (ed): TISLR 9 : Theoretical Issues in Sign Language Research 9 : 9 Congreso International de Aspectos Teóricos das Pesquisas nas Linguas de Sinais. December 6 to 9, 2006 Universidade Federal de Santa Catarina Florianópolis, SC Brasil. Florianópolis : Lagoa Editora (2006) &#8211; pp. 55-56 [<a href="http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/BibWeb/LiDat.acgi?ID=65230" target="_blank">Abstract</a>]</li>
<li>Gordon, Peter (2004): Numerical Cognition Without Words: Evidence from Amazonia, in: Science, Vol. 306, pp. 496-499; www.sciencemag.org/cgi/content/full/1094492/DC1 [Download als <a href="http://faculty.tc.columbia.edu/upload/pg328/GordonSciencePub.pdf" target="_blank">PDF</a>]</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_202" class="footnote">vgl.: Hasenbein, Herbert (2004): <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18153/1.html" target="_blank">Eine Welt ohne Zahlen und ohne Farben</a>, telepolis, 21.8.2004</li><li id="footnote_1_202" class="footnote">Den <a target="_blank" href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2008/02/fische-konnen-zahlen.php">Hinweis</a> verdanke ich Tobias Maier vom Blog &quot;Weitergen&quot;.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mehr-mathematikunterricht-fuer-meeresbewohner-ueber-zaehlende-fische-und-die-bedeutung-der-sprache-fuer-unser-zahl-und-weltverstaendnis/">Mehr Mathematikunterricht für Meeresbewohner! » Über zählende Fische und die Bedeutung der Sprache für unser Zahl- und Weltverständnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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