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	<title>Klimapolitik Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 28 Feb 2019 18:37:03 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Klimapolitik Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2008 10:02:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche Wissenschaftler und welche Forschungsinstitute in den einzelnen Disziplinen den größten Einfluß oder zumindest das größte Renommee haben, ist für Außenstehende schwer einzuschätzen. Möglicherweise hat man den einen oder anderen Fachvertreter in einem Zeitungsinterview oder gar mit einem 30-Sekunden-Statement im Fernsehen gesehen, aber ist damit wirklich mehr gesagt, als daß dieser Wissenschaftler eben hinreichend TV-kompatibel ... <a title="Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/" aria-label="Mehr Informationen über Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/">Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen | Werkstattnotiz LXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignnone" style="margin: 5px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Interview_01a.jpg" alt="Interview_01a.jpg" width="245" height="164" align="right" />Welche Wissenschaftler und welche Forschungsinstitute in den einzelnen Disziplinen den größten Einfluß oder zumindest das größte Renommee haben, ist für Außenstehende schwer einzuschätzen.</strong></p>
<p><strong> Möglicherweise hat man den einen oder anderen Fachvertreter in einem Zeitungsinterview oder gar mit einem 30-Sekunden-Statement im Fernsehen gesehen, aber ist damit wirklich mehr gesagt, als daß dieser Wissenschaftler eben hinreichend TV-kompatibel ist, sich offensichtlich kurz zu fassen weiß und zum gewünschten Interviewtermin abkömmlich war?</strong></p>
<p>Daß die forschungsstärksten Wissenschaftler nicht notwendigerweise auch diejenigen mit der höchsten Medienpräsenz sind, ist leicht einzusehen. Die Fähigkeit (und manchmal auch das Glück) die spannendsten Studien durchzuführen und dafür in Fachkreisen Anerkennung zu finden, korreliert nicht unbedingt mit der Fähigkeit weitgehend unfallfrei Sätze in Kameras und Mikrofone zu sprechen. Und daß die ganze Angelegenheit &#8211; wer also rein wissenschaftlich gesehen die höchste Reputation aufweist &#8211; kompliziert ist, kann kaum verwundern.</p>
<h4 class="pullquote_left">Welche Wissenschaftler werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Diejenigen, die in ihrem Fach die Maßstäbe setzen? Oder doch nur die, die unfallfrei einige nette Sätze in die Kamera sprechen können?</h4>
<p>Nicht umsonst widmen sich ganze Institute der Frage, wie man Forschungsleistungen mißt und vergleichbar macht. Und darüber, welche Kriterien herausragende Forschung auszeichnen und wie sich wissenschaftliche Reputation erklärt, streiten die Gelehrten vermutlich bis ans Ende der Zeit&#8230;</p>
<p><strong>Die internationale Liga der Klimaforscher</strong></p>
<p>Einen hochinteressanten Einblick in das Feld der Klimaforschung, der Stars und Sternchen in seinem Fach, gibt Stefan Rahmstorf <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-03-28/bundesliga-der-klimaforschung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Beitrag</a> in seiner &#8222;Klimalounge&#8220;. Dort listet er u.a. diejenigen Forscher auf, deren Studien international am häufigsten zitiert wurden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_0_220" id="identifier_0_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es ist nat&uuml;rlich klar, da&szlig; die Zitationsrate auch nicht das ausschlie&szlig;liche Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz ist. So werden bspw. &Uuml;bersichtsartikel h&auml;ufiger zitiert als eigenst&auml;ndige Studien. Zugleich h&auml;ngt die Quote auch davon ab, ob man zu einer Frage arbeitet und publiziert, die potentiell ein gro&szlig;es Fachpublikum hat oder ob es nur wenige Forscher gibt, die dazu arbeiten. Insofern ist die Zitationsrate eher als &bdquo;Wissenschafts-Technorati&ldquo; einzusch&auml;tzen. ;-) ">1</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Werfen wir also einen Blick auf die Publikationen zum Thema „climate“ [&#8230;] mit deutscher Beteiligung aus den vergangenen zehn Jahren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und er stellt dabei auch die Frage:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie steht die deutsche Klimaforschung dabei qualitativ im internationalen Vergleich da?&#8220;</p></blockquote>
<p>Dabei stellt Stefan Rahmstorf fest, daß die deutschen Klimaforscher durchaus in der Champions-League mitspielen. Wenn man die Zitationswerte zugrundelegt,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_1_220" id="identifier_1_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Stefan Rahmstorf hat dazu im &bdquo;Web of Science&ldquo; die Publikationen gesichtet und dabei die 1000 meistzitierten Studien herausgenommen. Unter diesen h&auml;ufig rezipierten (um unter diese Top-1000 zu kommen mu&szlig; eine Arbeit mindestens 82-mal zitiert werden) sind insgesamt 127 Arbeiten mit deutscher Beteiligung.">2</a> dann rangieren deutsche Wissenschaftler immerhin auf Platz 3. Rund 70% der Top-Studien stammen aus den USA, dahinter stehen die Briten und dann (mit 13% der Studien) die deutschen Wissenschaftler.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Exzellenz und Medienpräsenz sind nicht identisch</strong></p>
<p>Liest man die Namen der Autoren der deutschen Top-Studien, ist man allerdings erstaunt. Wenn man etwa die beiden international am häufigsten zitierten Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biosphäre heranzieht, dann stellt man fest:</p>
<blockquote><p>Mit Gian-Reto Walther (Institut für Geobotanik der Uni Hannover), Annette Menzel (TU München), Franz Bairlein (Vogelwarte Helgoland) und Elisabeth Huber-Sanwald (seinerzeit TU München) &#8211; um nur einige der Autoren dieser beiden Artikel zu nennen &#8211; haben wir in Deutschland also eine Reihe von hervorragenden Experten zu diesem Thema. Dabei fällt mir auf: ich habe noch nie ein Interview dazu mit einem dieser Experten in großen Zeitungen gelesen.</p></blockquote>
<p>Das ist doch ein interessanter Befund: denn offensichtlich stehen andere Wissenschaftler häufiger im Blickpunkt der Medien, obwohl sie möglicherweise fachwissenschaftlich weniger Erfolge auf ihrer Habenseite verbuchen können. Stattdessen finden<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_2_220" id="identifier_2_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was nat&uuml;rlich der Logik von Medien geschuldet ist.">3</a> andere Thesen (also provokantere und eventuell auch schlicht unseriöse Aussagen) durchaus den Weg in Zeitungen und Fernsehen. Und so lamentiert Stefan Rahmstorf:</p>
<blockquote><p>&#8222;Überall (von Focus über Spiegel bis zu taz und Deutschlandfunk) gibt es dafür Interviews mit Josef Reichholf, der zwar zu diesem Thema laut Web of Science noch nie eine Forschungsarbeit publiziert hat, aber dafür behauptet, &#8222;dass die Erwärmung förderlich ist für die Artenvielfalt&#8220;. Genau das Gegenteil dessen also, was die zu diesem Thema forschenden Wissenschaftler herausfinden.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was lernen wir aus dieser interessanten Beobachtung? Einerseits also, daß sich die deutschen Klimatologen im internationalen Vergleich nicht verstecken brauchen. Das ist erfreulich. Gleich mit mehreren Studien (mehr als 5 Nennungen seit 1998) sind etwa Colin Prentice, Andrey Ganopolski, Stefan Rahmstorf, Paul Crutzen oder Helmut Erlenkeuser in der Rangliste vertreten. Anderseits sieht man deutlich, daß wissenschaftliche Produktivität und Exzellenz nicht mit der Medienpräsenz zusammenhängen.</p>
<p>Natürlich: Stefan Rahmstorf selbst ist ein begabter Kommunikator, was auch sein hervorragender Blog beweist. Auch Paul Crutzen ist mir perönlich ein Begriff oder auch Hans-Joachim Schellnhuber (Chef des PIK in Potsdam) wird häufig in Zeitungsberichten zitiert. Und dann gibt es noch Mojib Latif, der auch mediale Qualitäten und eine entsprechende Präsenz aufweist. Aber andere Forscher aus der Liste tauchen in &#8222;den Medien&#8220; kaum auf.</p>
<p><strong>Das &#8222;Falter-Phänomen&#8220;: Wie Medien nach Interviewpartnern suchen</strong></p>
<p>Insofern wirft der Artikel ein bezeichnendes Licht auf die Art und Weise, wie Medien &#8222;ticken&#8220;. Ich möchte deren interne Logik, die selektive Recherche nach Gesprächspartnern als &#8222;Falter-Phänomen&#8220; bezeichnen. Als Falter-Phänomen deshalb, weil der Politikwissenschaftler und Parteienforscher <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=J%C3%BCrgen_W._Falter&amp;oldid=43848170" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen W. Falter</a> mit seiner medialen Omnipräsenz ein Paradebeispiel dafür ist, welche Qualitäten hier gefragt sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_3_220" id="identifier_3_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das sind u.a. auch die F&auml;higkeit das Fachjargon auf ein Mindestma&szlig; zu reduzieren, ohne dabei Einbu&szlig;en im Hinblick auf den Expertenstatus hinnehmen zu m&uuml;ssen. Kurz und knackig, gerne pointiert &ndash; so m&ouml;chten es die Journalisten. Selbstdarstellungsqualit&auml;ten sind nat&uuml;rlich auch gefragt.">4</a></p>
<h4 class="pullquote">Auch der &#8222;Wissenschaftler&#8220; ist ein medienspezifisches Konstrukt. Die Medienpräsenz hängt nicht zwangsläufig von der Reputation ab.</h4>
<p>Es gab Zeiten, in denen man sich nicht sicher sein konnte, ob Sonntagabends in der ARD wirklich noch die Talkshow von Sabine Christiansen oder vielleicht doch die Jürgen W. Falter-Show lief. So häufig war der Mainzer Parteienforscher dort zu Gast, daß er vermutlich alle Mitarbeiter der Talkshow (vom Beleuchter bis zur Garderobenfrau) mit Namen kannte.</p>
<p>Mit diesen Feststellung soll im übrigen nicht zum Ausdruck gebracht werden, es sei nicht wünschenswert, daß Wissenschaftler kompetent und verständlich Auskunft geben. Im Gegenteil: ich halte es sogar für ärgerlich, daß manche Forscher im Kollegenkreis belächelt werden, wenn sie in Interviews Rede und Antwort stehen.</p>
<p>Es ging mir lediglich um die Feststellung, daß es oftmals ein recht kleiner, exklusiver Personenkreis ist, der für das jeweilige Fach &#8222;spricht&#8220;. Und auch hier gilt das Matthäus-Prinzip &#8211; sichtbare Forscher werden mit noch größerer Sichtbarkeit ausgestattet. Im <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleinen</a> <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/109" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rahmen</a> erlebte das dieser Tage auch der &#8222;bloggende Blogforscher&#8220; Jan Schmidt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_4_220" id="identifier_4_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich in Jans Fall ausdr&uuml;cklich darauf hinweisen mu&szlig;, da&szlig; er im Bezug auf die Interviewanfragen der letzten Tage ohne Zweifel die allererste Wahl als Gespr&auml;chspartner ist. Interessant ist hier ja nur, wie sich solche Anfragen h&auml;ufen und fast multiplizieren&hellip;">5</a></p>
<p>Das Fazit: Die Wissenschaftler, die wir in den Medien lesen, sehen und erleben, sind schlicht die Wissenschaftler, die wir in den Medien sehen. Ob es gleichzeitig diejenigen sind, die auch fachintern Maßstäbe setzen, ist eine andere Frage.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>Rahmstorf, Stefan: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-03-28/bundesliga-der-klimaforschung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Bundesliga der Klimaforschung</a>, Wissenslogs &#8211; Klimalounge, 28.3.2008</li>
<li>Zeit-online: <a href="http://www.zeit.de/online/2005/50/quotenkoenige_wissen?1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Sendungsbewussten</a>, Bildergalerie, 8.12.2005</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/18/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena</a>, 18.3.2008</li>
</ul>
<p><em><strong><br />
Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Essays zum Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.</li>
<li>Rahmstorf, Stefan und Schellnhuber, Hans-Joachim (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406508669?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406508669">Der Klimawandel</a>. Beck-Verlag.</li>
<li>Müller, Michael et.a al. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462039601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462039601">Der UN-Weltklimareport</a>. KiWi-Taschenbuch.</li>
<li>Dow, Kirsten und Downing, Thomas E. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3434506101?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3434506101">Weltatlas des Klimawandels &#8211; Karten und Fakten zur globalen Erwärmung</a>. Europ. Verlagsanstalt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_220" class="footnote">Es ist natürlich klar, daß die Zitationsrate auch nicht das ausschließliche Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz ist. So werden bspw. Übersichtsartikel häufiger zitiert als eigenständige Studien. Zugleich hängt die Quote auch davon ab, ob man zu einer Frage arbeitet und publiziert, die potentiell ein großes Fachpublikum hat oder ob es nur wenige Forscher gibt, die dazu arbeiten. Insofern ist die Zitationsrate eher als &#8222;Wissenschafts-Technorati&#8220; einzuschätzen. ;-) </li><li id="footnote_1_220" class="footnote">Stefan Rahmstorf hat dazu im &#8222;Web of Science&#8220; die Publikationen gesichtet und dabei die 1000 meistzitierten Studien herausgenommen. Unter diesen häufig rezipierten (um unter diese Top-1000 zu kommen muß eine Arbeit mindestens 82-mal zitiert werden) sind insgesamt 127 Arbeiten mit deutscher Beteiligung.</li><li id="footnote_2_220" class="footnote">Was natürlich der Logik von Medien geschuldet ist.</li><li id="footnote_3_220" class="footnote">Das sind u.a. auch die Fähigkeit das Fachjargon auf ein Mindestmaß zu reduzieren, ohne dabei Einbußen im Hinblick auf den Expertenstatus hinnehmen zu müssen. Kurz und knackig, gerne pointiert &#8211; so möchten es die Journalisten. Selbstdarstellungsqualitäten sind natürlich auch gefragt.</li><li id="footnote_4_220" class="footnote">Wobei ich in Jans Fall ausdrücklich darauf hinweisen muß, daß er im Bezug auf die Interviewanfragen der letzten Tage ohne Zweifel die allererste Wahl als Gesprächspartner ist. Interessant ist hier ja nur, wie sich solche Anfragen häufen und fast multiplizieren&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/">Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen | Werkstattnotiz LXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verrate mir, wen Du wählst und&#8230; » Politische Präferenzen und die Einstellung zum Klimawandel &#124; Werkstattnotiz LIXXXX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2008 12:54:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tatsache, daß die Wähler konservativer Parteien häufiger den sonntäglichen Gottesdienst besuchen, die Wähler der Grünen dagegen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu den Kunden des Biomarktes gehören, ist bekannt und nicht weiter verwunderlich. Unsere politischen Präferenzen verraten mitunter aber noch mehr über uns: vielleicht sogar, was wir über den Klimawandel denken&#8230; Wenn wir in der Wahlkabine ... <a title="Verrate mir, wen Du wählst und&#8230; » Politische Präferenzen und die Einstellung zum Klimawandel &#124; Werkstattnotiz LIXXXX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/" aria-label="Mehr Informationen über Verrate mir, wen Du wählst und&#8230; » Politische Präferenzen und die Einstellung zum Klimawandel &#124; Werkstattnotiz LIXXXX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/">Verrate mir, wen Du wählst und&#8230; » Politische Präferenzen und die Einstellung zum Klimawandel | Werkstattnotiz LIXXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Tatsache, daß die Wähler konservativer Parteien häufiger den sonntäglichen Gottesdienst besuchen, die Wähler der Grünen dagegen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu den Kunden des Biomarktes gehören, ist bekannt und nicht weiter verwunderlich. Unsere politischen Präferenzen verraten mitunter aber noch mehr über uns: vielleicht sogar, was wir über den Klimawandel denken&#8230;</strong></p>
<p>Wenn wir in der Wahlkabine unser Kreuzchen machen, dann ist das zunächst lediglich Ausdruck unserer ganz individuellen politischen Präferenz in diesem Augenblick. Klar aber ist: unsere Entscheidung in der Wahlkabine ist Ergebnis eines hochkomplexen Prozesses der politischen Willensbildung, in den weltanschauliche Standpunkte, Sozialisationserfahrungen, Werthaltungen, Milieuzugehörigkeiten und vieles andere einfließen.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wir teilen mit den Angehörigen unseres (sozialen) Milieus möglicherweise mehr Eigenschaften, als uns lieb ist&#8230;</h4>
<p>Und diese verschiedenen Einflußfaktoren weisen für jeden Wähler zwar ein spezifisches Profil auf, insgesamt lassen sich aber aus der politischen Präferenz spannende Rückschlüsse auf andere Lebensbereiche ziehen. Und auch wenn in den letzten 20 Jahren die klassischen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/#footnote_0_296" id="identifier_0_296" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Noch in den 60er und 70er Jahren konnte man einigerma&szlig;en trennscharf zwischen (klein-)b&uuml;rgerlichem, konservativ-gehobenem oder dem klassischen Arbeitermilieu unterscheiden. Diese waren vorrangig industriegesellschaftlich gepr&auml;gt.">1</a> <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Milieu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sozialen Milieus</a> an Bindungskraft verloren haben, so haben sich neue, ergänzende Milieus gebildet, die zwar weniger eindeutig und viel bunter als früher sind, dennoch den Demoskopen interessante Einsichten erlauben, wie denn die Angehörigen der einzelnen Gruppen &#8222;ticken&#8220;.</p>
<p>Wobei, keine Angst: nur weil man möglicherweise viele typische Eigenschaften des &#8222;hedonistischen Milieus&#8220; aufweist, so lassen sich aufgrund dessen natürlich keine Rückschlüsse auf die bevorzugten Sexualpraktiken ziehen. Und selbst in der Zusammenstellung unserer Speisekarte können wir davon ausgehen, daß genug Freiheitsspielräume vorliegen, die uns nicht zu gleichgeschalteten Speisezubereitungssoldaten machen, nur weil wir zufälligerweise die CSU wählen.</p>
<p><strong>Was man nicht sagen kann: welche Lieblingsgerichte die Parteianhänger haben</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Wo bleibt die Studie, die anhand der Eßgewohnheiten die politische Einstellung feststellt?</span></h4>
<p>Es wäre zwar durchaus mal spannend, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Ernährungsgewohnheiten mit den Parteipräferenzen korrelieren, aber vermutlich fielen die Ergebnisse ziemlich langweilig aus. Als Arbeitshypothese würde ich ja dem CDU-Wähler eine Vorliebe für Eintöpfe und dem SPD-Genossen einen Hang zu Mettwurstbrötchen attestieren.</p>
<p>Der liberale FDP-Sympathisant findet vermutlich in der italienischen Küche seine Erfüllung und für den Freund der Bündnisgrünen bleibt der Dinkelbratling. Ach ja, die Linke gibt es noch, deren Klientel typischerweise an der Fritten- bzw. Currywurstbude anzutreffen wäre. Und die CSU-Anhänger brauchen zur Leberkäs-Semmel nur ein anständiges Weißbier, dann sind sie zufrieden.</p>
<p>So, damit aber genug in der Vorurteilskiste gewühlt, denn &#8211; das nochmal zur Klarstellung &#8211; einer empirischen Untersuchung hielten meine &#8222;Tipps&#8220; garantiert nicht stand. Obwohl, wenn ich&#8217;s mir recht bedenke&#8230;? ;-)</p>
<p><strong>Was man sagen kann: welche Meinung zum Klimawandel die Parteianhänger haben</strong></p>
<p>Spannender sind möglicherweise ohnehin andere Zusammenhänge &#8211; und <a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/05/wer-glaubt-an-den-klimawandel.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei Thilo Kuessner</a> bin ich auf <a href="http://people-press.org/reports/display.php3?ReportID=417" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Umfrage</a> des Pew-Research-Centers gestoßen, die sich die US-Bevölkerung vorgeknöpft hat, um deren Einstellungen und Einschätzungen zum globalen Klimawandel herauszufinden. Und, das bemerkenswerteste Ergebnis gleich vorweg: die Beurteilung, ob der Klimawandel anthropogene Ursachen hat, hängt sehr stark von der politischen Einstellung ab und (das ist das erstaunliche) je höher der Bildungsgrad, desto stärker der Effekt!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright" style="float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Partei_und_Klimawandel.jpg" alt="Parteien und Klimawandel, Quelle: PEW" width="230" height="275" />In Zahlen: 75% der demokratischen Anhänger mit College-Abschluß glauben, daß die Klimaerwärmung menschliche Ursachen hat (allerdings teilen nur 52% der Demokraten mit geringeren Bildungsabschlüssen diese Ansicht). Die höhere formale Bildung korreliert also mit einer höheren Bewertung der anthropogenen Effekte.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/#footnote_1_296" id="identifier_1_296" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. das Schaubild. Beide Darstellungen sind der Pew-Pressemitteilung bzw. dem PDF entnommen.">2</a></p>
<p>Bei den Republikanern zeigt sich allerdings genau das gegenteilige Bild: dort glauben nur 31% derjenigen (ohne!) Collegeabschluß, daß der Mensch zur Erwärmung beiträgt. Bei den höher gebildeten Republikaner nsind es dann aber nur noch 19%!<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/#footnote_2_296" id="identifier_2_296" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Wortlaut der Studie: &bdquo;Only 19% of Republican college graduates say that there is solid evidence that the earth is warming and it is caused by human activity, while 31% of Republicans with less education say the same.&ldquo;">3</a> Das heißt also: je höher gebildet, desto häufiger wird der anthropogene Einfluß geleugnet!</p>
<p>Ich kann diesen Befund nur irritiert zur Kenntnis nehmen. Hat irgendjemand eine gute Erklärung dafür? Denn naheliegender wäre, daß generell eine höhere Bildung damit einhergeht, daß die derzeit anerkannte wissenschaftliche Position geteilt würde &#8211; also die Anerkennung des anthropogenen Anteils. Bei den Republikanern zeigt sich aber der umgekehrte Effekt.</p>
<p><strong>Umdenken in den Staaten: Klimawandel findet statt</strong></p>
<p>Wenn man den Aspekt der Verursachung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/#footnote_3_296" id="identifier_3_296" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ob durch menschlichen Einflu&szlig; oder nicht.">4</a> außer Acht lässt, so ergeben sich folgende Werte: 49% der Republikaner akzeptieren, daß sich das Klima derzeit in einer Erwärmungsphase befindet. Bei den Demokraten teilen stolze 84% diese Meinung. Insofern <a href="http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2008/05/barack-obama-amerika-muss-sich-andern.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist es nicht verwunderlich</a>, daß Barack Obama letzte Woche gegen die spritfressenden SUVs und allgemein den Energiehunger seiner Landsleute Stellung bezogen hat.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/#footnote_4_296" id="identifier_4_296" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Christian Reinboth kommentierte: &bdquo;Moment mal&hellip;. Keine dicken Gel&auml;ndewagen mehr? Keine Verschwendung von Lebensmitteln? Keine Tag und Nacht laufende Klimaanlage mehr in jedem Zimmer? Und das in den USA?&ldquo;">5</a></p>
<p>Ein weiterer interessanter Aspekt der Umfrage, die sich auf Daten von Ende April bezieht: die Einschätzung bzgl. des Klimawandels weist keine geschlechtsspezifischen Unterschiede auf. Das ist tatsächlich bemerkenswert, denn was ökologische Themen angeht, so sind Frauen zumeist &#8222;sensibler&#8220; und kritischer gegenüber (negativen) Veränderungen. Männer weisen häufig eine gelassenere Position auf, die u.a. mit einem höheren Vertrauen in die (technische) Kontrollier- und Steuerbarkeit solcher Effekte zu tun hat.</p>
<p><strong>Wo befindet sich Klimapolitik auf der politischen Agenda?</strong></p>
<p>Und noch eine letzte informative Tabelle ist im PEW-Bericht zu finden: dort ist gelistet, welche Themen welche Priorität genießen. Für die republikanischen Anhänger steht auf Position 1 unangefochten der Kampf gegen den Terrorismus (86%), ganz zuletzt (12%) rangiert der Klimawandel. Bei den Demokraten hat die Klimapolitik immerhin einen Mittelfeldplatz (47%), ganz oben steht die Gesundheitspolitik (81%).</p>
<p>Hier diese Tabelle (die allerdings aus einer <a href="http://people-press.org/reports/display.php3?ReportID=388" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anderen Umfrage</a> vom Januar 2008 stammt):</p>
<p style="text-align: center;"><img decoding="async" class="aligncenter"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Political_Agenda_US_2008.jpg" alt="Politische Agenda 2008, Quelle: PEW" /></p>
<div class="links_kurz">Links:</p>
<ul>
<li>Pew Research Center: <a href="http://people-press.org/reports/display.php3?ReportID=417" target="_blank" rel="noopener noreferrer">A Deeper Partisan Divide Over Global Warming</a>, 8.5.2008</li>
<li>Kuessner, Thilo: <a href="http://www.scienceblogs.de/mathlog/2008/05/wer-glaubt-an-den-klimawandel.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wer glaubt an den Klimawandel?</a>, Mathlog, 15.5.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klimawandel">Klimawandel</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/US-Wahlkampf">US-Wahlkampf</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wahlforschung">Wahlforschung</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_296" class="footnote">Noch in den 60er und 70er Jahren konnte man einigermaßen trennscharf zwischen (klein-)bürgerlichem, konservativ-gehobenem oder dem klassischen Arbeitermilieu unterscheiden. Diese waren vorrangig industriegesellschaftlich geprägt.</li><li id="footnote_1_296" class="footnote">Vgl. das Schaubild. Beide Darstellungen sind der Pew-Pressemitteilung bzw. dem PDF entnommen.</li><li id="footnote_2_296" class="footnote">Im Wortlaut der Studie: &#8222;Only 19% of Republican college graduates say that there is solid evidence that the earth is warming and it is caused by human activity, while 31% of Republicans with less education say the same.&#8220;</li><li id="footnote_3_296" class="footnote">Ob durch menschlichen Einfluß oder nicht.</li><li id="footnote_4_296" class="footnote">Christian Reinboth kommentierte: &#8222;Moment mal&#8230;. Keine dicken Geländewagen mehr? Keine Verschwendung von Lebensmitteln? Keine Tag und Nacht laufende Klimaanlage mehr in jedem Zimmer? Und das in den USA?&#8220;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/verrate-mir-wenn-du-waehlst-und-politische-praeferenzen-und-die-einstellung-zum-klimawandel-werkstattnotiz-lixxxx/">Verrate mir, wen Du wählst und&#8230; » Politische Präferenzen und die Einstellung zum Klimawandel | Werkstattnotiz LIXXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mythos Tropfenform ::: Wissenschaftliche Suchstrategien ::: Klimawette II &#124; Werkstatt-Ticker 26</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/mythos-tropfenform-wissenschaftliche-suchstrategien-klimawette-ii-werkstatt-ticker-26/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2008 15:22:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Meteorologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Lehrreiche Meteorologie Ich gehöre ja auch eher zu den Zeitgenossen, die aus dem Fenster blicken und himmelwärts schauen, um herauszufinden, wie das Wetter ist. Die Annehmlichkeiten der fortgeschrittenen Zivilisation1 haben zumindest bei mir dazu geführt, daß ich auch bei anhaltendem Regenwetter nicht unbedingt in tiefe Depressionen verfalle. In Zukunft werde ich bei jedem Regenschauer ... <a title="Mythos Tropfenform ::: Wissenschaftliche Suchstrategien ::: Klimawette II &#124; Werkstatt-Ticker 26" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/mythos-tropfenform-wissenschaftliche-suchstrategien-klimawette-ii-werkstatt-ticker-26/" aria-label="Mehr Informationen über Mythos Tropfenform ::: Wissenschaftliche Suchstrategien ::: Klimawette II &#124; Werkstatt-Ticker 26">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/mythos-tropfenform-wissenschaftliche-suchstrategien-klimawette-ii-werkstatt-ticker-26/">Mythos Tropfenform ::: Wissenschaftliche Suchstrategien ::: Klimawette II | Werkstatt-Ticker 26</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><em></em></p>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Lehrreiche Meteorologie</span></span></span></h4>
<p>Ich gehöre ja auch eher zu den Zeitgenossen, die aus dem Fenster blicken und himmelwärts schauen, um herauszufinden, wie das Wetter ist. Die Annehmlichkeiten der fortgeschrittenen Zivilisation<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/mythos-tropfenform-wissenschaftliche-suchstrategien-klimawette-ii-werkstatt-ticker-26/#footnote_0_298" id="identifier_0_298" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hausbau, Zentralheizung, Verf&uuml;gbarkeit regenfester Kleidung.">1</a> haben zumindest bei mir dazu geführt, daß ich auch bei anhaltendem Regenwetter nicht unbedingt in tiefe Depressionen verfalle.</p>
<p>In Zukunft werde ich bei jedem Regenschauer wohl noch ein Stück begeisterter den Niesel-, Bindfaden- oder Sturzbachregen betrachten. Denn beim jüngsten Neuzugang der Scienceblogs, dem &#8222;weatherlog&#8220; des Meteorologen Frank Abel habe ich dazugelernt, daß ich fälschlicher- und unreflektierterweise Anhänger des &#8222;Tropfenglaubens&#8220; gewesen bin. Denn: Regentropfen haben in Wahrheit gar nicht die &#8222;klassische&#8220; Tropfenform. Frank schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Bei kleinen Tropfen bis einem Millimeter Radius behält die Oberflächenspannung die Kontrolle und sorgt für eine <strong>runde Form</strong>. Werden die Tropfen größer, so ist an der Unterseite der Tropfen immer mehr Deformierung zu erkennen, bis sie ab 3 Millimetern eher an ein <strong>Hamburger-Brötchen</strong> erinnern. Bei 4,5 Millimeter hat der Regentropfen eher die Form eines <strong>Fallschirms</strong>, bevor er im nächsten Schritt auseinanderfällt.&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Abel, Frank: <a href="http://www.scienceblogs.de/weatherlog/2008/05/welche-form-haben-regentropfen.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Welche Form haben Regentropfen?</a>, in: weatherlog, 21.5.2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Die Unzulänglichkeit wissenschaftlicher Online-Strategien</span></span></span></h4>
<p>Eine Umfrage bzw. Studie, welche Suchmaschinen von Wissenschaftlern genutzt werden, welche Bedürfnisse eine akademische Suche auszeichnet und ob die verfügbaren Tools die Anforderungen erfüllen, kann ich mir sparen. Diese Untersuchung wurde nämlich bereits durchgeführt, wenn auch die Ergebnisse (noch) nicht öffentlich sind.</p>
<p>Über die ersten Ergebnisse berichtet allerdings Annette Kolbe im cibera-Blog. 82% der Befragten gaben an, daß sie Google regelmäßig nutzen, andere Möglichkeiten werden deutlich seltener nachgefragt. Allerdings gaben 90% der Wissenschaftler an, daß bislang kein Suchportale ihre Wünsche tatsächlich erfülle.</p>
<p>Gibt es diese Suchmaschine tatsächlich nicht oder ist sie der Mehrzahl der Forscher nur nicht bekannt?</p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Kolbe, Annette: <a href="http://blog.cibera.de/2008/05/22/so-recherchieren-deutsche-wissenschaftler/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">So recherchieren deutsche Wissenschaftler</a>, in: cibera-blog, 22.5.2008</li>
</ul>
</div>
<h4><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Klimawette: Die Präzisierung</span></span></span></span></h4>
<p>Vor knapp 2 Wochen hatte ich <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/09/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darüber berichtet</a>, daß der Klimaforscher Stefan Rahmstorf den Autoren einer  Nature-Studie eine Wette angeboten hat. Der Hintergrund: das Team um Keenlyside und Latif hatte in Nature die vorübergehende Abschwächung des globalen Erwärmungstrends prognostiziert. <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/mythos-tropfenform-wissenschaftliche-suchstrategien-klimawette-ii-werkstatt-ticker-26/#footnote_1_298" id="identifier_1_298" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Keenlyside et. al. glauben, da&szlig; ihr neues Modell unter Einbeziehung der beobachteten Oberfl&auml;chentemperaturen der Ozeane eine bessere Prognose erlaubt.">2</a> Rahmstorf und seine Potsdamer Kollegen halten dies für falsch und die neuen Berechnungen bzw. Modellannahmen für unzureichend.</p>
<p>Wie zu erwarten war, hat die Wette für einige Aufregung gesorgt. Überhaupt diskreditiere sich so eine Wette im seriösen wissenschaftlichen Geschäft, so war zu hören. Ich selbst denke, daß man über den Stil sicher streiten kann und vermag zugegebenermaßen nicht beurteilen, ob und inwiefern sich Rahmstorf und die Forscher aus Kiel und Hamburg nicht mehr grün sind. Aber den Umstand, daß dieser Schlagabtausch in und durch wissenschaftliche Blogs geführt wird, halte ich doch für bemerkenswert.</p>
<p>Tatsache ist aber, daß Mojib Latif die Wette abgelehnt hat. Dennoch hatte Stefan Rahmstorf zwischenzeitlich die Eckdaten seines Wettangebots präzisiert. U.a. stellt er fest, daß offenbar das neue Modell für die Vergangenheit mehrmals falsche Werte ergeben hätte.</p>
<div class="links_ticker">Mehr dazu:</p>
<ul>
<li>Klimalounge:<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-05-13/klimawette-teil-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Klimawette 2</a>, 13.5.2008</li>
</ul>
<p>Interview zur Wette und dem Thema Klimaerwärmng mit Stefan Rahmstorf:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?em_cnt=1333686" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;Eiszeit frühestens in 30.000 Jahren&#8220;</a>, Frankfurter Rundschau, 14.5.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klima">Klima</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Forschung">Forschung</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Regentropfen">Regentropfen</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_298" class="footnote">Hausbau, Zentralheizung, Verfügbarkeit regenfester Kleidung.</li><li id="footnote_1_298" class="footnote">Keenlyside et. al. glauben, daß ihr neues Modell unter Einbeziehung der beobachteten Oberflächentemperaturen der Ozeane eine bessere Prognose erlaubt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/mythos-tropfenform-wissenschaftliche-suchstrategien-klimawette-ii-werkstatt-ticker-26/">Mythos Tropfenform ::: Wissenschaftliche Suchstrategien ::: Klimawette II | Werkstatt-Ticker 26</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 08:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Haben wir uns genug empört? Haben wir nicht ausreichend guten Willen und glaubhafte Zerknirschung bewiesen, als uns vergangenes Jahr Al Gore mit seiner Klimadokumentation &#34;Eine unbequeme Wahrheit&#34; über die Ursachen und Konsequenzen der globalen Erderwärmung aufgeklärt hat? Sollten wir stattdessen nicht zu einer Politik des kühlen Kopfes zurückkehren? Wollen wir uns wirklich von all den ... <a title="Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/" aria-label="Mehr Informationen über Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/">Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Haben wir uns genug empört? Haben wir nicht ausreichend guten Willen und glaubhafte Zerknirschung bewiesen, als uns vergangenes Jahr Al Gore mit seiner Klimadokumentation &quot;Eine unbequeme Wahrheit&quot; über die Ursachen und Konsequenzen der globalen Erderwärmung aufgeklärt hat? Sollten wir stattdessen nicht zu einer Politik des kühlen Kopfes zurückkehren? </strong></p>
<p><strong>Wollen wir uns wirklich von all den Untergangsszenarien um Treibhauseffekt, Anstieg der Meeresspiegel, Häufung von extremen Wetterereignissen und die nach oben zeigende Kohlendioxidkurve zu überstürzten Handlungen nötigen lassen? Die Klimadebatte &#8211; so zeigt der kursorische Blick in die Magazine &#8211; geht in eine neue Runde. </strong></p>
<p>Ich will dem äußerst vielschichtigen Konzert der Stimmen (die ernsten Mahner einerseits, die Skeptiker des anthropogenen Klimawandels andererseits) keine weitere Wortmeldung hinzufügen. Ich bin Sozialwissenschaftler und kann mir nicht anmaßen, in der Sache etwas substantielles für die Debatte beizutragen. Das soll heißen, daß ich mir kein Urteil darüber erlauben kann, ob und welche Auswirkungen der Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre hat, ob die Argumentationen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change" target="_blank" >IPCC-Panels</a> plausibel sind oder wo hier Lücken bestehen. Mich interessiert heute lediglich, auf welche Weise und an welchen Orten aktuell über diese Fragen debattiert wird.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote_left"> Der vermeintliche Konsens der Klimaforscher steht in der Kritik. Welche Argumente haben die Skeptiker? Wo wird die Diskussion geführt? Spielen auch wissenschaftliche Blogs eine Rolle? <br /></h4>
<p><strong>Konsens des UN-Weltklimarats: der Klimawandel hat auch anthropogene Ursachen</strong></p>
<p>Nochmals zur Erinnerung: es gibt den sog. UN-Weltklimarat. Dieses IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) kann als Sachverständigenrat angesehen werden, der den Forschungsstand der Klimatologen, Ozeanologen und anderer Fachwissenschaftler sichtet, bewertet und schließlich in einem umfassenden Bericht zusammenfasst. Der &quot;Vierte Sachstandsberichts des IPCC&quot; wurde im Lauf des Jahres 2007 publiziert und war schließlich auch Grundlage für die Verhandlungen der Weltklimakonferenz von Bali im Dezember letzten Jahres. </p>
<p>Der viele hundert Seiten umfassende Bericht kommt zum Schluß, daß wir es gegenwärtig mit einer Klimaerwärmung zu tun haben, die maßgeblich auf menschliche Einflüße (Stichwort: fossile Brennstoffe, Kohlendioxidemissionen) zurückzuführen sind. Was letztes Jahr in der öffentlichen Diskussion noch für besorgte Mienen gesorgt hatte, steht neuerdings wieder in der Kritik: lassen wir uns die drohende Klimakatastrophe am Ende nur von einigen Hysterikern einreden? </p>
<p><strong>Auch die Gegenpositionen kommen wissenschaftlich daher&#8230;</strong></p>
<p>Vor 10 Tagen fand in New York allerdings ein Kongreß statt, der einige Kernthesen des Weltklimaberichts in Frage stellt. Bei genauerem Hinsehen wurde aber deutlich, dass als Referenten nicht nur Fachleute eingeladen waren. Kein Wunder, schließlich wurde die Konferenz vom &quot;Heartland Institute&quot; organisiert, das schon in früheren Jahren durch industriefreundliche Lobbyarbeit aufgefallen ist. Aber die skeptischen Positionen finden auch herzulande immer mehr Resonanz &#8211; die Welt schrieb am 11.3.2008 provokant &quot;<a target="_blank" href="http://debatte.welt.de/kommentare/63831/klimakatastrophe+alles+nur+heisse+luft">Klimakatastrophe – alles nur heiße Luft</a>&quot;.</p>
<p>Ulli Kulke stellt den Konsens der IPCC-Fachleute dann auch grundsätzlich in Frage:&nbsp;</p>
<blockquote><p>&quot;Und inzwischen wird auch immer deutlicher, dass im laufenden Jahrzehnt die globalen Temperaturen im Durchschnitt gar keinen Trend mehr nach oben anzeigen.&quot;</p></blockquote>
<p>Und recht unverblümt schreibt er eine Weltverschwörung der Klimaforscher herbei, der sich nur ein paar aufrechte Geister entgegenstellen &#8211; so etwa die Teilnehmer, der jüngst zu Ende gegangenen New Yorker Konferenz: </p>
<blockquote><p>&quot;Man fühlt sich als neue Nichtregierungsorganisation, auf neudeutsch „Zivilgesellschaft“, die nun gegen den eingefahrenen, offiziellen Klima-Kurs der Regierungen antritt. Ein Anspruch, mit dem die Graswurzelbewegung einst die Umweltpolitik von unten gegen die Ignoranz von oben aufbaute. Jetzt richtet er sich dagegen, dass die im Klimarat versammelten Regierungen in völlig unbegründetem Übereifer die Energieversorgung der Welt, ja die Industriegesellschaft in Frage stellen.&quot; </p></blockquote>
<h4 class="pullquote"> Perfide Taktik der Skeptiker an der Klimaerwärmung: man behauptet eine Weltverschwörung von Wissenschaft und Politik&#8230; <br /></h4>
<p>Ich lese von der &quot;<em>Ignoranz von oben</em>&quot;, vom &quot;<em>völlig unbegründetem Übereifer</em>&quot; der Regierungen und davon, daß viele Thesen des IPCC &quot;<em>maßlos übertrieben</em>&quot; seien und &quot;<em>keiner Empirie</em>&quot; standhielten. Wow! Starker Tobak, oder? </p>
<p>Um ehrlich zu sein, halte ich es für sehr bedenklich, wie hier (in meinen Augen) strategisch motiviert ein bestehender Fachkonsens<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/#footnote_0_210" id="identifier_0_210" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenngleich es auch Klimaforscher gibt, die nicht alle Annahmen des IPCC-Beirats teilen.">1</a> als Alarmismus verunglimpft wird und stattdessen (fast?) alle Fragen als ungeklärt dargestellt werden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/#footnote_1_210" id="identifier_1_210" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und der Versuch, sich in tapferer Gallier-Manier als K&auml;mpfer gegen die b&ouml;se &Uuml;bermacht der Klimawandelapologeten zu gerieren, ist furchtbar l&auml;cherlich.">2</a> Spannend ist aber, an welchen Orten über diese neue Argumentationsattacke der Klimaleugner debattiert wird &#8211; nämlich in wissenschaftlichen Blogs. Und auch hier gibt es kontroverse Positionen. </p>
<p><strong>Die Reaktionen und Diskussionen in den Blogs</strong></p>
<p>Es war bspw. Ali Arbia in seinem Blog &quot;zoon politikon&quot;, der am 7. März die fragwürdige Konferenz in New York ansprach. Und er stellt zutreffend fest:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/#footnote_2_210" id="identifier_2_210" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ali Arbia spricht in diesem Beitrag von sich als &quot;Klimaagnostiker&quot; &ndash; f&uuml;r mich trifft dasselbe zu. ;-) ">3</a></p>
<blockquote><p>&quot;Solche Veranstaltungen hinterlassen den Eindruck einer Kontroverse und das reicht schon, dass viele das Gefühl haben, dass Wissenschaftler offensichtlich selber nicht &#8218;wirklich wissen&#8216;.&quot;<br /><em>[Zoon Politikon, <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/03/hande-weg-von-meiner-realitat.php" target="_blank">Hände weg von meiner Realität</a>, 7.3.2008]</em></p></blockquote>
<p>Kurz darauf <a href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2008/03/klimaleugner-und-klimahysteriker.php" target="_blank">nahm sich</a> Tobias Maier ebenfalls der neu entflammten Debatte an und stöberte in den Quellen der skeptischen Fraktion. Einer der wichtigsten Kritikpunkte der IPCC-Kritiker betrifft offenbar die Frage, ob das Ansteigen des Kohlendioxids überhaupt ursächlich für einen globalen Temperaturanstieg anzusehen ist. Tobias stellt deren These erstmal in den Raum, worauf sich in den Kommentaren lebhafte Diskussionen ergeben; dabei wird durchaus mit wissenschaftlichem Handwerkszeug argumentiert und auch wenn sich dort keine Klimatologen, sondern Biologen, Astronomen und andere Naturwissenschaftler unterhalten, so ist dies dennoch eine Auseinandersetzung auf anspruchsvollem Niveau.</p>
<p>In einem folgenden Artikel ist Tobias <a target="_blank" href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2008/03/klima-ii.php">noch etwas mutiger</a> und skizziert die Argumentation der skeptischen Außenseiter und macht sie sich teilweise zu eigen: </p>
<blockquote><p>&quot;Die momentane Konzentration des CO2 in der Erdatmosphäre ist ausreichend, um praktisch alle relevante Wärmestrahlung zu absorbieren. Eine Verdopplung der CO2 Kozentration würde nicht dazu führen, dass sich die gesamte Erdatmosphäre signifikant erwärmt.&quot;<br /><em>[WeiterGen, <a target="_blank" href="http://www.scienceblogs.de/weitergen/2008/03/klima-ii.php">Weltklimatische Verschwörungstheorie</a>, 13.3.2008]</em> </p></blockquote>
<h4 class="pullquote"> Für die erweiterte Fachdiskussion sind auch Blogs eine legitime Quelle. Erst Recht, wenn in diesen Blogs renommierte Klimaforscher schreiben&#8230; <br /></h4>
<p>Überaus spannend sind die Kommentare &#8211; denn dort wird sowohl auf konventionelle Studien, aber auch auf Blogs als Quelle rekurriert! Zumindest in dieser erweiterten Fachdiskussion scheinen Blogartikel inzwischen als Bezugspunkt akzeptiert zu sein. </p>
<p>Wobei man fairerweise sagen muß, daß es hauptsächlich die Blogs des renommierten Klimaforschers Stefan Rahmstorf<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/#footnote_3_210" id="identifier_3_210" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Rahmstorf ist Chef am Potsdam-Institut f&uuml;r Klimafolgenforschung, Mitautor des IPCC-Klimaberichts und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung f&uuml;r &bdquo;Globale Umweltver&auml;nderungen&ldquo; (WBGU) ">4</a> sind, die hier genannt werden. Alles zwar keine Quellen, die das Peer-Review-Siegel tragen, aber dennoch für eine solche Diskussion als legitimer Referenzpunkt dienlich sind.</p>
<p><strong>Der Fachmann meldet sich zu Wort</strong></p>
<p>Und Stefan Rahmstorf <a target="_blank" href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-03-15/ist-die-erderwaermung-vorbei">mischt sich auch selbst wortgewaltig in die Debatte ein</a>. Der oben erwähnte Welt-Artikel von Ulli Kulke, ist ihm verständlicherweise ein Dorn im Auge. Und so schimpft er (wie ich finde zu Recht) auf die süffisante Kritik des Klimawandel-Skeptikers. </p>
<blockquote><p>&quot;Die Aussage von Kulke ist etwa so clever, als würde man das Kommen des Frühlings anzweifeln, weil es im Verlauf der letzten Woche kühler geworden ist.&quot;</p></blockquote>
<p>Aber Rahmstorf versteht es nicht nur polemisch zu kontern, sondern liefert auch argumentatives Gegenmaterial &#8211; auf die These Kulkes: <em>&quot;Die Welttemperaturen in diesem Winter signalisieren im Vergleich zum vorherigen den steilsten Absturz seit Aufzeichnung der Wetterdaten, der Januar war der kälteste seit 15 Jahren.&quot;</em>, antwortet Rahmstorf so:</p>
<blockquote><p>&quot;Der Hauptgrund für diesen „steilen Absturz“ ist aber nicht, dass Januar 2008 so ungewöhnlich kalt war: seine Temperatur lag deutlich über dem langjährigen Mittel und lag nur um Hundertstel unter (also im Rahmen der Messunsicherheit gleichauf mit) dem Januar 2000. Der Grund ist vielmehr, dass 2007 mit weitem Abstand der wärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen war. Man hätte es auch so formulieren können: inzwischen ist das Klima derart warm, dass selbst „der steilste Absturz seit Aufzeichnung“ keinen richtig kalten Januar mehr bringt.&quot;</p></blockquote>
<p>Der <a target="_blank" href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-03-15/ist-die-erderwaermung-vorbei">Artikel </a>von Stefan Rahmstorf in seiner &quot;<a  target="_blank" href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge">KlimaLounge</a>&quot; bei den Spektrum-Wissenslogs ist eine unbedingte Lesesempfehlung! So kann wissenschaftliches Bloggen im Idealfall aussehen!&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="2" />&nbsp;</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li>Rahmstorf, Stefan: <a target="_blank" href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-03-15/ist-die-erderwaermung-vorbei">Ist die Erderwärmung vorbei?</a>, Wissenslogs, 15.3.2008&nbsp;</li>
<li>Kullke, Uli: <a target="_blank" href="http://debatte.welt.de/kommentare/63831/klimakatastrophe+alles+nur+heisse+luft">Klimakatastrophe – alles nur heiße Luft</a>, Die Welt, 11.3.2008 </li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Rahmstorf, Stefan und Schellnhuber, Hans-Joachim (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406508669?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406508669">Der Klimawandel</a>. Beck-Verlag.</li>
<li>Müller, Michael et.a al. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462039601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462039601">Der UN-Weltklimareport</a>. KiWi-Taschenbuch. </li>
<li>Dow, Kirsten und Downing, Thomas E. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3434506101?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3434506101">Weltatlas des Klimawandels &#8211; Karten und Fakten zur globalen Erwärmung</a>. Europ. Verlagsanstalt. </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_210" class="footnote">Wenngleich es auch Klimaforscher gibt, die nicht alle Annahmen des IPCC-Beirats teilen.</li><li id="footnote_1_210" class="footnote">Und der Versuch, sich in tapferer Gallier-Manier als Kämpfer gegen die böse Übermacht der Klimawandelapologeten zu gerieren, ist furchtbar lächerlich.</li><li id="footnote_2_210" class="footnote">Ali Arbia spricht <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2008/03/bekenntnisse-eines-klimaagnostikers-eine-replik.php" target="_blank">in diesem Beitrag</a> von sich als &quot;Klimaagnostiker&quot; &#8211; für mich trifft dasselbe zu. ;-) </li><li id="footnote_3_210" class="footnote">Rahmstorf ist Chef am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Mitautor des IPCC-Klimaberichts und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für „Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/">Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Klimawette » Duell der Klimaforscher &#124; kurz&#038;knapp 35</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 May 2008 06:54:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist unstrittig: Wissenschaft basiert auf dem Prinzip des Falsifikationismus. Solange eine wissenschaftliche Behauptung nicht widerlegt ist, hat sie als wahr zu gelten. Doch was ist wenn sich wissenschaftliche Aussagen gar nicht unmittelbar überprüfen lassen? Was ist, wenn mit wissenschaftlichem Anspruch solche Behauptungen aufgestellt werden, deren Richtigkeit sich erst in der Zukunft herausstellen wird? Wer ... <a title="Klimawette » Duell der Klimaforscher &#124; kurz&#038;knapp 35" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/" aria-label="Mehr Informationen über Klimawette » Duell der Klimaforscher &#124; kurz&#038;knapp 35">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/">Klimawette » Duell der Klimaforscher | kurz&#038;knapp 35</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/05/Planet_Erde.jpg" alt="Erde Quelle: stock.xchng, User: barunpatro" width="195" height="195" /><strong>Es ist unstrittig: Wissenschaft basiert auf dem Prinzip des Falsifikationismus. Solange eine wissenschaftliche Behauptung nicht widerlegt ist, hat sie als wahr zu gelten. Doch was ist wenn sich wissenschaftliche Aussagen gar nicht unmittelbar überprüfen lassen?</strong></p>
<p>Was ist, wenn mit wissenschaftlichem Anspruch solche Behauptungen aufgestellt werden, deren Richtigkeit sich erst in der Zukunft herausstellen wird? Wer überprüft wirklich, ob die Voraussagen der Forscher eintrafen? Und: wer nimmt Kenntnis vom Resultat der Überprüfung?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_0_286" id="identifier_0_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Klar ist, da&szlig; innerhalb der &bdquo;scientific community&ldquo; die Behauptungen (wenn sie hinreichend relevant sind) durchaus &uuml;berpr&uuml;ft werden, aber bekommt davon dann wirklich die &Ouml;ffentlichkeit was mit?">1</a></p>
<p>Nach einer aktuellen Studie von Klimaforschern des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und des Hamburger Max-Planck Instituts für Meteorologie wird sich der Erwärmungstrend des Weltklimas vorläufig abschwächen. Wie die Wissenschaftler um Noel Keenlyside und Mojib Latif <a href="http://www.nature.com/nature/journal/v453/n7191/abs/nature06921.html" target="_blank">letzte Woche in Nature</a> ausführten, haben die Berechnungen auf der Basis eines neuen Klimamodells<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_1_286" id="identifier_1_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In ihre neue Analyse haben die Forscher die Effekte von Meeresstr&ouml;mungen und den Meeresoberfl&auml;chentemperaturen integriert und k&ouml;nnen &ndash; so ihre Behauptung &ndash; damit kurzfristigere Klimaschwankungen prognostizieren.">2</a>  ergeben, daß die anthropogene Klimaerwärmung in den nächsten Jahren durch andere Effekte überlagert und abgemildert wird.</p>
<p><strong>Wer hat recht? Gibt es eine Abschwächung der Klimaerwärmung oder nicht?</strong></p>
<p>Nun hat gestern Stefan Rahmstorf<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_2_286" id="identifier_2_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zu Stefan Rahmstorf und dem Streitthema Klimapolitik hatte ich zuletzt hier und hier in der Werkstatt geschrieben.">3</a> den Handschuh aufgenommen und den Kollegen <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-05-08/die-klimawette" target="_blank">eine spannende Wette angeboten.</a> Rahmstorf, ebenso streitbarer wie renommierter Klimatologe am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitautor des IPCC-Kilmaberichts, hat offenbar Zweifel an der Prognose und hält dagegen. Wie er in seiner &#8222;KlimaLounge&#8220; schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Eine andere Frage erhielt bislang jedoch wenig Aufmerksamkeit: Wird die Vorhersage auch eintreffen?</p>
<p>Wir bezweifeln das – und wir sind bereit, eine Wette anzubieten und dabei einen nicht unerheblichen Geldbetrag aufs Spiel zu setzen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Das ist &#8211; wie ich finde &#8211; ein wirklicher Knaller. Natürlich ist das vielleicht typisch Rahmstorf, aber wieso hier nicht in den sportlich-wissenschaftlichen Wettstreit eintreten? Die Forschergruppen sind sich ja im Hinblick auf viele Grundannahmen einig,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_3_286" id="identifier_3_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Denn da&szlig; die Klimaerw&auml;rmung anthropogen verursacht und mittelfristig auch eintreten wird, dar&uuml;ber streiten die &bdquo;Konkurrenten&ldquo; ja gar nicht. Es geht ausschlie&szlig;lich um den Zeitraum bis 2015.">4</a> was die Temperaturentwicklung in den nächsten Jahren angeht, allerdings nicht.</p>
<p>Und wie man sieht, nimmt Rahmstorf <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_R._Popper" target="_blank">Karl Raimund Popper</a> erfreulich ernst. Dieser schrieb in seiner &#8222;Logik der Forschung&#8220;:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ein empirisch-wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können.&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_4_286" id="identifier_4_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="K.R.Popper (1935): Die Logik der Forschung, S. 17. vgl. Online-Textausgabe auf der Grundlage der 2. Ausgabe von 1966.">5</a></p></blockquote>
<p>Genau! Und folglich fordert Rahmstorf die Kollegen auf, für ihre Behauptung auch einzustehen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Wette, die wir vorschlagen, ist ganz einfach und bezieht sich direkt auf die Voraussage, die Keenlyside <em>et al.</em> in ihrem Nature-Artikel über die globale Temperatur treffen. Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (ihre erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.</p>
<p>Das gleiche soll auch für ihre zweite Voraussage gelten. Erweist sich die Durchschnittstemperatur im Zeitraum zwischen 2005 und 2015 (*) als geringer oder gleich der Temperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*), zahlen wir ihnen 2500 Euro. Sollte die Durchschnittstemperatur höher sein, zahlen sie diesen Betrag an uns.&#8220;</p></blockquote>
<p>Spannend wird nun zunächst sein, ob das Team um Keenlyside und Latif auf dieses Spiel eingeht. Stefan Rahmstorf riskiert freilich auch, daß seine freche Attacke ignoriert wird. Wobei er m.E. mit seiner Anmerkung durchaus richtig liegt:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_5_286" id="identifier_5_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei man auch kontern k&ouml;nnte und feststellen, da&szlig; sich Latif und Co. f&uuml;r solche pubert&auml;ren Sp&auml;&szlig;chen zu schade sind&hellip;">6</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Nehmen sie es nicht an, wirft das die Frage auf, inwieweit sie ihrer eigenen Vorhersage trauen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Diese Wette sollte, auch wenn sie spielerisch daherkommt, keineswegs als bloße Spielerei verstanden werden. Denn im Kern steckt ja ein handfeste wissenschaftliche Meinungsverschiedenheit dahinter. Ein Wettstreit der Klimamodelle, ein Wettstreit bzgl. der triftigen Grundannahmen und deren Auswirkungen.</p>
<p>Und, dies als abschließende Randnotiz: hochinteressant ist es nebenbei auch, daß Rahmstorf seinen Blog nutzt, um diese Wette vorzuschlagen. Da sage mir noch einer, wissenschaftliche Blogs seien irrelevant! Schaut her: da schreiten hochdekorierte, international etablierte Klimatologen zum offenen Schlagabtausch<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/#footnote_6_286" id="identifier_6_286" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und Streitgegenstand sind die Aussagen innerhalb eines Nature-Artikels!">7</a> &#8211; und das alles vor den Augen der wissenschaftlichen Blogöffentlichkeit. Toll!</p>
<div class="links_kurz"><em><strong> Links:</strong></em></p>
<ul>
<li>Keenlyside, N. S., M. Latif, J. Jungclaus, L. Kornblueh, and E. Roeckner (2008): <a href="http://www.nature.com/nature/journal/v453/n7191/abs/nature06921.html" target="_blank">Advancing Decadal-Scale Climate Prediction in the North Atlantic Sector</a>. Nature, 453, 84-88.</li>
<li>Stefan Rahmstorf et. al.: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-05-08/die-klimawette" target="_blank">Die Klimawette</a>, in: KlimaLounge [Wissenslogs], 8.5.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klimawandel">Klimawandel</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Scienceblogs">Scienceblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klimawette">Klimawette</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_286" class="footnote">Klar ist, daß innerhalb der &#8222;scientific community&#8220; die Behauptungen (wenn sie hinreichend relevant sind) durchaus überprüft werden, aber bekommt davon dann wirklich die Öffentlichkeit was mit?</li><li id="footnote_1_286" class="footnote">In ihre neue Analyse haben die Forscher die Effekte von Meeresströmungen und den Meeresoberflächentemperaturen integriert und können &#8211; so ihre Behauptung &#8211; damit kurzfristigere Klimaschwankungen prognostizieren.</li><li id="footnote_2_286" class="footnote">Zu Stefan Rahmstorf und dem Streitthema Klimapolitik hatte ich zuletzt <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/30/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/" target="_blank">hier</a> und <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/18/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/" target="_blank">hier </a>in der Werkstatt geschrieben.</li><li id="footnote_3_286" class="footnote">Denn daß die Klimaerwärmung anthropogen verursacht und mittelfristig auch eintreten wird, darüber streiten die &#8222;Konkurrenten&#8220; ja gar nicht. Es geht ausschließlich um den Zeitraum bis 2015.</li><li id="footnote_4_286" class="footnote">K.R.Popper (1935): Die Logik der Forschung, S. 17. vgl. <a href="http://www.uni-rostock.de/fakult/philfak/fkw/iph/strobach/hroseminare/modul/popper.html" target="_blank">Online-Textausgabe</a> auf der Grundlage der 2. Ausgabe von 1966.</li><li id="footnote_5_286" class="footnote">Wobei man auch kontern könnte und feststellen, daß sich Latif und Co. für solche pubertären Späßchen zu schade sind&#8230;</li><li id="footnote_6_286" class="footnote">Und Streitgegenstand sind die Aussagen innerhalb eines Nature-Artikels!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/klimawette-duell-der-klimaforscher-kurzknapp-35/">Klimawette » Duell der Klimaforscher | kurz&#038;knapp 35</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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