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	<title>Journalismus Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Journalismus Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen &#124; Werkstattnotiz LVI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 09:03:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein einradfahrender Ex-Dermatologe aus Newcastle radelt ein Jahr lang durch die Stadt, dokumentiert die Reaktionen der Passanten, schreibt eine Wissenschaftspersiflage und die deutschen Journalisten haben eine Geschichte. Und die Engländer freuen sich über die Deutschen, die den Humor nicht verstanden haben, den britischen. Am Anfang jeder wissenschaftlichen Studie steht das Forschungsdesign. Denn schließlich gibt es ... <a title="Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen &#124; Werkstattnotiz LVI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/" aria-label="Mehr Informationen über Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen &#124; Werkstattnotiz LVI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/">Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen | Werkstattnotiz LVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein einradfahrender Ex-Dermatologe aus Newcastle radelt ein Jahr lang durch die Stadt, dokumentiert die Reaktionen der Passanten, schreibt eine Wissenschaftspersiflage und die deutschen Journalisten haben eine Geschichte. Und die Engländer freuen sich über die Deutschen, die den Humor nicht verstanden haben, den britischen.  </strong> </p>
<p>Am Anfang jeder wissenschaftlichen Studie steht das Forschungsdesign. Denn schließlich gibt es immer verschiedene Vorgehensweisen, um sich einer Antwort auf die jeweilige Forschungsfrage anzunähern. Man kann klassisch vorgehen, sich an anderen Untersuchungen orientieren oder extravagantere Zugänge ausprobieren. </p>
<h4 class="pullquote_left"> Wieso lassen sich deutsche Wissenschaftsjournalisten so leicht an der Nase herumführen? <br /></h4>
<p>Für die hiesigen Wissenschaftsjournalisten spielt es aber offenbar keine Rolle, wie bestimmte Thesen zustande gekommen sind. Sind die Untersuchungen methodisch sauber durchgeführt oder gemäß einer Schrotschußmethode? In deutschen Wissenschaftsredaktionen läßt man sich ganz offensichtlich gerne zum Narren halten und verkauft auf diese Weise die Leser für dumm.</p>
<p><u><em>Gedankenexperiment und Aufgabenstellung: </em></u><em></em></p>
<p><em>Entwickeln Sie ein Untersuchungsdesign, um Ursachen und Artikulationsformen von Humor zu analysieren. Nehmen Sie v.a. die Unterschiede im Humorverhalten zwischen den Geschlechtern und verschiedener Altersgruppen in den Blick! </em></p>
<p>Und? Wie könnte man erste Antworten auf eine solche Fragestellung erhalten? Aber Achtung!, wissenschaftlich soll es schon sein! Laden wir uns Probanden ins Labor ein und spielen ihnen verschiedene Videos (Slapstick, Comedy, Alltagsunfälle&#8230;) vor? Hmmm&#8230;. vielleicht ja zu konventionell, wenn man Humorforschung betreibt. Wählen wir die teilnehmende Beobachtung und besuchen Theater-, Kabarett- oder Clownsvorstellungen und analysieren die Reaktion der Zuschauer? Zu unwissenschaftlich? Schwierig&#8230; aber wir können ja schlechterdings ein Jahr lang mit dem Einrad durch unser Städtchen radeln und notieren, wie die Passanten darauf reagieren. Das wäre zu abgefahren und ja auch nicht wirklich wissenschaftlich, oder? </p>
<p><strong>Methodisches Kabinettstückchen: Ich fahre Einrad und schaue was passiert&#8230;</strong></p>
<p><img decoding="async" width="140" height="140" align="left" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); padding: 1px; margin-top: 2px; margin-right: 10px; margin-bottom: 5px;" alt="Humor_Professor.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Humor_Professor.jpg" />Genau eine solche schräge Vorgehensweise halten aber ganz offensichtlich die etablierten Wissenschaftsjournalisten für sauber, solide und ertragreich. Denn Sam Shuster<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_0_169" id="identifier_0_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Photo oben zeigt den Spa&szlig;vogel. Es stammt von der Guardian-Website.">1</a> &#8211; ehemaliger Professor für Dermatologie &#8211; behauptete genau diesen Versuch unternommen zu haben. Er sei auf seinem Einrad angeblich ein Jahr lang durch seine Heimatstadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Newcastle_upon_Tyne" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Newcastle upon Tyne</a> geradelt. Und die Reaktionen der Bewohner und seine Schlußfolgerungen präsentierte er nun in einem süffig-launigen<a target="_blank" href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/335/7633/1320" rel="noopener noreferrer"> Artikel </a>in der &quot;Weihnachtsausgabe&quot; des British Medical Journal. </p>
<p>Und nach einem Jahr voller Beschimpfungen, höhnischer Bemerkungen und neugieriger Nachfragen kommt Shuster zum Schluß, daß der Testosteronspiegel die alles entscheidende Variable darstelle. Je mehr Testosteron, desto häufiger und markanter die humorvollen Sprüche. Der weibliche Teil der Bevölkerung habe &#8211; so ergaben des Professors Notizen &#8211; fast ausschließlich fürsorglich und nicht hämisch-witzig auf ihn reagiert. </p>
<p>Und ganz gemäß der weihnachtlichen Botschaft der Liebe seufzt der nette, ergraute Professor am Ende seines Artikels, daß die Aggressivität dennoch einen recht hohen Preis für ein paar witzige Sprüche darstelle&#8230; </p>
<p><strong>Die Journalisten nehmen den »Fachartikel« für bare Münze</strong></p>
<p>Wer aber nun glaubt, diese nette Wissenschaftspersiflage würde schmunzelnd zur Kenntnis genommen, der irrt. Die deutschen Zeitungen und Onlineportale können offenbar nicht genug vom kauzigen, einradfahrenden Professor bekommen. Und die Studienergebnisse werden überall lang und breit ausgestellt &#8211; vom Umstand, daß die Erkenntnisse auf mehr als obskure Weise gewonnen wurden (falls Shuster überhaupt des Einradfahrens mächtig ist) keine Silbe. Daß Shuster an vielen Stellen augenzwinkernd auf seine Parodie hinweist, merken die braven Wissenschaftsjournalisten freilich nicht&#8230;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_1_169" id="identifier_1_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gleich im ersten Absatz schildert Shuster, wie es zu seiner Studienanordnung gekommen sei. Bei der Suche nach einem Geschenk f&uuml;r seinen Enkel habe er sich in ein chromgl&auml;nzendes Einrad verguckt und schlie&szlig;lich sagte seine Frau: &quot;buy the bloody thing&quot;&hellip;. ;-)&nbsp; Werte Damen und Herren Wissenschaftsjournalisten, wollen Sie mir erz&auml;hlen, da&szlig; sie in &quot;seri&ouml;sen&quot; Fachartikeln regelm&auml;&szlig;ig lesen, welchen Beitrag die Ehefrau des Forschers geleistet habe? Werden Sie bei solchen eminent wissenschaftlichen Infos &ndash; &quot;buy the bloody thing&quot; &ndash; nicht stutzig?">2</a></p>
<h4 class="pullquote"> Die Hinweise auf die Satire werden großzügig übersehen. Stattdessen wird auf das »renommierte« British Medical Journal hingewiesen. Wie blind und naiv ist man eigentlich? <br /></h4>
<p>Aber dazu hätte man den Artikel ja vermutlich kurz lesen oder zumindest überfliegen müssen! Aber stattdessen posaunt man überall in der Welt diese bahnbrechenden Erkenntnisse hinaus &#8211; nur weil sie so nett skurril sind? Gibt man deswegen den letzten Rest kritischen Sachverstand bei der Redaktionssekretärin ab? So liest man in SZ, Spiegel, Welt und Co., daß eine britische Studie einen Zusammenhang zwischen Testosteronspiegel und Humor ergeben habe und ein &quot;britischer Forscher behauptet: Männer haben mehr Humor als Frauen.&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_2_169" id="identifier_2_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So etwa wieder Philip Bethge im gedruckten (!) Spiegel.">3</a> Und das alles stünde im &quot;renommierten&quot; &#8211; so wird überall hervorgehoben &#8211; British Medical Journal:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_3_169" id="identifier_3_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei Pia Heinemann (Die Welt) liest sich alles wie ein stinknormale Studie; sie schreibt u.a. &quot;Als versierter Forscher fing er sofort an, diese Reaktionen aufzuzeichnen, zu ordnen und schlie&szlig;lich auszuwerten. Streng systematisch ging er dabei vor&hellip;&quot; Weiter ist von &quot; reiner empirischer Betrachtung&quot; zu lesen und an keiner Stelle tr&uuml;ben Zweifel, ob das mit rechten Dingen zugeht, ihren Artikel&hellip;">4</a></p>
<p><strong>Der traurige Witz mit dem Witz</strong></p>
<p>Der Witz ist nur: Sam Shuster macht einen Witz! Zwar gibt es selbstverständlich Sozialwissenschaftler, Psychologen und auch Biologen, die sich auch mit Humor beschäftigen, aber Sam Shuster leistet eben definitiv keinen Beitrag zu diesem randständigen Forschungsfeld. Die einzigen &quot;Zitate&quot; in seinem Artikel stammen von <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marty_Feldman" rel="noopener noreferrer">Marty Feldman</a> und <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diane_Keaton" rel="noopener noreferrer">Diane Keaton</a>, beides sicherlich komische Herrschaften, aber ausgewiesene Humorexperten? </p>
<p>Die Mühe Fachartikel zu zitieren macht sich Shuster erst gar nicht. Und nur ganz am Ende verweist er &#8211; als er die möglichen evolutionären Vorteile von humorvollem Verhalten erläutert &#8211; neben Darwin noch auf zwei weitere Bücher, die sich mit dem Geschlechterverhältnis, Attraktivität und Evolution befassen. </p>
<p>Statt auf methodische Details<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_4_169" id="identifier_4_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Er erkl&auml;rt lediglich, da&szlig; er sich bem&uuml;ht habe immer im selben Outfit und in &quot;neutraler&quot; Haltung zu radeln. &quot;I therefore wore the same bland tracksuit, trainers, and facial demeanour, and I rode &quot;neutrally&quot; with no attempt to entertain.&quot;">5</a> oder wissenschaftliche Aspekte einzugehen, dokumentiert Shuster seine angeblichen Beobachtungen im Plauderton:</p>
<blockquote><p>The response of people in cars was remarkable. Young men in old cars were very aggressive, acting as if to frighten me off the road—they lowered their windows and shouted abusively, waved their arms, and hooted. I did not see this with women drivers and older men in more expensive cars.</p></blockquote>
<p>Aha! Man hüte sich v.a. vor der Kombination von jungen Männern in alten Autos! ;-)</p>
<p>Aber solche anekdotischen Verspieltheiten können die Wissenschaftsvermittlungsprofis hierzulande offenbar kaum irritieren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_5_169" id="identifier_5_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch die vielen Unzul&auml;nglichkeiten &ndash; w&auml;re es eine &quot;richtige&quot; Studie &ndash; scheinen niemanden zu interessieren: Shuster schreibt bspw. er habe einfach von der Kleidung auf die soziale Schicht bzw. Herkunft der jeweiligen &quot;Probanden&quot; getippt! Ja, genauso mache ich es auch bei der n&auml;chsten Untersuchung bei der ich beteiligt bin&hellip; ich sch&auml;tze einfach. ;-) ">6</a> Und selbst der abschließende Hinweis auf Interessensverquickungen,</p>
<blockquote><p>Competing interests: None, apart from owning a bicycle as well as a unicycle.</p></blockquote>
<p>wurde von Spiegel, SZ und Co. geschluckt. Hallo, Herrschaften! Da gibt der &quot;Gelehrte&quot; &#8211; wie Ihr anerkennend schreibt &#8211; freimütig zu Protokoll, daß er auch noch ein &quot;normales&quot; Rad sein Eigen nenne und Ihr begreift immer noch nicht, daß Ihr gerade eine kleine, subtile Wissenschaftssatire gelesen habt?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Hinweis:</em> </p>
<p>Ich selbst hatte zunächst nur den Artikel von Werner Bartens in der SZ gelesen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_6_169" id="identifier_6_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der immerhin anklingen l&auml;&szlig;t, da&szlig; er die &quot;Studie&quot; f&uuml;r extravagant h&auml;lt. Die Versuchsanordnung sei &quot;einseitig&quot; gewesen, bemerkt Bartens und herausgekommen sei eine &quot;wilde Theorie&quot;.">7</a> und war doch sehr verwundert über diese angebliche Einrad-Humor-Studie. Bei kamenin in der &quot;<a target="_blank" href="http://kamenin.wordpress.com/2007/12/22/wenn-wissenschaftsjournalisten-den-witz-nicht-verstehen/" rel="noopener noreferrer">Begrenzten Wissenschaft</a>&quot; las ich dann von all den naiven Schreiberlingen, die dem guten Sam Shuster auf den Leim gegangen waren und wollte eigentlich kein Wort mehr dazu verlieren. Nun &#8211; zwei Wochen nach der ersten Artikel-Serie &#8211; legt aber Philip Bethge im Spiegel (sogar in der gedruckten Ausgabe!) nach und rekurriert wieder auf den Spaß-Text ohne den Lesern mitzuteilen, daß die Studie nicht ernst zu nehmen ist. Aber Bethge hat vermutlich den Kollegen vertraut, selber lesen und nachdenken macht ja Arbeit&#8230;</p>
<p>Die traurige Liste des unkritischen Nachplapper-Wissenschafts-Journalismus:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_7_169" id="identifier_7_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="W&auml;ren es Blogs gewesen, die hier die Satire f&uuml;r Ernst genommen h&auml;tten, dann w&auml;re das Geschrei bei den Profis wieder laut gewesen&hellip;">8</a></p>
<ul>
<li>Bethge, Philip: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,527056,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herr der Pointe</a>, Der Spiegel, 01.01.2008</li>
<li>Dambeck, Holger: <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,524932,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Geheimnis des männlichen Witzes</a>, SpiegelOnline, 22.12.2007</li>
<li>Obermüller, Eva: <a href="http://science.orf.at/science/news/150331" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Männlicher Humor: Vielleicht nur versteckte Aggression</a>, ORF-Wissenschaft, 21.12.2007</li>
<li>Heinemann, Pia: <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article1481597/Humor_haengt_vom_Testosteronspiegel_ab.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humor hängt vom Testosteronspiegel ab</a>, Die Welt, 20.12.2007</li>
<li>Bartens, Werner: <a href="http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/artikel/923/149564/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Einfall mit dem Einrad</a>, Süddeutsche Zeitung, 21.12.2007</li>
<li>Murr, Angela: <a target="_blank" href="http://www.menshealth.de/health/hirn-psyche/testosteron-sorgt-fuer-spott.81726.htm" rel="noopener noreferrer">Testosteron sorgt für Spott</a>, Men&#8217;s Health, 27.12.2007</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und hier ist der &quot;Stein&quot; des Anstoßes:</p>
<ul>
<li>Shuster, Sam: <a target="_blank" href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/335/7633/1320" rel="noopener noreferrer">Sex, aggression, and humour: responses to unicycling</a>, in: British Medical Journal, 2007; 335:1320-1322 (22 December), doi:10.1136/bmj.39414.552060.BE</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht sollten die hiesigen Wissenschaftsredakteure mal einen Blick in folgende Bücher werfen:</p>
<ul>
<li>Kienzlen, Grit; Lublinski, Jan; Stollorz, Volker (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3867640122?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3867640122">Fakt, Fiktion, Fälschung. Trends im Wissenschaftsjournalismus</a>. UvK-Verlag.</li>
<li>Beck, Klaus; Schweiger, Wolfgang; Wirth, Werner (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3889273513?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3889273513">Gute Seiten &#8211; schlechte Seiten. Qualität in der Onlinekommunikation</a>, Reinhard Fischer-Verlag.</li>
<li>Bucher, Hans-Jürgen &amp; Altmeppen, Klaus-Dieter (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531137905?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531137905">Qualität im Journalismus. Grundlagen &#8211; Dimensionen &#8211; Praxismodelle</a>. VS-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_169" class="footnote">Das Photo oben zeigt den Spaßvogel. Es stammt von der <a target="_blank" href="http://commentisfree.guardian.co.uk/sam_shuster/index.html" rel="noopener noreferrer">Guardian-Website</a>.</li><li id="footnote_1_169" class="footnote">Gleich im ersten Absatz schildert Shuster, wie es zu seiner Studienanordnung gekommen sei. Bei der Suche nach einem Geschenk für seinen Enkel habe er sich in ein chromglänzendes Einrad verguckt und schließlich sagte seine Frau: &quot;buy the bloody thing&quot;&#8230;. ;-)&nbsp; Werte Damen und Herren Wissenschaftsjournalisten, wollen Sie mir erzählen, daß sie in &quot;seriösen&quot; Fachartikeln regelmäßig lesen, welchen Beitrag die Ehefrau des Forschers geleistet habe? Werden Sie bei solchen eminent wissenschaftlichen Infos &#8211; &quot;buy the bloody thing&quot; &#8211; nicht stutzig?</li><li id="footnote_2_169" class="footnote">So etwa wieder Philip Bethge im gedruckten (!) Spiegel.</li><li id="footnote_3_169" class="footnote">Bei Pia Heinemann (Die Welt) liest sich alles wie ein stinknormale Studie; sie schreibt u.a. &quot;Als versierter Forscher fing er sofort an, diese Reaktionen aufzuzeichnen, zu ordnen und schließlich auszuwerten. Streng systematisch ging er dabei vor&#8230;&quot; Weiter ist von &quot; reiner empirischer Betrachtung&quot; zu lesen und an keiner Stelle trüben Zweifel, ob das mit rechten Dingen zugeht, ihren Artikel&#8230;</li><li id="footnote_4_169" class="footnote">Er erklärt lediglich, daß er sich bemüht habe immer im selben Outfit und in &quot;neutraler&quot; Haltung zu radeln. &quot;I therefore wore the same bland tracksuit, trainers, and facial demeanour, and I rode &quot;neutrally&quot; with no attempt to entertain.&quot;</li><li id="footnote_5_169" class="footnote">Auch die vielen Unzulänglichkeiten &#8211; wäre es eine &quot;richtige&quot; Studie &#8211; scheinen niemanden zu interessieren: Shuster schreibt bspw. er habe einfach von der Kleidung auf die soziale Schicht bzw. Herkunft der jeweiligen &quot;Probanden&quot; getippt! Ja, genauso mache ich es auch bei der nächsten Untersuchung bei der ich beteiligt bin&#8230; ich schätze einfach. ;-) </li><li id="footnote_6_169" class="footnote">Der immerhin anklingen läßt, daß er die &quot;Studie&quot; für extravagant hält. Die Versuchsanordnung sei &quot;einseitig&quot; gewesen, bemerkt Bartens und herausgekommen sei eine &quot;wilde Theorie&quot;.</li><li id="footnote_7_169" class="footnote">Wären es Blogs gewesen, die hier die Satire für Ernst genommen hätten, dann wäre das Geschrei bei den Profis wieder laut gewesen&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/">Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen | Werkstattnotiz LVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Die &#8222;Welt&#8220; weiß mehr » Der großzügige Umgang mit Forschungsergebnissen in den Medien &#124; Werkstattnotiz XXV</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2007 13:22:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist es Schlamperei, Unkenntnis oder zählt Genauigkeit ohnehin nicht mehr zu den Kerntugenden heutiger Journalisten? Daß Boulevardmedien häufig dazu neigen, ihre Berichterstattung derart zuzuspitzen, daß nicht selten die Wahrheit dabei auf der Strecke bleibt, ist allgemein bekannt. Und wenigstens der etwas kritischere Teil der Zeitungsleserschaft wußte auch schon vor dem BILD-Blog, daß der Slogan der ... <a title="Die &#8222;Welt&#8220; weiß mehr » Der großzügige Umgang mit Forschungsergebnissen in den Medien &#124; Werkstattnotiz XXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/" aria-label="Mehr Informationen über Die &#8222;Welt&#8220; weiß mehr » Der großzügige Umgang mit Forschungsergebnissen in den Medien &#124; Werkstattnotiz XXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/">Die &#8222;Welt&#8220; weiß mehr » Der großzügige Umgang mit Forschungsergebnissen in den Medien | Werkstattnotiz XXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ist es Schlamperei, Unkenntnis oder zählt Genauigkeit ohnehin nicht mehr zu den Kerntugenden heutiger Journalisten? Daß Boulevardmedien häufig dazu neigen, ihre Berichterstattung derart zuzuspitzen, daß nicht selten die Wahrheit dabei auf der Strecke bleibt, ist allgemein bekannt. Und wenigstens der etwas kritischere Teil der Zeitungsleserschaft wußte auch schon vor dem BILD-Blog, daß der Slogan der meistgelesenen Zeitung Deutschlands (&quot;<em>Nichts ist härter als die Wahrheit</em>&quot;) an Zynismus nicht zu überbieten ist.</strong></p>
<p>Wenn man freilich genauer hinsieht, dann zeigt sich, daß man auch in den seriöseren Blättern häufig einen recht kulanten Umgang mit der &quot;<em>Wahrheit&quot;</em> pflegt. Ob sich letztlich die These noch durch die Tatsachen belegen läßt, ist dann manchmal nebensächlich. Keine Sorge: Die Wissenswerkstatt wird zukünftig nicht den Blätterwald nach Falschmeldungen durchforsten. Aber da mir in den letzten Tagen gehäuft Mängel in Berichten aufgefallen sind, die sich auf empirische Studien beziehen, will ich nochmal ein typisches Beispiel aufgreifen.</p>
<p><strong>Ist das korrekte Zusammenfassen einer simplen Presseinfo schon zuviel verlangt?</strong></p>
<p>Stefan Jacobasch von &quot;<a href="http://wisskomm.de/586.html?&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=1197&amp;tx_ttnews[backPid]=155" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wisskomm</a>&quot; hatte in der &quot;Welt&quot; eine kurzen Artikel entdeckt, der auf eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) Bezug nimmt. Das FKE (das der Uni Bonn angegliedert ist) hatte die Ernährungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen untersucht. Über eine <a href="http://idw-online.de/pages/de/news233118" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a> der Universität Bonn erfuhr man offenbar auch bei der &quot;Welt&quot; von deren Ergebnissen. </p>
<p>Drei Tage lang sollten die insgesamt 550 befragten Kinder im Alter von 2-18 Jahren<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/#footnote_0_117" id="identifier_0_117" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich nehme an, da&szlig; bei Kindern im Vorschulalter die Eltern das Protokoll f&uuml;hrten. ;-) ">1</a> ihren Speiseplan protokollieren. Die Ergebnisse sind kaum überraschend:</p>
<blockquote>
<p>86 Prozent gaben dabei an, mindestens ein Fertiggericht zu sich genommen zu haben. Bei jedem fünften Kind landete sogar täglich mindestens eine Fertigmahlzeit auf dem Teller. Dabei ernährten sich Jungen häufiger von Convenience Food als Mädchen. Davon unabhängig hatten Fertiggerichte bei den 14- bis 18-Jährigen eher einen Stammplatz auf dem Speiseplan als bei Jüngeren. [<em>So der Absatz der Pressemitteilung der Uni Bonn</em>]</p>
</blockquote>
<p>Wunderbar, sollte man meinen. Was kann man, wenn man so eindeutige Befunde vorliegen hat und dazu noch eine wunderbare Pressemitteilung, noch falsch machen? Gut, der Text der Welt unterscheidet sich eher in homöopathischen Dosen vom Originaltext der Uni-Pressestelle. Die Eigenleistung des Redakteurs/der Redakteurin bestand vorrangig darin, bspw. das Wort &quot;<em>Dosensuppe</em>&quot; der Originalmeldung durch das Wort &quot;<em>Dosenravioli</em>&quot; im eigenen Artikel zu ersetzen.</p>
<p>Traurig genug, aber es wird noch besser. In der &quot;Welt&quot; <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article1320354/Kinder_essen_jeden_dritten_Tag_Fertiggerichte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">liest man</a>:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/#footnote_1_117" id="identifier_1_117" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Man beachte auch das wunderbare Photo, das die Welt zur Illustration des Textes pr&auml;sentiert&hellip;">2</a></p>
<blockquote>
<p>Dosenravioli, Instantsuppen, Fischstäbchen oder Tiefkühlpizza – eine aktuelle Studie fördert die schlechten Ernährungsgewohnheiten deutscher Familien zu Tage: Immer mehr Kinder essen immer öfter Fertiggerichte, jedes fünfte Kind sogar täglich. [<em>Das behauptet die &quot;Welt&quot;</em>]</p>
</blockquote>
<p>Woher die &quot;Welt&quot; aber weiß, daß der Anteil der Kinder, die Fertigprodukte essen zugenommen hat und daß diese dann auch noch immer häufiger Tiefkühl- und Fertigkost essen, bleibt wohl ihr Geheimnis.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/#footnote_2_117" id="identifier_2_117" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nichts anderes wird mit &quot;Immer mehr Kinder essen immer &ouml;fter Fertiggerichte&hellip;&quot; behauptet.">3</a> Denn die Studie will und kann gar keine Entwicklung aufzeigen. Vergleichswerte (bei wievielen Kindern bspw. vor 20 Jahren Fertigprodukte auf dem Speiseplan standen) liegen schlicht und einfach nicht vor! </p>
<p>Stefan Jacobasch stellt fest: &nbsp;</p>
<blockquote>
<p>Allerdings gelingt es der Welt dann doch noch eine Verzerrung der eigentlichen Studie einzubauen bzw. eine Behauptung einzuführen, die nirgendwo belegbar ist. Denn: die Studie hat &#8211; wie vollkommen offensichtlich ist &#8211; genau die heutigen Essgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen analysiert. [<em>So der Kommentar von &quot;wisskomm&quot;</em>] </p>
</blockquote>
<p>Alles in allem: ein harmloser &quot;Fehler&quot;, aber durchaus typisch dafür, wie ungenau leider viel zu häufig geschrieben, zitiert und kolportiert wird. Und am Ende stehen Behauptungen im Raum, die an keiner Stelle durch die Studienergebnisse gedeckt sind&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_117" class="footnote">Ich nehme an, daß bei Kindern im Vorschulalter die Eltern das Protokoll führten. ;-) </li><li id="footnote_1_117" class="footnote">Man beachte auch das wunderbare Photo, das die Welt zur Illustration des Textes präsentiert&#8230;</li><li id="footnote_2_117" class="footnote">Nichts anderes wird mit &quot;Immer mehr Kinder essen immer öfter Fertiggerichte&#8230;&quot; behauptet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/die-welt-weiss-mehr-der-grosszuegige-umgang-mit-forschungsergebnissen-in-den-medien-werkstattnotiz-xxv/">Die &#8222;Welt&#8220; weiß mehr » Der großzügige Umgang mit Forschungsergebnissen in den Medien | Werkstattnotiz XXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2008 11:26:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen Scharmützel zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen. Beim Tag des Wissenschaftsjournalismus in Dieburg,1 habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept ... <a title="Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/" aria-label="Mehr Informationen über Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind &#124; Werkstattnotiz 103">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/boxhandschuhe01.jpg" alt="Boxhandschuhe, Quelle: stock.xchng, User: verdrie" width="200" height="146" /><strong>In 10 Jahren werden wir rückblickend darüber schmunzeln, daß einst Blogs und der konventionelle Redaktionsjournalismus als Gegensatz und Konkurrenz angesehen wurden. Die publizistischen <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/12/getrennt-marschieren-vereint-schlagen-die-faz-leistet-der-sueddeutschen-zeitung-schuetzenhilfe-bei-der-web20-polemik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scharmützel</a> zwischen den wilden, aufbegehrenden Bloggern und den Besitzstandswahrern des selbsternannten Qualitätsjournalismus werden uns lächerlich erscheinen.</strong></p>
<p>Beim <a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a> in Dieburg,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/#footnote_0_342" id="identifier_0_342" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der &uuml;brigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Gro&szlig;es Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Le&szlig;m&ouml;llmann und Thomas Pleil.">1</a> habe ich einen Versuch unternommen, den Konkurrenzgedanken durch das Konzept einer gegenseitigen Bereicherung zu ersetzen.</p>
<p><strong>Vortrag beim &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220;</strong></p>
<p>Es ist schon zwei Wochen her, daß ich der netten Einladung der Studenten des Studiengangs Wissenschaftjournalismus der Hochschule Darmstadt gefolgt bin. Aber wenn ich versuchen soll, die Hauptthesen meiner Präsentation zusammenzufassen, die ich unter die Überschrift &#8222;<em>Einladungen zum Denken. Wissenschaftliche Blogs und der Weg in eine “wissenschaftsmündige” Gesellschaft. Über Chancen und Zumutungen der Wissenschaftskommunikation 2.0&#8243;</em> gestellt habe, dann sind es wohl die beiden folgenden Grundgedanken, die ich den Zuhörern vermitteln wollte.</p>
<ol>
<li>Wissenschaft ist schon immer ein riesengroßes Gespräch. Sie lebt vom argumentativen Dialog. Und Wissenschaft und Wissenschaftler tun gut daran, die Möglichkeit der bloggenden Wissenschaftskommunikation zu erproben, einzuüben und herauszufinden, ob Blogs nicht ein ideales Instrument des wissenschaftlichen Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagements sein können.</li>
<li> Der Wissenschaftsjournalismus tut gut daran, die wissenschaftliche Blogszene ernstzunehmen. Nicht weil ihm von dort derzeit ernsthaft Konkurrenz drohte &#8211; noch ist die Zahl der Wissenschaftsblogger zu gering, noch sind die Kräfteverhältnisse zu asymmetrisch. Journalisten sollten (wissenschaftliche) Blogs ernstnehmen, weil dort teilweise illustriert wird, wie spannende, authentische Wissenschaftskommunikation aussehen könnte. Und weil wissenschaftliche Blogger regelmäßig die Schwächen des behäbigen und recherchefaulen Journalismus entlarven. Insofern dienen (wissenschaftliche) Blogs als Korrektiv zur satten journalistischen Alltagsroutine.</li>
</ol>
<p>Und alle, die sich nochmal durch meine Präsentation klicken wollen, die können es nun hier tun:</p>
<div class="youtube">
<div id="__ss_512955" style="width: 425px; text-align: left;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=einladungen-zum-denken01-1216071788200229-9" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;"><a href="http://www.slideshare.net/?src=embed"><img decoding="async" style="border:0px none;margin-bottom:-5px" src="http://static.slideshare.net/swf/logo_embd.png" alt="SlideShare" /></a> | <a  href="http://www.slideshare.net/werkstatt/wissenschaftliche-blogs-und-der-weg-in-eine-wissenschaftsmndige-gesellschaft?src=embed">View</a> | <a href="http://www.slideshare.net/upload?src=embed">Upload your own</a></div>
</div>
</div>
<p>Lars Fischer hatte übrigens in wunderbarer Weise meinen Vortrag live-bloggend begleitet (Einstiege u.a. <a href="http://www.wj-tag.de/?p=66" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://www.wj-tag.de/?p=58" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und auch <a href="http://danyo-is-an-oj.blogspot.com/2008/07/wissenschaftsjournalismus-tag-2008-live.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an dieser Stelle</a> wurde sehr gut live über meinen Vortrag gebloggt!).</p>
<p>Lars <a href="http://www.wj-tag.de/?p=67" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Nun stellt Marc seine zentrale These vor, die auch Wissenschaftsjournalisten freuen wird: Blogs existieren komplementär zu anderen Medien und erweitern sie, statt sie einzuschränken oder gar zu ersetzen. Blogs sind direkt, aktuell und authentisch. Im Zweifel können Blogs nicht nur schneller sein als der Online-Jounalismus, sondern eben vor allem auch die Stimmen von Experten zu Gehör bringen und Feinheiten von Themen präsentieren, die dem Wissenschaftsjournalisten als Generalisten nicht in dem Maße zugänglich sind.&#8220;</p></blockquote>
<p>Danke! Besser hätte ich es auch nicht sagen können. ;-)</p>
<p>Worauf es mir ankommt:</p>
<p>Die Behauptung, daß wissenschaftliche Blogs derzeit eine Alternative zum etablierten Wissenschaftsjournalismus darstellen, ist vermessen. So schlecht sind die &#8222;gelernten&#8220; Wissenschaftsredakteure überhaupt nicht und: die Ressourcen (Zeit, Geld, Recherchetools), die den Profis zur Verfügung stehen, sind einfach auch etwas wert und schlagen sich (meist) in der Qualität der Artikel nieder.</p>
<p><strong>Stachel im Fleisch des behäbigen Wissenschaftsjournalismus</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Wissenschaftsblogs sind keine bessere, sondern eine &#8222;andere&#8220; Form der Wissenschaftskommunikation!</span></h4>
<p>Aber: wissenschaftliche Blogs führen immer wieder vor Augen, daß die konventionelle &#8222;Berichterstattung&#8220; über wissenschaftliche Themen teilweise zu behäbig, zu brav und manchmal auch zu schlecht informiert ist. Das können manche Wissenschaftler besser.</p>
<p>Insofern sollten die journalistischen Profis die neuen, frechen Akteure auf dem Spielfeld der Wissenschaftskommunikation nicht als Konkurrenz ansehen, sondern als Motivation. Jetzt gilt es, zu beweisen, daß Ihr die Vermittlung wissenschaftlicher Themen doch besser beherrscht! Jetzt gilt es, die Herausforderung durch die Blogger anzunehmen!</p>
<p>Wäre es nicht ein toller Erfolg, wenn wir &#8211; da sich die Jungs und Mädels in den Redaktionen mehr anstrengen! &#8211; in Zukunft seltener mißlungene und schlecht informierte Artikel in SZ, FAZ, Welt oder Spiegel lesen müssten? ;-)</p>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Scienceblogs">Scienceblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Journalismus">Journalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_342" class="footnote">Der übrigens sehr, sehr gut vorbereitet und organisiert war! Großes Lob und vielen Dank nochmal an das Team rund um Annette Leßmöllmann und Thomas Pleil.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/nicht-besser-anders-weshalb-wissenschaftliche-blogs-ein-wichtiges-korrektiv-zum-konventionellen-journalismus-sind-werkstattnotiz-103/">Nicht besser, anders! » Weshalb wissenschaftliche Blogs ein wichtiges Korrektiv zum konventionellen Journalismus sind | Werkstattnotiz 103</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2008 10:39:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wissenschaftliche Blogs haben in den letzten Monaten einen deutlichen Aufmerksamkeitszuwachs erzielt. Das ist einerseits am Anstieg der Besucherzahlen, andererseits an der stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Blogs abzulesen. Die Zeiten, in denen Wissenschaftsblogger in der Blogosphäre als Exoten galten, sind vorbei. 1 Und auch der Wissenschaftsjournalismus entdeckt allmählich, daß sich Wissenschaftskommunikation in und durch das Web ... <a title="Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/" aria-label="Mehr Informationen über Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/">Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin-left: 7px; margin-right: 7px; float: right;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Werkstatt_01.jpg" alt="Werkstatt" width="185" height="179" /><strong>Wissenschaftliche Blogs haben in den letzten Monaten einen deutlichen Aufmerksamkeitszuwachs erzielt. Das ist einerseits am Anstieg der Besucherzahlen, andererseits an der stetig steigenden Anzahl wissenschaftlicher Blogs abzulesen. Die Zeiten, in denen Wissenschaftsblogger in der Blogosphäre als Exoten galten, sind vorbei. </strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_0_258" id="identifier_0_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was sicher auch damit zu tun hat, da&szlig; mit den beiden Blogportalen Scilogs und Scienceblogs, sowie dem Wissenschafts-Caf&eacute; inzwischen drei zentrale Anlaufstellen bzw. Gravitationszentren entstanden sind. Und auch die steigende Technorati-Werte &ndash; vgl. die aktuellen Charts &ndash; sind ein Indiz hierf&uuml;r.">1</a></p>
<p>Und auch der Wissenschaftsjournalismus entdeckt allmählich, daß sich Wissenschaftskommunikation in und durch das Web 2.0 verändert. Von einem eher konventionellen (wissenschafts-)journalistischen Standpunkt aus, ist es sicher gewöhnungsbedürftig, daß Wissenschaftler u.a. in ihren Blogs direkt und offensiv den Kontakt zum interessierten Publikum suchen. Allerdings wird auch erkannt, daß hier sowohl für den Journalismus, als auch für die Wissenschaftler spannende Chancen verborgen sind.</p>
<p>Am 2. Juli 2008 findet in Darmstadt ein &#8222;Tag des Wissenschaftsjournalismus&#8220; statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen und Themensuche für die Podiumsdiskussionen und Vorträge. In diesem Zusammenhang haben mir die Studenten des <a href="http://www.wj.h-da.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studiengangs Wissenschaftsjournalismus</a> einige spannende Fragen gestellt.</p>
<p>Hier also das &#8222;Interview&#8220; mit meinen <strong>Antworten rund um wissenschaftliches Bloggen</strong>, die Motivation und die anvisierte Zielgruppe. Außerdem geht es um die Klärung, ob möglicherweise die journalistische Ressortaufteilung antiquiert ist, <strong>weshalb Wissenschaftsblogs eine Zumutung sind</strong>, aber dennoch immer noch besser als ein Wissenschaftsjournalismus, der am Agenturtropf hängt:</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span><strong>Wer sind die Nutzer Ihrer Internetseiten, bzw. von Blogs im Allgemeinen?</strong></em></span></p>
<p>Gute Frage, wenn ich das nur wüßte. ;-) Die bloßen Statistiken über die Anzahl der Besucher, die angeklickten Seiten etc. geben ja keine Auskunft darüber, wer das eigentlich ist. Ich kann nur indirekt aus den Statistiken ableiten, daß es (zum Glück) einen<strong> festen Kern an Besuchern</strong> gibt, <strong>die fast täglich</strong> oder wenigstens 2-3x pro Woche <strong>vorbeikommen </strong>und somit vermutlich (fast) alle Artikel lesen bzw. davon Kenntnis nehmen.</p>
<p>Das sind für die Wissenswerkstatt derzeit schätzungsweise rund 300-400 Personen. Dazu zählen einerseits die Feedabonnenten und zusätzlich einige Stammgäste, die eigentlich täglich &#8222;persönlich&#8220; vorbeikommen. Daneben gibt es natürlich das Publikum, das über Suchmaschinen (hauptsächlich Google) vorbeigeschwemmt wird. Das sind rund 1/3 aller Besucher. Die meisten Besucher, die über Google bei mir landen, interessieren sich offenbar für wissenschaftspolitische Fragen, Besoldungsstufen, Bildungspolitik und die Sorgen und Nöte des wissenschaftlichen Nachwuchses.</p>
<h4><span class="pullquote">Was suchen Google-Nutzer hier? Hauptsächlich Wissenschafts- und Bildungspolitik. Genauso werden Gesundheitsthemen stark nachgefragt.</span></h4>
<p>Außerdem kommen auch täglich Besucher, die Fragen zu Nahrungs- und Lebensmittelrisiken haben oder sich bzgl. der Gesundheitsrisiken von bestimmten Medikamenten oder bspw. dem Risiko von Röntgenuntersuchungen informieren wollen.</p>
<p>Wie gesagt: das sind meine Rückschlüsse aus den Suchanfragen und den Besucherstatistiken. Generell kann ich sagen, daß ich durchaus sehr zufrieden bin, was die Besucher meiner Werkstatt angeht. Sie sind höflich, kommunikativ und argumentieren meist kritisch, aber immer fair.</p>
<p>Wenn ich &#8211; frei nach Max Weber &#8211; einige &#8222;idealtypische&#8220; Besucher skizzieren müßte, sähe das so aus:</p>
<p><strong>Als Stammgäste:</strong></p>
<ol>
<li>Andere Wissenschaftsblogger und Wissenschaftsjournalisten mit Web-2.0-Affinität. Unabhängig von der jeweiligen thematischen, disziplinären Ausrichtung.</li>
<li>Studenten, Doktoranden und einzelne Wissenschaftler, die den Themenmix<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_1_258" id="identifier_1_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gelegentliche Notizen zu Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung, dazu Anmerkungen zu neuen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation, abgeschmeckt mit ein wenig Medienkritik und Blogosph&auml;ren-Small-Talk.">2</a> hier offenbar lesenswert finden. Darunter sind wohl, wie ich aus Kommentaren und Zuschriften weiß, recht viele Sozial- und Medienwissenschaftler.</li>
<li>Internetnutzer, die eher zufällig auf meine Werkstatt aufmerksam geworden sind, aber sich dennoch den RSS-Feed abonniert und ein Lesezeichen erstellt haben.</li>
</ol>
<p><strong>Als Passanten:</strong></p>
<ol>
<li>Blogger und Blogleser, die bei ihren Streifzügen durch das Web 2.0 auf einen Link stoßen, der in die Werkstatt führt oder auf anderen verschlungenen Pfaden hierher finden. Wenn diesen mein Stil oder die thematische Ausrichtung nicht gefällt, kommen die auch nicht wieder.</li>
<li>Die oben erwähnten Gäste, die durch Suchmaschinen hierher gespült werden. Hier gibt es ja eine konkrete Frage und möglicherweise wird diese durch meine Artikel beantwortet oder vielleicht ist auch ein weiterführender Link dabei. Aber auch hier werden wohl die wenigsten ein weiteres Mal meine Werkstatt beehren.</li>
</ol>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Wen sprechen Sie mit Ihren Seiten an, wen möchten Sie erreichen?</strong></em></span></p>
<p>Wie oben erwähnt, bin ich im Grunde recht zufrieden. Wenn andere Blogger mit wissenschaftlichem Schwerpunkt hier mitlesen, ist das klasse. Ebenso toll ist es, wenn sich hier <strong>im Anschluß an manche Artikel sehr gute, ertragreiche Diskussionen</strong> entfalten. Das ist natürlich ein wesentlicher Aspekt, der das Blogdasein ausmacht.</p>
<h4 class="pullquote_left">Wer seine Kommentatoren nicht als Bereicherung betrachtet, kann das bloggen auch bleiben lassen.</h4>
<p><span style="font-family: Verdana;">Wer Kommentare nicht erst nimmt, kann das bloggen bleiben lassen. Meine Kommentatoren tragen sehr viel zur Wissenswerkstatt bei, denn oftmals <strong>weisen Kommentatoren auf einen zusätzlichen Aspekt hin</strong>, den ich im Artikel selbst vergessen habe oder ergänzen den Artikel durch zusätzliche Links. Und ich schalte mich ja selbst meistens wieder im Kommentarverlauf ein und nehme darauf Bezug. Das ist natürlich spannend, lehrreich und bietet m.E. auch für die Leser einen handfesten Mehrwert.</span></p>
<p>Aber nochmal zurück zur Frage, denn mein &#8222;Zielpublikum&#8220; besteht natürlich keineswegs ausschließlich aus anderen Bloggern oder Kommentatoren. Denn grundsätzlich möchte ich allen Interessierten solche Informationen und Artikel bieten, die sie eben andernorts eher nicht finden. Das Alleinstellungsmerkmal (das gilt generell ja eben wieder für alle Wissenschaftsblogs) kann der individuelle Stil sein<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/#footnote_2_258" id="identifier_2_258" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das f&uuml;hrt bspw. Lars Fischer wunderbar vor, denn solide recherchierte Texte zu (natur-)wissenschaftlichen Themen, die mit einer Prise Humor gew&uuml;rzt sind, findet man ja sonst (fast?) nirgendwo.">3</a> oder eben der <strong>Luxus</strong>, daß man in Blogs die <strong>Themen nur kurz anreißen</strong> kann und <strong>später ausbauen</strong> oder gleich sehr umfassend, mit vielen informativen Links arbeitet etc.</p>
<h4><span class="pullquote">Ein Alleinstellungsmerkmal wissenschaftlicher Blogs sind die Kommentare: dort findet man oft weitere Infos, Links und spannende Diskussionen. </span></h4>
<p>Und ein anderes Pfund, mit dem wissenschaftliche Blogger wuchern können, ergibt sich aus dem Web2.0-Kontext. Es sind schlicht die Kommentare und Trackbacks. Denn wer bei mir mitliest, der kann sofort nachfragen oder findet evtl. bereits durch andere Kommentatoren die Fragen beantwortet, die er noch hatte. Ebenso laden eben Trackbacks zum weitersurfen ein. All das findet man in dieser engen Kopplung in klassischen Online-Medien nicht.</p>
<p>Also ganz kurz beantwortet: mein Publikum sind alle Leser, die sich für meine Themen interessieren und eben den <strong>Web2.0-Mehrwert</strong> zu schätzen wissen.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Die Wissenswerkstatt schafft  ja auch eine Verbindung zwischen Sozial- und Naturwissenschaften. Kann man dieses Zusammenführen als einen neuen Trend betrachten?</strong></em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Das ist natürlich eine hochspannende Frage, wobei ich in der Hinsicht denke, daß ich hier <strong>nicht als Vorbild bzw. Trendsetter zu gebrauchen </strong>bin. Es ist ja schlicht so, daß ich Sozialwissenschaftler bin, aber mich seit Jahren schwerpunktmäßig mit wissenschafts- und techniksoziologischen Fragen befasse. D.h. also, daß ich eben aus diesem Grund ein Grenzgänger bin.</span></p>
<p>Ich habe kein naturwissenschaftliches Fach studiert und bin hier also letztlich auch nur interessierter Laie. Zwar war Biologie zu Schulzeiten eines meiner besseren Fächer, aber andere Blogger oder Journalisten sind mir natürlich was Physik, Chemie u.ä. angeht, weit überlegen. Wenn ich doch über naturwissenschaftliche oder medizinische Themen schreibe, dann versuche ich das so gut wie möglich zu recherchieren. Man hat ja dann einen gewissen Erfahrungsschatz, aber <strong>fachlich kann ich die Qualität von naturwissenschaftlicher Forschung</strong> natürlich<strong> nicht beurteilen.</strong></p>
<h4 class="pullquote_left">Bei mir steht nur ein sozialwissenschaftliches Studium im Hintergrund, auch wenn ich mich mit Technik und Wissenschaft befasse.</h4>
<p>Insofern liegt bei meinen Artikeln meist der Schwerpunkt auf den gesellschaftlichen Facetten und Effekten (natur-)wissenschaftlicher Forschung. Denn einerseits findet man natürlich unter den Forschern selbst eine gewisse Betriebsblindheit, die ich als Außenstehender thematisieren kann, andererseits gibt es ja fast immer Konsumenten, Anwohner, Verbraucher, die möglicherweise betroffen sind und deren Perspektive ich dann stärker betone. Das ist aber tatsächlich meiner Herkunft als Soziologe geschuldet, der sich als Gegenstand u.a. die Wissenschaft (die ja eben Teil der Gesellschaft ist) herausgesucht hat.</p>
<p>Verallgemeinern kann man den Brückenschlag zwischen Natur- und Sozialwissenschaften vermutlich also nicht, wenn man das an einzelnen Bloggern festmacht. Allerdings ist es so, daß Blogs insgesamt dazu beitragen, daß die Scheuklappen der einzelnen Blogger bzw. Wissenschaftler minimiert werden.<strong> Ich erlaube mir etwa </strong><strong>in Blogs von Molekularbiologen</strong> oder von Chemikern<strong> zu kommentieren &#8211; und diese müssen sich </strong>in bestimmter Weise <strong>zu meinem Kommentar verhalten.</strong> Sie können irritiert sein, sie können sich ärgern oder den Kommentar als Anregung nehmen. <strong>Ignorieren können sie ihn nicht.</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Bloggen steigert die Sensibilität für die eigene disziplinäre Beschränktheit. Blogs sind Medizin gegen disziplinäre Scheuklappen und gegen die Verabsolutierung des eigenen Standpunkts.</span></h4>
<p>Was ich damit illustrieren will: durch das Bloggen wächst die Sensibilität für die eigene disziplinäre Beschränktheit und gleichzeitig nimmt man wahr, wie andere Wissenschaftler &#8222;ticken&#8220;, die nicht Fachkollegen sind.</p>
<p>Man entdeckt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Und im Ergebnis lernt man durchaus voneinander, das ist zumindest meine Erfahrung. <strong>Wissenschaftliche Blogs fördern also interdisziplinäres Denken</strong> und sind ein Instrument gegen die Verabsolutierung des eigenen Standpunkts.</p>
<p>Für wissenschaftliche Blogger könnte man also vermutlich durchaus konstatieren, daß sie eher wahrnehmen, was außerhalb ihres eigenen Fachgebiets passiert.</p>
<p><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><span style="font-size: x-large;"><strong>» </strong></span></em></span><span style="color: #808080; font-size: small;"><em><strong>Ist gar die konventionelle journalistische Unterteilung in Ressorts antiquiert?</strong></em></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana;">Für die Einteilung in die klassischen Ressorts wie Politik, Sport, Kultur oder eben Wissenschaft, sprechen natürlich gute Gründe. Ich persönlich lege bspw. den Sportteil fast immer beiseite, Ressorts dienen eben der Orientierung und erleichtern die Mediennutzung angesichts knapper Zeitressourcen. Wenn man &#8211; auch online &#8211; diese Einteilung aufweicht, so muß man sich andere Orientierungsmarkierungen überlegen, wie die Leser schnell zu den Informationen navigieren können.</span></p>
<h4><span class="pullquote_left">Welche Orientierungsmarken füllen das Vakuum, wenn man die Ressorts aufgibt?</span></h4>
<p>Gleichzeitig ist &#8211; neben der Rezipientenseite &#8211; natürlich auch die Redaktionsstruktur an den Ressorts aufgehängt. <strong>Daß der Sportjournalist einen Kommentar zur neuen Gentechnikgesetzgebung schreibt, sollte man in der Regel weder ihm, noch den Lesern zumuten.</strong> Ich halte also Ressorts für sinnvoll, wenngleich deren Bedeutung sinken wird. Blogs tragen durch ihre Personalisierung dazu bei. Ich schreibe hier ja auch zu Politik, zu Wissenschaft, zu kulturellen Themen und manchmal bespreche ich auch Rockbands. Wer hier also regelmäßig mitliest, muß da durch oder klickt eben die Texte, die ihn nicht interessieren wieder weg.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Blogs sind</strong> insofern durchaus <strong>eine Zumutung</strong>: sie verlangen von ihrem Publikum, daß es sich auch auf Texte einläßt, die nicht so glatt und gefällig sind, wie man es von den journalistischen Profis gewohnt ist und <strong>der Leser muß</strong> auch die <strong>Irritation aushalten</strong>, daß er direkt im Anschluß an einen Artikel über neue Entwicklungen der Hirnforschung etwas über das schlechte Abschneiden des Hamburger Sportclubs beim letzten Spieltag findet.</p>
<h4 class="pullquote">Wissenschaftliche Blogs sind nicht perfekt, nicht glatt, meist etwas eigenwillig. Aber sie haben Profil und Charakter. Qualitäten, die der Online-Wissenschaftsjournalismus nie besessen hat.</h4>
<p>Wenn der Blogger eben Fußballfan ist, zumal unglückseligerweise HSV-Anhänger, so ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß man plötzlich die Sportberichterstattung mitgeliefert bekommt.  Dafür sind Blogs in der Regel eben deutlich authentischer und haben immerhin ein eigenes Profil, was man vom Online-Wissenschaftsjournalismus nicht behaupten kann.</p>
<p>Das Wiederkäuertum, die <strong>Aufbereitung der immergleichen Agenturmeldungen</strong> ist in meinen Augen das <strong>Hauptärgernis an einem solchen Wissenschaftsjournalismus</strong>. Weshalb finde ich täglich auf allen deutschen Online-Wissenschafts-Kanälen fast immer die identischen Themen? In Blogs lese ich stattdessen auch Neuigkeiten und Kommentare zu Meldungen, die spannend sind, aber sonst durchs Raster gefallen wären. Hier liegt eindeutig die Stärke bei Blogs. Die sind indivdueller, haben ein klareres Profil und sind eben glücklicherweise nicht so stark an Tickermeldungen orientiert.</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;">&#8211; fin &#8211;</span></p>
<p style="text-align: left;">So, abschließend muß ich mich bei Dorothee Schulte bedanken, die mir diese Fragen im Auftrag ihrer Kommilitonen gestellt hat. Ich wünsche eine erfolgreiche Vorbereitung und bin natürlich gespannt, was in ziemlich genau zwei Monaten (genau am 2.7.2008) in Darmstadt bei den Podiumsdiskussionen  besprochen und diskutiert wird.</p>
<div class="links_kurz">Wer sich für weitere Einschätzungen zu Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaftsblogs interessiert, sei auf diese Artikelserie der Wissenswerkstatt verwiesen:</p>
<ul>
<li>Teil I: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/11/die-wissenschaft-und-die-blogosphaere-liebesheirat-oder-zweckgemeinschaft-annaeherungen-an-eine-fruchtbare-liaison/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Wissenschaft und die Blogosphäre » Liebesheirat oder Zweckgemeinschaft? Annäherungen an eine fruchtbare Liaison</a>. 11.03.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsjournalismus">Wissenschaftsjournalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_258" class="footnote">Was sicher auch damit zu tun hat, daß mit den beiden Blogportalen Scilogs und Scienceblogs, sowie dem Wissenschafts-Café inzwischen drei zentrale Anlaufstellen bzw. Gravitationszentren entstanden sind. Und auch die steigende Technorati-Werte &#8211; vgl. <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/02/wissenschaftsblog-charts-052008-kulinarik-twitter-werkstatt-ticker-16/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die aktuellen Charts</a> &#8211; sind ein Indiz hierfür.</li><li id="footnote_1_258" class="footnote">Gelegentliche Notizen zu Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung, dazu Anmerkungen zu neuen Entwicklungen der Wissenschaftskommunikation, abgeschmeckt mit ein wenig Medienkritik und Blogosphären-Small-Talk.</li><li id="footnote_2_258" class="footnote">Das führt bspw. <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lars Fischer</a> wunderbar vor, denn solide recherchierte Texte zu (natur-)wissenschaftlichen Themen, die mit einer Prise Humor gewürzt sind, findet man ja sonst (fast?) nirgendwo.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/">Stammgäste, Passanten und die Wissenswerkstatt » Ein Interview über Sinn und Zweck wissenschaftlicher Blogs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/stammgaeste-passanten-und-die-wissenswerkstatt-ein-interview-ueber-sinn-und-zweck-wissenschaftlicher-blogs/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café &#124; Werkstatt-Ticker 29</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2008 17:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Trauerspiel Ich hatte mich erste Ende April darüber lustig gemacht, daß die Wissenschaftsredaktion der &#8222;Welt&#8220; offensichtlich bisweilen in Tiefschlaf fällt. Und während sie selig schlummert, werden den armen Redakteuren peinliche PR-Texte untergejubelt, die unverhohlen Werbung für obskuren Esoterik-Quanten-Quark machen. Wie ich bei kamenin lese, so scheint bei den hiesigen Wissenschaftsjournalisten z.Z. ein übler Virus ... <a title="Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café &#124; Werkstatt-Ticker 29" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/" aria-label="Mehr Informationen über Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café &#124; Werkstatt-Ticker 29">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/">Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café | Werkstatt-Ticker 29</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><em></em></p>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Trauerspiel<br />
</span></span></span></h4>
<p>Ich hatte mich erste Ende April <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/29/esoterik-obskurantismus-und-die-geheime-physik-die-welt-laesst-sich-bereitwillig-als-reklameforum-missbrauchen-werkstattnotiz-lxxxii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">darüber lustig gemacht</a>, daß die Wissenschaftsredaktion der &#8222;Welt&#8220; offensichtlich bisweilen in Tiefschlaf fällt. Und während sie selig schlummert, werden den armen Redakteuren peinliche PR-Texte untergejubelt, die unverhohlen Werbung für obskuren Esoterik-Quanten-Quark machen.</p>
<p>Wie ich bei kamenin lese, so scheint bei den hiesigen Wissenschaftsjournalisten z.Z. ein übler Virus zu grassieren. Denn nun ist seit einigen Tagen auch auf den Seiten der Wissenschafts-Presse-Konferenz (WPK) eine unerträgliche Lobhudelei auf das Buch &#8222;Die geheime Physik des Zufalls&#8220; von Rolf Froböse zu finden.</p>
<p>Ist man denn von allen guten Geistern verlassen?  Wie kann man nur einen solchen Text auf dem Webportal des &#8222;Berufsverbands der Wissenschaftsjournalisten&#8220; einstellen, der den Leser gleich im ersten Absatz darüber aufklärt, &#8230;</p>
<blockquote><p>dass ein universeller Quantencode quasi all jene Informationen speichert, die unseren Geist, oder die &#8222;Seele&#8220; des Menschen, ausmachen. Auch nach unserem Tod.</p></blockquote>
<p>Hallo Damen und Herren der WPK! Aufgewacht! Und bitte hier weiterlesen:</p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Begrenzte Wissenschaft: <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/05/26/quantenphanomene-sind-mein-schicksal-noch-mal-zur-wpk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quantenphänomene sind mein Schicksal… noch mal zur WPK</a>, 26.5.2008</li>
<li>Wissenswerkstatt:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/29/esoterik-obskurantismus-und-die-geheime-physik-die-welt-laesst-sich-bereitwillig-als-reklameforum-missbrauchen-werkstattnotiz-lxxxii/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Esoterik, Obskurantismus und die “Geheime Physik” » Die “Welt” läßt sich bereitwillig als Reklameforum mißbrauchen</a>, 29.5.2008</li>
</ul>
</div>
<p><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <strong><span style="font-size: large;">Gegenstand wissenschaftlicher Forschung: Wissenschaftskommunikation 2.0</span></strong></span></span></p>
<p>In mehrfacher Hinsicht freuen mich die Infos, die ich gestern in einem Blogartikel von Christoph Bieber lesen durfte. Christoph Bieber hat <span style="text-decoration: line-through;">ja eine Professur</span><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/#footnote_0_303" id="identifier_0_303" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Professur hatte er lediglich im Wintersemester vertreten.">1</a> eine wissenschaftliche Assistenenstelle bei den Politikwissenschaftlern der Uni Gießen inne und er hat in Kooperation mit einigen Kollegen ein Forschungsprojekt zu den Veränderungen und Potentialen digitaler Wissenschaft(skommunikation) beantragt. Und dieser Antrag wurde nun  &#8211; wie er nun mitteilt &#8211; von der VW-Stiftung bewilligt und das Projekt startet im kommenden Juli! Herzlichen Glückwunsch dazu!</p>
<p>Wirklich großartig, denn es wird allerhöchste Zeit, daß all die Entwicklungen, die man unter dem Label &#8222;Wissenschaft 2.0&#8220; behelfsweise zusammenfassen kann, endlich differenziert untersucht werden. Mich freut es natürlich, daß Christoph in seinem Artikel kurz Bezug auf meine ersten Ausführungen und Gedanken zu diesem Themenfeld nimmt. Keine Ahnung, Christoph, wie weit Euer &#8222;Team&#8220; schon steht &#8211; ich bin ja am Thema dran und könnte mich ggf. durchaus beteiligen. ;-)</p>
<p>Und ein klein wenig macht mir diese Info auch Hoffnung bzgl. eines Projektantrags, den ich<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/#footnote_1_303" id="identifier_1_303" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In Zusammenarbeit mit einer Kollegin.">2</a> vor einigen Wochen beim BMBF<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/#footnote_2_303" id="identifier_2_303" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung.">3</a> eingereicht habe. Thema dort: die Veränderungen der Wissenschaftskommunikation in und durch wissenschaftliche Blogs. Also, liebes BMBF &#8211; wenn die VW-Stiftung für solche Fragen Geld übrig hat, so werdet Ihr doch da nicht hinten anstehen wollen, oder? ;-)</p>
<div class="links_ticker">Links:</p>
<ul>
<li>idw-Pressemitteilung: <a href="http://idw-online.de/pages/de/news255425" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschungsverbund &#8222;Interactive Science&#8220; von der VW-Stiftung bewilligt</a>, 15.4.2008</li>
<li>Bieber, Christoph: <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2008/05/25/interactive-science-weblogs-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interactive Science? Weblogs &amp; Wissenschaft</a>, in: Internet und Politik, 25.5.2008</li>
</ul>
</div>
<p><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong><span style="font-size: large;"> </span></span></span></span><strong><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span style="font-size: large;">17 Fragen an eine bloggende Religionswissenschaftlerin<br />
</span></span></span></span></strong></p>
<p>Montags steht ja immer das Interview im Wissenschafts-Café an. Heute gibt mit<a href="http://www.om-sein.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Simone Heidbrink</a> eine Vertreterin der bloggenden Religionswissenschaftler-Riege einen interessanten Einblick in ihr &#8222;Blogverständnis&#8220;.</p>
<p>Simone promoviert ja derzeit an der Uni Heidelberg und ist dort auch im Rahmen des SFBs &#8222;Ritualdynamik&#8220; beschäftigt. Unter dem Label &#8222;Zwischen Online-Religion und Religion-Online. Konstellationen für Ritualtransfer im Medium Internet&#8220; ist sie mit anderen Kollegen damit befasst zu klären, welche religiösen Muster und Betätigungsfelder sich im Onlinebereich finden lassen&#8230;</p>
<p>Und unter anderem ist sie auch noch innerhalb des spannenden Web-Forschungsprojekts &#8222;<a href="http://www.sl-research.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religions in Virtual Worlds</a>&#8220; aktiv, das ebenfalls einen Besuch lohnt. Und das Interview ist sowieso lesenswert &#8211; darin &#8222;meckert&#8220; Simone dann auch, daß sie sich ständig erklären muß, wenn sie sich als Religionswissenschaftlerin &#8222;outet&#8220;, die sich aber die Onlinewelt als Gegenstand gewählt hat:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich hinterfrage von meiner Position ja auch nicht die Entschlüsselung altbabylonischer<br />
Keilschriftragmente! Kann man Forschung denn tatsächlich nur dann ernst nehmen, wenn die Akteure, um die es sich dreht, schon lange tot und vergessen sind?&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Lesen:</p>
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/05/17-fragen-an-simone-heidbrink-von-om-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Simone Heidbrink von om-sein</a>, 26.5.2008</li>
<li>SL-Research: <a href="http://www.sl-research.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religions in Virtual Worlds</a></li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft +2.0">Wissenschaft 2.0</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsjournalismus">Wissenschaftsjournalismus/a&gt;</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Quantenphysik">Quantenphysik</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_303" class="footnote">Die Professur hatte er lediglich im Wintersemester vertreten.</li><li id="footnote_1_303" class="footnote">In Zusammenarbeit mit einer Kollegin.</li><li id="footnote_2_303" class="footnote">Bundesministerium für Bildung und Forschung.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/">Journalismus oder Pseudo-Wissenschafts-PR? ::: Forschungsprojekt &#8222;Interactive Science&#8220; ::: Neues Interview im Wissenschafts-Café | Werkstatt-Ticker 29</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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					<wfw:commentRss>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/journalismus-oder-pseudo-wissenschafts-pr-forschungsprojekt-interactive-science-neues-interview-im-wissenschafts-cafe-werkstatt-ticker-29/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Tag des Wissenschaftsjournalismus 2008 » Neue Mauern oder mehr Luft in den Elfenbeintürmen? &#124; kurz&#038;knapp 36</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2008 11:11:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=314</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Bereich des Wissenschaftsjournalismus bewegt sich was. Während die Profession der Wissenschaftsjournalisten noch vor wenigen Jahren eine halbwegs klar definierte Aufgabe und Position im Feld der Wissenschaftskommunikation hatte, haben sich neuerdings einige Parameter deutlich verschoben. Die Vermittlung und Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Öffentlichkeit1, war einst recht exklusiver Tummelplatz für professionelle Wissenschaftsjournalisten. Wissenschaftliche Themen erklären, ... <a title="Tag des Wissenschaftsjournalismus 2008 » Neue Mauern oder mehr Luft in den Elfenbeintürmen? &#124; kurz&#038;knapp 36" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/" aria-label="Mehr Informationen über Tag des Wissenschaftsjournalismus 2008 » Neue Mauern oder mehr Luft in den Elfenbeintürmen? &#124; kurz&#038;knapp 36">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/">Tag des Wissenschaftsjournalismus 2008 » Neue Mauern oder mehr Luft in den Elfenbeintürmen? | kurz&#038;knapp 36</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Bereich des Wissenschaftsjournalismus bewegt sich was. Während die Profession der Wissenschaftsjournalisten noch vor wenigen Jahren eine halbwegs klar definierte Aufgabe und Position im Feld der Wissenschaftskommunikation hatte, haben sich neuerdings einige Parameter deutlich verschoben.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright" style="margin: 2px 5px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Newspapers.jpg" alt="Zeitungsständer" width="220" height="88" />Die Vermittlung und Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Öffentlichkeit<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/#footnote_0_314" id="identifier_0_314" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie auch immer man diese amorphe Gesamtheit definieren will und wollte.">1</a>, war einst recht exklusiver Tummelplatz für professionelle Wissenschaftsjournalisten. Wissenschaftliche Themen erklären, vermitteln, übersetzen und beim Publikum Interesse wecken, für all das, was Forscher tun &#8211; das alles leisteten eben die Journalisten. Wer sonst?</p>
<p>Neuerdings sind aber neue Akteure in diesem Feld aufgetreten: einerseits nehmen wissenschaftliche Institutionen &#8211; wie etwa die MPG, die DFG etc. &#8211; die Kommunikation und Wissenschafts-PR stärker <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/18/geschichten-der-wissenschaft-dfg-science-tv-gefaellt-und-verkennt-doch-das-dialogische-potential-des-web-20/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in eigener Regie wahr</a>, andererseits gibt es wissenschaftliche Blogs. Und in Wissenschaftsblogs treten Wissenschaftler oder teilweise auch Journalisten in den direkten, unvermittelten Kontakt zu Lesern<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/#footnote_1_314" id="identifier_1_314" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ohne dezidiert die &bdquo;&Uuml;bersetzungsdienste&ldquo; von Journalisten in Anspruch zu nehmen.">2</a> &#8211; was das alles für Veränderungen mit sich bringt, darüber werde ich am 2. Juli 2008 auf Einladung des <a href="http://www.wj.h-da.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studiengangs Wissenschaftsjournalismus</a> der Hochschule Darmstadt einen kleinen Vortrag halten.</p>
<blockquote><p>“Bloggen aus dem Elfenbeinturm”: Sind Blogs die Zukunft der Wissenschaftskommunikation? Oder bauen sich Blogger ihren eigenen Elfenbeinturm?</p></blockquote>
<p>So die Fragestellung, wie sie von den Studenten und ihren Dozenten Annette Leßmöllmann und Thomas Pleil entworfen wurde. Und wie es sich damit verhält, was sich eventuell verändert, wenn die Elfenbeintürme plötzlich geöffnet werden und Forscher frech zu bloggen beginnen, dazu werde ich also in drei Wochen einige Gedanken skizzieren.</p>
<p>Im Anschluß an den Vortrag findet dann eine Podiumsdiskussion statt, an der u.a. <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/gute-stube" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carsten Könneker</a> (SciLogs)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/#footnote_2_314" id="identifier_2_314" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Carsten ist Verlagsleiter bei Spektrum der Wissenschaft und u.a. f&uuml;r &bdquo;Gehirn&amp;Geist&ldquo; zust&auml;ndig.">3</a> und der <a href="http://www.wj-tag.de/?p=38" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftshistoriker und Blogger Ernst Peter Fischer</a> teilnehmen werden.</p>
<p>Außerdem &#8211; und als zweiter Teil der Veranstaltung &#8211; findet ein Panel unter der Überschrift &#8222;Podcasts sind tot! Es lebe der Podcast.” statt. Dort wird <a href="http://praegnanz.de/essays/ist-podcasting-noch-zu-retten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gerrit van Aaken</a> vortragen und später werden u.a. <a href="http://www.brainlogs.de/blogs/blog/braincast" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arvid Leyh</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/#footnote_3_314" id="identifier_3_314" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Arvid ist Pod- bzw. Braincaster bei den Wissenslogs.">4</a> und <a href="http://www.wisskomm.tv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Volker Lange</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/#footnote_4_314" id="identifier_4_314" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der hinter Morgenwelt und der Wisskomm-Wochenschau steckt.">5</a> auf dem Podium sitzen. Das verspricht alles sehr interessant zu werden &#8211; ich bin jedenfalls gespannt und freue mich, daß ich nach Dieburg &#8222;<a href="http://www.wj-tag.de/?p=29" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gelockt</a>&#8220; wurde. :-)</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Pleil, Thomas: <a href="http://thomaspleil.wordpress.com/2008/06/04/erster-tag-des-wissenschaftsjournalismus-jetzt-anmelden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erster Tag des Wissenschaftsjournalismus &#8211; jetzt anmelden!</a>, textdepot, 4.6.2008</li>
<li>Blog zum &#8222;<a href="http://www.wj-tag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a>&#8222;</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Forschung+im+Dialog">Forschung im Dialog</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftsblogs">Wissenschaftsblogs</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Tag+des+Wissenschaftsjournalismus">Tag des Wissenschaftsjournalismus</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_314" class="footnote">Wie auch immer man diese amorphe Gesamtheit definieren will und wollte.</li><li id="footnote_1_314" class="footnote">Ohne dezidiert die &#8222;Übersetzungsdienste&#8220; von Journalisten in Anspruch zu nehmen.</li><li id="footnote_2_314" class="footnote">Carsten ist Verlagsleiter bei Spektrum der Wissenschaft und u.a. für &#8222;Gehirn&amp;Geist&#8220; zuständig.</li><li id="footnote_3_314" class="footnote">Arvid ist Pod- bzw. Braincaster bei den Wissenslogs.</li><li id="footnote_4_314" class="footnote">Der hinter Morgenwelt und der Wisskomm-Wochenschau steckt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/tag-des-wissenschaftsjournalismus-2008-neue-mauern-oder-mehr-luft-in-den-elfenbeintuermen-kurzknapp-36/">Tag des Wissenschaftsjournalismus 2008 » Neue Mauern oder mehr Luft in den Elfenbeintürmen? | kurz&#038;knapp 36</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt &#124; Werkstattnotiz V</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Aug 2007 20:29:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/01/01/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#34;Ich mach Dich gesund&#34;, sagte der Bär. Und formuliert damit ein großes Versprechen. Denn wer ist schon gerne krank? Egal ob es ein profaner Schnupfen ist oder ein ernsthaftes Gebrechen. Gesundheit verspricht Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Und Gesundheit ist ein Megathema &#8211; egal, ob sich mit Gesundheitstipps Zeitungsspalten füllen lassen oder der eigene Geldbeutel. Und wer ... <a title="Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt &#124; Werkstattnotiz V" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/" aria-label="Mehr Informationen über Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt &#124; Werkstattnotiz V">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/">Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt | Werkstattnotiz V</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&quot;Ich mach Dich gesund&quot;, sagte der Bär. Und formuliert damit ein großes Versprechen. Denn wer ist schon gerne krank? Egal ob es ein profaner Schnupfen ist oder ein ernsthaftes Gebrechen. Gesundheit verspricht Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Und Gesundheit ist ein Megathema &#8211; egal, ob sich mit Gesundheitstipps Zeitungsspalten füllen lassen oder der eigene Geldbeutel. Und wer könnte es einem Arzt oder Anbieter von gesundheitsfördernden Lebensmitteln verübeln, daß er sich sein Wissen oder seine wertvollen Produkte in barer Münze bezahlen ließe? Allerdings liegen in diesem Bereich seriöse Gesundheitsberatung und an Scharlatanerie grenzende Selbstbereicherung oftmals nah beieinander.</strong></p>
<p>Die Liste fragwürdiger Geschäfte in der Gesundheitsszene ist lang. Auf eine nicht einmal besonders gravierende, aber durchaus typische Verquickung von Berichterstattung und PR weist dankenswerterweise Kathrin Zinkant hin. In ihrem lesenswerten <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/20/peinliche-arzt-reklame_22" rel="noopener noreferrer">Gesundheitsblog</a> hat sie einen besonders dreisten Fall von unseriösem Journalismus aufgestöbert.</p>
<p>Auf stern.de hat am 17.8.2007 Sylvie-Sophie Schindler ein <a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer">Loblied</a> auf angeblich &quot;<em>maßgeschneiderte Ernährungspläne</em>&quot; anhand eines genetischen Checks angestimmt. Ich kann mich spontan gar nicht entscheiden, ob ich im stern-Artikel ein Paradebeispiel für eine sagenhaft-unkritische Berichterstattung sehen will oder letztlich doch das, was naheliegt: nämlich Schleichwerbung.</p>
<p>Denn anstatt über den noch recht jungen Forschungszweig der sog. &quot;Nutrigenomics&quot; zu berichten, reiht der stern-Artikel vollmundige Versprechen aneinander, die vor allem eines sind: irreführend und wissenschaftlich nicht haltbar. Denn die Wissenschaftler, die sich in den letzten Jahren mit dem komplexen Zusammenspiel von Ernährung, genetischer Ausstattung und chronischen Erkrankungen beschäftigen, wissen heute mit Sicherheit eines: die individuelle genetische Disposition jedes Menschen variiert &#8211; die einen tolerieren cholesterinreiche Kost problemlos, andere wiederum müssen hier achtsam sein. Allerdings: das Wechselspiel ist so unüberschaubar, daß auf dem bisherigen Stand des Wissens noch keine endgültigen Aussagen und keinesfalls &#8211; wie der stern-Text suggeriert &#8211; maßgeschneiderte Patent- und Kochrezepte ableitbar sind.</p>
<p> Frau Schindler zeigt sich davon allerdings reichlich unbeeindruckt, plaudert fröhlich unwissend vor sich hin und erweckt den Eindruck, als sei die je genetische Ausstattung so eindeutig lesbar wie die Bedienungsanleitung einer Kaffeemaschine. Motto: Bei Gendefekt A, meide Nahrungsmittel B. Und wer sich an die Vorgaben hält, der bleibt jung, agil und gesund. Eigentlich logisch. Das liest sich dann u.a. so&#8230; </p>
<blockquote><p>Mit Genanalysen wollen Forscher Schluss machen mit Ernährungs-Mythen und Zivilisationskrankheiten verhindern &#8211; Jahrzehnte bevor sie ausbrechen.<br />(&#8230;)<br />Wer sich gesund ernähren will, sollte Abschied nehmen von pauschalen Ratschlägen. Die Alternative heißt Polymorphismusdiagnostik &#8211; von Wissenschaftlern als Vorsorgemedizin der Zukunft gefeiert. Das Ziel: mit der Ernährung das Beste aus den Genen herausholen. [<em>vgl. Schindler, Sylvie-Sophie: <a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer">Essen à la Genkarte</a></em>]</p></blockquote>
<p>Wer wird bei solch vielversprechenden Sätzen nicht hellhörig? Zumal es nicht unplausibel erscheint: denn wissen wir nicht alle, daß viele Afrikaner und die meisten Asiaten keine Milchprodukte essen, da ihnen das Enzym Laktase fehlt, das zur Verdauung des Milchzuckers notwendig ist? Und wenn demnächst das Oktoberfest in München seine Pforten öffnet, dann liegen ebenfalls die Japaner als erste unter dem Tisch: ca. 50% von ihnen fehlt auch hier ein wichtiges Enzym.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/#footnote_0_45" id="identifier_0_45" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieses Enzym hei&szlig;t &uuml;brigens Acetaldehyddehydrogenase AlDH.">1</a></p>
<p>Und genau diese Logik, daß nämlich unsere persönliche genetische Ausstattung darüber bestimmt, welche Lebensmittel sich günstig für uns auswirken und welche nicht, macht sich die Forschung der Nutrigenomic zu nutze. Wobei genauer: die Forschung ist dabei, diese Zusammenhänge noch besser zu verstehen. Das hindert allerdings einige Ärzte und offenbar auch Journalisten nicht daran, voreilig große Versprechungen in die Welt hinauszuposaunen. </p>
<blockquote><p>Gesunde Ernährung kann schlechte Gene neutralisieren &#8211; &quot;Jeder Mensch hat unterschiedliche Gene, die Ernährung sollte diese Unterschiede berücksichtigen&quot;, sagt Michael Klentze. Der Facharzt für Gynäkologie und psychotherapeutische Medizin betreibt in München das erste deutsche Institut, das Polymorphismusdiagnostik anbietet. Doch was genau wird da eigentlich gemacht? Die bereits in Amerika erprobte Methode, auch SNP (Small Nuclear Polymorphins) &#8211; Diagnostik genannt, bedient sich eines Zellabstrichs von der Mundschleimhaut. Diese werden auf einen Genchip übertragen. Mit Hilfe einer Fluoreszenzfärbung wird in einem Labor erkennbar gemacht, welche genetischen Voraussetzungen und Risiken in der DNA eines Patienten vorliegen. [<em>vgl. Schindler, Sylvie-Sophie: </em><a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer"><em>Essen à la Genkarte</em>]</a></p></blockquote>
<p>Wie wunderbar, wenn einem die komplexen Zusammenhänge der Genetik so einfach erklärt werden und einem auch gleich noch ein Experte auf diesem Gebiet präsentiert wird. Das Problem ist nur &#8211; einige Informationen sind falsch und Michael Klentze wird sicher nicht unerfreut sein, wenn ihm der Artikel neue Interessenten in seine Praxis spült. Kathrin Zinkant kommentiert so:</p>
<blockquote>
<p> Aha. Dass SNP die Abkürzung für Single Nucleotide Polymorphism ist, sei mal nur am Rande notiert, ist ja auch ein schwieriger Begriff. Dass SNPs als Marker für bestimmte Krankheiten genutzt werden können, stimmt dagegen sogar, und es gibt auch schon viele Forschungsarbeiten, die einen Zusammenhang zwischen SNPs, Krankheiten und einer bestimmten Ernährungsweise aufdeckten.</p>
<p>(&#8230;) Kein seriöser Wissenschaftler oder Arzt würde einem Patienten verklickern, er werde mal eben mithilfe eines genetischen Test einen Diätplan erstellen, der Krankheiten verhindert.</p>
<p>Manche, die sich seriös nennen, tun es trotzdem &#8211; und scheffeln richtig Kohle damit. Anti-Aging-Guru Michael Klentze zum Beispiel stand stern.de sicher höchst bereitwillig als einziger Gesprächspartner für den zitierten Artikel zur Verfügung, er hat seinen Auftritt auch gleich PR-wirksam verbraten. Denn Klentze betreibt in München eine gigantische Praxis, in der er solche nutrigenomischen Tests schon seit Jahren an die vorwiegend weibliche und betuchte Privatklientel bringt, und zwar nicht nur als Präventionsmaßnahme gegen Krankheiten, sondern auch gegens Altern &#8211; wobei das ja auch eine schreckliche Krankheit ist, nicht wahr? [<em>vgl. Zinkant, Kathrin: <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/20/peinliche-arzt-reklame_22" rel="noopener noreferrer">Peinliche Arzt-Reklame</a></em>] </p>
</blockquote>
<p>Traurig aber wahr &#8211; hier wird Wissenschaftsjournalismus mit Marketing in einen Topf gerührt. Die Frage ist nur: werden solche Beiträge beim stern nicht redaktionell geprüft oder ist man dazu zu bequem und zu faul? Und: disqualifiziert man sich durch solche Texte nicht als Journalist? </p>
<p>Fest steht nur, daß das Forschungsfeld der Nutrigenomics sehr spannend ist und man in Zukunft noch einiges darüber lesen wird. Hoffentlich dann aber besser recherchiert &#8211; und bis dahin verweise ich auf untenstehende Links und Literatur.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Hier der Artikel des stern:</em></p>
<ul>
<li>Schindler, Sylvie-Sophie: <a target="_blank" href="http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/595468.html" rel="noopener noreferrer">Essen à la Genkarte</a>, stern.de, 17.8.2007</li>
</ul>
<p><em>Und hier die seriöse Variante:</em></p>
<ul>
<li>Zinkant, Kathrin: <a target="_blank" href="http://blog.zeit.de/diagnose-mensch/2007/08/20/peinliche-arzt-reklame_22" rel="noopener noreferrer">Peinliche Arzt-Reklame</a>, Zeit-Blog, 20.8.2007</li>
<li>Herden, Birgit: <a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2006/46/E-Nutrigenomics" rel="noopener noreferrer">Das Futter zum Erbgut</a>, Die ZEIT, 9.11.2006 </li>
</ul>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Bevor man sein Geld zu Herrn Klentze trägt, sollte man eher ein paar Euro in ein Kochbuch investieren. Für die gesundheitsfördernde und vor allem entspannende Wirkung des eigenen Kochens übernehme ich sogar die Garantie:</p>
<ul>
<li>Der Klassiker: Sälzer/Dickhaut: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3774211426?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3774211426">Basic cooking</a>. Alles, was man braucht, um schnell gut zu kochen. GU.</li>
<li>Die Neuauflage: Sälzer/Dickhaut: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3833804467?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3833804467">Basic Cooking 2</a>. Alles, was ich jetzt zum guten Kaufen, Kochen und Essen brauche. GU.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
<p><!--adsense#Banner_Breit_01--></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_45" class="footnote">Dieses Enzym heißt übrigens Acetaldehyddehydrogenase AlDH.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/naivitaet-oder-gefaelligkeitsjournalismus-wie-eine-stern-journalistin-fuer-fragwuerdige-genchecks-die-werbetrommel-wirbt-werkstattnotiz-v/">Naivität oder Gefälligkeitsjournalismus? » Wie eine Stern-Journalistin die Werbetrommel für fragwürdige Genchecks rührt | Werkstattnotiz V</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>»Free Burma« &#8211; Bürgerjournalismus in Krisenzeiten und die globalen Solidaritätsnetzwerke &#124; Werkstattnotiz XII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Oct 2007 22:28:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Recherchieren, informieren, dokumentieren. So lautet die klassische Aufgabenbeschreibung des Journalismus. Wenn – wie derzeit in Burma – die Presse- und Meinungsfreiheit unter Beschuß gerät, dann zeigt sich die Bedeutung des neuen Bürgerjournalismus: in Krisenzeiten sind sog. Weblogs („Online-Tagebücher“) inzwischen häufig eine wichtige Quelle für die freie Berichterstattung. Die Blogger in Burma, die wertvolle Informationen zugänglich ... <a title="»Free Burma« &#8211; Bürgerjournalismus in Krisenzeiten und die globalen Solidaritätsnetzwerke &#124; Werkstattnotiz XII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/" aria-label="Mehr Informationen über »Free Burma« &#8211; Bürgerjournalismus in Krisenzeiten und die globalen Solidaritätsnetzwerke &#124; Werkstattnotiz XII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/">»Free Burma« &#8211; Bürgerjournalismus in Krisenzeiten und die globalen Solidaritätsnetzwerke | Werkstattnotiz XII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Recherchieren, informieren, dokumentieren. So lautet die klassische Aufgabenbeschreibung des Journalismus. Wenn – wie derzeit in Burma – die Presse- und Meinungsfreiheit unter Beschuß gerät, dann zeigt sich die Bedeutung des neuen Bürgerjournalismus: in Krisenzeiten sind sog. Weblogs („Online-Tagebücher“) inzwischen häufig eine wichtige Quelle für die freie Berichterstattung.</strong></p>
<p>Die Blogger in Burma, die wertvolle Informationen zugänglich machen, sind aber nicht allein. Nun formiert sich eine internationale Solidaritätsaktion der Blogcommunity. </p>
<p><strong>Krisen- und Kriegszeiten als Hochkonjunktur für den Graswurzeljournalismus?</strong></p>
<p>Die Tatsache ist nicht neu: im Sommer 2006 eskaliert der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah. Daß auch Stadtteile Beiruts Ziele von Angriffen waren, erfährt die&nbsp; interessierte Weltöffentlichkeit zuerst durch Blogs. Ein Jahr später spitzt sich innerhalb weniger Tage die Lage in Burma zu. Die Protestbewegung gegen das Militärregime weitet sich aus. Versammlungsverbote werden verhängt und die Sicherheitskräfte gehen massiv gegen die buddhistischen Mönche und andere Demonstranten vor.</p>
<p>Von den staatlich kontrollierten Zeitungsredaktionen ist kaum zu erwarten, daß die Ausschreitungen thematisiert werden. Und die ausländischen Journalisten sehen sich Repressalien der Militärjunta gegenüber. Währenddessen etablieren sich Weblogs als alternative Kommunikationskanäle. Augenzeugenberichte, Fotos von Mißhandlungen und Videos der Auseinandersetzungen auf den Straßen Ranguns – diese Dokumente stoßen weltweit auf große Aufmerksamkeit. Und sie finden sich zuerst auf privaten burmesischen Internetblogs. </p>
<h4 class="pullquote">Blogs sind Bürgerjournalismus im ursprünglichen Sinne: sie stellen eine Gegenöffentlichkeit dar und sind somit integraler Teil einer pluralen Meinungslandschaft. <br /></h4>
<p>Es ist ein Bürgerjournalismus im ursprünglichen Sinne, der gegen alle Versuche des meinungsfeindlichen Regimes eine Gegenöffentlichkeit darstellt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/#footnote_0_92" id="identifier_0_92" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und genau hier erweist sich die St&auml;rke von Blogs: Der Betrieb von Blogs erfordert nur geringes Know-How und stellt kaum technische Zugangsbarrieren. Somit sind Blogs &ndash; von staatlichen Institutionen &ndash; auch nur schwer zu kontrollieren.">1</a> Und diese Öffentlichkeit – die&nbsp; Tatsache, daß die brutalen Übergriffe der Sicherheitskräfte weltweit publik werden – ist von zentraler Bedeutung. Die Demokratiebewegung in Burma hat kaum andere Chancen auf Erfolg, als einen internationalen Sturm der Empörung zu entfachen.</p>
<p>Die Machthaber in Burma haben diese Gefahr freilich erkannt. Zensur fand schon lange statt und am Freitag wurden auch die Internetverbindungen größtenteils gekappt. Nun ist es für die engagierten Blogger nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich, ihre Informationen nach draußen zu schleusen. Aber auch über die restlichen Schlupfwege gibt es Möglichkeiten, die ungefilterte Berichterstattung aufrecht zu erhalten. Das alles findet – das sollte man nicht vergessen – unter einem nicht unerheblichen persönlichen Risiko statt. Häufig sind es junge Studenten, die hier ihr Leben aufs Spiel setzen.</p>
<p>Robert Basic, einer der prominentesten deutschen Blogger, gesteht diesbezüglich unumwunden ein: „Ganz ehrlich, ich wüsste nicht, ob ich soviel Mut und Zivilcourage aufbringen würde.“<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/#footnote_1_92" id="identifier_1_92" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So Robert Basic in &quot;Burma-Blogs&quot; am 26.9.2007">2</a> Aber genauso trotzig <a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/27/warum/" rel="noopener noreferrer">reklamiert</a><a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/27/warum/" rel="noopener noreferrer"> </a>er: „Das Web ermöglicht weitaus mehr, als es manch einer wahrhaben will. Noch haben die meisten Menschen nicht mal ansatzweise begriffen, welche Power sie durch die Vernetzung in der Hand halten.&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/#footnote_2_92" id="identifier_2_92" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So die durchaus bedenkenswerte These von Robert in &quot;warum?&quot;, am 27.9.2007">3</a></p>
<p>Und genau diese Macht der weltweiten Community soll nun mobilisiert werden. Unzählige Blogger haben sich inzwischen zusammengeschlossen und arbeiten an einer internationalen Solidaritätskampagne für den 4. Oktober.</p>
<p>In zehntausenden privaten Onlinejournalen soll an diesem Tag ausschließlich eine Grafik mit der Botschaft „Free Burma“ erscheinen. Eventuell ergänzt durch einen kurzen Artikel zur aktuellen Situation im südostasiatischen Land. Damit soll demonstriert werden, daß die dortige Demokratiebewegung weltweit Unterstützung findet. In der Formulierung der Blogger liest sich ihr Anliegen wie folgt:</p>
<blockquote><p>»Blogger aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“.«</p></blockquote>
<p>Die Aktion ist Indiz dafür, daß die oftmals belächelte und intern zersplitterte Blogcommunity sich unter bestimmten Bedingungen doch zu gemeinsamen Aktionen zusammenraufen kann. Oftmals – und nicht selten zu Recht – wurde der Blogsphäre ihre Selbstreferentialität vorgeworfen: die Themen, die in den Blogs hoch im Kurs standen, hatten häufig herzlich wenig damit zu tun, was „draußen“ auf der Tagesordnung stand. </p>
<h4 class="pullquote">Schluß mit der Selbstreferentialität? Entdecken die Blogs die Politik? Oder entdeckt die Politik die Blogs?</h4>
<p>Mit der jetzigen Aktion demonstrieren die Blogger allerdings, daß sie zunehmend so etwas wie gesellschaftliche Verantwortung entdecken. Zwar wird intern auch darüber diskutiert, ob denn dieser Aktionstag wirklich etwas an der Situation in Burma ändern könne, dabei handelt es sich aber nur um vereinzelte Stimmen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/#footnote_3_92" id="identifier_3_92" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das gibt die Situation von vergangenem Samstag wider. Seither gibt es &ndash; mehr oder minder &ndash; berechtigte Kritik und Einw&auml;nde. Meine Stellungnahme dazu findet sich hier.">4</a> Die Mehrheit der Blogger zeigt sich überzeugt davon, daß es notwendig und wichtig ist, in dieser Frage Stellung zu beziehen.</p>
<p>Interessant ist, daß hier die internationale Kooperation zwischen Bloggern und Webmastern aus ganz verschiedenen Ländern und Kulturkreisen offenbar funktioniert. Wenn – wie nun in Burma – Menschenrechte und die Meinungsfreiheit unterdrückt werden, dann entdeckt das sogenannte „Soziale Netz“ offenbar sein politisches und soziale Gewissen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li>Website der Aktion &quot;<a target="_blank" href="http://www.free-burma.org" rel="noopener noreferrer">Free Burma</a>&quot;</li>
<li><a target="_blank" href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/215/aktuelle-entwicklungen-in-myanmar-ticker" rel="noopener noreferrer">Burma-Ticker</a> des Blogs &quot;Spiegelfechter&quot;</li>
<li>Ebenfalls lesenswert: &quot;<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/216/quo-vadis-burma" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quo vadis, Burma?</a>&quot;, Spiegelfechter, 2.10.</li>
<li>Info- und Aktionswebsite &#8211; <a href="http://www.burmacampaign.org.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BurmaCampaign UK</a> (sehr empfehlenswert!)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><strong><em>Anmerkung:</em></strong> </p>
<p><em>Diesen Artikel habe ich bereits am vergangenen Samstag, den 29.9. geschrieben. Ich hatte ihn ursprünglich für die klassischen Medien gedacht und zunächst telepolis angeboten. Florian Rötzer (Chefredakteur von tp) hat mir daraufhin mitgeteilt, daß sie bereits eine kurze Notiz in Vorbereitung hätten. Diese erschien ja auch am Samstagabend [<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26303/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>].<br />  </em></p>
<p><em>Daraufhin habe ich den Text u.a. SpiegelOnline offeriert &#8211; die Kollegen der Spiegel-Netzwelt hatten offenbar aber kein Interesse. Ich bin darüber zwar etwas erstaunt und denke, daß es dem SpOn-Leser nicht geschadet hätte zu erfahren, welche weiteren &quot;Nebenfolgen&quot; im Netz die politischen Ereignisse in Burma nach sich ziehen, aber kann es nicht ändern. Allerdings bin ich nun durchaus gespannt, wie lange es dauert, bis SpiegelOnline den Aktionstag doch noch entdeckt und prominent thematisiert&#8230; </em></p>
<p><em></em></p>
<hr width="100%" size="1" /><em></em></p>
<p>Technorati: <a href="http://technorati.com/posts/tag/free-burma">free-burma</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_92" class="footnote">Und genau hier erweist sich die Stärke von Blogs: Der Betrieb von Blogs erfordert nur geringes Know-How und stellt kaum technische Zugangsbarrieren. Somit sind Blogs &#8211; von staatlichen Institutionen &#8211; auch nur schwer zu kontrollieren.</li><li id="footnote_1_92" class="footnote">So Robert Basic in &quot;<a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/26/burma-blogs/" rel="noopener noreferrer">Burma-Blogs</a>&quot; am 26.9.2007</li><li id="footnote_2_92" class="footnote">So die durchaus bedenkenswerte These von Robert in &quot;<a target="_blank" href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/27/warum/" rel="noopener noreferrer">warum?</a>&quot;, am 27.9.2007</li><li id="footnote_3_92" class="footnote">Das gibt die Situation von vergangenem Samstag wider. Seither gibt es &#8211; mehr oder minder &#8211; berechtigte Kritik und Einwände. Meine Stellungnahme dazu findet sich <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/02/internationale-blog-aktion-free-burma-die-schwachen-argumente-der-skeptiker-werkstattnotiz-xi/" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/free-burma-buergerjournalismus-in-krisenzeiten-und-die-globale-solidaritaetsnetzwerke-werkstattnotiz-xii/">»Free Burma« &#8211; Bürgerjournalismus in Krisenzeiten und die globalen Solidaritätsnetzwerke | Werkstattnotiz XII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 01:31:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/29/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit wenigen Stunden ist es soweit: Das neue Portal der WAZ-Mediengruppe &#34;Der Westen&#34; ist online und bündelt die Nachrichtenseiten der einzelnen Regionalzeitungen zu einem Web-2.0-Paket. Der Startschuß zu diesem durchaus ambitionierten Projekt hatte sich mehrmals verzögert und war zuletzt umso gespannter erwartet worden. Von Medienprofis, die sehen wollten, wie die WAZ (immerhin ein Schwergewicht in ... <a title="Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/" aria-label="Mehr Informationen über Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start &#124; Werkstattnotiz XVIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/">Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start | Werkstattnotiz XVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit wenigen Stunden ist es soweit: Das neue Portal der WAZ-Mediengruppe &quot;<a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/" rel="noopener noreferrer">Der Westen</a>&quot; ist online und bündelt die Nachrichtenseiten der einzelnen Regionalzeitungen zu einem Web-2.0-Paket. Der Startschuß zu diesem durchaus ambitionierten Projekt hatte sich mehrmals verzögert und war zuletzt umso gespannter erwartet worden. Von Medienprofis, die sehen wollten, wie die WAZ (immerhin ein Schwergewicht in der Zeitungs- und Medienbranche) den Modernisierungssprung schaffen will und ebenso gespannt von vielen Bloggern, die sehen wollen, wie sich Katharina Borchert die letzten Monate geschlagen hat.</strong></p>
<p>Zur Aufklärung: die WAZ (Westdt. Allgemeine Zeitung) erreicht mit derzeit 28 Regionalzeitungen, die vorrangig im Ruhrgebiet und Westfalen erscheinen eine Auflage von 580.000 Exemplaren. Im Internet gab es bislang aber kein einheitliches Erscheinungsbild, sondern mehrere, unkoordinierte Zeitungsportale. Im letzten Jahr wurde Katharina Borchert, die sich als <a target="_blank" href="http://www.lyssas-lounge.de/" rel="noopener noreferrer">Lyssa</a> in der Blogszene einen Namen gemacht hatte und ganz nebenbei (und vermutlich nicht karriereschädigend) Tochter des ehemaligen Landwirtschaftsministers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Borchert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jochen Borchert</a> ist, von der WAZ damit beauftragt das einheitliche Portal &quot;Der Westen&quot; zu gestalten. </p>
<h4 class="pullquote">Hält das vollmundig angekündigte Medienportal &quot;Der Westen&quot;, was versprochen wurde? Sicher ist: das Projekt an den Start zu bringen, war eine beinahe herkulische Aufgabe. <br /></h4>
<p>Damit stand Borchert zugegeben vor einer durchaus respektablen Aufgabe. Selbst wenn man das nette Etikett einer &quot;WAZ-Online-Chefin&quot; trägt, dürfte es nicht leicht fallen, so viele Wünsche, Erwartungen und Forderungen zu koordinieren und zu erfüllen. Insgesamt sind es über 800 Journalisten, die von heute an ihre Texte nicht nur wie gewohnt bei der Redaktion abliefern oder eben konventionell in das (Print-)Redaktionssystem einschleusen, sondern selbst den Internetauftritt mitgestalten. Zumindest ein bißchen.</p>
<p>Thomas Knüwer, der indiskrete Handelsblattblogger, war schon <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1555" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vor Wochenfrist</a> in den Redaktionsräumen in <del>Dortmund</del><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_0_109" id="identifier_0_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich hatte mich u.a. durch diesen Wiki-Text etwas irreleiten lassen und war f&auml;lschlicherweise der Ansicht, die Onlineredaktion bef&auml;nde sich in Dortmund. Dem ist aber nicht so, wie Andreas in den Kommentaren bemerkt. In Dortmund selbst ist nur der WAZ-Ableger &quot;Westf&auml;lische Rundschau&quot; beheimatet, die aber mit immerhin 200 Journalisten auch an &quot;Der Westen&quot; beteiligt ist&hellip;">1</a> Essen (wo u.a. 20 Onlineredakteure den Feinschliff und die Verantwortung übernehmen) und Thomas war durchaus angetan.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_1_109" id="identifier_1_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und mit seiner Einsch&auml;tzung liegt er nach meiner  Einsch&auml;tzung goldrichtig: &quot;Denn angesichts der himmelhohen Erwartungen wird sie beim Start richtig Pr&uuml;gel in der Blog-Szene kassieren. Ob der Westen aber ein Erfolg wird &ndash; das zeigt sich erst nach fr&uuml;hestens einem Jahr. Die Grundlagen, dass dem so sein wird, sind aber gelegt.&quot;">2</a> Die taz <a target="_blank" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wissen-fuer-wessis/?src=MT&amp;cHash=986cf373d9" rel="noopener noreferrer">warf ebenfalls vorab</a> einen Blick auf das Projekt und wußte allerdings auch von Journalisten, die schon im Vorfeld leise  rebellierten:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Wir recherchieren, gehen auf Termine, fotografieren, schreiben, erledigen Layout und Korrektur &#8211; und jetzt sollen wir auch noch das Internet bestücken?&quot;, fragt eine Lokalredakteurin. Und ein Kollege sagt: &quot;Wir machen bereits die Zeitung an der Leistungsgrenze.&quot; Die Online-Arbeit komme noch oben drauf. &quot;Ich wehre mich nicht gegen das Internet&quot;, sagt die Redakteurin, &quot;aber die Art und Weise, ohne Personalaufstockung, ohne zusätzliches Honorar, dagegen habe ich etwas.&quot; </p>
</blockquote>
<p>Jetzt kann man sich selbst ein Bild machen und, nun ja, wer hatte auch erwartet, daß<del> das Rad</del> die Zeitung neu erfunden würde? Gut, es sind bislang nur wenig Artikel online<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_2_109" id="identifier_2_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Artikel zum SPD-Parteitag liest sich so...">3</a> und man sieht sicher erst in 2-3 Tagen, wie das neue Angebot überhaupt angenommen wird. Aber das Erscheinungsbild kommt doch recht brav daher. Übersichtlich zwar und aufgeräumt, aber doch auch ein wenig bieder.</p>
<p>In einem <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Interview mit der FAZ</a>, das heute erscheint, betont Katharina Borchert (die eben frischgebackene Chefredakteurin ist), daß es v.a. auch um ein Umdenken im eigenen Haus gehe; die eigenen Mitarbeiter müßten an die Online-Darstellung herangeführt werden:</p>
<blockquote>
<p>Wir wollen sie daran gewöhnen, nicht ausschließlich an Print, sondern immer auch an Online zu denken. Einige werden bald auch eine Videokamera zu den Terminen oder zumindest zu Interviews mitnehmen; </p>
</blockquote>
<p>Eine andere &#8211; eher unausgesprochene &#8211; Hoffnung ist sicherlich, daß über die Einbindung und Aktivierung von Communities auch Inhalte nach dem AAL-Prinzip<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_3_109" id="identifier_3_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="AAL=Andere arbeiten lassen">4</a> generiert werden; wenn engagierte User selbst Beiträge schreiben und Informationen liefern, dann wird die journalistische Arbeit durchaus erleichtert bzw. kann daran anknüpfen. Und Inhalte (<em>neudeutsch: content</em>) werden auf alle Fälle her- und bereitgestellt. </p>
<p>Im <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">FAZ-Interview</a> wird diesbezüglich die richtige Frage gestellt:</p>
<blockquote>
<p>Trotzdem weichen Sie die Grenzen zwischen professionellem Journalismus und Amateur-Berichterstattung auf.</p>
</blockquote>
<p>Und Katharina Borchert gibt eine beinahe unverantwortliche Antwort, die einerseits ausweichend-naiv, andererseits respektlos und herablassend daherkommt:</p>
<blockquote>
<p>Das sehe ich nicht so. Die Arbeit eines professionellen Journalisten wird im Idealfall durch eine andere Qualität zu erkennen sein. Er hat ganz andere Ressourcen, Erfahrungen und Kontakte. Und, notabene, eine andere Sprache. Aber Blogs können eine durchaus spannende Ergänzung sein. Im Übrigen kennzeichnen wir die Unterschiede auch optisch auf unserer Seite.</p>
</blockquote>
<p>Aha, wieder etwas dazugelernt: der Journalist verfügt &#8211; <em>notabene! </em>&#8211; über eine ganz andere Sprache, als der gemeine Blogger. Also ich für meinen Teil spreche und schreibe ja Deutsch und Journalisten, die ich schätze, bedienen sich meist ebenfalls dieser Sprache. ;-)</p>
<p>Naja, genug gemäkelt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/#footnote_4_109" id="identifier_4_109" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Immerhin gesteht Katharina Borchert auch zu, da&szlig; selbst Journalisten nicht fehlerfrei sind. Wenngleich ihr Premierenartikel sprachlich etwas unbeholfen daherkommt, so halte ich die Idee, den Lesern die M&ouml;glichkeit zu geben, auf Fehler durch Blogkommentare hinzuweisen, durchaus f&uuml;r sinnvoll.">5</a> Alles was sich zu dieser Stunde sagen läßt: der große Wurf ist es nicht und es ist ebenfalls durchaus fraglich, ob die Aufhübschung durch Web-2.0-Features genügt. </p>
<p>&nbsp; </p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em></em></p>
<p><em>Lesenswerte Artikel und Interviews:</em></p>
<ul>
<li>FAZ: <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E445309DE10C747DC8A473C54156E14DB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" rel="noopener noreferrer">Wir mußten etwas tun</a>; Interview mit K. Borchert, FAZ, 29.10.2007</li>
<li>Stabe, Martin: <a target="_blank" href="http://blogs.pressgazette.co.uk/fleetstreet/2007/10/28/new-german-regional-newspaper-site-is-well-worth-watching/" rel="noopener noreferrer">New German regional newspaper site is well worth watching</a>, PressGazette.co.uk, 28.10.2007 </li>
<li>WAZ-Portal: <a href="http://www.derwesten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Westen</a></li>
</ul>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_109" class="footnote">Ich hatte mich u.a. durch <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Westdeutsche_Allgemeine_Zeitung" rel="noopener noreferrer">diesen Wiki-Text</a> etwas irreleiten lassen und war fälschlicherweise der Ansicht, die Onlineredaktion befände sich in Dortmund. Dem ist aber nicht so, wie Andreas in den Kommentaren bemerkt. In Dortmund selbst ist nur der WAZ-Ableger &quot;Westfälische Rundschau&quot; beheimatet, die aber mit immerhin 200 Journalisten auch an &quot;Der Westen&quot; beteiligt ist&#8230;</li><li id="footnote_1_109" class="footnote">Und mit seiner Einschätzung liegt er nach meiner  Einschätzung goldrichtig: &quot;Denn angesichts der himmelhohen Erwartungen wird sie beim Start richtig Prügel in der Blog-Szene kassieren. Ob der Westen aber ein Erfolg wird &#8211; das zeigt sich erst nach frühestens einem Jahr. Die Grundlagen, dass dem so sein wird, sind aber gelegt.&quot;</li><li id="footnote_2_109" class="footnote">Der Artikel zum SPD-Parteitag <a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/nachrichten/2007/10/28/news-1253544/detail.html" rel="noopener noreferrer">liest sich so.</a>..</li><li id="footnote_3_109" class="footnote">AAL=Andere arbeiten lassen</li><li id="footnote_4_109" class="footnote">Immerhin <a target="_blank" href="http://www.derwesten.de/blogs/korrektur/stories/57/" rel="noopener noreferrer">gesteht Katharina Borchert auch zu</a>, daß selbst Journalisten nicht fehlerfrei sind. Wenngleich ihr Premierenartikel sprachlich etwas unbeholfen daherkommt, so halte ich die Idee, den Lesern die Möglichkeit zu geben, auf Fehler durch Blogkommentare hinzuweisen, durchaus für sinnvoll.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/was-laenge-waehrt-die-waz-geht-mit-der-westen-an-den-start-werkstattnotiz-xvii/">Was lange währt&#8230; » Die WAZ geht mit &#8222;Der Westen&#8220; an den Start | Werkstattnotiz XVIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus &#124; Werkstattnotiz XX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 22:48:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/29/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ist das Selbstironie, Naivität, Resignation oder Fatalismus? Wieviel Schmerztoleranz muß man aufweisen, daß man sich in aller Öffentlichkeit die eigenen Unzulänglichkeiten vorrechnen läßt? Hat man bei der Süddeutschen Zeitung &#8211; zumindest in deren Online-Redaktion &#8211; inzwischen die Lust am eigenen Siechtum entdeckt? Viele Fragen, kaum plausible Antworten. Was ist geschehen? Die Süddeutsche Zeitung druckt heute ... <a title="Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus &#124; Werkstattnotiz XX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/" aria-label="Mehr Informationen über Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus &#124; Werkstattnotiz XX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/">Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus | Werkstattnotiz XX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ist das Selbstironie, Naivität, Resignation oder Fatalismus? Wieviel Schmerztoleranz muß man aufweisen, daß man sich in aller Öffentlichkeit die eigenen Unzulänglichkeiten vorrechnen läßt? Hat man bei der Süddeutschen Zeitung &#8211; zumindest in deren Online-Redaktion &#8211; inzwischen die Lust am eigenen Siechtum entdeckt?</strong> </p>
<p>Viele Fragen, kaum plausible Antworten. Was ist geschehen? </p>
<p>Die Süddeutsche Zeitung <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/533/140237/" rel="noopener noreferrer">druckt heute</a> längere Passagen der Dankesrede von Frank Schirrmacher<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_0_111" id="identifier_0_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ja, genau der, seines Zeichens Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung">1</a> ab, die dieser am Samstag anläßlich der Verleihung des Jacob-Grimm-Preises &quot;Deutsche Sprache&quot; 2007 in Kassel gehalten hat.</p>
<p>
Es ist ja nicht ungewöhnlich, daß Dankesreden illustrer Zeitgenossen &#8211; zumal, wenn die Rede sich nicht in bloßer Danksagung erschöpft, sondern auch Bedenkenswertes enthält &#8211; in den folgenden Tagen in den sogenannten Qualitätszeitungen dokumentiert werden. Insofern schätze ich es, daß ich heute als Leser der Süddeutschen Zeitung längere Passagen der Rede Schirrmachers präsentiert bekomme.
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<p>Gut, ich gestehe, ich bin kein Freund Schirrmachers, was aber ohnehin kaum erstaunen dürfte, denn andernfalls wäre ich konsequenterweise Abonnent seines offiziellen Verlautbarungsorgans FAZ. Und auch die typisch schirrmachersche Untugend des Kassandrarufens &#8211; wir erinnern uns an das &quot;Methusalem-Komplott&quot; &#8211; trifft bei mir auf wenig Gegenliebe. Was Schirrmacher allerdings vorgestern in Kassel zu sagen wußte, finde ich in weiten Teilen mehr als bedenkenswert.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_1_111" id="identifier_1_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und unterscheide mich damit von weiten Teilen der benachbarten Blogosph&auml;re. Genau die einleitenden Abs&auml;tze, die die Ver&auml;nderungen durch die Internetnutzung thematisieren werden nat&uuml;rlich mehr als kritisch beantwortet. So etwa hier bei &quot;netzpolitik&quot; und &quot;text &amp; blog&quot;.">2</a></p>
<h4 class="pullquote">So respektabel sich die Süddeutsche Zeitung in ihrer täglichen Printausgabe präsentiert, so erbärmlich ist ihr Onlineangebot. <br /></h4>
<p>Nur: Woher nimmt die Süddeutsche Zeitung die Chuzpe diese Rede abzudrucken? Wer hat diesen Text ins Blatt gehievt und v.a.: wer besaß die Tolldreistigkeit diesen Text auch im Internet abzustellen? Denn machen wir uns nichts vor: so respektabel sich die Süddeutsche Zeitung in ihrer täglichen Printausgabe präsentiert, so erbärmlich ist das SZ-Onlineangebot. Und das traurige: es wird immer schlechter.&nbsp;</p>
<p><strong>Wie schlecht muß es um einen stehen, wenn man Ratschläge von der eigenen Konkurrenz nötig hat?</strong></p>
<p>Und so allmählich gewinne ich den Eindruck, daß man es bei der SZ <em>nicht</em> nicht besser machen <em>kann</em>, sondern nicht besser machen <em>will</em>. Denn spätestens seit heute kann man sich ja nicht mehr damit herausreden, man habe es nicht anders gewußt. Um nachzulesen, auf welche Weise und mit welcher Haltung man ein Onlineportal einer deutschen Qualitätszeitung gestalten muß, braucht man zukünftig schließlich nur noch den hauseigenen Schirrmacher-Artikel anklicken. </p>
<p>Denn dort ist &#8211; nach einigen Absätzen, in denen sich Schirrmacher den kulturpessimistischen Tonfall nicht ganz verkneifen kann<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_2_111" id="identifier_2_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Genau dieses etwas &uuml;berzogene Gejammer wird Schirrmacher von verschiedenen Seiten auch vorgeworfen. Wie ich jetzt [nach Ver&ouml;ffentlichung] sehe, hat nun auch SpOn [St&ouml;cker, Chr.: Das Internet ist an allem schuld.] eine Replik eingestellt, ebenfalls gegen die internetkritischen Argumente bezieht De:Bug Stellung. Leider werden so die anderen Passagen, die ich f&uuml;r bedenkenswert halte, &uuml;bersehen.">3</a> &#8211; eindeutig zu lesen:</p>
<blockquote>
<p>Es gibt keine schönere Herausforderung als diese: Nicht nur das Internet zu erobern, sondern auch gegenzuhalten und Optionen anzubieten.</p>
</blockquote>
<p>Und mit &quot;<em>Optionen anbieten</em>&quot; meint Schirrmacher, liebe Freunde von der SZ, bestimmt nicht, daß man noch mehr Energie für dummdreiste Bilderserien verschleudern soll! Es ist kaum zu fassen: anstatt mit journalistischem und gestalterischem Ehrgeiz ein modernes Web-Nachrichten-Portal aufzuziehen, nervt die SZ zunehmend mit billig und lustlos produziertem Content. Blinkende Werbebanner und der grassierende Artikelserien-Fetisch tun ihr weiteres.&nbsp; </p>
<h4 class="pullquote">Haben wir es beim SZ-Online-Auftritt mit einem besonders perfiden Fall von innerbetrieblicher Sabotage zu tun? <br /></h4>
<p>Liegt es vielleicht daran, daß die SZ ausgerechnet diejenigen Mitarbeiter am Onlineauftritt werkeln läßt, die eigentlich gerne etwas zur Printausgabe beitragen würden und nicht dürfen? Haben wir es also mit einem besonders perfiden Fall von innerbetrieblicher Sabotage zu tun? </p>
<p>Denn die Tatsache, daß die Mitarbeit an einer Zeitung wie der SZ ein Privileg ist, ist durchaus nachvollziehbar. </p>
<blockquote>
<p>Die Zeitung liefert eine Haltbarkeit von mindestens 24 Stunden, und in ihren Kommentaren, Rezensionen und Kritiken will sie sogar vor der Nachwelt bestehen. Im Vergleich zum Internet ist sie das verzögernde Moment in der gesellschaftlichen Kommunikation. Deshalb wird sie immer unverzichtbar sein.</p>
</blockquote>
<p>Allerdings, zu früh frohlockt, liebe SZ-Onlinefreunde: die Zukunft liegt genau in der durchdachten Verzahnung von Print- und Onlineangebot. Das eine gegen das andere ausspielen zu wollen, wird nicht funktionieren! Und nach einigen relativ unverdächtigen Gemeinplätzen beginnt Schirrmachers Rede etwas an Fahrt aufzunehmen:</p>
<blockquote><p>Wer glaubt, dass sich, wie in Amerika gesehen, Redaktionen von Zeitungen einzig nach Rendite rechnen sollten &#8211; womöglich einer Rendite, durch die ein Kaufpreis kompensiert werden soll &#8211; wird erleben, dass die Zeitung ihr Denken, ihre Kreativität und Marktstellung verliert. Das kann &#8211; das sei jenen gesagt, die in ihre Kalkulation schon den Qualitätsabbau einplanen &#8211; sehr schnell gehen. </p></blockquote>
<h4 class="pullquote">Warum gibt man sich bei der Gestaltung des Onlineangebots nicht dieselbe Mühe, wie mit der Printausgabe? <br /></h4>
<p>Bemerkte spätestens an dieser Stelle niemand, daß dies wenig anderes als ätzende Kritik am derzeitigen Kurs der SZ ist? </p>
<p>Auch wenn es etwas verklausuliert daherkommt: Schirrmachers Rede ist eine dringende Mahnung, die journalistischen Prinzipien nicht marktwirtschaftlichem Kalkül unterzuordnen. Und das meint eben auch: das Onlineangebot mit demselben Qualitätsanspruch zu gestalten und d.h. auch für dieselbe Zielgruppe, wie die Printausgabe. Denn: liberal-intellektuell auf der einen Seite (Print), seicht-anbiedernd und respektlos auf der anderen Seite (Online) paßt nicht zusammen. </p>
<blockquote>
<p>Eine Zeitung, die einmal aus dem Taktschlag gerät, deren Temperament gebremst und deren geistige Risikobereitschaft entmutigt wird, eine Qualitätszeitung, deren Besitzer einmal die Drehschrauben ansetzen, um zu sehen, wie weit man drehen kann &#8211; diese Zeitung verliert auf Dauer ihre Seele.</p>
<p>Die großen, anerkannten Zeitungen haben, was alle anderen wollen: Autorität. Und wenn sie beherzt das Internet als Ergänzung begreifen, gewinnen sie die Zukunft, die die Pessimisten ihnen ausreden wollen.</p>
</blockquote>
<p>Kann man es einem noch deutlicher ins Stammbuch schreiben? Die Zukunft kann nur gewonnen werden, wenn man &quot;<em>beherzt das Internet als Ergänzung</em>&quot; begreift! <em>Als Ergänzung</em>, liebe SZ! Das ist genau das Gegenteil von &quot;Ablehnung&quot; oder der zur Schau gestellten Unlust, die Ihr an den Tag legt!</p>
<h4 class="pullquote">Das Internet muß als Ergänzung des klassischen Printjournalismus begriffen werden. Muß man der SZ-Redaktion erst erklären, was mit &quot;Ergänzung&quot; gemeint ist? <br /></h4>
<p>Noch wäre Zeit umzusteuern. Ob man noch länger den vorhandenen Kredit verspielen sollte, weiß ich nicht. Und wenn einem schon einmal so gescheite Gedanken auf dem Silbertablett präsentiert werden, sollte man diese vermutlich nicht allzu leichtfertig ignorieren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/#footnote_3_111" id="identifier_3_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und diesmal kommen die Gedanken ja nicht von einem per se verd&auml;chtigen Web 2.0-Apologeten, sondern aus dem eigenen Lager.">4</a> </p>
<p>Denn prinzipiell haben Medien wie SZ oder FAZ sicher den Vorteil ihres jahrelang erarbeiteten Renommees; und potentiell wäre das auch eine gute Ausgangsbasis für die journalistische Arbeit in der Zukunft: </p>
<blockquote>
<p>Das hat damit zu tun, dass in einem kommunikativen Chaos die verlässlichen Stimmen besser durchdringen. (&#8230;) Die, die sich nicht anstecken lassen, die ihre Qualität, also ihre Inhalte, unverändert lassen, werden sein, was diese Gesellschaft dringender benötigt denn je: der geometrische Ort, an dem die Summe des Tages und der Zeit gezogen wird.</p>
</blockquote>
<p>Man sollte diesen Text den Verantwortlichen bei der SZ zur regelmäßigen Pflichtlektüre machen. Auch wenn es weh tut zu merken, was man in den letzten Jahren im Onlinebereich alles verkehrt angepackt hat&#8230; </p>
<p>Nun steht es ja ohnehin im eigenen Blatt. Schmerzhaft, aber vielleicht notwendig?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<ul>
<li>Schirrmacher, Frank: <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/533/140237/" rel="noopener noreferrer">Wir brauchen eine Debatte</a>, Auszüge aus der Rede zur Verleihung des &quot;Jacob-Grimm-Preises Deutsche Sprache 2007&quot;, Kassel. abgedruckt in: Süddeutsche Zeitung, 29.10.2007, S. 21&nbsp;</li>
</ul>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_111" class="footnote">Ja, genau der, seines Zeichens Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung</li><li id="footnote_1_111" class="footnote">Und unterscheide mich damit von weiten Teilen der benachbarten Blogosphäre. Genau die einleitenden Absätze, die die Veränderungen durch die Internetnutzung thematisieren werden natürlich mehr als kritisch beantwortet. So etwa hier bei &quot;<a href="http://netzpolitik.org/2007/der-untergang-des-abendlandes-durch-das-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik</a>&quot; und &quot;<a href="http://textundblog.de/?p=1880" target="_blank" rel="noopener noreferrer">text &amp; blog</a>&quot;.</li><li id="footnote_2_111" class="footnote">Genau dieses etwas überzogene Gejammer wird Schirrmacher von verschiedenen Seiten auch vorgeworfen. Wie ich jetzt [nach Veröffentlichung] sehe, hat nun auch SpOn [Stöcker, Chr.: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,514107,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet ist an allem schuld</a>.] eine Replik eingestellt, ebenfalls gegen die internetkritischen Argumente bezieht <a href="http://www.de-bug.de/blog/archives/das-internet-ist-doch-nicht-bose.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">De:Bug</a> Stellung. Leider werden so die anderen Passagen, die ich für bedenkenswert halte, übersehen.</li><li id="footnote_3_111" class="footnote">Und diesmal kommen die Gedanken ja nicht von einem per se verdächtigen Web 2.0-Apologeten, sondern aus dem eigenen Lager.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/10/die-sz-auf-der-couch-frank-schirrmacher-erklaert-die-zukunft-des-journalismus-werkstattnotiz-xx/">Die SZ auf der Couch » Frank Schirrmacher erklärt die Zukunft des Journalismus | Werkstattnotiz XX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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