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	<title>Gesundheit Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 07 Mar 2019 18:01:17 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Gesundheit Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 09:50:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Saft der Mangostan-Frucht ist lecker und gilt als sehr gesund. In Thailand oder Malaysia wird die tropische Frucht seit langem geschätzt. Doch inzwischen wittern fragwürdige Unternehmen das große Geschäft mit dem Mangostan-Saft. Mit einer professionellen Vermarktungskampagne versucht man an gesundheitsbewußte Käuferschichten heranzukommen. In der Mangostan &#8211; so die Botschaft &#8211; stecke das &#8222;Elixier des ... <a title="Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/" aria-label="Mehr Informationen über Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/">Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Mangosteen.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" style="float: right; margin: 4px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/09/Mangostan_02a.jpg" alt="Mangostan" width="320" height="281" /></a>Der Saft der Mangostan-Frucht ist lecker und gilt als sehr gesund. In Thailand oder Malaysia wird die tropische Frucht seit langem geschätzt. Doch inzwischen wittern fragwürdige Unternehmen das große Geschäft mit dem Mangostan-Saft. </strong></p>
<p>Mit einer professionellen Vermarktungskampagne versucht man an gesundheitsbewußte Käuferschichten heranzukommen. In der Mangostan &#8211; so die Botschaft &#8211; stecke das &#8222;<em>Elixier des Lebens</em>&#8222;. Doch hinter den vollmundigen Gesundheitsversprechungen blickt man in Abgründe.</p>
<p>Die Mangostan, die bisweilen auch Mangostane oder Mangostin genannt wird, kann einem eigentlich schon ein wenig leid tun: ihr wohlschmeckender Saft wird in Südostasien seit Jahrhunderten getrunken. Und das Extrakt ihres weißen Fruchtfleisches und ihre festen, dunkelroten Schalen werden auch in der traditionellen Volksmedizin geschätzt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/#footnote_0_486" id="identifier_0_486" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unter anderem werden die Schalen zu Tee verarbeitet.">1</a></p>
<p>Insofern hat die Mangostan es wirklich nicht verdient, daß sie als Grundlage eines dubiosen Geschäftsmodells herhalten muß und leichtgläubige Konsumenten mit marktschreierischen Versprechungen geködert werden.</p>
<p><strong>Wohlschmeckend &amp; gesund: die wertvollen Inhaltsstoffe der Mangostan-Frucht</strong></p>
<p>Aber kurz der Reihe nach: das weiße Fruchtfleisch der Mangostan schmeckt angeblich leicht säuerlich, irgendwie zwischen Traube, Pfirsich und Grapefruit. Und die Mangosteen &#8211; unter diesem Namen kennt man sie im englischen Sprachraum &#8211; zeichnet sich durch ein weiteres Merkmal aus: sie enthält &#8211; v.a. in der Schale &#8211; außerordentlich viele sekundäre Pflanzenstoffe. Darunter auch <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xanthone" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Xanthone</a>.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Die Mangostanfrucht: Wohlschmeckend, gesund, exotisch&#8230;</span></h4>
<p>Die Xanthone aus der Mangostan-Frucht haben &#8211; ebenso wie andere sekundäre Pflanzenstoffe<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/#footnote_1_486" id="identifier_1_486" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Bandbreite der sekund&auml;ren Pflanzenstoffe (oder: Phytamine) reicht von den Flavonoiden (etwa in Weintrauben oder Tee) bis hin zu Lycopin, das sehr konzentriert in Tomaten enthalten ist. Sekund&auml;re Pflanzenstoffe haben gemeinhin antioxidative, antibakterielle und entz&uuml;ndungshemmende Effekte. In wieweit diese prinzipiellen Eigenschaften sich auch tats&auml;chlich g&uuml;nstig auf die Gesundheit auswirken, ist allerdings umstritten.">2</a> &#8211; eine antioxidative, also zellschützende Wirkung.</p>
<p>Insofern ist ein frisches Glas Mangostan-Saft sicher zu empfehlen. Und die Tatsache, daß die Früchte der <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mangostinbaum" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mangostane</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/#footnote_2_486" id="identifier_2_486" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der immergr&uuml;ne Laubbaum wird &uuml;brigens zwischen 7 und 25 Meter hoch und h&ouml;rt auf den sch&ouml;nen lateinischen Namen:&nbsp;Garcinia mangostana.">3</a> in der traditionellen Volksheilkunde aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung innerliche und äußerliche Anwendung finden, spricht ebenfalls für sich.</p>
<p><strong>Hofberichterstattung: Mangostan &#8211; Die &#8222;Königin der Früchte&#8220;</strong></p>
<p>Doch wer nun glaubt, er könne sich im Reformhaus oder gar im profanen Supermarkt mal eine Flasche Mangostansaft holen, der irrt gewaltig. Denn der Saft der Mangostan ist nichts weniger als das &#8222;Elixier des Lebens&#8220; &#8211; wie uns die <a href="http://www.mangostangold.com/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">penetrante Werbekampagne</a> glauben machen will. Und so ein Elixier gibt es natürlich nicht an jeder Ecke. Zumal die Wirkstoffe, die im angepriesenen &#8222;Mangostan-Gold&#8220; enthalten sind, angeblich geradezu revolutionär sind.</p>
<h4><span class="pullquote">Mangostan-Werbung: Informationen oder Kundennepp?</span></h4>
<p>Nun ist zunächst wenig dagegen einzuwenden, wenn ein Händler seine Produkte anpreist. Vom Fischhändler wird beinahe schon erwartet, daß er lauthals &#8222;Frische Fische&#8220; ruft. Und auch der Schuster wird gut daran tun, das von ihm gefertigte Schuhwerk als langlebig und paßgenau zu loben. Was sich allerdings die &#8222;Mangostan-Gold Ltd. &amp; Co. KG&#8220; aus Berlin erlaubt, ist solchermaßen widerwärtig, daß man nach Luft ringt.</p>
<p>Marcus Anhäuser von Plazeboalarm <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/09/die-readers-edition-macht-pr.php">hatte gestern</a> einen Werbetext für die Mangostan auf der ReadersEdition entlarvt, der sich als journalistische Information verkleidet hatte &#8211; hier in der Werkstatt geht es im nächsten Beitrag um die erstaunlichen Gesundheitsaussagen, mit der für den Mangostan-Saft geworben wird.<strong><br />
</strong></p>
<div class="links_kurz">
<p><strong>Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Marcus Anhäuser: <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/09/die-readers-edition-macht-pr.php">Saftige PR bei den Bürgerjournalisten</a>, Plazeboalarm, 2.9.2008</li>
<li>Bednarek, Marcus: <a href="http://www.wdr.de/tv/servicezeit/essen_trinken/sendungsbeitraege/2007/0330/05_xango.jsp">Xango &#8211; Eine saftige Masche</a>, WDR-Servicezeit, 30.3.2007</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />
<p>Technorati-Tags:</p>
</div>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Mangostan" rel="tag">Mangostan</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Mangostansaft" rel="tag">Mangostansaft</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Gesundheit" rel="tag">Gesundheit</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_486" class="footnote">Unter anderem werden die Schalen zu Tee verarbeitet.</li><li id="footnote_1_486" class="footnote">Die Bandbreite der sekundären Pflanzenstoffe (oder: Phytamine) reicht von den Flavonoiden (etwa in Weintrauben oder Tee) bis hin zu <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lycopin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lycopin</a>, das sehr konzentriert in Tomaten enthalten ist. Sekundäre Pflanzenstoffe haben gemeinhin antioxidative, antibakterielle und entzündungshemmende Effekte. In wieweit diese prinzipiellen Eigenschaften sich auch tatsächlich günstig auf die Gesundheit auswirken, ist allerdings umstritten.</li><li id="footnote_2_486" class="footnote">Der immergrüne Laubbaum wird übrigens zwischen 7 und 25 Meter hoch und hört auf den schönen lateinischen Namen: Garcinia mangostana.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/">Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Risiko Nanofood? » Die Nanotechnologie hat die Lebensmittelbranche erreicht &#124; Werkstattnotiz LXXIII</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Mar 2008 08:58:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Insgesamt kann die Nanotechnologie mit ihrem Image zufrieden sein. Der Einsatz von Nanomaterialien in der Medizin oder die Entwicklung schmutzabweisender Oberflächen wird weithin akzeptiert und begrüßt.1 Die Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie2 gehen aber weit über diese Bereiche hinaus. Auch im Lebensmittelsektor erkennt man zunehmend die Potentiale der vielversprechenden Nanopartikel. Die Gentechnologie gilt gemeinhin als riskant und ... <a title="Risiko Nanofood? » Die Nanotechnologie hat die Lebensmittelbranche erreicht &#124; Werkstattnotiz LXXIII" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/" aria-label="Mehr Informationen über Risiko Nanofood? » Die Nanotechnologie hat die Lebensmittelbranche erreicht &#124; Werkstattnotiz LXXIII">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/">Risiko Nanofood? » Die Nanotechnologie hat die Lebensmittelbranche erreicht | Werkstattnotiz LXXIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Insgesamt kann die Nanotechnologie mit ihrem Image zufrieden sein. Der Einsatz von Nanomaterialien in der Medizin oder die Entwicklung schmutzabweisender Oberflächen wird weithin akzeptiert und begrüßt.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/#footnote_0_216" id="identifier_0_216" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Erst im Dezember hatte das Bundesinstitut f&uuml;r Risikobewertung (BfR) die Ergebnisse einer Befragung pr&auml;sentiert, wonach 2/3 aller Bundesb&uuml;rger der Nanotechnologie positiv gegen&uuml;berstehen.">1</a> <strong>Die Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/#footnote_1_216" id="identifier_1_216" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Nanotechnologie befa&szlig;t sich mit Strukturen und molekularen Materialien, die kleiner als 100nm sind. 1 Nanometer ist 1 millionstel Millimeter, oder: 0,000 001 mm.">2</a> <strong>gehen aber weit über diese Bereiche hinaus. Auch im Lebensmittelsektor erkennt man zunehmend die Potentiale der vielversprechenden Nanopartikel.</strong> </p>
<h4 class="pullquote_left"> Die Gentechnologie gilt gemeinhin als riskant und &quot;Genfood&quot; will fast niemand auf dem Teller. Über die Risiken von Nanofood wissen wir aber deutlich weniger&#8230; <br /></h4>
<p>Genau hier, wenn es um Nahrungsmittel und Essen geht, sind die Verbraucher allerdings skeptisch. Und dies vollkommen zu Recht. Denn ähnlich wie beim umstrittenen Thema &quot;Genfood&quot; sind noch viele Fragen hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen unbeantwortet. </p>
<p>Und man muß zusätzlich feststellen, daß das Wissen um die Risikopotentiale gentechnologisch veränderter Lebensmittel deutlich umfangreicher ist, als die Risikoabschätzungen, die bislang im Zusammenhang mit &quot;Nanofood&quot; vorliegen. </p>
<p><strong>Nanofood ist keine Zukunftsmusik</strong></p>
<p>Die guten Akzeptanzwerte können u.U. auch damit zusammenhängen, daß oftmals noch gar nicht bekannt ist, daß synthetische Nanopartikel inzwischen auch in Lebensmitteln zu finden sind. Seit einigen Tagen liegt nun ein informativer Bericht von BUND und &quot;Friends of Earth&quot; vor. Dort wird u.a. aufgeschlüsselt in welchen Haushaltsartikeln und Nahrungsmitteln heute bereits Nanomaterialien zum Einsatz kommen. Das reicht von Nano-Silberpartikeln, die antibakteriell wirken sollen bis zu Nano-Siliziumdioxid (=Kieselsäure),<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/#footnote_2_216" id="identifier_2_216" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Welches als Lebensmittelzusatz E551 zugelassen ist.">3</a> das dafür sorgen soll, daß Pulver rieselfähig bleibt und nicht zusammenklumpt. Genauso soll es die Fließeigenschaften von Ketchup verbessern. </p>
<p>Ich selbst muß gestehen, daß es mir nicht bewußt war, daß so viele Produkte bereits mit Nanozusatzstoffen &quot;aufgepeppt&quot; sind. Allerhand Nahrungsergänzungsmittel werben sogar mit dem positiv konnotierten &quot;Nano&quot; und preisen die höhere &quot;<a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bioverf%C3%BCgbarkeit&amp;oldid=36881132" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Bioverfügbarkeit</a>&quot; dieser Stoffe an. Bei anderen &#8211; vornehmlich Verpackungen, Plastiktüten etc. &#8211; stehen die positiven Eigenschaften hinsichtlich der antimikrobiellen Wirkung im Vordergrund. </p>
<h4 class="pullquote"> Immer mehr Lebensmittel sind durch Nanopartikel &quot;aufgepeppt&quot;. Eine Überprüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit fand bislang aber kaum statt. <br /></h4>
<p>Klar ist bislang nur, daß etwa die Toxizität von bestimmten Stoffen, wenn sie eine bestimmte Partikelgröße unterschreiten, noch kaum untersucht ist. Das war und ist bislang schlicht nicht vorgesehen &#8211; in den einschlägigen Gesetzestexten für Lebensmittelzusatzstoffe ist von Partikelgrößen nirgendwo zu lesen. Man weiß allerdings, daß die Teilchen aufgrund ihrer geringen Größe über Lunge, Magen-Darm-Trakt oder Haut vom Körper aufgenommen werden können. </p>
<p><strong>Offene Fragen und dringender Forschungsbedarf</strong></p>
<p>Manche Tier- und Laborstudien<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/#footnote_3_216" id="identifier_3_216" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="U.a. hatte die Toxikologin Bellina Veronesi mehrmals nachgewiesen, da&szlig; Titandioxidpartikel (zumindest im Reaganzglas) M&auml;use- oder Rattenhirnzellen sch&auml;digen k&ouml;nnen. vgl. Thomas C. Long, Bellina Veronesi et. al.: Nanosize Titanium Dioxide Stimulates Reactive Oxygen Species in Brain Microglia and Damages Neurons in Vitro, Environmental Health Perspectives Volume 115, Number 11, November 2007">4</a> lassen zumindest daran zweifeln, ob etwa Titandioxid oder Silber<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/#footnote_4_216" id="identifier_4_216" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Beides dient als antimikrobieller Zusatz in Verpackungen oder findet &ndash; wie Titandioxid &ndash; etwa in Sonnencremes Anwendung.">5</a> in Nanogröße tatsächlich vollkommen unbedenklich sind. Die Forschung in diesem Bereich steht noch am Anfang &#8211; das Umweltbundesamt, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und das Bundesinstitut für Risikobewertung haben im Dezember eine sog. &quot;Forschungsstrategie&quot; zu den Gesundheits- und Umweltrisiken von Nanomaterialien publiziert. Dort heißt es etwa auf S. 7 unmißverständlich:</p>
<blockquote><p>&quot;Da die Exposition von Mensch und Umwelt, die toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften und Risiken noch nicht beurteilt werden können, wird allgemein die Notwendigkeit gesehen, weitere Untersuchungen durchzuführen und durch Forschungs- und Bewertungsaktivitäten die Wissenslücken zu schließen.&quot;</p></blockquote>
<p>Bis die ersten verläßlichen Ergebnisse und Risikoabschätzungen vorliegen, werden sicher noch 2-3 Jahre vergehen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/#footnote_5_216" id="identifier_5_216" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wenn man einige Euro mehr zur Abkl&auml;rung eventueller Risiken ausgeben w&uuml;rde, k&ouml;nnte man f&uuml;r manche Zusatzstoffe m&ouml;glicherweise auch schon fr&uuml;her &quot;Entwarnung&quot; geben. Aber gegen die rund 800 Millionen Euro, mit denen die Nanotechnologie in Europa j&auml;hrlich gef&ouml;rdert wird, sind die Ausgaben zur Beforschung der Gesundheitsrisiken marginal.">6</a> Bis dahin gibt es sicher keinen Grund zur Beunruhigung, aber auf Lebensmittel oder auch Kosmetika mit dem fragwürdigen &quot;nano&quot;-Zusatznutzen kann man vorerst getrost verzichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Dokumente [es ist jeweils ein PDF-Dokument verlinkt]:</em></p>
<ul>
<li>Friends of the Earth und BUND (2008): &quot;<a href="http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/nanotechnologie/20080311_nanotechnologie_lebensmittel_studie.pdf">Aus dem Labor auf den Teller: Die Nutzung der Nanotechnologie im Lebensmittelsektor</a>&quot; </li>
<li>UBA, BfR, BAuA (2007): &quot;<a href="http://www.baua.de/nn_47716/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Nanotechnologie/pdf/Forschungsstrategie.pdf">Forschungsstrategie Nanotechnologie: Gesundheits- und Umweltrisiken von Nanomaterialien</a>&quot; </li>
<li>Öko-Institut (2007): <a href="http://www.oeko.de/oekodoc/472/2007-077-de.pdf%20">Chancen der Nanotechnologie nutzen! Risiken rechtzeitig erkennen und vermeiden!</a></li>
<li><a href="http://www.oeko.de/oekodoc/472/2007-077-de.pdf%20"></a>BMBF (2006): <a href="http://www.bmbf.de/pot/download.php/M%3A0+Nanotechnologie/~DOM;/pub/nanotechnologie_inno_fuer_die_welt_v_morgen.pdf">Nanotechnologie &#8211; Innovationen für die Welt von morgen</a>, 3. Auflage.</li>
</ul>
<p><em>Link: </em></p>
<ul>
<li>Boeing, Nils: <a href="http://www.heise.de/tr/Lecker-nano--/blog/artikel/104906" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lecker nano?</a>, Technology Review Blog, 12.3.2008</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Paschen, Herbet &amp; Coenen, Christopher (2008): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3540210687?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3540210687">Nanotechnologie in Forschung, Entwicklung, Anwendung. Stand und Perspektiven</a>. Springer, Berlin.</li>
<li>Shelley, Toby (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3866017200?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3866017200">Nanotechnologie. Neue Möglichkeiten &#8211; Neue Gefahren</a>. Parthas-Verlag.</li>
<li>Gazsó, André / Greßler, Sabine / Schiemer, Fritz (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3211486445?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3211486445">nano. Chancen und Risiken aktueller Technologien</a>. Springer, Wien. </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_216" class="footnote">Erst im Dezember hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Ergebnisse einer Befragung präsentiert, wonach 2/3 aller Bundesbürger der Nanotechnologie positiv gegenüberstehen.</li><li id="footnote_1_216" class="footnote">Die Nanotechnologie befaßt sich mit Strukturen und molekularen Materialien, die kleiner als 100nm sind. 1 Nanometer ist 1 millionstel Millimeter, oder: 0,000 001 mm.</li><li id="footnote_2_216" class="footnote">Welches als Lebensmittelzusatz E551 zugelassen ist.</li><li id="footnote_3_216" class="footnote">U.a. hatte die Toxikologin Bellina Veronesi mehrmals nachgewiesen, daß Titandioxidpartikel (zumindest im Reaganzglas) Mäuse- oder Rattenhirnzellen schädigen können. vgl. Thomas C. Long, Bellina Veronesi et. al.: <a target="_blank" href="http://www.ehponline.org/members/2007/10216/10216.html" rel="noopener noreferrer">Nanosize Titanium Dioxide Stimulates Reactive Oxygen Species in Brain Microglia and Damages Neurons in Vitro</a>, Environmental Health Perspectives Volume 115, Number 11, November 2007</li><li id="footnote_4_216" class="footnote">Beides dient als antimikrobieller Zusatz in Verpackungen oder findet &#8211; wie Titandioxid &#8211; etwa in Sonnencremes Anwendung.</li><li id="footnote_5_216" class="footnote">Wenn man einige Euro mehr zur Abklärung eventueller Risiken ausgeben würde, könnte man für manche Zusatzstoffe möglicherweise auch schon früher &quot;Entwarnung&quot; geben. Aber gegen die rund 800 Millionen Euro, mit denen die Nanotechnologie in Europa jährlich gefördert wird, sind die Ausgaben zur Beforschung der Gesundheitsrisiken marginal.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/risiko-nanofood-die-nanotechnologie-hat-die-lebensmittelbranche-erreicht-werkstattnotiz-lxxiii/">Risiko Nanofood? » Die Nanotechnologie hat die Lebensmittelbranche erreicht | Werkstattnotiz LXXIII</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird &#124; Werkstattnotiz LXXVI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2008 08:19:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/07/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bloggen macht Spaß. Und für die meisten Blogger ist ihr Hobby ein wunderbarer Zeitvertreib. Für andere bedeutet bloggen aber auch Stress. Manchmal sogar Stress, der tödlich enden kann. Fest steht: wenn die Jagd nach heißen News zum Dauerzustand wird, dann kann das Blog- und Nachrichtenfieber gesundheitliche Folgen haben. Risiken und Nebenwirkungen des Bloghypes. Schöne neue ... <a title="Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird &#124; Werkstattnotiz LXXVI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/" aria-label="Mehr Informationen über Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird &#124; Werkstattnotiz LXXVI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/">Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird | Werkstattnotiz LXXVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" style="border: 1px solid #696969; margin: 7px; padding: 1px;" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/04/Wir_nennen_es_Arbeit_01a.jpg" alt="Wir_nennen_es_Arbeit_01a.jpg" width="280" height="187" align="right" />Bloggen macht Spaß. Und für die meisten Blogger ist ihr Hobby ein wunderbarer Zeitvertreib. Für andere bedeutet bloggen aber auch Stress. Manchmal sogar Stress, der tödlich enden kann.</strong></p>
<p><strong> Fest steht: wenn die Jagd nach heißen News zum Dauerzustand wird, dann kann das Blog- und Nachrichtenfieber gesundheitliche Folgen haben. Risiken und Nebenwirkungen des Bloghypes.</strong></p>
<p>Schöne neue Welt des Web 2.0: nie war Kommunikation schneller und leichter. Die Zeiten, in denen es einer exklusiven Journalistenklasse vorbehalten war, ihre Meinung medial zu verbreiten, sind lange vorbei. Heute ist es prinzipiell jedem Internetnutzer möglich, sich der Welt da draußen mitzuteilen.</p>
<p>Dabei ist es nebensächlich, ob man seine Webnotizen nur für eine handvoll Leute schreibt oder ob die Artikel zehntausende Leser finden. Die Attraktivität von Weblogs kennzeichnet sich zunächst durch ihre &#8211; fast grenzenlose<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_0_228" id="identifier_0_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Grunde sind es lediglich rechtliche Beschr&auml;nkungen die limitierend wirken.">1</a> &#8211; Autonomie. Wie, wann, wo und wie oft man schreibt &#8211; das alles bestimmt der Blogger selbst. Kein Wunder, daß diese neue Form der webbasierten Kommunikation ein riesiges Verführungspotential hat.</p>
<p><strong>Faszination Blog: Schreiben wann, wo und wie man will</strong></p>
<p>Und so sind es zunächst die Schokoladenseiten des Bloggeschäfts, die die Sache so faszinierend und attraktiv machen. Denn welcher Journalist hat nicht schon seinen Chefredakteur zum Teufel gewünscht oder die stetig tickende Uhr verflucht, wenn der Redaktionsschluß nahte? Als Blogger kann man über solche Zwänge nur schmunzeln. Der süße Duft von Freiheit und Flexibilität durchweht die Blogosphäre.</p>
<h4 class="pullquote_left">Das verführerische Versprechen für News-Junkies: man kann mit Blogs reich werden.</h4>
<p>Es gibt keine Vorgesetzten. Stattdessen die Chance mit frecher Schreibe und dem richtigen Riecher für spannende Themen sogar echtes Geld zu verdienen. In den USA gibt es inzwischen tausende Blogger, die ihren Lebensunterhalt auf diese Weise bestreiten.</p>
<p>Es sind News-Junkies, die vor wenigen Jahren von den verlockenden Möglichkeiten des alternativen Online-Journalismus angelockt worden sind. Auch in der Online-Welt des Web 2.0 herrscht bisweilen Goldgräberstimmung und viele Blogfreaks träumen den amerikanischen Traum: vom abgebrannten Blogneuling zum dollarschweren Blog-Guru.</p>
<p>Wirklichkeit wird diese Web 2.0-Variante des klassischen &#8222;Vom Tellerwäscher zum Millionär&#8220;-Traums aber nur für die allerwenigsten. Die Erfolgstory eines Michael Arrington, der als Gründer des Erfolgsblogs &#8222;<a href="http://www.techcrunch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Techcrunch</a>&#8220; binnen zwei Jahren zum Großverdiener aufstieg, ist ein Webmythos &#8211; und ein Einzelfall. Die Zahl derjenigen, die schweißgebadet aus ihren privaten Blogträumen erwachen, ist um ein Vielfaches höher. Und manche überschreiten im Wettlauf um Insiderinfos und populäre Storys auch die Grenzen ihrer physischen Leistungsfähigkeit. Wer Bloggen zum Geschäft macht, steigt in eine Branche mit riesigem Konkurrenzdruck ein.</p>
<p>Denn jenseits der meist lockeren Konversations- und Diskussionskultur in den Blogs des sogenannten &#8222;Long Tail&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_1_228" id="identifier_1_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Mit diesem Begriff wird die Masse derjenigen Blogs bezeichnet, die nur eine begrenzte Leserzahl finden, dennoch aber &ndash; in ihrer Summe &ndash; relevant sind bzw. sein k&ouml;nnen.">2</a>, ist die Blogszene ein knallhartes Geschäft. Hier regiert der Wettbewerb. Und Schnelligkeit ist &#8211; zumindest in den USA<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_2_228" id="identifier_2_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Robert Basic, der hierzulande am ehesten mit den Stars der US-Szene vergleichbar ist, weist darauf hin, da&szlig; Schnelligkeit nicht alles ist. Damit liegt er sicher richtig. Aber die Konkurrenz im internationalen Blog-News-Gesch&auml;ft ist dann doch nicht mit der vergleichsweise entspannten Situation in Deutschland vergleichbar. Es wird u.U. nicht ausbleiben, da&szlig; auch hierzulande der Druck steigen wird&hellip; Und nur ein kleines Beispiel: dieser Beitrag ist seit gestern nachmittag (fast!) fertig. Mich hatte der nette Fischblogger auf den NYT-Artikel hingewiesen, bevor ich aber den Text komplett hatte, begann mein Notebook mit kleinen Zicken und so stelle ich den Artikel erst heute Vormittag ein. Inzwischen haben bereits andere deutsche Blogs (eben u.a. Robert) sich des Themas kurz angenommen. W&auml;re die Werkstatt ein kommerzielles Projekt, w&auml;re das eine schmerzhafte Traffic-Einbu&szlig;e&hellip;">3</a> &#8211; einer der wichtigsten Faktoren.</p>
<p><strong>Der Wettlauf um Top-Storys und der Raubbau am eigenen Körper</strong></p>
<p>Beim Versuch, die Topmeldungen unbedingt zuerst zu präsentieren, steigern sich Blogger nicht selten in ein gefährliches Newsfieber hinein. Matt Marshall, früherer Journalist des &#8222;Wall Street Journal&#8220;, der in seinem Blog &#8222;<a href="http://venturebeat.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Venture Beat</a>&#8220; den neusten Nachrichten aus der High-Tech-Branche nachjagt, sagte dem Magazin &#8222;brand eins&#8220;: <em>&#8222;Eigentlich ist das ein ziemlich miserables Leben, und ich habe nie zuvor härter gearbeitet.&#8220;</em></p>
<h4 class="pullquote">Todesfälle schrecken die dynamische Blogszene auf</h4>
<p>Daß der enorme Druck, der ständige Stress, der aufgepushte Adrenalinpegel und viel zu wenig Schlaf nicht folgenlos bleiben, mußte die Szene in jüngster Zeit erst lernen. Es begann im Dezember als Marc Orchant, Strippenzieher von &#8222;<a href="http://www.techcrunch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blognation</a>&#8222;, einem Herzinfarkt erlag. Kurz darauf erlitt Om Malik, gerade einmal 41 Jahre alt, ebenfalls einen Infarkt. Er überlebte knapp und mußte dem Treiben in seinem TechBlog &#8222;<a href="http://gigaom.com/2008/04/06/relax-chill-and-maybe-blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GigaOm</a>&#8220; einige Zeit vom Krankenbett aus zusehen.</p>
<p>Vor wenigen Wochen starb mit Russell Shaw ein weiterer prominenter Blogger an den Folgen eines Infarkts. Shaw &#8211; Journalist und <a href="http://blogs.zdnet.com/ip-telephony/?p=3379" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VOIP-Blogger für ZDnet</a> &#8211; starb in seinem Hotelzimmer in San Jose, von wo er über eine Technologiekonferenz berichtete.</p>
<h4 class="pullquote_left">Die Schattenseiten des Blog-Business werden meist übersehen. Der Konkurrenz- und Aktualitätsdruck ist aber grenzenlos.</h4>
<p><strong>Adrenalin, Stress, Schlaflosigkeit: Top-Blogger kennen keine Pause</strong></p>
<p>Nun sollte man aus diesen Einzelfällen keine pauschalen Schlüsse ziehen. Shaw war bereits 60 Jahre alt und Marc Orchant, mit dem er befreundet war, knapp über 50. Auch Angehörige anderer Berufsgruppen sind von koronaren Erkrankungen betroffen.</p>
<p>Dennoch ist der ständige Stress, unter dem Top-Blogger stehen, ein Problem, vor dem die junge Blogcommunity lange Zeit die Augen verschlossen hat. Und die Belastung ist sicher mit derjenigen von Wertpapierhändlern an den Aktienbörsen vergleichbar.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/#footnote_3_228" id="identifier_3_228" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Finden wir in naher Zukunft warnende Hinweise auf den Webseiten von Bloganbietern und -hostern? Botschaften &agrave; la &bdquo;Achtung: Bloggen kann Ihre Gesundheit sch&auml;digen!&ldquo; oder &bdquo;&Uuml;berm&auml;&szlig;iges Bloggen gef&auml;hrdet ihr Sozialleben&hellip; ihre Fitness&hellip; die Aktivit&auml;t ihrer Spermatozoen!&ldquo; Welche weiteren Warnhinweise w&auml;ren dringend notwendig?">4</a></p>
<p>&#8222;<em>Es gibt keinen Moment, auch nicht dann, wenn Du schläfst, in dem Du keine Angst hast, eine Geschichte zu verpassen</em>&#8222;, erzählte Michael Arrington jetzt einem Reporter der New York Times. Und er ergänzte, daß er es großartig fände, wenn man eine Auszeit in der Hatz nach News und Storys nehmen könne. Doch er fügte sofort einschränkend hinzu, daß dies wohl niemals eintreten wird.</p>
<h4 class="pullquote">Das Dilemma des Bloggeschäfts: der Autor &#8211; dessen individuelle Handschrift ja den Erfolg ausmacht &#8211; kann sich kaum eine Pause gönnen</h4>
<p><strong>Erfolgsmodell ohne Exit-Option?</strong></p>
<p>Dabei hat Michael Arrington, der acht Mitarbeiter beschäftigt und mit &#8222;Techcrunch&#8220; mittlerweile fast eine Million Leser pro Monat erreicht, die eigentliche Tragik der erfolgreichen Blogs noch gar nicht überschaut. Denn eines der wesentlichen Erfolgsrezepte von Blogs ist ihre authentische Handschrift, die eben einen Blog vor anderen Medien auszeichnet. Die individuelle Tonlage, die besondere Perspektive des Blogautors ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal. Und damit Segen und Fluch zugleich.</p>
<p>Der persönliche Stil ist für den Erfolg häufig so entscheidend, daß sich Om Malik nach seinem Infarkt während der Weihnachtstage dennoch keine wirkliche Auszeit gönnen wollte. Zwar beschäftigt er einige Mitarbeiter, aber um die Leser bei der Stange zu halten, griff er fast sofort wieder zur Tastatur. Noch vom Krankenzimmer aus.</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li>Richtel, Matt: <a href="http://www.nytimes.com/2008/04/06/technology/06sweat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In Web World of 24/7 Stress, Writers Blog Till They Drop</a><a href="http://www.nytimes.com/2008/04/06/technology/06sweat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">,</a> The New York Times, 6.4.2008</li>
<li>Heuer, Steffan: <a href="http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2625&amp;MenuID=130&amp;MagID=99&amp;sid=su129187191646542101&amp;umenuid=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bloggen, bis der Arzt kommt</a>, brandeins, 03/2008</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/NYT" rel="tag">NYT</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Herzinfarkt" rel="tag">Herzinfarkt</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Stress" rel="tag">Stress</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_228" class="footnote">Im Grunde sind es lediglich rechtliche Beschränkungen die limitierend wirken.</li><li id="footnote_1_228" class="footnote">Mit diesem Begriff wird die Masse derjenigen Blogs bezeichnet, die nur eine begrenzte Leserzahl finden, dennoch aber &#8211; in ihrer Summe &#8211; relevant sind bzw. sein können.</li><li id="footnote_2_228" class="footnote">Robert Basic, der hierzulande am ehesten mit den Stars der US-Szene vergleichbar ist, <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/04/07/die-blog-hamster/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weist darauf hin</a>, daß Schnelligkeit nicht alles ist. Damit liegt er sicher richtig. Aber die Konkurrenz im internationalen Blog-News-Geschäft ist dann doch nicht mit der vergleichsweise entspannten Situation in Deutschland vergleichbar. Es wird u.U. nicht ausbleiben, daß auch hierzulande der Druck steigen wird&#8230; Und nur ein kleines Beispiel: dieser Beitrag ist seit gestern nachmittag (fast!) fertig. Mich hatte der nette <a href="http://fisch-blog.blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fischblogger</a> auf den NYT-Artikel hingewiesen, bevor ich aber den Text komplett hatte, begann mein Notebook mit kleinen Zicken und so stelle ich den Artikel erst heute Vormittag ein. Inzwischen haben bereits andere deutsche Blogs (eben u.a. Robert) sich des Themas kurz angenommen. Wäre die Werkstatt ein kommerzielles Projekt, wäre das eine schmerzhafte Traffic-Einbuße&#8230;</li><li id="footnote_3_228" class="footnote">Finden wir in naher Zukunft warnende Hinweise auf den Webseiten von Bloganbietern und -hostern? Botschaften à la &#8222;Achtung: Bloggen kann Ihre Gesundheit schädigen!&#8220; oder &#8222;Übermäßiges Bloggen gefährdet ihr Sozialleben&#8230; ihre Fitness&#8230; die Aktivität ihrer Spermatozoen!&#8220; Welche weiteren Warnhinweise wären dringend notwendig?</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/">Todesfälle und Blog-Burn-Out » Wenn Bloggen zum Gesundheitsrisiko wird | Werkstattnotiz LXXVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Bloggen auf Rezept? » Über die gesundheitsfördernden Aspekte des Schreibens &#124; Werkstattnotiz LXXXX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2008 09:40:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Neurowissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jetzt ist es amtlich: Bloggen fördert die Gesundheit! Zum Teufel mit rechts- oder sonstwie-drehenden Milchsäuren und Fitneßprogrammen: eine Stunde tägliches Wellness-Blogging und wir Stärken unser physisches und psychisches Wohlbefinden. Das legen zumindest neue Studien nahe, die &#8211; man höre und staune &#8211; bei Krebspatienten durchgeführt wurden. Fühlen Sie sich manchmal abgespannt, müde und frustriert? Wieso ... <a title="Bloggen auf Rezept? » Über die gesundheitsfördernden Aspekte des Schreibens &#124; Werkstattnotiz LXXXX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/bloggen-auf-rezept-ueber-die-gesundheitsfoerdernden-aspekte-des-schreibens-werkstattnotiz-lxxxx/" aria-label="Mehr Informationen über Bloggen auf Rezept? » Über die gesundheitsfördernden Aspekte des Schreibens &#124; Werkstattnotiz LXXXX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/bloggen-auf-rezept-ueber-die-gesundheitsfoerdernden-aspekte-des-schreibens-werkstattnotiz-lxxxx/">Bloggen auf Rezept? » Über die gesundheitsfördernden Aspekte des Schreibens | Werkstattnotiz LXXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin-left: 6px; margin-right: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/05/Schreiben_01.jpg" alt="Schreiben" /><strong>Jetzt ist es amtlich: Bloggen fördert die Gesundheit! Zum Teufel mit rechts- oder sonstwie-drehenden Milchsäuren und Fitneßprogrammen: eine Stunde tägliches Wellness-Blogging und wir Stärken unser physisches und psychisches Wohlbefinden. Das legen zumindest neue Studien nahe, die &#8211; man höre und staune &#8211; bei Krebspatienten durchgeführt wurden.</strong></p>
<p>Fühlen Sie sich manchmal abgespannt, müde und frustriert? Wieso legen Sie sich keinen Blog zu? Regelmäßiges Bloggen stärkt das Immunsystem, verbessert die Gedächtnisleistungen, normalisiert den Schlafrhythmus, führt zu einer allgemein höheren psychischen Zufriedenheit und verkürzt sogar die Heilungsdauer nach Operationen!</p>
<p>Sie wundern sich, daß Ihnen Ihr Arzt dieses Geheimrezept bislang verschwiegen hat? Kein Wunder: es kommt aus den USA und die positiven Effekte wurden bis dato v.a. im Zusammenhang mit kreativen Schreibtrainings beobachtet. Aber, psssst!, die selben Wirkungen können auch durch Bloggen herbeigeführt werden. Und das vielleicht sogar in noch stärkerem Maße&#8230;</p>
<p><strong>Schreiben kann heilen. Heilung durch Schreiben.</strong></p>
<p>Auch wenn diese Passagen ein wenig nach den Prospekten der Pharmaindustrie klingen &#8211; es handelt sich nicht um PR-Geschnatter, sondern um die Schlußfolgerungen aus seriösen wissenschaftlichen Studien. Diese sind in den letzten Jahren vornehmlich in den USA entstanden und versuchten zu klären, welche  Effekte expressiv-kreatives Schreiben auf die Gesundheitsentwicklung hat. Und gerade wenn es um die begleitende Therapie von Patienten mit chronischen Krankheiten geht, so hat sich längst gezeigt, daß der kreative Ausdruck in Form des Schreibens günstige Wirkungen zeigt.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Kreatives Schreiben stärkt das Immunsystem, verbessert Schlaf und Gedächtnis und hat günstige Effekte auf den Krankheitsverlauf von Krebspatienten.</span></h4>
<p>In der jüngsten Ausgabe des &#8222;Scientific American&#8220; ist nun über eine aktuelle Studie im Zusammenhang mit Leukämiepatienten <a href="http://www.sciam.com/article.cfm?id=the-healthy-type" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu lesen</a> und auch über die therapeutische Wirkung von Blogs. Auf den ersten Blick steht diese Meldung im Widerspruch zu den <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/07/todesfaelle-und-blog-burn-out-wenn-bloggen-zum-gesundheitsrisiko-wird-werkstattnotiz-lxxvi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vor wenigen Wochen diskutierten Todesfällen </a>von US-Top-Bloggern, allerdings geht es hier ja auch nicht um die rastlose, adrenalin- und testosterongesteuerte Newsjagd, sondern um die eher kontemplativen Formen des Bloggens.</p>
<p>Lars Fischer ist mir &#8211; nachdem ich den Artikel aufgeschoben hatte &#8211; bereits zuvorgekommen und hat auch einige <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/05/23/bloggen-ist-gesund-4212246" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anmerkungen notiert</a>. Er reklamiert zu Recht, daß die Wirkmechanismen bislang nur unzureichend verstanden seien &#8211; bis auf vage Annahmen, welche Hirnregionen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/bloggen-auf-rezept-ueber-die-gesundheitsfoerdernden-aspekte-des-schreibens-werkstattnotiz-lxxxx/#footnote_0_302" id="identifier_0_302" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Frontal- und Temporallappen der Gro&szlig;hirnrinde sind offenbar beteiligt, sowie Bereiche des limbischen Systems, wo  die Schreibaktivit&auml;t bzw. die Schreibmotivation lokalisiert scheint.">1</a> involviert sind, sei die wissenschaftliche Faktenlage noch etwas dünn.</p>
<p>Damit hat Lars sicher recht, wenn man die im Artikel zitierten Ausführungen der Harvard-Neurologin Alice Flaherty hernimmt, die mit bildgebebenden Verfahren dem Geheimnis des Schreibens bzw. des Bloggens &#8211; auf die Spur kommen will. Die inzwischen gut belegten positiven Effekte des Schreibens &#8211; u.a. in schwierigen Lebensphasen &#8211; sprechen aber für sich.</p>
<blockquote><p>Whatever the underlying causes may be, people coping with cancer diagnoses and other serious conditions are increasingly seeking—and finding—solace in the blogosphere. “Blogging undoubtedly affords similar benefits” to expressive writing, says Morgan, who wants to incorporate writing programs into supportive care for cancer patients.</p></blockquote>
<p><strong>Von der Selbstauskunft zum Tagebuch zum Blog zur Community</strong></p>
<p>Und es ist, wenn man es sich recht überlegt, auch kaum verwunderlich, daß die Schreib- bzw. Blogtätigkeit sich eben günstig auf das Wohlbefinden auswirkt. Denn was anderes sind wir Menschenwesen als denkende und (schrift-)sprachliche kommunizierende Akteure. Die konzentrierte Form der Auseinandersetzung mit Welt und Wirklichkeit im Schreibprozeß ist als Kulturtechnik jahrhundertealt &#8211; Tagebücher und Briefwechsel aus vergangenen Zeiten geben noch heute Auskunft darüber.</p>
<h4><span class="pullquote">Der Mensch ist ein schreibendes Wesen. Kein Wunder, daß auch die &#8222;Kulturtechnik&#8220; Bloggen sogar in der Therapie zum Einsatz kommt. </span></h4>
<p>Und die Tätigkeit des Schreibens hat eben &#8211; wie nun Nancy P. Morgan von der Georgetown University in Washington <a href="http://theoncologist.alphamedpress.org/cgi/content/full/13/2/196" target="_blank" rel="noopener noreferrer">belegen konnte</a> &#8211; sogar auf das Befinden von Krebspatienten positive Effekte. Die Steigerung der Lebensqualität der Patienten spricht für sich. Diese Effekte sind unbestritten.</p>
<p>Und noch günstiger als das bloße, &#8222;klassische&#8220; Schreiben könnte sich das Bloggen auswirken, so die Vermutungen einiger Wissenschaftler. Alice Flaherty, die sich in der Vergangenheit mit den neuronalen Grundlagen verschiedenster Schreibverhaltensmuster &#8211; von Schreibblockaden bis hin zur &#8222;Hypergraphie&#8220;, dem krankhaften Schreibzwang &#8211; beschäftigt hatte, will sich nun eingehender der bloggenden Kommunikationsform annehmen:</p>
<blockquote><p>“You know that drives are involved [in blogging] because a lot of people do it compulsively,” Flaherty notes. Also, blogging might trigger dopamine release, similar to stimulants like music, running and looking at art. <em>[Quelle: <a href="http://www.sciam.com/article.cfm?id=the-healthy-type" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SciAm</a>]</em></p></blockquote>
<h4><span class="pullquote_left">Wunderbar: Bloggen führt vermutlich zu einer vermehrten Ausschüttung von Dopamin. Und das &#8222;Glückshormon&#8220; sorgt für den &#8222;Blog-Flow&#8220;&#8230;</span></h4>
<p>Man darf als gespannt sein, ob tatsächlich eine erhöhte Dopaminausschüttung<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/bloggen-auf-rezept-ueber-die-gesundheitsfoerdernden-aspekte-des-schreibens-werkstattnotiz-lxxxx/#footnote_1_302" id="identifier_1_302" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter und spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Regulation des Hormonhaushalts. Landl&auml;ufig wird Dopamin auch als &bdquo;Gl&uuml;ckshormon&ldquo; bezeichnet.">2</a> experimentell nachgewiesen werden kann. Dann wäre zumindest bewiesen, daß es zu einem Blog-Flow, dem Hochgefühl im und durch das Bloggen kommen kann.</p>
<p>Wobei ein Aspekt sicher nicht zu vernachlässigen ist: die Community. Denn im Gegensatz zur Reinform des Tagebuchschreibens<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/bloggen-auf-rezept-ueber-die-gesundheitsfoerdernden-aspekte-des-schreibens-werkstattnotiz-lxxxx/#footnote_2_302" id="identifier_2_302" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Beim Tagebuchschreiben steht die Selbstreflektion im Vordergrund. Wobei allerdings auch kein direkter Gespr&auml;chspartner, damit aber auch kein (positives) Feedback gegeben ist.">3</a> werden Blogtexte an ein Gegenüber adressiert. Und die Resonanz, die man auf das eigene Schreiben in Blogs erhält, ist &#8211; was gerade die psychischen Effekte angeht &#8211; sicher ebenfalls von Bedeutung.</p>
<p><strong>Wann gibt es Bloggen als Kassenleistung?</strong></p>
<p>Warten wir also ab, ob und wann uns die Neurowissenschaftler und Psychologen erklären können, ab welcher Blog-Dosis es zum Blog-Flow kommt, ab welcher Postingfrequenz man von einer zwanghaften Blogsucht reden muß und wann Blogentzug angesagt ist&#8230;</p>
<p>Bis dahin trösten wir uns: Bloggen macht vielleicht nicht schön, aber gesund!</p>
<div class="links_kurz">Links:</p>
<ul>
<li>Wagner, Jessica: <a href="http://www.sciam.com/article.cfm?id=the-healthy-type" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogging&#8211;It&#8217;s Good for You. The therapeutic value of blogging becomes a focus of study</a>. Scientific American, 05/2008</li>
<li>Nancy P. Morgan, Kristi D. Graves, Elizabeth A. Poggi, Bruce D. Cheson: <a href="http://theoncologist.alphamedpress.org/cgi/content/full/13/2/196" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Implementing an Expressive Writing Study in a Cancer Clinic</a>, in: The Oncologist, Vol. 13, No. 2, 196-204, February 2008; doi:10.1634/theoncologist.2007-0147</li>
<li>Fischer, Lars: <a href="http://fisch-blog.blog.de/2008/05/23/bloggen-ist-gesund-4212246" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bloggen ist gesund!</a>, in: Fischblog, 23.5.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Blog">Blog</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Gesundheit">Gesundheit</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/kreatives+Schreiben">kreatives Schreiben</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_302" class="footnote">Die Frontal- und Temporallappen der Großhirnrinde sind offenbar beteiligt, sowie Bereiche des limbischen Systems, wo  die Schreibaktivität bzw. die Schreibmotivation lokalisiert scheint.</li><li id="footnote_1_302" class="footnote"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dopamin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dopamin</a> ist ein wichtiger Neurotransmitter und spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Regulation des Hormonhaushalts. Landläufig wird Dopamin auch als &#8222;Glückshormon&#8220; bezeichnet.</li><li id="footnote_2_302" class="footnote">Beim Tagebuchschreiben steht die Selbstreflektion im Vordergrund. Wobei allerdings auch kein direkter Gesprächspartner, damit aber auch kein (positives) Feedback gegeben ist.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/bloggen-auf-rezept-ueber-die-gesundheitsfoerdernden-aspekte-des-schreibens-werkstattnotiz-lxxxx/">Bloggen auf Rezept? » Über die gesundheitsfördernden Aspekte des Schreibens | Werkstattnotiz LXXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues &#124; Werkstattnotiz 104</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 22:18:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Sonntag schwappt eine mittelgroße Welle der Blogosphären-Metareflexion durch das deutschsprachige Internet. Seit drei SPIEGEL-Autoren sich über die Irrelevanz und v.a. den geringen Politisierungsgrad der deutschen Blogszene mokiert haben, wird heftigst darüber debattiert, ob Blogs möglicherweise ihren Zenit bereits überschritten haben, bevor sie überhaupt nennenswert in Erscheinung getreten sind. In Deutschland gibt es keinen Bedarf ... <a title="Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues &#124; Werkstattnotiz 104" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/" aria-label="Mehr Informationen über Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues &#124; Werkstattnotiz 104">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/">Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues | Werkstattnotiz 104</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Sonntag schwappt eine mittelgroße Welle der Blogosphären-Metareflexion durch das deutschsprachige Internet. Seit drei SPIEGEL-Autoren sich über die Irrelevanz und v.a. den geringen Politisierungsgrad der deutschen Blogszene mokiert haben, wird heftigst darüber debattiert, ob Blogs möglicherweise ihren Zenit bereits überschritten haben, bevor sie überhaupt nennenswert in Erscheinung getreten sind.</strong></p>
<h4><span class="pullquote">In Deutschland gibt es keinen Bedarf an kritischer (Gegen-)Öffentlichkeit?</span></h4>
<p>In meinen Augen ist das <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleine Amüsierstückchen</a> der Jungs von der Brandstwiete nur eine weitere, recht marginale Folge im Grabenkrieg zwischen alten Medien und Web 2.0. Und ob die Kritik substantiell haltbar ist, wird sich in den nächsten 1-2 Jahren zeigen. Ich selbst habe mir eine Replik auf die &#8222;Beta-Blogger&#8220; verkniffen.</p>
<p>Denn grundsätzlich gibt es m.E. an der Kernthese (&#8222;Die deutsche Blogszene ist im Vergleich zur USA weniger politisch und erreicht ein kleineres Publikum.&#8220;) wenig zu rütteln. Und um die marginalen Schlampigkeiten im Spiegel-Artikel haben sich <a href="http://medienlese.com/2008/07/20/blogs-in-deutschland-man-spricht-nicht-darueber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schon</a> <a href="http://www.coffeeandtv.de/2008/07/20/selbstbezogen-und-unprofessionell/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">andere gekümmert</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#footnote_0_344" id="identifier_0_344" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Spiegelfechter etwa, der selbst portr&auml;tiert oder Jan Schmidt, der als Experte zitiert wurde.">1</a><br />
<strong><br />
Weblogs werden dringend gebraucht</strong></p>
<p>Ich für meinen Teil würde dem Spiegel-Essay gerne den &#8222;Fall Bankhofer&#8220; entgegenstellen und damit illustrieren, daß eben auch hierzulande Blogs eine ganz wichtige Rolle spielen (können) &#8211; zwar bislang kaum mit massenmedialer Resonanz, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Um was es geht? Um Prof.  Hademar Bankhofer! &#8211; Was? Sie kennen den Grand Seigneur des Wohlfühl-Medizinjournalismus nicht?</p>
<h4><span class="pullquote">Wäre nicht früher Skepsis angebracht gewesen? Ist es nicht auffällig, wenn Journalisten ihren &#8222;geschenkten&#8220; Professorentitel wie eine Monstranz vor sich hertragen?</span></h4>
<p>Ich kann alle Leser beruhigen, sie haben wenig verpaßt. Der österreichische Journalist Hademar Bankhofer hat sich seit rund 30 Jahren einerseits als Sachbuchautor, andererseits als TV-Gesundheitsexperte einen Namen gemacht. Aber genausowenig, wie Bankhofer einen &#8222;echten&#8220; akademischen Professorentitel innehat,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#footnote_1_344" id="identifier_1_344" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der wurde ihm 199,1 von der in solchen Fragen recht freigiebigen &ouml;sterreichischen Regierung, ehrenhalber verliehen. Bankhofer selbst hat niemals Medizin studiert.">2</a> genausowenig ist er als (kritischer) Journalist erwähnenswert.</p>
<p><strong>Bankhofer &#8211; Der Staubsaugervertreter unter den Gesundheitsjournalisten</strong></p>
<p>Bankhofer, stets gut gelaunt und ebenso frisiert, ist eher der Staubsaugervertreter unter den Gesundheitsjournalisten. Er lächelt nett, versteht es ausgezeichnet, die Rolle des verständnisvollen, abgeklärten &#8222;Experten&#8220; zu spielen und informiert die Fernsehzuschauer über allerlei Kräuterchen, Tees und Hausmittel, die der Gesunderhaltung dienen sollen. Stefan Niggemeier ließ sich jetzt fast zu einer Liebeserklärung hinreißen, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hademar-bankhofer-der-melissa-mann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">als er schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich mag Professor Hademar Bankhofer. Es hat immer so etwas beruhigendes und aufmunterndes, ihm zuzusehen, wenn er mit seinem freundlichen Lächeln, seinem weichen österreichischen Dialekt und seinen bunten Einstecktüchern im Fernsehen steht (und er steht ungefähr immer gerade irgendwo im Fernsehen) und mit einer ansteckenden Euphorie von Wasser, Körnern, Bewegung oder Kräutern schwärmt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und eigentlich ist es ja durchaus lobenswert, wenn den interessierten Zusehern erklärt wird, daß Wechselduschen den Kreislauf anregen oder man einem Bronchialkatarrh auch mit geeigneten Tees und dem Inhalieren von irgendwelchen aufgebrühten Kräutern zuleibe rücken kann. Solcherart sind häufig die Tipps, die Bankhofer (so etwas wie der Jean Pütz der Medizin) auch in seinen unzähligen Büchern gibt.</p>
<p><strong>Böses Wort: Schleichwerbung</strong></p>
<p>Das Problem ist nur: der auf den ersten Blick so seriöse &#8222;Professor&#8220; beschränkt sich nicht nur darauf, reichlich profanes Allerweltswissen zu verkünden. Bisweilen gibt er handfeste Tipps und Ratschläge, die große Zweifel an seiner Unabhängigkeit aufkommen lassen. So scheint Bankhofer beispielsweise  durchaus Sympathien für die &#8222;Maria Clementine Martin Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH&#8220; zu hegen. Jedenfalls wird er nicht müde, deren &#8222;Klostermelisse&#8220; über den grünen Klee zu loben. Und auch die Cholesterinsenker der Firma Pfizer findet der gute Hademar ganz offensichtlich ganz exzellent.</p>
<h4><span class="pullquote">Zufall oder Interessensverquickung? Glaubt Bankhofer den Quatsch, den er vor der Kamera erzählt?</span></h4>
<p>Wäre man böswillig, so ließe sich beinahe Schleichwerbung hinter so geschicktem Productplacement vermuten. Wie nun der verdienstvolle Hockeystick vom Blog &#8222;<a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stationäre Aufnahme</a>&#8220; in einem unbedingt sehenswerten Video zusammengefasst hat,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/#footnote_2_344" id="identifier_2_344" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einzig die etwas penetrante Hintergrundmusik st&ouml;rt etwas, ansonsten ein toll gemachtes Beispiel f&uuml;r youtube-Investigationsjournalismus!">3</a> scheint es fast ein Hobby von Professor Bankhofer zu sein, die Werbetrommel für allerlei (Pharma-)Unternehmen zu rühren.</p>
<p>Und diese Story, die Entzauberung des &#8222;Mr. Schleichwerbung&#8220;, ist eben eine Geschichte, die m.E. aufzeigt, worin die große Stärke von Blogs liegt bzw. liegen könnte.</p>
<p>Also: liebe Spiegel-Redakteure, liebe Skeptiker der Weblog-Relevanz: schaut Euch dieses Video an und dann sagt mir, ob es nicht gut ist, daß jemand auch solche Fälle dokumentiert und darüber spricht.</p>
<div class="abstand">
<div class="youtube">
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/yy46vwuSoAg&#038;hl=en&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/yy46vwuSoAg&#038;hl=en&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
</div>
</div>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mr. Schleichwerbung</a>, in: Stationäre Aufnahme, 21.7.2008</li>
<li>BooCompany enthüllt: <a href="http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15488" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuer Schleichwerbeskandal in der ARD</a>, 21.7.2008</li>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/blogger-bezichtigen-bankhofer-der-schleichwerbung.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger werfen Bankhofer Schleichwerbung vor</a>, Plazeboalarm, 22.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Spiegel">Spiegel</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Bankhofer">Bankhofer</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Schleichwerbung">Schleichwerbung</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_344" class="footnote">Der <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/374/beta-journalisten-und-beta-blogger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegelfechter</a> etwa, der selbst porträtiert oder <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/169/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan Schmidt</a>, der als Experte zitiert wurde.</li><li id="footnote_1_344" class="footnote">Der wurde ihm 199,1 von der in solchen Fragen recht freigiebigen österreichischen Regierung, ehrenhalber verliehen. Bankhofer selbst hat niemals Medizin studiert.</li><li id="footnote_2_344" class="footnote">Einzig die etwas penetrante Hintergrundmusik stört etwas, ansonsten ein toll gemachtes Beispiel für youtube-Investigationsjournalismus!</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/">Der Fall Hademar Bankhofer » Über die Notwendigkeit kritischer Gegenöffentlichkeit in Zeiten des Blogosphären-Blues | Werkstattnotiz 104</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? &#124; Werkstattnotiz 106</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 16:18:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=345</guid>

					<description><![CDATA[<p>Er ist nett, gut frisiert und sein charmanter österreichischer Akzent war sicher auch nicht von Nachteil, um sich einen Stammplatz als TV-Gesundheitsexperte zu sichern. Nun scheint die Bilderbuchkarriere des Hademar Bankhofer allerdings beendet zu sein. Der WDR stoppt die Zusammenarbeit mit Bankhofer, nachdem in Blogs massive Vorwürfe in Sachen Schleichwerbung formuliert wurden. Der Journalist, der ... <a title="Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? &#124; Werkstattnotiz 106" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/" aria-label="Mehr Informationen über Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? &#124; Werkstattnotiz 106">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/">Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? | Werkstattnotiz 106</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin: 8px 10px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/07/Bankhofer_Stern01.jpg" alt="Artikel im Stern" width="200" height="248" /><strong>Er ist nett, gut frisiert und sein charmanter österreichischer Akzent war sicher auch nicht von Nachteil, um sich einen Stammplatz als TV-Gesundheitsexperte zu sichern. Nun scheint die Bilderbuchkarriere des Hademar Bankhofer allerdings beendet zu sein. Der WDR stoppt die Zusammenarbeit mit Bankhofer, nachdem in Blogs massive Vorwürfe in Sachen Schleichwerbung formuliert wurden.</strong></p>
<p>Der Journalist, der sich selbst gerne als &#8222;Mr. Gesundheit&#8220; bezeichnete, stolpert nun offensichtlich über die unlautere Verquickung von werblicher Tätigkeit und seinen Pflichten als Journalist. Schon seit längerem hatten Insider gemunkelt, daß der Saubermann des Gesundheitsjournalismus nicht gar so unabhängig ist, wie er sich gerne gibt.</p>
<p><strong>Wenn Insider bloggen&#8230;</strong></p>
<h4></h4>
<p>Recherchen der Blogger der &#8222;<a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stationären Aufnahme</a>&#8220; und der &#8222;<a href="http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15488/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BooCompany</a>&#8220; haben nun weitere Verdachtsmomente geliefert, wonach Bankhofer recht unverhohlen für Produkte von &#8222;Klosterfrau Melissengeist&#8220; Werbung macht,  u.a. in Sendungen des ARD-Morgenmagazins.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/#footnote_0_345" id="identifier_0_345" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich habe in diesem Beitrag etwas ausf&uuml;hrlicher dar&uuml;ber geschrieben.">1</a></p>
<h4><span class="pullquote">Unheilvolle Mixtur von Gesundheitsjournalismus und PR</span></h4>
<p>Es fällt auf, daß Bankhofer ausdrücklich und wiederholt die &#8222;Klostermelisse&#8220; oder die &#8222;Königsartischocke&#8220; empfiehlt. Das mögen beides wirksame Produkte sein, der Haken an der Sache ist freilich, daß es die Klostermelisse nur als Bestandteil von &#8222;Klosterfrei Melissengeist&#8220; gibt.</p>
<p>Und wer in der Apotheke nach der &#8222;Königsartischocke&#8220; fragt, der bekommt (wie eine <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/herr-bankhofer-und-die-klostermelisse.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kurze Recherche von Marcus Anhäuser</a> ergab) sofort das Präparat &#8222;Hepar SL forte&#8220; über den Ladentisch gereicht. Und auch &#8222;Hepar SL forte&#8220; befindet sich &#8211; wer hätte das gedacht &#8211; im Sortiment der Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH.</p>
<p><strong>Unglaubwürdige Dementis</strong></p>
<p>Gestern dementierte Bankhofer die Vorwürfe &#8211; die Nennung sei zufällig, außerdem gäbe es andere Präparate, die Klostermelisse enthielten.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/#footnote_1_345" id="identifier_1_345" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Wort Klostermelisse sei &bdquo;doch mit keinem Produkt erkennbar verbunden.&ldquo; So versuchte sich Bankhofer herauszureden.">2</a> Hier scheint der nette Professor wider besseres Wissen zu mogeln. Zu dieser Ansicht gelangte nun auch der WDR. Wie Thomas Knüwer für <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/wdr-feuert-hademar-bankhofer;2015391" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Handelsblatt schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Jeder kennt den netten grauhaarigen Herrn mit den vielen Kräutern aus dem ARD-Morgenmagazin: Hademar Bankhofer ist wohl Deutschlands bekanntester Ernährungsberater. Nun aber trennt sich der WDR als Produzent des Frühstücksfernsehens von ihm. Grund: Der Verdacht, Bankhofer habe PR für Klosterfrau Melissengeist gemacht. Ausgelöst wurde die Affäre durch die Recherche von Weblogs.</p></blockquote>
<p>Und in der Süddeutschen Zeitung erfährt das <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/339/187743/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Publikum</a>:</p>
<blockquote><p>Ausschlaggebend für den Rausschmiss von Bankhofer war offenbar eine Erklärung des Hauses Klosterfrau, wonach Bankhofer &#8222;seit geraumer Zeit beratend für unser Haus tätig&#8220; sei.</p></blockquote>
<p>Das ist dann doch ein nicht unwesentlicher Widerspruch zur Darstellung von Bankhofer &#8211; und offensichtlich konnte er gegenüber dem WDR keine plausible Erklärung für die subtilen Werbestatements liefern.</p>
<p>So ist das also. Und in meinen Augen ist dabei nicht ganz nebensächlich, wer den Stein ins Rollen gebracht hat. ;-)</p>
<p><strong>Wieviele Relevanzbeweise wollt ihr noch?</strong></p>
<p>Und da Rede mir noch einer davon, daß Blogs irrelevant und selbstbezüglich seien &#8211; der &#8222;Fall Bankhofer&#8220; ist vielleicht nicht mit dem Fall von Andrea Kiewel zu vergleichen, die unlängst für ihre Weight-Watchers-PR abgestraft wurde.</p>
<p>Aber der aktuelle Fall illustriert, daß Weblogs auch in Deutschland als kritische Instanz funktionieren können.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/#footnote_2_345" id="identifier_2_345" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wie auch bereits andernorts, etwa bei Don Dahlmann oder Stefan Niggemeier, registriert wird.">3</a></p>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1181968/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mr. Schleichwerbung</a>, in: Stationäre Aufnahme, 21.7.2008</li>
<li><a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1860" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Affäre Bankhofer</a>, Indiskretion Ehrensache, 23.7.2008</li>
<li>BooCompany enthüllt: <a href="http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15488" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuer Schleichwerbeskandal in der ARD</a>, 21.7.2008</li>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/blogger-bezichtigen-bankhofer-der-schleichwerbung.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger werfen Bankhofer Schleichwerbung vor</a>, Plazeboalarm, 22.7.2008</li>
<li>Thomas Knüwer: <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/wdr-feuert-hademar-bankhofer;2015391" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WDR feuert Hademar Bankhofer</a>, Handelsblatt-Online, 24.7.2008</li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/339/187743/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WDR feuert TV-Star Bankhofer</a>, Süddt. Zeitung, 24.7.2008</li>
</ul>
<p>Update (25.7.):</p>
<ul>
<li>Marcus Anhäuser: <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/07/bankhofers-printerviews.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herr Bankhofers PR-Interviews</a>, 24.7.2008</li>
<li>Die ZEIT: <a href="http://www.zeit.de/online/2008/31/blogs-stuerzen-bankhofer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger stürzen ARD-Gesundheitsguru</a>, 25.7.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Klostermelisse">Klostermelisse</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Bankhofer">Bankhofer</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Schleichwerbung">Schleichwerbung</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_345" class="footnote">Ich habe <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/23/der-fall-hademar-bankhofer-ueber-die-notwendigkeit-kritischer-gegenoeffentlichkeit-in-zeiten-des-blogosphaeren-blues-werkstattnotiz-104/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in diesem Beitrag</a> etwas ausführlicher darüber geschrieben.</li><li id="footnote_1_345" class="footnote">Das Wort Klostermelisse sei &#8222;doch mit keinem Produkt erkennbar verbunden.&#8220; So versuchte sich Bankhofer herauszureden.</li><li id="footnote_2_345" class="footnote">Wie auch bereits andernorts, etwa bei <a href="http://don.antville.org/stories/1819404/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Don Dahlmann</a> oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hademar-bankhofer-der-melissa-mann-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan Niggemeier</a>, registriert wird.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/07/ende-einer-dienstfahrt-stolpert-hademar-bankhofer-ueber-schleichwerbung-werkstattnotiz-106/">Ende einer Dienstfahrt » Stolpert Hademar Bankhofer über Schleichwerbung? | Werkstattnotiz 106</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<item>
		<title>Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien &#124; Werkstattnotiz 124</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2008 11:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Risiken]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bill Gates tut es, Leonardo DiCaprio auch und U2-Frontmann Bono sowieso. Sie engagieren sich für wohltätige Zwecke und öffnen dafür auch ihre Privatschatulle. Klar, wer sich für karitative Ziele oder den Erhalt des Regenwalds einsetzt, der erntet Sympathien. Ob die Stars aus Medien und Wirtschaft sich lediglich betätigen, um ihr Image aufzupolieren oder ob echte ... <a title="Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien &#124; Werkstattnotiz 124" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/10/imagekampagne-oder-wohltaetigkeit-aus-ueberzeugung-google-unterstuetzt-den-kampf-gegen-infektionskrankheiten-und-pandemien-werkstattnotiz-124/" aria-label="Mehr Informationen über Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien &#124; Werkstattnotiz 124">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/10/imagekampagne-oder-wohltaetigkeit-aus-ueberzeugung-google-unterstuetzt-den-kampf-gegen-infektionskrankheiten-und-pandemien-werkstattnotiz-124/">Imagekampagne oder Wohltätigkeit aus Überzeugung? » Google unterstützt den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Pandemien | Werkstattnotiz 124</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bill Gates tut es, Leonardo DiCaprio auch und U2-Frontmann Bono sowieso. Sie engagieren sich für wohltätige Zwecke und öffnen dafür auch ihre Privatschatulle. Klar, wer sich für karitative Ziele oder den Erhalt des Regenwalds einsetzt, der erntet Sympathien. </strong></p>
<p>Ob die Stars aus Medien und Wirtschaft sich lediglich betätigen, um ihr Image aufzupolieren oder ob echte Überzeugung dahintersteckt, darf uns eigentlich fast egal sein. Nun verstärkt auch der Suchmaschinenriese Google sein wohltätiges Engagement: Google.org schreibt sich den Kampf gegen Infektionskrankheiten und Seuchen auf die Fahnen.</p>
<p><strong>Google.org: Wohltätigkeit und Forschungsförderung</strong></p>
<p>Bereits 2005 wurde der Ableger <a href="http://www.google.org/">Google.org</a> gegründet, der die wohltätigen Aktivitäten des Unternehmens bündeln und koordinieren soll. Schwerpunkte des Engagements sind die Förderung erneuerbarer Energien, die (gesundheitliche) Krisenprävention, der Aufbau von infrastrukturellen Einrichtungen in armen Ländern, sowie die Entwicklung von Hybridantrieben. Rund 85 Millionen US-Dollar sind binnen der letzten 3 Jahre in solche Fördermaßnahmen geflossen.</p>
<p>Heute teilt Google.org mit, daß weitere 14 Millionen US-Dollar in die Abwehr und Früherkennung von Infektionskrankheiten und v.a. von Zoonosen investiert werden sollen. Durch dieses Paket sollen einerseits sog. Hot Spots (hauptsächlich in Südostasien und Afrika) identifiziert werden, wo die Gefahr, daß Viren von Tieren auf den Menschen überspringen, am größten ist. Andererseits sollen Strategien entwickelt werden, um im Ernstfall den Ausbruch einer Pandemie zu verhindern.</p>
<p>Natürlich stehen hier vergangene Fälle wie AIDS, SARS oder die Gefahr durch den Vogelgrippe-Virus H5N1 im Hintergrund. Im Einzelnen geht das Geld nun u.a. an folgende Projekte und Initiativen:</p>
<ul>
<li>2 Millionen US-Dollar erhält das &#8222;<a href="http://www.whrc.org/">Woods Hole Research Center&#8220;</a>. Mit hochauflösenden Satellitenaufnahmen von Regenwaldzonen (wo die Gefahr der Übertragung vom Tier auf den menschen mit am höchsten ist), sollen Risikozonen identifiziert und die Übertragungswege besser verstanden werden.</li>
<li>Rund 5.5 Millionen gehen an die &#8222;<a href="http://gvfi.org/index.html">Global Viral Forecasting Initiative</a>&#8222;, die Blutdatenbanken in sog. &#8222;Hot Spots&#8220; erstellt und analysiert. Dazu zählen Länder wie Kamrun, Kongo, China, Malaysia, Laos oder Madagskar.</li>
<li>Ungefähr 2.5 Millionen sollen die Arbeit der &#8222;<a href="http://cii.columbia.edu/">Columbia University Mailman School of Public Health</a>&#8220; unterstützen. Dort wird versucht, neue Erreger möglichst frühzeitig zu entdecken. Gleichzeitig sollen Maßnahmen entwickelt werden, um vor Ort möglichst schnell und effizient eine Weiterverbreitung zu verhindern.</li>
<li>Ca. 3 Millionen erhält ein Projekt des &#8222;<a href="http://www.childrenshospital.org/">Children’s Hospital</a>&#8222;, das eine globale Infektionskarte und ein Meldesystem für auffällige Krankheitsausbrüche erstellen soll. Außerdem soll über ein System der Austausch zwischen Human-Medizinern, Veterinären und Umweltwissenschaftlern verbessert werden, so daß eine Früherkennung von Krisen besser möglich wird.</li>
</ul>
<h4><span class="pullquote">14 Millionen US-Dollar sind eine nette Summe. Aber hätte Google nicht noch ein wenig mehr drauflegen können? </span></h4>
<p>Larry Brilliant, Geschäftsführer von Google.org ist überzeugt: &#8222;Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir das nächste AIDS oder SARS nicht verhindern.&#8220; Womit er sicher nicht falsch liegt. Ich frage mich nur, ob die Summe von 14 Millionen Dollar wirklich bereits das Limit darstellt, was Google hier leisten kann. Ein milliardenschweres Unternehmen sollte doch eigentlich fast noch eine Null mehr auf den Scheck schreiben können, oder?</p>
<p>Daß die Verhinderung einer neuen Pandemie zumindest Larry Brilliant, dem Chef von Google.org, ein Anliegen ist, kann man übrigens an diesem TED-Vortrag aus dem Jahr 2006 sehen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="youtube"><!--cut and paste--><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="320" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="id" value="VE_Player" /><param name="align" value="middle" /><param name="FlashVars" value="bgColor=FFFFFF&amp;file=http://static.videoegg.com/ted/movies/LARRYBRILLIANT_high.flv&amp;autoPlay=false&amp;fullscreenURL=http://static.videoegg.com/ted/flash/fullscreen.html&amp;forcePlay=false&amp;logo=&amp;allowFullscreen=true" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="scale" value="noscale" /><param name="wmode" value="window" /><param name="src" value="http://static.videoegg.com/ted/flash/loader.swf" /><embed id="VE_Player" type="application/x-shockwave-flash" width="320" height="285" src="http://static.videoegg.com/ted/flash/loader.swf" wmode="window" scale="noscale" bgcolor="#FFFFFF" allowscriptaccess="always" quality="high" flashvars="bgColor=FFFFFF&amp;file=http://static.videoegg.com/ted/movies/LARRYBRILLIANT_high.flv&amp;autoPlay=false&amp;fullscreenURL=http://static.videoegg.com/ted/flash/fullscreen.html&amp;forcePlay=false&amp;logo=&amp;allowFullscreen=true" align="middle"></embed></object></div>
<p>&nbsp;</p>
<div class="links_ticker">
<strong>Mehr:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://blog.wired.com/wiredscience/2008/10/googleorg-offer.html">Google.Org Spends $14 Million to Battle Pandemics | Wired Science</a></li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr width="100%" size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a href="http://www.technorati.com/tag/Google" class="invisible" rel="tag">Google</a><br />
<a href="http://www.technorati.com/tag/Seuchen" class="invisible" rel="tag">Seuchen</a></p>
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			</item>
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		<title>Grenzziehungen: Giftige Chemikalien &#038; komplexe Emotionen bei Tieren</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2013/03/grenzziehungen-giftige-chemikalien-komplexe-emotionen-bei-tieren/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2013/03/grenzziehungen-giftige-chemikalien-komplexe-emotionen-bei-tieren/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2013 22:50:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzwerte]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Unsicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Dosis sola venenum facit.“ Vor rund 500 Jahren gelangte Paracelsus zu dieser Erkenntnis. Und auch heute lässt sich nur feststellen, daß der gute Kerl verdammt recht hatte. Die Dosis macht das Gift. Die große (Streit-)Frage ist nur: ab welcher Dosis ist das Gift denn wirklich ein Gift? Heutzutage behelfen wir uns mit der Definition von ... <a title="Grenzziehungen: Giftige Chemikalien &#038; komplexe Emotionen bei Tieren" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/03/grenzziehungen-giftige-chemikalien-komplexe-emotionen-bei-tieren/" aria-label="Mehr Informationen über Grenzziehungen: Giftige Chemikalien &#038; komplexe Emotionen bei Tieren">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Dosis sola venenum facit.“ Vor rund 500 Jahren gelangte Paracelsus zu dieser Erkenntnis. Und auch heute lässt sich nur feststellen, daß der gute Kerl verdammt recht hatte. Die Dosis macht das Gift. Die große (Streit-)Frage ist nur: ab welcher Dosis ist das Gift denn wirklich ein Gift? </strong></p>
<p>Heutzutage behelfen wir uns mit der Definition von Grenzwerten, die als Orientierung und Sicherheitsmarge dienen. Umstritten sind solche Grenzziehungen dennoch. Und nicht nur was diese Grenzen anbelangt, so ist bekannt, daß diese meistens fließend sind. Das gilt auch für die Frage, ob wir Tieren so komplexe Emotionen wie z.B. Trauer zugestehen. Dazu ein Videotipp weiter unten.</p>
<p>Zunächst geht es hier aber kurz um eine interessante Risikodebatte.</p>
<p class="zwischenueberschrift">Bisphenol A: Über die Unmöglichkeit klare Grenzwerte festzusetzen</p>
<p><span class="initial_klein">S</span>eit vielen Jahren wird um die Chemikalie Bisphenol A (BPA) gestritten. Fest steht eigentlich nur, daß das Zeug allgegenwärtig ist. Es ist Bestandteil von zig Kunststoffen und Beschichtungen und insofern in tausenden Alltagsprodukten zu finden: es ist in bzw. auf Kassenbons, Lebensmittelverpackungen oder im Plastik von Wasserkochern oder Trinkflaschen. Und aus den Beschichtungen oder Lebensmittelbehältern löst sich Bisphenol A teilweise (verstärkt z.B. wenn es erhitzt wird) auch raus. Im Ergebnis nehmen wir ständig kleinste (!) Mengen BPA über die Nahrung auf.</p>
<p>Da Bisphenol A u.a. östrogene Effekte hat, ist das prinzipiell nicht ganz unproblematisch. In den letzten Jahren wurden verschiedene Krankheiten mit der Chemikalie, von der jährlich weltweit knapp 4 Millionen Tonnen hergestellt werden, in Verbindung gebracht. Wie gesagt: BPA wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und beeinflußt im Tierversuch folglich auch die Fortpflanzungsfähigkeit. Aus Vorsorgegründen haben einige Länder wie Kanada, Frankreich, Dänemark oder Neuseeland und Australien Bisphenol A-haltige Babyflaschen und andere Produkte für Kinder verboten.</p>
<p class="pullquote">Kann es sein, daß die Analytik von Substanzen, die zwar überall, aber nur in minimaler Dosierung vorkommen, immer ein Stück weit Glückssache ist?</p>
<p>Ob die Menge BPA, die wir alle aufnehmen allerdings gesundheitlich als kritisch einzustufen ist, wissen wir nicht. Lars vom Fischblog hat sich einige vorliegende Studien mal angesehen. Und war dann erstmal irritiert darüber, daß die allermeisten Studien wohl ergeben, daß wir PBA-Konzentrationen in der Größenordnung von einigen Pikomol im Blut haben. Das ist ziemlich wenig. Die Tierversuche, die die Effekte von PBA untersuchen, hantieren dann aber mit Dosierungen in tausendfacher Menge&#8230; Eigentlich nicht zielführend, wenn man wirklich das Risiko abschätzen will. Aber es gibt &#8211; wie so oft &#8211; natürlich auch Studien die für eine höhere PBA-Aufnahme sprechen.</p>
<p>Lars stellt nun die Frage, ob sich hier nicht ein ganz grundsätzliches Problem auftut: denn kann es nicht sein, daß die Analytik von Substanzen, die zwar minimal sind, aber gleichzeitig überall vorkommen immer ein Stück weit Glückssache ist? Lars macht es konkret:</p>
<blockquote><p>&#8222;Gerade in der Medizintechnik gibt es inzwischen kaum noch etwas, was nicht aus Kunststoff ist. Nicht zuletzt die Ampullen, in die Blutproben reingezogen werden. Und aus vielen dieser Werkstoffe sickern kleine Mengen Bisphenol A aus.&#8220;</p></blockquote>
<p>Eine interessante Überlegung und wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, finde ich zumindest. Die ganze Geschichte, drüben im Fischblog:</p>
<ul>
<li>Lars Fischer: <a  href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/fischblog/chemie/2013-02-27/wieviel-bisphenol-a-haben-wir-wirklich-im-k-rper">Wieviel Bisphenol A haben wir wirklich im Körper?</a>, Scilogs, 27.2.2013</li>
</ul>
<div id="Punkte"></div>
<p class="zwischenueberschrift">Trauernde Schimpansen</p>
<p><span class="initial_klein">E</span>rst neulich habe ich mir <a  href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/02/24/tierische-mutterinstinkte-wenn-jaeger-schwach-werden/">hier</a> Gedanken darüber gemacht, ob Tiere auch zu komplexen kognitiv-emotionalen Leistungen in der Lage sind. Das spontane Umswitchen vom Jäger- zum Muttermodus fand ich doch beeindruckend. Ein anderes hoch bewegendes Video dreht sich um ein anderes Thema: Sterben und Tod.</p>
<p>Forscher des niederländischen Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben vor rund zwei Jahren in Sambia folgende Szenen gedreht. Eine Schimpansin legt ihr 16 Monate altes Junges, das gerade gestorben war, auf einer Lichtung am Boden ab. Sie scheint registriert zu haben, daß mit ihrem Jungen etwas nicht stimmt. Das Video dokumentiert, wie die Schimpansenmutter und ihre Sippe realisieren und durch Tests (!) abchecken, ob das Junge wirklich tot ist.</p>
<p>Ich finde das sehr beeindruckend und es stellt sich wirklich die Frage, ob und inwiefern hier eine Auseinandersetzung mit dem Tod und &#8222;Trauer&#8220; stattfindet. Oder?</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35452567" height="326" width="580" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p><a href="http://vimeo.com/35452567">Do chimpanzees mourn their dead</a></p>
<p><small>Artikelfoto: Quelle &#8211; stock.xchng, User: germangirl</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2013/03/grenzziehungen-giftige-chemikalien-komplexe-emotionen-bei-tieren/">Grenzziehungen: Giftige Chemikalien &#038; komplexe Emotionen bei Tieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Riskante Vitamine ::: Unbeliebte Atheisten &#124; Werkstatt-Ticker 12</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 06:41:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Agnotologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=255</guid>

					<description><![CDATA[<p>» Vitaminpräparate erhöhen Sterblichkeit Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate und Co. sind immer noch populär und sorgen in Apotheken und Drogerien für satte Umsätze. Das Problem: die Datengrundlage für die Annahme, daß bspw. die antioxidativen Vitamine tatsächlich nutzen, ist mehr als dürftig. Im Gegenteil &#8211; die Studien mehren sich, die zeigen, daß die Einnahme von Vitamin A, E, ... <a title="Riskante Vitamine ::: Unbeliebte Atheisten &#124; Werkstatt-Ticker 12" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/" aria-label="Mehr Informationen über Riskante Vitamine ::: Unbeliebte Atheisten &#124; Werkstatt-Ticker 12">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/">Riskante Vitamine ::: Unbeliebte Atheisten | Werkstatt-Ticker 12</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Vitaminpräparate erhöhen St</span><span style="font-size: large;">erblichkeit</span></span></h4>
<p>Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate und Co. sind immer noch populär und sorgen in Apotheken und Drogerien für satte Umsätze. Das Problem: die Datengrundlage für die Annahme, daß bspw. die antioxidativen Vitamine tatsächlich nutzen, ist mehr als dürftig. Im Gegenteil &#8211; die Studien mehren sich, die zeigen, daß die Einnahme von Vitamin A, E, C oder Selen auch schaden kann.</p>
<p>Gerade diese Vitamine werden immer noch mit dem Argument beworben, daß sie die bei vielen Stoffwechselraktionen entstehenden &#8222;freien Radikalen&#8220; unschädlich machen könnten. Was im Labor teilweise tatsächlich gezeigt werden kann, ist aber in Wahrheit deutlich komplexer. Denn neben gesundheitsfördernden, haben diese Vitamine auch schädliche Effekte.</p>
<p>Eine neue Meta-Studie einer Forschergruppe um Goran Bjelakovic ergab eindeutig, daß kein Nutzen dieser Substanzen nachweisbar ist. In bestimmten Fällen erhöhen Vitamin A, Beta-Carotin oder Vitamin E sogar die Sterblichkeit.</p>
<blockquote><p>&#8222;We found no evidence to support antioxidant supplements for primary or secondary prevention. Vitamin A, beta-carotene, and vitamin E may increase mortality.&#8220;</p></blockquote>
<p>Man sollte diese Präparate<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/#footnote_0_255" id="identifier_0_255" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es sei denn, es gibt eine handfeste Indikation daf&uuml;r. Bei Mangelerscheinungen ist die Einnahme bestimmter Nahrungserg&auml;nzungsmittel durchaus angezeigt. Dies sollte aber ein Arzt feststellen.">1</a> tunlichst im Regal stehen lassen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/#footnote_1_255" id="identifier_1_255" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Interessant ist bei alldem freilich auch, wie solche Pr&auml;parate nach wie vor ein positives Image genie&szlig;en k&ouml;nnen, obwohl gegenteiliges Wissen vorliegt. Auch so ein Fall von gekonnter Agnotologie.">2</a>  Die Wissenschaftler hatten übrigens 67 randomisierte Studien mit über 232.000 Teilnehmern ausgewertet.</p>
<ul>
<li>Bjelakovic G, Nikolova D, Gluud LL, Simonetti RG, Gluud C.: <a href="http://www.mrw.interscience.wiley.com/cochrane/clsysrev/articles/CD007176/frame.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various diseases.</a> <em>Cochrane Database of Systematic Reviews</em> 2008, Issue 2. Art. No.: CD007176. DOI: 10.1002/14651858.CD007176.</li>
</ul>
<h4><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Schlechte Zeiten für Atheisten</span></span></h4>
<p>Wer in die USA reist, tut gut daran, seine religiöse Einstellung zu zeigen. Was man in den letzten Tagen bei der Visite von Papst Benedikt in den USA beobachten kann, bestätigt sich in einer <a href="http://www.gallup.com/poll/106516/Americans-NetPositive-View-US-Catholics.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Gallup-Umfrage.</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/#footnote_2_255" id="identifier_2_255" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es wurden in der letzten M&auml;rzwoche 1005 Personen telefonisch befragt.">3</a> Religiöse Personen stehen hoch im Kurs bzw. dürfen auf wohlwollende Reaktionen rechnen.</p>
<p>Angehörige christlicher Religionsgemeinschaften werden durchweg positiv eingeschätzt, genauso US-Bürger jüdischen Glaubens. Muslime &#8211; das zeigen die Werte &#8211; haben mit erkennbaren Vorbehalten und Ablehnung zu kämpfen. Auf noch weniger Gegenliebe stoßen nur Angehörige von Scientology<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/#footnote_3_255" id="identifier_3_255" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gibt es einen positiven oder negativen Tom-Cruise-Effekt? ;-) ">4</a> und: Atheisten. Kein Wunder, daß man als solcher durchaus mal Probleme an der Kinokasse hat. ;-(</p>
<p>Hier die Tabellenwerte [via <a href="http://scienceblogs.com/framing-science/2008/04/american_views_of_religious_gr.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Framing Science</a>]:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.gallup.com/poll/106516/Americans-NetPositive-View-US-Catholics.aspx"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-257"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/beliebtheit-von-religionsgruppen.gif" alt="beliebtheit-von-religionsgruppen" width="500" height="366" /></a></p>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Medizin">Medizin</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Vitamine">Vitamine</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Religion">Religion</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_255" class="footnote">Es sei denn, es gibt eine handfeste Indikation dafür. Bei Mangelerscheinungen ist die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel durchaus angezeigt. Dies sollte aber ein Arzt feststellen.</li><li id="footnote_1_255" class="footnote">Interessant ist bei alldem freilich auch, wie solche Präparate nach wie vor ein positives Image genießen können, obwohl gegenteiliges Wissen vorliegt. Auch so ein Fall von gekonnter Agnotologie.</li><li id="footnote_2_255" class="footnote">Es wurden in der letzten Märzwoche 1005 Personen telefonisch befragt.</li><li id="footnote_3_255" class="footnote">Gibt es einen positiven oder negativen Tom-Cruise-Effekt? ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/riskante-vitamine-unbeliebte-atheisten-werkstatt-ticker-12/">Riskante Vitamine ::: Unbeliebte Atheisten | Werkstatt-Ticker 12</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Sorgenkind I: Food-Safety ::: Sorgenkind II: Ärzte-Fortbildungen ::: Sorgenkind III: Ende für Trasylol &#124; Werkstatt-Ticker 27</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/sorgenkind-i-food-safety-sorgenkind-ii-aerzte-fortbildungen-sorgenkind-iii-ende-fuer-trasylol-werkstatt-ticker-27/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2008 11:12:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenwirkungen]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Lebensmittelüberwachung auf dem Weg ins 21. Jahrhundert Wenn hierzulande mal wieder in irgendeiner Lagerhalle einige Tonnen sog. &#8222;Gammelfleisch&#8220; aufgestöbert werden, dann sind das zumeist Zufallsfunde. Denn &#8211; entgegen allen Beteuerungen die Lebensmittelsicherheit habe allerhöchste Priorität &#8211; sind die Institutionen zur Lebensmittelüberwachung schon allein personell hoffnungslos unterfinanziert. Egal ob es um die Anzahl der Veterinäre, ... <a title="Sorgenkind I: Food-Safety ::: Sorgenkind II: Ärzte-Fortbildungen ::: Sorgenkind III: Ende für Trasylol &#124; Werkstatt-Ticker 27" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/sorgenkind-i-food-safety-sorgenkind-ii-aerzte-fortbildungen-sorgenkind-iii-ende-fuer-trasylol-werkstatt-ticker-27/" aria-label="Mehr Informationen über Sorgenkind I: Food-Safety ::: Sorgenkind II: Ärzte-Fortbildungen ::: Sorgenkind III: Ende für Trasylol &#124; Werkstatt-Ticker 27">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><em></em></p>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Lebensmittelüberwachung auf dem Weg ins 21. Jahrhundert<br />
</span></span></span></h4>
<p>Wenn hierzulande mal wieder in irgendeiner Lagerhalle einige Tonnen sog. &#8222;Gammelfleisch&#8220; aufgestöbert werden, dann sind das zumeist Zufallsfunde. Denn &#8211; entgegen allen Beteuerungen die Lebensmittelsicherheit habe allerhöchste Priorität &#8211; sind die Institutionen zur Lebensmittelüberwachung schon allein personell hoffnungslos unterfinanziert. Egal ob es um die Anzahl der Veterinäre, der Lebensmittelchemiker oder um die Ressourcen zur Durchführung von Proben geht: es stehen viel zu wenig Mittel zur Verfügung, um den schwarzen Schafen der Lebensmittelbranche auf die Schliche zu kommen.</p>
<p>Gleichzeitig gibt es natürlich auch Lebensmittelrisken und Verunreinigungen, die nicht auf kriminelle Energie zurückzuführen sind. Wie man nun lesen kann, ist es aber auch in den USA kaum anders. Ein informativer Bericht zur &#8222;Food Safety&#8220; fordert, endlich den Konsumentenschutz ernstzunehmen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Our goal should be reducing the number of Americans who get sick from foodborne illness. But we can&#8217;t adequately protect people from contaminated foods if we continue to use 100 year-old practices.&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Trust for America&#8217;s Health: <a href="http://healthyamericans.org/reports/foodsafety08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fixing Food Safety</a></li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Selbstlosigkeit der Pharmaindustrie?</span></span></span></h4>
<p>Neben Kritik an der fortschreitenden Rationierung im Gesundheitssystem (Stichwort: <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Klassen-Medizin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zwei-Klassen-Medizin</a>) waren die letzten Tage vom Deutschen Ärztetag in Ulm wiederholt Klagen über die miserable Entlohnung der ärztlichen Leistungen zu hören. Ich bin der Meinung, daß hier auf sehr hohem Niveau gejammert wird und frage mich, weshalb andere Themen beim Ärztetag offensichtlich keine Rolle spielen. Denn wie wäre es mit der Frage nach der höchst fragwürdigen Rolle der Pharmaindustrie bei den ärztlichen Fortbildungen?</p>
<p>Für Workshops, Kongresse und immer mehr Online-Fortbildungen gibt die Pharmaindustrie jährlich 2 Mrd. Euro aus! Wohlgemerkt beharren die Pharmafirmen darauf, daß diese Angebote ausschließlich medizinisch motiviert seien und die Ärzte mit den neuesten Therapien und Methoden vertraut machen sollen &#8211; Produktbotschaften, gar noch für die eigenen Medikamente, liegt den Firmen natürlich fern.</p>
<p>Zur traurigen Realität und Intransparenz des ärztlichen Fortbildungswesen, war hier etwas zu lesen:</p>
<div class="links_ticker">
<ul>
<li>Kreiss, Stefanie und Schmincke, Polly: <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/gesundheitswirtschaft/:Gesundheitswirtschaft%20Manipulierter%20%C4rzte%20Lehrplan/353078.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manipulierter Ärzte-Lehrplan</a>, FTD, 13.5.2008</li>
</ul>
</div>
<p><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong><span style="font-size: large;"> </span></span></span></span><strong><span><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><span style="font-size: large;">Trasylol: Ende eines Hoffnungsträgers</span></span></span></span></strong></p>
<p>Das Bayer-Präparat &#8222;Trasylol&#8220; stand schon seit einigen Monaten in den Schlagzeilen. Nun hat Bayer angekündigt, die Trasylol-Vorräte von Kliniken und Apotheken zurückzunehmen, was nach der vorläufigen Marktrücknahme nun wohl das endgültige Ende des Medikaments bedeutet.</p>
<p>Der Hintergrund: Trasylol mit dem Wirkstoff Aprotinin ist ein Antifibrinolytikum. Dient also als Blutungsstiller und wird demzufolge zur Vermeidung von schweren Blutungen bei Operationen eingesetzt. Nun war bei einer großen Vergleichsstudie (BART)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/sorgenkind-i-food-safety-sorgenkind-ii-aerzte-fortbildungen-sorgenkind-iii-ende-fuer-trasylol-werkstatt-ticker-27/#footnote_0_300" id="identifier_0_300" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="An der Studie &bdquo;Blood Conservation using Antifibrinolytics in a Randomized Trial&ldquo; waren mehr als 100 kanadische Herzchirugen beteiligt. Es wurden ingesamt 3 Blutungsstiller (Antifibrinolytika) in einer randomisierten Vergleichsstudie getestet.">1</a> entdeckt worden, daß &#8222;Trasylol&#8220; zwar genau seinen Zweck erfüllt &#8211; es senkt die Wahrscheinlichkeit von Blutungskomplikationen bei Herz-OPs am effektivsten. Aber: die Mortalitätsrate der Patienten steigt ebenfalls überdurchschnittlich.</p>
<p>Das interessante: der angestrebte Haupteffekt wird durch Trasylol erreicht, allerdings führt ein Nebeneffekt, der lange Zeit unbeachtet blieb zur Marktrücknahme. Und niemand weiß warum. Oder wie das Ärzteblatt notiert:</p>
<blockquote><p>&#8222;Eine Erklärung für dieses Paradox (höhere Sterblichkeit trotz weniger Blutungskomplikationen) fällt den Forschern noch immer schwer.&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_ticker">Link:</p>
<ul>
<li>Ärzteblatt: <a href="http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docid=107989" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BART-Studie publiziert: Endgültiges Ende von Trasylol,</a> 15.5.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Medizin">Medizin</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Pharmalobby">Pharmalobby</a></p>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Nebenwirkungen">Nebenwirkungen</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_300" class="footnote">An der Studie &#8222;Blood Conservation using Antifibrinolytics in a Randomized Trial&#8220; waren mehr als 100 kanadische Herzchirugen beteiligt. Es wurden ingesamt 3 Blutungsstiller (Antifibrinolytika) in einer randomisierten Vergleichsstudie getestet.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/05/sorgenkind-i-food-safety-sorgenkind-ii-aerzte-fortbildungen-sorgenkind-iii-ende-fuer-trasylol-werkstatt-ticker-27/">Sorgenkind I: Food-Safety ::: Sorgenkind II: Ärzte-Fortbildungen ::: Sorgenkind III: Ende für Trasylol | Werkstatt-Ticker 27</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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