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	<title>Geschichte Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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	<title>Geschichte Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Am Ende kommen Touristen &#8211; Weshalb Oswiecim nicht Auschwitz ist &#124; Werkstattnotiz I</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2007 13:22:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Haben Sie heute schon an Auschwitz gedacht? Nein, keine Sorge, es folgt kein Text über Schuld und Verantwortung der deutschen Nachkriegsgeneration. Und auch kein Text darüber, ob es sich bei der fortgesetzten Rede von Auschwitz um eine Moralkeule handelt. Aber nochmals: woran denken Sie, wenn Sie an Auschwitz denken? Kann es sein, daß Sie in ... <a title="Am Ende kommen Touristen &#8211; Weshalb Oswiecim nicht Auschwitz ist &#124; Werkstattnotiz I" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/am-ende-kommen-touristen-weshalb-oswiecim-nicht-auschwitz-ist-werkstattnotiz-i/" aria-label="Mehr Informationen über Am Ende kommen Touristen &#8211; Weshalb Oswiecim nicht Auschwitz ist &#124; Werkstattnotiz I">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Haben Sie heute schon an Auschwitz gedacht? Nein, keine Sorge, es folgt kein Text über Schuld und Verantwortung der deutschen Nachkriegsgeneration. Und auch kein Text darüber, ob es sich bei der fortgesetzten Rede von Auschwitz um eine <em>Moralkeule</em> handelt. Aber nochmals: woran denken Sie, wenn Sie an Auschwitz denken? Kann es sein, daß Sie in dem Augenblick, in dem Sie das Wort &quot;Auschwitz&quot; hören, Bilder von endlosen, stacheldrahtumzäunten Baracken im Kopf haben? Bilder, auf denen einem ausgemergelte, hohlwangige Gesichter aus weit aufgerissenen, fragenden Augen entgegenblicken? Und kann es sein, daß diese Bilder nicht farbig, sondern schwarz-weiß sind?</strong> </p>
<p>Ist das Auschwitz? Ist Auschwitz also nichts weiter als der konkrete Schauplatz des abscheulichsten Menschheitsverbrechens und somit Ort kollektiven Erinnerns? Wenn ja, was ist dann &quot;Oswiecim&quot;? Denn: Oswiecim <em>ist</em> Auschwitz. Ist Oswiecim also eine polnische Kleinstadt, in der vermutlich das Sonnenlicht ausgeknipst ist und in der das Leben im Halbdunkel abläuft? Wenn Sie erfahren wollen, was es bedeutet in Oswiecim zu leben und was es bedeutet, dort als junger Deutscher zu arbeiten, dann sollten Sie sich ab dem morgigen Donnerstag einen Kinobesuch vormerken. &nbsp; </p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" width="290" height="186" align="right" style="border: 1px solid rgb(102, 102, 102); margin: 10px; padding: 1px;" alt="AmEndekommenTouristen_01c.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2007/08/AmEndekommenTouristen_01c.jpg" />Der junge deutsche Regisseur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Thalheim" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Robert Thalheim</a> hat es nämlich gewagt, sich diesem Ort des Schreckens anzunähern. Und in seinem Film &quot;Am Ende kommen Touristen&quot; gelingt es ihm, den Blick für die Realität in und um das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu öffnen. Auf liebevolle Art und Weise demonstriert er, daß das Leben in Oswiecim keinesfalls schwarz-weiß, sondern bunt ist.&nbsp;</p>
<p>Und dieses erste Aha-Erlebnis stellt sich schon nach den ersten Sekunden des Films ein &#8211; mit dem Begriff Auschwitz sind Bilder und Assoziationen des Schreckens verknüpft, die mit der Realität im heutigen Oswiecim nichts gemein haben. Wer düsteren, wolkenverhangenen Himmel, morastige Wege und zerfallene Baracken erwartet, wird enttäuscht. Natürlich. Denn der Zivildienstleistende Sven (Alexander Fehling) kommt in eine Kleinstadt, die sich kaum von einer deutschen Stadt dieser Größe unterscheiden dürfte. Die Jugend trifft sich im Jugendclub zu Rockkonzerten, Arbeitslosigkeit ist ein großes Thema und die Ausflüge führen im Sonnenschein an fröhlich plätschernde Bäche.</p>
<p>Sven wollte freilich zunächst nach Amsterdam, um seinen Zivildienst abzuleisten, weil es allerdings Probleme gab, soll er in Oswiecim in der Begegnungsstätte und Jugendherberge arbeiten und sich vorrangig um den KZ-Überlebenden Krzeminski (Ryszard Ronczewski) kümmern. Dieser alte Herr, der in der Nachkriegszeit ein Institut zur Konservierung und Restaurierung von Auschwitz-Erinnerungsstücken aufgebaut und geleitet hatte, erweist sich als recht eigenwilliger Zeitgenosse. Sven soll für ihn Einkäufe erledigen und spielt ansonsten den Fahrdienst, wenn Krzeminski als Zeitzeuge vor Schulklassen Rede und Antwort steht. Krzeminski, Schubart-Liebhaber und ansonsten recht mürrisch und einsilbig, macht es dem jungen Deutschen anfänglich nicht leicht. Und dieser erfüllt seine Aufgaben zunächst recht leidenschaftslos. Später aber findet eine gewisse Annäherung zwischen den beiden statt; Distanz und latente Abneigung werden mehr und mehr abgelöst durch etwas, was sich als gegenseitigen Respekt bezeichnen ließe. Und als Krzeminski bei einer Rede anläßlich einer<br />
Gedenkstein-Einweihung genau in dem Moment, in dem er daran erinnert, daß Menschen in Auschwitz allein hinsichtlich ihrer &quot;Verwertbarkeit&quot; taxiert wurden, von der ungeduldigen Organisatorin des Erinnerungsevents vom Mikrofon gedrängt wird, ist Sven der einzige, der die Ungeheurlichkeit dieses Verhaltens wahrnimmt.</p>
<p>Um Respekt und Wertschätzung geht es in diesem ruhigen, unaufgeregten Film, der einerseits eine kleine Studie zum Verhältnis junger Deutscher zur Vergangenheit ist und andererseits den Blick auf das Leben junger Erwachsener im Nachbarland Polen öffnet. Daß Sven mit der Zeit nicht nur dem alten KZ-Überlebenden, sondern auch der Dolmetscherin und Museumsführerin Ania (Barbara Wysocka) immer mehr Sympathien entgegenbringt, illustriert, wie nah und gleichzeitg fremd, sich Deutsche und Polen dennoch gegenüberstehen. &quot;Du lebst doch auch hier!&quot;, antwortet Ania frustriert und irritiert auf Svens Frage, wie sie denn am Ort des größten Verbrechens der Menschheit leben könne. Und dabei schwingt auch eine gewisse Portion Trotz in ihrer Stimme.</p>
<p>Der Verdienst des Films liegt sicherlich darin, daß er das verzerrte Bild, das Deutsche gemeinhin von Polen und insbesondere Auschwitz haben, immerhin ein Stück weit korrigiert. Und obwohl der Film vordergründig recht leichtfüßig &#8211; bisweilen von melancholischen Untertönen unterbrochen &#8211; daherkommt, wirft er ernste und wichtige Fragen auf: Wie stehen wir heute zu den Orten der Erinnerung? Was passiert, wenn auch noch die letzten Zeitzeugen, die Auskunft geben können, in wenigen Jahren gestorben sind? Und auf welche Weise kann und soll die Erinnerung am leben erhalten werden, ohne zur obligatorischen Pflichtveranstaltung pervertiert zu werden?</p>
<p>In der von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ryszard_Ronczewski" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Ryszard Ronczewski</a> eindrucksvoll dargestellten Figur des KZ-Überlebenden Krzeminski bündeln sich all diese Fragen &#8211; und wenn dieser nach dem Ende eines nicht ganz optimal verlaufenen Vortrags vor einer Lehrlingsgruppe resigniert feststellt, man solle in Zukunft doch besser &quot;Schindlers Liste&quot; zeigen, anstatt ihn einzuladen, so ist in dieser Bemerkung viel mehr zum Ausdruck gebracht, als in anderen aufdringlich moralisch argumentierenden Filmen gelingt. </p>
<p> Schön also, daß &quot;Am Ende kommen Touristen&quot; nun den Weg in die Kinos findet. Und wie der Regisseur Robert Thalheim in einem Interview zu Protokoll gab, handelt es sich dabei auch, um eine leise Liebeserklärung an das Nachbarland Polen. Eine Liebeserklärung, die ganz nebenbei auch eine Antwort auf Adornos Diktum &#8211; das es nämlich barbarisch sei, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben &#8211; gibt: einen solchen Film zu machen, ist nämlich genau das Gegenteil von Barbarei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<ul>
<li>Offizielle Website &quot;<a target="_blank" href="http://www.amendekommentouristen.de/" rel="noopener noreferrer">Am Ende kommen Touristen</a>&quot;&nbsp; </li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen kleinen Eindruck liefert der offizielle Trailer zum Film:</p>
<p>
<object width="425" height="350"><param value="http://www.youtube.com/v/WGQ-TJOHojw" name="movie" /><param value="transparent" name="wmode" /><embed width="425" height="350" wmode="transparent" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/WGQ-TJOHojw" /></object>
</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><strong><em>Literaturtipps:</em></strong></p>
<ul>
<li>Welzer, Harald (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596172276?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3596172276">Der Krieg der Erinnerung</a>. Fischer.</li>
<li>Assmann, Aleida (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406549624?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406549624">Der lange Schatten der Vergangenheit</a>. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. Beck.</li>
<li>Hahn, Hans-Joachim (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/382531636X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=382531636X">Repräsentationen des Holocaust</a>. Zur westdeutschen Erinnerungskultur seit 1979. Universitätsverlag Winter.</li>
<li>Rees, Laurence (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548606849?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3548606849">Auschwitz. Geschichte eines Verbrechens</a>. Ullstein.</li>
<li>Novick, Peter (2001): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/074755255X?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=074755255X">The Holocaust and Collective Memory</a>. Bloomsbury.</li>
</ul>
<hr width="100%" size="1" />
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Analytischer Blick auf ein Zeitalter der Extreme » Lehrreiche Interviews mit dem Historiker Eric J. Hobsbawm &#124; Werkstattnotiz LIX</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 11:44:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eric J. Hobsbawm ist einer der prominentesten und scharfsinnigsten Historiker unserer Zeit. Und der 90jährige ist einer der letzten Zeitzeugen, die die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts sowohl aus professionell-akademischer Perspektive, als auch aus eigener Anschauung kennen. Gestern wurde der englische Gelehrte, der einen Teil seiner Kindheit in Wien verbracht hatte, mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt ... <a title="Analytischer Blick auf ein Zeitalter der Extreme » Lehrreiche Interviews mit dem Historiker Eric J. Hobsbawm &#124; Werkstattnotiz LIX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/analytischer-blick-auf-ein-zeitalter-der-extreme-lehrreiche-interviews-mit-dem-historiker-eric-j-hobsbawm-werkstattnotiz-lix/" aria-label="Mehr Informationen über Analytischer Blick auf ein Zeitalter der Extreme » Lehrreiche Interviews mit dem Historiker Eric J. Hobsbawm &#124; Werkstattnotiz LIX">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eric J. Hobsbawm ist einer der prominentesten und scharfsinnigsten Historiker unserer Zeit. Und der 90jährige ist einer der letzten Zeitzeugen, die die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts sowohl aus professionell-akademischer Perspektive, als auch aus eigener Anschauung kennen. Gestern wurde der englische Gelehrte, der einen Teil seiner Kindheit in Wien verbracht hatte, mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Wien ausgezeichnet. </strong></p>
<p><img decoding="async" width="216" height="324" align="left" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); padding: 1px; margin-top: 5px; margin-right: 10px; margin-bottom: 5px;" alt="Eric_Hobsbawm.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Eric_Hobsbawm.jpg" />Aus diesem Anlaß findet sich auf der ORF-Wissenschaftsseite ein kurzes Interview mit Hobsbawm;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/analytischer-blick-auf-ein-zeitalter-der-extreme-lehrreiche-interviews-mit-dem-historiker-eric-j-hobsbawm-werkstattnotiz-lix/#footnote_0_180" id="identifier_0_180" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auf das ich hier beim Wiener Historiker Anton Tantner gesto&szlig;en bin. Das Photo stammt von dieser spanischen Website.">1</a> und Grund genug, um auf weitere Gespräche mit dem eigensinnigen Sozialwissenschaftler hinzuweisen. </p>
<p>Hobsbawm, der 1917 als Sohn eines britischen Kolonialbeamten und einer Wiener Kaufmannstochter geboren wurde, hat jüdische Wurzeln. Sein Großvater ließ den ursprünglichen Familiennamen &quot;<em>Obstbaum</em>&quot; zunächst in Hobsbaum ändern und schließlich wuchs sein Enkel unter dem Namen &quot;Eric John Blair Hobsbawm&quot; auf und erlebte zunächst in Wien die Wirren der Zwischenkriegszeit. </p>
<p>Als er 1931 &#8211; nach dem Tod beider Eltern &#8211; zu seinem Onkel nach Berlin zog, wurde er dort Zeuge des Aufstiegs der Nationalsozialisten. Und er schloß sich &#8211; politisch sensibilisiert &#8211; dem Sozialistischen Schülerbund, also der KPD-Nachwuchsorganisation an.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/analytischer-blick-auf-ein-zeitalter-der-extreme-lehrreiche-interviews-mit-dem-historiker-eric-j-hobsbawm-werkstattnotiz-lix/#footnote_1_180" id="identifier_1_180" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In dieser Zeit druckte und verteilte er auch Flugbl&auml;tter und versuchte f&uuml;r die origin&auml;ren Arbeiterparteien zu werben.">2</a></p>
<p>Noch bevor die Nazis ihr Regime endgültig etabliert hatten, emigrierte Hobsbawm nach London, studierte Geschichte in Cambridge und begeisterte sich immer stärker für die Geschichte der Arbeiterbewegung. Dieses Thema &#8211; also die Frage nach den Bedingungen sozialer Ordnung und den Möglichkeiten von Veränderungen zu Gunsten der unterprivilegierten Schichten &#8211; blieb dann auch der Fixpunkt, zu dem Hobsbawm in seiner inzwischen 60 Jahre andauernden historischen Tätigkeit immer wieder zurückkehrte. </p>
<h4 class="pullquote"> Kindheit und Jugend in stürmischer Zeit: Hobsbawm erlebt in Wien und Berlin den Aufstieg der Nazis mit. <br /></h4>
<p>In zahlreichen Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der letzten 200 Jahre verstand er es auf beeindruckende Weise, seinen Kenntnisreichtum mit seinem kritisch-engagierten Blick zu verknüpfen. Seine Bücher &quot;The Age of Revolution&quot; (<em>1962, dt.: Europäische Revolutionen. 1789 bis 1848</em>.), &quot;The Age of Capital&quot; (<em>1975, dt.: Die Blütezeit des Kapitals. Eine Kulturgeschichte der Jahre 1848–1875</em>), &quot;The Age of Empire&quot; (<em>1987, dt. Das imperiale Zeitalter. 1875–1914.</em>) and &quot;The Age of Extremes&quot; (1<em>994, dt.: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts</em>) sind zu Standardwerken avanciert. </p>
<p><strong>Zeitzeuge, Wissenschaftler und Marxist</strong></p>
<p>Man sollte also genau hinhören bzw. lesen, wenn ein solcher Wissenschaftler und Zeitgenosse interviewt wird. Im <a target="_blank" href="http://science.orf.at/science/news/150546" rel="noopener noreferrer">jüngsten Gespräch</a> macht Hobsbawm dann auch gleich deutlich, daß individuelle politische Standpunkte nicht mit der wissenschaftlichen Analyse vermengt werden dürfen &#8211; einen neutralen Standpunkt könne es freilich auch nicht geben:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/analytischer-blick-auf-ein-zeitalter-der-extreme-lehrreiche-interviews-mit-dem-historiker-eric-j-hobsbawm-werkstattnotiz-lix/#footnote_2_180" id="identifier_2_180" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die folgenden beiden Zitate stammen aus dem ORF-Gespr&auml;ch, die anderen sind dem Spiegelinterview entnommen.">3</a></p>
<blockquote><p>Der Historiker muss genau unterscheiden zwischen seiner Funktion als Wissenschaftler und als politisch Aktiver, das bedeutet aber nicht, dass er gänzlich parteilos, sozusagen frei schwebende Intelligenz ist. Das kann er nicht sein.</p></blockquote>
<p>Und für unsere heutige Zeit stellt er fest:</p>
<blockquote><p>Das Hauptproblem für die Welt wird das Umweltproblem sein. Im Lauf des 21. Jahrhunderts muss das akut werden, es beginnt ja bereits heute. Sowohl wirtschaftlich wie politisch wird sich die Verteilung von Macht und Einfluss in der Welt ungeheuer ändern, demografisch ebenso. </p></blockquote>
<h4 class="pullquote"> Im England der 50er Jahre wurde in Kinos nach dem Film die Nationalhymne abgespielt. &#8211; Hätten Sie&#8217;s gewußt? <br /></h4>
<p>Etwas ausführlicher ist ein Gespräch, das Hobsbawm vergangenen November mit dem Spiegel führte. <a target="_blank" href="http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/826/_ich_bin_ein_reisefuehrer_in_die_geschichte.html" rel="noopener noreferrer">Dort</a> erzählt er etwa, daß es noch in den 50er Jahren in England üblich war, daß nach dem Ende eines Kinofilms sich alle Zuschauer feierlich erhoben und die Nationalhymne gespielt wurde. Könnte man sich so etwas heute noch vorstellen? </p>
<p>Auf seine eigene Karriere und die Umstände seiner Jugend angesprochen gibt er freimütig zu:</p>
<blockquote><p>[&#8230;] Aber es ist auch für den Historiker wichtig zu wissen, inwieweit er auch das Kind seiner Zeit ist und wie er von ihr beeinflusst wird. Wie anders es auch hätte kommen können! Hätte mein Onkel zum Beispiel die Stelle, die man ihm in Frankreich angeboten hatte und nicht die in Berlin angenommen, dann hätte ich das Berlin Anfang der dreißiger Jahre bis zur Machtergreifung nicht erlebt, und ich wäre sicherlich auch als Historiker ganz anders ausgefallen.</p></blockquote>
<p>Und bzgl. seiner Berliner Zeit sagt er:</p>
<blockquote><p>Es war ein kalter Wintertag, als Hitler an die Macht kam. Meine Erfahrung an diesem Tag war einfach: Ein Junge und seine Schwester, die von der Schule nach Hause gehen und eine Schlagzeile sehen. Wir dachten: Jetzt ist es entschieden, jetzt ist Hitler an der Macht. Ein einschneidender Moment in der Geschichte. Wenn man vorher unpolitisch gewesen war, hätte man das vielleicht anders aufgefasst. Aber man war ja nicht unpolitisch im Berlin Anfang der dreißiger Jahre. Sehr wenige Leute waren das.</p></blockquote>
<p>Und auf den (Berufs-)Ethos eines Historiker angesprochen:</p>
<blockquote><p>Die erste Regel ist, dass man sich an die Tatsachen halten muss. Wenn etwas etabliert ist, kann es nicht abgestritten werden. Man darf nicht lügen oder verheimlichen. Einer der Gründe, warum ich für die Postmoderne nicht gerade schwärme, ist ihr Relativismus, die Vorstellung, dass es keine Wirklichkeit gebe. Es darf keinen Geist der Wünschbarkeit in der Geschichtsschreibung geben. So angenehm es für die Franzosen gewesen wäre, wenn Napoleon Waterloo gewonnen hätte. Er hat es nun mal nicht. Das muss man akzeptieren, und es lässt immer noch ungeheuer viel Deutungsspielraum.</p>
<p>[&#8230;] Aber ansonsten hat der Historiker das Problem eines jeden Wissenschaftlers: Aus der Masse der Fragen diejenigen auszuwählen, die interessant und wichtig sind.</p></blockquote>
<p>Man hat den Eindruck &#8211; und ich muß mir demnächst mal Hobsbawms &quot;Zeitalter der Extreme&quot; vornehmen, in das ich bislang nur reingeblättert habe &#8211; als sei es ein glückliches Wissenschaftlerleben gewesen, auf das Hobsbawm zurückblickt. Da ist keine Verbitterung zu spüren, daß seine sozialistische Utopie sich nicht verwirklichen ließ. Zu hoffen ist, daß wir vielleicht auch noch in 5 oder gar 10 Jahren einige Einschätzungen Hobsbawms lesen dürfen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Interviews:</em></p>
<ul>
<li>&quot;<a target="_blank" href="http://science.orf.at/science/news/150546" rel="noopener noreferrer">Europa auf absteigendem Ast</a>&quot;, Science-ORF, 20.1.2008</li>
<li>&quot;<a target="_blank" href="http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/826/_ich_bin_ein_reisefuehrer_in_die_geschichte.html" rel="noopener noreferrer">Ich bin ein Reiseführer in die Geschichte</a>&quot;, Spiegel-Interview, 29.11.2007</li>
<li>&quot;<a target="_blank" href="http://images.zeit.de/text/2003/29/Hobsbawm_2fInterview" rel="noopener noreferrer">Macht ohne Recht</a>&quot;, Die ZEIT, 10.7.2003</li>
</ul>
<p><em>Literaturempfehlungen:</em></p>
<ul>
<li>Hobsbawm, Eric J. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423342846?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3423342846">Gefährliche Zeiten. Ein Leben im 20. Jahrhundert</a>. dtv. </li>
<li>Hobsbawm, Eric J. (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423308443?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3423308443">Das Gesicht des 21. Jahrhunderts</a>. Ein Gespräch mit Antonio Polito. dtv.</li>
<li>Hobsbawm, Eric J.: &quot;The Age of Extremes&quot; (1994, dt.: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423306572?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3423306572">Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts</a>.)</li>
<li>Hobsbawm, Eric J.: &quot;The Age of Empire&quot; (1987, dt. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596163919?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3596163919">Das imperiale Zeitalter. 1875-1914</a>.) </li>
<li>Hobsbawm, Eric J.: &quot;The Age of Capital&quot; (1975, dt.: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596264049?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=xm2&amp;camp=1638&amp;creativeASIN=3596264049">Die Blütezeit des Kapitals. Eine Kulturgeschichte der Jahre 1848–1875</a>)</li>
<li>Hobsbawm, Eric J.: &quot;The Age of Revolution&quot; (1962, dt.: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0000BJGVE?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=xm2&amp;camp=1638&amp;creativeASIN=B0000BJGVE">Europäische Revolutionen. 1789 bis 1848</a>.)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_180" class="footnote">Auf das ich <a href="http://adresscomptoir.twoday.net/stories/4633972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> beim Wiener Historiker Anton Tantner gestoßen bin. Das Photo stammt von dieser spanischen <a target="_blank" href="http://historiantes.blogspot.com/2007/06/e-hobsbawm-el-marxismo-todava-tiene-un.html" rel="noopener noreferrer">Website</a>.</li><li id="footnote_1_180" class="footnote">In dieser Zeit druckte und verteilte er auch Flugblätter und versuchte für die originären Arbeiterparteien zu werben.</li><li id="footnote_2_180" class="footnote">Die folgenden beiden Zitate stammen aus dem ORF-Gespräch, die anderen sind dem Spiegelinterview entnommen.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/analytischer-blick-auf-ein-zeitalter-der-extreme-lehrreiche-interviews-mit-dem-historiker-eric-j-hobsbawm-werkstattnotiz-lix/">Analytischer Blick auf ein Zeitalter der Extreme » Lehrreiche Interviews mit dem Historiker Eric J. Hobsbawm | Werkstattnotiz LIX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt &#124; Werkstattnotiz 107</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 13:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssoziologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Grunde ist die Sache so einfach, wie tragisch: am 5. September 1972 dringen palästinensische Terroristen in die Unterkunft der isrealischen Mannschaft im olympischen Dorf in der Münchner Conollystraße ein. Sie erschießen zwei Athleten und nehmen weitere neun Geiseln. Und sie verlangen die Freilassung von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, sowie die Entlassung von über ... <a title="Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt &#124; Werkstattnotiz 107" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/" aria-label="Mehr Informationen über Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt &#124; Werkstattnotiz 107">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/">Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt | Werkstattnotiz 107</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="margin: 3px 8px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/08/Muenchen_01.jpg" alt="München" />Im Grunde ist die Sache so einfach, wie tragisch: am 5. September 1972 dringen palästinensische Terroristen in die Unterkunft der isrealischen Mannschaft im olympischen Dorf in der Münchner Conollystraße ein. Sie erschießen zwei Athleten und nehmen weitere neun Geiseln. Und sie verlangen die Freilassung von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, sowie die Entlassung von über 200 palästinensischen Terrorverdächtigen aus isrealischer Haft.</p>
<p>Nach komplizierten Verhandlungen endet die Geiselnahme in einem deströs scheiternden Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck. Die Einsatzkräfte sind heillos überfordert, die Attentäter zünden eine Handgranate &#8211; am Ende sind alle israelischen Sportler, ein Polizist und fünf Terroristen tot. Und der IOC-Präsident Avery Brundage verkündet mit den Worten <em>&#8222;The games must go on&#8220;</em>, daß die Münchner Spiele weitergehen, wenngleich die Heiterkeit nicht mehr zurückkehren wird.</p>
<p><strong>&#8222;The games must go on&#8220;: Die Olympische Idee und die Politik</strong></p>
<p>Wie gesagt: die Sache ist zwar kompliziert in ihren Abläufen und (welt-)politischen Zusammenhängen, aber hinsichtlich der Bedeutung des Olympia-Attentats sollte es eigentlich kaum Zweifel geben. Die Geiselnahme war ein dramatischer Anschlag auf den internationalen Sport und die ermodeten Sportler die traurigen Opfer eines irrwitzigen Terrorkommandos.</p>
<p>Umso erstaunlicher, daß 36 Jahre nach diesem Gewaltakt der Göttinger Sportwissenschaftler Arnd Krüger sich in unglücklichster Manier über das Münchner Attentat äußert, eine absurde Verschwörungstheorie bastelt und die isrealischen Sportler fast zu Komplizen der Attentäter macht. Was ist vorgefallen?</p>
<p><strong>Über die Schwierigkeit über die Zeitgeschichte des Sports zu sprechen</strong></p>
<p>Vom 19.-21. Juni 2008 fand in Göttingen eine Konferenz unter dem Titel &#8222;Sportgeschichte erforschen und vermitteln&#8220; statt. Prof. Dr. Arnd Krüger ist Direktor des Sportinstituts  an der Universität Göttingen und hielt während  dieser Tagung einen Vortrag mit dem Titel &#8222;Hebron und München. Wie vermitteln  wir die Zeitgeschichte des Sports, ohne uns in den Fallstricken des Antisemitismus  zu verhaspeln?&#8220;.</p>
<p>Aber anstatt sich selbst an der Mahnung seines Vortragstitels zu orientieren &#8211; sich nämlich der Fallstricke des Antisemitismus bewußt zu sein &#8211; , stolperte und verhaspelte sich Krüger in geradezu grotesker Weise, wenn man den Zuhörern des Vortrags glauben darf.</p>
<p><strong>Sporthistoriker Krüger: Isrealische Athleten sind bewußt für die jüdische Sache gestorben</strong></p>
<h4><span class="pullquote">Steile These: Haben die isrealischen Opfer des Münchner Terroranschlags von ihrem Schicksal gewußt?</span></h4>
<p>Krüger stellte nämlich die These auf, die elf Sportler hätten von dem bevorstehenden Attentat gewußt und seien bewußt in den Tod gegangen, um damit der israelischen Sache zu dienen. Die Olympioniken David Mark Berger, Ze&#8217;ev Friedman, Joseph Gottfreund, Eliezer Halfin, Joseph Romano, André Spitzer, Amitsur Schapira, Kahat Schor, Mark Slavin, Jaakov Springer und Moshe Weinberg, die gemeinhin als tragische Opfer gesehen werden, sind &#8211; so darf man wohl Krügers Darstellung deuten &#8211; weniger als passive Opfer, sondern vielmehr als Akteure innerhalb des Geschehens zu betrachten, die sich aktiv &#8222;opferten&#8220;.</p>
<p>In einem <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/06/22/dlf_20080622_1945_1e4f9d55.mp3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radiobeitrag des Deutschlandfunks</a> (MP3)<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/#footnote_0_391" id="identifier_0_391" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;Verh&ouml;hnung j&uuml;discher Opfer &ndash; Skandal bei den Sporthistorikern&ldquo;, Autor: Michael Barsuhn.">1</a> ist ein Mitarbeiter der Uni Gießen mit folgendem Statement zu hören:</p>
<blockquote><p><em>&#8222;Naja, er hat gesagt, die jüdischen Sportler hätten  gewußt, dass es ein Attentat geben werde, sie seien freiwillig in den Tod  gegangen für eine größere jüdische Sache und das ist eine  These, die, wie gesagt, durch keinerlei Quellen zu belegen und die schlichtweg absurd  ist und letzendlich ist das für mich eine Verhöhnung der Opfer&#8220;. </em></p></blockquote>
<p>Kaum verwunderlich, daß sich sowohl die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft, als auch <a href="http://www.dosb.de/de/organisation/verbands-news/detail/news/dosb_fordert_professor_krueger_zur_ruecknahme_seiner_thesen_auf/8583/cHash/4ca8a45815/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der DOSB</a> von Krügers Behauptungen distanzierten und ihn zu einer Entschuldigung aufforderten. Und auch der Zentralrat der Juden machte seine Empörung deutlich.</p>
<p><strong>Seltsame Rechtfertigungsversuche</strong></p>
<p>Das ist alles erwartbar. Interessant ist aber, daß sich Krüger mehrmals damit rechtfertigte, daß er einige Mitglieder der olympischen Mannschaft Isreals persönlich gekannt habe und er das Attentat selbstverständlich tief bedauere und verurteile. Von seiner Position rückt er allerdings kaum ab. Und &#8211; wie ich hier auf <a href="http://www.goest.de/krueger.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">den Seiten der &#8222;Göttinger Stadtinfo&#8220;</a> lese &#8211; hat Krüger einige Tage vor seinem unseligen Vortrag der Studentenzeitschrift ein Interview gegeben. Und dort ist folgenden Passage zu lesen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich war 1971 Betreuer der israelischen Leichtathleten bei den Vorolympischen Spielen.  Vor allem zwei der Leichtathletinnen, die in meinem Verein in Leverkusen für  einige Zeit mittrainierten, kannte ich gut. Man hatte mir vorher gesagt: &#8222;Die  kommen und wir sind gar nicht mehr da&#8220;. Ich verstand erst später richtig,  worum es ging. Als die Attentäter in das Olympische Dorf eindrangen, flüchtete  einer der Geher als letzter aus dem israelischen Quartier über den Balkon.</p>
<p>Er hatte zentimeterdicke Brillengläser, d.h. er war praktisch blind ohne  Brille, Und wenn jemand wie er flüchten konnte, hätte jeder flüchten  können. Aber die Anderen wollten nicht. Sie hatten sich freiweillig gemeldet  und wussten, dass die Palästinenser kommen würden. Nicht wann &#8211; aber  dass. In der israelischen Presse war die unsichere Lage schon Wochen vorher diskutiert  worden. Daher hatte man die gesamte Frauenmannschaft in München privat untergebracht.  Nicht mehr als eine Person pro Wohnung, um kein Risiko einzugehen, Von den männlichen  Mitgliedern des israelischen Teams waren nur Geheimdienstler, Reserveoffiziere  und Freiwillige da. ..&#8220;</p></blockquote>
<p>Was bezweckt ein renommierter Sporthistoriker mit solchen Aussagen? Kann er nicht ahnen, daß er damit einen Sturm der Entrüstung provoziert? Denn, wohlgemerkt: außer anekdotischen Verweisen, hat Krüger keine Belege parat! Es sind kaum mehr als Spekulationen &#8211; aber Krüger spricht als Wissenschaftler.</p>
<p><strong>Wenn Spekulationen historische Belege verdrängen&#8230;</strong></p>
<p>Eigentlich ein Fall für eine Prüfungskommission, die von der Uni Göttingen auch installiert wurde &#8211; allerdings mit recht zweifelhaftem Ergebnis. In der Süddeutschen Zeitung <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/580/303575/text/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mußte man lesen</a>:</p>
<blockquote><p>[Krüger] &#8222;&#8230; hatte auf einer wissenschaftlichen Tagung im Juni die These aufgestellt, dass die israelischen Sportler freiwillig in den Tod gegangen seien, um, so Krüger, &#8222;der Sache Israels als ganzer zu nutzen&#8220;, und eine abstruse Verbindungslinie gezogen zu einem angeblich andersartigen Körperbild, das in Israel vorherrsche.</p>
<p>Krüger hatte in seinem Vortrag behauptet, dass die Abtreibungsrate in Israel bis zu zehn Mal höher sei als in anderen westlichen Industrienationen, eine fatale Fehleinschätzung, wie amtliche Statistiken belegen. Eine von der Universitätsleitung vor drei Wochen eingesetzte Ombudskommission sieht die so genannten &#8222;Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis&#8220; im Fall Krüger dennoch als nicht verletzt an und verzichtet auf jede Kritik an Krüger, obwohl dieser für seine Behauptungen bis heute keine Belege präsentierte.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Wie halten wir es mit Verfehlungen im akademischen Betrieb?</strong></p>
<p>Hier stellt sich wieder einmal die Frage, welche Standards an die sogenannte &#8222;gute wissenschaftliche Praxis&#8220; angelegt werden. Und es zeigt sich auch wieder, daß die Freiheit der Forschung leicht als Beliebigkeit mißverstanden werden kann. Aber wen wundert eine solche laxe Handhabung wissenschaftlicher Grundregeln,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/#footnote_1_391" id="identifier_1_391" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Denn da&szlig; man f&uuml;r seine Behauptungen auch Belege bereithalten sollte, gilt gemeinhin als selbstverst&auml;ndlich.">2</a> wenn auch in den vorgeblich so &#8222;harten&#8220; Naturwissenschaften allerlei Fehlverhalten kaum Konsequenzen nach sich zieht.</p>
<p>Wie Florian drüben bei den Scienceblogs <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/08/karriere-nach-dem-betrug.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">illustriert</a>, sind in vielen Fällen auch handfeste Betrugsfälle nicht immer ein Ausschlußgrund aus dem akademischen Betrieb.</p>
<p>Dennoch: in diesem Fall hat sich die Göttinger Prüfungskommission als zahnlos erwiesen &#8211; eine Rüge hätte dieser sporthistorische Amoklauf längst verdient gehabt.</p>
<div class="links_ticker"><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li>Süddt. Zeitung: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/580/303575/text/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streit um Göttinger Professor: Skandalöser Freispruch</a>, 25.7.2008</li>
<li>Göttinger Stadtinfo: <a href="http://www.goest.de/krueger.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Skandal um Prof. Arnd Krüger</a></li>
<li>Freistetter, Florian: <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/08/karriere-nach-dem-betrug.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karriere nach dem Betrug</a>, in: Astrodicticum Simplex, 9.8.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Olympia">Olympia</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/München">München</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_391" class="footnote">&#8222;Verhöhnung jüdischer Opfer &#8211; Skandal bei den Sporthistorikern&#8220;, Autor: Michael Barsuhn.</li><li id="footnote_1_391" class="footnote">Denn daß man für seine Behauptungen auch Belege bereithalten sollte, gilt gemeinhin als selbstverständlich.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/08/ueber-amoklaeufer-fallstricke-der-sportgeschichte-und-das-ende-der-froehlichen-spiele-von-muenchen-1972-oder-wie-sich-der-sportwissenschaftler-arnd-krueger-verhaspelt-werkstattnotiz-107/">Über Amokläufer, Fallstricke der Sportgeschichte und das Ende der fröhlichen Spiele von München 1972 » Oder: Wie sich der Sportwissenschaftler Arnd Krüger verhaspelt | Werkstattnotiz 107</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker &#124; Werkstatt-Ticker 14</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2008 09:42:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>» Am Puls der Geschichte Ich bin ja überzeugt davon, daß sich die wissenschaftliche Blogszene in den nächsten Monaten weiter entwickeln, spezialisieren und ein Stückchen auch professionalisieren wird. Wobei mit &#8222;Professionalisierung&#8220; keineswegs gemeint ist, daß sich Wissenschaftler hauptberuflich mit dem bloggen beschäftigen, sondern lediglich, daß es mehr &#8222;professionell gestaltete&#8220; Blogs geben wird. Ein Blog, der ... <a title="Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker &#124; Werkstatt-Ticker 14" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/" aria-label="Mehr Informationen über Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker &#124; Werkstatt-Ticker 14">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/">Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker | Werkstatt-Ticker 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/category/werkstatt-ticker/"><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-234" style="border: 1px solid #DCDCDC; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/ticker_02a.jpg" alt="Ticker.jpg" width="180" height="121" /></a><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Am Puls der Geschichte<br />
</span></span></h4>
<p>Ich bin ja überzeugt davon, daß sich die wissenschaftliche Blogszene in den nächsten Monaten weiter entwickeln, spezialisieren und ein Stückchen auch professionalisieren wird. Wobei mit &#8222;Professionalisierung&#8220; keineswegs gemeint ist, daß sich Wissenschaftler hauptberuflich mit dem bloggen beschäftigen, sondern lediglich, daß es mehr &#8222;professionell gestaltete&#8220; Blogs geben wird.</p>
<p>Ein Blog, der &#8211; jedenfalls nach meinem Geschmack &#8211; optisch und inhaltlich in der Champions-League spielt, ist der &#8222;GeschichtsPuls&#8220; von Marvin Brendel. Ich muß Marvin dringend anschreiben, denn er ist noch nicht im Wissenschafts-Café verzeichnet. Jedenfalls ist sein &#8222;Blog-Magazin zur deutschen Geschichte&#8220; in neuem Gewand ein Wissenschaftsblog-Kleinod. Bevor ich mich aber hier zu weiteren Jubelarien hinreißen lasse, hier Marvins Selbstbeschreibung:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der Geschichtspuls versteht sich als historisch orientiertes Blog-Magazin. Im Mittelpunkt steht dabei die deutsche Geschichte ab ca. 1800 &#8211; bei interessanten Themen aber auch gerne noch früher; zudem gelegentlich vermischt mit geschichtlichen Themen aus unseren Nachbarländern. So soll auf verschiedene Facetten und Blickwinkel, neue Forschungsergebnisse, interessante Veröffentlichungen oder Veranstaltungen aufmerksam gemacht und dabei die Vergangenheit in all ihrer Vielschichtigkeit dargestellt werden.&#8220;</p></blockquote>
<p>Marvin präsentiert dort einen superprofessionell gestalteten Mix aus persönlichen Notizen, Tagungsankündigungen, Literaturtipps und historischen Miniaturen. Und das natürlich häufig mit aktuellem Bezug &#8211; wie aktuell zum Ende des &#8222;<a href="http://geschichtspuls.de/art1077-volksentscheid-um-flughafen-tempelhof" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flughafens Tempelhof</a>&#8222;. Klasse, was ein einzelner Blogger auf die Beine stellen kann.</p>
<p>Marvin ist übrigens freischaffend-selbstständiger Historiker, arbeitet (nebenbei?) an seiner Doktorarbeit und (wie ich vor einigen Wochen bei einem Abendessen feststellen durfte) ein ausgesprochen netter Kerl. Und er bloggt auch noch ein wenig bei den Chronologs. Nämlich <a href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/ddr-geschichtsblog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>So sieht jedenfalls sein Blogmagazin aus:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://geschichtspuls.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-275"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/geschichtspuls_04_2008.jpg" alt="geschichtspuls_04_2008" width="480" height="571" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/geschichtspuls_04_2008.jpg 480w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2008/04/geschichtspuls_04_2008-336x400.jpg 336w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a></p>
<div class="links_kurz">Ein Besuch lohnt sich unbedingt:</p>
<ul>
<li><a href="http://geschichtspuls.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GeschichtsPuls &#8211; Blog-Magazin zur deutschen Geschichte</a></li>
</ul>
</div>
<h4><span><span style="color: #808080; font-size: xx-large;"><strong>»</strong> <span style="font-size: large;">Neues Interview im &#8222;Wissenschafts-Café&#8220;</span></span></span></h4>
<p>Nachdem letzte Woche mein erstes 17-Fragen-Gespräch schon auf nette Resonanz gestoßen ist, geht es heute in die zweite Runde. Nach Lars Fischer, dem naturwissenschaftlichen Blogwirbelwind, habe ich vor wenigen Tagen meine Fragen an Martin Booker gestellt. Martin ist &#8222;bekennender&#8220; Soziologe und bezeichnet diese Wissenschaft als &#8222;seine große Liebe&#8220;.</p>
<p>In seinem noch relativ jungen Blog (in dem er von Stefan Spiess unterstützt wird) schreibt und bloggt er regelmäßig mit dezidiert sozialwissenschaftlichem Vokabular, das aber auch für Nicht-Soziologen spannend und lesbar ist. Martin ist also ein richtiger &#8222;<a href="http://homosociologicus.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">homo sociologicus</a>&#8220; und dementsprechend hat er seinen Blog auch auf diesen Namen getauft.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/#footnote_0_274" id="identifier_0_274" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was nat&uuml;rlich eine Hommage an Lord Ralf Dahrendorfs Studie von 1958 ist.">1</a></p>
<p>Es ist auf alle Fälle zu wünschen, daß Martin sich weiterhin bloggend betätigt<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/#footnote_1_274" id="identifier_1_274" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und wenn er uns auch nur mit so netten Ideen wie dem Soziologie-Fanshop begeistert. ;-) ">2</a> &#8211; nach seiner Auskunft könnte ihn allein die Aussicht auf einen Palmenstrand und einen kühlen Cocktail davon abhalten. Wer mehr über ihn, seine Blog- und Soziologieleidenschaft erfahren möchte, lese im Café weiter. Und allein die Antwort &#8211; das vorweg &#8211; auf meine Frage, weshalb man als Wissenschaftler bloggen sollte, ist so wunderbar, daß sich die Lektüre auf alle Fälle lohnt.</p>
<p>Denn wie sagt Martin noch gleich?</p>
<blockquote><p>&#8222;Wer sich in seiner Wissenschaftlichkeit gerne mit anderen verbindet, sollte in die Blogosphäre kommen!&#8220;</p></blockquote>
<div class="links_kurz">Dem ist kaum etwas hinzuzufügen &#8211; hier weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Wissenschafts-Café: <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2008/04/17-fragen-an-martin-booker-von-homo-sociologicus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17 Fragen an&#8230; Martin Booker von homo sociologicus</a>, 28.4.2008</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Geschichtsblog">Geschichtsblog</a><br />
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_274" class="footnote">Was natürlich eine Hommage an Lord <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ralf Dahrendorfs</a> Studie von 1958 ist.</li><li id="footnote_1_274" class="footnote">Und wenn er uns auch nur mit so netten Ideen wie dem <a href="http://homosociologicus.wordpress.com/soziologie-fan-shop/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soziologie-Fanshop</a> begeistert. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/empfehlung-geschichts-blog-magazin-17-fragen-an-martin-booker-werkstatt-ticker-14/">Empfehlung: Geschichts-Blog-Magazin ::: 17 Fragen an Martin Booker | Werkstatt-Ticker 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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