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	<title>Europa Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 28 Feb 2019 18:36:13 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Europa Archive &#187; Wissenswerkstatt</title>
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		<title>Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 16:52:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anpfiff! Wenn Roberto Rosetti heute um 18 Uhr in Basel das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien anpfeift, dann beginnt damit nicht nur die von Millionen Fans sehnlichst erwartete Fußball-Europameisterschaft 2008. Denn Rosetti1 gibt damit nicht allein den Startschuß für das dreiwöchige Fußball-Spektakel, sondern zugleich für die Hochzeit der Phrasendrescherei und dünne Expertenweisheiten. Dabei sind ... <a title="Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/" aria-label="Mehr Informationen über Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt &#124; Werkstattnotiz LXXXXIV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/">Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt | Werkstattnotiz LXXXXIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright" style="float: right; margin-left: 7px; margin-right: 7px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Fussball_01.jpg" alt="Fussball" width="165" height="248" /><strong>Anpfiff! Wenn Roberto Rosetti heute um 18 Uhr in Basel das EM-Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien anpfeift, dann beginnt damit nicht nur die von Millionen Fans sehnlichst erwartete Fußball-Europameisterschaft 2008. Denn Rosetti</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_0_311" id="identifier_0_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei dem man dar&uuml;ber spekulieren darf, ob er seinen Einsatz als Referee im Er&ouml;ffnungsspiel vielleicht seinem wohlklingenden Namen zu verdanken hat. Roberto Rosetti! Das hat doch was. Schiedsrichter-K&uuml;nstlername?">1</a> <strong>gibt damit nicht allein den Startschuß für das dreiwöchige Fußball-Spektakel, sondern zugleich für die Hochzeit der Phrasendrescherei und dünne Expertenweisheiten. Dabei sind einige der fußballerischen Glaubenssätze nicht einmal wahr&#8230;</strong></p>
<p>Seit Wochen steigt die Fieberkurve der (Sport-)Öffentlichkeit kontinuierlich an. Eigentlich muß man schon fast froh sein, daß es heute endlich losgeht, denn all die Spekulationen um die Fitneß einzelner Spieler oder gleich des ganzen Teams, all die Geheimniskrämerei um Mannschaftsaufstellungen und taktische Ausrichtung, haben in den letzten Tagen ein schon bedrohliches Ausmaß angenommen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_1_311" id="identifier_1_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Nur in der Blogwelt schl&auml;gt die Begeisterung bislang verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig flaue Wellen.">2</a></p>
<p>Und je dünner die tatsächliche Nachrichtenlage,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_2_311" id="identifier_2_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In Form von Toren, vertanen Chancen, Tabellenst&auml;nden etc.">3</a> desto höher die Gefahr, daß sich Sportjournalisten an Nebensächlichkeiten festbeißen. Und dann wird sogar das Gejammer eines betagten Torhüters, der über den neuen, angeblich allzu flatterhaften EM-Ball lamentiert, zum Megathema hochgeschrieben.</p>
<p><strong>Die Geschichte mit dem Flatterball</strong></p>
<p>Worum geht&#8217;s? Jens Lehmann, bei Arsenal London zuletzt ausrangierter Torwart, der hierzulande immer noch von seinem Heldenbonus 2006<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_3_311" id="identifier_3_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Als er im Elfmeterschie&szlig;en gegen Argentinien die Nation verz&uuml;ckte.">4</a> zehrt, meckert über die Eigenschaften des offiziellen EM-Balls &#8222;Europass&#8220;. Der Ball &#8222;flattere&#8220;, so gab er vor 2 Wochen zu Protokoll und er sei noch schlechter als der WM-Ball des Jahres 2006, der den Namen &#8222;Teamgeist&#8220; trug. Wörtlich:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der Ball ist sehr schwierig für mich. Er fliegt noch unregelmäßiger als sein Vorgänger.&#8220;</p></blockquote>
<p>Kann das sein? Denn Hersteller adidas bewirbt das neue Spielgerät als den &#8222;besten Fußball aller Zeiten.&#8220; Man habe jetzt eine neue Oberflächenstruktur entwickelt. Die Außenhaut des Balls besteht aus einer Microstruktur, an der Regen abperle und &#8211; so die Eigenwerbung von adidas &#8211; wodurch der Ball besonders &#8222;griffig&#8220; werde. Chefdesigner Thomas Weege beschreibt den &#8222;Gänsehaut-Effekt&#8220; das Balles <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Der%20EM%20Ball%20Licht%20Schatten/363772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">folgendermaßen</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das verleiht jedem Spieler mehr Kontrolle über den Ball und macht das Verhalten des Balles auch bei widrigsten Witterungsverhältnissen berechenbar.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was nun? Ist der Ball nun besonders berechenbar oder besonders flatterhaft? Will sich der olle Lehmann nur prophylaktisch gegen etwaige Unsicherheiten absichern, wenn ihm ein müder Schuß durch die Hände rutscht, um dann auf den doch so torhüterunfreundlichen Ball zu verweisen? Kann ein Ball überhaupt &#8222;flattern&#8220;?</p>
<p><strong>Wenn sich &#8222;Wirbel&#8220; überlagern&#8230;</strong></p>
<p>Metin Tolan, der &#8222;Fußballprofessor&#8220; aus Dortmund, hat nun in den Wissenslogs <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/querkraft/statistik/2008-06-02/warum-fu-b-lle-garantiert-nicht-flattern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Sache physikalisch erklärt</a>.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_4_311" id="identifier_4_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch Markus Trapp von &bdquo;Text&amp;Blog&ldquo; hat schon darauf verwiesen.">5</a> Ursache dafür, daß ein beschleunigter Ball<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_5_311" id="identifier_5_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der ja nichts anderes als eine fliegende Kugel ist.">6</a> überhaupt seine Flugbahn ändern kann bzw. daß diese kurvenförmig verläuft, ist der &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Magnus-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Magnus-Effekt</a>&#8222;. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, daß die Luft beim Umströmen des Balls (unter der Bedingung, daß dieser mit &#8222;Drall&#8220; geschossen ist) sich nicht &#8222;gleichmäßig&#8220; von der Außenhaut des Balls ablöst, sondern hinter dem Ball kleine Luftwirbel bildet. Und diese &#8222;Wirbelschleppe&#8220; ist (durch die Ballrotation) asymmetrisch.</p>
<p>Oder nochmal anders erklärt: der fliegende und zugleich rotierende Ball erzeugt hinter sich ein Druckungleichgewicht. Das kommt dadurch zustande, daß auf die eine Ballseite gegen die Strömungsrichtung, die andere mit der Luftströumg rotiert. Und durch die (raue) Balloberfläche wird vom Ball selbst ein wenig Luft mitgeführt bzw. mitgerissen, die eben einmal länger am Ball &#8222;haften&#8220; bleibt und auf der anderen Seite schon etwas früher &#8222;abgelöst&#8220; wird. Und dieses Mißverhältnis führt zu den asymmterischen Druckverhältnissen und der Kurvenbahn des Balles.</p>
<p>Im Schaubild sieht das alles so aus:</p>
<p style="text-align: center;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/06/Magnus-Effekt_01.jpg" alt="Magnus-Effekt - Flatterball" width="500" height="400" /></p>
<p>Und legendäre Fußballer, wie etwa der frühere Hamburger <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kaltz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manfred Kaltz</a>, müssen dem &#8222;Magnus-Effekt&#8220; dankbar sein. Denn ohne diesen, gäbe es keine Bananenflanke.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/#footnote_6_311" id="identifier_6_311" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Benannt ist der &bdquo;Magnus-Effekt&ldquo; nach dem Berliner Physiker Heinrich Gustav Magnus, der beschrieb, da&szlig; ein rotierender Ball sich auf einer Kurvenbahn bewegt.">7</a></p>
<p>Nun aber zum &#8222;Flatterball&#8220;. Überhaupt ist das Phänomen nur dadurch erklärbar, daß der Ball oberhalb einer bestimmten &#8222;kritischen Geschwindigkeit&#8220; abgeschossen wird. Unter dieser Bedingung (hohe Schußgeschwindigkeit) wirkt nämlich zunächst eine zusätzliche &#8222;laminare Strömung&#8220;, die mit ihren Wirbeln die feine Wirbelschleppe (die oben skizziert ist) überlagert. Also: liegt die Geschwindigkeit oberhalb eines bestimmten kritischen Tempos, so tritt zuerst die &#8222;Inverse Magnus-Kraft&#8220; auf. Wenn der Ball aber wieder langsamer wird, so hört dieser Effekt auf und nur noch die &#8222;einfache&#8220; Magnus-Kraft wirkt. Metin Tolan schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie können wir nun das „Flattern“ des Balles erklären? Man schießt einen Fußball mit einer Geschwindigkeit oberhalb der „kritischen Geschwindigkeit“, wobei der Ball – möglicherweise ungewollt – auch angeschnitten wird und um eine senkrechte Achse in der Luft rotiert. Der Ball wird dann zunächst wegen des inversen Magnus-Effektes, wie oben beschrieben, in eine Richtung abgelenkt. Nun wird der Ball aber auch durch den Luftwiderstand langsamer und erreicht irgendwann eine Geschwindigkeit unterhalb der „kritischen Geschwindigkeit“. Ab jetzt wirkt dann der „normale“ Magnus-Effekt und lenkt den Ball in die entgegengesetzte Richtung ab. Insgesamt hat der Ball sich dann auf seiner Flugstrecke aus Sicht des Torwarts hin-und-her bewegt – er ist „geflattert“.&#8220;</p></blockquote>
<h4><span class="pullquote">Rein physikalisch können die neuen Bälle nicht &#8222;flattern&#8220;. Dazu wäre das Erreichen einer &#8222;kritischen Geschwindigkeit&#8220; notwendig&#8230;</span></h4>
<p>Das Problem: diese Richtungswechsel können im Prinzip nur zustandekommen, wenn ein Ball überhaupt die &#8222;kritische Geschwindigkeit&#8220; erreicht. Diese läßt sich aber &#8211; so Tolan &#8211; sehr einfach bestimmen und wird beim Balldesign berücksichtigt. D.h. die neuen Bälle können diese notwendige Geschwindigkeit, die für ein &#8222;flattern&#8220; notwendig wäre, gar nicht erreichen bzw. es gibt diese Geschwindigkeit für diese Bälle gar nicht:</p>
<blockquote><p>&#8222;Warum kann nun dieses „Flattern“ bei einem Fußball und insbesondere bei dem neuen „Europass“-Fußball nicht auftreten? Ganz einfach: Weil es bei einem solchen Fußball mit hoher Wahrscheinlichkeit gar keine „kritische Geschwindigkeit“ gibt! Der eben beschriebene Effekt kann nur auftreten, wenn die Luftwiderstandskurve nicht monoton mit steigender Geschwindigkeit ansteigt.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wem wollen wir nun also glauben? Den Praktikern wie Lehmann oder auch dem <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/EM-2008-Ball;art17482,2545385" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tschechischem Keeper Petr Cech</a>, der ebenfalls über den Ball klagte oder den Gesetzen der Physik? Oder gehört es inzwischen einfach dazu, daß die Torhüterriege im Vorfeld einer solchen Meisterschaft sich über das Spielgerät beschwert? Zumal wenn der offizielle Spielball von adidas hergestellt wird und man selbst &#8211; wie Lehmann &#8211; mit einem anderen Sporthersteller (&#8222;Nike&#8220;) vertraglich liiert ist?</p>
<p>Und was lernen wir daraus? &#8211; Auch für Fußball-Fans kann die Lektüre von Wissenschaftsblogs lehrreich sein. ;-)</p>
<div class="links_kurz">Links:</p>
<ul>
<li>Tolan, Metin: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/querkraft/statistik/2008-06-02/warum-fu-b-lle-garantiert-nicht-flattern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum Fußbälle garantiert nicht flattern</a>, in: Querkraft (Wissenslogs), 02.06.2008</li>
<li>FTD: <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Der%20EM%20Ball%20Licht%20Schatten/363772.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der EM-Ball 2008 &#8211; Licht und Schatten</a>, 03.06.2008</li>
</ul>
<p>Literaturtipp:</p>
<ul>
<li>Wesson, John (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3827416655?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3827416655">Fussball &#8211; Wissenschaft mit Kick: Von der Physik fliegender Bälle und der Statistik des Spielausgangs</a>. Spektrum Akad. Verlag.</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Flatterball">Flatterball</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Fußball-EM">Fußball-EM</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Lehmann">Lehmann</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_311" class="footnote">Bei dem man darüber spekulieren darf, ob er seinen Einsatz als Referee im Eröffnungsspiel vielleicht seinem wohlklingenden Namen zu verdanken hat. Roberto Rosetti! Das hat doch was. Schiedsrichter-Künstlername?</li><li id="footnote_1_311" class="footnote">Nur in der Blogwelt schlägt die Begeisterung bislang verhältnismäßig <a href="http://www.spreeblick.com/2008/06/02/em-gruppen-glaskugel-frisch-poliert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flaue Wellen</a>.</li><li id="footnote_2_311" class="footnote">In Form von Toren, vertanen Chancen, Tabellenständen etc.</li><li id="footnote_3_311" class="footnote">Als er im Elfmeterschießen gegen Argentinien die Nation verzückte.</li><li id="footnote_4_311" class="footnote">Auch Markus Trapp von &#8222;Text&amp;Blog&#8220; hat <a href="http://textundblog.de/?p=2191" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schon darauf verwiesen</a>.</li><li id="footnote_5_311" class="footnote">Der ja nichts anderes als eine fliegende Kugel ist.</li><li id="footnote_6_311" class="footnote">Benannt ist der &#8222;Magnus-Effekt&#8220; nach dem Berliner Physiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Gustav_Magnus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heinrich Gustav Magnus</a>, der beschrieb, daß ein rotierender Ball sich auf einer Kurvenbahn bewegt.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/06/die-angst-des-lehmanns-vorm-elfmeter-weshalb-es-den-flatterball-nicht-gibt-werkstattnotiz-lxxxxiv/">Die Angst des Lehmanns beim Elfmeter » Weshalb es den Flatterball nicht gibt | Werkstattnotiz LXXXXIV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Volksabstimmung über Personenfreizügigkeit in der Schweiz: Polemik &#038; Vorurteile vs. Bloggen für die Bilateralen</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/02/volksabstimmung-uber-personenfreizugigkeit-in-der-schweiz-polemik-vorurteile-vs-bloggen-fur-die-bilateralen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 11:45:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am heutigen Sonntag findet in der Schweiz die Volksabstimmung über die sog. &#8222;Personenfreizügigkeit&#8220; statt. Dieses Wortungetüm bezeichnet ganz allgemein das Niederlassungs- und Arbeitsrecht in einem anderen Land, als dem Heimatland. Im konkreten Fall geht es um einen wesentlichen Bestandteil der bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU. Seit 1999 gilt ein umfangreiches Abkommenspaket,1 in ... <a title="Volksabstimmung über Personenfreizügigkeit in der Schweiz: Polemik &#038; Vorurteile vs. Bloggen für die Bilateralen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/02/volksabstimmung-uber-personenfreizugigkeit-in-der-schweiz-polemik-vorurteile-vs-bloggen-fur-die-bilateralen/" aria-label="Mehr Informationen über Volksabstimmung über Personenfreizügigkeit in der Schweiz: Polemik &#038; Vorurteile vs. Bloggen für die Bilateralen">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/02/volksabstimmung-uber-personenfreizugigkeit-in-der-schweiz-polemik-vorurteile-vs-bloggen-fur-die-bilateralen/">Volksabstimmung über Personenfreizügigkeit in der Schweiz: Polemik &#038; Vorurteile vs. Bloggen für die Bilateralen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am heutigen Sonntag findet in der Schweiz die Volksabstimmung über die sog. &#8222;Personenfreizügigkeit&#8220; statt. Dieses Wortungetüm bezeichnet ganz allgemein das Niederlassungs- und Arbeitsrecht in einem anderen Land, als dem Heimatland. </strong></p>
<p>Im konkreten Fall geht es um einen wesentlichen Bestandteil der bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU. Seit 1999 gilt ein umfangreiches Abkommenspaket,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/02/volksabstimmung-uber-personenfreizugigkeit-in-der-schweiz-polemik-vorurteile-vs-bloggen-fur-die-bilateralen/#footnote_0_843" id="identifier_0_843" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die sog. &bdquo;Bilateralen I&ldquo;">1</a> in dem u.a. jedem EU-Bürger das Recht eingeräumt wird, in der Schweiz seinen Wohnsitz zu wählen und zu arbeiten. Nach Wunsch der Berner Bundesregierung soll diese Regelung künftig auch für die EU-Bürger aus Bulgarien und Rumänien gelten &#8211; darüber wird heute abgestimmt. Der Ausgang der Volksabstimmung ist aber offen.</p>
<p><strong>Volksabstimmung über Personenfreizügigkeit wird von ausländerfeindlicher Stimmungsmache überlagert</strong></p>
<p>Am 21. Mai 2000 hatten rund 67% der Schweizer in einer Volksabstimmung die Bilateralen Verträge akzeptiert. Am 25. September 2005 gab es eine Abstimmung über die Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die neuen EU-Staaten; hier waren 54% der Abstimmungsteilnehmer einverstanden. Heute aber ist das Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern des Abkommens offen. Zwar sind die großen Parteien und die Gewerkschaften für die Ausweitung auf die neuen EU-Länder, es gibt aber (leider!) auch die SVP. Unter ihrem Volkstribun Christoph Blocher zetert sie gegen die bilateralen Verträge, schürt Ängste vor Überfremdung und Ausbeutung der Sozialsysteme und bedient mehr oder minder latente xenophobe Vorurteile.</p>
<p>Wenn man die Argumente und v.a. die rhetorischen Figuren der SVP und ihrer Sympathisanten etwas genauer ansieht, läuft es einem kalt den Rücken herunter. Man möchte es kaum glauben, daß solch polemisch-fremdenfeindliche Politik überhaupt  nennenswert auf Gegenliebe stoßen kann. Und wenn man diese Plakate sieht, da möchte man fast ausrufen: &#8222;Schweiz, mir graut vor Dir!&#8220;</p>
<p style="text-align: center;"><img decoding="async" class="size-full wp-image-853 aligncenter" style="margin: 10px 8px; vertical-align: middle;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/02/freizagigkeit.jpg" alt="freizuegigkeit" width="500" height="292" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/02/freizagigkeit.jpg 500w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/02/freizagigkeit-400x234.jpg 400w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p>Die Raben &#8211; die Bürger, der in Frage stehenden Länder Bulgarien und Rumänien &#8211; hacken mit ihren Schnäbeln auf die arme Schweiz ein. Im Hintergrund lauert bereits der nächste, verfressen-gierige Rabenvogel. Gruselig.</p>
<p>Und die SVP stellt auf ihren <a href="http://www.personenfreizuegigkeit-nein.ch/index2.html">Websites </a>unmißverständlich klar:</p>
<blockquote><p>&#8222;NEIN zur Personenfreizügigkeit!<br />
Verschiedene Kreise aus dem In- und Ausland bedrohen unser Land. Sie untergraben unsere Unabhängigkeit, unsere Neutralität, unsere Selbstbestimmung und unsere direkte Demokratie. Sie zerstören so unsere Freiheit und unseren Wohlstand.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Gegenstimmen: Bloggen für die Bilateralen</strong></p>
<p>Man kann nur hoffen, daß möglichst wenige Schweizer sich von diesen Parolen überzeugen lassen. Und ich hoffe, daß andere Projekte größeren Erfolg haben &#8211; wie etwa das Meta-Blog &#8222;<a href="http://www.bila-blog.ch/">Bloggen für die Bilateralen</a>&#8222;, das <a href="http://www.kyriacou.ch/">Andreas Kyriacou</a> initiiert hat. Verschiedene Schweizer Blogger (u.a. Ali Arbia von <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/">zoon politikon</a>) haben sich hier in den letzten Wochen und Tagen beteiligt und versucht, ein Gegengewicht zu setzen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-854" style="margin: 7px 8px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/02/200-125.png" alt="Bloggen fuer die Bilateralen" width="200" height="125" />Sie schreiben selbst, daß sie erstens natürlich die Elemente der bilateralen Verträge begrüßen und auch für die Zukunft gutheißen. Und zweitens fürchten sie, daß im Falle eines negativen Abstimmungsergebnisses die Verträge im Herbst auslaufen und damit auch all die anderen Abkommensbestandteile (die v.a. Wirtschafts-, Wissenschafts- und Verkehrsaspekte betreffen) gekündigt werden.</p>
<p>Kurz: ein &#8222;Nein&#8220; bei der heutigen Abstimmung würde das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU nachhaltig beschädigen &#8211; mit weitreichenden Folgen für die Bürger.</p>
<div class="links_ticker">Linktipp:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bila-blog.ch/">Bloggen für die Bilateralen</a></li>
<li>FAZ: <a href="http://www.faz.net/s/Rub99C3EECA60D84C08AD6B3E60C4EA807F/Doc~EFED3DAB3F52B4620BC23F1C4ABC24AA5~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Schwarze Schnäbel zerstückeln die Schweiz,</a> 8.2.2009</li>
<li>Ali Arbia: <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2009/02/vermeintliche-souveranitat-die-schweiz-und-die-europaische-union.php">Vermeintliche Souveränität, die Schweiz und die Europäische Union</a>, zoon politikon, 2.2.2009</li>
</ul>
</div>
<p>[Update | 19.30Uhr]<br />
Seit einigen Stunden steht das Abstimmungsergebnis fest. Und &#8211; wie Michael Gisiger <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/02/08/volksabstimmung-uber-personenfreizugigkeit-in-der-schweiz-polemik-vorurteile-vs-bloggen-fur-die-bilateralen/comment-page-1/#comment-2528">unten in den Kommentaren</a> schon bemerkt hat &#8211; haben fast 60% für die Erweiterung der Freizügigkeitsregelung auf die weiteren EU-Länder gestimmt. In dieser Deutlichkeit wurde dieses Votum nicht erwartet. Und es spricht glücklicherweise für eine vernünftige Einstellung der meisten Schweizer zu diesem Thema. Und man darf auch einfach nicht vergessen, daß bei einer Ablehnung die Bilateralen Verträge insgesamt ausgelaufen wären &#8211; mit ungewisser Folge. Interessant ist, daß bei der unterlegenen SVP nun das <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,606251,00.html">große Jammern beginnt</a> und man von Diffamierungen und Befürworterpropaganda schwafelt. Anstrengend&#8230;</p>
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<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Schweiz">Schweiz</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Freizuegigkeit">Freizügigkeit</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_843" class="footnote">Die sog. &#8222;Bilateralen I&#8220;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/02/volksabstimmung-uber-personenfreizugigkeit-in-der-schweiz-polemik-vorurteile-vs-bloggen-fur-die-bilateralen/">Volksabstimmung über Personenfreizügigkeit in der Schweiz: Polemik &#038; Vorurteile vs. Bloggen für die Bilateralen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>»Väterchen Frost«, »Noel Baba«, »Il Bambinello« und das Christkind » Kurze Revue europäischer Weihnachtstraditionen</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/vaeterchen-frost-noel-baba-il-bambinello-und-das-christkind-kurze-revue-europaeischer-weihnachtstraditionen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Dec 2007 16:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andere Länder, andere Sitten. Wer kulturelle Unterschiede erklären will, macht es sich mit solchen Thesen freilich zu leicht. Und gibt es nicht auch übergreifende Festtage und Traditionen? Feiern wir (zumindest die christlich-abendländisch geprägten Nationen) nicht alle auf dieselbe Weise das Weihnachtsfest? Im Trubel um die Adventszeit und weihnachtlichen Festtage gerät leicht aus dem Blick, daß ... <a title="»Väterchen Frost«, »Noel Baba«, »Il Bambinello« und das Christkind » Kurze Revue europäischer Weihnachtstraditionen" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/vaeterchen-frost-noel-baba-il-bambinello-und-das-christkind-kurze-revue-europaeischer-weihnachtstraditionen/" aria-label="Mehr Informationen über »Väterchen Frost«, »Noel Baba«, »Il Bambinello« und das Christkind » Kurze Revue europäischer Weihnachtstraditionen">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Andere Länder, andere Sitten. Wer kulturelle Unterschiede erklären will, macht es sich mit solchen Thesen freilich zu leicht. Und gibt es nicht auch übergreifende Festtage und Traditionen? Feiern wir (zumindest die christlich-abendländisch geprägten Nationen) nicht alle auf dieselbe Weise das Weihnachtsfest? </strong></p>
<p>Im Trubel um die Adventszeit und weihnachtlichen Festtage gerät leicht aus dem Blick, daß unsere Art das Weihnachtsfest zu feiern keineswegs so selbstverständlich ist, wie wir oft meinen. Die Plätzchenbäckerei kennen wir alle seit Kindertagen und daß am 24. Dezember die Bescherung stattfindet, scheint auch einer inneren Logik zu gehorchen. Aber wer bringt die Geschenke denn nun wirklich? Der Weihnachtsmann, das Christkind? Und welche Rolle spielt der Nikolaus, der gemeinhin um den 6. Dezember gesichtet wird? </p>
<h4 class="pullquote_left"> Wer bringt denn nun die Geschenke? Der Weihnachtsmann? Das Christkind? Und was ist mit Santa Claus und dem Cola-Weihnachtsmann? <br /></h4>
<p>Ein kurzer Streifzug durch andere Länder und Regionen ist ganz spannend und auch in Deutschland sind &#8211; wie ich beim Religionswissenschaftler Michael Blume <a href="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4550723/" target="_blank">lese</a> &#8211; Veränderungen zu registrieren. Denn seiner Beobachtung zufolge wird die Säkularisierungsbewegung hier wieder ein wenig zurückgedrängt. Immer mehr Leuten ist bewußt, daß der Coca-Cola-Weihnachtsmann letztlich doch nur eine hübsche Marketingidee ist, aber zumindest am 6. Dezember der Hl. Nikolaus mit Bischofsstab und Mitra seinen Auftritt haben muß: </p>
<blockquote><p>Mit einigem Erfolg werden an Nikolaus wieder Bischöfe mit religiösen Gewändern und Legenden gesichtet. Gerade auch in Deutschland spielt dabei neben der bewußten Entscheidung kirchlicher Akteure sinnigerweise die türkische Minderheit eine Rolle &#8211; vielerorts entwickelt sich &quot;der echte Nikolaus&quot; zu einem gemeinsamen Bezugspunkt christlicher und muslimisch-türkischer Kindergarten- und Familienkultur.</p></blockquote>
<p><strong>Der Nikolaus kommt aus Anatolien</strong></p>
<p>Eine interessante Entwicklung und allen Skeptikern, die einen EU-Beitritt der Türkei aufgrund angeblich unüberbrückbarer kulturell-religiöser Differenzen kategorisch ablehnen, sei in Erinnerung gerufen, daß ja der &quot;historische&quot; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra" target="_blank" >Nikolaus</a> eben um ca. 300 n.Chr. im türkischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patara" target="_blank" >Patara</a> (in der Nähe von Antalya) geboren wurde und später als Bischof von Myra wirkte. </p>
<p>Ansonsten ist es natürlich so, daß für die türkischen Muslime das »Seker Bayrami« (Zuckerfest) die größte Bedeutung im Jahresablauf hat und dieses wird am Ende des Ramadan gefeiert. Dennoch spielt Weihnachten in der Türkei eine große Rolle: allerdings kommt »Noel Baba«, der Nikolaus, erst eine Woche später als bei uns das Christkind. Nämlich in der Neujahrsnacht. Ebenfalls spannend ist, daß diese Weihnachtstradition durch zurückkehrende Gastarbeiter importiert wurde und also erst 30-40 Jahre alt bzw. jung ist. </p>
<p><strong>Rußland: Väterchen Frost kehrt zurück</strong></p>
<p>In Rußland sind die Weihnachtstage auch ein Familienfest, aber genauso wie in der Türkei hat der 24.12. eher eine untergeordnete Bedeutung. Denn die orthodoxen Weihnachten werden noch nach dem julianischen Kalender gefeiert &#8211; und nicht nach dem gregorianischen Kalender von 1582. Folglich findet am 31.12. das sog. Jelka- bzw. Tannenbaumfest statt. Dort bringt der »Ded Moros«&nbsp; (Väterchen Frost) in Begleitung seiner Enkelin »Snegurotschka« (Schneeflocke) die Geschenke. Und seine Reise durch Rußland und die Ukraine unternimmt Väterchen Frost in einem Schlitten, der von drei Pferden gezogen wird. Das traditionelle orthodoxe Weihnachtsfest wird dann &quot;richtig&quot; am 6. Januar gefeiert, aber Weihnachtslieder kennt die russische Tradition nicht.</p>
<p><strong>Der »echte« Weihnachtsmann kommt aus Lappland</strong></p>
<p>Sehr viel gesungen wird allerdings in Finnland: Höhepunkt des Weihnachtstreibens ist der 24.12. und an diesem Tag kommt selbstverständlich der Weihnachtsmann. Und dieser ist in Finnland ein Original, denn die Finnen sind überzeugt, das der »joulupukki«, wie der Weihnachtsmann auf Finnisch heißt, aus Ostlappland kommt. Dort habe er im Berg »Korvatunturi« seinen Unterschlupf &#8211; Hintergrund der Sage: die Form des Berges erinnert an ein Ohr. Und mit diesem Ohr lauscht de Weihnachtsmann auf die Wünsche der Finnen. Eigentlich logisch. ;-)</p>
<p><strong>Jahreswechsel in Italien: viele Geschenke, Pasta und rote Wäsche</strong></p>
<p>Für Zimtsternliebhaber und Adventskalenderfreunde dürfte die italienische Weihnachtszeit etwas gewöhnungsbedürftig sein. Denn Zimtsterne, Adventskränze oder Kalender gibt es jenseits der Alpen nicht. Dafür gibt es reichlich Geschenke. Es beginnt in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember in der »Babbo natale«, der italienische Weihnachtsmann, den Kindern Geschenke bringt. Am 13. Dezember stellen die Kinder dann erst ihre Stiefel auf die Fensterbank und hoffen, daß Santa Lucia, die auf einem Esel durch die Straße reitet, etwas hineinsteckt.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> In Italien legt am 25. Dezember »Il Bambinello« die Geschenke unter die Krippe.<br /></h4>
<p>Und schließlich am Morgen des 25. Dezember kommt »Il Bambinello«, das Christkind, das die Weihnachtsgeschenke unter den Baum oder unter die Krippe legt. Die Krippe hat nämlich in Italien eine weitaus größere Bedeutung als andernorts. Kein Wunder, denn der Überlieferung zufolge hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi" target="_blank" >Franz von Assisi</a> im Jahr 1223 erstmals das Weihnachtsevangelium durch eine Krippe anschaulich gemacht. Ansonsten wird in Italien zu den Festtagen ebenfalls gut und reichlich gegessen. In vielen Familien wird traditionellerweise schon Tage zuvor aufwendig Pasta in verschiedensten Variationen selbst gemacht. </p>
<p>Und nach dem Weihnachtstrubel macht man sich in Italien an die Vorbereitungen für Silvester. Und an diesem Tag gilt es natürlich die rote Unterwäsche nicht zu vergessen, denn sonst wird es im folgenden Jahr nichts mit der Liebe. Und schließlich kommt (v.a. in Süditalien) am Dreikönigstag die Hexe Befana, die den braven Kindern Süßigkeiten, den bösen Kindern aber Kohlen mitbringt. <br /><strong><br />Weihnachtsfest in Deutschland: eine Tradition seit rund 1200 Jahren</strong></p>
<p>Und bei uns in Deutschland? Als weitgehend gesichert kann angesehen werden, daß sich der Weihnachtsbrauch im 7. und 8. Jahrhundert in Deutschland eingebürgert hat. Zuvor hatte zwar bereits Papst Liberius das Weihnachsfest gefeiert (am 25. Dezember 336) und auf dem Zweiten Konzil von Konstantinopel (381 n. Chr.) nahm Kaiser Theodosius I. dieses Datum in den kirchlichen Festkalender auf. Aber erst 813 erklärte die Mainzer Synode das Weihnachtsfest offiziell zum &quot;festum nativitas Christi&quot;.&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Der erste Weihnachtsbaum mit Kerzen stand 1611 im Schloß der Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien. <br /></h4>
<p>Noch jünger ist freilich die Tradition des Weihnachtsbaums. Zwar war es schon Ende des 15. Jahrhunderts üblich, Tannenzweige ins Haus zu stellen, aber erst für 1539 ist verbürgt, daß im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum stand. Diese Tradition breitete sich weiter aus und die ersten geschmückten Bäume sind ebenfalls aus dem Elsaß überliefert &#8211; aus dem Jahr 1605 ist von dort folgende Notiz überliefert:</p>
<blockquote>
<p>Auff Weihnachten richtet man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben<br />
auf. Daran henket man Roßen auß vielfarbigem Papier geschnitten,<br />
Aepfel, Oblaten, Zischgold und Zucker. (Quelle: Wikipedia)</p>
</blockquote>
<p>Und dann 1611 soll der erste richtige, kerzengeschmückte (!) Tannenbaum im Schloß der Herzogin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Sibylle_von_Schlesien" target="_blank" >Dorothea Sibylle von Schlesien</a> gestanden haben. Diese Gepflogenheit verbreitete sich dann ab dem 18. Jahrhundert in Deutschland und von hier aus in die ganze Welt.</p>
<p>Aber zu den deutschen Gebräuchen brauche ich ja nicht mehr viel zu sagen. Die kennen wir ja in ihren Bedeutungen und Ursprüngen genau, oder? ;-)</p>
<p>Und das Schlußwort gebe ich nochmals an Michael Blume, der mich mit <a href="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4550723/" target="_blank">seinem Artikel</a> zu dieser kurzen Übersicht inspiriert hat. Michael Blume fragt:</p>
<blockquote><p>Wird also das Cola-Imperium mit funkelnden Trucks Heiligabend völlig übernehmen? Wird die religiöse Überliefung wieder stärker zum Nikolaustag ausweichen? Wird sich regionale Vielfalt halten können oder gar wiederbeleben? Oder werden gar Christen verschiedener Länder und Konfessionen gemeinsam das Weihnachtsfest neu definieren und vom Weihnachtsmann &quot;zurück erobern&quot;?</p></blockquote>
<p>Wenn ich mir die unterschiedlichen Traditionen und Ausprägungen ansehe, dann habe ich ehrlicherweise keine allzu große Befürchtung, daß sich dies alles hin zu einer besinnungslosen Coca-Cola-Weinnachtsparty nivelliert. Daran können auch die aufwendig gemachten Werbeclips wenig ändern. </p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Und allen Lesern und Freunden der Wissenswerkstatt wünsche ich bei dieser Gelegenheit natürlich noch einige schöne Weihnachtstage!  </em></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/vaeterchen-frost-noel-baba-il-bambinello-und-das-christkind-kurze-revue-europaeischer-weihnachtstraditionen/">»Väterchen Frost«, »Noel Baba«, »Il Bambinello« und das Christkind » Kurze Revue europäischer Weihnachtstraditionen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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