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	<title>Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
	<lastBuildDate>Thu, 07 Mar 2019 18:01:17 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation</title>
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		<title>Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 09:50:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Saft der Mangostan-Frucht ist lecker und gilt als sehr gesund. In Thailand oder Malaysia wird die tropische Frucht seit langem geschätzt. Doch inzwischen wittern fragwürdige Unternehmen das große Geschäft mit dem Mangostan-Saft. Mit einer professionellen Vermarktungskampagne versucht man an gesundheitsbewußte Käuferschichten heranzukommen. In der Mangostan &#8211; so die Botschaft &#8211; stecke das &#8222;Elixier des ... <a title="Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/" aria-label="Mehr Informationen über Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/">Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Mangosteen.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" style="float: right; margin: 4px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/09/Mangostan_02a.jpg" alt="Mangostan" width="320" height="281" /></a>Der Saft der Mangostan-Frucht ist lecker und gilt als sehr gesund. In Thailand oder Malaysia wird die tropische Frucht seit langem geschätzt. Doch inzwischen wittern fragwürdige Unternehmen das große Geschäft mit dem Mangostan-Saft. </strong></p>
<p>Mit einer professionellen Vermarktungskampagne versucht man an gesundheitsbewußte Käuferschichten heranzukommen. In der Mangostan &#8211; so die Botschaft &#8211; stecke das &#8222;<em>Elixier des Lebens</em>&#8222;. Doch hinter den vollmundigen Gesundheitsversprechungen blickt man in Abgründe.</p>
<p>Die Mangostan, die bisweilen auch Mangostane oder Mangostin genannt wird, kann einem eigentlich schon ein wenig leid tun: ihr wohlschmeckender Saft wird in Südostasien seit Jahrhunderten getrunken. Und das Extrakt ihres weißen Fruchtfleisches und ihre festen, dunkelroten Schalen werden auch in der traditionellen Volksmedizin geschätzt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/#footnote_0_486" id="identifier_0_486" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unter anderem werden die Schalen zu Tee verarbeitet.">1</a></p>
<p>Insofern hat die Mangostan es wirklich nicht verdient, daß sie als Grundlage eines dubiosen Geschäftsmodells herhalten muß und leichtgläubige Konsumenten mit marktschreierischen Versprechungen geködert werden.</p>
<p><strong>Wohlschmeckend &amp; gesund: die wertvollen Inhaltsstoffe der Mangostan-Frucht</strong></p>
<p>Aber kurz der Reihe nach: das weiße Fruchtfleisch der Mangostan schmeckt angeblich leicht säuerlich, irgendwie zwischen Traube, Pfirsich und Grapefruit. Und die Mangosteen &#8211; unter diesem Namen kennt man sie im englischen Sprachraum &#8211; zeichnet sich durch ein weiteres Merkmal aus: sie enthält &#8211; v.a. in der Schale &#8211; außerordentlich viele sekundäre Pflanzenstoffe. Darunter auch <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xanthone" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Xanthone</a>.</p>
<h4><span class="pullquote_left">Die Mangostanfrucht: Wohlschmeckend, gesund, exotisch&#8230;</span></h4>
<p>Die Xanthone aus der Mangostan-Frucht haben &#8211; ebenso wie andere sekundäre Pflanzenstoffe<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/#footnote_1_486" id="identifier_1_486" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Bandbreite der sekund&auml;ren Pflanzenstoffe (oder: Phytamine) reicht von den Flavonoiden (etwa in Weintrauben oder Tee) bis hin zu Lycopin, das sehr konzentriert in Tomaten enthalten ist. Sekund&auml;re Pflanzenstoffe haben gemeinhin antioxidative, antibakterielle und entz&uuml;ndungshemmende Effekte. In wieweit diese prinzipiellen Eigenschaften sich auch tats&auml;chlich g&uuml;nstig auf die Gesundheit auswirken, ist allerdings umstritten.">2</a> &#8211; eine antioxidative, also zellschützende Wirkung.</p>
<p>Insofern ist ein frisches Glas Mangostan-Saft sicher zu empfehlen. Und die Tatsache, daß die Früchte der <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mangostinbaum" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mangostane</a><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/#footnote_2_486" id="identifier_2_486" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der immergr&uuml;ne Laubbaum wird &uuml;brigens zwischen 7 und 25 Meter hoch und h&ouml;rt auf den sch&ouml;nen lateinischen Namen:&nbsp;Garcinia mangostana.">3</a> in der traditionellen Volksheilkunde aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung innerliche und äußerliche Anwendung finden, spricht ebenfalls für sich.</p>
<p><strong>Hofberichterstattung: Mangostan &#8211; Die &#8222;Königin der Früchte&#8220;</strong></p>
<p>Doch wer nun glaubt, er könne sich im Reformhaus oder gar im profanen Supermarkt mal eine Flasche Mangostansaft holen, der irrt gewaltig. Denn der Saft der Mangostan ist nichts weniger als das &#8222;Elixier des Lebens&#8220; &#8211; wie uns die <a href="http://www.mangostangold.com/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">penetrante Werbekampagne</a> glauben machen will. Und so ein Elixier gibt es natürlich nicht an jeder Ecke. Zumal die Wirkstoffe, die im angepriesenen &#8222;Mangostan-Gold&#8220; enthalten sind, angeblich geradezu revolutionär sind.</p>
<h4><span class="pullquote">Mangostan-Werbung: Informationen oder Kundennepp?</span></h4>
<p>Nun ist zunächst wenig dagegen einzuwenden, wenn ein Händler seine Produkte anpreist. Vom Fischhändler wird beinahe schon erwartet, daß er lauthals &#8222;Frische Fische&#8220; ruft. Und auch der Schuster wird gut daran tun, das von ihm gefertigte Schuhwerk als langlebig und paßgenau zu loben. Was sich allerdings die &#8222;Mangostan-Gold Ltd. &amp; Co. KG&#8220; aus Berlin erlaubt, ist solchermaßen widerwärtig, daß man nach Luft ringt.</p>
<p>Marcus Anhäuser von Plazeboalarm <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/09/die-readers-edition-macht-pr.php">hatte gestern</a> einen Werbetext für die Mangostan auf der ReadersEdition entlarvt, der sich als journalistische Information verkleidet hatte &#8211; hier in der Werkstatt geht es im nächsten Beitrag um die erstaunlichen Gesundheitsaussagen, mit der für den Mangostan-Saft geworben wird.<strong><br />
</strong></p>
<div class="links_kurz">
<p><strong>Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Marcus Anhäuser: <a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2008/09/die-readers-edition-macht-pr.php">Saftige PR bei den Bürgerjournalisten</a>, Plazeboalarm, 2.9.2008</li>
<li>Bednarek, Marcus: <a href="http://www.wdr.de/tv/servicezeit/essen_trinken/sendungsbeitraege/2007/0330/05_xango.jsp">Xango &#8211; Eine saftige Masche</a>, WDR-Servicezeit, 30.3.2007</li>
</ul>
</div>
<div class="invisible">
<hr size="1" />
<p>Technorati-Tags:</p>
</div>
<p><a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Mangostan" rel="tag">Mangostan</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Mangostansaft" rel="tag">Mangostansaft</a><br />
<a class="invisible" href="http://www.technorati.com/tag/Gesundheit" rel="tag">Gesundheit</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_486" class="footnote">Unter anderem werden die Schalen zu Tee verarbeitet.</li><li id="footnote_1_486" class="footnote">Die Bandbreite der sekundären Pflanzenstoffe (oder: Phytamine) reicht von den Flavonoiden (etwa in Weintrauben oder Tee) bis hin zu <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lycopin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lycopin</a>, das sehr konzentriert in Tomaten enthalten ist. Sekundäre Pflanzenstoffe haben gemeinhin antioxidative, antibakterielle und entzündungshemmende Effekte. In wieweit diese prinzipiellen Eigenschaften sich auch tatsächlich günstig auf die Gesundheit auswirken, ist allerdings umstritten.</li><li id="footnote_2_486" class="footnote">Der immergrüne Laubbaum wird übrigens zwischen 7 und 25 Meter hoch und hört auf den schönen lateinischen Namen: Garcinia mangostana.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/09/saft-sells-das-tropische-wunderelixier-aus-der-mangostan-ueber-echte-antioxidantien-und-oebszoene-wellness-pr/">Saft sells » Das tropische Wunderelixier aus der Mangostan. Über echte Antioxidantien und obszöne Wellness-PR</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Babygeschrei: Nationale Schreiprofile</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc Scheloske]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 16:15:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Neugeborene]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Spracherwerb]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gibt es so etwas wie Babyschrei-Forschung? Offensichtlich nicht oder noch nicht lange. Denn sonst wüßte man vermutlich schon längst, daß sich Neugeborene mit ihrem Schreien ganz deutlich an ihrer Muttersprache orientieren. Eine interessante Studie konnte jetzt klar zeigen, daß deutsche Babys anders weinen und schreien, als ihre französischen Altersgenossen. Daß Kinder bereits im Mutterleib hören, ... <a title="Babygeschrei: Nationale Schreiprofile" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/" aria-label="Mehr Informationen über Babygeschrei: Nationale Schreiprofile">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/">Babygeschrei: Nationale Schreiprofile</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-1241"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Baby_01.jpg" alt="Baby_01" width="200" height="163" /><strong>Gibt es so etwas wie Babyschrei-Forschung? Offensichtlich nicht oder noch nicht lange. Denn sonst wüßte man vermutlich schon längst, daß sich Neugeborene mit ihrem Schreien ganz deutlich an ihrer Muttersprache orientieren. Eine interessante Studie konnte jetzt klar zeigen, daß deutsche Babys anders weinen und schreien, als ihre französischen Altersgenossen. </strong></p>
<p>Daß Kinder bereits im Mutterleib hören, daß sie die Geräusche und Musik der Außenwelt wahrnehmen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/#footnote_0_1204" id="identifier_0_1204" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Seitdem das bekannt ist, beschallen manche &uuml;berambitionierte werdende Eltern ihren Nachwuchs bereits pr&auml;natal mit gef&uuml;hlsduseligen Mozartsinfonien, damit aus diesem sp&auml;terhin ein Musikgenie werde.">1</a> und sogar die Stimme ihrer Eltern identifizieren können, ist schon länger bekannt. Wie entscheidend diese Höreindrücke möglicherweise für den Spracherwerb sind, zeigt nun die Untersuchung von Kathleen Wermke (Universität Würzburg) und ihren Kolleginnen.</p>
<h4><span class="pullquote">Babygeschrei ist nicht gleich Babygeschrei: Melodie und Rhythmus unterscheiden sich in Abhängigkeit von der Muttersprache </span></h4>
<p>Das Team um Kathleen Wermke hat jeweils 30 Neugeborene aus Deutschland und Frankreich untersucht, die alle zwischen drei und fünf Tage alt waren. Sie haben das Geschrei der Babys aufgezeichnet und analyisiert. Dabei zeigten sich deutlich Unterschiede, was Melodie und Rhythmus des Geschreis angeht.</p>
<p>Der deutlichste Unterschied zeigt sich im Melodieverlauf: die französischen Babys schreien mit steigendem Melodiebogen, auf der anderen Seite des Rheins fällt die Melodie aber ab. Hier zeigen sich also Parallelen &#8211; so die Forscher &#8211; zu den gesprochenen Sprachen. Der typische deutsche Schreihals startet mit Vehemenz, lässt dann aber nach. Der französisch geprägte Schrei beginnt dezent, steigert sich aber mit der Zeit.</p>
<p>Hier zwei idealtypische Schreiprofile:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/#footnote_1_1204" id="identifier_1_1204" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Abbildung 2, Wermke et. al: Newborns&lsquo; Cry Melody Is Shaped by Their Native Language">2</a></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1239" style="margin: 5px 50px 5px 50px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Schreiforschung.jpg" alt="Schreiforschung" width="480" height="620" srcset="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Schreiforschung.jpg 480w, https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/mediathek/2009/11/Schreiforschung-310x400.jpg 310w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<p>Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse die Babyschreiforschung noch bereithält. Welche Konsequenzen hat es, wenn die Kinder pränatal (!) zweisprachig aufwachsen? Wann gibt es die erste Wette bei &#8222;Wetten, daß&#8230;?&#8220;, bei der ein Kandidat allein am Geschrei die Kleinkinder den jeweiligen Herkunftsländern zuordnet?</p>
<div class="links_ticker">Studie:</p>
<ul>
<li>Birgit Mampe, Angela D. Friederici, Anne Christophe and Kathleen Wermke: <a href="http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2009.09.064">Newborns&#8216; Cry Melody Is Shaped by Their Native Language</a>, Current Biology, doi:10.1016/j.cub.2009.09.064</li>
</ul>
</div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1204" class="footnote">Seitdem das bekannt ist, beschallen manche überambitionierte werdende Eltern ihren Nachwuchs bereits pränatal mit gefühlsduseligen Mozartsinfonien, damit aus diesem späterhin ein Musikgenie werde.</li><li id="footnote_1_1204" class="footnote">Abbildung 2, Wermke et. al: Newborns&#8216; Cry Melody Is Shaped by Their Native Language</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2009/11/babygeschrei-nationale-schreiprofile/">Babygeschrei: Nationale Schreiprofile</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Aug 2007 14:33:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Agnotologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kontingenz]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Paradoxien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frei nach dem Motto: &#8222;Glaube keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast&#8220; funktioniert allem Anschein nach gerade die pharmazeutisch-medizinische Forschung. Wobei, halt!: nein, es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, die verschiedenen Studien, die Wirksamkeit und/oder Unbedenklichkeit von Therapien und Medikamenten belegen sollen, seien allesamt manipuliert. Diese Unterstellung gehört in den Bereich der ... <a title="Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/" aria-label="Mehr Informationen über Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/">Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frei nach dem Motto: &#8222;Glaube keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast&#8220; funktioniert allem Anschein nach gerade die pharmazeutisch-medizinische Forschung. Wobei, halt!: nein, es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, die verschiedenen Studien, die Wirksamkeit und/oder Unbedenklichkeit von Therapien und Medikamenten belegen sollen, seien allesamt manipuliert. Diese Unterstellung gehört in den Bereich der Verschwörungstheorie, mit der die Wissenswerkstatt nichts gemein hat. Aber das sollte auch bislang schon klar geworden sein, oder?</strong></p>
<p>Nochmal im Klartext und in Anlehnung an Bruno Latour: in der Wissenswerkstatt arbeitet ein &#8222;Liebhaber der Wissenschaften&#8220; &#8211; daß die naturgegebenen Insuffizienzen jeder Suche nach Wahrheit dennoch Thema sind, versteht sich aber von selbst. Denn genau diejenigen, die quasi blind allen technisch-wissenschaftlichen Versprechungen Glauben schenken, sind in Wahrheit Verächter und manchmal sogar Totengräber der Wissenschaft. Denn Wissenschaft will und braucht kritische Rezipienten und Freunde. Es verhält sich kaum anders als in der Sphäre der Politik: wer stets alle Taten des &#8222;Freundes&#8220; willfährig bejubelt, ohne substantiell zu prüfen, ob hier nicht möglicherweise Widersprüche und Defizite vorliegen, mag sich zunächst als loyal erweisen. Es geht aber weder in der Politik noch in der Wissenschaft um vorauseilenden Gehorsam und Gefolgschaft um jeden Preis. Es geht vielmehr um kritische Begleitung und genau das ist u.a. die Aufgabe der Wissenschaftssoziologie. Die Wissenschaft selbst, all die Forscher in ihren Labors, all die Arbeiter in ihren sprichwörtlichen Elfenbeintürmen, sie sind notwendigerweise gefangen in ihrer Binnenperspektive.</p>
<p><strong>Aufklärung und die lehrreiche Außenperspektive </strong></p>
<p>Und genau hier setzt die Wissenschaftssoziologie an: es ist der nüchterne Blick von außerhalb, der anderes sehen läßt, als wenn man immer schon in den Kontexten der jeweiligen Spezialdisziplin sozialisiert und somit auch ein Stück weit befangen, um nicht zu sagen: gefangen ist. Und somit steht die Wissenschaftssoziologie &#8211; wenigstens, wie ich sie verstehe &#8211; in der Tradition der Aufklärung: ihre Intention ist es, das Wissen der Gesellschaft über ihre technisch-wissenschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen zu erweitern. Denn nur wer weiß und besser einschätzen kann, wo derzeit die Grenzen des Wissens liegen, diejenigen Bereiche, in denen nicht klare Sicht auf die Gegenstände des Gewußten und Erforschten gegeben ist, sondern immer wieder der Nebel des Nichtwissens den Blick trübt, nur derjenige, der solchermaßen informiert und geübt die Innovationen von Wissenschaft und Technik in den Blick nimmt, kann nachhaltige Entscheidungen darüber treffen, was mit welchen Risiken getan werden kann.</p>
<p>Denn daß es jeweils kontingente Bereiche gibt, daß also anscheinend gesicherte Wissensbestände wieder ins Schwimmen geraten und sich als unsicher herausstellen, darüber besteht ernsthaft kein Zweifel. Und gerade der Blick in die Medizin und ihre Geschichte ernüchtert allzu hochfliegende Phantasien. Denn kaum eine andere Disziplin zeichnet sich durch solch gravierende Erfahrungen des Erfolgs und des Mißerfolgs aus. Gelingen und Scheitern liegen kaum anderswo ähnlich nah beieinander. Und man braucht hier nicht einmal Schlagworte wie <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Contergan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Contergan</a> zu erwähnen &#8211; es genügt der Verweis auf die mit immensem Ressourceneinsatz entwickelten Medikamente wie &#8222;Vioxx&#8220;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_0_67" id="identifier_0_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Schmerz- und Rheumamedikament der Fa. Merck z&auml;hlt zur Gruppe der sog. COX2-Hemmer, die seit wenigen Jahren im Verdacht stehen, Infarkte und Schlaganf&auml;lle zu beg&uuml;nstigen.">1</a> oder &#8222;Lipobay&#8220;,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_1_67" id="identifier_1_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unter diesem Handelsnamen mu&szlig;te Bayer seinen Cholesterinsenker mit dem Wirkstoff &bdquo;Cerivastatin&ldquo; aus dem Handel nehmen, nachdem unter dessen Einnahme mehrere Todesf&auml;lle berichtet wurden.">2</a> die sich dennoch als finanzielles und &#8211; berücksichtigt man die mutmaßlichen Todesopfer &#8211; menschliches Desaster erwiesen.</p>
<p><strong>Mehr Forschung = Mehr Unsicherheit? </strong></p>
<p>Damit aber wieder zurück zum Thema: medizinische (Meta-)Studien. Im Grunde ist es banal: wer seine Erkenntnisse überprüfen will, stellt weitere Untersuchungen und Experimente an, um seine Hypothesen zu testen. In der Medizin, zumal wenn es um bereits ausgereiftere Forschungen geht, stehen also <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klinische Studien</a> an, um die Wirksamkeit der Therapien näher zu ergründen. Wir reden hier von sog. Phase I+II-Studien,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_2_67" id="identifier_2_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In den Phase-I-Studien wird die Vertr&auml;glichkeit (tolerability), in den Phase-II-Studien die Wirksamkeit (effectiveness) &uuml;berpr&uuml;ft.">3</a> die dann idealerweise meist in sog. <em>randomisierte Doppelblind-Studien</em> münden. Diese werden mit einem erheblich erweiterten Probandenkreis durchgeführt und stellen in Phase III die letzte Hürde vor der Marktzulassung dar.</p>
<p>Um das nochmals unmißverständlich klarzumachen: wenn heute ein Medikament den Weg in Apotheken und Kliniken findet, so ist es gründlich und intensiv getestet und überprüft. Hinter den erwähnten &#8222;randomisierten Doppelblindstudien&#8220; verbirgt sich ein Studiendesign, das ein Höchstmaß an Aussagekraft ermöglicht, denn &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelblind" target="_blank" rel="noopener noreferrer">doppelblind</a>&#8220; heißt, daß weder die durchführenden Ärzte noch die beteiligten Patienten wissen, welche Patienten nun das neue zu testende Medikament verabreicht bekommen und welche ein Placebo (alternativ auch die konventionelle Standardtherapie). Randomisiert bedeutet in diesem Kontext, daß die Auswahl, welche Personen welcher Studiengruppe (also der Test- oder der Kontrollgruppe mit Placebo) zugeordnet werden, zufallsgesteuert abläuft. Auch hier kann also keine Verfälschung durch die Studienleitung erfolgen. Erweist sich also ein neuer Wirkstoff in diesen umfänglichen Tests als unbedenklich (die Nebenwirkungen sind gemäß einer Kosten-Nutzen-Rechnung zu vernachlässigen) und gleichzeitig als wirksam (und den bisherigen Therapien überlegen), so steht der Marktzulassung nichts mehr im Wege. Wo ist das Problem, möchte man fragen&#8230;</p>
<p><strong>Scheitern als Wesen der Wissenschaft</strong></p>
<p>Strenggenommen gibt es kein Problem, jedenfalls nicht, wenn man sich bewußt macht, daß auch noch so aufwendige Studiendesigns niemals eine Garantie liefern können, daß ein Medikament genauso wirkt, wie beabsichtigt und nicht ganz andere Effekte hervorruft, die dummerweise nie in den Studien auftraten. Wer glaubt, die medizinisch-pharmazeutische Forschung sei in der Lage alle Parameter zu berücksichtigen, der irrt. Dazu ist der menschliche Körper, seine unendlichen Kaskaden an Stoffwechsel- und Austauschprozessen, seine Regulationsvielfalt und Irritationsanfälligkeit zu undurchschaubar und bislang nur recht wenig verstanden. Wie oben erwähnt: der Pharmariese Merck mußte im Jahr 2004 sein umsatzstärkstes Medikament, das Schmerz- und Rheumamittel &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rofecoxib&amp;oldid=34494647" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vioxx</a>&#8220; nach Berichten über eine Vielzahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen vom Markt nehmen. Und diese erst spät erkannten Nebenfolgen waren nicht Ergebnis von Schlamperei und Leichtfertigkeit, sondern unvermeidlich.</p>
<p>Was ist aber, wenn es sich nicht um medizinische Indikationen wie bspw. Rheuma geht, die immerhin einigermaßen scharf umrissen und definiert sind? Wie verhält es sich bei medikamentösen Therapieversuchen bei so schwach konturierten Symptomatiken wie <em>geschwächter Immunabwehr</em>, <em>Wechseljahrsbeschwerden</em> oder <em>Erkältungskrankheiten?</em> Welche Medikamente haben hier welche Effekte? Man erinnere sich: Ende der 90er Jahre wurde die <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hormonersatztherapie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hormonersatztherapie</a> zur Abfederung der <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klimakterium" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klimakterium</a>sbeschwerden noch stark propagiert. Doch ab 2000 mehrten sich die Erkenntnisse und Studien, daß hier nicht nur kaum meßbare Vorteile, sondern augenscheinlich allerhand negative Effekte auftreten: Frauen, die durch eine Östrogenersatztherapie hofften, die gefürchtete Antriebslosigkeit oder Osteoporoseerscheinungen abmildern zu können, wurden auf einmal mit Studien konfrontiert, die eine signifikante Erhöhung des Brustkrebsrisikos nahelegten. Wie an vielen Stellen nachzulesen war, reagierten viele Länder, vor allem in Skandinavien und Nordamerika sehr schnell: die Therapie wird seitdem nur bei konkreter Indikation duchgeführt. In Deutschland freilich scheinen die Gynäkologen kaum die jeweiligen Fachblätter zu studieren.</p>
<blockquote><p>„Es besteht offenbar insbesondere bei den älteren, männlichen Frauenärzten eine sehr deutliche Tendenz, den Nutzen der Hormone über- und die Risiken unterzubewerten“, sagt Bruno Müller-Oerlinghausen, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft.</p></blockquote>
<p>Mehr als erstaunlich, wenn man weiß, daß sogar das Risiko für Demenzerkrankungen, die durch die Gabe von Hormonen abgeschwächt und vermieden werden sollten, bei den Patientinnen die Hormone erhielten, leicht erhöht war. Selbst hier waren also die angestrebten Effekte nicht zu finden.</p>
<p><strong>Echinacea, Umckaloabo und Co.</strong></p>
<p>Wer kennt nicht das Haus- und Heilmittel &#8222;Echinacea&#8220;, das als meistverkauftes natürliches Erkältungsmedikament ein wahrer Umsatzrenner ist? Aber wirkt das Extrakt aus dem roten Sonnenhut tatsächlich? Ist es gerechtfertigt, daß allein in den USA jährlich ein Umsatz von über 80 Millionen Euro mit diesen Präparaten erzielt wird?</p>
<p>Denn die Frage, ob die Einnahme von Echinacea-Präparaten bei Ansteckung oder in Bezug auf die Heilung von Erkältungskrankheiten einen positive Wirkung hat, ist mehr als umstritten. Wobei: genaugenommen ist seit einigen Jahren im Grunde erwiesen, daß die Effekte kaum meßbar oder um ehrlich zu sein, nicht vorhanden sind. Andere Hausmittelchen wie die &#8222;heiße Zitrone&#8220; oder ein &#8211; wie ich finde probates und zudem wohlschmeckendes Therapeutikum &#8211; &#8222;Bratapfel&#8220; dürften ähnlich erfolgreich wirken. Na gut, wenn Echinacea nichts nützt, Schaden ruft es &#8211; abgesehen vom Loch im Geldbeutel &#8211; wenigstens nicht hervor. Aber neuerdings gibt es doch wieder Verwirrung: eine aktuelle Metastudie einer Forschergruppe um Craig Coleman von der Universität Connecticut glaubt nun doch eine Wirksamkeit belegen zu können. Wie kann das sein?</p>
<p>Nochmal der Reihe nach: bereits 2002 stellten die Mediziner um Dr. Bruce P. Barrett von der Universität Wisconsin in einer vergleichenden Studie fest, daß die überstrapazierte Redewendung von der Erkältung, die unbehandelt sieben Tage, mit Behandlung aber eine Woche anhalte, auch für die Anwendung von Echinacea zutreffe; sie stellten fest:</p>
<blockquote><p>No statistically significant differences were detected between the echinacea and placebo groups for any of the measured outcomes. Trajectories of severity over time were nearly identical in the two groups. Mean cold duration was 6.01 days in both groups as a whole, 5.75 days in the placebo group, and 6.27 days in the echinacea group.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_3_67" id="identifier_3_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Barrett, P., Brown, R.L. et al. (2002): Treatment of the Common Cold with Unrefined Echinacea, in: Annals of Internal Medicine, 17 December 2002, Volume 137, Issue 12, pp. 939-946.">4</a></p></blockquote>
<p>Und auch in einer vergleichenden Metastudie 2006<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_4_67" id="identifier_4_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Linde K, Barrett B, W&ouml;lkart K, Bauer R, Melchart D. (2006): Echinacea for preventing and treating the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 1. ">5</a> kamen Barrett und seine Gruppe zur selben Ansicht: in 22 Einzelstudien, die erheblich in ihrer Vorgehensweise variierten, fanden sie keinen einheitlichen, gesicherten Nachweis für eine Wirksamkeit. Die Studien, die einen positiven Effekt belegen, weisen häufig deutliche Mängel in der (randomisierten) Durchführung auf und sind teilweise eher anekdotisch wertvoll.</p>
<p>Nun aber, nach einer erneuten Metastudie von Coleman et. al.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_5_67" id="identifier_5_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. Lancet Infectious Diseases (vol 7, p 473) ">6</a> ist wieder alles anders. Angeblich, jedenfalls. Der &#8222;Stern&#8220; wußte vor wenigen Wochen: &#8222;<a href="http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Echinacea-Mittel-Und/591741.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea-Mittel: Und sie helfen doch!</a>&#8220; Aber ist dem so? Was hat Coleman anders gemacht als seine Kollegen? Denn der &#8222;Stern&#8220; glaubt ja sogar zu wissen, daß die gemeinsame Einnahme von Vitamin C und Echinacea das Erkältungsrisiko gar um 86% senke. Toll, wenn es so einfach wäre.</p>
<p>Ein kleiner Artikel der Businessweek<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_6_67" id="identifier_6_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&Uuml;ber den ich dankenswerterweise bei Medinfo gestolpert bin.">7</a> klärt ein wenig auf; unter dem vielsagenden Titel: &#8222;When Medical Studies Collide&#8220; werden die Hintergründe der widersprüchlichen Artikel beleuchtet und man darf lesen:</p>
<blockquote><p>The problem is, the world of medical and health research is messier than most people realize. Black-and-white answers are rare, even when it comes to a single drug trial. In hormone replacement therapy, &#8222;people from the same study are disagreeing with each other,&#8220; says Julie Buring, professor of medicine at Brigham &amp; Women&#8217;s Hospital in Boston. The uncertainties deepen when studies are inconclusive or contradictory. That&#8217;s when researchers often lump data from a number of trials together in a meta-analysis, hoping the sum will be greater than the parts. But the approach often has pitfalls.</p></blockquote>
<p>Hier wird also die Hoffnung, daß die Summe der Einzelstudien in der Zusammenschau ein höheres Maß an Richtigkeit aufweisen, wieder einmal enttäuscht. Denn gerade die Auswahl der Studien, die berücksichtigt werden sollen, ist umstritten und beeinflußt das Ergebnis erheblich. Wie lassen sich die unterschiedlichen Schlußfolgerungen aber erklären?</p>
<p><strong>Die Verführung durch Erfolg und Meßbarkeit: Publikations-Bias</strong></p>
<p>Vermutlich durch einen sog. Publikations-Bias. Dieser erklärt sich schlicht daraus, daß Studien, die keine Effekte aufweisen, mit höherer Wahrscheinlichkeit unpubliziert bleiben; im Gegensatz finden Studien, die eine Wirksamkeit belegen, fast immer den Weg in die Journale. Das führt freilich dazu, daß die Wirksamkeit meist überschätzt wird, wenn man nur die Artikel in den Journalen zugrundelegt. Dies jedenfalls die plausible Erklärung, denn Coleman hatte nur 14 Studien herangezogen. Barrett allerdings 22 und darunter zwei Studien, die niemals veröffentlicht wurden. Das soll nun nicht heißen, daß es die Menge macht, also daß 22 Studien besser seien als 14, aber gewisse Verzerrungseffekte sollte man berücksichtigen.</p>
<blockquote><p>In addition, Coleman used only published studies, while Barrett included two unpublished ones. That decision can have a big impact. &#8222;We know there is publication bias,&#8220; says Frank E. Harrell Jr., chair of biostatistics at Vanderbilt University. It&#8217;s much easier to get a study published that says, &#8222;something works!&#8220; than one saying, &#8222;Oops, the treatment had no effect.&#8220; Using published data alone thus typically makes the final result more positive.</p>
<p>(&#8230;)  Meta-analyses may also mislead by relying on data reported in papers rather than on original raw data, which are usually kept secret. &#8222;Good raw data from one study can be worth 50 studies in a meta-analysis,&#8220; says Vanderbilt&#8217;s Harrell.</p></blockquote>
<p>Man sollte also auch bei angeblich durch Metastudien gewonnenen Erkenntnissen vorsichtig sein. Denn ganz offenbar sind es die Selektionskriterien, die bestimmen, welche Studie unter welcher Gewichtung berücksichtigt wird, die zu den skizzierten Effekten führen. Und im Ergebnis haben wir keine Zunahme von Wissen, sondern von Nichtwissen. Metastudien können, oh Wunder, auch ein Instrument der <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agnotology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Agnotologie</a> sein &#8211; der Kunst, Nichtwissen herbeizuführen. Das jedenfalls ist das Ergebnis, wenn &#8222;medizinische Studien kollidieren&#8220;.</p>
<p>Denn, wie Dr. Barrett feststellt, allzu oft werden Äpfel mit Birnen verglichen. Und der Fokus auf veröffentlichte Studien dürfte meist zu einer dezenten Verzerrung hin zu positiven Schlußfolgerungen führen. In Bezug auf Echinacea sollte man also auch weiterhin skeptisch sein. Auch wenn der &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenh%C3%BCte_(Echinacea)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rote Sonnenhut</a>&#8220; einem zunächst durchaus sympathisch sein darf, ob sein Extrakt hilfreich ist, werden weitere Studien erweisen müssen.</p>
<p>Darf man dann zum als &#8222;natürliches Antibiotikum&#8220; angepriesenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umckaloabo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umckaloabo</a> greifen? Immerhin hat sich der ethanolische Wurzelauszug ja zu einem riesigen Erfolg vornehmlich in Deutschland entwickelt, der Jahresumsatz erreicht derzeit angeblich stattliche 60 Millionen Euro. Können so viele Anwender irren? Skepsis scheint auch hier berechtigt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/#footnote_7_67" id="identifier_7_67" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="vgl. arznei-telegramm: arznei-telegramm (2003): Quacksalberei: Was ist dran am Umckaloabo? ">8</a> Umckaloabo ist derzeit noch deutlich schlechter erforscht als Echinacea. Man darf also gespannt sein&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>[Update | 30.10.2007]:</p>
<p>Hier im Quanti|Soz|Blog (&#8222;<a href="http://www.quantisozblog.de/2007/10/29/publication-bias-in-forschungsreviews/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publication bias in Forschungsreviews</a>&#8222;) nimmt sich Bernd meinen Argumenten an. Er stimmt größtenteils zu, möchte aber Meta-Studien keinesfalls als Generator von Nicht-Wissen verstanden wissen. Das ist von mir auch keineswegs so beabsichtigt. Worauf es mir ankam: Meta-Studien <em>können</em> (<em>nicht müssen</em>) im Ergebnis mehr Unsicherheit als Sicherheit hinterlassen. Weitere Anmerkungen meinerseits in den Kommentaren [2].</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr size="1" width="100%" />
<p><strong>Link- und Literaturtipps: </strong></p>
<p><em>Wissenswerkstatt: </em></p>
<ul>
<li>Scheloske, Marc (2007): <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/03/28/wolke-der-unwissenheit-agnotologie-i/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wolke der Unwissenheit &#8211; Agnotologie I</a>, 28. März 2007<em><br />
</em></li>
</ul>
<p><em>Wissenschaft, Nichtwissen und Medizin:</em></p>
<ul>
<li>Evans, I., Thornton, H, Chalmers, I. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3939069329?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3939069329">Was hilft wirklich?</a> Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsg.</li>
<li>Hans-Jörg Rheinberger: <a  href="http://www.nzz.ch/2007/05/05/li/articleELG88.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Man weiss nicht genau, was man nicht weiss</a>. Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen. NZZ, 5.5.2007</li>
<li>Wehling, Peter (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896696068?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3896696068">Im Schatten des Wissens?</a> Perspektiven der Soziologie des Nichtwissens. UVK-Verlag.</li>
<li>Rheinberger, Hans-Jörg (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518293710?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518293710" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Epistemologie des Konkreten.</a> Studien zur Geschichte der modernen Biologie. Frankfurt: Suhrkamp.</li>
<li><span class="sans">Latour, Bruno (2002): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518291955?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518291955" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Hoffnung der Pandora</a>. Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaft. Frankfurt: Suhrkamp.</span></li>
<li><span class="sans">Knorr-Cetina, Karin (1981): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518285599?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518285599" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Fabrikation von Erkenntnis</a>. Zur Anthropologie der Naturwissenschaft. Frankfurt: Suhrkamp.</span></li>
</ul>
<p><em>Echinacea und Erkältungskrankheiten:</em></p>
<ul>
<li>New Scientist (2007): <a href="http://www.newscientist.com/article.ns?id=dn12126&amp;feedId=online-news_rss20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea may halve the risk of catching cold</a>, 25.6.2007</li>
<li>Business Week (2007): <a href="http://www.businessweek.com/magazine/content/07_32/b4045052.htm?campaign_id=rss_tech" target="_blank" rel="noopener noreferrer">When Medical Studies Collide</a>. Contradictory reports? Meta-analysis may make things more confusing, 6.8.2007</li>
<li>Linde K, Barrett B, Wölkart K, Bauer R, Melchart D. (2006): <a href="http://www.cochrane.org/reviews/en/ab000530.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea for preventing and treating the common cold</a>. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 1.</li>
<li>Barrett, P., Brown, R.L. et al. (2002): <a href="http://www.annals.org/cgi/content/full/137/12/939" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Treatment of the Common Cold with Unrefined Echinacea</a>, in: Annals of Internal Medicine, 17 December 2002, Volume 137, Issue 12, pp. 939-946.</li>
</ul>
<p><em>Umckaloabo:</em></p>
<ul>
<li>Kekulé, Alexander S. (2005): <a href="http://www.planger.de/tips61.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In den Blumentopf, nicht in den Hals</a>, tagesspiegel, 20.4.2005</li>
<li>arznei-telegramm (2003): <a href="http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0303_a.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quacksalberei: Was ist dran am Umckaloabo?</a></li>
</ul>
<p><em>Hormonersatztherapie:</em></p>
<ul>
<li>Wissenschaft.de: <a href="http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/272930.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weniger Brustkrebs nach Rückgang der Hormonersatztherapien</a>, 16.12.2006</li>
<li>Schneider, Sylvia (2003):<span class="sans"> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3800039168?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3800039168">Tatort Frau. Der große Hormonschwindel</a>. Ueberreuter-Verlag.<br />
</span></li>
<li>Koch, Klaus: <a href="http://www.aerztekammer-berlin.de/10_Aktuelles/bae/18_BERLINER_AERZTE/Berliner_Aerzte_bis_2005/BAEthemen/ThemaArtikel2003_04/hormontherapie.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hormontherapie &#8211; Das Ende des &#8222;Jungbrunnens&#8220;</a>, Ärztekammer Berlin, März 2003</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_67" class="footnote">Das Schmerz- und Rheumamedikament der Fa. Merck zählt zur Gruppe der sog. <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/COX-2-Hemmer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">COX2-Hemmer</a>, die seit wenigen Jahren im Verdacht stehen, Infarkte und Schlaganfälle zu begünstigen.</li><li id="footnote_1_67" class="footnote">Unter diesem Handelsnamen mußte Bayer seinen Cholesterinsenker mit dem Wirkstoff &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cerivastatin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cerivastatin</a>&#8220; aus dem Handel nehmen, nachdem unter dessen Einnahme mehrere Todesfälle berichtet wurden.</li><li id="footnote_2_67" class="footnote">In den Phase-I-Studien wird die Verträglichkeit (tolerability), in den Phase-II-Studien die Wirksamkeit (effectiveness) überprüft.</li><li id="footnote_3_67" class="footnote">vgl. Barrett, P., Brown, R.L. et al. (2002): <a href="http://www.annals.org/cgi/content/full/137/12/939" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Treatment of the Common Cold with Unrefined Echinacea</a>, in: Annals of Internal Medicine, 17 December 2002, Volume 137, Issue 12, pp. 939-946.</li><li id="footnote_4_67" class="footnote">vgl. Linde K, Barrett B, Wölkart K, Bauer R, Melchart D. (2006): <a href="http://www.cochrane.org/reviews/en/ab000530.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echinacea for preventing and treating the common cold</a>. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 1. </li><li id="footnote_5_67" class="footnote">vgl. <em>Lancet Infectious Diseases</em> (vol 7, p 473) </li><li id="footnote_6_67" class="footnote">Über den ich dankenswerterweise bei <a href="http://medinfo.netbib.de/archives/2007/08/07/2225" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medinfo</a> gestolpert bin.</li><li id="footnote_7_67" class="footnote">vgl. arznei-telegramm: arznei-telegramm (2003): <a href="http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0303_a.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quacksalberei: Was ist dran am Umckaloabo?</a> </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/08/insuffizienzen-der-wissenschaft-wenn-medizinische-metastudien-unscharfes-wissen-produzieren-agnotologie-ii/">Insuffizienzen der Wissenschaft » Wenn medizinische Metastudien unscharfes Wissen produzieren &#8211; Agnotologie II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2008 10:02:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche Wissenschaftler und welche Forschungsinstitute in den einzelnen Disziplinen den größten Einfluß oder zumindest das größte Renommee haben, ist für Außenstehende schwer einzuschätzen. Möglicherweise hat man den einen oder anderen Fachvertreter in einem Zeitungsinterview oder gar mit einem 30-Sekunden-Statement im Fernsehen gesehen, aber ist damit wirklich mehr gesagt, als daß dieser Wissenschaftler eben hinreichend TV-kompatibel ... <a title="Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/" aria-label="Mehr Informationen über Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen &#124; Werkstattnotiz LXXV">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/">Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen | Werkstattnotiz LXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" style="margin: 5px;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/03/Interview_01a.jpg" alt="Interview_01a.jpg" width="245" height="164" align="right" />Welche Wissenschaftler und welche Forschungsinstitute in den einzelnen Disziplinen den größten Einfluß oder zumindest das größte Renommee haben, ist für Außenstehende schwer einzuschätzen.</strong></p>
<p><strong> Möglicherweise hat man den einen oder anderen Fachvertreter in einem Zeitungsinterview oder gar mit einem 30-Sekunden-Statement im Fernsehen gesehen, aber ist damit wirklich mehr gesagt, als daß dieser Wissenschaftler eben hinreichend TV-kompatibel ist, sich offensichtlich kurz zu fassen weiß und zum gewünschten Interviewtermin abkömmlich war?</strong></p>
<p>Daß die forschungsstärksten Wissenschaftler nicht notwendigerweise auch diejenigen mit der höchsten Medienpräsenz sind, ist leicht einzusehen. Die Fähigkeit (und manchmal auch das Glück) die spannendsten Studien durchzuführen und dafür in Fachkreisen Anerkennung zu finden, korreliert nicht unbedingt mit der Fähigkeit weitgehend unfallfrei Sätze in Kameras und Mikrofone zu sprechen. Und daß die ganze Angelegenheit &#8211; wer also rein wissenschaftlich gesehen die höchste Reputation aufweist &#8211; kompliziert ist, kann kaum verwundern.</p>
<h4 class="pullquote_left">Welche Wissenschaftler werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Diejenigen, die in ihrem Fach die Maßstäbe setzen? Oder doch nur die, die unfallfrei einige nette Sätze in die Kamera sprechen können?</h4>
<p>Nicht umsonst widmen sich ganze Institute der Frage, wie man Forschungsleistungen mißt und vergleichbar macht. Und darüber, welche Kriterien herausragende Forschung auszeichnen und wie sich wissenschaftliche Reputation erklärt, streiten die Gelehrten vermutlich bis ans Ende der Zeit&#8230;</p>
<p><strong>Die internationale Liga der Klimaforscher</strong></p>
<p>Einen hochinteressanten Einblick in das Feld der Klimaforschung, der Stars und Sternchen in seinem Fach, gibt Stefan Rahmstorf <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-03-28/bundesliga-der-klimaforschung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Beitrag</a> in seiner &#8222;Klimalounge&#8220;. Dort listet er u.a. diejenigen Forscher auf, deren Studien international am häufigsten zitiert wurden.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_0_220" id="identifier_0_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es ist nat&uuml;rlich klar, da&szlig; die Zitationsrate auch nicht das ausschlie&szlig;liche Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz ist. So werden bspw. &Uuml;bersichtsartikel h&auml;ufiger zitiert als eigenst&auml;ndige Studien. Zugleich h&auml;ngt die Quote auch davon ab, ob man zu einer Frage arbeitet und publiziert, die potentiell ein gro&szlig;es Fachpublikum hat oder ob es nur wenige Forscher gibt, die dazu arbeiten. Insofern ist die Zitationsrate eher als &bdquo;Wissenschafts-Technorati&ldquo; einzusch&auml;tzen. ;-) ">1</a></p>
<blockquote><p>&#8222;Werfen wir also einen Blick auf die Publikationen zum Thema „climate“ [&#8230;] mit deutscher Beteiligung aus den vergangenen zehn Jahren.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und er stellt dabei auch die Frage:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wie steht die deutsche Klimaforschung dabei qualitativ im internationalen Vergleich da?&#8220;</p></blockquote>
<p>Dabei stellt Stefan Rahmstorf fest, daß die deutschen Klimaforscher durchaus in der Champions-League mitspielen. Wenn man die Zitationswerte zugrundelegt,<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_1_220" id="identifier_1_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Stefan Rahmstorf hat dazu im &bdquo;Web of Science&ldquo; die Publikationen gesichtet und dabei die 1000 meistzitierten Studien herausgenommen. Unter diesen h&auml;ufig rezipierten (um unter diese Top-1000 zu kommen mu&szlig; eine Arbeit mindestens 82-mal zitiert werden) sind insgesamt 127 Arbeiten mit deutscher Beteiligung.">2</a> dann rangieren deutsche Wissenschaftler immerhin auf Platz 3. Rund 70% der Top-Studien stammen aus den USA, dahinter stehen die Briten und dann (mit 13% der Studien) die deutschen Wissenschaftler.</p>
<p><strong>Wissenschaftliche Exzellenz und Medienpräsenz sind nicht identisch</strong></p>
<p>Liest man die Namen der Autoren der deutschen Top-Studien, ist man allerdings erstaunt. Wenn man etwa die beiden international am häufigsten zitierten Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biosphäre heranzieht, dann stellt man fest:</p>
<blockquote><p>Mit Gian-Reto Walther (Institut für Geobotanik der Uni Hannover), Annette Menzel (TU München), Franz Bairlein (Vogelwarte Helgoland) und Elisabeth Huber-Sanwald (seinerzeit TU München) &#8211; um nur einige der Autoren dieser beiden Artikel zu nennen &#8211; haben wir in Deutschland also eine Reihe von hervorragenden Experten zu diesem Thema. Dabei fällt mir auf: ich habe noch nie ein Interview dazu mit einem dieser Experten in großen Zeitungen gelesen.</p></blockquote>
<p>Das ist doch ein interessanter Befund: denn offensichtlich stehen andere Wissenschaftler häufiger im Blickpunkt der Medien, obwohl sie möglicherweise fachwissenschaftlich weniger Erfolge auf ihrer Habenseite verbuchen können. Stattdessen finden<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_2_220" id="identifier_2_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was nat&uuml;rlich der Logik von Medien geschuldet ist.">3</a> andere Thesen (also provokantere und eventuell auch schlicht unseriöse Aussagen) durchaus den Weg in Zeitungen und Fernsehen. Und so lamentiert Stefan Rahmstorf:</p>
<blockquote><p>&#8222;Überall (von Focus über Spiegel bis zu taz und Deutschlandfunk) gibt es dafür Interviews mit Josef Reichholf, der zwar zu diesem Thema laut Web of Science noch nie eine Forschungsarbeit publiziert hat, aber dafür behauptet, &#8222;dass die Erwärmung förderlich ist für die Artenvielfalt&#8220;. Genau das Gegenteil dessen also, was die zu diesem Thema forschenden Wissenschaftler herausfinden.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was lernen wir aus dieser interessanten Beobachtung? Einerseits also, daß sich die deutschen Klimatologen im internationalen Vergleich nicht verstecken brauchen. Das ist erfreulich. Gleich mit mehreren Studien (mehr als 5 Nennungen seit 1998) sind etwa Colin Prentice, Andrey Ganopolski, Stefan Rahmstorf, Paul Crutzen oder Helmut Erlenkeuser in der Rangliste vertreten. Anderseits sieht man deutlich, daß wissenschaftliche Produktivität und Exzellenz nicht mit der Medienpräsenz zusammenhängen.</p>
<p>Natürlich: Stefan Rahmstorf selbst ist ein begabter Kommunikator, was auch sein hervorragender Blog beweist. Auch Paul Crutzen ist mir perönlich ein Begriff oder auch Hans-Joachim Schellnhuber (Chef des PIK in Potsdam) wird häufig in Zeitungsberichten zitiert. Und dann gibt es noch Mojib Latif, der auch mediale Qualitäten und eine entsprechende Präsenz aufweist. Aber andere Forscher aus der Liste tauchen in &#8222;den Medien&#8220; kaum auf.</p>
<p><strong>Das &#8222;Falter-Phänomen&#8220;: Wie Medien nach Interviewpartnern suchen</strong></p>
<p>Insofern wirft der Artikel ein bezeichnendes Licht auf die Art und Weise, wie Medien &#8222;ticken&#8220;. Ich möchte deren interne Logik, die selektive Recherche nach Gesprächspartnern als &#8222;Falter-Phänomen&#8220; bezeichnen. Als Falter-Phänomen deshalb, weil der Politikwissenschaftler und Parteienforscher <a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=J%C3%BCrgen_W._Falter&amp;oldid=43848170" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen W. Falter</a> mit seiner medialen Omnipräsenz ein Paradebeispiel dafür ist, welche Qualitäten hier gefragt sind.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_3_220" id="identifier_3_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das sind u.a. auch die F&auml;higkeit das Fachjargon auf ein Mindestma&szlig; zu reduzieren, ohne dabei Einbu&szlig;en im Hinblick auf den Expertenstatus hinnehmen zu m&uuml;ssen. Kurz und knackig, gerne pointiert &ndash; so m&ouml;chten es die Journalisten. Selbstdarstellungsqualit&auml;ten sind nat&uuml;rlich auch gefragt.">4</a></p>
<h4 class="pullquote">Auch der &#8222;Wissenschaftler&#8220; ist ein medienspezifisches Konstrukt. Die Medienpräsenz hängt nicht zwangsläufig von der Reputation ab.</h4>
<p>Es gab Zeiten, in denen man sich nicht sicher sein konnte, ob Sonntagabends in der ARD wirklich noch die Talkshow von Sabine Christiansen oder vielleicht doch die Jürgen W. Falter-Show lief. So häufig war der Mainzer Parteienforscher dort zu Gast, daß er vermutlich alle Mitarbeiter der Talkshow (vom Beleuchter bis zur Garderobenfrau) mit Namen kannte.</p>
<p>Mit diesen Feststellung soll im übrigen nicht zum Ausdruck gebracht werden, es sei nicht wünschenswert, daß Wissenschaftler kompetent und verständlich Auskunft geben. Im Gegenteil: ich halte es sogar für ärgerlich, daß manche Forscher im Kollegenkreis belächelt werden, wenn sie in Interviews Rede und Antwort stehen.</p>
<p>Es ging mir lediglich um die Feststellung, daß es oftmals ein recht kleiner, exklusiver Personenkreis ist, der für das jeweilige Fach &#8222;spricht&#8220;. Und auch hier gilt das Matthäus-Prinzip &#8211; sichtbare Forscher werden mit noch größerer Sichtbarkeit ausgestattet. Im <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kleinen</a> <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/109" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rahmen</a> erlebte das dieser Tage auch der &#8222;bloggende Blogforscher&#8220; Jan Schmidt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/#footnote_4_220" id="identifier_4_220" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Wobei ich in Jans Fall ausdr&uuml;cklich darauf hinweisen mu&szlig;, da&szlig; er im Bezug auf die Interviewanfragen der letzten Tage ohne Zweifel die allererste Wahl als Gespr&auml;chspartner ist. Interessant ist hier ja nur, wie sich solche Anfragen h&auml;ufen und fast multiplizieren&hellip;">5</a></p>
<p>Das Fazit: Die Wissenschaftler, die wir in den Medien lesen, sehen und erleben, sind schlicht die Wissenschaftler, die wir in den Medien sehen. Ob es gleichzeitig diejenigen sind, die auch fachintern Maßstäbe setzen, ist eine andere Frage.</p>
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<hr size="1" width="100%" />
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<p><strong><em>Links:</em></strong></p>
<ul>
<li>Rahmstorf, Stefan: <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-03-28/bundesliga-der-klimaforschung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Bundesliga der Klimaforschung</a>, Wissenslogs &#8211; Klimalounge, 28.3.2008</li>
<li>Zeit-online: <a href="http://www.zeit.de/online/2005/50/quotenkoenige_wissen?1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Sendungsbewussten</a>, Bildergalerie, 8.12.2005</li>
<li>Wissenswerkstatt: <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/18/streitfall-klimapolitik-mahner-skeptiker-und-einer-der-es-wissen-muss-wissenschaftsblogs-als-diskursarena/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streitfall Klimapolitik » Mahner, Skeptiker und einer, der es wissen muß » Wissenschaftsblogs als Diskursarena</a>, 18.3.2008</li>
</ul>
<p><em><strong><br />
Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Weingart, Peter (2005): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3934730035?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3934730035">Die Wissenschaft der Öffentlichkeit</a>. Essays zum Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.</li>
<li>Rahmstorf, Stefan und Schellnhuber, Hans-Joachim (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406508669?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406508669">Der Klimawandel</a>. Beck-Verlag.</li>
<li>Müller, Michael et.a al. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462039601?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3462039601">Der UN-Weltklimareport</a>. KiWi-Taschenbuch.</li>
<li>Dow, Kirsten und Downing, Thomas E. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3434506101?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3434506101">Weltatlas des Klimawandels &#8211; Karten und Fakten zur globalen Erwärmung</a>. Europ. Verlagsanstalt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_220" class="footnote">Es ist natürlich klar, daß die Zitationsrate auch nicht das ausschließliche Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz ist. So werden bspw. Übersichtsartikel häufiger zitiert als eigenständige Studien. Zugleich hängt die Quote auch davon ab, ob man zu einer Frage arbeitet und publiziert, die potentiell ein großes Fachpublikum hat oder ob es nur wenige Forscher gibt, die dazu arbeiten. Insofern ist die Zitationsrate eher als &#8222;Wissenschafts-Technorati&#8220; einzuschätzen. ;-) </li><li id="footnote_1_220" class="footnote">Stefan Rahmstorf hat dazu im &#8222;Web of Science&#8220; die Publikationen gesichtet und dabei die 1000 meistzitierten Studien herausgenommen. Unter diesen häufig rezipierten (um unter diese Top-1000 zu kommen muß eine Arbeit mindestens 82-mal zitiert werden) sind insgesamt 127 Arbeiten mit deutscher Beteiligung.</li><li id="footnote_2_220" class="footnote">Was natürlich der Logik von Medien geschuldet ist.</li><li id="footnote_3_220" class="footnote">Das sind u.a. auch die Fähigkeit das Fachjargon auf ein Mindestmaß zu reduzieren, ohne dabei Einbußen im Hinblick auf den Expertenstatus hinnehmen zu müssen. Kurz und knackig, gerne pointiert &#8211; so möchten es die Journalisten. Selbstdarstellungsqualitäten sind natürlich auch gefragt.</li><li id="footnote_4_220" class="footnote">Wobei ich in Jans Fall ausdrücklich darauf hinweisen muß, daß er im Bezug auf die Interviewanfragen der letzten Tage ohne Zweifel die allererste Wahl als Gesprächspartner ist. Interessant ist hier ja nur, wie sich solche Anfragen häufen und fast multiplizieren&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/die-champions-league-der-klimaforschung-von-fleissigen-forschern-medientalenten-und-dem-falter-phaenomen-werkstattnotiz-lxxv/">Die Champions League der Klimaforschung » Von fleißigen Forschern, Medientalenten und dem Falter-Phänomen | Werkstattnotiz LXXV</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mein Lieblings-Science-Videocast: Die Wisskomm-Wochenschau &#124; Werbepause 01</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Feb 2008 19:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ich-Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man kann über Wissenschaft nachdenken, sich von ihr faszinieren lassen, sie kritisch hinterfragen und darüber schreiben. So wie hier, in der Wissenswerkstatt. Denn dieser Blog versteht sich ja u.a. auch als Spielwiese für eine alternative Form der Wissenschaftskommunikation. Ich beobachte, was sich in der Wissenschaft abspielt, wie sie sich darstellt und präsentiert wird. Und diese ... <a title="Mein Lieblings-Science-Videocast: Die Wisskomm-Wochenschau &#124; Werbepause 01" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/" aria-label="Mehr Informationen über Mein Lieblings-Science-Videocast: Die Wisskomm-Wochenschau &#124; Werbepause 01">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/">Mein Lieblings-Science-Videocast: Die Wisskomm-Wochenschau | Werbepause 01</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man kann über Wissenschaft nachdenken, sich von ihr faszinieren lassen, sie kritisch hinterfragen und darüber schreiben. So wie hier, in der Wissenswerkstatt. Denn dieser Blog versteht sich ja u.a. auch als Spielwiese für eine alternative Form der Wissenschaftskommunikation. Ich beobachte, was sich in der Wissenschaft abspielt, wie sie sich darstellt und präsentiert wird. Und diese subjektiven Beobachtungen</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/#footnote_0_196" id="identifier_0_196" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Immer wieder erg&auml;nzt durch einige wissenschaftssoziologische &Uuml;berlegungen.">1</a> <strong>finden sich dann eben als Blogartikel wieder. </strong></p>
<p>Man kann aber auch über Wissenschaft nachdenken, ihr Spektakel neugierig verfolgen und diese Beobachtungen in informative Bilder verpacken. Die <a href="http://www.wisskomm.de/wochenschau.html?&amp;no_cache=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wisskomm-Wochenschau</a> ist ein solcher Versuch, einige relevante Meldungen aus der großen, bunten Welt der Wissenschaft als Videocast zu präsentieren. Und ich hoffe, daß spätestens mit diesem Beitrag alle Leser der Wissenswerkstatt sich den Link zu Wisskomm abspeichern&#8230;&nbsp;</p>
<h4 class="pullquote"> Die Wisskomm-Wochenschau präsentiert einen kurzweiligen Wochenrückblick zu Meldungen aus der Wissenschaft(skommunikation). Und das Schöne: die Wissenswerkstatt ist auch wieder mit dabei&#8230; <br /></h4>
<p>Immer zum Wochenende (meistens freitags, manchmal muß man bis samstags warten) kann man sich nämlich einen bunten Wissenschaftsmix ansehen, den man so garantiert in keinem Fernsehsender findet. Der Fokus der Wisskomm-Wochenschau liegt darauf, wie und wo über Wissenschaft geredet, geschrieben und debattiert wird. Daß die wenigen Minuten für alle Wissenschaftsfreaks gut investiert sind, kann ich versprechen. Hinter dem Projekt steht Volker Lange. Man kennt ihn vom Online-Wissensmagazin &quot;<a href="http://www.morgenwelt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Morgenwelt</a>&quot;, das er ebenfalls verantwortet. Und vor der Kamera agiert <a target="_blank" href="http://immateriblog.de/?p=12" rel="noopener noreferrer">Matthias Spielkamp</a>, dessen ansprechende Moderation ich ja bereits <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/13/wissenschaftskommunikation-kompakt-die-wisskomm-wochenschau-kurzknapp-15/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das vergangene Mal</a> lobend erwähnt habe. </p>
<p><strong>Pflichtprogramm für Wissenschaftsjournalisten</strong></p>
<p>Ich bin jedenfalls ein großer Fan dieses Science-Videocasts. Und aus Gesprächen weiß ich, daß auch für viele Wissenschaftsjournalisten der Wochenrückblick von Wisskomm zum Pflichtprogramm gehört. Umso mehr freut es mich natürlich, daß meine Werkstatt wieder kurz erwähnt wird. Anlaß ist meine <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/11/machen-suessstoffe-dick-wenn-mit-dicken-schlagzeilen-fragwuerdige-erkenntnisse-verkauft-werden-werkstattnotiz-lxiii/" rel="noopener noreferrer">kurze Auseinandersetzung</a> mit der ärgerlich-unreflektierten Meldung &quot;Süßstoff macht dick&quot;, die vor wenigen Tagen fast überall gleichlautend zu lesen war. </p>
<p>Ich kam ja zum Schluß, daß die Berichte über die Studie vollkommen mangelhaft waren. Denn die minimal aufgepeppte Agenturmeldung ließ mehr Fragen offen, als sie beantwortete. Und zu allem Überfluß wurde suggeriert, die zitierte Studie liefere tatsächlich belastbare Belege. Daß es genügend Untersuchungen gibt, die andere Ergebnisse erbracht haben, daß die Durchführung der Studie nicht allen wünschenswerten Standards genügte &#8211; davon war keine Silbe zu lesen. Stefan Jacobasch vom Mahlzeit-Blog war auch über die unkritische Berichterstattung <a target="_blank" href="http://www.scienceblogs.de/mahlzeit/2008/02/sussstoffstudien.php" rel="noopener noreferrer">gestolpert</a> und wird in der Wochenschau ebenfalls erwähnt.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/#footnote_1_196" id="identifier_1_196" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ich denke schon, da&szlig; Stefan und ich hier prinzipiell beieinander liegen. Denn ich halte die Indizien, die die Studie liefert ja f&uuml;r durchaus beachtenswert. Grund genug, um weitere Untersuchungen anzuschlie&szlig;en. Mir ging es allein, um die einseitige und irref&uuml;hrende Berichterstattung. Und das war &ndash; wenn ich recht sehe &ndash; auch Stefans These.">2</a></p>
<p><strong>Brockhaus goes online, Spiegel Wissen startet und eine Doku gegen kreationistische Irrlehren</strong></p>
<p>Was sonst noch in der heutigen Ausgabe der Wochenschau präsentiert wird? Natürlich ist die Columbus-Mission unter Beteiligung des DLR ein Thema, dann wird auf die anstehende <a href="http://www.sciencedebate2008.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ScienceDebate2008</a> verwiesen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/#footnote_2_196" id="identifier_2_196" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sollten wir Wissenschaftsblogger zur n&auml;chsten Bundestagswahl etwas &auml;hnliches ins Auge fassen? Ich hatte mir vor 1-2 Wochen bereits &uuml;berlegt, ob man das Konzept &quot;ScienceDebate&quot; nicht adaptieren sollte&hellip;">3</a> und natürlich kommt auch das <a target="_blank" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/12/zeitenwende-der-brockhaus-geht-spiegelwissen-kommt-brauchen-wir-ein-lexikon-der-naechsten-generation-werkstattnotiz-lxv/" rel="noopener noreferrer">Ende des gedruckten Brockhaus</a> zur Sprache. &quot;<em>Internet kills the Lexikon-Star</em>&quot; &#8211; So lautet der freche Slogan, mit dem Matthias Spielkamp diese Nachricht ankündigt. </p>
<p>Daneben wird u.a. noch auf das empfehlenswerte Buch &quot;<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0701181451?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0701181451">Flat Earth News</a>&quot; des britischen Journalisten Nick Davies verwiesen. Ich wollte diese Woche eigentlich auch noch darauf hinweisen, bin aber zeitlich nicht mehr dazu gekommen. Deswegen soll hier der Link zur <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EE081D043D41EE48489D3EF6213FE9B0B0%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung in der FAZ</a> genügen. Und zuletzt sieht man in der Wisskomm-Show noch einen kurzen Ausschnitt aus der Doku &quot;<a href="http://www.flockofdodos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Flock Of Dodos</a>&quot;.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/#footnote_3_196" id="identifier_3_196" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Den Film gibt es offenbar in Deutschland (noch) nicht zu kaufen, aber ein Buch, das wohl als Grundlage diente.">4</a> Ich habe von diesem Film zuvor noch nie gehört, der Ausschnitt ist aber vielversprechend. Aber, schaut einfach selbst:<br />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><embed width="520" height="390" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" type="application/x-shockwave-flash" src="http://blip.tv/play/Aam5LQ" />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und, nicht vergessen: immer freitags gibt es die Wisskomm-Wochenschau! <a href="http://wisskomm.blip.tv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a> oder auch als <a href="http://wisskomm.blip.tv/rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RSS-Feed</a>.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_196" class="footnote">Immer wieder ergänzt durch einige wissenschaftssoziologische Überlegungen.</li><li id="footnote_1_196" class="footnote">Und ich denke schon, daß Stefan und ich hier prinzipiell beieinander liegen. Denn ich halte die Indizien, die die Studie liefert ja für durchaus beachtenswert. Grund genug, um weitere Untersuchungen anzuschließen. Mir ging es allein, um die einseitige und irreführende Berichterstattung. Und das war &#8211; wenn ich recht sehe &#8211; auch Stefans These.</li><li id="footnote_2_196" class="footnote">Sollten wir Wissenschaftsblogger zur nächsten Bundestagswahl etwas ähnliches ins Auge fassen? Ich hatte mir vor 1-2 Wochen bereits überlegt, ob man das Konzept &quot;ScienceDebate&quot; nicht adaptieren sollte&#8230;</li><li id="footnote_3_196" class="footnote">Den Film gibt es offenbar in Deutschland (noch) nicht zu kaufen, aber <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0978721306?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=0978721306">ein Buch</a>, das wohl als Grundlage diente.</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/02/mein-lieblings-science-videocast-die-wisskomm-wochenschau-werbepause-01/">Mein Lieblings-Science-Videocast: Die Wisskomm-Wochenschau | Werbepause 01</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview &#124; kurz&#038;knapp 25</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 10:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsblogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich gestehe, daß ich ein großer Fan von Interviews bin. Ich schätze es, wenn Menschen auf kluge Fragen interessante Antworten geben. Und auch wenn die Fragen nicht ganz so gescheit sind und auch die Antworten nicht alle druckreif, so lese ich dennoch gerne mit oder schaue zu, wenn zwei oder mehr Menschen Gespräche führen. Abgesehen ... <a title="Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview &#124; kurz&#038;knapp 25" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview &#124; kurz&#038;knapp 25">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/">Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview | kurz&#038;knapp 25</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/talk_01.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-238 alignright" style="margin: 5px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/talk_01.jpg" alt="Talk_01" width="200" height="133" /></a><strong>Ich gestehe, daß ich ein großer Fan von Interviews bin. Ich schätze es, wenn Menschen auf kluge Fragen interessante Antworten geben. Und auch wenn die Fragen nicht ganz so gescheit sind und auch die Antworten nicht alle druckreif, so lese ich dennoch gerne mit oder schaue zu, wenn zwei oder mehr Menschen Gespräche führen.</strong></p>
<p>Abgesehen von den Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis (die ja hoffentlich weniger Interview-, denn Konversationscharakter haben), sind es ja meist mehr oder minder &#8222;prominente&#8220; Personen, die im Fernsehen oder in Zeitungen und Magazinen interviewt werden. Sicher gibt es gute Gründe dafür, daß etwa in der &#8222;SZ am Wochenende&#8220; auf der letzten Seite ein toller Komponist oder meinetwegen ein herausragender Schriftsteller befragt wird. Allerdings möchte ich behaupten, daß jeder beliebige Blogger ebenfalls Wissenswertes zu erzählen wüßte. Weshalb ich so ins philosophieren gerate?</p>
<h4 class="pullquote">Warum werden nur prominente Menschen interviewt? Und wieso muß man als Wissenschaftler erst den Nobelpreis haben, bevor man als Gesprächsperson interessant wird?</h4>
<p>Der Kommunikationswissenschaftler und Blogforscher<a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Jan Schmidt</a> vom Hamburger Hans-Bredow-Institut hat vorgestern ein Interview bei sich im Blog eingestellt, das er einem Fachmagazin gegeben hat. Und natürlich ist <a  href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/118" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Gespräch</a> lesenswert! Warum muß man eigentlich als Wissenschaftler meist erst den Nobelpreis erhalten, bevor man als Person interessant wird?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/#footnote_0_235" id="identifier_0_235" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Davon zu unterscheiden sind diejenigen Gespr&auml;che, in denen der Wissenschaftler als &bdquo;Experte&ldquo; befragt wird. Hier interessiert er ja nur in seiner Rolle als Fachmann, als Mensch tritt er dabei kaum in Erscheinung.">1</a></p>
<p>Ich plane übrigens seit einiger Zeit für das <a href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a> eine ähnliche Rubrik, in der wissenschaftliche Blogger zu Wort kommen bzw. auf einige Fragen antworten sollen. Ich werde das weiter verfolgen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/#footnote_1_235" id="identifier_1_235" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und wer noch spannende Fragen parat hat, die er schon lange einem Wissenschaftsblogger stellen wollte, dann ist daf&uuml;r Platz in den Kommentaren. Ganz nach dem Motto: &bdquo;Was sie schon immer von einem Blogger wissen wollten, aber nie zu fragen wagten&hellip;&ldquo; ;-) ">2</a></p>
<p>Zurück zu Jan: er meckert über die unbefriedigende Situation für Nachwuchswissenschaftler, erzählt, wie er von der Soziologie zu den Kommunikationswissenschaften kam und hat mit folgender Antwort bei mir natürlich gewonnen:</p>
<blockquote><p><em>Frage: Was würden Sie als Wissenschaftsminister/in Ihres Landes sofort ändern?</em></p>
<p>Jan: Nach der (sicherlich hart umkämpften) deutlichen Aufstockung meines Budgets würde ich allen Nachwuchswissenschaftler/innen, die es möchten und können, eine unbefristete Stelle an der Universität bzw. in den Wissenschaftseinrichtungen anbieten, um ihnen selbstbestimmte Forschung und Lehre zu ermöglichen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wo darf ich mein Kreuzchen für Jan machen? Wer befördert den Mann endlich zum Minister? ;-)</p>
<ul>
<li><span class="citation_txt">Schmidt, Jan (2008): <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/118" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragebogen für den AVISO</a>. In: Schmidt mit Dete [Weblog], 9. April 2008. Online-Publikation: http://www.schmidtmitdete.de/archives/118. </span></li>
</ul>
<div class="invisible">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Interview">Interview</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaft">Wissenschaft</a><br />
<a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Wissenschaftskommunikation">Wissenschaftskommunikation</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_235" class="footnote">Davon zu unterscheiden sind diejenigen Gespräche, in denen der Wissenschaftler als &#8222;Experte&#8220; befragt wird. Hier interessiert er ja nur in seiner Rolle als Fachmann, als Mensch tritt er dabei kaum in Erscheinung.</li><li id="footnote_1_235" class="footnote">Und wer noch spannende Fragen parat hat, die er schon lange einem Wissenschaftsblogger stellen wollte, dann ist dafür Platz in den Kommentaren. Ganz nach dem Motto: &#8222;Was sie schon immer von einem Blogger wissen wollten, aber nie zu fragen wagten&#8230;&#8220; ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/der-mensch-hinter-dem-wissenschaftler-jan-schmidt-im-interview-kurzknapp-25/">Der Mensch hinter dem Wissenschaftler » Jan Schmidt im Interview | kurz&#038;knapp 25</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste &#124; Werkstattnotiz IXXX</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Nov 2007 16:40:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#34;Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne&#34;, so dichtete Hermann Hesse. Aber jeder Anfang und Neubeginn ist auch mit einer gewissen Portion Ungewißheit verknüpft: werden die Pläne aufgehen, stößt man mit seinen Ideen auf Zustimmung, welche Resonanz findet das neue Projekt? Jetzt ist die Eröffnung eines kleinen Blogportals keineswegs ein weltbewegendes Ereignis und sogar hier in ... <a title="&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste &#124; Werkstattnotiz IXXX" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/" aria-label="Mehr Informationen über &#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste &#124; Werkstattnotiz IXXX">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/">&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste | Werkstattnotiz IXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>&quot;Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne&quot;</em>, so dichtete Hermann Hesse. Aber jeder Anfang und Neubeginn ist auch mit einer gewissen Portion Ungewißheit verknüpft: werden die Pläne aufgehen, stößt man mit seinen Ideen auf Zustimmung, welche Resonanz findet das neue Projekt?</strong></p>
<p>Jetzt ist die Eröffnung eines kleinen Blogportals keineswegs ein weltbewegendes Ereignis und sogar hier in der Wissenswerkstatt geht die Arbeit weiterhin routiniert voran; dennoch war ich natürlich gespannt darauf, ob das &quot;<a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Café</a>&quot;, das ich am vergangenen Montag eröffnet habe, auch Zustimmung und Beachtung findet. Denn wozu soll so ein seltsames Hybrid-Meta-Blog gut sein? Eigene Inhalte sollen ja eigentlich nicht darauf abgestellt werden. Ist es den Aufwand wert, um lediglich die paar wissenschaftlichen Blogger aufzulisten?<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#footnote_0_124" id="identifier_0_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es freut mich nat&uuml;rlich, da&szlig; an vielen Stellen nette und lobende Worte f&uuml;r das Caf&eacute; gefunden wurden. Thomas Pleil machte fast als erster darauf aufmerksam, Mandy Schiefner lobte auch und die beiden Basler Geschichtshaudegen wollten die Einladung ins Caf&eacute; auch nicht ablehnen. Und Markus von &quot;text&amp;blog&quot; gab noch einige wertvolle Tipps. Danke! &ndash; Die vielen anderen m&ouml;gen mir verzeihen, da&szlig; ich sie nicht eigens aufz&auml;hle&hellip;">1</a> </p>
<p>Das waren u.a. die Fragen, die sich mir im Vorfeld stellten. Wobei, um ehrlich zu sein: wenn ich gar so skeptisch gewesen wäre, hätte ich die Seite erst gar nicht zusammengebastelt. Und um noch viel, viel ehrlicher zu sein: die Vorteile einer gemeinschaftlichen Wissenschaftsblogstation, von der aus die vielen Pfade zu den individuellen Blogs abzweigen, lagen und liegen meiner Ansicht nach auf der Hand.</p>
<p><strong>Jede Menge Bewegung in der Wissenschaftsblog-Szene&nbsp;</strong></p>
<p>Und wenn ich nicht mit einigermaßen viel Arbeit zugedeckt wäre und evtl. 1-2 Partner an der Hand gehabt hätte, hätte ich durchaus schon im Juli/August ein noch weitergehendes Wissenschaftsblog aufgezogen, wie es eben nun mit professionellem Background unter der Regie von Burda (zukünftig: Scienceblogs.de) und offenbar Spektrum (angeblich startet alsbald: wissenslogs.de) an den Start gehen wird.</p>
<p>Das sind aber Projekte, die im Wissenschafts-Café nur am Rande eine Rolle spielen. Was läßt sich nach den ersten 4-5 Tagen sagen? </p>
<h4 class="pullquote">Es gibt mehr Wissenschaftsblogger als gedacht.  Neuentdeckungen im Wissenschafts-Café. <br /></h4>
<p>Das erste und wichtigste Zwischenfazit lautet: die wissenschaftliche Blogszene ist größer und vielfältiger, als man gemeinhin vermutet. Am Montag hatte ich rund 30 Blogs zusammengefaßt, auf die die Kriterien (hauptsächlich wissenschaftliche Ausrichtung) zutreffen. Seither erreichten mich über das Kontaktformular weitere Hinweise, so daß jetzt bereits über 40 Blogs versammelt sind. Und das Schöne: es sind wirklich wunderbare Blogs, die mir hier quasi zugeflogen sind.</p>
<p>Um nur zwei kleine Beispiele zu nennen: im Blog <a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2007/11/adresscomptoir-anton-tantner/" rel="noopener noreferrer">&quot;Adresscomptoir&quot;</a> sind die Notizen des Wiener Historikers Anton Tantner zu lesen, der sich selbst in die Geschichte der Hausnummerierung gestürzt hat, daneben aber immer einen Blick auf das weite Feld der historischen Forschung und angrenzende Themen hat. Die Kurzinfo zu seinem Blog liest sich so &#8211; ein Besuch des Weblogs ist aber unbedingt angeraten: </p>
<blockquote>
<p>&quot;Das Weblog &quot;Adresscomptoir&quot; behandelt seit mehr als zwei Jahren u.a. die Geschichte der Hausnummerierung, frühneuzeitliche Adressbüros, Literaturrecherche, Neue Medien, politische Themen und theoretische Fragen.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Aus dem naturwissenschaftlichen Bereich ist seit heute auch das <a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/blogportal/2007/11/biocrash-petra-zugschwerdt/" rel="noopener noreferrer">&quot;Biocrash&quot;-Blog</a> vertreten. Hier bloggt die Heidelberger Biologie-Studentin Petra Zugschwerdt, die aber alles andere als ein Neuling auf diesem Gebiet ist. Seit über 2 jahren ist sie unter ihrem Aliasnamen &quot;rotfell&quot; bereits aktiv.</p>
<blockquote>
<p>&quot;bio crash versucht nicht, einen allumfassenden Überblick in alle Neuigkeiten der Biologie zu geben. Das wäre doch ein zu großes Unterfangen für ein privates Weblog. An Biologie interessierte Leser sollen die Möglichkeit bekommen, sich über das Lehrbuch hinaus über aktuelle biologische Themen informieren und darüber in den Kommentaren oder im Alltag diskutieren zu können.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Und Petra hat in ihrem Blog vorgestern auch einen Beitrag eingestellt, der mich natürlich sehr gefreut hat. Unter dem Titel &quot;<a target="_blank" href="http://www.forenplanet.de/network/biocrash/wordpress/?p=33" rel="noopener noreferrer">Hurra! Wir sind nicht allein!</a>&quot; schrieb sie:</p>
<blockquote>
<p>&quot;Mir wurden vielmehr zwei Adressen von anderen deutschsprachigen naturwissenschaftlichen Bloggern zugesteckt und kaum habe ich mir ihre Seiten angeguckt, finde ich ein richtiges NaWiBloggernest.<br /><strong>Wo haben die sich nur bisher vor mir versteckt? Warum habe ich sie nicht früher gefunden?</strong> Da ist sicher eine riesige fiese Verschwörung im Gange ;) Egal, mein Blogroll ist jedenfalls jetzt um einige deutschsprachige Blogs reicher und ich bin happy!&quot;</p>
</blockquote>
<p>Schön, wenn man so einfach Menschen glücklich machen kann&#8230;</p>
<p>Und ganz im Ernst: ich habe tatsächlich den Eindruck, als hätte das Wissenschafts-Café schon nach wenigen Tagen ein kleines bißchen dazu beigetragen, daß die wissenschaftlichen Blogger ein bißchen besser wissen, was in ihrer Nachbarschaft passiert. Einige Blogger haben bereits jetzt weitere fachkundige Leser hinzugewonnen.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#footnote_1_124" id="identifier_1_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die letzten Tage waren jeweils knapp &uuml;ber 100 Besucher im Caf&eacute;, die sich im &uuml;brigen sehr intensiv umgesehen haben; es wurden ca. 6-7 Seiten pro Besucher angeklickt.">2</a> Und als besonders interessant erweist sich (kaum überraschend) der &quot;<a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/newsticker/" rel="noopener noreferrer">Newsticker</a>&quot;. </p>
<h4 class="pullquote">Einer der offenen Wünsche: Die Kommentarfunktion darf noch ein wenig engagierter genutzt werden&#8230; ;-) <br /></h4>
<p>Wenn in Zukunft noch ein paar mehr Wissenschaftsblogs aufgenommen werden können und die Bewertungsfunktion nicht nur zur Abgabe von Höchstwerten genutzt, sondern eben das ganze Notenspektrum ausgeschöpft wird<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/#footnote_2_124" id="identifier_2_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Wertung mit 5 von 8 Punkten hei&szlig;t ja immer noch, da&szlig; man das jeweilige Blog f&uuml;r &uuml;berdurchschnittlich h&auml;lt&hellip;">3</a>, bin ich fast wunschlos glücklich. Wobei, halt: bislang wurde zwar schon kommentiert, aber wenn noch mehr Meinungen von Lesern zusammenkommen, dann würde mich das natürlich auch freuen. Und wenn ein Blogger die Kommentarfunktion selbst nutzt, um darauf hinzuweisen, daß bei ihm evtl. eine spannende Artikelserie oder andere Besonderheiten anstehen, bin ich ihm auch nicht böse.&nbsp;</p>
<p>Alles in allem aber gilt: <em><strong>Wir müssen uns einen Wissenschafts-Café-Barkeeper als glücklichen Menschen vorstellen&#8230;</strong></em></p>
<p></p>
<hr width="100%" size="1" />
<p>Wer bislang noch keine Zeit für einen Cafébesuch gefunden hat &#8211; hier geht&#8217;s lang:</p>
<ul>
<li><a target="_blank" href="http://www.wissenschafts-cafe.net/" rel="noopener noreferrer"> Wissenschafts-Café :: Portal für die wissenschaftliche Blogosphäre</a></li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_124" class="footnote">Es freut mich natürlich, daß an vielen Stellen nette und lobende Worte für das Café gefunden wurden. <a target="_blank" href="http://thomaspleil.wordpress.com/2007/11/05/wissenschafts-cafe-eine-heimat-fur-wissenschaftliche-blogs/" rel="noopener noreferrer">Thomas Pleil</a> machte fast als erster darauf aufmerksam, <a target="_blank" href="http://www.mandyschiefner.ch/blog/archives/1097" rel="noopener noreferrer">Mandy Schiefner lobte auch</a> und die beiden <a target="_blank" href="http://weblog.histnet.ch/archives/636" rel="noopener noreferrer">Basler Geschichtshaudegen</a> wollten die Einladung ins Café auch nicht ablehnen. Und Markus von <a target="_blank" href="http://textundblog.de/?p=1891" rel="noopener noreferrer">&quot;text&amp;blog&quot;</a> gab noch einige wertvolle Tipps. Danke! &#8211; Die vielen anderen mögen mir verzeihen, daß ich sie nicht eigens aufzähle&#8230;</li><li id="footnote_1_124" class="footnote">Die letzten Tage waren jeweils knapp über 100 Besucher im Café, die sich im übrigen sehr intensiv umgesehen haben; es wurden ca. 6-7 Seiten pro Besucher angeklickt.</li><li id="footnote_2_124" class="footnote">Die Wertung mit 5 von 8 Punkten heißt ja immer noch, daß man das jeweilige Blog für überdurchschnittlich hält&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2007/11/wir-muessen-uns-einen-kaffeehausbesitzer-als-gluecklichen-menschen-vorstellen-das-wissenschafts-cafe-und-seine-gaeste-werkstattnotiz-ixxx/">&#8222;Wir müssen uns einen Kaffeehausbesitzer als glücklichen Menschen vorstellen&#8220; » Das Wissenschafts-Café und seine Gäste | Werkstattnotiz IXXX</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Meeresforschung im METEOR-Logbuch » Leider nur in der Web-1.0-Variante &#124; kurz&#038;knapp 28</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 09:03:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissenswerkstatt.net/?p=245</guid>

					<description><![CDATA[<p>Daß Blog die Abkürzung von Weblog ist und hierbei das &#8222;Logbuch&#8220; Pate stand ist hinlänglich bekannt.1 Und welche Thematik eignete sich besser für einen Blog, als die Ereignisse an Bord eines Schiffes? Und tatsächlich gibt es &#8211; wie ich eben bei Text&#38;Blog lese &#8211; ab sofort die Möglichkeit, die Logbucheinträge von Forschern und Crewmitgliedern der ... <a title="Meeresforschung im METEOR-Logbuch » Leider nur in der Web-1.0-Variante &#124; kurz&#038;knapp 28" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/" aria-label="Mehr Informationen über Meeresforschung im METEOR-Logbuch » Leider nur in der Web-1.0-Variante &#124; kurz&#038;knapp 28">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/">Meeresforschung im METEOR-Logbuch » Leider nur in der Web-1.0-Variante | kurz&#038;knapp 28</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-248" style="border: 1px solid #dcdcdc; margin: 6px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/meteor_01.jpg" alt="Forschungsschiff Meteor" width="230" height="142" /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:MET03.jpg"></a><strong> Daß Blog die Abkürzung von Weblog ist und hierbei das &#8222;Logbuch&#8220; Pate stand ist hinlänglich bekannt.</strong><a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/#footnote_0_245" id="identifier_0_245" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch wenn ich gestehen mu&szlig;, da&szlig; ich selbst nicht konsequent &bdquo;das&ldquo; Blog sage bzw. schreibe, sondern h&auml;ufiger &bdquo;der&ldquo;&hellip;">1</a> <strong> Und welche Thematik eignete sich besser für einen Blog, als die Ereignisse an Bord eines Schiffes?</strong></p>
<p style="text-align: left;">Und tatsächlich gibt es &#8211; wie ich eben bei <a href="http://textundblog.de/?p=2137" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Text&amp;Blog</a> lese &#8211; ab sofort die Möglichkeit, die Logbucheinträge von Forschern und Crewmitgliedern der &#8222;Meteor&#8220; nachzulesen, die derzeit in den Gewässern vor Namibia schippert.</p>
<p style="text-align: left;">Die &#8222;<a  href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Meteor_%28Forschungsschiff%29&amp;oldid=44720865" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meteor</a>&#8220; ist übrigens das jüngste Exemplar einer traditionsreichen &#8222;Forschungsschiff-Dynastie&#8220;. Die &#8222;erste&#8220; Meteor lief am 26.2.1914 in der Kaiserlichen Werft von Danzig vom Stapel und die jetzige Meteor wurde 1986 in Travemünde gebaut. Insgesamt bietet das fast 100m lange Schiff Platz für knapp 30 Wissenschaftler und ebensoviele Besatzungsmitglieder. Und &#8211; letzte Info für Zahlenfreaks &#8211; wenn es sein muß, dann macht die Meteor 12 Knoten. Die <a href="http://www.marum.de/METEOR-Logbuch.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Info</a> zur aktuellen Mission liest sich auf der Website so:</p>
<blockquote style="text-align: left;"><p>&#8222;Vom 12. April bis zum 25. Mai untersuchen Forscher des MARUM<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/#footnote_1_245" id="identifier_1_245" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Unter diesem Forschungsverbund versammeln sich u.a. Geowissenschaftler, Ozeanographen und Biologen der Uni Bremen, sowie Forscher des dortigen Max-Planck-Instituts und des Alfred-Wegener-Instituts f&uuml;r Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.">2</a> von Bord des Forschungsschiffes METEOR die so genannte tiefe Biosphäre vor Namibia. Dabei handelt es sich um das vermutlich größte Ökosystem der Welt, nämlich einzellige Lebewesen, die bis mehrere hundert Meter tief im Ozeanboden verborgen leben.&#8220;</p></blockquote>
<p style="text-align: left;">Ich finde die Idee klasse und mit Sicherheit gewinnt man hier spannende Einblicke in die Arbeit der Ingenieure und Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff. Und <a href="http://www.planeterde.de/internationales-jahr-des-planeten/meteor-blog/fahrtleiter-logbuch/logbuch-11-april-2008/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> gibt es den 1. Logbuch-Eintrag.</p>
<h4 class="pullquote" style="text-align: left;">Weshalb verzichtet man ausgerechnet auf solche Features, die einen Blog erst richtig spannend machen? Kommentare sind offenbar nicht erwünscht, genausowenig kann man sich die Beiträge per RSS holen&#8230;</h4>
<p style="text-align: left;">Allerdings frage ich mich, weshalb man nicht wirklich konsequent das Weblog-Prinzip verfolgt: denn eine Kommentarfunktion gibt es nicht.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/#footnote_2_245" id="identifier_2_245" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Und ob Trackbacks angezeigt werden, halte ich auch f&uuml;r fraglich bzw. f&uuml;r ziemlich unwahrscheinlich. Werde es aber mit diesem Beitrag testen. ;-) ">3</a> Eigentlich schade, denn möglicherweise wäre es für die Logbuchschreiber auch spannend, wenn sie die Reaktionen der Leser verfolgen könnten.</p>
<p style="text-align: left;">Weshalb &#8222;kastriert&#8220; man einen Blog genau um diese wesentliche Funktion? Daß man auch keinen RSS-Feed anbietet, wundert da kaum noch. Und auch an der Navigation bzw. Übersichtlichkeit der Website ließe sich meiner Meinung nach vieles verbessern.</p>
<p style="text-align: left;">Dennoch ein Lesetipp:</p>
<ul style="text-align: left;">
<li><a href="http://www.planeterde.de/internationales-jahr-des-planeten/meteor-blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.planeterde.de/internationales-jahr-des-planeten/meteor-blog</a></li>
</ul>
<div class="invisible" style="text-align: left;">
<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p style="text-align: left;"><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Ozean">Ozean</a><br />
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_245" class="footnote">Auch wenn ich gestehen muß, daß ich selbst nicht konsequent &#8222;das&#8220; Blog sage bzw. schreibe, sondern häufiger &#8222;der&#8220;&#8230;</li><li id="footnote_1_245" class="footnote">Unter diesem Forschungsverbund versammeln sich u.a. Geowissenschaftler, Ozeanographen und Biologen der Uni Bremen, sowie Forscher des dortigen Max-Planck-Instituts und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.</li><li id="footnote_2_245" class="footnote">Und ob Trackbacks angezeigt werden, halte ich auch für fraglich bzw. für ziemlich unwahrscheinlich. Werde es aber mit diesem Beitrag testen. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/meeresforschung-im-meteor-logbuch-leider-nur-in-der-web-10-variante-kurzknapp-28/">Meeresforschung im METEOR-Logbuch » Leider nur in der Web-1.0-Variante | kurz&#038;knapp 28</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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		<title>Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen &#124; Werkstattnotiz LVI</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2008 09:03:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein einradfahrender Ex-Dermatologe aus Newcastle radelt ein Jahr lang durch die Stadt, dokumentiert die Reaktionen der Passanten, schreibt eine Wissenschaftspersiflage und die deutschen Journalisten haben eine Geschichte. Und die Engländer freuen sich über die Deutschen, die den Humor nicht verstanden haben, den britischen. Am Anfang jeder wissenschaftlichen Studie steht das Forschungsdesign. Denn schließlich gibt es ... <a title="Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen &#124; Werkstattnotiz LVI" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/" aria-label="Mehr Informationen über Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen &#124; Werkstattnotiz LVI">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/">Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen | Werkstattnotiz LVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein einradfahrender Ex-Dermatologe aus Newcastle radelt ein Jahr lang durch die Stadt, dokumentiert die Reaktionen der Passanten, schreibt eine Wissenschaftspersiflage und die deutschen Journalisten haben eine Geschichte. Und die Engländer freuen sich über die Deutschen, die den Humor nicht verstanden haben, den britischen.  </strong> </p>
<p>Am Anfang jeder wissenschaftlichen Studie steht das Forschungsdesign. Denn schließlich gibt es immer verschiedene Vorgehensweisen, um sich einer Antwort auf die jeweilige Forschungsfrage anzunähern. Man kann klassisch vorgehen, sich an anderen Untersuchungen orientieren oder extravagantere Zugänge ausprobieren. </p>
<h4 class="pullquote_left"> Wieso lassen sich deutsche Wissenschaftsjournalisten so leicht an der Nase herumführen? <br /></h4>
<p>Für die hiesigen Wissenschaftsjournalisten spielt es aber offenbar keine Rolle, wie bestimmte Thesen zustande gekommen sind. Sind die Untersuchungen methodisch sauber durchgeführt oder gemäß einer Schrotschußmethode? In deutschen Wissenschaftsredaktionen läßt man sich ganz offensichtlich gerne zum Narren halten und verkauft auf diese Weise die Leser für dumm.</p>
<p><u><em>Gedankenexperiment und Aufgabenstellung: </em></u><em></em></p>
<p><em>Entwickeln Sie ein Untersuchungsdesign, um Ursachen und Artikulationsformen von Humor zu analysieren. Nehmen Sie v.a. die Unterschiede im Humorverhalten zwischen den Geschlechtern und verschiedener Altersgruppen in den Blick! </em></p>
<p>Und? Wie könnte man erste Antworten auf eine solche Fragestellung erhalten? Aber Achtung!, wissenschaftlich soll es schon sein! Laden wir uns Probanden ins Labor ein und spielen ihnen verschiedene Videos (Slapstick, Comedy, Alltagsunfälle&#8230;) vor? Hmmm&#8230;. vielleicht ja zu konventionell, wenn man Humorforschung betreibt. Wählen wir die teilnehmende Beobachtung und besuchen Theater-, Kabarett- oder Clownsvorstellungen und analysieren die Reaktion der Zuschauer? Zu unwissenschaftlich? Schwierig&#8230; aber wir können ja schlechterdings ein Jahr lang mit dem Einrad durch unser Städtchen radeln und notieren, wie die Passanten darauf reagieren. Das wäre zu abgefahren und ja auch nicht wirklich wissenschaftlich, oder? </p>
<p><strong>Methodisches Kabinettstückchen: Ich fahre Einrad und schaue was passiert&#8230;</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" width="140" height="140" align="left" style="border: 1px solid rgb(105, 105, 105); padding: 1px; margin-top: 2px; margin-right: 10px; margin-bottom: 5px;" alt="Humor_Professor.jpg" src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/2008/01/Humor_Professor.jpg" />Genau eine solche schräge Vorgehensweise halten aber ganz offensichtlich die etablierten Wissenschaftsjournalisten für sauber, solide und ertragreich. Denn Sam Shuster<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_0_169" id="identifier_0_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das Photo oben zeigt den Spa&szlig;vogel. Es stammt von der Guardian-Website.">1</a> &#8211; ehemaliger Professor für Dermatologie &#8211; behauptete genau diesen Versuch unternommen zu haben. Er sei auf seinem Einrad angeblich ein Jahr lang durch seine Heimatstadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Newcastle_upon_Tyne" target="_blank"  rel="noopener noreferrer">Newcastle upon Tyne</a> geradelt. Und die Reaktionen der Bewohner und seine Schlußfolgerungen präsentierte er nun in einem süffig-launigen<a target="_blank" href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/335/7633/1320" rel="noopener noreferrer"> Artikel </a>in der &quot;Weihnachtsausgabe&quot; des British Medical Journal. </p>
<p>Und nach einem Jahr voller Beschimpfungen, höhnischer Bemerkungen und neugieriger Nachfragen kommt Shuster zum Schluß, daß der Testosteronspiegel die alles entscheidende Variable darstelle. Je mehr Testosteron, desto häufiger und markanter die humorvollen Sprüche. Der weibliche Teil der Bevölkerung habe &#8211; so ergaben des Professors Notizen &#8211; fast ausschließlich fürsorglich und nicht hämisch-witzig auf ihn reagiert. </p>
<p>Und ganz gemäß der weihnachtlichen Botschaft der Liebe seufzt der nette, ergraute Professor am Ende seines Artikels, daß die Aggressivität dennoch einen recht hohen Preis für ein paar witzige Sprüche darstelle&#8230; </p>
<p><strong>Die Journalisten nehmen den »Fachartikel« für bare Münze</strong></p>
<p>Wer aber nun glaubt, diese nette Wissenschaftspersiflage würde schmunzelnd zur Kenntnis genommen, der irrt. Die deutschen Zeitungen und Onlineportale können offenbar nicht genug vom kauzigen, einradfahrenden Professor bekommen. Und die Studienergebnisse werden überall lang und breit ausgestellt &#8211; vom Umstand, daß die Erkenntnisse auf mehr als obskure Weise gewonnen wurden (falls Shuster überhaupt des Einradfahrens mächtig ist) keine Silbe. Daß Shuster an vielen Stellen augenzwinkernd auf seine Parodie hinweist, merken die braven Wissenschaftsjournalisten freilich nicht&#8230;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_1_169" id="identifier_1_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gleich im ersten Absatz schildert Shuster, wie es zu seiner Studienanordnung gekommen sei. Bei der Suche nach einem Geschenk f&uuml;r seinen Enkel habe er sich in ein chromgl&auml;nzendes Einrad verguckt und schlie&szlig;lich sagte seine Frau: &quot;buy the bloody thing&quot;&hellip;. ;-)&nbsp; Werte Damen und Herren Wissenschaftsjournalisten, wollen Sie mir erz&auml;hlen, da&szlig; sie in &quot;seri&ouml;sen&quot; Fachartikeln regelm&auml;&szlig;ig lesen, welchen Beitrag die Ehefrau des Forschers geleistet habe? Werden Sie bei solchen eminent wissenschaftlichen Infos &ndash; &quot;buy the bloody thing&quot; &ndash; nicht stutzig?">2</a></p>
<h4 class="pullquote"> Die Hinweise auf die Satire werden großzügig übersehen. Stattdessen wird auf das »renommierte« British Medical Journal hingewiesen. Wie blind und naiv ist man eigentlich? <br /></h4>
<p>Aber dazu hätte man den Artikel ja vermutlich kurz lesen oder zumindest überfliegen müssen! Aber stattdessen posaunt man überall in der Welt diese bahnbrechenden Erkenntnisse hinaus &#8211; nur weil sie so nett skurril sind? Gibt man deswegen den letzten Rest kritischen Sachverstand bei der Redaktionssekretärin ab? So liest man in SZ, Spiegel, Welt und Co., daß eine britische Studie einen Zusammenhang zwischen Testosteronspiegel und Humor ergeben habe und ein &quot;britischer Forscher behauptet: Männer haben mehr Humor als Frauen.&quot;<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_2_169" id="identifier_2_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So etwa wieder Philip Bethge im gedruckten (!) Spiegel.">3</a> Und das alles stünde im &quot;renommierten&quot; &#8211; so wird überall hervorgehoben &#8211; British Medical Journal:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_3_169" id="identifier_3_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bei Pia Heinemann (Die Welt) liest sich alles wie ein stinknormale Studie; sie schreibt u.a. &quot;Als versierter Forscher fing er sofort an, diese Reaktionen aufzuzeichnen, zu ordnen und schlie&szlig;lich auszuwerten. Streng systematisch ging er dabei vor&hellip;&quot; Weiter ist von &quot; reiner empirischer Betrachtung&quot; zu lesen und an keiner Stelle tr&uuml;ben Zweifel, ob das mit rechten Dingen zugeht, ihren Artikel&hellip;">4</a></p>
<p><strong>Der traurige Witz mit dem Witz</strong></p>
<p>Der Witz ist nur: Sam Shuster macht einen Witz! Zwar gibt es selbstverständlich Sozialwissenschaftler, Psychologen und auch Biologen, die sich auch mit Humor beschäftigen, aber Sam Shuster leistet eben definitiv keinen Beitrag zu diesem randständigen Forschungsfeld. Die einzigen &quot;Zitate&quot; in seinem Artikel stammen von <a  target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marty_Feldman" rel="noopener noreferrer">Marty Feldman</a> und <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diane_Keaton" rel="noopener noreferrer">Diane Keaton</a>, beides sicherlich komische Herrschaften, aber ausgewiesene Humorexperten? </p>
<p>Die Mühe Fachartikel zu zitieren macht sich Shuster erst gar nicht. Und nur ganz am Ende verweist er &#8211; als er die möglichen evolutionären Vorteile von humorvollem Verhalten erläutert &#8211; neben Darwin noch auf zwei weitere Bücher, die sich mit dem Geschlechterverhältnis, Attraktivität und Evolution befassen. </p>
<p>Statt auf methodische Details<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_4_169" id="identifier_4_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Er erkl&auml;rt lediglich, da&szlig; er sich bem&uuml;ht habe immer im selben Outfit und in &quot;neutraler&quot; Haltung zu radeln. &quot;I therefore wore the same bland tracksuit, trainers, and facial demeanour, and I rode &quot;neutrally&quot; with no attempt to entertain.&quot;">5</a> oder wissenschaftliche Aspekte einzugehen, dokumentiert Shuster seine angeblichen Beobachtungen im Plauderton:</p>
<blockquote><p>The response of people in cars was remarkable. Young men in old cars were very aggressive, acting as if to frighten me off the road—they lowered their windows and shouted abusively, waved their arms, and hooted. I did not see this with women drivers and older men in more expensive cars.</p></blockquote>
<p>Aha! Man hüte sich v.a. vor der Kombination von jungen Männern in alten Autos! ;-)</p>
<p>Aber solche anekdotischen Verspieltheiten können die Wissenschaftsvermittlungsprofis hierzulande offenbar kaum irritieren.<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_5_169" id="identifier_5_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Auch die vielen Unzul&auml;nglichkeiten &ndash; w&auml;re es eine &quot;richtige&quot; Studie &ndash; scheinen niemanden zu interessieren: Shuster schreibt bspw. er habe einfach von der Kleidung auf die soziale Schicht bzw. Herkunft der jeweiligen &quot;Probanden&quot; getippt! Ja, genauso mache ich es auch bei der n&auml;chsten Untersuchung bei der ich beteiligt bin&hellip; ich sch&auml;tze einfach. ;-) ">6</a> Und selbst der abschließende Hinweis auf Interessensverquickungen,</p>
<blockquote><p>Competing interests: None, apart from owning a bicycle as well as a unicycle.</p></blockquote>
<p>wurde von Spiegel, SZ und Co. geschluckt. Hallo, Herrschaften! Da gibt der &quot;Gelehrte&quot; &#8211; wie Ihr anerkennend schreibt &#8211; freimütig zu Protokoll, daß er auch noch ein &quot;normales&quot; Rad sein Eigen nenne und Ihr begreift immer noch nicht, daß Ihr gerade eine kleine, subtile Wissenschaftssatire gelesen habt?</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr width="100%" size="1" />
<p><em>Hinweis:</em> </p>
<p>Ich selbst hatte zunächst nur den Artikel von Werner Bartens in der SZ gelesen<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_6_169" id="identifier_6_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der immerhin anklingen l&auml;&szlig;t, da&szlig; er die &quot;Studie&quot; f&uuml;r extravagant h&auml;lt. Die Versuchsanordnung sei &quot;einseitig&quot; gewesen, bemerkt Bartens und herausgekommen sei eine &quot;wilde Theorie&quot;.">7</a> und war doch sehr verwundert über diese angebliche Einrad-Humor-Studie. Bei kamenin in der &quot;<a target="_blank" href="http://kamenin.wordpress.com/2007/12/22/wenn-wissenschaftsjournalisten-den-witz-nicht-verstehen/" rel="noopener noreferrer">Begrenzten Wissenschaft</a>&quot; las ich dann von all den naiven Schreiberlingen, die dem guten Sam Shuster auf den Leim gegangen waren und wollte eigentlich kein Wort mehr dazu verlieren. Nun &#8211; zwei Wochen nach der ersten Artikel-Serie &#8211; legt aber Philip Bethge im Spiegel (sogar in der gedruckten Ausgabe!) nach und rekurriert wieder auf den Spaß-Text ohne den Lesern mitzuteilen, daß die Studie nicht ernst zu nehmen ist. Aber Bethge hat vermutlich den Kollegen vertraut, selber lesen und nachdenken macht ja Arbeit&#8230;</p>
<p>Die traurige Liste des unkritischen Nachplapper-Wissenschafts-Journalismus:<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/#footnote_7_169" id="identifier_7_169" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="W&auml;ren es Blogs gewesen, die hier die Satire f&uuml;r Ernst genommen h&auml;tten, dann w&auml;re das Geschrei bei den Profis wieder laut gewesen&hellip;">8</a></p>
<ul>
<li>Bethge, Philip: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,527056,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herr der Pointe</a>, Der Spiegel, 01.01.2008</li>
<li>Dambeck, Holger: <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,524932,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Geheimnis des männlichen Witzes</a>, SpiegelOnline, 22.12.2007</li>
<li>Obermüller, Eva: <a href="http://science.orf.at/science/news/150331" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Männlicher Humor: Vielleicht nur versteckte Aggression</a>, ORF-Wissenschaft, 21.12.2007</li>
<li>Heinemann, Pia: <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article1481597/Humor_haengt_vom_Testosteronspiegel_ab.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humor hängt vom Testosteronspiegel ab</a>, Die Welt, 20.12.2007</li>
<li>Bartens, Werner: <a href="http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/artikel/923/149564/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Einfall mit dem Einrad</a>, Süddeutsche Zeitung, 21.12.2007</li>
<li>Murr, Angela: <a target="_blank" href="http://www.menshealth.de/health/hirn-psyche/testosteron-sorgt-fuer-spott.81726.htm" rel="noopener noreferrer">Testosteron sorgt für Spott</a>, Men&#8217;s Health, 27.12.2007</li>
</ul>
<p></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und hier ist der &quot;Stein&quot; des Anstoßes:</p>
<ul>
<li>Shuster, Sam: <a target="_blank" href="http://www.bmj.com/cgi/content/full/335/7633/1320" rel="noopener noreferrer">Sex, aggression, and humour: responses to unicycling</a>, in: British Medical Journal, 2007; 335:1320-1322 (22 December), doi:10.1136/bmj.39414.552060.BE</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht sollten die hiesigen Wissenschaftsredakteure mal einen Blick in folgende Bücher werfen:</p>
<ul>
<li>Kienzlen, Grit; Lublinski, Jan; Stollorz, Volker (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3867640122?ie=UTF8&amp;tag=wwwleichtathl-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3867640122">Fakt, Fiktion, Fälschung. Trends im Wissenschaftsjournalismus</a>. UvK-Verlag.</li>
<li>Beck, Klaus; Schweiger, Wolfgang; Wirth, Werner (2004): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3889273513?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3889273513">Gute Seiten &#8211; schlechte Seiten. Qualität in der Onlinekommunikation</a>, Reinhard Fischer-Verlag.</li>
<li>Bucher, Hans-Jürgen &amp; Altmeppen, Klaus-Dieter (2003): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531137905?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3531137905">Qualität im Journalismus. Grundlagen &#8211; Dimensionen &#8211; Praxismodelle</a>. VS-Verlag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p></p>
<p></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_169" class="footnote">Das Photo oben zeigt den Spaßvogel. Es stammt von der <a target="_blank" href="http://commentisfree.guardian.co.uk/sam_shuster/index.html" rel="noopener noreferrer">Guardian-Website</a>.</li><li id="footnote_1_169" class="footnote">Gleich im ersten Absatz schildert Shuster, wie es zu seiner Studienanordnung gekommen sei. Bei der Suche nach einem Geschenk für seinen Enkel habe er sich in ein chromglänzendes Einrad verguckt und schließlich sagte seine Frau: &quot;buy the bloody thing&quot;&#8230;. ;-)&nbsp; Werte Damen und Herren Wissenschaftsjournalisten, wollen Sie mir erzählen, daß sie in &quot;seriösen&quot; Fachartikeln regelmäßig lesen, welchen Beitrag die Ehefrau des Forschers geleistet habe? Werden Sie bei solchen eminent wissenschaftlichen Infos &#8211; &quot;buy the bloody thing&quot; &#8211; nicht stutzig?</li><li id="footnote_2_169" class="footnote">So etwa wieder Philip Bethge im gedruckten (!) Spiegel.</li><li id="footnote_3_169" class="footnote">Bei Pia Heinemann (Die Welt) liest sich alles wie ein stinknormale Studie; sie schreibt u.a. &quot;Als versierter Forscher fing er sofort an, diese Reaktionen aufzuzeichnen, zu ordnen und schließlich auszuwerten. Streng systematisch ging er dabei vor&#8230;&quot; Weiter ist von &quot; reiner empirischer Betrachtung&quot; zu lesen und an keiner Stelle trüben Zweifel, ob das mit rechten Dingen zugeht, ihren Artikel&#8230;</li><li id="footnote_4_169" class="footnote">Er erklärt lediglich, daß er sich bemüht habe immer im selben Outfit und in &quot;neutraler&quot; Haltung zu radeln. &quot;I therefore wore the same bland tracksuit, trainers, and facial demeanour, and I rode &quot;neutrally&quot; with no attempt to entertain.&quot;</li><li id="footnote_5_169" class="footnote">Auch die vielen Unzulänglichkeiten &#8211; wäre es eine &quot;richtige&quot; Studie &#8211; scheinen niemanden zu interessieren: Shuster schreibt bspw. er habe einfach von der Kleidung auf die soziale Schicht bzw. Herkunft der jeweiligen &quot;Probanden&quot; getippt! Ja, genauso mache ich es auch bei der nächsten Untersuchung bei der ich beteiligt bin&#8230; ich schätze einfach. ;-) </li><li id="footnote_6_169" class="footnote">Der immerhin anklingen läßt, daß er die &quot;Studie&quot; für extravagant hält. Die Versuchsanordnung sei &quot;einseitig&quot; gewesen, bemerkt Bartens und herausgekommen sei eine &quot;wilde Theorie&quot;.</li><li id="footnote_7_169" class="footnote">Wären es Blogs gewesen, die hier die Satire für Ernst genommen hätten, dann wäre das Geschrei bei den Profis wieder laut gewesen&#8230;</li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/01/britischer-wissenschaftshumor-wie-deutsche-journalisten-der-satire-des-einradfahrenden-humorforschers-auf-den-leim-gehen-werkstattnotiz-lvi/">Britischer Wissenschaftshumor: Wie deutsche Journalisten der Satire des einradfahrenden Humorforschers auf den Leim gehen | Werkstattnotiz LVI</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse &#124; kurz&#038;knapp 27</title>
		<link>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/</link>
					<comments>https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 06:50:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wissenschaft &#8211; diese Entwicklung ist offensichtlich &#8211; produziert in immer kürzeren Zyklen, immer mehr Ergebnisse. Zwar sind es naturgemäß nur selten die großen, bahnbrechenden Erkenntnisse, aber wenn man lediglich den &#8222;Output&#8220; der Forschung betrachtet, so agiert das &#8222;System Wissenschaft&#8220; effizienter als je zuvor. In einem überaus anregenden Artikel in der Wiener Zeitung skizziert der ... <a title="Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse &#124; kurz&#038;knapp 27" class="read-more" href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/" aria-label="Mehr Informationen über Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse &#124; kurz&#038;knapp 27">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/">Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse | kurz&#038;knapp 27</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-247" style="margin: 5px; float: right;"  src="https://www.wissenswerkstatt.net/wp-content/uploads/2008/04/news_01.jpg" alt="Nachrichten" width="200" height="133" /><strong>Die Wissenschaft &#8211; diese Entwicklung ist offensichtlich &#8211; produziert in immer kürzeren Zyklen, immer mehr Ergebnisse. Zwar sind es naturgemäß nur selten die großen, bahnbrechenden Erkenntnisse, aber wenn man lediglich den &#8222;Output&#8220; der Forschung betrachtet, so agiert das &#8222;System Wissenschaft&#8220; effizienter als je zuvor.</strong></p>
<p>In einem überaus anregenden <a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&amp;Alias=wzo&amp;cob=339312&amp;currentpage=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel </a>in der Wiener Zeitung skizziert der aktuell in Wien lehrende Wissenschaftstheoretiker und Biologe <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_M._Wuketits" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Franz M. Wuketits</a> die Herausforderungen, die sich aus diesem Sachverhalt ergeben. Denn sowohl die Wissenschaft selbst, als auch die Medien<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/#footnote_0_246" id="identifier_0_246" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Deren Aufgabe es sein sollte, die &Ouml;ffentlichkeit wenigstens in groben Z&uuml;gen &uuml;ber den Stand der Forschung zu orientieren.">1</a> haben &#8211; so die Beobachtung von Wuketits &#8211; bislang keinen geeigneten Modus gefunden, um mit diesem drohenden Forschungs-Info-Overkill umzugehen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Den Tageszeitungen kann man regelmäßig interessante und mitunter verblüffende Meldungen darüber entnehmen, was an vorderster Front der Forschung passiert. [&#8230;] Das Erfreuliche dabei: Die Leser gewinnen den (richtigen!) Eindruck, dass in den Wissenschaften Wesentliches geschieht. Das weniger Erfreuliche: Man darf nicht jede Meldung ernst nehmen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und Wuketits kritisiert weiter:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Einzelerkenntnisse, die derzeit in so ungeheurer Fülle gewonnen werden, stehen meist für sich allein da. Da Bildung zusehends auf Ausbildung reduziert wird, verlernen die Menschen allmählich nicht nur das Denken in Zusammenhängen, sondern auch das Erkennen von Widersprüchen&#8230;&#8220;</p></blockquote>
<p>Den Text möchte ich allen Werkstattbesuchern dringend empfehlen (und bedanke mich beim Sciblog für <a href="http://www.sciblog.at/stories/25732/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">den Tipp</a>). Zwar sind es durchaus keine neuen Einsichten, die Wuketits unterbreitet, aber er faßt einige Probleme unserer Wissenschaftsgesellschaft sehr verständlich und pointiert zusammen. So etwa, wenn er  darauf hinweist, daß die Informationsgewinnung durch wissenschaftliche Forschung nur die eine Seite der Medaille darstelle, der Umgang, die gesellschaftliche Verarbeitung mit neugewonnem Wissen allerdings die andere Seite, die mitunter größere Anstrengungen erfordere.</p>
<p>Genauso muß man dem Wiener Wissenschaftsphilosophen zustimmen, wenn er &#8211; mit leicht sarkastischem Unterton &#8211; notiert, daß leider allzu häufig durch falsch verstandene und/oder übereifrige<a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/#footnote_1_246" id="identifier_1_246" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Oder sensationsheischende, schlagzeilengeile&hellip; die Liste lie&szlig;e sich verl&auml;ngern. ;-) ">2</a>  Wissenschaftskommunikation ein atemloser Alarmismus entstehe. Das nämlich, wenn etwa Befunde über tatsächliche oder vermeintliche Gesundheitsgefährdungen zu Horrormeldungen aufgebauscht werden. Da geht es mir häufig genauso wie Wuketits und ich frage mich:</p>
<blockquote><p>&#8222;Manchmal muss man sich ja fast wundern, dass es überhaupt noch Menschen gibt. Man sollte einmal ein groß angelegtes Forschungsprojekt anregen, um endlich herauszufinden, warum so viele Menschen in unserer gefährlichen Welt steinalt werden.&#8220;</p></blockquote>
<p><em><strong>Links:</strong></em></p>
<ul>
<li>Wuketits, Franz M.: <a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3946&amp;Alias=wzo&amp;cob=339312&amp;currentpage=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Wissen als Erkenntnis</a>, Wiener Zeitung, 11.4.2008</li>
<li>Die <a href="http://www.kli.ac.at/institute-b.html?personal/wuketits" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> von Franz M. Wuketits an der Uni Wien</li>
</ul>
<p><em><strong>Literaturempfehlungen:</strong></em></p>
<ul>
<li>Wuketits, Franz M. (2007): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3777615099?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3777615099">Der freie Wille. Die Evolution einer Illusion</a>. Hirzel.</li>
<li>Wuketits, Franz M. (2006): <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3406541577?ie=UTF8&amp;tag=werkstatt-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3406541577">Bioethik. Eine kritische Einführung</a>. C. H. Beck.</li>
</ul>
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<hr size="1" />Technorati-Tags:</div>
<p><a class="invisible" rel="tag" href="http://www.technorati.com/tag/Forschung">Forschung</a><br />
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<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_246" class="footnote">Deren Aufgabe es sein sollte, die Öffentlichkeit wenigstens in groben Zügen über den Stand der Forschung zu orientieren.</li><li id="footnote_1_246" class="footnote">Oder sensationsheischende, schlagzeilengeile&#8230; die Liste ließe sich verlängern. ;-) </li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/wissensfluten-franz-m-wuketits-zur-inflation-wissenschaftlicher-erkenntnisse-kurzknapp-27/">Wissensfluten » Franz M. Wuketits zur Inflation wissenschaftlicher Erkenntnisse | kurz&#038;knapp 27</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wissenswerkstatt.net">Wissenswerkstatt</a>.</p>
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