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Riskante Vitamine ::: Unbeliebte Atheisten | Werkstatt-Ticker 12

17. April 2008 | 08:41 Gelesen: 6739 · heute: 3 · zuletzt: 21. October 2017 Noch keine Kommentare

Ticker.jpg» Vitaminpräparate erhöhen Sterblichkeit

Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate und Co. sind immer noch populär und sorgen in Apotheken und Drogerien für satte Umsätze. Das Problem: die Datengrundlage für die Annahme, daß bspw. die antioxidativen Vitamine tatsächlich nutzen, ist mehr als dürftig. Im Gegenteil – die Studien mehren sich, die zeigen, daß die Einnahme von Vitamin A, E, C oder Selen auch schaden kann.

Gerade diese Vitamine werden immer noch mit dem Argument beworben, daß sie die bei vielen Stoffwechselraktionen entstehenden “freien Radikalen” unschädlich machen könnten. Was im Labor teilweise tatsächlich gezeigt werden kann, ist aber in Wahrheit deutlich komplexer. Denn neben gesundheitsfördernden, haben diese Vitamine auch schädliche Effekte.

Eine neue Meta-Studie einer Forschergruppe um Goran Bjelakovic ergab eindeutig, daß kein Nutzen dieser Substanzen nachweisbar ist. In bestimmten Fällen erhöhen Vitamin A, Beta-Carotin oder Vitamin E sogar die Sterblichkeit.

“We found no evidence to support antioxidant supplements for primary or secondary prevention. Vitamin A, beta-carotene, and vitamin E may increase mortality.”

Man sollte diese Präparate1 tunlichst im Regal stehen lassen.2 Die Wissenschaftler hatten übrigens 67 randomisierte Studien mit über 232.000 Teilnehmern ausgewertet.

» Schlechte Zeiten für Atheisten

Wer in die USA reist, tut gut daran, seine religiöse Einstellung zu zeigen. Was man in den letzten Tagen bei der Visite von Papst Benedikt in den USA beobachten kann, bestätigt sich in einer aktuellen Gallup-Umfrage.3 Religiöse Personen stehen hoch im Kurs bzw. dürfen auf wohlwollende Reaktionen rechnen.

Angehörige christlicher Religionsgemeinschaften werden durchweg positiv eingeschätzt, genauso US-Bürger jüdischen Glaubens. Muslime – das zeigen die Werte – haben mit erkennbaren Vorbehalten und Ablehnung zu kämpfen. Auf noch weniger Gegenliebe stoßen nur Angehörige von Scientology4 und: Atheisten. Kein Wunder, daß man als solcher durchaus mal Probleme an der Kinokasse hat. ;-(

Hier die Tabellenwerte [via Framing Science]:

beliebtheit-von-religionsgruppen



  1. Es sei denn, es gibt eine handfeste Indikation dafür. Bei Mangelerscheinungen ist die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel durchaus angezeigt. Dies sollte aber ein Arzt feststellen. []
  2. Interessant ist bei alldem freilich auch, wie solche Präparate nach wie vor ein positives Image genießen können, obwohl gegenteiliges Wissen vorliegt. Auch so ein Fall von gekonnter Agnotologie. []
  3. Es wurden in der letzten Märzwoche 1005 Personen telefonisch befragt. []
  4. Gibt es einen positiven oder negativen Tom-Cruise-Effekt? ;-) []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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