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EKD bezieht Stellung zum Kreationismus ::: In Werkstatt-Getwittern | Werkstatt-Ticker 09

10. April 2008 | 21:37 Gelesen: 12756 · heute: 4 · zuletzt: 21. September 2017 1 Reaktion

» Wenn die Kontroverse zwischen den Naturwissenschaftlern1 und den Vertretern einer kreationistischen Lehre mal wieder hochkocht, dann wünschte man sich durchaus ein klärendes Wort seitens der großen Kirchen. Wie stehen etwa die christlichen Glaubensgemeinschaften hierzulande zu den bisweilen mehr als obskuren Argumenten, die im Namen des Glaubens ins Feld geführt werden? Sehen unsere Kirchen ebenfalls einen unüberwindbaren Widerspruch zwischen naturwissenschaftlicher Welterklärung und Schöpfungsgeschichte?

Ich persönlich beobachte mit Bedauern, daß die Debatte inzwischen auch in Europa Gräben aufreißt: in den Augen mancher Naturwissenschaftler sind alle Gläubigen naive Zeitgenossen, die uns im Zweifel in voraufklärerische Zeiten zurückführen wollen. Umgekehrt sind die Angriffe auf die – ihre Position und Profession verteidigenden – Wissenschaftler häufig hochaggressiv und bedauerlich.

Wissenschaftlichkeit und Glauben müssen sich nicht ausschließen.

Vor wenigen Tagen publizierte die EKD2 eine sog. Orientierungshilfe zu diesem Thema, die v.a. für den Schulunterricht und den Bildungsbereich gedacht ist. Dort wird dankenswerterweise darauf hingewiesen, daß sich die Religion gar nicht im Widerspruch zur wissenschaftlichen Sichtweise befindet. Im Vorwort schreibt der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber:

“Viele Debattenbeiträge zum Verhältnis zwischen dem Schöpfungsglauben auf der einen und naturwissenschaftlichen Theorien über die Entstehung der Welt und des Lebens auf der anderen Seite sehen dagegen beide Seiten auf derselben Ebene. Deshalb gehen sie davon aus, dass entweder die Evolutionstheorie dem Schöpfungsglauben oder der Schöpfungsglaube der Evolutionstheorie weichen muss. Das wird jedoch weder der einen noch der anderen Seite gerecht.”

Den Kreationismus und dessen aggressive Verbreitung der fragwürdigen “Intelligent-Design-Lehre” lehnen die Autoren des Papiers deutlich ab.

Den EKD-Text findet man hier als PDF:3

Und die besten Beweise dafür, daß sich Glauben und Wissenschaft nicht ausschließen, sondern fruchtbar ergänzen, findet man hier in den beiden Blogs von Michael Blume:

 

» Wieviele Informationen lassen sich in eine SMS packen? Was läßt sich in 140 Zeichen zum Ausdruck bringen? Ich gestehe, ich bin skeptisch, was die Möglichkeiten anlangt, sich in nur 1-2 kurzen Sätzen mitzuteilen. Ein Handy nenne ich bis heute nicht mein Eigen. Kein Wunder, daß ich für den Twitter-Hype, der seit Monaten durch die Web2.0-Gemeinde fegt, nicht sehr zugänglich war.

Was Twitter ist? Twitter ist ein sog. Mikro-Blogging-Dienst, der eine eigene Kommunikations-Sphäre bildet. Angemeldete User senden Kurznachrichten, die von “Lesern” (die allerdings “Follower” heißen) quasi abonniert werden können. Man kann sich das auch als Mini-Blog-Posts vorstellen, die auch als RSS empfangen werden können.

Neue Funktion in der Wissenswerkstatt: ganz unten links auf der Seite findet man aktuelle Status- und Twittermeldungen…

Auf der re:publica wurde bekanntlich mehr getwittert, als gebloggt. Ich habe mich zwar über die vielen tollen Möglichkeiten des Dienstes belehren lassen4, bin aber zunächst nicht so sehr überzeugt gewesen.5 Allerdings habe ich nun hier in der Werkstatt eine neue Funktion bzw. Rubrik eingebaut, die auf Twitter basiert.

Ganz links unten auf jeder Werkstatt-Seite findet man seit wenigen Stunden unter der Überschrift “Status” solche Notizen und Infos, die ich in Twitter einstelle. Dort kann also jeweils nachgelesen werden, womit ich gerade beschäftigt bin. Wenn also mal längere Zeit keine Artikel in der Werkstatt stehen, dann findet man dort vermutlich eine Erklärung.

In einer Werkstatt im “richtigen” Leben, hängt ja manchmal ein Schild oder ein Zettel an der Tür, auf dem steht, daß die Werkstatt heute später geöffnet wird etc. – analog soll diese Rubrik genützt werden.

Für alle Twitter-Freaks: man findet mich bei Twitter unter dem Namen “Werkstatt“. Und per RSS kann man das ganze hier abonnieren.6



  1. Ich gebrauche diese Formulierung wohlwissend, daß es “die” Naturwissenschaftler nicht gibt. ;-) Die Kombattanten wissen aber, falls sie gemeint sind. []
  2. Also die “Evangelische Kirche in Deutschland”. []
  3. Über das EKD-Papier war die letzten 1-2 Tage schon mehrfach zu lesen, ich bin in diesem Beitrag von Michael Blume wieder daran erinnert worden. []
  4. Es gibt so gut wie keinen der Top-Blogger, die nicht ständig ihren Status über Twitter mitteilen []
  5. Naja, so ein wenig spielt die Neugier auch mit. Oder ist das der “soziale Mitmachzwang“? []
  6. Oder eben – bei Interesse – hier auf der Werkstattseite ganz nach unten scrollen. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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