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Infoportal zum Urheberrecht » Alles was man wissen muß | kurz&knapp 23

9. April 2008 | 13:09 Gelesen: 5796 · heute: 2 · zuletzt: 22. October 2017 2 Reaktionen

Wenn Politiker in Sonntagsreden auf Nummer sicher gehen wollen, dann holen sie tief Luft und sagen mit wichtiger Miene: “Wir leben in einer Informationsgesellschaft.” Kaum jemand, der dieser Feststellung widersprechen wollte. Wenn der Redner aber tatsächlich Ahnung hätte, dann hätte er vermutlich davon gesprochen, daß wir in einer “digitalen Informationsgesellschaft” oder zumindest in einer “sich zunehmend digitalisierenden Informationsgesellschaft” leben.

Das ist nämlich ein kleiner Unterschied und damit gehen viele Probleme erst richtig los. Eines der sensibelsten Themen in diesem Zusammenhang ist die Frage nach dem Urheberrecht. Denn die Tatsache, daß Texte, Bilder und Videos – wenn sie in digitalem Aggregatszustand vorliegen – kopiert und weiterverwendet werden können, heißt noch lange nicht, daß sie auch kopiert werden dürfen!

Die digitale Welt ist kein Kopierwerk. Nur weil man kopieren kann, heißt das noch lange nicht, daß man kopieren darf!

Ich bin ja ein großer Befürworter der Creative-Commons-Bewegung1 oder der Open-Access-Idee, wenn es um wissenschaftliche Daten geht. Allerdings gehöre ich nicht zu der Fraktion, die alle Medieninhalte als frei verfügbares Gemeingut ansieht. Es gibt schon auch Rechte, die Autoren und Künstler haben!

Aber genug der Vorrede. Im Januar 2008 wurde das Urheberrecht novelliert und damit ändern sich auch für Blogger, Webworker und alle anderen Mediennutzer einige Dinge. Wer sich darüber informieren will, der kann das in hervorragender Weise auf der Website von “iRights.info” tun. Die Redaktion von “iRights.info” hat nun in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) ein Dossier zum Urheberrecht erstellt. Selbst schreiben sie dazu:

“Urheberrecht geistert meist als Bedrohungsszenario durch unseren Alltag. Abmahnungen für verbotene Links, Geldstrafen für Tauschbörsennutzer, Razzien bei Raubkopierern dominieren die Schlagzeilen zum Thema. Ziel des Dossier ist es deswegen auch, dem Urheberrecht ein Gesicht zu geben.

Das geschieht durch allgemeinverständliche Texte, geschichtliche und rechtliche Hintergründe und durch harte Fakten zu ökonomischen und technischen Fragen. Im praktischen Teil geht es um häufige Fragen zu Tauschbörsen, der Privatkopie, dem Verkauf von selbstgebrannten CDs auf eBay oder auch zur Bedeutung von Lizenzen und Digitalem Rechte-Management (DRM).”

Es geht also um den sorgsamen und v.a. fairen (!) Umgang mit den Inhalten, die wir im Internet vorfinden. Dabei ist reichlich egal, ob sich uns das Web in seiner 1.0 oder 2.0-Mit-Mach-Variante präsentiert. Es sind echte Menschen, die Zeit und Ideen in Bilder, Videos und Texte investieren – und eigentlich ist es eine Sache des gegenseitigen Respekts, daß man deren “Werke”, wenn man sie weiterverwendet, auch dementsprechend kennzeichnet.

Die Infoseiten sind jedenfalls gut gemacht und dort findet man (falls es offene Fragen gibt) jede Menge verständlicher Antworten:


Literaturtipps:

  1. Auch die Inhalte der Wissenswerkstatt sind unter der CC-Lizenz gemäß des Share-Alike-Prinzips lizenziert. D.h. alle Texte und anderen Dokumente dürfen weiterverwendet werden, wenn (und das ist entscheidend!) die Werkstatt als Quelle genannt wird und derjenige, der meine Texte weiterverwertet, dies ebenfalls unter einer CC-Lizenz macht. Näheres steht übrigens im Impressum. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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Kommentare

2 Reaktionen »

  • Benedikt :

    Übrigens: Wer vor dem Kauf der Papierausgabe einen Blick in Free Culture werfen möchte, kann sich das Buch auch auf Lessigs Seite – CC-lizenziert – herunterladen: http://www.free-culture.cc/freecontent/

    [twort T]

  • Marc :

    @ Benedikt:

    Danke für den Hinweis. Ist ja durchaus naheliegend (und erfreulich konsequent), daß der Text auch online verfügbar ist. Also: alle Interessierten schnuppern in Lessigs programmtische Schrift rein (s. Link in Benedikts Kommentar) und wer das Buch haptisch “begreifen” und sich erlesen möchte, der findet den entsprechend Link oben im Text.

    [twort T]

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