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	Kommentare zu: Ende der Spaltung » Soll man die Max-Planck-Institute in die Universitäten integrieren? &#124; Werkstattnotiz LVII	</title>
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	<description>Blog zu Wissenschaft &#38; Wissenschaftskommunikation </description>
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		Von: Ulrich Adler		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ulrich Adler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Nov 2012 12:32:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lieber Marc Scheloske,

das ist ein recht guter Artikel. Seit langem basiert die deutsche Forschung auf universitärer Forschung, ausseruniversitärer Forschung 
(bspw. Helmholtz-, Max Planck- Leibniz-Institute oder Fraunhofer Gesellschaft). sowie F&#038;E der Wirtschaft. Das ist auch gut so.

Die sog Exzellenzinitiative ist eine Schimäre, die aus sachlichen Gründen und wegen der Qualität der Arbeit nicht benötigt wird. Sie wird jedoch wegen der internationalen Vergleichbarkeit und dem damit verbundenen Zwang zur Nivellierung, Vereinheitlichung und Einflussnahme nötig.

Der Wissenschaftsrat fordert seit über 30 Jahren, dass in der Wissenschaft Merkmale betont werden, welche folgende Kriterien kultivieren:

1) Selbstorganisation der Wissenschaft mit den Ziel, den Anteil autonomer Grundsatzprojekte mit rein wiss. Charakter zu steigern.
2) Anhebung der Qualität der Wissenschaft durch die stärkere Bearbeitung und Berücksichtigung der Methodik und Kontrolle der Aussagefähigkeit von Experimenten, Mess- und Betrachtungsweisen.
3) Verbesserung der internationalen Kooperation/Vergleichbarkeit
4) Folgen- und Risikoabschätzung der Wissenschaftsprogramme.
5) Laufende peermäßige Rechtfertigung der Forschungsergebnisse in Publikationen mit Refereesystem.
6) Unabhängigkeit von äußerer politischer und finanzieller Einflussnahme  
7) Stabilisation von wiss. Karrieren.

Die Realisation dieser Merkmale hängt nicht davon ab, ob man zu einer Universität gehört oder nicht. Die Universitäten dienen hauptsächlich der Erwachsenenbildung und haben seit der Bildungsreform der 1970er Jahre ihre Funktion als Podium großer Ideen eingebüßt. Die Gleichstellung des Geschehens an den Politechnika als &quot;Universities for Applied Sciences&quot; nach amerikanischem Vorbild mit wiss. Bildung an den Unis hat das Bewusstsein für wiss. Bildung verwischt, um nicht zusagen völlig ruiniert. Dabei wurde ein recht eindrucksvolles &quot;Mandala&quot; eingerissen, ohne den Sinn dieses Vorgangs zu erkennen, und ohne dass man ein neues angelegt hätte. Was wir jetzt haben ist eine gewachsene Struktur des Machbaren mit allen Vor- und Nachteilen und bildet den Zustand von Gesellschaft und Kultur insgesamt ab, von deren Verkümmerung sich Wissenschaft nicht emanzipieren konnte, jedoch abwenden muss. 

So gesehen ist der Zweck der außeruniversitären Forschung sinnvoll und die Arbeitsteilung zwischen MPG (Grundlagen), Helmholtz (Großforschung), Leibniz (Service) und Fraunhofer (Anwendung) auch.
Die Leitlinien von F&#038;E in der Wirtschaft gehorchen eh anderen Gesetzen.

Zweifellos könnten einige Institute umgruppiert und/oder den Unis zugeschlagen werden. Jede Änderung der Arbeitsteilung würde im jetzigen Machtklima auf eine Kürzung der Mittel und strengen äußeren Einfluss (vor allem von Politik, gesellschaftlichen Gruppen und Wirtschaft) auf die Wissenschaftsprogramme hinauslaufen. Dabei ist völlig klar, dass die Universitäten den einen oder anderen &quot;Namen&quot; der außeruniversitären Forschung gerne in ihrem Publikationsnachweis sehen wollen. 

Viele Verknüpfungen gibt es ohnehin. Als Folge des Einflusses des Wissenschaftsrats sind herausgehobene Wissenschaftler der ausseruniversitären Einrichtungen Professoren an den örtlichen Unis.
Institute mit hohem Service- und Methodencharakter finden sich als sog. An-der-Uni-Institute wieder.

Änderungen in der Organisation von Wissenschaft sind äußerst langwierige Prozesse, die weniger wissenschaftlichem Fortschritt und der Vernunft gehorchen, sondern dem Satz von T.S. Kuhn folgen, dass Innovation in der Wissenschaft nicht durch Einsicht, sondern durch Wegsterben der Vertreter überkommener Ideen geschieht. 

Ich habe als ehem. Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler viel Veränderung in der Wissenschaft beobachtet und als ehem. Mitglied des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung konkret erlebt. Diese Zeilen können also nur einen ganz kleinen Eindruck der Tragweite Ihrer Frage berühren, die den Grundsatz der Organisation der Wissenschaft angeht.
                 
Viele Grüße Ihr 

Ulrich Adler

die hier dargelegte Meinung ist rein privat und vertritt nicht die Linie der erwähnten Einrichtungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Marc Scheloske,</p>
<p>das ist ein recht guter Artikel. Seit langem basiert die deutsche Forschung auf universitärer Forschung, ausseruniversitärer Forschung<br />
(bspw. Helmholtz-, Max Planck- Leibniz-Institute oder Fraunhofer Gesellschaft). sowie F&amp;E der Wirtschaft. Das ist auch gut so.</p>
<p>Die sog Exzellenzinitiative ist eine Schimäre, die aus sachlichen Gründen und wegen der Qualität der Arbeit nicht benötigt wird. Sie wird jedoch wegen der internationalen Vergleichbarkeit und dem damit verbundenen Zwang zur Nivellierung, Vereinheitlichung und Einflussnahme nötig.</p>
<p>Der Wissenschaftsrat fordert seit über 30 Jahren, dass in der Wissenschaft Merkmale betont werden, welche folgende Kriterien kultivieren:</p>
<p>1) Selbstorganisation der Wissenschaft mit den Ziel, den Anteil autonomer Grundsatzprojekte mit rein wiss. Charakter zu steigern.<br />
2) Anhebung der Qualität der Wissenschaft durch die stärkere Bearbeitung und Berücksichtigung der Methodik und Kontrolle der Aussagefähigkeit von Experimenten, Mess- und Betrachtungsweisen.<br />
3) Verbesserung der internationalen Kooperation/Vergleichbarkeit<br />
4) Folgen- und Risikoabschätzung der Wissenschaftsprogramme.<br />
5) Laufende peermäßige Rechtfertigung der Forschungsergebnisse in Publikationen mit Refereesystem.<br />
6) Unabhängigkeit von äußerer politischer und finanzieller Einflussnahme<br />
7) Stabilisation von wiss. Karrieren.</p>
<p>Die Realisation dieser Merkmale hängt nicht davon ab, ob man zu einer Universität gehört oder nicht. Die Universitäten dienen hauptsächlich der Erwachsenenbildung und haben seit der Bildungsreform der 1970er Jahre ihre Funktion als Podium großer Ideen eingebüßt. Die Gleichstellung des Geschehens an den Politechnika als &#8222;Universities for Applied Sciences&#8220; nach amerikanischem Vorbild mit wiss. Bildung an den Unis hat das Bewusstsein für wiss. Bildung verwischt, um nicht zusagen völlig ruiniert. Dabei wurde ein recht eindrucksvolles &#8222;Mandala&#8220; eingerissen, ohne den Sinn dieses Vorgangs zu erkennen, und ohne dass man ein neues angelegt hätte. Was wir jetzt haben ist eine gewachsene Struktur des Machbaren mit allen Vor- und Nachteilen und bildet den Zustand von Gesellschaft und Kultur insgesamt ab, von deren Verkümmerung sich Wissenschaft nicht emanzipieren konnte, jedoch abwenden muss. </p>
<p>So gesehen ist der Zweck der außeruniversitären Forschung sinnvoll und die Arbeitsteilung zwischen MPG (Grundlagen), Helmholtz (Großforschung), Leibniz (Service) und Fraunhofer (Anwendung) auch.<br />
Die Leitlinien von F&amp;E in der Wirtschaft gehorchen eh anderen Gesetzen.</p>
<p>Zweifellos könnten einige Institute umgruppiert und/oder den Unis zugeschlagen werden. Jede Änderung der Arbeitsteilung würde im jetzigen Machtklima auf eine Kürzung der Mittel und strengen äußeren Einfluss (vor allem von Politik, gesellschaftlichen Gruppen und Wirtschaft) auf die Wissenschaftsprogramme hinauslaufen. Dabei ist völlig klar, dass die Universitäten den einen oder anderen &#8222;Namen&#8220; der außeruniversitären Forschung gerne in ihrem Publikationsnachweis sehen wollen. </p>
<p>Viele Verknüpfungen gibt es ohnehin. Als Folge des Einflusses des Wissenschaftsrats sind herausgehobene Wissenschaftler der ausseruniversitären Einrichtungen Professoren an den örtlichen Unis.<br />
Institute mit hohem Service- und Methodencharakter finden sich als sog. An-der-Uni-Institute wieder.</p>
<p>Änderungen in der Organisation von Wissenschaft sind äußerst langwierige Prozesse, die weniger wissenschaftlichem Fortschritt und der Vernunft gehorchen, sondern dem Satz von T.S. Kuhn folgen, dass Innovation in der Wissenschaft nicht durch Einsicht, sondern durch Wegsterben der Vertreter überkommener Ideen geschieht. </p>
<p>Ich habe als ehem. Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler viel Veränderung in der Wissenschaft beobachtet und als ehem. Mitglied des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung konkret erlebt. Diese Zeilen können also nur einen ganz kleinen Eindruck der Tragweite Ihrer Frage berühren, die den Grundsatz der Organisation der Wissenschaft angeht.</p>
<p>Viele Grüße Ihr </p>
<p>Ulrich Adler</p>
<p>die hier dargelegte Meinung ist rein privat und vertritt nicht die Linie der erwähnten Einrichtungen.</p>
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