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Meeresforschung im METEOR-Logbuch » Leider nur in der Web-1.0-Variante | kurz&knapp 28

14. April 2008 | 11:03 Gelesen: 11039 · heute: 3 · zuletzt: 25. May 2017 4 Reaktionen

Forschungsschiff Meteor Daß Blog die Abkürzung von Weblog ist und hierbei das „Logbuch“ Pate stand ist hinlänglich bekannt.1 Und welche Thematik eignete sich besser für einen Blog, als die Ereignisse an Bord eines Schiffes?

Und tatsächlich gibt es – wie ich eben bei Text&Blog lese – ab sofort die Möglichkeit, die Logbucheinträge von Forschern und Crewmitgliedern der „Meteor“ nachzulesen, die derzeit in den Gewässern vor Namibia schippert.

Die „Meteor“ ist übrigens das jüngste Exemplar einer traditionsreichen „Forschungsschiff-Dynastie“. Die „erste“ Meteor lief am 26.2.1914 in der Kaiserlichen Werft von Danzig vom Stapel und die jetzige Meteor wurde 1986 in Travemünde gebaut. Insgesamt bietet das fast 100m lange Schiff Platz für knapp 30 Wissenschaftler und ebensoviele Besatzungsmitglieder. Und – letzte Info für Zahlenfreaks – wenn es sein muß, dann macht die Meteor 12 Knoten. Die Info zur aktuellen Mission liest sich auf der Website so:

„Vom 12. April bis zum 25. Mai untersuchen Forscher des MARUM2 von Bord des Forschungsschiffes METEOR die so genannte tiefe Biosphäre vor Namibia. Dabei handelt es sich um das vermutlich größte Ökosystem der Welt, nämlich einzellige Lebewesen, die bis mehrere hundert Meter tief im Ozeanboden verborgen leben.“

Ich finde die Idee klasse und mit Sicherheit gewinnt man hier spannende Einblicke in die Arbeit der Ingenieure und Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff. Und hier gibt es den 1. Logbuch-Eintrag.

Weshalb verzichtet man ausgerechnet auf solche Features, die einen Blog erst richtig spannend machen? Kommentare sind offenbar nicht erwünscht, genausowenig kann man sich die Beiträge per RSS holen…

Allerdings frage ich mich, weshalb man nicht wirklich konsequent das Weblog-Prinzip verfolgt: denn eine Kommentarfunktion gibt es nicht.3 Eigentlich schade, denn möglicherweise wäre es für die Logbuchschreiber auch spannend, wenn sie die Reaktionen der Leser verfolgen könnten.

Weshalb „kastriert“ man einen Blog genau um diese wesentliche Funktion? Daß man auch keinen RSS-Feed anbietet, wundert da kaum noch. Und auch an der Navigation bzw. Übersichtlichkeit der Website ließe sich meiner Meinung nach vieles verbessern.

Dennoch ein Lesetipp:



  1. Auch wenn ich gestehen muß, daß ich selbst nicht konsequent „das“ Blog sage bzw. schreibe, sondern häufiger „der“… []
  2. Unter diesem Forschungsverbund versammeln sich u.a. Geowissenschaftler, Ozeanographen und Biologen der Uni Bremen, sowie Forscher des dortigen Max-Planck-Instituts und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. []
  3. Und ob Trackbacks angezeigt werden, halte ich auch für fraglich bzw. für ziemlich unwahrscheinlich. Werde es aber mit diesem Beitrag testen. ;-) []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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Kommentare

4 Reaktionen »

  • Markus :

    Dass kein RSS-Feed angeboten wird, ist in der Tat schade, kann aber, wie ich in meinem Artikel schon erläutert hatte, mit dem Service von watchthatpage ausgeglichen werden (beinahe hätte ich gesagt „umschifft“ werden ;-). Dort kann man sich per E-Mail informieren lassen, wenn feedlose Webseiten aus der Ära vor Web 2.0 aktualisiert wurden. Ich nutze diesen Dienst seit einigen Jahren und werde so zuverlässig und kontinuierlich über Änderungen mir wichtiger Quellen informiert.

    Zur fehlenden Kommentarmöglichkeit: Auch das ist schade. Könnte daran liegen, dass man dem Blog vor Ort während der laufenden Forschungsexkursion nicht zu viel Zeit widmen kann. Aber auch eine nachträgliche Beantwortung auflaufender Fragen wäre ja denkbar gewesen, oder eine Betreuung/Moderation des Logbuchprojektes von Deutschland aus.

    [twort T]

  • Marc :

    Danke, Markus, für den Hinweis auf „Watchthatpage“. Das kannte ich noch gar nicht. Aber generell kann es ja nicht der Sinn sein, daß man potentielle Interessenten entweder an externe Dienste verweisen muß bzw., was wahrscheinlicher ist, ganz verliert.

    Und zur fehlenden Kommentarmöglichkeit: ja, das ist sicher eine Abwägung, ob und wieviel Zeit evtl. zur Interaktion zur Verfügung stünde. Aber erstens wäre es ein Versuch wert (ich behaupte kaum, daß hier so viel Kommentaraufkommen zu befürchten wäre, daß es gar nicht mehr praktikabel wäre), zweitens könnte man es notfalls ja auch einer Redaktion überantworten. Schade, daß man sich das offenbar nicht zutraut.

    [twort T]

  • Kirsten Achenbach :

    Liebe Blogger,

    ich bin in der PR-Abteilung des MARUM tätig, dass die Fahrt leitet und das Logbuch ins Netz stellt. Wir freuen uns riesig über das Interesse, dass unsere Arbeit findet. Wir finden auch die Kritik verständlich und werden diese sicherlich bei allen folgenden Aktionen bedenken. Einen RSS-Feed einzubauen werden wir uns sicherlich überlegen, müssen aber die technischen Möglichkeiten hier im Hause testen.

    Eine direkte Kommentar-Funktion an Bord ist wirklich aus zeitlichen Möglichkeiten nicht möglich – allein das Führen des Logbuchs ist schon eine zeitliche Belastung, die nicht immer einfach zu erfüllen ist und auch nicht jedem Wissenschaftler liegt. Die Einstellung erfolgt auch nicht von Bord aus, sondern von Bremen aus. Dies allein schon die Satellitenkosten für die Internetkosten wären recht hoch.

    Wir – sowohl die Forscher als auch die Pressearbeiter – stellen einen hohen Anspruch an uns und unsere Arbeit. Daher erwarten wir von uns, dass wir einerseits die Arbeiten der Forscher richtig darstellen, aber eben auch verständlich. Dieser Balanceakt kostet viel Zeit und Aufmerksamkeit und auch immer wieder Abstimmung mit den Wissenschaftlern, die die Texte querlesen müssen. Und dies ist leider nicht mit 20 Minuten am Tag getan. Und einen Blog anzubieten und diesen dann nicht moderieren zu können oder auf Fragen und Kommentare eingehen zu können, finden wir dann auch nicht fair. Wir lernen aber immer gerne und werden versuchen Möglichkeiten zu finden, um solche Aktionen personell zu begleiten.

    Wenn Ihr aber Fragen habt, so könnt Ihr ja mal unter
    http://www.marum.de/Das_Blaue_Telefon.html schauen. Ist zwar kein Blog, aber immerhin eine Möglichkeit, die eine oder andere Frage nachzuschlagen oder auch neue zu stellen.
    und auf unseren eigenen Seiten http://www.marum.de/METEOR-Logbuch.html ist das Logbuch, das nicht als Blog, sondern als Logbuch gedacht ist vielleicht ein wenig übersichtlicher.

    Mit besten Grüßen aus Bremen
    Kirsten Achenbach
    MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften

    [twort T]

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