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Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert | Werkstattnotiz XLII

4. Dezember 2007 | 08:30 Gelesen: 130286 · heute: 11 · zuletzt: 27. June 2017 16 Reaktionen

Die Wissenschaft ist eine hohe Kunst. Jede Disziplin hat ihre eigene Terminologie, ihre eigenen Regularien und Distinktionscodes entwickelt, in die man als Student des jeweiligen Fachs sukzessive eingeweiht wird. Freilich gibt es auch übergreifende Standards: so lernt jeder Erstsemester, daß er zu Vorlesungen bei denen hinter der Uhrzeit ein "c.t." steht, erst 15 Minuten später erscheinen muß. Und spätestens bei der ersten Seminararbeit wird den künftigen Akademikern klargemacht, daß in der Wissenschaft vieles erlaubt, aber korrektes wissenschaftliches Zitieren unabdingbar ist…1

Ich habe schon an verschiedenen Stellen einige Anmerkungen zur Problematik wissenschaftlichen Zitierens gemacht. Denn welche Quellen, auf welche Weise zitiert werden, ist keineswegs beliebig. Daß aber – das lehren die vielen einschlägigen Plagiatsfälle – in jedem Fall die Ursprungsquelle anzugeben ist, ist ein Gebot der wissenschaftlichen Redlichkeit.

Sind Wikipedia und Blogs überhaupt legitime wissenschaftliche Quellen?

Ein anderer Streitfall betrifft die Frage, welche Quellen überhaupt zitationswürdig sind. Bei Fachbüchern und Zeitschriftenartikeln braucht man hier nicht zu diskutieren, aber die seit Jahren geführte Debatte, ob etwa Wikipedia-Artikel überhaupt im wissenschaftlichen Kontext herangezogen werden dürfen, illustriert, daß man hier sehr schnell vermintes Gelände betritt. Zur Wikipedia-Zitations-Kontroverse werde ich mich demnächst detaillierter äußern. Wie verhält es sich aber mit Blogs? Eine einfache Frage und eine ebenso einfache Antwort: es kommt darauf an. ;-)

Wenn es Alternativen zu Zitaten aus Blogs bzw. Wikis gibt, so sind diese (Print-)Quellen immer vorzuziehen.

Nach meinem Verständnis sollte nämlich klar sein, daß selbst eine Seminararbeit, die ihre Informationen lediglich aus Blogs bezieht, den erforderlichen Standards nicht genügt. Grundsätzlich gilt: wenn zu einer bestimmten Frage gedruckte und "seriöse" Publikationen vorliegen, so sind diese den Onlinetexten immer vorzuziehen. Wenn aber bspw. aktuelle Themen berührt sind, zu denen es noch keine oder nur unzureichende (Fach-)Publikationen gibt, dann ist sowohl die Wikipedia, als auch die Blogosphäre ein legitimer Referenzpunkt. Und wenn in einer Arbeit Blogs oder Wikis der Untersuchungsgegenstand sind, es also eine Arbeit über Blogs oder das Web 2.0 ist, dann sind Verweise und Zitate ohnehin statthaft und notwendig.

Dabei gilt es aber immer zu beachten, daß man die Glaubwürdigkeit der (Blog-)autoren kritisch überprüft. Wenn man auf dem Blog seines Professors einen aktuellen Text findet, dann hat dieser mehr Gewicht, als ein Blogpost eines Autors, der nur unter einem Pseudonym in Erscheinung tritt.

Wie man richtig aus Blogs zitiert

In allen Fällen ist aber eine korrekte und einheitliche Zitationsweise notwendig. Daß man auch diese Regeln für das Zitieren von Blogs sehr akribisch und detailverliebt aufschlüsseln kann, zeigt dieses Kapitel des Buchs "Citing Medicine. The NLM Style Guide for Authors, Editors, and Publishers" von Karen Patrias. Hier werden 30 und mehr verschiedene Varianten aufgelistet und erörtert, was im Ergebnis für mehr Unklarheit und weniger Übersicht sorgt. (Hier die Systematk der Zitierbeispiele.) Dennoch lohnt ein kurzer Blick auf die betreffenden Webseiten.2

Abgesehen von dieser etwas übereifrigen Darstellung und den irrsinnig vielen Beispielen, weist die Autorin durchaus auf die relevanten Aspekte hin:3

Wissenschaftliches Zitieren1.gif

Zu überlegen ist auch tatsächlich, ob man den Publikationsort (also den im Impressum angegeben Aufenthaltsort des Autors) ebenfalls mit angeben soll.4 Hier in der Wissenswerkstatt habe ich ja in der linken Seitenleiste jeweils hausinterne Zitationshinweise angegeben. Wer auf die Textzeile [Diesen Artikel zitieren?] klickt, bekommt eine Variante angezeigt, die ich für empfehlenswert und auch auf andere Blogs übertragbar halte.

Was sollte also ein korrektes Blogzitat beinhalten?

  1. Den Namen des Autors,
  2. ggf. die Jahreszahl in Klammern,
  3. den Titel des zitierten Blogartikels,
  4. Name des Weblogs (ergänzt durch den Hinweis in eckigen Klammern, daß es sich um ein Weblog handelt),
  5. das Datum der Veröffentlichung / Einstelldatum,
  6. den Permalink,
  7. das Abrufdatum.

Für diesen Artikel sähe das dann folgendermaßen aus:

  • Scheloske, Marc (2007): Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert | Werkstattnotiz XLII. In: Wissenswerkstatt [Weblog], 4 Dez. 2007.
    Online-Publikation: http://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/ eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/.
    Abrufdatum: ??.??.????

Wenn man sich an dieser Form orientiert, sollte man auf der sicheren Seite sein.

 


Links:

  • Patrias, Karen (2007): Citing medicine: the NLM style guide for authors, editors, and publishers [Internet]. 2nd ed. Wendling, Daniel L., technical editor. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); 2007 [2007, 12-03]. Available from: http://www.nlm.nih.gov/citingmedicine 

Weiterführende Literaturempfehlungen zum wissenschaftlichen Arbeiten:

 

 

  1. Und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. ;-) []
  2. Quelle: Patrias, Karen. Citing medicine: the NLM style guide for authors, editors, and publishers [Internet]. 2nd ed. Wendling, Daniel L., technical editor. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); 2007 [2007, 12-03]. Available from: http://www.nlm.nih.gov/citingmedicine. []
  3. Abbildung ebenfalls der Website http://www.nlm.nih.gov/citingmedicine entnommen. []
  4. Darauf verzichte ich persönlich bislang. []
Marc Scheloske
Marc Scheloske
Ich bin Sozialwissenschaftler und freier Journalist. Ich schreibe (Fach-)Artikel, blogge und führe Workshops und Schulungen zum Thema 'Wissenschaftskommunikation und Social Media' durch. → weitere Infos
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Kommentare

16 Reaktionen »

  • Martin Hiegl :

    Seriöse Quellen? Wenn ich denke, was für ein Müll schon alles in Fachzeitschriften wie Nature veröffentlicht wurde, dann muss man sich eigentlich fragen, ob man bei (Fach)Zeitschriften noch von seriösen Quellen sprechen kann.
    Die Überprüfung der Authenzität des bloggenden Professors und seinem Stand in der Wissenschaft, halte ich auch für schwer möglich. Mir wird zu häufig blind dem Titel vertraut, anstatt auch den Inhalt zu hinterfragen. „Wenn das ein Professor schreibt, dann muss es ja stimmen!“

    [twort T]

  • Benedikt :

    Ich bin Wikipedia und den Blogs sehr dankbar dafür, dass auf einmal die Frage, was zitierfähig ist und was nicht, wieder etwas stärker diskutiert wird. Es gab ja genügend Experimente mit automatisch erstellten oder Nonsensetexten, die dann zu Konferenzen zugelassen bzw. in peer-reviewed journals abgedruckt worden. Vielleicht hilft das Blogzitationsproblem dabei, Texte generell kritischer zu sehen und wirklich stärker den Inhalt für die Beurteilung, was zitierfähig ist und was nicht, heranzuziehen. Nanos gigantium humeris insidentes heißt für mich: Zitiere nur jemanden, auf dessen Schultern du sicher stehen kannst ;-)

    [twort T]

  • Marc :

    @Martin:

    Du hast selbstverständlich Recht: auch in Nature, Science und Co. erscheinen und erschienen Artikel zweifelhafter Qualität und – wie sich immer wieder herausstellt – fehlerhafte und gefälschte Papers (erinnern wir uns nur an den Klonforscher Hwang Woo Suk). Ich möchte auch keinesfalls einen Persilschein für Printpublikationen ausstellen (genausowenig wie für Titel, die den Autornamen schmücken), aber die Wahrscheinlichkeit, daß in solchen „etablierten“ Medien zuverlässige Informationen stehen, ist doch sehr viel höher, als in Journals ohne Peer-Review oder gar auf privaten Websites.

    Wer die Wissenswerkstatt häufiger liest, der weiß, daß ich keinesfalls der Fraktion angehöre, die blind einem akademischen Autoritätsglauben anhängt. Aber ich halte gewisse Qualitätssicherungsinstrumentarien (Prüfung durch Fachredaktionen, Reviewprozesse) doch für sinnvoll und daß auch hier Fehler unterlaufen, spricht nicht gegen das Prinzip.

    Außerdem: in meinem obigen Artikel liegt der Akzent nicht auf der „Richtigkeit“ eines Artikels bzw. der darin dargestellten Sachverhalte, sondern auf der „Zitierfähigkeit“ – und das ist dann auch wieder ein Unterschied.

    Unabhängig davon, stimme ich Dir zu, daß Studenten lernen sollten auch die Aussagen ihres Professors zu hinterfragen. Dennoch sollten sie soviel Bewußtsein entwickeln und es sollte ihnen klar sein, daß sie in wissenschaftlichen Arbeiten ihren Professor sehr wohl, den Blogger „Don Alphonso“ aber eben nicht zitieren sollten – es sei denn die Arbeit handelt von Don. ;-)

    [twort T]

  • rotfell :

    Auf die Idee Blogs zu zitieren bin ich noch nicht gekommen, fürchte aber, daß so etwas in der Uni bei Seminarvorträgen wenig Anklang finden würde. Wikipedia ist schon Grenzgebiet für Vorträge in der Uni, was bedeutet, daß es vielleicht nicht gern gesehen ist, allerding vermutlich von jedem als Quelle genutzt wird. Aber dennoch wird von den meisten Studenten eine zweite „seriösere“ (oder besser dem Zuhörer als ’seriöse Quelle‘ geläufige) Quelle wie zum Beispiel eine Fachzeitschrift zusätzlich gelesen, um abzusichern, daß die Informationen von wikipedia richtig sind.

    [twort T]

  • Klaus F. Röhl :

    Zitierregeln für das Internet, insbesondere für Weblogs

    Marc Scheloske, der mit der »Wissenswerkstatt« einen interessanten »Metablog« über Wissenschaftsblogs betreibt (und der deshalb auch in meiner Blogroll Platz findet), hat mit einem Posting vom 4. 12. 2007 zur Frage, »Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert«, eine interessante Diskussion eingeleitet. In der Frage, wie die Quellenangabe für ein Zitat zu fassen ist, bin ich jedoch entschieden anderer Meinung als Scheloske. Man muss immer im Sinn haben, dass es sich bei den Zitierregeln, soweit sie nicht im Urheberrecht festgeschrieben sind, um bloße Konventionen handelt, die in erster Linie unter dem Gesichtspunkt von Zweckmäßigkeit und Fairness stehen.

    Bei der Gestaltung hat man deshalb erhebliche Freiheiten, solange man nicht gerade eine Qualifikationsarbeit schreibt, für die Bürokraten Zitierregeln festgelegt haben, oder bei einem Verlag publizieren will, der in seinen Veröffentlichungen Einheitlichkeit verlangt. Die von Scheloske vorgeschlagene Zitierregel ist überkorrekt und unzweckmäßig. Es hilft ihr wenig, dass sie sozusagen der herrschenden Meinung in den üblichen Anleitungen zum wissenschaftlichen Arbeiten entspricht. Wenn ich das Posting vom 4. 12. 2007 hier nach seinem Vorschlag zitieren wollte, müsste ich schreiben: »Scheloske, Marc (2007): Eine Wissenschaft für sich » Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert | Werkstattnotiz XLII. In: Wissenswerkstatt [Weblog], 4 Dez. 2007. Online-Publikation: http://www.wissenswerkstatt.net/2007/12/04/eine-wissenschaft-fuer-sich-wie-man-blogs-wissenschaftlich-korrekt-zitiert-werkstattnotiz-xlii/. Abrufdatum: 21. 10. 2008«.

    Mir kommt diese Zitierweise beinahe wie eine Karikatur vor. Jedenfalls ist sie unzweckmäßig, und last not least verschenkt sie gerade die spezifische Chance des Web zur Gestaltung von Verweisen als Hyperlink. Der Vorschlag ist unzweckmäßig, weil das Ergebnis leseunfreundlich, schreibunfreundlich und platzraubend ist. Die Länge steht auch nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Quelltext. Allein deswegen dürfte mancher von vornherein auf einen Nachweis verzichten. Wie könnte man statt dessen verfahren? Es ist ein Gebot der Fairness, den Namen des Verfassers zu nennen. Ich selbst nenne in der Regel auch den ausgeschriebenen Vornamen. Alle weiteren Angaben stehen unter dem Erfordernis der Zweckmäßigkeit. Die Angabe des Titels ist nur sinnvoll, wenn er näheren Aufschluss über den Inhalt der Quelle gibt. Im Beispiel wird die Sache dadurch komplizierter, dass der Autor seine Überschrift blumig ausschmückt. »Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert« – das ist für sich genommen ein informativer Titel. Etwas anderes gilt für den ersten Teil »Eine Wissenschaft für sich«.

    Er soll wohl ironisch andeuten, dass die Zitierregeln kompliziert sind. Vielleicht kam es dem Autor auch auf den Sprachwitz an, der sich durch Gleichklang und Doppelsinn von »wissenschaftlich« und »Wissenschaft« einstellt. Für mich wäre dieser Zusatz Grund, gleich ganz auf die Angabe des Titels zu verzichten. Für überflüssig halte ich die Angabe »Werkstattnotiz XVII«. Ich sehe nicht, dass sie dem Leser helfen könnte. Die Entstehungszeit einer Quelle ist dagegen meistens relevant. Es genügt aber das Jahr. Das Datum ist nur notwendig, wenn es gerade darauf ankommt.

    Ein neues Medium imitiert regelmäßig zunächst seine Vorgänger. Das ist zweckmäßig nicht zuletzt deshalb, weil es damit an deren Reputation anknüpfen kann. Deshalb leuchtet der Vorschlag ein, die übliche Zitierweise für Sammelwerke zu übernehmen, also zu schreiben »In: Wissenswerkstatt …«. Im zweiten Anlauf kommen mir dann aber Zweifel, ob der Blogname wirklich eine brauchbare bibliografische Angabe ist. Nicht selten sind diese Namen eher merkwürdig bis albern. Der Klammerzusatz [Weblog] ist andererseits wohl nur sinnvoll, wenn zuvor ein Name dasteht. Ich würde auch darauf verzichten, mindestens aber auf die Kennzeichnung als »Internetpublikation«. Man darf wohl annehmen, dass die Leser wissen, dass Weblogs im Internet veröffentlicht werden.

    Der Knackpunkt ist die Angabe der URL. In einem Printmedium gilt diese Angabe als notwendig. Im Web finde ich sie abwegig. Dafür gibt es den (verdeckten, aber als solchen erkennbaren) Hyperlink. Die Sache wird beinahe skurril, wenn im Permalink noch einmal der ganze Titel wiederholt wird. Damit kann man auch redlichen Autoren das Zitieren abgewöhnen. Zum Schluss noch das Abrufdatum: Auch das ist in meinen Augen nur nur überflüssiges Perfektionsstreben. Fraglos besteht bei Internetquellen das Problem, dass sie im Inhalt verändert werden oder verschwinden. Wenn die Quelle vom Anbieter aus dem Internet entfernt wird, dann ist sie weg. Da hilft kein Abrufdatum mehr. Und auch Änderungen kann man mit seiner Angabe in der Regel nicht erkennen.

    Ich plädiere also für eine möglichst schlanke Zitierweise, die dem Autor Fairness angedeihen lässt und dem Leser nur die unbedingt notwendigen und wirklich hilfreichen Informationen bietet. Bei Internetpublikationen ist sie um so mehr angezeigt, als Fussnoten und angehängte Literaturverzeichnisse dem Medium eher fremd sind. Quellennachweise sollten daher unter Verwendung von Hyperlinks in den Text eingebaut werden, und zwar so, dass die Lesbarkeit des Textes darunter möglichst wenig leidet. Mein Zitiervorschlag für das das Posting, auf das sich diese meine Anmerkungen beziehen, ergibt sich implizit aus dem Eingangssatz. Mehr ist nicht notwendig.
    Klaus F. Röhl, Bochum

    [twort T]

  • Klaus F. Röhl :

    Zu meinem Kommentar von heute 20:48 Uhr ist noch ein Nachtrag notwendig, denn ich sehe, dass der im ersten Satz an sich vorhandene Hyperlink nicht übernommen worden ist. (Wie kann das angehen? Wir sind doch im Internet?) Davon war ich bei meinem letzten Satz ausgegangen.
    Klaus F. Röhl

    [twort T]

  • Marc :

    Lieber Klaus F. Röhl,

    vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme zu meinen Anmerkungen die Zitierrichtlinien betreffend. Allerdings will ich meinerseits auch nochmal einige Hinweise machen.

    Ausgangspunkt bzw. Motivation meines Textes waren die Vorgaben, die hier nachzulesen sind: „Citing Medicine. The NLM Style Guide for Authors, Editors, and Publishers“ (Link) Dort findet man allein für Weblogs rund 30 verschiedene Varianten (hier, wie diese angeblich korrekt zu zitieren seien.

    Ich selbst habe oben versucht einen einheitlichen Vorschlag zu unterbreiten, der auch strengen Richtlinien (wie etwa für akademische Qualifikationsarbeiten) genügt.

    Unabhängig davon stimme ich natürlich zunächst vollkommen überein, wenn festgestellt wird:

    Man muss immer im Sinn haben, dass es sich bei den Zitierregeln, soweit sie nicht im Urheberrecht festgeschrieben sind, um bloße Konventionen handelt.

    Allerdings halte ich neben den Prinzipien Zweckmäßigkeit und Fairness auch das Gebot einer Einheitlichkeit für notwendig an. Insofern teile ich die folgende Einschätzung nicht:

    Bei der Gestaltung hat man deshalb erhebliche Freiheiten, solange man nicht gerade eine Qualifikationsarbeit schreibt, für die Bürokraten Zitierregeln festgelegt haben, oder bei einem Verlag publizieren will, der in seinen Veröffentlichungen Einheitlichkeit verlangt. Die von Scheloske vorgeschlagene Zitierregel ist überkorrekt und unzweckmäßig.

    Ich gestehe gerne zu, daß es im vorliegenden Fall eine durchaus platzraubende Angelegenheit ist, meinen Artikel mit dem vollen Titel + Permalink zu zitieren. Allerdings sollte auch hier (selbst wenn es eventuell unschön aussieht) nach meinem Dafürhalten nicht von einer einheitlichen, konsequenten Zitierweise abgerückt werden.

    Denn es gibt wohl keinen Zweifel darüber, daß der komplette Titel einer Quelle nicht zwingenderweise auch im Permanentlink vorkommen muß. Das kann sein, muß aber nicht. Haufig haben wir beispielsweise in Weblogs das Format: http://www.blogname.de/?p=57 Hier ist die Angabe des Titels und des Links unbedingt sinnvoll.

    Mir kommt diese Zitierweise beinahe wie eine Karikatur vor.

    Mir nicht. ;-)

    Die Sache wird beinahe skurril, wenn im Permalink noch einmal der ganze Titel wiederholt wird. Damit kann man auch redlichen Autoren das Zitieren abgewöhnen.

    Wieso denn? Zitieren ist eben oftmals eine lästige Pflicht, das wird doch nicht besser, wenn wir alles dem Belieben anheimgeben?!

    Im Beispiel wird die Sache dadurch komplizierter, dass der Autor seine Überschrift blumig ausschmückt. »Wie man Blogs wissenschaftlich korrekt zitiert« – das ist für sich genommen ein informativer Titel. Etwas anderes gilt für den ersten Teil »Eine Wissenschaft für sich«. Er soll wohl ironisch andeuten, dass die Zitierregeln kompliziert sind. Vielleicht kam es dem Autor auch auf den Sprachwitz an, der sich durch Gleichklang und Doppelsinn von »wissenschaftlich« und »Wissenschaft« einstellt. Für mich wäre dieser Zusatz Grund, gleich ganz auf die Angabe des Titels zu verzichten. …

    Lieber Klaus F. Röhl, man kann wirklich gerne geteilter Meinung sein, ob mein Beitragstitel zu lang, zu selbstverliebt oder sonstwie unpassend ist. Aber wir können doch nicht ernsthaft (im akademischen Kontext) die Art und Weise wie wir zitieren davon abhängig machen, ob uns die einzelne Quelle nun vom Titel her gefällt oder nicht.

    Wenn ich mich für eine Zitierweise entscheide, dann sollte (bzw. muß!) ich die auch durchhalten. Dazu gehört der vollständige Name, das Jahr, der Titel des Artikels, Aufsatzes, Buchs, Sammelbandes und dann weitere bibliographische Angaben, die die Quelle zweifelsfrei identifizieren. Darauf kommt es an.

    Zum Schluss noch das Abrufdatum: Auch das ist in meinen Augen nur nur überflüssiges Perfektionsstreben. Fraglos besteht bei Internetquellen das Problem, dass sie im Inhalt verändert werden oder verschwinden. Wenn die Quelle vom Anbieter aus dem Internet entfernt wird, dann ist sie weg. Da hilft kein Abrufdatum mehr.

    Auch hier muß ich protestieren: die Angabe des Abrufdatums ist wichtig und sinnvoll. Denn erstens kann unter bestimmten Umständen der genaue Zustand zum Abrufzeitpunkt rekonstruiert werden, außerdem ist es in manchen Fällen eben wichtig zu wissen, welche Version zum fraglichen Zeitpunkt vorlag (ich beispielsweise nehme gelegentlich Änderungen an Artikeln vor und mache dies kenntlich, wann ich diese Änderung/Ergänzung vorgenommen habe!)

    P.S.: Ich verstehe die Reklamation bzgl. des Hyperlinks im ersten Satz nicht. Ist der erste Absatz gemeint?

    [twort T]

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